Hellseherei.
Interessante Oper ment- m.t Krau p.aat.
-Von p o efjor Ludwig Zahn.
Frau Lotte P l a a t kann unter Ausschaltung der bekannten Sinne fernjehen, ferneren um> fcrnsühlen. Da der menschliaze Geist die 'Fähigkeit bewiesen hat, Apparate -um Fernsehen und Fernyören • zu konstruieren und in Wirksamkeit zu setzen, darf es nicgt wunoern, wenn derselbe menfcytiüje Geist aucy im,Lande i,t, von sich aus ohne Zuhilfenahme von ihm gebauter Apparate fernzujehen oder fernzuhören.
Dre einsichtigen wis,en. day es sich beim Fernoder Helsteyen, beim Hellyören unv auch oeim Fern- und chell.üylen um eine Naturantage handelt, denn liegt sie im Menschen, dann hegt sie auch in der Natur, da Mensch und Natur sich gegenseitig bedingen. Daß scylieylicy diese Fähigkeit nicht häufiger beobachtet wird — obwohl sie verbreiteter ist, als man gemeiniglich annimmt —, hat seinen Grund darin, daß diese Fähigkeiten meist nicht entwickelt und nicht gewellt sind.
Die übersinnliche Begabung der Frau P l a a t wurde gewectt nach dem Lieberstehen sehr schwerer Operationen. Als eine Dame okculte Experimente machte, bedeutete sie plötzlich der Frau Plaat: „Genau dasselbe, was ich kann, tonnen auch Sie!" Frau Plaat nahm darauf einen Bleistift einer ihr unbekannten Person in die Hand und erzählte eine Menge Einzelheiten, von denen sie normalerweise nichts wissen konnte. Nun war der Dann gebrochen. Don da an war es ihr ohne weiteres möglich, aus vorgelegten Gege.^'änden, aus Briefen, Bildern und anderem nicht nur die Persönlichkeiten zu erkennen, sondern auch das Verstandes- und Gemütsleben, die Schwächen und Gebrechen der Betreffenden und ihre tieferliegenden Charaktereigenschaften und Steigungen zu schildern.
Manche Experimente erinnern an die Gabe Aubs und Schermanns. So empfand sie aus einem Briefe, daß der Schreiber sich mit Selbstmordgedanken trug und sie zu verwirklichen versuchte Obwohl die Möglichkeit von den Angehörig des Driefschreioers abgestritten wurde, tras kurz darauf die Nachricht von einem Selbstmordversuch ein!
Sin Hand eines Ringes gab Frau Plaat, abgesehen von der Charakter- und Gemütsschilderung, die ehemaligen Leiden des Betreffenden an, ferner Einzelheiten aus seiner Gesangsausbildung und rein persönliche Empfindungen, die sich sogar auf Nebensächlichkeiten bezogen, die ebenso unmöglich auf normale Weise ihr zur Kenntnis gekommen sein konnten.
die
Sn
Aus aller Well.
so Morgen frucht verbrannt.
80 Morgen ab. Zwei große Fruchtbarmen standen in Hellen Flammen. Die Feuerwehr war dem Riesenbrand gegenüber machtlos. Sie muhte sich auf den Schutz der in der Nähe liegen* ben Strohbarmen und Häuser beschränken. Eine Dreschmaschine ist mitverbrannt. Der sehr beträchtliche Schaden ist nur zum Teil durch Versicherung gedeckt und trifft zwei mittlere Dauern. Die Entstehungsursache ist noch nicht aufgeklärt.
Kasseler Geldräuber auf Helgoland verhaftet.
Der Kriminalpolizei ist es gelungen, auf der Jn- sel Helgoland den Kassettendied zu fassen,
an die Opfer jener Vorgänge, an die 2 Toben und 20 Schwerverletzten, denken. Zum Schluß betonte der Vorsitzende, daß die Angeklagten mit viehischer Roheit gehandelt hätten, so daß man Zweifel haben mußte, ob es sich hier um Menschen mit Vernunft und Seele handele. Sn solchen Fällen, da die Aussagen der Be- und Entlastungszeugen in Widerspruch standen, habe das Gericht die Aussagen der Entlastungszeugen zugunsten der Angeklagten unterstellt.
B r i e g, 22. Aug. (CNB.) JmOhlauerPro- z e ß führte der Vorsitzende in der Urteilsbegründung u. a. aus, daß es nicht möglich gewesen sei, die einzelnen Phasen der Zusammenstöße zu klären. Bor allen Dingen wäre es nicht möglich gewesen, die ruchlose Tat an dem SA.- Mann K o n i e tz k i aufzuklären. Trotzdem genügte die Feststellung einzelner Vorgänge, um sie beim Strafmaß zu verwenden. Die Reichsbannerleute konnten sich nicht damit entschuldigen, daß sie durch die Nationalsozialisten provoziert worden seien. Die tiefere Ursache läge in der Spannung zwischen den beiden Parteien. Zwar müsse hervorgehoben werden, daß das Vorgehen der Nationalsozialisten auf der Oderstraße, wobei zwei Frauen durch Schüsse verletzt wurden, keine Notwehr, sondern eine illegale Handlung war, aber auch damit könnte sich das Reichsbanner nicht entschuldigen, denn an jenem Sonntag wußten sie von dieser Tat noch nichts. Die einzelnen Vorgänge sind erst im Verlauf der Hauptverhandlung erörtert worden.
Bei der Behandlung der einzelnen Angeklagten stellte der Vorsitzende fest, daß der Ortsgruppenführer Blech derjenige sei, der unter seinen Opfern am meisten gewütet habe. Bei Stadtrat Manche könne man wohl annehmen, daß er sich bei Abgabe der Schüsse in Notwehr befunden habe. Trotzdem habe das Gericht allen Grund, anzunehmen, daß er sich unter der Ansammlung des Reichsbanners auf der Strehlener Straße befunden und dort feine Autorität mißbraucht habe.
Es mußten die Angeklagten Durnick, Blech und Danin sen. als Rct.'elsführer betrachtet werden. Hätte das Gericht bei der Strafzumessung die Terrornotverordnung vom 9. August angewandt, so wäre in allen jenen Fällen, da schwerer LanLfriedensbruch erwiesen wurde, eine Zuchthausstrafe nicht unter zehn Sahren in Anwendung gebracht worden.
Bei der Festsetzung der Strafen müsse man nicht nur an die Angeklagten, sondern auch
Menden (Stegkveis) brannte in einer der letzten Nächte die Getreideernte von
Das Llrieit im Ohlauer Aufruhrprozeß
Oie Llrieilsbegründung.
Lieber Anträge auf Wiederaufnahme des Derfahrens entscheidet die Strafkammer. Die Wiederaufnahme zugunsten der Verurteilten findet auch dann statt, wenn Tatsachen oder Beweismittel beigebracht sind, die es notwendig erscheinen lassen, die Sache im ordentlichen Verfahren nachzuprüfen. Die Vorschrift des § 363 der Strafprozeßordnung bleibt unberührt. Sft der Antrag auf Wiederaufnahme begründet, so ist die Hauptverhandlung vor dem zuständigen ordentlichen Gericht anzuordnen."
§ 363 der Strafprozeßordnung regelt das Verfahren vor dem Berufungsgericht.
Die Frage der Staatsautorität.
Berlin, 22. Aug. (TLl.) Auf die Frage, wie ein möglicherweise zu erwartendes Gnadengesuch der von dem Deuthener Sondergericht verurteilten SA. - Männer beantwortet werden würde, wird an zuständiger Stelle lediglich erwidert, dah die Regierung unter allen Llm ständen die Staatsautorität wahren werde.
Or. Goebbels über das Urteil.
Berlin, 22. Aug. (TLl.) Dr. Goebbels nimmt, wie die Redaktion des Blattes mitteilt, im „Angriff" vorn 23. August zu dem Urteil im Beuthener Sondergerichtsprozeß Stellung. Er nennt die fünf Todesurteile das Llngeheuerlichste und Emp rendste, was man in der an Demütigungen und Unglaub- lichkeiten so reichen Zeit der letzten 14 Sahre in Deutschland erlebt habe, und fä;rt fort: „Wir fragen die Regierung Popen, wir fragen den Herrn Reichspräs.d:nten. Sollen diese Ur- teile vollstreckt werden? Wird man in der Tat den Mut haben, die Köpfe dieser fünf jungen Männer auf den Block zu legen? Wird I
Natürlich sind auch Zweifel an ihrer Kunst laut geworden. So kritisierte man: paranormale Fähigkeiten waren nicht nötig, um aus einem unverschlossenen Briefe anzugeben, woher der Brief kommt: und die Angaben über den Absender selbst könnten auf graphologischem Wege erfahren worden sein.
Llm diese Zweifel und Bedenken zu beseitigen, gab ich dem Medium einen winzigen zusammengefalteten Zettel in die Hand, die ich dazu gleich schließen ließ, obwohl am Aeuheren des Zettels nichts war, was auf den Snhalt und die Bedeutung des Zettels schließen lassen konnte. Lin- mittelbar daraus sagte sie: „Hier ist etwas darauf geschrieben — ich höre Stimmen, Frauenstimmen — empfinde ein Gewühl von Menschen, und immer höre ich Stimmen, speziell Frauenstimmen. Lachen höre ich auch — ja nichts Trauriges. Es sind alles Menschen in gehobener Stimmung: sie lausen alle aus einen Hausen — immer wieder Frauenstimmen in einem großen Raume —, spezielle Personen kommen gar nicht in Frage. Missen Sie, es ist ein Gedränge, als wenn jeder etwas haben möchte, daneben höre ich Geräusche. Sa, dieses Drängen — im Gedränge bin ich und bleibe ich. Smmer Drängen!"
Das war ein prächtiger Fall des räumlichen und zeitlichen Hellhörens und Hellsehens I Die Lösung konnte von mir aus nicht empfangen sein, Telepathie kam also nicht in Betracht. Denn wenn Telepathie mit im Spiel war — obwohl ich mich bemühte, passiv zu fein —, konnten meine im Unter bewußtsein eventuell schlummernden Gedanken nur auf die Art des Zettels und seines Snhalts gerichtet gewesen sein! Telepathische De- E'?'i"isung lag aber nicht vor. Der Zettel war namllch ein W i e g e s ch e i n mit Vordruck, ausgestellt tn der Vorhalle des Kurhauses Wcesbaden, wo sich zwei Kassenstellen be- finden. Der Zettel gab nicht mehr und nicht weniger als die sich dort täglich abspielenden Szenen, allerdings mit kinematographischer Treue wieder!
Fast noch wunderbarer ist der Fall, wo Frau Plaat durch das Mittel eines Schirmes eine charakterologische Kleinmalerei und eine vortreffliche Parträtierung des Schirmbesihers zum besten gibt, wie sie in keiner Weise übertroffen werden kann. Sch greife weniges heraus:
„ ... es ist eine komische Art des Schluckens, hier sitzt es... merkwürdige Schädelform, zwischen den Augen zwei tiefe Falten, die Augenbrauen sind dicht aneinander. Arrogantes Gesicht. Seine Oberlippe hat etwas Höhnisches. Er kann kribbelig sein... fein linker Arm wird schwer: das kommt aber vom Herzen. Davor hat er Angst, ja, eine Todesangst!"
Die scheinbar unbedeutendsten Singe erzählen
Radio und Polizei.
Sn Newcastle-on-Tyne wurden/wie aus London berichtet wird, erfolgreiche Versuche bei der städtischen Polizei mit einem neuen Rundfunksender gemacht, der die Aufdeckung von 93er- brechen unterstützen soll. Patrouillen von Polizisten in Kraftwagen und auf Motorrädern arbeiten mit dieser Art der Nachrichtenübermittlung zusammen: ihnen soll durch den neuen Apparat eine wichtige Hilfe auf ihrem Feldzug gegen die modernen Verbrecher geboten werden. Menn der Sender zu arbeiten beginnt, wird ein spiralförmiges Relais in Bewegung gesetzt, das eine kleine elektrische Dime, die leicht sicht- r !“r den Fahrer angebracht ist, in Tätigkeit verseht. Das ist das Zeichen, daß eine Botschaft gejanöt wird, und der auf der Streife befind- liche Polizist greift zum Kopfhörer.' Versuche rben .gezeigt, daß die von der Polizeizentrale gesandten Mitteilungen von den Motorfahrern in allen Teilen der Stadt gut verstanden werden können. Man hofft, in Hinkunft auf diese Weise mit den Polizeistreifen innerhalb eines Umkreises von 40 Kilometer in Verbindung zu bleiben. Diesen Versuchen, die in den Kreisen der Kri- minalpolizisten als sehr aussichtsreich bezeichnet werden, wohnten Vertreter vieler Polizeibehörden Nordenglands bei. Sm allgemeinen war man mit dem Empfang, den die Motorstreifen auch in den Außenbezirken hatten, durchaus zufrieden.
vollendet. Statt über Tricks, Photomontagen und gestellte Bilder nachzugrübeln, sollte man einmal bedenken, wie viele Hunderte pon Metern Filmband verdorben und weggeschnitten werden mußten, wie viele Kilometer in Steppe, Urwald und Sumpf vergebens durchstreift wurden, bis diese Kette von Aufnahmen zustandekam: ein Werk der Geduld, der Geschicklichkeit, des Mutes und der glücklichen Zu- fälle. Wundervolle Aufnahmen von Krokodiljagd, Löwenkämpfen und angreifenden Nashörnern, won Affen, Giraffen, Gazellen. Elefanten, Büffeln und Straußen, von Flucht und Verfolgung, von Hunger und Durst, von wilden Eingeborenenstämmen und ihren kriegerischen Tänzen. Das ist nur einiges. Man muß das Ganze sehen und auf sich wirken lassen. Drei Weiße in den Hauptrollen: Harry Carey (Horn), Duncan R e n a l d o und Edwina Booth: alle drei in guter und natürlicher Haltung, ohne Pose und verfehlte Schauspielerei, auf ihrem schwierigen und exponierten Posten. Schade, daß der deutsche Text nur teilweise verständlich wird: aber Bild und Vorgang setzen sich in ihrer unmißverständlichen Sprache immer wieder durch.
Afrika-Film: „Trader Horn".
Dies ist die abenteuerliche Geschichte des Händlers Horn im afrikanischen Tierparadies. Ethel- reda Lewis hat sie ausgezeichnet: das Buch ist in deutscher Sprache im Insel-Verlag er- schienen. Die amerikanische Firma Metro-Goldwyn-Mayer drehte nach der Erzählung den gleichnamigen Film — unter unendlichen Schwierigkeiten, in monatelanger Arbeit. So entstand ein Streifen, in Stoss und Aufbau vielfach an lenen früheren Bildbericht erinnernd, der unter öem Titel „Afrila spricht ' ebenfalls hier gezeigt wurde Wir wissen, daß gegen die Afrika-Filme viele Vorurteile bestehen und neuerdings heftige Vorwürfe erhoben worden sind. Aber wir meinen, daß man als Außenstehender, ohne genaueste Kenntnis der Dinge, sich eines abfälligen Urteils so lange enthalten sollte, bis man unanfechtbare Beweise vorbringen kann. Der Regisseur van Dyke schreibt in seinem Tagebuch u. a.: „Ich höre die Leute bei der Premiere von „Trader Horn" schon reden: „Mir kann der nicht erzählen, dah er in Afrika war — hast du den großen Elefanten erkannt, der ist doch aus dem Zoo! ...“ Dmi Dyke erklärt, daß alle seine Aufnahmen techf seien und nichts gestellt und kein Trick dabei. Wir sehen bis jetzt keinen Anlaß, ihm nicht zu glauben, und halten es jedenfalls für s »r un$ .^rechter: anzuerkennen, was hier wirtlich geleistet worden und zustande gekommen Nt> ... und das ist doch wohl ganz respektabel. Eine einfache und männliche Handlung, ein un- gwein spannender und lebendiger Bericht von Menschen, Tieren und Landschaft aus dem dunkelsten Erdteil, der auch heute noch voller Schönheiten und Geheimnisse ist. Was der große putsche Afrikaner Schillings „mit Blitzlicht und Buchse zu Anfang unseres Jahrhunderts begann, ist hier mit unendlich verfeinerter Technik in erregender Nähe von Auge und Ohr
der rätselhaft begabten Frau lange Geschichten. So empfand sie aus einem Stückchen Marmor das weit zurückliegende Kulturleben eines Volkes — das Stück stammte von Karthago —, und was noch rätselhafter ist, aus einem Taxuszweig vom Drabe die Eigenheiten und die Todesursache einer dort seit 30 Jahren ruhenden Person.
Aus exaktem Protokoll habe ich erfahren, daß Frau Plaat auch mit einem Chemiker wohlgelungene Versuche auf dem Gebiet der Chemie und Mineralogie gemacht hat, obwohl sie keinerlei chemische Kenntnisse besitzt. Und das Merkwürdige bei allen Experimenten ist: alle ihre Aussagen geschehen bei Wachbewußtsein und kommen sofort. Dis heute ist sie noch nicht in Trance gekommen.
man wirklich hier ein Exempel statuieren, das in seinen Folgen und Auswirkungen so grauenvoll und unerträglich ist, daß man es zu dieser Stunde noch gar nicht auszudenken wagt? Nichts liegt uns ferner, als uns mit Gewalttätigkeiten zu identifizieren. Wir haben keine Veranlassung, den Terror zu verherrlichen, das aber erklären wir feierlich vor der Oeffentlichkeit des Landes und der ganzen Welt: Diese Urteile dürfen nicht vollstreckt werden. Diese Urteile sind ein Faustschlag in das Gesicht des nationalen Deutschland. Diese Urteile bedeuten nichts anderes, als daß die Urheber des Verhängnisses ungeschoren davonkommen und daß ihre mehr oder weniger schuldlosen oder schuldigen Opfer dafür mit dem Leben bezahlen sollen. 350 Kameraden haben wir in die Gräber gelegt. Sn den meisten Fällen fanden wir keine Polizei und feinen Staatsanwalt, die der Gerechtigkeit Eenügö taten. Verbittert und ergrimmt haben wir den roten Dlut- hetzern eine spätere legale Vergeltung zugeschworen."
Ein bayrischer Kommentar.
München, 23. Aug. (WTD. Funkspruch.) Der der Dayerischen Volkspartei nahestehende „Bayerische Kurier" bemerkt zu den fünf Todesurteilen im Po temp aprozeh, ein anderes Urteil sei nach dem Gang der Verhandlung und den durch die Notverordnung vorgesehenen Strafbestimmungen kaum zu erwarten gewesen. Nach der Notverordnung sei das Sondergerichtsurteil keinem Rechtsmittel unterworfen und deshalb sofort vollstreckbar. Ob es aber zur Vollstreckung des Urteils wirklich komme, bleibe ab^utoarten, da der Regierung wohl auch in diesem Falle ein Begnadigungsrecht zustehe.
der seinerzeit einem Schreinermeister in Staffel die Geldkassette mit einem größeren Betrag entwendet hatte. 3000 Mark in Silber hatte der Räuber einem Freund übergeben. Bei seiner Festnahme wurden weitere 10 000Mark gefunden. Der Dieb — es handelt sich um einen 18jährigen Schreinergesellen aus Kassel, der bei dem Beraubten gearbeitet und von der Existenz des Geldes gewußt hatte —, hatte die Kassette in ein Kornfeld bei Ihringshausen geschleppt, wo er sie erbrochen hat. Die Kassette wurde jetzt beim Abmähen des Feldes gefunden.
Grohfeuer bei Görlitz. — 2 Feuerwehrleute getötet
In einem bekannten Gartenlokal an der Neiße, dem „Reichshof" in Leschwitz südlich von Görlitz, brach nachts ein Feuer aus, das mit großer Schnelligkeit um sich griff und in kurzer Zeit die gesamte Anlage mit den beiden Tanzsälen bis auf die Grundmauern eingeäschert hatte. Zwei Leschwitzer Feuerwehrleute wurden von einer einstürzenden Giebelmauer erschlagen und zwei andere Personen erlitten schwere, wenn auch nicht lebensgefährliche Rauchvergiftungen. Die Entstehungsursache ist noch unbekannt, doch wird Brandstiftung vermutet. Der Sachschaden ist außerordentlich groß. Man schätzt ihn auf etwa 150 000 bis 180 000 Mark, eine Summe, die allerdings zum größten Teil durch Versicherung gedeckt ist.
vom Blitz erschlagen.
Bei einem Gewitter fuhr der Blitz in eine Caube in der Zülchower Siedlung bei Stettin, in der acht Personen sahen. Ein zwölfjähriger Enkel des Laubenbesitzers wurde getötet. Eine Frau muhte mit Lähmungserschei- nungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die anderen sechs Personen wurden betäubt, haben aber keinen ernsten Schaden davongetragen.
von einer Handgranate zerrissen.
Als der 30 Jahre alte Landwirt L a a b s in Zarden bei Treptow an der Rega (Pommern) dieser Tage mit einer Handgranate hantierte, explodierte diese, wodurch Laabs buchstäblich zerfetzt wurde. Wie der Unfall M erklären ist, insbesondere wie Laabs als Privatmann in den Besitz einer Handgranate kam, bedarf noch der Aufklärung.
Flugzeugabsturz bei Leipzig. Pilot und Monteur foL
Auf dem Flugplatz Leipzig-Mockau stürzte das Reklameflug^eug einer ZwickauerStrickwarenfirma ab. Beim Aufschlagen auf den Boden geriet die Maschine in Drand. Der Pilot Bader und ein Monteur, dessen Name noch nicht bekannt ist, fanden den Tod.
Lin Gendarmeriekommandant ermordet.
Aus Feldkirch (Tirol) wird gemeldet: In Rank- weil wurde der Kommandant des Gendarmen- postens, ©meiner, als er im Hause des Frachtführers Döbler die Herausgabe eines Revoloeps verlangte, mit dem Döbler während der Nacht her- umgeschofsen hatte, von diesem mit drei Schüs- sen schwer verletzt. Der Gendarmeriekommandant verschied turj daraus im Spital in Feldkirch. Der Mörder, der ein starker Alkoholiker mar, flüchtete nach der Tat in einen nahegelegenen Wald und erhängte sich.
Bauchtyphus in einer ungarischen Gemeinde.
3n der ungarischen Ortschaft Iaszapo ist eine Bauchtyphusepidemie festgestellt worden. Von 51 Erkrankungsfällen sind bisher drei töd- I i ch verlaufen.
Gorguloffs Berufung verworfen.
Der Pariser Kassationshof hat die von Paul Gorguloff, dem Mörder des Präsidenten der französischen Republik, D o u m e r, gegen das Todesurteil eingelegte Berufung verwor- f e n.
Zugunfall in Paris — 40 verletzte.
Auf dem Pariser Ostbahnhof ereignete sich ein Unfall, bei dem etwa 40 Reisende mehr oder weniger schwer verletzt wurden. Der Unfall ist darauf zurückzuführen, dah der Baseler Schnellzug bei der Einfahrt in den Bahnhof gegen den Prellblock fuhr.
Angeklagten hätten nur dem polnischen Terror Einhalt gebieten wollen.
Die Angeklagten Gräupner, Muller, Hoppe und Lachmann machten sodann von dem Schlußwort Gebrauch.
Starke Erregung in Beuchen.
Deuthen, 22. Aug. (TU.) Während der Vorsitzende des Sondergerichts den Urteilsspruch verkündete, herrschte im Saale völliges Schweigen. Auch die Begründung wurde lautlos angehört. Nachdem der Vorsitzende geschlossen hatte, erhob sich der Gruppenführer Ost der SA und SS. Abg. Heines (Breslau), der in Uniform mit mehreren SA-Führern an der Verhandlung teilgenommen hatte, und rief laut in den Saal: „Das deutsche Volk wird in Zukunft andere Ur- teile fällen. Das Urteil von Beuthen wird das Fanal zu deutscher Freiheit werden. Heil Hitler!" Es folgte ein ungeheurer Tumult. Ein großer Teil der Zuhörer, sowie ein Teil der Pressevertreter erhoben sich und stimmten in den Hitler ruf ein. Auf der Straße pflanzte sich der Ruf mit Windeseile fort. Tausende von Menschen strömten zusammen. Die Schutzpolizei machte von dem Gummiknüppel Gebrauch. Uniformierte SA-Leute wurden von der Polizei auseinandergetrieben. Als Heines das Gerichtsgebäude verlieh, wurde er von einem Degrüßungssturm mit dem Hitler- Ruf emp ang n. Ueberall auf den Straßen herrscht ungeheuere Erregung. Es kam immer wieder zu lebhaften Kundgebungen.
Zn den Straßen der Stadt kam es verschiedentlich zu T u m u 11 s z e n e n. So wurden die Schaufensterscheiben mehrerer Geschäfte sowie des sozialdemokratischen „Volksblattes", der „Oberschlesischen Zeitung" und der Beuthener Geschäftsstelle des „Allgemeinen Lokalanzeigers" eingeworfen. Die Polizei ging bei der Räumung der Straßen, insbesondere in der Umgebung des Gerichtsgebäudes, scharf vor. Beamte mit Stahlhelmen, Karabinern und Maschinenpistolen grenzten die Volksmenge, die immer wieder Verwünschungen gegen das Gericht ausstieß, ab. Der Führer der SA.-Ost, Heines, ließ die SA. in Gruppen vor dem Gerichtsgebäude antreten und daraufhin in ihre Quartiere abmarschieren. Auch nach dem Abzug der SA. hielten die Kundgebungen des Publikums weiter an. Mehrere Zivilpersonen wurden von der Polizei zwangsgestellt. Der zweite Verteidiger, Assessor Dr. Lowack, bezeichnete das Beuthener Urteil als „eine einzige Unmöglichkeit". Der Gruppenführer der SA.-Ost, Heines, hielt vom Balkon des Cafös Hindenburg eine Ansprache, in der er erklärte, ehe dieses Urteil vollstreckt würde, würde sich ganz Deutschland erheben. Wenn es vollstreckt werden sollte, „so würde die Befreiung Deutschlands von Beuthen ausgehen". Die SA. ermahnte er, weiterhin die vollste Ruhe zu bewahren. *
Die Frauen der zum Tode Verurteilten haben sich geweigert, in ihre Wohnungen nach Rokittnitz, Bros- lawitz und Friedrichswille zurückzukehren, da sie fürchten, kommunistischen UeberfäUen schutzlos ausgeliefert zu sein. Sie sollen in Beuthen unter» gebracht werden. Es wurde veranlaßt, daß auch ihre Kinder nach Beuthen geholt würden.
Das Begnadigungsrecht der Lander.
Drc Meinung in Kre.sen der preußischen eaicrtr g.
Berlin, 22. Aug. (TU.) An zuständiger Berliner Stelle nimmt man zu den Todesurteilen des Beuthener Sondergerichts noch nicht Stellung. In Kreisen der preußischen Staatsregierung erklärt man, daß durch die Bestimmungen über die Einsetzung von Sondergerichten das Begnadigungsrecht der Länder an sich nicht berührt worden sei. Auch eine Frist innerhalb derer die Urteile voll st reckt werden müßten, ist bekanntlich nicht gesetzt worden.
§ 1? der Verordnung über die Bildung von Sondergerichten besagt: „Gegen Entscheidungen der Sondergerichte ist kein Rechtsmittel zulässig.
Außer den bereits gemeldeten sieben Urteilen erhielten fünf der Angeklagten je an. | derthalb Jahre Gefängnis, die anderen 15 Angeklagten erhielten Strafen zwischen drei Monaten und einem Jahr Gefängnis: 16 Angeklagte wurden freigesprochen.
Die Angeklagten, gegen die der Haftbefehl nicht aufgehoben wurde, mußten im Anschluß an das Ende der Sitzung sofort den Weg in Haft antreten.
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** Das ' fahrers W ren Unfall an billige Sanität 'ingeliefert bei Mett. Dem toutbe nunmehr tiert.
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