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sein auf der deutschen Erde". Nach Gedenkworten des Bundeskanzlers B u r e s ch hielt der Professor der neuen Literatur an der Wiener Universität, Professor Franz Arnold, die Gedenkrede. Frau Hedwig B l e i b t r e u, die bekannte Schauspie­lerin, trug Goethe-Gesänge vor.

Goethe-Feier in London.

Zu einer eindrucksvollen Kundgebung für das unsterbliche Andenken Goethes" ge­staltete sich das Frühstück der britischen Regierung im Unterhaus, an dem als Ehrengast der Vertre­ter der Reichsregierung, Reichsverkehrsminister Treviranus, teilnahm. Den Vorsitz führte der Präsident des Llnterrichtsamtes, Sir Donald Maclean, der in seiner Begrüßungsansprache erklärte: Wir begrüßen hier mit besonderer Wärme Vertreter der Ration, die diesen großen Mann hervorgebracht hat. Ich bin sicher. Sie werden es nur als einen neuen Tribut an diesen mächtigen Sohn Deutschlands ansehen, wenn ich sage, daß er letzt der Welt gehört.

Am Dienstagabend fand in der Fishmongers-Halle die große Goethe-Jahrhundertfeier Londons statt Außenminister Simon hielt die Festrede. England zolle seinen Tribut dem Andenken einer olympischen Gestalt, die nicht nur allein Deutschland gehört, son­dern die für alle Zeiten als ein großer Weltbürger dasteht. Goethe stehe wie Shakespeare und Shake­speare gehöre Deutschland so wie Goethe England gehört über dem Wirbel vorübergehender poli- I tischer Anschauungen als einer der unbeweglichsten Pfeiler, auf die wir die Brücke legen müssen, auf der |

die Menschheit zu einer besseren Auffassung über die Gesellschaft zu einer neuen Welt und einer freund­lichen Zusammenarbeit schreiten möge.

Goeihe-Jeiern in Frankreich.

Die staatliche Sendestation des Pariser Eiffel­turms beteiligte sich ebenfalls an den Kund­gebungen anläßlich des Goethetages. Gestern gab sie eine Szene desClavigo" wieder. Der Sprecher führte die Hörer in die Welt Goethes ein. Heute wird eine Szene ausIphigenie" mit Musik von Gluck wiedergegeben, woran sich ein Vortrag über Goethes Dramaturgie an- schließt. Die Komische Oper veranstaltete eine Goethe-Feier. Sie wurde eingeleitet mit der Egmont"-Ouvertüre von Beethoven und durch ein Huldigungsgedicht an Goethe, dessen Ver­fasser Andrö Dumas ist. Außerdem wurde die Massenetsche OperWerther" zur Ausführung gebracht Vor Beginn des dritten Aktes trug die österreichische Sängerin Ranzow sieben von Schubert vertonte Goethe-Gedichte vor.

Goeiheehrung in der Ewigen Stadt.

Dienstag vormittag legten der Gouverneur von Rom, Fürst Boncampagni, namens der Ewigen Stadt und der deutsche Botschafter von Schubert im Namen der Reichsregierung am Goethedenkmal in der Billa Borghese Lorbeerkranze nieder. Auf dem evangelischen Friedhof in Rom war das Grab von Goethes Sohn mit frischen Blumen geschmückt.

Die Stadl Franksmt ehrt ihren größten Sohn.

Oie Festrede des Goethepreisträgers Prof. Albert Schweitzer.

Die Stadt Frankfurt beging gestern den 100. Todestag ihres größten Sohnes in einfacher aber würdiger Weise. Das Geburtshaus Goethes im Großen Hirschgraben trägt reichen Flaggen- schmuck und am Fuße des blumengeschmückten Goethedenkmals liegen zwei mächtige Lorbeer­kränze.

Im Opernhaus versammelte sich eine große Festgemeinde zu einer Weihestunde. Prominente aus Frankfurt und seinem Umkreis erschienen. Man sah u. a. den Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Äassau, den hessischen Innenminister Leuschner, die Oberbürgernieister von Maiiiz, Offenbach, Darmstadt, Marburg, Rektor und Se­nat der Frankfurter Universität, die Rektoren der Universität Gießen und der Tech­nischen Hochschule Darmstadt sowie sonstige süh- rcnde Persönlichkeiten des künstlerischen und wirt­schaftlichen Lebens.

Rach einem musikalischen Vorspiel ergriff der Träger des Frankfurter Goethepreises, Professor Albert Schweitzer, das Wort zu einer ein­drucksvollen Gedenkrede. In meisterhafter Weise verstand er cs, ein abgerundetes Bild von Goethes Leben und Wirken zu geben. Schweitzer schilderte Goethe als eine auf Wahrhaftigkeit und Lauter­keit gegründete und durch Geistigkeit, Gelassen­heit und Friedfertigkeit ausgezeichnete Persönlich­keit. In seiner Dichtung offenbare sich Goethe als Denker. Goethes Philosophie sei elementare, ethische Raturphilosophie. Goethes Ideale des Menschentums beständen in der Vereinigung von Verinnerlichung und Tat. Der Redner ging dann auf das Leben des Dichters ein und die Bedeu­tung Goethes als Raturforscher. Die Botschaft

Goethes an unsere Zeit habe einen überzeitlichen Charakter, weil Goethe sich an den einzelnen Menschen wende, nicht an öie Gesellschaft irgend einer Zeit.

So gedenken wir des Hinscheidens Goethes in der gewaltigsten Schicksalsstunde, die je für die Menschheit geschlagen hat. Darum hat es einen Sinn, daß unser Blick auf ihn, den Verkünder echtesten persönlichen Menschentums gerichtet ist. DasSei du selber", das aus seinem Leben und aus seinen Werken herausklingt, bekommt in unserer Zeit die Bedeutung einer welthistori­schen Parole. Professor Schweitzer gab zum Schluß einen Ausblick auf die in weniger als zwei Iahrzehnten zu feiernde 200. Wiederkehr des Geburtstages Goethes.

Gruß und Dank des Elsaß an Frankfurt.

Der Bürgermeister der Stadt Straßburg hat an oen Oberbürgermeister der Stadt Frank­furt a. M. folgendes Telegramm gerichtet: Die Stadt Straßburg entbietet der Stadt Frankfurt a. M. anläßlich der 100. Wiederkehr des Todestages ihres größten Sohnes den Gruß und Dank des Elsaß. Sie ehrt mit der ganzen Welt In Goethe den ge, ialen Dichter und Denker, den un­ermüdlichen Arbeiter und schöpferischen Volksbild­ner, den großen Wegbereiter einer geistigen Ge­rn -schäft der Bölter. Sie ehrt das Gedächtnis des V. ,en Goethe, der einst durch sein Wirken in unse­rer Stadt auch unserer Heimat ein ewig schönes Denkmal gesetzt hat. Der Bürgermeister der Stadt Straßburg. gcz. Charles Huber.

Zahlungseinstellung der Junkers-Werke, Dessau.

Das große deutsche Flugzeugbau-Unternehmen strebt den Vergleich an.- Keine Lleberschuldung, aber Mangel an liquiden Mitteln.

Berlin, 22. Mürz. (1BXB.) Die Junkers- Werke haben in ihrer Gesamtheit ihren Gläubi­gern mitgeteilt, daß sich Professor Junkers im Interesse der Fortführung seiner Werke und zum Schuhe der Gesamtinteressen der Gläubiger verpflich­tet gehalten hat, das gerichtliche Vergleichs­verfahren zu beantragen und daß im Verfolg dieser Maßnahme die Za hlungenein gestellt worden sind. Ls f e h l t den Werken a n l i q u i d e u Mitteln, lleberschuldung liegt nicht vor. llmsah und Auslragsstand bei den einzelnen werken sind nicht ungünstig. Man ist entschlossen, das Be­stehen der Werke auf alle Fälle sicherzu- stellen. Die Junkers-Diesel-Kraslmaschinen-Gmbh. in Lhemnih wird von diesen Vorgängen nicht be­rührt.

Der Hauptgläubiger der Iunlers- Motorcn-G. m. b. H. war die Firma Dorsig in Berlin. Durch die Insolvenz dieser Firma kam die Iunkerswerke in Sch w i e r i g- keiten und sahen sich deshalb genötigt, mit dem Verkehrsministcrium in Verbindung zu tre­ten, das auch entgegenkam, doch wurden die Ver­hältnisse trotzdem immer schwieriger. Da das Ausland wenig aufnahmefähig ist, war cs den Iunkerswerken nicht möglich, recht­zeitig Ausgleich zu schaffen. Bei den Flug­zeugwerken ist die Lage zwar auch schwierig geworden, es ist aber in den letzten Monaten durch Hereinnahme von Auslandaufträgen eine wesentliche Besserung eingetreten. Außer den südamerikanischen Staaten haben auch osteuropäische Länder Flugzeuge bestellt, so daß im Ianuar sogar Arbeiter eingestellt werden konnten. Die Durchführung dieser Auf­träge stieß aber auf Schwierigkeiten, die durch die Illiquidität aller Werke verursacht waren.

Das Reichsverkehrs Ministerium hat bereits vor längerer Zeit die vorhandenen Sa­nierungsbestrebungen unterstützt, und für einige Monate gelang es, im Rahmen der üblichen In- dustriebetreuung, dem Werk über seine Schwie­rigkeiten hinwegzuhelfen. Man erstrebte die bri- vatwirtschaftliche Beteiligung eines Geldgebers unter einer gewissen Hilssstellung durch das Reich. Der Versuch ist infolge der heutigen Ge­staltung der Wirtschafts- und Kreditverhältnisse gescheitert.

Die Hilfe des Reichs durch eine aber- malige Beteiligung an dem IunkerS- Konzern oder durch andere Stühungsmaßnahmen Tann bei der gegenwärtigen Finanzlage und im Hinblick auf die notwendige Gleichmäßigkeit in der Behandlung von Industriefirmen nicht in

Aussicht genommen werden. Sie würde auch erhebliche Mittel erfordern, die nicht zur Verfügung stehen. Dagegen ist die weitere ilntcr* stützung der Firma Junkers beabsichtigt, wenn es nach Beendigung des Vergleichsverfahrens auf privatwirtschaftlichem Wege gelingen sollte, das technisch wertvolle Unternehmen zu rekonstruieren.

Ein Aufruf des Giahihelm zur Preußenwahl.

Berlin, 22. März. (TU.) Funlspruch. Der Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, erklärt u. a. zur politischen Lage:

Im ersten Wahlgang ist die Wiederwahl des Reichspräsidenten v. Hindenburg mit überwäl­tigender Mehrheit des deutschen Volkes entschie­den. Der Stahlhelm sieht daher keinen Grund ein, sich als Bund noch am 2. Wahlgang zu beteiligen. Rachdem diese Entscheidung gefallen ist, stehen wir vor einer neuen Entschei­dung in Preußen. Für diese Entscheidung am 24. April heißt eS:Keine Stimme dem System, keine Stimme einer Parteidik­tatur". Endziel bleibt die gemeinsame Staats­führung durch die Rationale Front. Der Stahl­helm kann nur Parteien unterstützen, die mit ihm in treuer Bundesgenossenschaft den Kampf um die innere Befreiung geführt haben. Wo Stahlhelm­kameraden als Kandidaten aufgestellt werden, werden die Kameraden diesen ihre Stimmen geben. Auch in den letzten schweren Kämpfen gegen eine gewaltige politische Dlebermacht ist die innere gei­stige und politische Geschlossenheit der Tleber - Parteilichkeit des Stahlhelm stärker denn je geworden.

Reichslandbund und Präsidentenwahl.

Berlin, 22.Mürz. (CNB.) Der Bundesvorstand des Reichslandbundes hat heute in einer Entschließung seine Richtlinien für den zweiten Wahlgang der Reichspräsidentenwah! festgelegt. Mit der Begründung, daßein deutscher Bauer am 10.Avril nicht Arm in Arm mit der bau« ernfeindlichen Sozialdemokratie den Reichspräsidenten wählen könne" empfiehlt der Bun­desvorstand die Stimmabgabe für Hitler.

Keme Kandidatur Klaus Heims.

Berlin, 22. März. (ERB.) Zu den Nachrichten, wonach augenblicklich Unterschriften für eine Kandi­datur des holsteiniscyen Bauernführers Klaus Heim für den zweiten Wahlgang der Reichspräsidenten- wähl gesammelt werden, ist darauf hinzuweisen, daß

Reue Herausforderung Litauens.

Oer litauische Landespräsident löst den memelländischen Landtag auf, der dem neuen Direktorium Simaitis das Mißtrauen ausgesprochen hatte.

Memel, 22. Marz. (WTV.) In der heutigen Sitzung des Memelländischen Landtags, an der zahlreiche Vertreter der in- und ausländischen presse teiinahmen, verlas der neue Landespräsident Simaitis die Regierungserklärung. Der Präsi­dent stellte feine Mitarbeiter dem Landtag vor. ging dann auf die Gründe ein, die nach Ansicht der litauischen Regierung zur Absetzung des Di­rektoriums Böttcher geführt hätten und schil­derte die Verhandlungen wegen Bildung eines neuen Direktoriums. Lr betonte dabei, daß es notwendig fein werde, diejenigen Beamten, die nicht die litauische Staatsangehörigkeit besähen, aus dem Dienst des Memelgebietes zu entfernen.

Die Rede wurde von den Abgeordneten kühl an­gehört, nur stellenweise, wo sie Unstimmigkeiten ent­hielt, durch Zwischenrufe unterbrochen. Bei der Be­sprechung der Regierungserklärung stellten zu­nächst dieMehrheitsparteien nach längerer Begründung den Antrag, dem jetzigen Direktorium das Mihtrauen auszusprechen. Die litauische Fraktion sprach sich für die jetzige Regierung aus. Danach erklärten sich noch die Vertreter der Sozialdemokraten und der Arbeiterpartei ebenfalls gegen das Direktorium Simaitis. In der Abstim­mung wurde der Antrag der Mehrheit». Parteien mit 22 gegen die 5 litauischen Stimmen angenommen. Darauf verlas Präsident Simaitis einen Akt des Gouverneurs, wonach der Memellän- difche Landtag aufgelöst wird.

Empörung

in der Berliner presse.

Entschiedene Gegenmaßnahmen gefordert.

Berlin, 23. Män. (ERB.) Die durch die Auflösung des Memel-Landtages durch Litauen geschaffene neue Lage findet ihren Riederschlag in der Berliner Presse.

Die Germania führt aus, daß Litauen sich unzweifelhaft erneut eine schwere Ver­letzung des Memel st atuts habe zuschul­den kommen lassen, die man in Deutschland nicht

gleichgültig hinnehmen werde. Doch werde eS zu­nächst Sache der Signatarmächte fein, die Konse­quenzen aus ihrer Rote zu ziehen.

Die Dossische Zeitung erklärt: Es drohe das einzutreten, wovor Staatssekretär v. Bülow im Laufe der Memelverhandlungen des Völker­bundsrates ernstlich und dringend gewarnt hat: der durch die illegale Absetzung Böttchers im Memelgebiet geschaffene illegale Zustand werde von der litauischen Regierung zu neuen ille­galen, dem Memelstatut widerspre­chenden Maßnahmen ausgenutzt werden, wenn nicht die Mächte, die die Garantie für das Memelstatut übernommen haben, schnell und energisch eingreifen. Daß esmitPro­te st n o t e n nicht getan sei, zeigten die neuesten Maßnahmen Kownos mit trauriger Deut­lichkeit.

DieD A Z." meint, es sei ein trauriges Zeichen der Zeit, daß ein erst kaum entdeckter Staat wie Litauen wochenlang die g-rjQjjen Mächte der Welt in beleidigender Form miß­achten könne.

DerLokal - Anzeiger" überschreibt seinen Kommentar:Handeln I" Für Deutsch­land liege nun keinerlei Grund mehr vor, die vo« dem Reichskanzler angekündigten Gegenmaß­nahmen noch länger hinauszuzögern. Es werde Aufgabe der Regierung sein, Litauen füh­len zu lassen, daß Deutschland auf wirt­schaftspolitischem Gebiet, auch bei Schönung der berechtigten Interessen des Memellandes, nicht ganz so wehrlos sei, wie auf machtpoliti- fchem. DerTag" betont, die ganze deutsche Ostpolitik hänge davon ab, ob wir Litauen gegen­über auf dem Standpunkt des Rechts beharren und den S tandpunkt desRechtsdurch- sehen, oder ob wir schließlich uns nur daraus beschränken, die Hilfe der Signatarmächte anzu­rufen. DieDörfen--Zt g. hebt hervor, daß die Auflösung des Landtags eine bewußte Aufhebung des letzten Rechts der Memelländer bedeute, das ihnen nach dem Memelstatut zugesichert war. DerBörsen- Courier" unterstreicht, daß es sich nicht nur um einen Gewaltakt gegen das Recht der Memel- deutschen, sondern zu^eich um eine unmihdeut- bare Herausforderung der6 i g xva* tarmächte" handele.

Heim im Bombenlegerprozeß zu Zuchthaus verurteilt worden ist und seine Strafe augen­blicklich absitzt. Er kommt deshalb für eine Kan­didatur überhaupt nicht in Frage. Nach § 31 des Strafgesetzbuches schließen nämlich Zucht- hausstrasen nicht nur vom Äienst in der Reichswehr aus, sondern sie haben auch die dauernde Un­fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Remter von Rechts wegen zur Folge.

Die Senkung des Zierpreises.

Berlin, 22. März. (WTB.) Amtlich. Sie 23er- vrdnung über die Bier st euer- und Bier­preissenkung tritt am 22. März in Straft. Sie gebundenen und nicht gebundenen Preise der Braue­reien für deutsches Bier mit mehr als 11 v. H. Stammwürzengehalt werden gegenüber dem Stande vom 8. Dezember 1931 um 2,25 M ar k pro Hektoliter gesenkt. Sie Ausschank­preise für deutsches Bier werden in der Weise gesenkt, daß der durchschnittliche Ausschank- preis pro Hektoliter in den einzelnen Gaststätten für jede Biersorte zu vermindern ist:

um den Betrag, um den sich derEinkauf s- preis des Gastwirts pro Hektoliter gegen­über dem Stande vom 8. Sezember 1931 ver­mindert hat. (Ermäßigung der Reichs- und Gemeindebiersteuer sowie des Brauereipreises.) um einen weiteren Betrag von 2,25 Mk. pro Hektoliter.

. Wo die Steuersenkung den Betrag von 7 Mark ausmacht, soll der Ausschankpreis für wenig­stens eines der am 8. Dezember 1931 in der Gaststätte vorhandenen Gemäße mit weniger als 3- Liter Inhalt um volle 5 Rpf. ermäßigt werden.

Wer Vollbier ausschenkt, ist verpflichtet, vom 26. März 1932 ab in seinem Geschäftslokal eine Preistafel anzubringen, auf der die am 8. De­zember 1931 gültig gewesenen und die jeweils gel­tenden Preise für jede in dem Geschäftslokal aus- geschenkte Maßeinheit Vollbier ersichtlich sind.

Verkaufspreise für Flaschenbier sind anteilig um den Betrag zu ermäßigen, um den die Steuern für den Hektoliter ermäßigt worden sind.

Soweit der Ausschankpreis in Gaststätten in der Zeit vom 1. Oktober bis 7. Dezember 1931 einschließ­lich bereits gesenkt worden i st, kann die Anrechnung dieser Senkung auf Antrag gestattet werden.

Nie Hessische Landwirischasts- kammer zur Lage.

WSR. Darmstadt, 22. März. In der heuti­gen Budgetberatung der Hessischen Landwirt­schaftskammer wurden nach einem Rückblick auf die Rotlage der hessischen Landwirtschaft mehrere Entschließungen angenommen, die von den Reichs­und Länderregierungen schnellste und um­fassende Hilfe durch Zoll-, außen- und binnenwirtschaftliche Maßnahmen, insbesondere für d i e landwirtschaftliche Verede­lungsproduktion, zur Rettung der deut­schen Landwirtschaft verlangen. Eine national- sozialistische Entschließung, in der es heißt, die Reichsregierung besitze nicht mehr das Vertrauen der hessischen Landwirtschaft und in der der sofortige Rücktritt des Kabinetts Brüning verlangt wird, wurde von dem Kammerpräsidenten Hensel nicht züge­lns f en. Gegen sechs Stimmen fand dagegen folgende Entschließung D e 11 w e i l e r Annahme: Die hessische Landwirtschaft, welche in Deutschland stets an führender Stelle stand, ist durch die falsche Wirtschaftspolitik der letzten 13 Iahre trotz eindringlichster Warnungen aller behörd­lichen und berufsständifchen Vertretungen heute zum größten Teil ruiniert und zusammen- gebrochen. Hier liegt unbedingt Schuld seitens der Regierung vor. Deshalb beschließt die heutige Hauptversammlung der Hessischen Landwirtschafts- Tammer: «Die Reichsregierung kann nicht damit

Weimarer Mädchen in Gretchen-Kostümen halten vor dem Goethe-Schiller-Denkmal Backwaren feil.

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rechnen, daß die hessische Landwirtschaft einer Reichsregierung Vertrauen entgegenbringt, die- die bisherige Wirtschaftspolitik beibehält."

Aus aller Well.

' ..Graf Zeppelin" begegne! derCap Arcona".

Das LuftschiffGraf Zeppelin" hat um 14 Uhr (MEZ.) auf 17.25 Grad Nord und 21.39 Grad West den Hamburg-Süd-DampferCap Arcona" passiert. Besatzung und Passagiere begrüßten den Luftriesea begeistert.

Elly Beinhorn in Australien angekommen.

3n Port Sarmin ist Ellv Beinhorn gleich­zeitig mit drei Flugzeugen der vritischen Flugflotte eingetroffen, die auf einem Uebungsflug von Singa» pore nach Australien unterwegs waren.

Sieben Kinder vergiftet

Auf der ehemaligen Domäne Mariental bei Artlenburg (Hannover), die jetzt Siedlungszwecken dient, hatte der frühere Domänenpächter ver­endetes Vieh oberflächlich in einer Grube einoegraben, anstatt es vorschriftsmäßig in der Abdeckerei abzuliefern. In der Grube hatte sich Wasser angcfammelt, das bei der Kälte der letzten Rächte gefro ren war. Die Kinder des Siedlers Kiehn hatten die dünne Eis­decke eingeschlagen und von dem Eis gegessen. Alle sieben Kinder erkrankten unter schweren Ver- giftungserscheinungeir. Sie wurden dem hiesigen Krankenhaus zugesührt. wo eines der Kinder b e * reitsgestorben ist.

Schweres vrandunglück in Bayern.

Ein schweres Brandunglück, dem drei Menschen­leben zum Opfer fielen, ereignete sich in der Nacht zum Dienstag in Rottenbuehl (Niederbayern) Auf bisher ungeklärte Weise entstand in dem Wohnhaus der Familien Biller-Wensauer ein Brand, der das Haus einäscherte. Dabei fand der 30jährige Sohn und die Tochter der Familie Biller sowie das siebenjährige Töchterchen dec Familie Wensauer den Tod in den Flam­men.

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