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22/12/1932 Frühausgabe
 
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Aus aller Welt.

Tleue Beweise in der Mordsache Dr. Bichter angebot-n.

Acht Tote bei einem Schiffszufummenstotz.

Der englisch« 700-Tonnen-LampserGatishrad" wurde von dem holländischen DampferMiranda" (1300 Tonnen) in dichtem Nebel auf der Höhe des ostenglifchen Hafens Seaham gerammt. 5>U Gateshead" sank innerhalb von zwei Mi­nuten. Der Kapitän und 7 Mann der Besatzung, die Nch im Schiffsraum befanden, ertranken. Fünf Mann konnten von derMiranda" gerettet werden.

verheerendes Riesenfeuer in Japan.

r4."^'mss" ineldet aus Tokio: Wahrend eines schweren Sturmes brach in der Stadt SloigatDa Feuer aus, dem 430 Häuser, d. h. ein Drittel der Stadt zum Opfer fielen. Postamt, Lank- Hauser und andere öffentliche Gebäude würden zerstört.

Es weiterleuchtei im Baltikum Litauische Gchicksalstage. po!n»sch-französisches Lrebeswerben. Oie Bedrohung Meme-Ostpreußens.

Don unserem rn.-Berichterstatter.

Vom armen Besenbinder.

Märchen von Hans K.iedrich Blunck.

Da war einmal ein Besenbinder, der war so arm, d?ß er nicht das Geld hatte, seine Hätte zu flicken' Gs schaute deshalb bei jeder wilden Üagb viel um holdes Gesinde bei ihm ein und versteckte sich wenn der Wildjager draußen vorüberritt.

Eines Abends auch, es war in der ersten Jul- nacht, als er sich gerade sch.afen gelegt hatte Du* ~ brauste der hohe Zug aus der iyerne heran, und ehe er sich noch be|ann, schon sah er eine kleine Hngisa)e in die Tür kommen, die versteckte sich gerade in dem Kessel, der über dem Hero hing.

Na, der Mann eilig aus dem Bett, tut den Deckel auf ben Kessel und wartet, bis der wilde Jager vorüber ist. Aber er wartet länger als nötig er will ja auch sein Gutes davon haben.

Kommt erst ein Pudel in die Tür.Hans, hast du meine Frau nicht gesehen?"

Nein", sagt der Mann,hab deine Frau nicht gesehen, scher dich von dannen."

Kommt ein riefenlanger dünner Hagemann in öie Tur.Hans, hast du mein Kind nicht gesehen?"

Kein Kind gesehen", sagt der Mann,mach daß du raus kommst!"

Kommt eine kleine Maus in die Tür,Hans, hast du meine Mutter nicht gesehen?"

Willst du wohl?" sagt der Mann,oder soll ich den Feuerhaken holen?"

Da merkt die im Kochkessel ja, daß er nicht bange *»t, und daß sie nicht gleich wieder von bannen kommt. Sie klopft deshalb an und fragt den Mann was er denn nun zum Dank für das Versteck ver­lange.

ur"PQ er' und eigentlich fällt ihm im Augen- bhcf nity gleich etwas Rechtes ein, am liebsten machte er sich einmal den Dmmegang ansehen, öas ist die Stunde, wo alle Tiere mit Lichtlein von ^Baum zu Baum gehen, um anzusagen, daß die MnhJr ltM. Ja, sagt Hans Besen-

; .r. also bei solchem Dmmegang mochte er dabei roe Ler r^id)t utt^u bescheiden fein will, verlangt er auch gleich zehn Lichter dazu.

.Wnblirf tanzen zehn kleine Flammlein auf seinen Fingern. Da springt er ja kessel^heraus unh aus dem Koch.

L; 9«aus, und sie gehen in den Wald. Und mit Iähfnmnninhn Achtenden Flammen auf der Hand, laßt man den Mann auch überall mit taufen kein £nr MM r M ror Ä" ocn yerrnchsten Weg durch den beschneiten Wald

Se» und Ärlch uL'Ztters « M die kleinen Baumweibchen, die unter ben Wurzeln ^«rausfd/auen, die U>L I

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. ..^°? emem deutschen Kreuzers ber sich in dänischen Gewässern aufhält, wurde mit geteilt, m: c. "l-scher eine an der Untergangsstelle

Äu 9 °r9«ne Leiche in een Hafen luh Jtotjt) aebrächt worden sei. Das sofort dahin ent- sandte Torpedoboot ,.T. 155" übergab den Toten an bas Marinelazarett Kiel-Wik. Nach einwandfreien Festellungen ist der Tote der S;gna!g:freite Joseph ? o u G e m e r e n, der aus Oberhausen-Sterkrade im Rheinland stammt. Die Beisetzung erfo'gt auf b^m Ehrenfriedhof im gemeinsamen Grab der Niobe "-Toten.

Tonfilm: ^.Oie oder feine?"

2>ie ist Gitta Alpar, welche, wie man sich erinnert, kürzlich ihr Herz verlor, wovon man sich auch bei uns hat überzeugen können. Sie verliert es natürlich auch in ihrer neuen Tonfilm-Operette, aber diesmal nicht an ihren früheren Partner (untb Ehegemahl) Gustav Froelich, sondern an Max hänfen Jßrin^n Michael von Tiara na. Marana ift öas topische Duodezfülstentümchen, das unter anbern Namen schon in vielen Operetten ein sagenhaftes Dasein geführt hat. Die Alpar hin- gegen ist, wie man weiß, ber gegenwärtig belieb­teste Operettenstar und eine der großen Moden von Berlin sie hat hier eine Pa rode rolle allerersten Ranges, die ihr eine überaus vielseitige Entfaltung iffrer brillanten Mittel gestattet. Sie gibt eine regel» redjte Gala-Vorstellung upd zeigt (zumal in ber erstaunlichen Höhenlage und mit perlenden Kolora» turen) alles, was sie kann. Und sie kann nebenbei

(Sin Mammut-Hotel.

Das größte englische Hotel soll im nächsten Frühjahr in Blackpool errichtet werden. Ter Bau wird mehr als 14 Millionen Mk. kosten und fast zwei Jahre in Anspruch nehmen. Das Hotel wird 2500 Zimmer haben und 3000 Personen auf neh­men können. 25 elektrische Lifts werden die Gäste in ihre Zimmer befördern, die neben allem übri­gen Komfort auch sämtlich Radio-Anschluß ha­ben Ordern 3n den Speisesälen dieses Mammut- ^°,tGr[Ltn^b für 4000 Personen sein. Der Gesellschaftsraum wird die größte Tanzsläche Eu­ropas aufweisen. Das Gebäude wird etwa 60 ~*fter vnxh fein, und seine Fassade wird rund 1000 Fenster zeigen. Wenn man die Korridore u- aneinanderlegen würde, ergäbe sich

eine Strecke von sechs Kilometern. Rund 110 Kilometer Wasserleitungsrohre und rund 150 Ki­lometer elektrische Kabel sollen verlegt werden. Aund 15 Millionen Ziegelsteine werden für den Bau benötigt. Ein eigenes Hotel-Kino wird 2500 vitzplatze haben. Die Garage des Hotels bietet Raum für 500 Autos. Das Schwimmbad ist 69 JHcter lang und über 34 Meter breit. Mehr als 3 .^T^*chtm-Apparate für Amts- und Haus- anschlusse find vorgesehen. In entsprechenden Ausmaßen hält sich das Restaurant des Hotels, für dessen Einrichtung mehr als 200 000 Stuck Ge- nhirr benötigt werden. Zur Ausstattung des Re­staurants gehören 2000 Tische und 5000 Stühle. 3m ganzen Hotel wird eS mehr als 10 000 Stühle neben»

Kowno, Dezember 1932.

Ueber Kowno, dem alten deutschen Kauen, braut der Wmternebel. Die Straßen und Plätze der ehemaligem russischen Gouvcrnemenlsstadt, die ih.em Aufstieg zur derzeitigen litauischen Me­tropole nur dem Hmftanb verdankt, daß die ur­sprüngliche Hauptstadt Wilna in polnische Hände gefallen ist, sind einsamer und stiller geworden. Die nebelkalte, schneegeschwängerte Atm s höre hat das geschäftige Leben und Treiben mehr und mehr in die gemütlichen Teestuben und politi­schen Salons verscheucht. Hier wird nun um so mehr politisiert, werden Gerüchte kolportiert und Intrigen gesponnen, seit der Parlamentarismus vor genau sechs Jahren nach dem Dezemberputsch im Jahre 1926 in Acht und Dann getan, und dafür d.e Diktatur des Staatspräsidenten Sme- toma und seiner Var.'eigänger errichtet wurde.

Es ift eine Cig nart Kownos, und es liegt Wohl in der Men.alität der Litauer begründet, daß die politische Atmosphäre zum mindesten ebenso undurchdringlich ist, als der Rebeldunst, der vom CRjemen und seinem Reben^luß Wilija in dichten Schwaden aussteigt. Der Litauer läßt sich nicht gerne in seine politischen Karten sehen. Wohl aber versucht et, seinen Gegenspieler irre zu führen, um dann, wenn man es am wenigsten vermeint, seine Trümpfe auszuspielen. Zur Zeit läßt Polen alle Minen springen, um Litauen feinen politischen Plänen im Daltikum dienst­bar zu machen. Der Zeitpunkt scheint nicht un­günstig. Rach dem Abschluß des Richiangriffs- Vertrags mit Moskau kann Polen barnuf Hin­weisen, daß eine engere Anlehnung der baltischen Staaten an Polen nicht mehr dre G<ahr in sich birgt, daß sie bei einem be­waffneten Zusammenstoß zwischen Rußland und Polen zerrieben werden. Dieses Argument scheint bereits seine Wirkung aus^eübt zu haben. Was un besonderen Litauen anbetrifft, so haben sich di.e Beziehungen zwischen Kowno und Berlin infolge der ständigen Konflikte um das Memelgebiet bis auf den Gefrierpunkt abgekühlt. Es ist ber Wunsch weitester litauischer Kre/e, das Memelgebiet unter Ausschaltung der Autonomie völlig dem litauischen Staate e inz u- b e 11 eiben, llnb es ist eine Tatsache, daß Polen und sein großer Bvrbündeter Frank­reich gegen diesen litauischen Plan kaum etwas einzuwenden haben würden, falls Litauen den polnischen Traum von einem b a l - tischen Dtaatenblock unter Führung *23 a rschaus endlich in Erfüllung gehen laßt und somit den Ring gegen Deutschland schließen. H'nzu kommt, daß sich Litauen wirtschaKüch in einer geradezu verzweifelten Lage befindet. Durch die deutschen zoll- und wahrungsvolitischen

Kunst und Wissenschaft.

Das Rubolftäbfer Lanbeslhealer schließt.

Vach heftiger Aussprache beschloß der Sladtrat von Rudolstadt (Thur.), den Betrieb des Ru- dolstädter Landestheaters am 31. De­zember zu schließen. Für die Schließung, die ihren Hauptgrund in den finanziellen Schwierigkeiten der Stadt hat, stimmten die Sozialdemokraten, die Kommunisten und die rechtsstehende bürgerliche Gruppe Al g.meinwohl. Der Beschluß fiel dem Stadtrat seh: schwer, da das Landestheater bereits mit den Vorbereitun­gen zur Feier seines 150jährigen Bestehens be­schäftigt war und die Landeskapelle nunmehr 250 Oahre besteht. Die Anstellungsverträge für das Personal des Theaters und der Kapelle, das aus insgesamt 72 Köpfen besteht, haben bis zum Zahresschluß Gültigieit. D.e Schließung des Theaters hat namentlich in der Künstlerschaft außerordentliche Erregung hervoegerufem

Maßnahmen und infolge der Dttatoacr Ab­machungen ist die Ausfuhr litauischer landwiirt- schafilicher Erzeugnisse nach Deutschland und Eng­land fast völlig zum Stillstand gekommen. Die litauische Landwirtschaft muß binnen, kurzem zu­sammenbrechen, falls nicht in kürzester Frist irg nötoie Abhilfe geschaffen wird.

Wenn^ es nach den Christlichen Demokraten gehen wurde, wäre die Verständigung mit Polen schon längst zur Tatsache geworden.Kämvsen wir für das vereinigte Litauen.' Vergessen wir das besetzte Ostpreußen nicht!" so schrieb kürzlich der chtistlich-dernolra^fcheRy- tas" mit einer nicht mißzuverstehenden Verbeu­gung nach Polen hin. Unentwegt arbeitet die polnische Propaganda. Geld, das von Frankreich zur Verfügung gestellt worden ist, spielt keine Rolle. Man verspricht den Litauern glänzende wirtschaftl.che Erfolge, falls sie sch bereitfinden sollten, die seit dem Wilnaraub unterbrochenen Wirischaf sb ziehungen wieder aufzunehmm, gau­kelt ihnen vor, aus dem Memeler Hasen ein zweites Gdingen machen zu wollen und läßt durchblicken, daß Ostpreußen in diefe Ha^enmna- genommen, binnen kur?em wie ei»e reife Frucht den Polen und Li­tauern in den ch o ß fallen mühte. Von Paris aus w.rd dieses polnische Liebeswerben natürlich nach Kräften unterstützt. Ein beson­deres Kapitel stellt der Besuch des litauischen Eeneralstabschefs, General Kubeliunas, in der französischen Hauptstadt dar. In spalten­langen Artikeln berichtet die litauische Presse darüber, mit welch großen Ehren der General in Paris empfangen worden sei, und daß ihm General Weyand, der maßgebende Mann im französischen Generalstab, persönlich das Groß- kreuz der Ehrenlegion überreicht hat. Man weiß nicht recht, ob General Kubeliunas dem Kreis der Polen reunde zuzurechnen ist, fest steht aber, baß er sch bisher in seinen öffentlichen Reden Polen gegenüber sehr zurückhaltend gezeigt hat. Es ist gewiß auch kein Zufall, daß der eng­lische Geschäftsführer in Riga, dessen frainzosen- und polenfreundliche Einstellung be- ka,nnt ist, gerade jetzt in Kowno vorstülig gewor­den ist, um die litauische Regierung zur Wieder­aufnahme des Flößerei-Verkehrs auf dem Memel- ftrom zu bewegen, und es ist bezeichnend, daß die bisher strikt ablehnende Haltung der Kownoer Regierung einem erheblich freundlicheren und entgegenkommenderen Ton Platz gemacht hat.

Man seilte sich in Deutschland keiner Täuschung darüber hingeben, daß in Kowno jetzt die große Entscheidung fallen muh, ob es für Polen oder für Deutschland optieren soll.

sich gerade noch nach einem Sack umfchauen, um auch den zu füllen. Da fährt von fern der böse feurige Bogen durch den Wald heran, Hans Befen- binder kann gera-de noch hinter die Buche kommen, 'da sitzt der verwunschene Bauernvogt auch schon mitten auf seinem Geld und zählt und zähtt blitz­schnell und heult vor Wut, weil er merkt, daß je­mand dabei gewesen ist. Und auf einmal klappt er Öen Deckel von ber großen Truhe zu, nimmt sie auf den Rücken und fährt brüllend von bannen, um sie an anderer Stätte einzugraben.

Und es rnirt) auch höchste Zeit für den armen Mann, daß er heimkommt. Er hat in dieser Nacht fein Feuer auf den Fingern, er hat nichts als schwere Taschen, und her Zug der Tiere kommt naher und näher, unter allen Bäumen schauen schon die Fräulein hervor und drohen, es schwirrt und flattert nur so von kleinen Vögeln, die nicht wa­gen, ihr Lichtlein anzustecken, so lange noch einer von ben Menschen nahe ist.

So kommt Hans Besenbinder denn gerade noch gliick.ich nach Hause. Aber er hat doch in den Ta- jajen noch so viel mitbekommen, baß er sich eine neue Hütte bauen kann, die kostete damals noch nicht so viel wie heute. Ja, er hat sogar noch etwas für die alten Tage übrig. Aber zum Dmmegang öer Tiere wagt er sich nicht wieder hinaus und wenn die Julbage kommen, schließt er Tür und Fenster zu, er meint, der Bauernvogt möchte ihm in die Schlafkammer fahren oder die Tiere könnten ihn fragen, wie er in ihrer Stunde an ben ver­grabenen Schatz zu denken wage. Sie verstehen ja nicpt, daß jeder Mensch neben feiner guten Seele aud) noch eine böse Freude am Gold im Herzen hat.

ba cf sind noch nicht zum Abschluß gekommen. Im Interesse bes Fortganges der Untersuchung kann im Augenblick nichts Näheres gesagt werben. Es hat sich ledoch herausgestellt, daß Riback dem Verein ausländischer Journalisten unbekannt ist. Eine Anfrage in dem Büro ber American Express Company ergab, boß der auf die Gesellschaft ge­zogene und dem Ueberfallenen gestohlene Reise-

in Höhe von 170 Dollar bem genannten Bankinstitut nicht bekannt ist.

Ein gefälschtes Kaspar-haufer-Dokument.

Dor einiger Zeit berichtete die Fränkische Zei­tung" in Ansbach, daß in der Familie Metzger in Treuchtlingen der angeb.iche Empfeh­lungsbrief Kaspar Hausers gesunden worden sei, mit dem Hauser vor 111 Jahren nach Nürnberg kam. Die lllachricht ist auch von an­deren deutschen Blättern wiedergegeben worben. Polizeikommissar Trülzsch in Ansbach, ein bekannter Kaspar-Hauser-Forscher, dem der an- gedliche Brief vorgelegt wurde, erklärt, daß es stch um eine schlechte Aachahmung des damals lithographierten Originalbriefes handelt und auch nur um die Wiedergabe der Hälfte des Orrginalbriefes. Der Brief ist vollkommen wert­los. Er dürfte aus der Zeit vor etwa 30 Jah­ren stammen, wo man mit solchen Rachahc. uneen einen schwunghaften Handel trieb. Das wirkll. e Original ist in den Jahren 1331 bis 1835 mit Öen anderen Kaspar-Hauser-Akten verlorengegan- gen und seitdem niemehr aufgetaucht.

Dieder ein Toter derNiobe" geborgen.

araphische Bestellung über 20000 Fässer Helles und dunklesMünchner ß iroenbräu" in der Hoffnung, daß der Verkauf von Bier in den Ver­einigten Staaten nun bald wieder möglich ist.

Neue Berhafiungen in der Sowjetunion?

Stalin weh- t firf, gegen dicvppositi netten.

Berlin, 21. Dez. (TU.) Das im Ausland in ^Mischer Sprache ersche.nenbe Trotzkische OppositionsblattBulletin der bolschewisti­sch, n Lenin-Opposidion" berichtet, es habe auf Gl und feiner geheimen VerbiMungen mit Sowjetrußland oon dort Nachrichten erhalten, nach benen auf Veranlassung Stalins der Volkskommissar für Ernährung Großrußlands, Aismont, ber Leiter des Kraftfahrwefens in ber Sowjetunion, I o l m a s ch e w ber gewesene Volkskommissar für Landwirtschaft, Smirnow und andere verhaf­tet wurden. Alle Verhafteten werden beschuldigt, versucht zu fyaben, Stalin zu stürzen und einen neuen Kongreß ber Kommunistischen Partei einzu­berufen. R y k o w, der ehemalige Vorsitzenden des Rates der Volkskommissare, und Tomski, der gewesene Führer der russischen Gewerkschaften, sollen von dem Bestehen dieser Gruppe gewußt haben. Ferner soll eine woitere oppositionelle Gruppe aufg.'deckt worden fein, die unter ber Lei­tung Nemschenkos und Ginsburgs eben­falls die Aufgabe gehabt habe, Stalin politisch zu beseitigen.

Weiter soll nach diesen Nachrichten ber ehemalige russische Botschafter in Rom und ehemalige stellver­tretende Vorsitzende bes Rates der Volkskomm sfare der Sowjetunion, Kamenew, nach Minusinsk am Jen ssei und der ehemalige Vorsitzende der Kom. munistischen Internationale, Sinowjew, nach Kustanai (Kirgisen-gebietl verbannt worben sein. Der Mitarbeiter bes Pol tbureaus ber Kommuni- st i sch en Partei, Sten, soll nach Akmo 1 insk verbannt worden sein, ber Sekretär der Mos­kauer Parte'organisation, Rjutin in Gefäng - n i s oon Tscheljabinsk sitzen.

Eine Bestätigung dieser Nachrichten aus einwand­freien Quellen liegt nicht vor, so bafj die Verant­wortung für die Melbung dem Trotzk^istischen Blatt Überla ff en bleiben muß.

Die Schwiegermutter erschlagen.

Der Morblommission in Halle (Saale) ist es jetzt gelungen, einen am 1. September d. I. ver- übien Mord auszuklären. Die 60jährige Aus- züglerm (Allsltzerin) Auguste Hönemann aus Söll.chau bei Torgau war mit ihrem Schwieger- fofrn 2 urisch wegen des Ausgedinges von

haus oerurteilt. Kranz war anfangs November an Thale (Harz) mit etwa 50 Kommunisten beim Magistrat für die Gewährung einer Kohlenbeißlfe für die Erwerbslosen vorstellig geworden. Als ber Magistrat dies ablehnte, zog ein Teil der Korn- muniften unter Anführung des Kranz in einen ttabteigenen Wald, wo sie etwa 25 junge Eichen abholzten. 33 Kommunisten sollten sich wegen Lanbfrijebensbruches verantworten, jedoch wurde mit Rücksicht auf die erwartete Amnestie die Der- hanbiung hmausgeschoben. Kranz mußte sich aber setzt als Rädelsführer vor ber Strafkammer des Landgerichts verantworten.

Zum Raubüberfall auf den Amerikaner Riback in Berlin.

Die polizeilichen Ermittlungen über die Aufklä­rung des aus Berlin gemeldeten Raubüber- f a l l e s auf den ameritanifchen Journalisten Ri-

Im Wiederaufnahmeverfahren Giftmordproaeß Dr. Richter hat kanntlich die Strafkammer des Landgerichts Bonn den Wiederaufnahm^antrag abgelehnt. Eines der Argumente der Ablehnung war, daß die seitherigen Gutachter erklärten, die neuen Versuche seien nichtfallgerecht". Der Vertoidiger Dr. Richters, Rechteanwalt Herrn. Mannheimer (Mainz), hat den Standpunkt der Strafkammer angefochten und beim Oberlandesgericht Köln ein weiteres Gutachten vor- gelegt, in bem sich Pros. Fiury-Wür.churg gegen den Standpunkt der Strafkammer Bonn im Ab- ^hnungsbeschluß ausspricht. Nunmehr hat Dr. Richter durch den Verteidiger erklären lassen, daß^er sich selbst zu einem ,-fallgerechten Ver­such" den Gutachtern mit seiner eigenen Person zur Verfügung stellt, um so den Nachweis zu er­bringen, daß der von ben früheren Gutachtern be­hauptete Tod der Frau Merten auf diese Weise (Vergiftung durch Strophantin) gar nicht einge­treten sein rann. Auch ber Verteidiger hat erklärt, daß er sich bem Schritt des Angeklagten anschließt und bereit ist, sich gleichfalls zu dem ärztlichen Versuch zur Verfügung zu stellen.

erfreulicherweise nicht nur' fingen, sondern auch pielen: der Vergleich mit Kiepuia liegt nahe und fallt durchaus zugunsten der Alpar aus. Ihr Part­ner: Ria x Hansen, ebenfalls eine Prom nenz Der Berliner Operette; er singt und spielt mit Ge­schmack und Humor; seine parodist.sche Gesangs- nummer in Marana Ist eine verblüffende und sehr witzige Angelegenheit. Im Ensemble zeichnen sich Paul Otto, Ferdinand von Alten und der Ko­miker Paul Henkels besonders aus. Die Hand­lung: eine phantasieoolle Liebesgeschichte und eine harmlose Palastrevolution in Marana. Der Regisseur Carl Froelich arbeitet mit bedeutenden Mitteln und gibt seinen Stars mit einer großzügigen Aus- stattung die wirksamste Folie. Das Manuskript stammt von Dr. Johannes Brandt und Walter Supper, die Musik oon Otto S t r a n s k y. Von den Schlagern ber Alpar w.rd vornehmlich der TangoWenn man sein Herz verliert" schnell po­pulär werden. Die Operette läuft seit gestern im Li chtspie 1 haus und dürfte auch bei uns ihre Anziehungskraft nicht verfehlen.r

18 Mark w.ederholt in Streitigkeiten geraten. ®te alte Frau hatte des öfteren den rückstän­digen Betrag durch den Gerichtsvollzieher ein» treiben lassen. Als nun am 1. September Frau Hönemann wiederum kein Geld erhielt, beleidigte und beschimpfte sie Iurisch in der schwersten Weise. Iurisch geriet darüber in Wut und brachte der Schwiegermutter schwere Schläge mit einem Hammer bei, die ihren alsbaldigen o d herbe/ührten. D.e Leiche verscharrte er auf feinem Acker. Erst jetzt konnte der Mord restlos aufgeklärt werden.

Zehn Iahre Zuchthaus wegen schweren Landfriedensbruchs.

Wegen schweren Landfriedensbruches, i5orstbiebstahl und Vergehen gegen die Terrornot- verordnuna wurde in Halberstadt der 25jährige Arbeiter Kranz zu zehn Jahren Zucht- die dicken Stubbenkerfe und die Moosweiber und ich weiß nicht, was alles.

Das gefällt ihm ja sehr, obschon ihm einmal der Gedanke durch den Kops geht, er hätte sich ja pon der Hexe auch etwas wünschen können, um feine Hütte zu flicken. Aber bas vergißt er gleich Eder, die Nacht ist wunderschön weiß und stern­klar geworden, alle Tiere fingen, die kleinen Hasen tanzen und aus den Mäuse- und Krötenlöchern leuchtet es heraus und über den Wipfeln der Baume drehen sich kleine weihe Windische in stern­besäten Kleidern.

auf einmal jedoch, wie sie noch mitten im Um- 9°n9 sind, saust ein Feuerwisch quer durch den -üJalb. Das if£ der böse Bauernoogt, der an seinen m>rfl^benen T^tz will; er weiß ja nicht, daß ein Mensch unter dem Lichtervolk umgeht, ohne sich um alle die Leute zu kümmern, fährt er die halbe Ache der Wandernden entlang und dann in das A'siloch zwischen den drei Buchen, da hat er fein Geld vergraben.

Die Tiere murren, sie wollen nicht, daß die Ver- wunschenen selbst an jolchen Tagen zu ihrem Geld fahren, und auch ber Besenbinder findet es schlimm, ^r kann aber ebensowenig wie die andern etwas habet tun.

Ws es nun Egg wird, gehen sie alle nach Hause. Bber wie er schon beinahe eingeschlafen ift: Deubel, denkt der Mann, ich weiß doch nun, wo der Bauern­oogt fein Geld vergraben hat!

Er also wieder zum Bett hinaus, einen Spaten gefjolt, fegt ben Schnee weg und gräbt und gräbt -Glichen den drei Buchen. Aber am hellen Tage niemand solchen Schatz, da liegt er tief in ber (Erbe. Der Mann arbeitet hart, es wirb dunkel unb bunfler, er steht schon in einer Kuhle, die bis über feinen Kopf reicht, aber er hat immer noch nichts entbeckt.

Hans Besenbinder muß jetzt aufpassen! Es ist die zweite Iulnacht, die Tiere mögen ja nicht, daß die Menschen mit ihrer Habgier ihre Andacht stören. Es raschelt und huscht dann auch bald, kaum daß es dunkel wird, rund um ihn, es wird eine gefähr- iiche Stunde, unb ben Schatz hat er immer noch Nicht gefunben. Auf einmal beginnt in ber Ferne Mieder das Singen wie in der Nacht zuvor und im gleichen Augenblick hat ja auch die Zauberstunde angefangen. Und wie' es dazu gehört: unter ihm 'chuttelt und rüttelt der Boden, die Erde wirft sich auf und wahrhaftig springt eine riesige Truhe fast . bis oben unter ben Waldboden, der Besenbinder muß schon einen gewaltigen Sprung machen, um nicht darunter zu kommen. Und bann tut sich die ^on nuf und ist bis oben mit alten Geldstücken gefüllt.

2)as täfet sich der Mann ja nicht zweimal bieten, < rasch 'st er dabei, füllt sich alle Taschen und will