Ausgabe 
23.6.1932 Frühausgabe
 
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Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a.2R.

Banknoten.

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2)te hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 5 o.H, Lombardzinsfuß 6 v. H.

S.Jl.-'fpOTt

Wie Schmeling unterlag

Mit Ausnahme von Rheinhessen, in dem die Nachtigall von der einheimischen Bevölkerung als eine alltägliche Erscheinung des heimischen Vvgellebens angesehen wird der naturschützerisch hochinteressante Altrhei-narm, der zwischen Er­felden und Stockstadt das Dorado des Rach­tigallengesanges, den Kühkopf umfließt, sowie die vielen Brutorte bei Worms, Ingelheim, Rierstein, Bodenheim, Mainz, bilden oft das Wanderziel vogelfreundlich gesinnter Menschen, die in ihrer Heimat nie Rachtigallengesang ge­hört haben, müssen Hessen und seine Rachbar­länder im allgemeinen als nachtigallenarm be­zeichnet werden. Rur mühselig, vermag man sich aus der vogelkundigen Literatur unseres Heimat­landes eine Vorstellung über die Verbreitung, d. h. die Vorkommensdichte im ganzen Lande oder über das sporadische An- und Abschwollen ihres Bestandes in bestimmten, offenbar bevor­zugten Teilgebieten Oberhesseirs und Starken­burgs zu machen. Denn trotzdem schon frühzeitig der Anwesenheit von Rachtigallen bei uns be­sondere Aufmerksamkeit zugewendet wurde, sind seit den siebziger Jahren bis auf den heutigen Tag nur einige wenige Einzelfundorte bekannt geworden. Vielleicht läßt sich aus dieser Tatsache schließen, daß auch in früheren Zeiten Rachtigal­len bei uns eine seltene Erscheinung gewesen sind und daß auf hessische Verhältnisse das All­gemeinurteil der Ornithologen gar nicht zu- trisft, nämlich das in Deutschland der Rach- tigallenbestand nur durch' das immer häufiger werdende Herumstromern vogelnestplündernder Katzen so heruntergekommen sei. Persönlich bin ich davon überzeugt, daß es in früheren Jahren, als die Rachtigall bei uns noch häufiger gewesen sein soll, bedeutend mehr Katzen im Feld gegeben hat, nicht nur deshalb, weil in Kleinstädten und Dörfern zahlreichere Katzen als heute gehalten wurden, die ab und zu jagen gingen, sondern auch deshalb, weil es früher viel öfters als heutzutage vorkam, daß Hauskatzen bei der Ranz­zeit mit verwilderten oder gar wilden Genossen in Berührung kamen, und der mit Wildererblut versippte Rachwuchs sich alsdann einfach nicht mehr im Hause hielt. Lloberhaupt hat die Ver­treibungsthese durch Katzen m. E. nichts für sich. Denn einmal sind durch Katzen nur das boden­ständige Rest im besten Falle samt dem brü­tenden Weibchen, sonst nur die unflüggen Jungen, gefährdet, was bedeutet, daß man das Männchen mindestens eine Zeitlang müßte ha­ben singen hören, wenn Rachtigallen überhaupt da waren, und das um so mehr, als das Männ­chen 5 bis 8 Tage früher zu ziehen pflegt, als das Weibchen und es alsdann bei seinem Durch­zug durch lauten Gesang anzulocken und zum Herbeikommen zu veranlassen sucht. Zum an­dern aber trifft die Vertreibung durch Katzen stets nur ein bestimmtes Individuum Rachtigall, nicht aber die Art. Mit anderen Worten: besitzt eine Gegend ein der Rachtigall zusagendes Gelände mit Unterholz und etwas Bodenfeuchtig­keit, so müssen auch dann, wenn Katzen vorhanden sind, immer wieder einmal die Ansiedlungs­versuche von Rachtiaallen vorkommen, denn wenn wirklich einmal ein bestimmtes Pärchen vertrieben würde, so spricht sich das noch längst nicht unter den in Zukunft durch die Gegend durchziehenden Rachtigallen herum und es findet sich gelegent­lich immer wieder einmal ein Pärchen, das von dem Mißgeschick seines Vorgängers nichts weiß und da bleibt. Diese Gedanken liehen sich noch weiterhin indirekt ergänzen durch die De- obachtungstatsache, daß es immer wieder vor­kommt, daß man Rachtigallen urplötzlich in Ge­ländeformationen antrifft, in denen seither nie der Versuch einer solchen Ansiedlung gemacht worden ist. obwohl schon ehedem die Beschaffen­heit in Vegetation und Untergrund genau so einladend, für einen Rachtigallen-Standort ge­nau sotypisch" war, wie heutzutage. Mit einem Wort gesagt, ich glaube, daß man vielleicht gestützt auf Einzelfälle erst dann auf diese Geschichte von Katze und Rachtigall gekommen ist, als man sich die arteignen Gewohnheiten von Auftauchen und Verschwinden, die die Rach­tigallen bei uns zeigen, eben nicht anders er­klären konnte. Wobei man beachten muh, dah im Gegensatz zu ihrem regelmäßigen und zahl­reichen Vorkommen auf allergrößten geschlossenen Realen in Rheinhessen bei uns nur einzelne De- büschgruppen und damit stets auf ein und demselben Standort nur ein oder einzelne Pär­chen Ansiedlungsmöglichkeit haben.

Am besten geht das aus eine kurzen Uebersicht über die Nachtigallenbeobachtungsliteratur hervor. Rach Arnold nistete durch Jahre hindurch ein ein­zelnes Pärchen im Londorfer Schloßpark (Rabenau).

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In den 70er Jahren beobachtete derselbe Gewährs. mann unsere Nachtigall im ehemaligen Altefeld- garten bei Wetzlar, derleider samt dem alten Häusertor verschwunden ist". 1922 brütete eine Nach, tigall in Gießen,heute noch in Wetzlar, Braun­fels, Weilburg". (Sunkel.) Erhard stellte 1925 ein paar bei Schloß Eisenbach fest, Fischer 1920 bei Laubach. Bad-Nauheim hat stets einige Nachtigallen­brutplatze gehabt. Nach L. Schuster wurden dort 1909 Junge ausgesetzt, 1910 brüteten 500 Meter von der Aussetzungsstelle mehrere Paare. Im benach- barten Taunus hat die Nachtigall ganz gefehlt. Aus Starkenburg ist bislang nur ein Brutvorkommen bei Heppenheim 1922, bei Bensheim 1921 und des öfteren bei Darmstadt bekannt geworden. Das ist gerade alles, was feit den 70er Jahren an Nachti­gallen einwandfrei bei uns beobachtet wurde.

Im Jahre 1932 ist es nun urplötzlich anders ge­worden. Allenthalben kommen aus Oberheffen Mit­teilungen über das Auftreten von Nachtigallen in Gegenden, in denen sie nie oder nur höchst selten und nur gelegentlich vorkam. Allein im Gießener Bergwerkswald bzw. dem darin gelegenen Ruderal- gelände nisteten vier Pärchen, ein weiteres Vor­kommen wurde von Leihgestern gemeldet, in Lich I hat man in der Nähe des Schloßparkes zwei Paare 1

Schlechte Arbeitsmarktlage in Hessen und Hessen-Nassau.

WSR. Frankfurt a. M., 22. Juni. Die Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes hat merklich nachgelassen. Während in der vorigen Derichtszeit die Zahl der Arbeit­suchenden um 3039 zurückgegangen ist, ist in der Derichtszeit vom 1. bis 15. Juni nur ein Ab­gang von 715 zu verzeichnen, so daß jetzt 3 2 2 8 6 4 (269 480 männliche und 55 384 weib­liche) Arbeitsuchende bei den Arbeits­ämtern gemeldet sind. In 6 von 18 Arbeitsamts­bezirken ist die Arbeitsuchendenziffer bereit swiedergestiegen (um 1640). Auch in den meisten Derufsgruppen ist schon wieder eine leichte _ Zunahme zu beobachten. Die Zahl der Unterstützten in der Arbeitslosenversicherung ist um 4940 auf 48 002 zurückgegangen, die der Krisenunterstützten um 1135 auf 85 609 gestiegen.

Frankfurter Abendbörse lustlos.

Frankfurt a. M., 22. Juni. Da alle schweben­den Fragen der Innen- und Außenpolitik noch der Lösung harren, konnte man an der Abendbörse stärkste Zurückhaltung beobachten. Von Pudlikumsseite lagen wieder so gut wie keine Or­ders vor das geringe Geschäft wurde lediglich von der Kulisse getätigt. Das Kursniveau lag gegenüber dem Berliner Schluß behauptet. IG.-Farben er­öffneten mit 89% unverändert. Für Gelsenkirchen wurde ein Schätzungskurs von 35 Prozent genannt.

Auch am Rentenmarkt war das Geschäft sehr still. Die Diskussionen über eine neue Zins- senkung stehen jeder Unternehmungslust hemmend entgegen. Von Jndustrieobligationen konnten Stahl- verein-Bonds % Prozent gewinnen; bei Dollar- Bonds waren RWE. etwas mehr gefragt auf das Anziehen der deutschen Werte im Auslande.

Nvibesitzanleihe 3,45, Altbesitzanleihe 37, Schutz­gebiete 2,60, Dedibank 30, Reichsbank 123,50, Gel­senkirchen 35, Aschersleben 82, Westeregeln 90, Stahl- oerein 13%, Aku 33, AEG. 20. Sche'ideanstalt 133, JG.-Farben 89%, Gesfürel 50,50, Holzmann 32 Brief, Metallgesellschaft 25, Rütgerswerke 31,25.

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Die Feststellung, märe, daß Repa' dah die interolliierl einnehmen, steht in Auslassung Frankr dann 6d)ulbenftreii ringfügige Deröilli, men empfiehlt. Ab Friedensdcllaratioi Vorschlag Hoovers deutung des Kellog von der Gefahr c die durch nochmalig l« erzielt Werden

Man kann die damit abtun, daß Dahlprvpaganda. 5 ßoglos die Gesamt der Vereinigten Eta sich Amerika in bk ton der Srundansck ges abwendet, font anschouung des Lei telpunkt bet gafit zu -haben Frankreichs und sc J* Diederherstel Weil die ^^rheit und der dustandes bMiht "nmgsgejs, und \ gf dem bisher bei xgunvermeidlich 3U M ist,

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Die Verbreitung der Nachtigall in Seffen 23on Karl Rudolf Ascher.

Bücheriisch.

Die neue Einheitsbewertung des Vermögens" von Bankdirektor a. D. Rudolf Körfgen, Steuersachverständigem in Bonn, gibt jedem Steuerpflichtigen eine genaue Anweisung, auf welche Art und Weise man die Einheitswerte prüfen kann, und wie man infolgedessen alle statthaften Steuerermäßigungen erlangt, die unter Berücksichti­gung der neuesten Gesetzgebung möglich sind. Das Büchlein ist zu beziehen durch den Verlag Rudolf Körfgen, Bonn, Ermekeisftraße 1, zum Prei e von 2, RM. (135)

außerorventllch erbittert. Er erklärte, Schmeling sei von dem Urteil vollkommen überrascht, der Sieg sei seinem Schützling einfach weggenommen worden. Mindestens zehn Runden seien durchaus zugunsten Schmelings verlaufen, der niemals bes­ser als in diesem Treffen kämpfte, während Shar- key durchweg in der Defensive war.

Or. Carl Diem 50 Jahre.

Dr. Carl Diem, der Generalsekretär des Deut­schen Reichsausschusses für Leibesübungen, feiert am morgigen Freitag seinen 50. Geburtstag. Er wurde in Würzburg geboren und fiedelte zu feiner Aus- Gilbung nach Berlin über, wo er im Jahre 1899 den Sport-Club Marcornannia gründete. Auf Grund fei­ner großen Fähigkeiten wurde er 1903 Schriftführer der DSB., deren Vorsitzender er später fünf Jahre lang bis 1913 war. Von dieser Zeit an wurde Diem in den Deutschen Reichsausschuß als Generalsekre­tär berufen. Diesen Posten bekleidet er heute noch. In dieser Eigenschaft führte er den Auf- und Aus­bau der Deutschen Hochschule für Leibesübungen durch, wirkte für die Einführung der täglichen Turnstunde, arbeitete am Reichsspielplatz- und Jugendsportpflicht-Gesetzentwurf. In Anerkennung seiner großen Verdienste um die Leibesübungen verlieh ihm die Universität Berlin im Jahre 1920 den Ehrendoktortitel. Auch im Auslande erfreut sich Carl Diem eines sehr guten Rufers» wurde er bereits von Japan und Amerika zuVortragsreisen eingeladen und wird auch in diesem Sommer wie­der vor und nach den Olympischen Spielen in Ame­rika eine Vortragsreise abhalten.

Sporiabteilung des Turnvereins Lollar

Die Fußballabteilung trug die fälligen Rück- spiele gegen die Mannschaften von Ebsdorf in Ebs- dorf aus. Die 2. Mannschaft Lollars siegte gegen die 1. Elf des Gastgebers durch ein Prachttor von Seipp mit dem knappen (Ergebnis von 1:0, wäh­rend die 3. Mannschaft von Lollar gegen die 2. von Ebsdorf mit 1:2 Toren verlor.

ganz zufriedenzustellen. Die Runde bringt wenig Kampf.

In der 5. Runde landet Sharketz zum ersten Male tief, was Schmeling lächelnd entschuldigt, den Amerikaner aber ermahnt, höher zu schlagen.

Auch in der 6. R u n d e ist der Amerikaner noch der Angreifende, wird aber von Schmeling immer gut gedeckt: Schmeling- Schläge sind überdies ge­nauer.

In der 1. Runde ist der Amerikaner auf­fallend wütend und wild, wodurch die Genauig­keit seiner Schläge beeinträchtigt wird.

Am Ende der immer noch ruhig verlaufenen 8. Runde scheint Sharketz mitgenommen, erholt sich aber wieder und wird in der 9. Runde sehr agressiv. Don nun an kommt Schmeling stark auf.

Er forciert alle Runden, legt in der 1 0., 1 1. und 12. Runde ein höllisches Äempo vor, kann aber den mit Erbitterung gesuchten entscheidenden Treffer nicht anbringen. Sharketz erholt sich wie­der, schlägt in der 13. Runde wieder einmal tief, was Schmeling kaum berührt.

In der 14. Runde ist der Amerikaner sehr mitgenommen, Schmeling kann aber nicht ent­scheidend treffen.

In der Schlußrunde setzen beide Gegner alles auf eine Karte: der entscheidende Schlag bleibt aber aus. Der Gong beendet den Kampf, das Kampfgericht verkündet Punktsieg des Ameri­kaners: Sharketz ist Weltmeister. Schmeling zeigt sich als anständiger Verlierer und umarmt seinen Gegner.

Was sagt Schmeling?

Bei der Verkündung des Urteils galt das all­gemeine Interesse weniger dem Sieger Sharketz als demUnterlegenen" Schmeling. Daß er seine berechtigte Enttäuschung zu verbergen verstand und nach einer kurzen Pause der Verblüffung sofort zu seinem Gegner eilte, um ihm zum Siege zu beglückwünschen, wurde ihm von den sportlich denkenden Zuschauern hoch angerechnet. Trotz der Riederlage darf man sagen, dah der Deutsche durch diesen Kampf eher an Sympathien gewon­nen als verloren hat.

Rachdem sich der erste Sturm gelegt hatte, ge­lang es dem WTD.-Korrespondenten, Max Schmeling in seiner Kabine zu sprechen. Der Deutsche, der erstaunlich frisch war und kaum Spuren des Kampfes aufwies, erklärte:

Ich mache mir keine besonderen Sorgen wegen dieser Entscheidung. Aber wie konnte Sharketz den Sieg erhalten, obwohl er meist auf dem Rückzüge war?" Lachend fügte et hinzu, er sei noch jung und habe Zeit genug, die Meisterschaft zurück- xugetoinnen. Jederzeit trete er gegen Sharketz an, t>er ihm nichts anzuhaben vermochte, den er viel­mehr in 15 Runden gejagt habe.

Die Entscheidung sei durchaus ungerecht.

aber ein Einspruch dagegen erscheine ihm zweck­los. Schmelings Manager, Joe Jakobs war

In der großen Arena auf Long Island stellte sich am Dienstagabend wir berichteten bereits kurz über den Kampf der zweimalige deutsche Boxweltmeister Max Schmeling seinem amerika­nischen Herausforderer Jack Sharketz, über den er vor zwei Jahren durch dessen Disqualifikation we­gen Tiefschlag zum ersten Male seine Weltmeister­schaft gewann. In einem außerordentlich erbitter­ten Kampf, den der Amerikaner mit leichtem Vor­teil begann, wurde der favorisierte Deutsche nach dem Urteil des amerikanischen Kampfgerichtes als besiegt erklärt. Rur ein knapper Punktsieg war es, den Sharketz errang; ein Punktsieg sogar, den man vielleicht als nicht ganz verdient bezeich­nen kann und der es auch nach Ansicht eines gro­ßen Teiles der gegen die Entscheidung protestie­renden Zuschauer nicht war. Auch der Deutsche hielt die Entscheidung für falsch. Zu ändern ist aber an dem Spruch nichts und selbst, toenn es ein Fehlurteil fein sollte, bleibt Max Schmeling kein anderer Ausweg als ein Revanchekampf, zu dem sich ihm hoffentlich baldigst Gelegenheit geben sollte.

Vor 80000 Zuschauern.

Das Stadion auf Long Island schien bis auf den letzten Platz gefüllt, als der große Kampf begann. Die auf 80 (XX) Personen geschätzte Menge nahm das Rahmenprogramm ohne sonderliches Inter­esse hin: alles fieberte dem Hauptkampf entgegen. Veben den Vertretern der amerikanischen Regie­rung fehlte selbstverständlich auch Reuhorks Bür­germeister Jimmy Walker nicht. Ebensowenig vermißte man die prominentesten Vertreter von Kunst, Wirtschaft und vom Film. Trübes Wetter machte den Veranstaltern in den Rachmittagsstun­den große Sorge. Man erwog eine Verschiebung der Veranstaltung um 24 Stunden. Abends bes­serte sich aber dann die Wetterlage, so daß der Kampf gesichert war. In großem offiziellen Rah­men fand am frühen Rachmittag das Wiegender Teilnehmer mit für uns ungewohntem Zeremoniell im Reuhorker Staatsgebäude statt. Die deutsche Doxsportdehörde war durch Generalkonsul Dr. Schwartz vertreten. Sharketz brachte 205, Schme­ling 188 englische Pfund.

Oer Kampf.

In der 1. Runde entwickelt sich trotz der Rer- vosität beider Boxer schon ein ziemlich aufgereg­ter Schlagwechsel, bei dem beide Gegner leicht getroffen werden. Sharkey forciert den Kampf, kann aber den Deutschen nicht erschüttern.

Auch in der 2. Runde ist Sharketz der An- greifenbe, ohne aber zu Erfolgen zu kommen. Sharkey sucht eine Blöße des Gegners, der ruhig abwartet, bis er seine Zeit für gekommen erachtet.

3n der 3. Runde bleibt das Tempo das gleiche: der Amerikaner scheint die Runde schlech­ter zu über stehen, als der kalte Deutsche: dem man fein Zeichen der Erregung anmerkt.

Von der 4. Runde ab wird der Kampf schnel­ler, ohne aber die sensationsgierigen Zuschauer

feftgefteHt, ln Wetzlar mehrere, bet Ortenberg und Lißberg wurden welche gehört, ebenso bei Bad-Nau- beim, Friedberg und anderwärts, kurz, man hat den Eindruck, als habe Oberhessen dies Jahr eine regel­rechte Nachtigalleninvasion. Und sicherlich kommen in manchen Gegenden noch weitere Exemplare oor. die man bislang vielleicht nichtentdeckt" hat.

Worauf mag diele eigenartige Erscheinung be­ruhen? Möglich ist, daß der lange Nachwinter einen gewissen Einfluß auf den Nachtigallenzug gehabt hat: vielleicht in der Art, daß Paare, die eigentlich nördlicher zu reifen gedachten, ähnlich wie dies Jahr die Waldschnepfe, längere Zeit an südlicheren Sta­tionen rasteten, um abzuwarten, bis im Norden die Gebüsche laubreicher geworden sind, und denen dann etwa in unserer Gegend, weil die Zeit schon zu weit vorgerückt war, der Zug, und Wandertrieb einfach ausging, und die dann blieben, wo sie gerade waren. Möglich ist aber, und das halte ich siedlunys- geographisch für das erklärende Moment beim ganzen, auch schon oben angeschnittenen Nachtigallen, Problem, daß die Nachtigall auf dem Zuge neben ihrem typischen und damit ständigen Brutgebieten (Kühkopf, Schwetzinger Park) auch noch Gelegen- beitsbrutgebiete besiedelt, das sind itjr an sich zu­sagende größere Gebüschgruppen in Wassernäbe, Parks und feuchtgründige Strauchvegetation (Berg­werkswald), die aber nicht immer auf ihrem Zug von Nachtigallen berührt werden, alsdann jahrelang ohne Nachtigallenbesiedlung bleiben, bis dann der Durch- zug wieder einmal durch diese Gebiete gebt und einige Paare dableiben.

Fromme, a. JJ(.

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Dalum

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Datum

21.6.

22 6.

21.6.

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6% Stunde iHetd)oanietbe v. 192; 7% Deutsche Reichsanleihe 0.1929 6¥i% Doung.Anieihe von 1930 . Deutlche Anl.-Ablös.-Cchuld mll AuSlos.-Rechlen.......

Desai, ohne AuSlos.-Rechte .

8% Heil. Volksstaal von 1929

ttüchahlb. 102%)......

Oberhesjen Provinz-Anleihe mll AuSlol.-Rechtcn......

Deutzche Komin. Sarnmclahl.

Anleihe Serie 1.......

8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfc 15 unkündbar bis 1935 ....

7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse unkündbar biü 1936 Serie 16 .

*¥,% Franks. Hyp.-Bank Ltqu.» Psandbriese.........

*y2% Rheinische Hyp.-Bank.Ltau. Goldpse...........

8% Pr. LandeSpsandbrtcsanstalt, Psandbriese R. 19......

7% Pr. Landespfandbriesanstalt, Psandbriese R. 10

4% Oestrrretchische Goldrente . . 4,20% Oesterreichische Silbcrrente 4% Unaarische Goldrente . . . . 4% Ungarische Staatirente V. 1910 4yz% dcSgl. von 1913 ...

6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe

Serie 1 . .

4% dcSgl. Serie II.......

5% flluniän. vereinh. Rente v. 1903 4k%RumLn.veretnh.Rcn1ev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .

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Hamburg.AmerÜa Pate, . . . v Hamburg-Südam.Dampsschtss. o Hansa Dampsschiss .....o

Norddeutscher Lloyd.....s

A.G. für Verkehrswesen Akt. . . Berliner Handelsgesellschast . & Commerz- und Prtvat-Bank. 7 Darmstädter und Nationalbank 8 Deutsche Bank und

DtSconto-Gesellschast... e Dresdner Bank...... e

Reichsbank........12

A.E.«............7

Bergmann..........

Eleklr. Liescrungigesellschast. io Licht und Kraft......io

Felten & Guilleaume. .... Gesellschaft für Elektrisch«

Unternehmungen .... 9

Rheinische ElektnzttLt .... 9 Schubert L Lo.......U

Siemens« Halske ..... 14

Lahmeyer L Eo.. ..... 12

Buveru» ........ ,,4 Deutsche ErdSI ....... 5 Gelsenktrcheuer........

Harpener....... . . . 0

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Ilse Bergbau ....... 10 Klöcknerwerke.........

Söln-Neuesseu..... 6%

Mannetmann.Röhre, .... 6 Manlselder Bergbau ..... 0 vberschles. lloktwerke .... 8

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Rheinische Braunkohle»... 10 «detnstahl.........g

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22.6.

21.6.

22.6.

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Vereinigte Stahlwerke .... 4

Olavi Minen......16'/.

Kaliwerke Aschersleben ... 10

Kaliwerke Westeregeln ... 10

Kaliwerke Salzdetsurth . . . 15

9. ®. Farben.Industrte ... 12

Verein, chem. Industrie Frank« surt a. M...........

16

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Schetdeanstall.......10

Goldschmidt.........0

Rütgerswerke ........ 6

Metallgesellschaft. ...... 5

Phtltov Hotzmann ...... 8

Zementwerk Heidelberg.... 7

Lementwerk Karlstadt. .... 7

Wayh & Freytag......v

Schultheis Patzenhoser . . . 16

Mu (Allgemeine Kunstseide) 0

Bemberg......... v

Zellstvss Waldhos.....12

Zcllstoss Aschossenburg ... «

Dessauer GaS........9

Daimler Motoren ...... 0

Deutsche Linoleum ..... 6

Orenstein S Koppel.....0

Leonhard Tietz ....... 8

SvenSka.........16

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Mastikraftweeke Höchst M.' ' ®

Süddeutscher Zucker .... 10

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21 .Juni

22. Juni

Amtliche Dotierung

Amtliche Notierung

«»eld

1 Äriet

Geld

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Helsingsor» .

7,033

7,047

7,053

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Wien. . . .

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51,95

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Prag . . .

Budapest. .

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Sofia . . .

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Holland . .

170,08

170,42

170,13

170,47

OSlo. . . .

74,83

74,97

75,07

75,23

Kopenhagen.

82,92

83,08

83,27

83,43

Stockholm .

77,77

77,93

78,12

78,28

London. . . Buenos Aires

15,16

15,20

15,24

15,23

0,948

4,209

0,952

0,948

0,952

Reuyork . .

4,217

4,209

4,217

Brüssel. . .

58,54

58,66

58,54

58,66

Italien. . .

Parts . . .

21,50

21,54

21,50

21,54

16,535

16,575

16,54

16,58

Schweiz . .

81.89

82,05

81,89

82,05

Spanien . .

34,67

34,73

34,67

34,73

Danzig. . .

82,22

82,38

82,22

82,38

Japan . . .

1,269

1,271

1,259

1,261

Rio de Jan..

0,325

0,327

0,325

0,327

Jugostawten.

Ltsjabon . .

6,943

6,957

6,893

6,907

13,84

13,86

13,89

13,91

gtrlln, 22.Juni

Geld

Dries

Amerikanische Noten.......

4,20

4,22

Belgische Noten.........

58,38

58,62

Dänische Noten .........

83,08

83,42

Englische Noten.........

15,20

15,26

Französische Noten........

16.50

16,56

Holländische Noten........

169,76

170,44

Italienische Noten........

21,58

21,66

Norwegische Noten........

Deutsch-Oesterreich, i 100 Schilling

74,90

75,20

Rumänische Noten........

2,49

2,51

Schwedische Note»........

77,94

78,26

Schweizer Noten. ........

Spanische Noten.........

81,71

34,53

82,03 34^7

Ungarische Rotte........