Hr. 145 Erster Blast
182. Jahrgang
Donnerstag, 25. Juni (952
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GiehenerAnzeiger
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Neuer Impuls
Die
Die Meinung der andern
Amerika habe sich mit diesen Dorschlägen in I weitern Umfang abrüstungspolitisch festgclegt. 64 wäre abweg.g. diesen Vorstoß des Weihen Hauses lediglich mit Wahlrücksichten erklären zu wollen. Dorn deutschen Standpunkt auS müsse die Initiative Hoovers auf das Wärmste begrübt werden. — Der „Vorwärts" meint. Hoover habe durch seinen Genfer Vorstoß einen deutlichen Wink an die in Lausanne versammelten Staatsmänner geben wollen. Insosern könne der Vorschlag trotz seiner ersten, etwas kühlen Aufnahme schließlich doch den weiteren Verlaus der (Senser Konserenz im Sinne eines greifbaren Ergebnisses entscheidend beeinflussen.
Deutschland nicht Voll befriedigt.
Das Rüstungsvcrßällnis mutz geändert werden.
Genf. 22. Juni. (TU.) von maßgebender deutscher Seite wird zu dem Abrüstungsplan Hoovers erklärt: Die Initiative des Präsidenten Hoover ist schon deshalb sehr begrüßensroert, weil damit ein energischer Schritt auf allen drei Gebieten der Ab- rüftung unternommen wird. Ferner ist in einer Teilfrage der deutsche Hüftungsffanö, wie er im Versailler Vertrag festgelegt worden ist, als Ausgangspunkt genommen, und zwar bei der Berechnung der Efektivstärken für die innere Sicherheit. Ls muß aber darauf hingewiefen werden, daß auch die in der amerikanischen Erklärung oorgeschlagenen Lösungen noch weit von den deutschen Forderungen entfernt sind. Deutscherseits wird gefordert, daß die Konferenz feibft in ihren Beschlüssen über die amerikanischen Vorschläge hinausgeht, insbesondere fordern wir, daß — soweit Deutschland in Frage kommt — das Rüstung so erhall- nis zwischen den Staaten nicht das ! gleiche bleibt wie bisher, sondern durch die Berücksichtigung der beutfeßen Forderungen nach, äußerer Sicherheit abgeänöert wird.
Das Echo der Hoover-Boffchast.
Nur geringe Aussicht aus Annahme des amerikanischen Abrüstungsvorschlags
gordischen Knoten, zu dem sich die internationalen Verhandlungen am Genfer See verwirrt hatten, gleichsam mit einem diplomatischen Schwertstreich. Amerika hat damit den Franzosen den Jehdehand- schuh hingeworsen, die französische Abrüftungs- theorie ist moralisch vernichtet, die Abrüstungsvor- schrislen des Versailler Verlages haben mit der Botschaft Hoovers ihren ursprünglichen Sinn wieder erhalten, der ungeheure Schwindel, der von dem französischen Generalstab und von den französischen Regierungen im Laufe der letzten zehn Oaljre verübt worden ist, wird damit demaskiert.
Wenn mir von der deutschen grundsätzlichen (Einstellung aus diese Kundgebung beurteilen sollen, so können wir zunächst mit Genugtuung feststellen, daß das deutsche Rüstungsniveau des Versailler Vertrages als Ausgangs-
neue Botschast des Präsidenten der Bereinigten Staaten an die Abrüstungskonferenz in Gens richtet sich an die ganze Well und stellt die Verhandlungen zwischen den Mächten auf eine neue Grundloge. Hoover zerschneidet den
sogar, baß sich nach dem allgemeinen Eindruck der Widerstand gegen die amerikanischen Vorschläge als unüberwindlich erweisen werde. — „Daily Herald" fürchtet, daß dieser Vorschlag in einem Veh von Bedenken und Vorbehalten erdrosselt wird. — ,Vews Chronicle" betont, es sei jetzt an Frankreich, das Seine zu tun, um die Welt von dem Fluch der Rüstungslasten zu befreien. — „TirneS" begrüßt den Schritt des amerikanischen Präsidenten Hoover mit außerordentlicher Wärme. England könne die Vorschläge Über die Landrüstungen ohne das leiseste Bedenken auf nehme n. Was die Seerüstungen betreffe, so sei natürlich genauere Prüfung notwendig. - Die rcchtslonservative „Morning-Post" behandelt die amerikanischen Vorschläge mit Ironie. Es sei salsche Sparsamkeit sagt sie. die einzige Sicherheit, die gegen die Gefahren eines Krieges ; gegeben sei, allzusehr zu verringern.
Tribute gehen auf Kosten der Gläubiger.
Deutschland fällt als Kunde aus.
London, 23. Juni. (ERD. Funkspruch.) Der TimeS-Korrcspondent in Lausanne meldet 2leuße- rungen des deutschen Reichswirtschaftsministers Warmbold zu der Frage des kommerziellen Wettbewerbs, es sei bezeichnend, daß gerade während der letzten eineinhalb Jahre Besorgnisse und Beschwerden über die Steigerung der deutschen Ausfuhr und die Drosselung der deutschen Einfuhr laut geworden seien. Zu diesen Maßnahmen sei Deutschland aber durch schweren Kapitalverlust gezwungen worden, um seine Schulden an das Ausland bezahlen zu können und seinen Kredit aufrechtzuerhalten. 3n besseren Zeiten fei Deutschland stets ein guter Kunde gewesen, besonders für britische Tuche, französische Seidenwaren, Weine und Parfümerien. Bei dieser Sachlage sei das Argument unbegreiflich, daß das Auferlegen künftiger finanzieller Lasten den kommerziellen Wettbewerb Deutschland gegenüber dem Auslande wenigerempfind- l i ch machen würde. Ganz im Gegenteil würde Deutschland bei solchen künftigen Verpflichtungen genötigt sein, seine Ausfuhr noch mehr zu steigern und seine Einfuhr aufs engste zu begrenzen. Wenn die kommerziellen Schulden Deutschlands bezahlt werden sollten. sei ein Einfuhrüberschuß nötig. Aber dieser ilebcrfdjuß reiche gegenwärtig kaum aus. Die Auferlegung künftiger Finarrzlasten würde nur a u f Kosten derGläubiger erfolgen. Aus allen diesen Gründen, so habe der Minister geschlossen, liege es im Interesse der betreffenden ßänber. Deutschland in eine Lage zu bringen, in der es nicht z u einer unnatürlich en Steigerung seiner Ausfuhr gezwungen, sondern es fähig zu machen. mehrKäufeals gegenwärtig im Auslande vorzunehmen.
punkt für Hoovers Abrüstungsprogramm genom-, men wurde. Darüber hinaus ist aber der deutschen Auffassung, die aus Gleichberechtigung zielt, noch nicht damit gedient, wenn die Abrüstung der Land-, Lust- und Seestreitkräste auf zwei Drittel ihres bisherigen Umfangs gefordert wird. Man muß dabei beachten, daß die Herabsetzung um ein Drittel sich bei den Landheexen nur auf denjenigen Teil der Streitkräfte erstrecken soll, die über b i e Notwendigkeit en bes inneren Schutzes hinausgehen. Wenn man das deutsche Rü- ftungsnioeau nach dem Versailler Vertrag gerade als diesen Notwendigkeiten entsprechend betrachtet, so wäre unserer grundsätzlichen Forderung nur bann Rechnung getragen, wenn der Abbau um rin Drittel ausdrücklich als xin e r ft e r Schritt de- zeichnet wird, dem der Abbau um die weiteren Drittel in Abständen zu folgen hätte.
Die Feststellung, daß Abrüstung dasPri- märe, daß Reparationen daS Sekundäre und daß die interalliierten Schulden den dritten Rang einnehmen, fleht in diametralem Gegensatz zu der Auffassung Frankreichs, das erst Reparationen, bann Schuldenstreichung und schließlich eine geringfügige Verbilligung der Rüstungen vorzunehmen empfiehlt. Abgesehen hiervor ist damit jede Friedensdeklaration überflüssig geworden. Der Vorschlag Hoovers zeigt die grundsätzliche Bedeutung des Kelloggpaktes und befreit uns daher von der Gefahr einer moralischen Isolierung, die durch nochmalige Friedenserklärungen unser- scihs erzielt werden sollte.
Man kann die amerikanische Botschaft nicht damit abtun, daß man sagt, es handle sich um Wahlpropaganda. Hinter diesen Vorschlägen steht fraglos die Gesamtheit der öffentlichen Meinung der Bereinigten Staaten. Es ist kennzeichnend, daß sich Amerika in dieser Botschaft nicht nur völlig von der Grundanschauung des Versailler Vertrages abwendet, sondern daß es in dieser Grundanschauung des Versailler "Vertrages den Mittelpunkt der Weltwirtschaftskrise erfaßt zu «haben glaubt. Die Kriegsrüstungen Frankreichs und seiner "Verbündeten verhindern eine Wiederherstellung des allgemeinen Vertrauens. Weil die Welt kein Vertrauen zu der Sicherheit und der "Verläßlichkeit des Friedenszustandes besitzt, deswegen stockt Hntcmeß- mungsgeist und Wirtschaft. Amerika weiß, daß auf dem bisher verfolgten Wege ein neuer Weltkrieg unvermeidlich wird. Es will ihn verhindern, ehe es zu spät ist, es wünscht die Wiederherstellung eines Gleichgewichts der Kräfte.
Der französische Ministerpräsident H e rrt o t ist mit diesem amerikanischen Vorstoß in eine höchst peinliche Lage hineingedrängt worden. Wie er sich ihr entziehen wird, wird sich demnächst zeigen. Bisher pflegte Frankreich solchen Situationen durch einen Regierungswechsel zu begegnen. Ob es auch diesmal diesen Ausweg wählen wird, muß abgewartet werden, kein Regierungswechsel wird aber Frankreich vor der Beantwortung her Botschaft retten. Darin steht unweigerlich und unwiderruflich die Feststellung, daß die Abrüstungsartikel des Dölkerbundsstatutes eine Einschränkung der Rüstungssouveränität bedeuten sollen und zwar auch für die Siegermächte. Der Artikel 8 der Völkerbundssayung hat damit seine wirkliche Bedeutung wieder erhalten.
Für die deutsche Politik bedeutet die Hoover- Botschaft eine außerordentlich starke Entlastung. Wir sind aus der Zwangslage befreit, in der wir bisher lebten. Gewiß ist diese Befreiung vorerst nur eine diplomatische und verhandlungstaktische. Aber es ergibt sich doch daraus, daß wir nicht verlassen dastehen, Hoover bestätigt die Richtigkeit unserer politischen Forderungen. ilnö wenn er. um weitere Fortschritte zu erzielen, zunächst reinen Tisch macht, so können wir das nur begrüßen. Freilich sind damit ernste Gefahren aufs Reue erstandeir^ Wir dürfen uns nicht darüber täuschen, daß Frankreich und seine Verbündeten zu äußerstem Widerstände entschlossen sind. CSad von ihnen aus unternommen werden wird, laßt sich noch nicht absehen. Daß Frankreich aber in dem amerikanischen Verlangen eine Gefahr für das erblickt, was man bislang mit dem schönen Worte Sicherheit bezeichnete, worunter man aber die
Kühle Ablehnung in Paris.
Paris, 23. Juni (WTD. Funkfpruch.) Der Abrüstungsoorschlag Hoovers findet in der französischen Presse eine kühle Aufnahme, aller- dings mit Vuancen. Das Hauptargument gegen den Vorschlag ist, daß es sich um ein Wahl- rn a n i f e st handele. „QUatin“ schreibt, Hoover habe vergessen, daß eine internationale Konferenz dazu da fei, zu verhandeln, nicht aber, um Erlasse zur Kenntnis zu nehmen. — .Petit Parisicn" erklärt, wenn der amerikanische Vorschlag gleichzeitig mit dem französischen Plan ein- gebracht worden wäre, hätte man dies begrüßen können. Aber heute nehme der amerikanische Vorschlag wohl oder übel das Aussehen eines Mahlmanövers an. — »Petit Journal"' schreibt, man müsse anerkennen, daß der Plan Hoovers zahlreiche Zustimmung gesunden habe, leidenschaftliche Zustimmung seitens Italiens, abgewogene Zustimmung seitens Englands. Frankreich bewahre kaltes Blut. — »Journal" rechnet aus, wie sich der Hooversche Vorschlag der 33- prozentigen Abrüstung in Frankreich riffernmäßig auswirken würde und erklärt, die französischen Effektivbestände würden von 681000 auf 47 1 000 Mann zurückgehen. — n3oumee Industrielle" erklärt, diese Episode sei nicht dazu angetan, die französische Haltung in Genf oder gar in Lausanne zu verändern.
Seltsamer Optimismus.
Gibson mit der Aufnahme des Hoover- Vorschlages zufrieden.
c o n ö o n , 23. Juni. (MTV. Funkspruch.) Keuler zufolge soll der amerikanische Delegierte Gibson dem Staatssekretär S t i m s o n gestern abend in einem Telephongespräch gesagt haben, die Rede Paul- Boncours fei von überraschender Freundlichkeit gewesen und sei, wenn man den Stand der französischen öffentlichen Meinung berücksichtige, soweit gegangen, wie eine französische amtliche Persönlichkeit hätte gehen können. Auch Sir John Simon habe den plan gebilligt. Gibson habe hinzugefügt, die amerikanischen Delegierten feien durchdiefranzösischehaltungsehrer- mutig!. Paul-Boncour habe erklärt, daß, wenn einiges Maß von Sicherheit für Frankreich ge- ftinden werde, die Franzosen mit Rüstungsbeschränkungen einverstanden seien.
Oie Aufnahme in London.
Keine Aussicht auf Annahme.
London, 23. Juni. (WTB. Funkspruch.) Die Londoner Morgenpresse ist einhellig der Meinung, daß die .kühnen und weitgehenden" Vorschläge Dovers der Abrüstungskonferenz zwar neuen Antrieb gegeben haben, daß aber die Aussicht auf Annahme bei dem zu erwartenden Widerstand Frankreichs nicht sehr groß ist. Der Reutervertreter in Senf erklärt
europäische Hegemonie verstand, ist ofsensichtlich. Es wird also zunächst den Sinn der amerikanischen ' Aktion zu verwässern suchen, und cs wird gleichzeitig Sabotage größten Stils treiben, wenn es den Mut dazu ausbringt. Die Gesahr ist nämrich für Frankreich nicht von der Hand zu weisen, - daß es als Feind des Weltfriedens an den Pranger gestellt wird. Auch Frankreich kann eine solche Lage auf die Dauer nicht ertragen.
Das Berliner Echo.
Deutschlands bUcichbercchtigung mutz anerkannt werden.
Berlin 23. Juni. (TU. Funkfpruch.) Die Berliner Blätter sehen zwar in dem Vorschlag des amerikanischen Staatspräsidenten Hoover eine Möglichkeit, der Genfer Abrüstungskonferenz einen neuen Auftrieb zu geben, weisen aber gleichzeitig darauf hin, daß der Plan, den deutschen im Versailler Vertrag begründeten Forderungen nicht gerecht wird. — Die,, Börse n z e i t u n g" vermißt die Berücksichtigung der Tatsache, daß Deutschland, das 14 Jahre lang
Deutschland im Kampf um das Gold.
Don Dr. Carl Alexander von Tyszta, Professor der Staalswiffenschast an der Universität Hamburg.
Die Länder der Wett kann man In Hinsicht auf den Goldwert Ihrer Währungen in 4 bis 5 Gruppen teilen, nämlich erstens Lander mit gegenüber dem Gold ftabilcr, zweitens Länder mit gegenüber dem Goldpunkt leicht schwankender, drittens Länder mit entwerteter Wahrung, viertens Länder mit Silberwährung, und schließlich fünftens als besondere Gruppe Rußland, das Land der B t n n e n- Währung. Zu der ersten Gruppe gehören Deutschland, Frankreich, die Schweiz, Belgien, Holland, die Vereinigten Staaten von Amerika, ferner die Tschechoslowakei, Jugoslawien, Polen und die baltischen Staaten. Zu der zweiten Gruppe gehören Italien, die Balkanftaaten und die Türkei. Die dritte Gruppe, die unter Führung Englands steht, umfaßt außerdem die nordischen Länder, Oesterreich, Ungarn, Spanien, Portugal, Mexiko, die meisten südamerikanischen Staaten, Japan und ferner alle Länder, die wie Eanaba, Inbien und Australien usw. in der englischen Einflußsphäre liegen. Silberwährung haben wir gegenwärtig nur noch in Ostasien, Arabien und Abessinien.
Schon aus dieser Zusammenstellung geht die Bedeutung hervor, die das Gold für Wahrung und Notenbankpolitik heute wie vordem immer noch hat — obgleich eine Anzahl Länder (die der dritten Gruppe) vorn Goldstandard, wenigstens unmittelbar, sich abgekehrt haben. Aber dieser Schritt geschah ja, vor allem von England, ausdrücklich mit der Absicht, i h r Notenbankgeld zu schützen. Und auch noch eine andere Erscheinung beweist die Bedeutung, die die Notenbanken einer Goldreserve beilegen: eine Reihe europäischer Notenbanken, so Frankreich, die Schweiz, Belgien, । Holland versolgten nämlich in ihrer Deckungspolitik das Ziel, die Devisendeckung ihrer Noten immer mehr durch reine Golddeckung zu ersetzen, I und liquidierten daher einen erheblichen Teil ihres Guthabens bei ausländischen Notenbanken. Insbesondere wurden beträchtliche Guthaben bei den amerikanischen Banken in Effektivgold umgewandelt. So minderten sich zugunsten des Goldbestandes die Devisenbestände Frankreichs von Ende 1930 zu 1931 von 4,3 auf 3,5 Milliarden RM., die der Schweiz im gleichen Zeitraum von 279 auf H4 Millionen, in Holland von rd 500 auf 200 Millionen RM. Der Grund war überall das sich aus- breitende Mißtrauen gegenüber einer Devisendeckung.
Dieser Kampf um das Gold hat nun Im verflossenen Jahr 1931 zu bedeutsamen Wandlungen und Umschichtungen im Bereich des Wäh- rungsgolbes geführt, die kennenzulernen zur Beurteilung unserer weltwirtschaftlichen und wäh- I rungspolitischen Lage wichtig ist. Die Goldbewegungen der Jahre 1924 bis 1930 waren oorrofr- genb hervorgegangen aus ftapitalüberlragungen von Ländern mit Kapitalüberschuß (Vereinigte Staaten von Amerika, Holland, Schweiz) nach Ländern, die Kapital zum Wie- beraufbau ihrer Wirtschaft bedurften (insbesondere Deutschland). Es war also eine der natürlichen wirtschaftlichen Verhältnissen entsprechende Goldbewegung gewesep. Im Jahre 1931 nahmen I aber die Kapital- und Goldbewegungen die gerade umgekehrte Richtung und hatten die entgegen- I gesetzte wirtschaftliche Bedeutung: die kapitalschwachen Länder wurden durch Kreditabzüge der Notenbanken und Privatbanken gezwungen, immer mehr Gold auszuführen, und dieses Gold strömte in die Länder des Kapital- und Goldüber- flusses.
Insbesondere in der zweiten Hälfte des Jahres 1931 nahm dieser internationale Goldverkehr einen Umfang an, wie es weder In der Zeit vor dem Kriege noch in der Nachkriegszeit beobachtet wurde. Die Gesamtumsätze, die 1931 im Goldaußenverkehr der größeren Lander umgesetzt wurden, dürsten sich auf f a ft zehn Milliarden belaufen. Sie sind gekennzeichnet durch eine starke Konzentration der monetären Goldbestände bei einigen wenigen Notenbanken. Die Vereinigten Staaten dojj Amerika, Frankreich, Belgien, Holland und die Schweiz verfügen jetzt über mehr als 70 Prozent des gesamten Goldbestandes der W e 11. In aller, diesen Ländern ist die Goldreserve wcit größer als sie den Bedürfnissen der Länder entspricht.
Dazu traten noch zwei außerhalb des monetären Bereichs sich bewegende Erfweinungen. Einmal eine umfangreiche private Goldhortung, besonders in den Ländern mit verhältnismäßig großem Wohlstand, wie Frankreich, Holland, die I Vereinigten Staaten von Amerika, die man auf über eine halbe Milliarde RM. schätzen kann und die den Goldbestand dieser Länder noch vergrößert hat. Zweitens eine Verringerung der indischen Goldhortung. Indien ist bisher stets das Land gewesen, das infolge feines Naturreichtums Gold an sich ziehen konnte. Jetzt beobachten wir zum ersten Male unter dem Druck der Wirtschaftskrise, der besonders die Rohstoffstaaten traf, wie auch unter der Wirkung der Entwertung der indischen Rupie eine Goldausfuhr aus Indien. I Dieie indischen Goldverkäufe von rd. 670 Millionen RM. kamen in der Hauptsache England zugute.
Von den Ländern, die 1931 ihren Goldbestand verringern mußten, sind insbesondere zwei zu nennen: England und Deutschland. England verlor im Laufe bes Jahres 1931 an Gold über 870 Mil- lionen RM., Deutschland büßte insgesamt 1,4 Milliarden RM. pn Gold ein. Sehr uitereffarU stt
ungeheuerliche ihm zu Unrecht auferlegte Opfer getragen hat, endlich wenigstens m bezug auf die Landesverteidigung als gleichberechtigt anerkannt wird. — Di« ,.V o s s. Zeitung" heb? hervor, daß di« Erwartungen, die das deutsch« Volk an den Hoovervorschlag knüpfe, erst voll erfüllt werden könnten, wenn es gelinge, im Lauf« ber kommenden Beratungen dem Grundsatz der Gleichberechtigung soweit Geltung zu verschaffen, daß in Deutschland nicht der Eindruck entstehe, auch die Amerikaner seien für die Verewigung von zweierlei Recht auf dem Gebiet der Landesverteidigung. — Die „D A Z." sagt, der Vorschlag sei der stärkste Beitrag für Friede und Wohlstand der Welt, der seit dem Kriege geleistet worden sei. Hosfentlich gelinge es diesmal besser als be: dem Hooverng-Latorium im vorigen Jahre, die französischen Widerstände zu überwinden. — Die „Germania" schreibt-


