Hr. 146 «krühausgabe
182. Jahrgang
Freitag, 2',. Zum 1932
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Oie deutsch-französische Aussprache beginnt.
Macdonald hält seine Vermittlungsversuche für erschöpft und weift Deutsche und Franzosen
Ernst die grafte amerikanische Nation auch ihrer» seils dem ‘2Dcltübcl an die Wurzel zu greifen gewillt ist. Entscheidunqsvolle Dorfchlgge t'crdnt» wonungsbewuftter Staaten inner vieler Art muffen die Welt aus dem verhängnisvollen arculus vitiosui der 3rrtümcr der Rachkrieqe- t hinaus-
Caufanne, 23. Juni. (ÖIB.) Die brififche Delegation gibt heute abend ein offizielles tommunique über die Besprechungen, die zwischen dem englischen und dem französischen Minifler- pröfidenlen flatlgefunben haben, aus. Das Com- «unique hal folgenden Wortlaut:
Die Besprechungen zwischen der englischen und französischen Delegation wurden heute nachmittag in nutzbringender und sreundschast- licher weise sortgeseht. Sie wurden vertagt, um der französischen Delegation Gelegenheit zu geben, mit der deutschen Delegation Rücksprache zu nehmen.
Die plötzliche Unterbrechung der englisch-sranzö- sischen Verhandlungen wurde lebhasl erörtert. Die kurze amtliche Mitteilung der englischen Abordnung wird in unterrichteten Kreisen dahin ausgelegt, das; die versuche Macdonalds, die französische Regierung zu einer endgültigen Regelung der Iributfrage im Sinne der englischen Regierung zu bewegen, gescheiter t sind. Mac- donald soll herriot erklärt haben, daß als letzter Ausweg direkte Verhandlungen zwilchen den deutschen und französischen Hl i n i ft e r n beginnen mühten, um vielleicht auf diesem Wege zu einer Regelung zu gelangen. Die englische vermitflungsfätigkeit sei nunmehr erschöpft.
Die krisenhafte Lage der Konferenz, die praktisch vom ersten Tage an bestand, hat sich somit weiter oerschärst. Die bisherige französische Hoffnung, dah die neue deutfche Regierung in der Iributfrage Zugeständnisse machen wird, sind jetzt auch aus französischer Seite aufgegeben worden. Wan erklärt, dah die deutsche Regierung trotz der allgemein hervor- gehobenen liebenswürdigen verhandlungssorrn den sachlichen deutschen Standpunkt mit grohern Lrnsl und Entschiedenheit uneingeschränkt aufrecht erhalten hat.
Die verschiedensten Pläne tauchen jetzt auf, auf welche weise ein „offizieller" Zusammenbruch der Konferenz vermieden werden kann. Auf englischer Seile wird stark dafür Stimmung gemacht, dah im Oerbft zunächst eine europäische wlrtschaftskonseren; in Lausanne und sodann anschliehend in London eine Weltwirlschastskonferenz abgehalten werden soll, jedoch nur unter der Voraussetzung einer vorherigen Regelung der Iributfrage. Irgend ein Ausweg aus der immer verworrener und aussichtsloser werdenden Lage der Konseren; zeichnet sich bisher nirgends ab. Der Gedanke einer Vertagung durch „Permanenterklärung" der Konferenz und Einsetzung von Sachverständigen- Uusschüssen gewinnt an Boden.
Die Aussprache zwischen v. Papen und herriot findet am Jreitagoormilag um 10 Uhr im sran- zöfischen Hauptquartier, dem Hotel Caufannc Palace, statt, wo zunächst eine Unter- rebung zwischen herriot und dem Reichskanzler erfolgt, an die sich nach französischen Mitteilungen rine gemeinsame Besprechung der gesamten deutschen und der gesamten sranzösischen Abordnung anschliehen wird. Rach Mitteilungen von deutscher Seite nehmen an den morgigen deutsch-französischen Besprechungen auher dem Reichskanzler auch der Reichsauhenminisler sowie Staatssekretär v. Bülow teil.
In französischen Kreisen wurde am Donnerstagabend ein Zweckoptimismus gemacht und der Stand der Konseren; als „g ü n st i g" bezeichnet. Die Konferen; habe durchaus Schritte vorwärts gemacht. Die jetzt beginnenden Verhandlungen mit der deutschen Regierung würden ;mcifel- los schwierig sein, jedoch bestände noch die Hoffnung auf eine Verständigung mit der deutschen Regierung. Die französische Regierung halte jedoch selbstverständlich uneingeschränkt an ihrem Standpunkt teil, dah von e ine m Verzicht auf die deul- ichen Iribut;ahlungen aus grundsätzlichen politischen Gründen nicht die Rede sein könne; die französische Regierung müsse auch für die Zukunft ihren Anspruch auf die deutsche Zahlungspslichl ausrecht- «tthalten. herriot hatte die Absicht, am Donners- logabenb eine Rundfunkrede für d i e vereinigten Staaten zu hallen. In letzter Stunde ist diese Rede jedoch von amerikanischer Seite angeblich aus technischen Gründen abgesagt roor- dcn.
In französischen Kreisen wird offen zugegeben, doh sich die inn en politische Lage für das Kabinett herriot in den letzten lagen wesentlich verschlechtert habe und dah In der Kammer bereits 3nlriguen gegen das Kabinett im Gange seien. An einer längeren Lebensdauer des Kabinetts herriot wird bereits vielfach oezweifelt. Durch die Unterbrechung der englisch- französischen Verhandlungen und die am Freitag
auf direkte Verhandlungen.
beginnenden deutsch-französischen Besprechungen sind die Konferenzarbeiten jedenfalls in eine neue, oieleicht die entscheidende Phase eingetreten.
Oie Oreimächtebefprechung in Genf geht weiter.
Amerika besieht aus Prüfung des Hoovcrvorschlags.
Genf, 23-Juni. (WTD.) 3n den privaten Besprechungen der amerikanischen, englischen und französischen Delegation hat der französische Kriegsminister Paul-Boncour die französische Auffassung über eine allgemeine Herabsetzung der Heeresausgaben bargelegt. Paul- Doncour soll es noch vermieden haben, genaue Zahlenangaben zu machen
Wie verlautet, ist d e r H o o v e r pl a n in den heutigen Dormittagsbefprechungen nicht behandelt worden- Die Amerikaner bestehen
Lausanne, 23.3uni. (WTD.) 3m Stadtkasino zu Lausanne fand heute ein deutscher Abend statt, der von der deutschen Kolonie in Lausanne, der Deutschen Handelskammer in der Schweiz und vom Verband deutscher Studierender an Schweizer Hochschulen veranstaltet war. Der Reichskanzler, die Reichsminister und die Mitglieder der gesamten deutschen Delegation nahmen an dieser Veranstaltung teil, die etwa 500 Personen vereinigte, und in deren Mittelpunkt eine große politische Rede des Reichskanzlers stand- Auch der österreichische Bundeskanzler D o l l f u h war erschienen.
Reichskanzler v. Papen
führte u. a. etwa folgendes aus: „Zu keiner Zeit ist das Wirken der deutschen Landsleute im Ausland so schwer und verantwortungsvoll gewesen, wie nach dem Kriege. Es galt, das Zerrbild zu zersto en, das eine geschickte Propaganda von Deutschland entworsen hatte. Wo heute noch Mißtrauen gegen Deutschland besteht, kann es nur der bose Wi 11e fein, der zerstören und die Welt nicht zum Frieden kommen lassen will. Kein Volk der ganzen Erde kann uns in dem festen Willen zu friedlicher Arbeit übertreffen. Deutschland will bie Befriebung bet Welt unb hat in ben schweren Rachtriegsjahren unenblich viele Beweise seines Friebenswillens gegeben. Erlahmen wir nicht in dem Streben, ber Welt bas wahre Gesicht Deutschlanbs zu zeigen.
Wirken wir weiter in dem Gedanken, dah die Ueberwindung der unendlichen seelischen und materiellen Rot die erste Voraussetzung für ein erspriehiiches Zusammenleben der Völker ist.
3n dieser Stunde grüße ich unsere österreichischen Brüder, deren Geschichte mit der unsrigen aufs engste verbunden ist, deren Rot wir wie unsere eigene empfinden. Zu jeder Stunde war und ist bie deutsche Regierung bereit, unseren österreichischen Freunden zu helfen, soweit es irgend möglich ist. Dem österreichischen Bundeskanzler gebe ich bas Versprechen unerschütterlicher Freunbschap.
Die Staatsmänner Europas finb in Lausanne zufammengekommen, um ihre Völker von dem ungeheueren Druck zu befreien, der fast jede auf- bauenbe Wirtschaftstätigkeit zum Erliegen gebracht hat. Diese Konferenz barf nicht mit Entschließungen enden, bie ber Welt nur ben Frieden versprechen. Diese Konferenz muß der Welt endgültig ben Frieden zurückgeben.
Es gehl in Lausanne nicht darum, die Ursachen zu suchen, die die Weltwirtschaft in Anordnung gebracht haben. Diese sind zur Genüge bekannt und von allen Sachverständigen der Welt überzeugend und übereinstimmend oft genug darge- legt worden, heute gilt es, die bereits bekannten Fehlerquellen zu beseitigen. Die Zeit der halben Maßnahmen ist vorbei. Die Völker Europas und der Welt wollen laten sehen. Ich kann nicht daran glauben, dah die well zu einer solchen positiven Arbeit noch nicht reif ist.
Die Geißel ber Arbeitslosigkeit lastet schwer auf Deutschland. Die Hoffnung ber 3ugenb ist faß geschwunden. Das wirtschaftliche Leben gleicht einem Kirchhof. Mehr noch als das materielle Elend lastet auf uns das nieder drückende Bewußtsein, zu einer Ration minderen Rechts degradiert zu fein. Kann man sich wundem, wenn ein Volk mit einer so stolzen Geschichte, wie das deutsche, sich mit allen Fasern feines Herzens gegen den Zustand aufbäumt, der sein seelisches Gleichgewicht in dem empfindlichsten Punkte zerstören muß?
Die Welt muß sich darüber klar fein, dah das materielle Unglück, unter dem Deutschland so besonders schwer leidet, nichtandenGren-
darauf, daß ihre Vorschläge, bie ber Konsereiu- präsibent Henberson gestern ausdrücklich alS zu bem Verhanblungsprogramm gehörig bezeichnet hat, grünblid) geprüft werben. Man läßt auf amerikanischer Seite burchblicken. baß bie amerikanische Delegation ihre Vorschläge wieber vor bas Forum bes Hauptausschusses ber Abrüstungskonferenz bringen wirb, wenn in ben privaten Besprechungen Diese Vorschläge nicht bie gebüßrenbe Berücksichtigung finben.
Die Vertreter Der englischen, amerikanischen unb französischen Delegation haben sich heute nachmittag gemeinsam zu Henberson begeben, um ihn über bie Fort chrittc ihrer Unterhaltungen zu unterrichten- Sie haben babei im Hinblick auf gewisse Befürchtungen anderer Konferenzteilnehmer mit Rachbruck erklärt, daß ihre Be- ip.echungm ben einzigen Zweck hätten, bie tuns- tigen Verhandlungen des Hauptausschusses zu erleichtern und dadurch zu einem Erfolg der Konferenz beizutragen.
zeneinesLandeshallmachl, und auch darüber, dah die seelischen Spannungen Gegenwirkungen erzeugen müssen, die das soziale Gleichgewicht Europas auf das Ernsteste bedrohen.
Leider find die Ansätze zu einer Besserung, die verschiedentlich gemacht wurden, nicht mit der Energie verfolgt worden, die nölig gewesen wäre. 3ch denke hier in erster Linie an bie toeit- schauende Initiative, bie ber Präsibent bes großen amerikanischen Volkes vor einem 3aßrv unternommen hat. Die Welt toäre ein großes Stück weiter, wenn biefer weitherzige Gebanke in seiner ursprünglichen Reinheit hätte verwirklicht werden können. Richt minder hat die gestrige Botschaft des Präsidenten Hoover der Welt erneut bewiesen, mit welchem
Begeisterter Empfang
Danzig, 23. 3uni. (WTB.) Das Linienschiff „Schlesien" unb bie beiben Torpebo- boote T 1 09 unb C 10, bie heute morgen auf ber Danziger Reebe vor Anker gegangen waren, liefen gegen 17.30 Uhr in ben Danziger Hafen ein unb machten am Vistula- speicher fest. Beim Passieren ber Quarantäne- Station in ber Hafeneinfahrt würbe ber Flaggengruß gewechselt Aus ber rechten Seite ber Einfahrt hatte eine Ehrenkompanie unb eine Kapelle der Schutzpolizei Aufstellung genommen, die beim Einlaufen der Schiffe, auf denen die Mannschaften auf der Steuerbordseite Paradc- aufftellung genommen hatten, das Deutschlandlied spielte. Trotz des schlechten Wetters waren mehrere Dampfer mit einigen hundert Personen, Mitgliedern von Flottenvereinen. Studenten usw. an Bord zum Empfang hinausgefah- r e n. Sie konnten jedoch wegen der schweren See nicht allzu dicht an die deutschen Schiffe heran- tommen. Die Fahrgäste mußten sich damit begnügen. den Deutschen ihre Willkommensgrüße zuzuwinken.
Gegen 9 Uhr begab sich ber beutsche Ge - nerc^lkonsul Freiherr von Th ermann an Dorb bes Linienschiffes „Schlesien". Rach- bem bie „Schlesien" ben Salut von 15 Schuß abgefeuert hatte, brachte das Motorboot gegen Mittag den Generalkonsul zugleich mit Admiral Foerster, unb dem Flaggleutnant, und ben Danziger Komplimentierbeamten an Lanb zurück. Admiral Fverster stattete bem Präsi- benten bes Senates. Dr. Ziehm, bem Hohen Kommissar des Völkerbundes Graf G r a- vina unb bem Präsidenten des Hasenausschus- ses Dr. Benziger Besuche ab. Da die polnische Regierung durch ihren Berliner Gesandten ausdrücklich hat erklären lassen, baß sie ben Besuch der deutschen Marine in Danzig nicht für angebracht erachtet und sich auch an den Veranstaltungen anläßlich des deutschen Flottenbefuches nicht beteiligen werde, so findet der fönst übliche Austausch von Besuchen zwi'chen dem deutschen Admiral unb dem polnischen diplomatischen Vertreter in Danzig zum erstenmal nicht statt.
Rachdem die deutschen Kriegsschiffe am Liegeplatz festgemacht hatten empfing Admiral Forster an Bord des Linienschiffes ..Schlesien" die Vertreter der Danziger und reichs- deutfchen Presse Der Admiral betonte, baß die Schiffe unendlich erfreut gewesen seien, nach Danzig kommen zu dürfen. Sie hätten einen freundlichen Empfang in Danzig erwartet, aber
führen.
Die Frage nach dem Ausweg aus der Wettwirt- fchaflskrife ist klar und einfach zu beantworten. Man muß sich entschließen, endlich einen endgültigen Strich unter die tragische Rcdmung de» Kriege» zu machen. Da» allein ist imstande, der Dell da» Vertrauen wiederzugeben, da» vertrauen. 'dessen sie bcdars, um da» seelische und materielle Gleichgewicht wiederzufinden.
Auf den Schultern der hier versammelte Staatsmänner ruht eine ungeheureVerantwor- t u n g. Ich habe den festen Glauben, daß sie frei von voreingenommener öffentlicher Meinung sich der Größe des geschichtlichen Augenblicks bewußt sein werden unb Lösungen finden, die der Gesamtlage Europas Rechnung tragen. Die deutsche Regierung. die zu führen ich die Ehre habe, hak noch einmal Den Versuch gemacht, alle lebendigen aufbauwilligen Kräfte der deutschen Ration zusammenzusassen, um neue Grundlagen für das Leben unseres Volkes zu linden. 3n diesem festen und unerschütterlichen Willen wissen wir uns eins mit bem gesamten deutschen Volke. Deutschland will ben Frieden in Ehren, weil es den Frieden der Wett will.
Oie Vorfälle an der Frankfurter Universität.
Frankfurt a. 'DL, 22. Juni. (W2N.) Wahrend im Universitätsgebäube nach der Wiedererossnung alles rußig ist, tarn es wiederholt ,;u Ansammlungen in der 'Rahe der Universität. Namentlich aus der Bockenheimer Landstraße hatten sich Gruppen poli lischer Gegner angefammelt, die sich gegenseitig Beschimpfungen zuriefen. Die Polizei mußte wiederholt einarcifen, um Zusammenstöße zu verhindern und die Ansammlungen zu zerstreuen Etwa 20 Per fönen sind sistiert worden. Der 'Rektor der Uni- versität hat an die Studentenschaft e inen 21 u f • r u s erlassen, in bem er sie ermahnt, s i ch nicht provozieren zu lassen und alles ;u vermeiden, was als Provokation gedeutet werden Lnen. Das Absingen von irgendwelchen Liedern fei unstatthaft. Die Polizei habe das Recht, das Haus zu betreten und alle Maßnahm n zur Ahndung der gestrigen Vorfälle seien getroffen.
in der Kreien Stadt.
ber Empfang, ber ben Schiffen im Laufe bes Tages bereitet worben fei. übertreffe alles, was er bisher erlebt habe Er bat bie Presse, ben Danzigern Dank und Grüße zu übermitteln.
Für bie Offiziere ber beutfchen Flott'Ne würbe im Roten Saal bes Rathauses ein Empfang veranstaltet, bei bem ber Präsident des Senats Dr. Ziehm in einer Ansprache bie deutschen Offiziere unb bie zu ihren Ehren erfeßienenen Gäste, mit bem Kommissar bce- Völkerbundes an ber Spitze, begrüßte. Dr. Ziehm gab bem aufrichtigen Sani für ben Besuch der deutschen Flotte unb ber großen allgemeinen Freude Ausdruck, die ber Besuch in ben Herren ber Danziger Bevölkerung erweckt. Er erklärte bann u. a : Durch Ihren Besuch unb burch bie Teilnahme an ber für Danzig hoch bebeutlamen historischen Feier betunben Sie, ebenso wie bei den früheren Besuchen der deutschen Flotte, bie bei all unb jung hellen unb unvergeßlichen Jubel ausgelöst haben, auss neue bie innere, auf ben Banden des Blutes, des Volkstums und ber Kultnr beruhende Verbundenheit des Deutschen Reiches und des deutschen Bolls mit dem Danziger Freistaat und seiner Devöllerung. Die Ansprache Hang aus in einem Hoch aus den Ehrenbürger von Danzig, Reichspräsident v Hinden- burg. — Admiral Foerster erwiderte in kurz gehaltenen Ausführungen und schloß mit einem Hoch auf Danzig und den Senatspräsidenten.
Warschau regt sich aus.
Warschau. 23. Juni. (TU, Das Regierungsblatt „Gazeta Polska" ist. wie auch die gesamte polnische Presse der Meinung, daß der Besuch der deutschen Flotte in Danzig, „der gewöhnlich ein Akt der Höflichkeit ist. zu einer unzulässigen Taktlosigkeit wurde. Schuld daran trage die Atmosphäre eines na* tronalsozialistifchen Wahns der Hitlerleute in Danzig und deren heraussorderndes Benehmen Polen gegenüber, sowie die Taktlosigkeit b.r deutschen Seile, und zwar sowohl Polen als auch bem Völkerbund gegenüber beim es ist eine Geringschätzung seiner Beschlüße und Appelle, die zu einer Entspannung der Atmosphäre in Danzig beitragen sollten. Der heutige Besuch der deutschen Kriegsflotte in der Freien Stadt, in ber ber Hohe Völkerbund-komm ' lar feinen Sitz hat und der an der Entspannung ber Attno« sphäre arbeitet oder zum mindesten zur Arbeit beauftragt zu sein schein: - ist eine originelle Antwort auf diesen Appell".
Ser Reichskanzler vor der deutschen Kolonie.
Ein ernster Appell an das Weltgewiffen.
Oer Besuch der deutschen Kriegsschiffe in Oanzig.


