Ausgabe 
23.9.1932 Erstes Blatt
 
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Leichtathletik der Sp.-Vg. 1900.

Vereinsmeislerschaflen am kommenden Sonntag.

Wie alljährlich führt die Leichtathletik-Abtei­lung der Spielvereinigung 1900 als Abschluß der Bahnsaison ihre Vereinsmeisterschaften durch. Da die Aktiven. Jugendlichen und die Mitglieder der Frauen-Abteilung auf den Plan treten, wird im Laufe des Sonntagvormittags ein umfang­reiches Programm abzuwickeln sein. Es wird in drei aktiven, drei Jugend-, einer Frauen- und zwei Mädchenklassen gestartet. Die letzten Ju­gendjahrgänge können sich schon bei den Aktiven betätigen: nach den Erfahrungen der letzten Jahre werden sie das wahrscheinlich nicht ohne Erfolg tun. Bei der Ausgeglichenheit und zahlen­mäßigen Stärke der 1900er Leichtathletik werden sich spannende Kämpfe entwickeln. Neben den Staffeln dürften besonders die Mehrkämpfe in Kl. 1 und Kl. 111 der Aktiven interessieren. In Kl. 1 steigt ein Fünfkampf (50 Meter, 100 Meter, Weitsprung, Speerwerfen und Diskuswerfen) um den bereits im Jahre 1910 gestifteten Mehr­kampfbecher (Wanderpreis) des damaligen Sport­vereins von 1900. Am kommenden Sonntag sollten in erster Linie Felsing, Gugel und W. Müller Chancen habeir, ihn zu erringen. In Kl. lll ist es ein Dreikampf (100-Meter-Lauf, Weitsprung und Kugelstoßen), für den ebenfalls ein Wander­preis ausgesetzt ist.

Handball im Gau Hessen (D.T.)

2H1ö. Gießen I To. Niedergirmes I.

2lm kommenden Sonntagnachmittag findet auf dem Mtv.-Sportplotz am Schiffenberger Weg das 3. Verbandsspiel der Kreisklasse (Lahnbezirk) statt. Der Männer-Turnverein hat den Tv. Nie- dergirmes zum Gegner. Niedergirmes stellt eine ganz vorzügliche Mannschaft, die schon manches Spiel für sich entscheiden konnte. Da die Mtver nicht in kompletter Aufstellung antreten können, werden sie einen schweren Stand haben, sich gegen diese Mannschaft gut zu behaupten. Trotz­dem ist ein sehr gutes Spiel zu erwarten, dessen Ausgang noch ganz offen bleiben muh.

In Großen-Linden spielt die 2. Mannschaft des Platzvereins gegen die 1. Elf des Tv. Grü« ningen. Der Ausgang ist offen. Die Jugend empfängt den vorjährigen Gaujugendmeister, die Jugend des Tv. Wetzlar, und wird um eine Niederlage nicht herumkommen.

Handball im Lahn -Dünsberg- Gau.

Der Spielbetrieb ist am kommenden Sonntag in allen Klassen wieder ziemlich rege und sieht nachstehende Spiele vor: In der Gauklasse findet das wichtigste Spiel wohl in Ahbach statt. Hier trifft der Plahverein auf die Mann­schaft von Lollar und wird schwer um den Sieg kämpfen müssen. Jedenfalls ist das Spiel als offen zu bezeichnen. Das gleiche kann man auch von dem Spiel in Dorlar sagen, wo Wieseck der Gegner ist. Londorf sollte auf eigenem Platze gegen Staufenberg zu einem sicheren Sieg kommen, obwohl das Können der Gäste nicht zu unter­schätzen ist.

*

In den Bezirksspielgruppen sollte in der 1. Gruppe Rodheim auf eigenem Platze gegen Atzbacy II knapp in Front zu erwarten sein, währen) das Spiel in Garbenheim gegen Wißmar einen harten Kampf erwarten läßt, da noch keine Mannschaft bisher eine Niederlage erlitten hat: im Spiel Waldgirmes Erda dürfte der Platzvorteil entscheiden.

In der 2. Gruppe trifft Allendorf ll auf Allertshausen und sollte den Platzvorteil zu einem Sieg ausnuhen können. Die Spiele Kessel­bach Lollar II und Nordeck Mainzlar sind offene Angelegenheiten.

In der 3. Gruppe findet nur ein Treffen statt, in dem Beuern und Albach auf dem Platze der erstgenannten Mannschaft einander gegen­übertreten. Eine Ueberraschung liegt im Bereich der Möglichkeit.

*

Schüler: 1. Gruppe Waldgirmes II Dor­lar I und Waldgirmes I Ahbach.

$. Ep. V. 1926 Steinbach.

Schach-Ecke.

Bearbeitet v

Problem Nr. 329.

Don D. Schiffe, Wien.

Weih 11 Steine: Kc6; Deo; Lf5; Se5, gl; Ba3, b2, bZ, d5, 12, f7.

Schwarz 7 Steine: Kf4; Sg2, g8; Bb4, b5, c7, e7. Weiß zieht und fetzt in drei Zügen matt.

Problem Nr. 330.

Don §. Doß, Kassel.

Weiß 9Steine: Kd3; Db2; Lb8. c4; Sf8; Bf3, f4,g3,h2. Schwarz 7 Steine: Kf5; Tc6; Lc8, e7; Sd6; Bc5, f6. Weiß zieht und seht in zwei Zügen matt.

Partie Nr. 328

Indisch.

In der 1. Runde des Meisterturniers 1932 zu Bern gespielt.

Weiß: S. Flohr.

Schwarz: Dr. O. Daegeli.

1. d2-d4, Sg8-f6. 2. c2-c4, e7-e6. 3. Sbl-c3 Lf8- b4,4.Dd 1c2,d7-d5.5,c4xd5, e6xd5 6.Lei g5, Lc8-g4. (In der sensationellen Partie des Öfter- turniers zu Bern 1932 zwischen Aljechin undNaegeli, welche der Weltmeister verlor, geschah hier 6.... 7. e3, Lg4 ufw.: der natürliche Zug an dieser Stelle ist jedoch 6. . . ., Dd6.) 7. Dc2-b3, Sb8-c6. 8. e2 - e3, 0-0. 9. a2-a3, Lb4xc34-. 10. Db3xc3, Dd8-d6. H.f2-f3. (Der Beginn eines wuchtigen Angriffs auf den Königsflügel) II...., Lg4 - f5 12. Sgl - e2, Tf8- e8.13.g2-g4,Lf5-d7.14.Lg5-f4,Dd6-e7.15.Se2-g3, Ld7xg4.(GinungenügendesLäuferopfer:dieDrohung 16 g5 mit Figurengewinn liehe sich einfach durch 15..., KH8 begegnen.) 16. f3xg4, Sf6xg4.17.0-0-0. Sg4 - f2. 18. Thl-gl, Sf2xdl 19 Kclxdl, De7-h4. (20. Sf5 geht nun vorläufig nicht, wegen 20...., Dh5-f- usw.) 20. Lf I - d3, Sc6 - e7. 21. Kd 1 - c 1, Se7 - g6. 22. Sg3 - f5. DH4 - f2 (Schwarz hat keine große Auswahl mehr; auf 22...Dd8 könnte 23. H4, Sx h4?. 24. Lg5 folgen). 23. Tgl - f 1, Df2 - g2. 24. Lg4 - f3, Te8 - c6. 25. Dc3- el,Ta8-e8.26. Del dl 1 (DrohtDamengewinn durch 27. Tgl, Dh3. 28. Lfl) 26_____Dg2-h3. 27. Tfl-f2,

h7-H5. 28.Sf5-h6+.', g7xh6. 29.Ld3-f5, Te6xe3. 3O.Lf5xh3, Te3- el.31 Lg3 xc7,Tel x d 14 32 Kcl x dl und Schwarz verlor die unhaltbare Partie.

on W. Orb ach.

Lösung des Problems Nr. 327.

Don O. Duras, Prag.

LSd3-e5! (Mit der Drohung 2. Scö-f-ufto.); führt zu folgendenAbfpielen: L...,Kd4xe5. 2. Da6-d6+! usw. 1.....Td7-d8. 2. Da6-a7+ usw. I...., Td7

g7-f-.2.Lf8Xg7 usw. 1.....d2 d 1 bel.2 Se5-c6-s-ufw.

1. ..., Td7-c7. 2. Da6-d6+ usw.

Lösung des Problems Nr. 328.

Don St. Treala, Brünn.

1. Th7h5! usw.

Aus der Schachwelt.

Das vor kurzem beendete Kalifornische Schach­meisterturnier endete mit dem Siege des Weltmeisters Dr. Aljechin + 81/, vor Kafhdan 4- 71/,; in den 3., 4. und 5. Preis teilen sich mit je 4 6 Punkten: Pake, Reschevfky (das bekannte Wunderkind) und H.Eteiner.

Die Narrenkappe.

Splitter und Sparren vom RedaktionStisch.

Der Einbrecher.

Alexander Dumas, der Aeltere, der berühmteste Romanautor seiner Zeit, kehrte eines Abends von einem fröhlichen Gelage nach Haufe. Im dunklen Flur zu feinem Schlafzimmer hin fein weiter schwar­zer Mantel. Dumas glaubte, einen Einbrecher vor sich zu haben, zog blitzschnell seine Pistole heraus und durchlöcherte mehrmals seinen Mantel.

Von der nächtlichen Episode und ihrer überraschen­den Auflösung noch am anderen Tage erregt, schil­derte er feinen Freunden das Erlebnis und schloß mit den Worten:Was für ein Glück, daß ich nicht in dem Mantel steckte. Ich wäre ja sozusagen ein Kind des Todes gewesen!"

Schreckliches Erlebnis.

Unweit der Stadt entsprang ein sportbeflissener Fluggast der Flugkutsche mit dem Fallschirm. Lang- sam, sehr langsam, sank er.

Unten spazierte die verwitwete Rechnungsrätin B. mit aufgespanntem Sonnenschirm. Als sie des fallen- den Wunders ansichtig ward, schloß sie vehement ihren Schirm und stotterte:

Um Gotteswillen, wenn mir das passierte! ...*

(Lust. Bl.)

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Die besten Tennisspieler in Berlin

Für Kinder nur Kaffee Hag

Am Sonntag weilte die 1. Elf des Fußball- sportvereins bei der i. Mannschaft derSport-

7Nlv. Gießen 1. Jugend

gegen Tv. Münchholzhausen 1. Jugend.

Die 1. Jugend weilt am Sonntag als Gast bei ber 1. Jugend des Tv. Münchholzhausen zu ihrem fälligen Derbandsspiel der Jugendklasse. Nach den Spielen, die die Mtver bis jetzt gezeigt haben, mühte man einen Sieg erwarten, obwohl Münch­holzhausen diesen Sieg ziemlich erschweren wird.

Mlo. Gießen II Tv. Allendorf I.

Die 2. Mannschaft des Mtv. wird in Allendorf gegen den Turnverein Allendorf ihr 3. Berbands- spiel der ^--Klasse austragen. Da die Männer­turner nicht besonders stark antreten werden, werden sie gegen die Allendörfer die sehr be­achtliche Gegner sind, einen schweren Stand haben.

25 Jahre Freie Turnerschast Watzenborn-Steinberg.

Die Freie Turnerschaft Watzenborn-Steinberg kann am kommenden Sonntag ihr 25jähriges Be­stehen feiern. Aus diesem Anlaß finden am Vor­mittag Dereinswettkämpfe der Aktiven, der Ju­gendlichen und der Schüler statt. Der Nachmit­tag wird durch zwei Fußballspiele, von den Vor­führungen der Damenriege von Wieseck, von Dar­bietungen der Dezirksturnerriege und dem Flach­turnen einer Mannschaft aus Lollar ausgefüllt sein. Am Abend wird dann im Saale von W. Pfaff nochmals die Damenriege von Wieseck, so­wie die Schülergruppe von Watzenborn-Steinberg auftreten. Den Besuchern wird Gelegenheit gege­ben sein, die besten Turner und Turnerinnen des Bezirks kennenzulernen.

freunde" Wetzlar und konnte das Spiel mit 5:4 Toren für sich entscheiden. Cs entwickelte sich ein flotter Kampf. Steinbach ging in der 5. Minute in Führung, Wetzlar glich bald aus. Zur Pause stand das Spiel 3:2 für Steinbach. Nach dem Wechsel waren die Steinbacher weiter überlegen, trotzdem konnte Wetzlar gleich ziehen. Die Gäste erhöhten bald darauf auf 4:3, der Ausgleich lieh abermals nicht lange auf sich warten. Erst Endspurt fiel der Siegestreffer für Steinbach.

Den Tennisfreunden bietet sich vom 20. bis 25. September Gelegenheit, in Berlin die besten Berufs­spieler der Welt im Kampf um die Weltmeisterschaft einander gegenübertreten zu sehen. Unser Bild geigt oben links: Plaa (Frankreich): Mitte: Nüßlein (Deutscher Berufsfpielmeister): rechts Karel e UJ^ ^T^^'Ä'stowakei): unten links: Roman N a j u ch, der frühere deutsche Professionalmeister;

Ittitte und rechts: Big Bill Tilden der oftmalige Weltmeister, der wohl als der beste Tennisspieler der Welt angesehen werden kann.

Tv. Lützellinden I To. Großen-Linden I.

Das wichvgste Spiel der ^-Klasse im 1. Spiel­bezirk kommt am nächsten Sonntag in Lützel­linden zum Austrag, wo sich obige Mannschaften gegenüoerstehen. Beide Mannschaften sind, als einzige in ihrem Bezirk, noch ohne Punktverlust. Es wird ein harter Kampf erwartet, bei dem man den Gastgebern die größeren Siegesaussich­ten geben muß, zumal sie den Vorteil des eigenen Platzes haben und die Grohen-Lindener voraus­sichtlich Ersah für ihren verletzten Halbrechten stellen müssen.

* Die Auswirkungen der Reichs­bahnbestellungen in der Eisenindu- strie. Wenn auch die voraussichtlichen Aus­wirkungen des Arbeitsbeschaffungsprogramms der Reichsbahn im einzelnen noch nicht zu übersehen sind, so läßt sich doch schon sagen, daß die zu erwartenden neuen Bestellungen die Absahsor- gen der westdeutschen Eisenindustrie erheblich vermindern werden. Nachdem bie großen Russen­aufträge in der Hauptsache abgewickelt sind, hat der Beschäftigungsgrad in der Großeisen- industrie mit Ausnahme einzelner Spezialgebiete, wie der Weihblecherzeugung, eine nicht unbe­trächtliche Verschlechterung erfahren. Die Gefahr neuer Einschränkungen der Betriebe wird nun durch die Aufträge an den Stahlwerksverband in Höhe von monatlich 40 000 To. Oberbau- material auf die Dauer von 8 Monaten ab 1. Oktober beseitigt werden, denn die neuen Bestellungen sichern den Werken für einen ziem­lich langen Zeitraum wenigstens ein Mindestmaß von Beschäftigung. Was die Frage einer Ent­lastung des westdeutschen Arbeitsmarktes als Folge des Arbeitsbeschaffungsprogramms be­trifft, so entstehen in der Großindustrie in dieser Richtung wohl keine Möglichkeiten zur Neu­einstellung von Arbeitskräften, weil die Zahl der beschäftigten Arbeiter bisher nur bis zu einem gewissen Grade der gesunkenen Produktion an* gepaßt worden ist.

* Zinsbeschlüsse des Zentralen Kre­ditausschusses. Der Zentrale Kreditausschuß hat in seiner heutigen Sitzung beschlossen, die De- betzinfen um 1 Prozent zu senken. Die Habenzins­sätze sind ebenfalls um 1 Prozent herabgesetzt wor­den mit Ausnahme des Zinssatzes für normale Spareinlagen, der um % Prozent auf 3% Prozent gesenkt worden ist. Die neuen Sätze treten mit dem heutigen Freitag in Kraft.

Berlin geschästslos und überwiegend schwächer.

Berlin, 23. Sept. (WTB. Funkspruch.) Nach einem sehr ruhigen und abwartenden Vormittags­verkehr eröffnete die heutige Börse in nicht ganz einheitlicher, aber überwiegend schwächerer Haltung. Der wieder nur sehr geringe Ordereingana bei den Banken löste bei der Spekulation eher Abgaben­neigung aus, zumal die Auslandbörsen ebenfalls eher schwächere Kurse meldeten. Die Nachricht eines Mittagsblattes, daß zur Zeit vier verschiedene Zins­pläne zur Diskussion ständen, lenkte die Aufmerk­samkeit der Börse wieder stärker auf die rvirtschafts- oolitischen Besprechungen des Kabinetts. Auch die Unsicherheit in Genf trug nicht gerade zu einer Geschaftsbelebung bei. Ferner verstimmten die Sa- nierungspläne um den Stahlverein, und besonders der Montanmarkt litt hierunter stärker. Die ersten Kurse waren eigentlich noch schwächer, als man vor­börslich erwartet hatte. Im allgemeinen gingen die Rückgänge zwar nicht über 1 Prozent hinaus, we­sentlich schwächer waren Braubankanteile mit minus 2%, Contigummi mit minus 2%, Harpener mit minus 2%, Rheinische Braunkohlen mit minus 4 und Schubert & Salzer mit minus 2% Prozent. Anderseits waren Cisenbahnverkehrsmittel 23A Pro- ' 3ent höher, Mansfelder plus und Aku plus 1 Prozent. Für letztere regte zweifellos die Belebung in der Kunstseidenindustrie an, auch Glanzstosf mel­det für ihre amerikanischen Tochtergesellschaften gute Beschäftigung, und im Verlaufe waren die Kunst- seidenwerte Aku und Bemberg im Gegensatz zur Gesamttendenz bis zu 2 Prozent höher, während die Kurse an den übrigen Märkten eher weiter ab­bröckelten.

Entsprechend den Erwartungen war nach der Zinssenkung <nn Renten markt die Tendenz eher freundlicher. Für Goldpfandbriefe, Landschaf- 2ndustrieobligationen bestand Nachfrage. Auch Stadtanleihen waren teilweise bis zu 1 Pro- ynt erhöht. Deutsche Anleihen bröckelten bis zu

10 Pf. ab, Reichsbahnoorzugsaktien lagen unver­ändert, und auch am Markte der Reichsschuldbuch­forderungen waren die Besserungen nur unbe­deutend.

Auch im weiteren Verlaufe litt die Börse unter der herrschenden Geschäftsstille. Neben Kunstseide­aktien waren später auch noch Linoleumwerte etwas beachtet, Deutsche Linoleum gewannen weitere 1% Prozent, nachdem sie schon % Prozent über gestern eröffnet hatten. Am Berliner Geldmarkt hat sich die Situation gegen gestern kaum ver­ändert. Tagesgeld ist mit 4% Prozent an der un­teren Grenze erhältlich, für erste Adressen auch mit 4% Prozent, der Monatsgeldsatz blieb gleichfalls 5 bis 7 Prozent. In Privatdiskonten kam eher Material heraus, das aber glatt ausgenommen wer­den dürfte. Die Nachfrage nach Reichswechseln per 20. Dezember und Reichsschatzanweisungen per 16. Januar ist gering.

Sranffurter Börse leicht schwächer.

Frankfurt a. M., 23. Sept. (WTB. Drahtmel- düng.) Der schwächere Schluß der gestrigen Neu- Yorker Börse und die weiterhin unsichere innerpoli­tische Situation verursachte zum heutigen Börsen­beginn starke Zurückhaltung, zumal von einer Publi­kumsbeteiligung am Börsengeschäft auch heute nichts zu bemerken war und auch sonst Anregungen nicht Vorlagen. Die Spekulation neigte daher zu Glatt- stellungen, daneben wollte man auch wieder Abgaben aus alten Lombardbeständen beobachtet haben. In­folge der geringen Unternehmungslust sand das her­auskommende Material nur zu weichenden Kursen Unterkunft. Gegen die Abendbörse betrugen die durchschnittlichen Verluste etwa 0,5 bis 1 v. H. Eine Ausnahme machten Kunstseideaktien, bei denen eine Meldung vom angeblichen Zustandekommen des Kunstseidenkartells und die festen Kursmeldungen aus Holland anregten. Aku gewannen 1 v. H., Bem- berg 0,5 v. H. Kleine Kursbesserungen hatten noch Zellstoff Waldhof mit plus 0,5 v. H., Deutsche Erdöl und Lahmeyer mit plus je 0,65 v. H. Schwächer lagen vor allem IG. und Reichsbank mit je minus 1,5 v. H. sowie Montanaktien, die durchweg bis zu 1 v. H. nachgaben. Mannesmann waren mit minus 1,5 v. H. etwas mehr gefragt. Am Elektromarkt verloren AEG., Bekula, Schuckert und Siemens bis zu 1 v. H., Licht & Kraft und Gesfürel lagen behauptet. Schiff- fahrtsaktien, Zellstoff Aschaffenburg, Metallgesellschaft und Rütgerswerke lagen von 0,5 bis 0,75 v. H. nied­riger, und schließlich kamen noch Deutsche Linoleum mit plus 1 v. H. zur Notiz.

Am R e n t e n m a r k t herrschte wegen der immer noch nicht in Angriff genommenen Zinssenkungs­arbeiten der Reichsregierung Zurückhaltung, doch ist man etwas zuversichtlicher geworden, weil man an eine generelle Zinskonvertion nicht glaubt. Etwas höher lagen Reichsbahnvorzugsaktien mit plus 0,25 v. H. Deutsche Anleihen gingen dagegen bis zu 0,25 v. H. zurück, und auch die Schutzgeoietsanleihen lagen mit 4,95 p. Sy im Angebot. Einiges Interesse bestand für späte Reichsschuldbuchforderungen, die etwa 0,5 o. H. gewannen.

Gold - und Liquidationspfandbriefe lagen bei kleinen Umsätzen nur wenig verändert. Nassauische Landesbank-Goldpfandbriefe zogen jedoch weiter ab. Von Kommunalobligationen lagen die der Rheinischen Hypothekenbank fest, andere bröckel-, ten eher etwas ab. Der übrige festverzinsliche Markt lag sehr still, nachdem, vom Kunstseidemarkt aus­gehend, die Kurse zunächst allgemein etwas fester waren, wobei IG. wieder den Paristand erreichten und Aku und AEG. bis zu 1,5 d. Sy fester lagen, herrschte im weiteren Verlauf fast vollkommen Ge­schäftsstille, und die Kurse bröckelten zum Teil wieder leicht ab. Nur Aku konnten ihren erhöhten Stand gut behaupten. Am Geldmarkt war der Satz für Tagesgeld weiter ermäßigt, und zwar um 0,25 auf 3,75 p. H., wobei wieder Ueberstand verblieb.______

Verantwortlich für Lokales, Provinz, Sport und Wirtschaft i. 93.: Sy L. Neuner.