Aus der Provinzialhauptstadt
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Neues für den Büchertifch
zahlreiche Mitglieder desGie- o Die Vertreter der Presse Ir
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nement als FrembenvorsteUung zu ermäßigten Operettenpreisen. Ende 22 ilfjr.
ßenbahn-Dezernent, Bürgermeister Dr. Seid. Direktor S t o l t e,
Vornotizen.
— 2lus dem S t a d t t h e a t e r b u r e a u wird uns geschrieben: Morgen bleibt das Theater geschlossen. Der Weihnach.sspielplan bringt am Sonn lag, 25. D: ember, 1. Feiertag, 18.33 Ußr eine Wiederholung des Frontstückes „Die endlose (Straße“ von Gra-f und Hintze unter der Spielleitung des Intendanten. Fremdenvorstellung außer Abonnement zu ermäßigten Preisen. Die Intendanz macht besonders die auswärtigen Theaterbesucher auf diese Vorstellung aufmerksam, da ihnen der Besuch dieser Aufführung durch frühen Beginn und frühes Ende möglich ist. Spieldauer von 18.33 bis 21.30 ilßr. Der zweite Feiertag, Montag, 26. Dezember, sieht zunächst 15 Ußr eine Wiederholung des mit großem Beifall ausgenommenen Weihnachtsmärchens „Aschenbrödel oder Der gläserne Pantoffel" vor. Sechs bunte Bilder mit Gesang, Musik und Tanz von Cörn:r und Stiegmann. Spielleitung: V o lck- Moehl-Bäulke. Ende 17.30 Uhr. Auch für diese Vorstellung gelten die besonderen Märchen- preise. Heinrich Hub, Kapellmeister M o e h l, Ballettmeister Ewald B ä u l k e und Frau Anni bereiten mit einem großen Apparat an Personen, Dekorationen und Kostümen den Schlager der Spielzeit, den zu einer Operetten-Revue umgearbeiteten Schwank „3m weißen Rößl" vor. Um 19 Uhr am zweiten Feiertag findet die Erstaufführung dieser Operette statt, außer 2lbon-
letzten Stunde schon abgesetzt. Wer's Dutzend voll macht, zahlt die Hälfte. Geschäftsprinzip. Dienst am Kunden, mein Herr, jawohl, bitte!" „Aber ich wollte mir doch nur eine Krone spendieren ..."
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Orte bekundete die Wiesecker Bevölkerung ihr starkes Interesse an dem neuen Verkehrsmittel, denn überall sah man Gruppen von Schaulustigen, die Jugend stürmte im Laufschritt neben den Wagen her, und am Endpunkt harrte eine große Menschenmenge der Gäste. Dort kamen die Vertreter von Wieseck, Bürgermeister S ch o m b e r und die Gemeinderatsmitglieder, hinzu. Dann wurde von dem denkwürdigen Ereignis eine photographische Aufnahme gemacht. Hierauf fuhren die Gießener Teilnehmer gemeinsam mit den Herren von Wieseck nach Dießen zum Schühenhaus.
3m Verlause des geselligen Beisammenseins im Schühenhaus, das sehr schlicht verlief und bei dem — das sei besonders betont — zur Schonung der städtischen Finanzen jeder Teilnehmer seine Zeche aus der eigenen Tasche bezahlte, sprach zunächst Bürgermeister Dr. S e i b als Vertreter der Stadt Gießen und als Straßenbahndezernent.
Er würdigte die Straßenbahnerweiterung nach Wieseck als ein besonders bedeutungsvolles Ereignis für beide Gemeinden, da jetzt zum erstenmal ein Vorort mit der Stadt Gießen im Verkehr naher verbunden werde, gab einen kurzen Rückblick auf die früheren vielfachen Schwierigkeiten, bezeichnete das in Polemiken in Erscheinung getretene Kriegsbeil zwischen den beiden Gemeinden als begraben, dankte dem Gießener Stadtrat und dem Wiesecker Gemeinderat für den Weitblick und die Großzügigkeit bei ihrer Beschlußfassung, erkannte mit besonderem Tank die verdienstvolle Tätigkeit des Herrn Direktor S t o l t e und der übrigen Beamten, sowie die mustergültige Arbeitsleistung der bei dem Tau beschäftigten Wohlfahrtserwerbslosen an, wünschte für die Zukunft weiteres freundnachbar'iches Zusammenar eiten zwischen Gießen und Wieseck und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die neue Verbindung das Wirtschaftsleben der beiden Gemeinden aufs stärkste befruchten möchte.
Als Vertreter der Gemeinde Wieseck sprach Bürgermeister Schomber, der zunächst ebenfalls die große Bedeutung der Straßenbahn für Wieseck anerkannte, dabei aber auch gleiches für Tießen betonte, der Genugtuung über die jetzige Erfüllung jahrelang gehegter Wü. sche Ausdruck gib, der Gießener Stadtverwaltung, insbesondere Bürgermeister Dr. S e i b, Direktor Stolte und dem Stadtrat dankte, den Willen zu weiterer tatfroher Mitarbeit bekundete, eine
weitere Kräftigung und Vertiefung des Ein- vernehmens zwischen Wieseck und Gießen wünschte
und die Hoffnung äußerte, daß das jetzige Werk blühen und gedeihen möchte, denen zum Ruhme, die daran mitgearbe'.tet und mitgeholfen haben, und zum Ruhen der Bevölkerung beider Orte.
Weitere Ansprachen hielten noch die Stadt- ratsmitglieder Mann, Äicolaus, Adolf Schmidt und S ch w i e ö e r aus Gießen, sowie Gemeinderatsmitglied Denner (Wieseck): in den Ansprachen kamen ernste Gedankengänge und auch manche humorgewürzte Erinnerungen an frühere Begebenheiten in der Geschichte beider Orte zum Ausdruck.
Mit dem heutigen Tage beginnt in der Lokal- gesch.chie dec Staat Gießen und der Vorortgemeinde Wieseck ein neuer bedeutsamer Abschnitt.
Oie feit vielen Jahren erstrebte Straßenbahn- Verbindung zwischen Gehen und wieseck ist nunmehr nach etwa vierteljähriger Bauzeit vollendet und heute früh dem Verkehr übergeben worden.
Damit hat die Verflechtung der 3nteressen beider Gemeinden, die bisher schon auf dem Gebiete der Elektrizitäts-, Gas- und Wasserlieferung bestand, eine weitere Ausdehnung erfahren, zugleich kann man aber auch auf dem Gebiete der privaten Wirtschaft eine Reugestaltung zum Ruhen beider Gemeinwesen in Rechnung stellen. Dieses Verkehrs- und zugleich auch kommunalpolitische Ereignis, dem sich viele 3ahre lang unüberwindlich erscheinende Schwierigkeiten au' beiden Seiten trotz mancherlei Anläufe zur positiven Tat entgegenstellten, konnte seit Mitte Sommer d. 3. in regem Fluß der Arbeit borbereitet und glücklich zur Durchführung gebracht werden, nachdem der Vertragsabschluß zwischen der Stadt Gießen und der Reichspost über den Kraftomn.busverkehr Gießen—Wieseck und seine evtl. Ersetzung durch die Straßenbahn zustande- gekommen war, daneben aber auch die Geldbeschaffung für den Bau aus den Mitteln der S.raßenbahn-Detriebsrücklage sich ermöglichen ließ. Dank der ausgezeichneten und lobenswerten Bor- und Mitarbeit durch den Leiter des städtischen Elektriz^ätswerks und der Straßenbahn, Direktor Stolte. konnten die Betri. bsdeputation und der Gießener Stadtrat, parallel damit auch der Wiesecker Gemeinderat, die erforderlichen Beschlüsse fassen. Am 15. September wurde der erste Bauabschnitt von Marburger Straße^Ccke Wiesecker Weg bis zur Gemarkungsgrenze von Gießen unmittelbar vor Wieseck begonnen, am 28. Ro- vember vollendet und am 29. Rovember dem Verkehr übergeben. Unmittelbar anschließend begann der zweite Bauabschnitt von der Gemarlungs- grenze bis zum Lindenplah in Wieseck, gestern nachm.ttag erfolgte die landespolizeiliche Abnahme und heute früh begann der Derkehrsdienst au’ der ganzen Linie.
Ein gutes Stück kommunalwirtschaftlicher Gemeinschaftsarbeit von Gießen und wieseck ist mit diesem werk vollbracht worden.
Beide Orte können stolz darauf sein, und alle ihre Befürworter und die Träger der Verantwortung können sich sagen, daß sie damit den 3ntereffen der beiden Gemeinden einen wertvollenund erfolgverheißendenDienst erwiesen haben! Dieses lobenswerte Beispiel sollte auch in anderen Rachbarorten im wohlverstandenen eige- ncn 3nteresse Rachahmung finden. Wie wäre es Klein-Linden und Krofdorf?
Oie Einweihung der Linie.
Gestern um 16 Uhr fuhren der Gießener Stra-
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fller schlicht loh ler S.abtrat ztrieb bei Au« ?rJ am 31. Sc» Schließung ö.e nanziellen . Hai, ftimmte.xv luni'iten uni) die i QU g:m:intD0)l. ; sch: schwer, da kn ißDtbereihin» >n Bestehens beeile nunmehr 250 xrträge für das Kapelle, das aus haben bis zum Echliehung des er Künstlerschaft legerusen.
Straßenbahn Gießen-Meseck vollendet.
Nach langjährigen Bemühungen an einem bedeutsamen kommunalen Markstein angeiangt. — Wer folgt nach?
Len Vorjahren zu begehen. Der Tag wird In der üblichen Weise durch Gottesdienste, Läuten der Glocken im ganzen Reich und Veranstaltungen von Saalfeiern gefeiert Sowohl die kirchlichen als auch die weltlichen Behörden haben ihre Unterstützung nach jeder Richtung hin zum Ausdruck gebracht.
** Arbeitsruhe Im Gaststättengewerbe am 2 4. Dezember. Die in den letzten 3ahren zwischen dem hessischen Ministerium des 3nncrn (Arbeit und Wirtschaft) und den Aibei'g.ber- und Arbeitnehmerorganisationen im Gastwirtsgewerbe erzielte Vereinbarung, wonach dem Personal im Hotel- und Gastwirtsgewerbe am Heiligen Abend auf Wunsch um 17 Uhr freigegeben wird, gilt in vollem Umfang auch für dieses 3ahr.
" Straßensperrungsnachricht, mitgeteilt vom 0berhe,sischen Automobil-Club E. V. (A. v. D.), Gießen: Die Sperre auf der Provin- zialstraße Hartmannshain — Gedern ist wieder aufgehoben.
** Volkstrauertag 1933. Der Ausschuß für die Festsetzung eines Dolkstrauertages, der sich aus Vertretern der drei Religionsgemeinschaften sowie ter großen Körperschaften und Verbände zusammensetzt, hat einstimmig beschlossen, den Volkstrauertag zum Andenken an die im Weltkriege gefallenen Helden auch im kommenden 3ahre am fünften Sonntag vor Ostern, Remini- feere, (12. März 1933) in ähnlicher Weise wie in
in Japan.
Während eines • Stadt üioigama h. ein Drittel i. Postamt, Lonl- Gkbäube wurden
der Hand der Mutter das Haus wieder zu verlassen.
Es soll in diesem Zusammenhang nicht verschwiegen sein, daß der Fechiverein in der jüngsten Zeit mehr Mitglieder verloren hat, als man erwartete. Leider wird dadurch die charitative Arbeit des Vereins erheblich herabgemindert. Reben der Wcihnachlsbe^cherung will der Ver- ein auch den besonders bedürftigen Kindern die Gelegenheit zu einem Erholungs- oder Kur- au'enlßalt in einem Heim geben. Diese Arbeit muß notwend'ger Weise leiden, wenn dem Verein nicht durch den Beitritt von Mitgliedern die Möglichkeit gegeben wird, seine christc.che L.ebes- tätigteit auf eine breitere Grundlage zu stellen. Wer es ermöglichen kann, sollte sein Teil dazu beitragen, diesem Werke zu dienen.
Spenden für die Winieinothilfe.
Don der Geschäftsstelle der Gießener Winter- no hi.,e tre b n folgende neue Sp nden mi g teilt: W. Heng st, Dettfeuern- und Textiloerlre.ungen, Alicenstraße 36: 44 Paar Kinderstrümpse, acht Paar wollene 3üngZlingssocken, 19 Paar wollene K.nd'rgamascfen, 8 Stück Damen Trikothemden, ein Schal mit Mühe, diverse Erstlingssachen.
L. T e i 11 e r, Manufaktur- und Weißwaren, Kirchenplatz 8: zwei Kinderschürzen, ein Einsatz- Hemd, sechs Kissenbezüge, ein Kinderunterrock, sechs Paar Kinderstrümpfe, ein Leib- und Seel- anzug.
ßener Stadtrats und die Vertreter der Presse in | drei mit Tannengrün geschmückten Straßenbahn- wagen nach Wieseck. Auf der ganzen Sttecke im |
Siversen,Moppelchen und deMWaum
Ein Weihnachtsmärchen aus der Wirklichkeit.
Bon unserem N. bk.-Korrespondenlen.
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Weihnachtsfeier für Waisenkinder.
Fernab der lauten Straße fand gestern abend in der Krippe an der Maigasse eine kleine Weih» nad>t^eicr ganz besonderer Art statt. Der Fecht- verein .Wallenschutz" hatte eingeladen. Die Feier galt jenen, die keinen Vater oder keine Mutter meßt haben. Sie sollten Ixschcnkt werden. 3hnen galt es eine kleine Freude za bereiten. <Svrg- fältiqe vorlvreltung war getrolfcn worden. 3n einer Ecke des vom Hauptraum abgetcillen Saales glänzte ein Weihnachtsbaum im Schmuck flimmernder Wachskerzen. Der Glanz bkach sich in den tix’iugen sttbr g swimmernden Kugeln und vereng sich in dem Lametta, das die Zweige umwob. An« tauber gedeckten Tischen waren viele Schachteln gutgebaut. Dante Tüten mit weihnachtlich süßem 3nhalt standen dabei: für jedes der geladenen Kinder eines der Geschenke.
Der Zechtverein „Waisenschutz". Zweigverein Gießen, der es sich zur Ausgabe gem^t hat, Halbwaisen zu unterstützen, hatte eine Weih- nachtsbeicherung borbereitet für Kinder, deren Mütter der We hnachls eit m t e ipcr So.ge ent- gcgeiueßen, weil es ihnen schwer fällt, den Kindern ans eigener Kraft Freude zu bereiten. So hat es sich denn der Fechtverein zu feinem Teil angelegen lein lassen, zu helfen. Für diese Weihnachtsbescherung war naturgemäß der Gedanke des Praktischen maßgebend. Der Fechtverein hatte aus den ‘Beiträgen seiner Mitglieder (aus denen allein die Weihnachtsbescherung finanziert wird und immer finanziert werden soll) Schuhe gekauft. 42 Paar schöne feste brauchbare gute Winterschuhe, die den Müttern und den Kindern den Schnee und die Winterfeuchtigkeit nicht fürchten zu lassen brauchen. 42 Paar Schuhe also, für ebensoviele Kinder bildeten den Hauptgegenstand der "Bescherung. Dabei standen die schon erwähnten Tüten mit Plätzchen. 3n den Augen der Kinder war denn auch ein Leuchten und aus den Gesichtern der begleitenden Mütter sprach stiller, aber nicht weniger herzlicher Dank.
Herr Amtmann Ke i her sprach zunächst einige Worte zu den Erwachsenen und wies auf den Sinn und auf das Wollen des Fechtvereins hin, der leider in dieser Zeit nicht so wirken könne, wie er es gerne wolle. Manches dec Kinder bedürfe nicht nur der Schuhe. Der Fechtverein sei aber weiterhin bestrebt, alles zu tun, um den Kindern, die dessen bedürfen, eine kleine Freude zu bereiten. Herr Pfarrer Ausfe 1 d unterhielt sich mit den Meinen Gästen, mit den 5- bis 12- jäh.igen und sprach vom Weihnachissest und der Geburt 3efu, von Weihnachtsliedern und von dem Lied „O, du fröhliche, o, du selige'...“ insbesondere. Er wußte hier einige interessante Dinge aus dem Leben des Dichters dieses Weih- nachtsliedes zu erzählen. Mit einem gemeinsam gelungenen We hnachtslied wurde zur Bescherung übergeleitet und jedes der Kinder nahm das Geschenk in Empfang, um dann bald darauf an
Hunde ins Geschäft. Sioersen merkte noch nichts, denn er sagte: „Nee", steckte die gezückte Krone wieder ein und wollte weiterzieben. — Doch der geschäftstüchtige Händler hielt ihn, natürlich auf Geheiß des unsichtbaren Schutzengels, am Aerrnel fest. „Weil Sie's sind. Elf Bäume habe ich in der schon abgesetzt. Wer's Dutzend voll Hälfte. Geschäftsprinzip. Dienst am
.Herr, wer wird geizig fein, wenn es sich um eine gottgefällige Sache handelt", beschwichtigte fast vorwurfsvoll der Händler Herrn Sioersen ...
Eine gottgefällige Sache, überlegte Sioersen, zog mit seinem Christbaum und den restlichen 16 Kronen seines Weges und lächelte vor sich hin: Glück hab' ich gehabt mit meinem Zwölferjubiläum ... Aber ob nicht die aufgegebene Festmahlzeit eine noch lobenswertere Sache aewesen wäre? ... Doch ehe er sich darauf eine Antwort gegeben hatte, stand er am Wallgraben neben dreißig Neugierigen. Unter ihnen eine recht umfangreiche Dame, die
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— Der Insel-Almanach auf das Jahr 1 9 33 — (383) — bringt neben einem von Mar.- cus Behmer fein gezeichneten Kalendarium Textproben aus einer Reihe von neuesten Werken des Insel-Berlages und felbständigS' Beiträge von bekannten Autoren. Neben Timmermans, Gandhi, den beiden Engländern Huxley und Lawrence, Rodin (mit ehrlichen Sentenzen über Kunst und Künstler) finden wir Schaeffer und Carost'a, Stefan Zweig (aus dem neuen Portrait „Maria Antoinette"), Hofmannsthal und Rilke (mit einprägsamen Ausführungen über das Verhältnis der Kunst zur Landschaft), Scheffler (mit einem kultur- kritischen Beitrag über die Zukunft der Großstädte), Mell, den Balten Frhrn. von Taube, den Schweizer Waggerl u. a. Im ganzen ein gelungener Querschnitt durch das Werk eines deutschen Verlags, der auch in wirtschaftlich schwierigsten Zeiten seiner großen Kulturaufgabe bewußt das Szepter höchster Qualität und ernstester Auslese unentwegt hochhält. Die große Gemeinde des Insel-Verlags wird ihm für diese Treue am Werk Dank wissen.
— Max 3 u n g n i d e l: Volk und Date r l a n d." Mit 112 ganzseitigen Kupfertiefdruckbildern von Hoppe, Renger-Patzsch, Retzlaff, Dr. Wolff u. a., zusammengestellt von Heinz Schnakenburg. Ganzleinen 4,80 Mk. Safari-Verlag G. m. b. H., Berlin W 57. — (420) — Das Buch ist auf geteilt in zwei große Abschnitte, die „deutsche Seele" und öu „deutsche Tat". Um die Wurzel unseres Dockes, seine Wesensart bloß zu legen, geht der Versasser auf die so wichtigen und interessanten Dolksüberlieferungen und Gebräuche zurück, läßt die schöpferischen Persönlichkeiten der 3ahrhunderte, die befruchtend auf das Geistesleben eingewirkt haben, aufleben, um dann in aus dem Leben gegriffenen "Beispielen uns einen Blick in die allen Volksschichten gemeinsame „deutsche Wesensart" Wersen zu lassen. Sie ist für ihn, wie aus dem zweiten Teil des Buches, der einen Ueberblid über das Werden und Wachsen unseres Volkes gibt, hervorgeht, die treibende Kraft, die soviele bedeutende Männer hervorgebracht hat, die uns aus aller Rot und allem Riedergang zu neuem Aufstieg führen wird. Eine wichtige Beigabe sind die schönen Kupfertiesdrud- bilder. Sie sind nicht nach georgraphischen Gesichtspunkten zusammengestellt, sondern in ihren Motiven sorgfältig auf den Text Angeschnitten. Reben Landschafts- und Städteaufnahmen eine Fülle von Bildern, die auf unser Volkstum Bezug nehmen oder solche, die das Volk in seiner Heimat, in seiner Wesensart bei Spiel, Sport und Arbeit darstellen.
— Don Khartum zum Kongo. Emin Paschas Leben und Sterben. Herausgegeben von Georg Schweitzer in der Der- lagsanstalt Otto Stollberg, Berlin SW 11. Preis 3,23 Mark. — (537) — Das Buch eröffnet eine Reihe „Deutschlands Kolonialhelden". 3n ihr
immer lauter schrie: „Moppelchen, mein Moppelchen, mein Moppelchen! Will denn keiner mein Moppelchen retten?" Keiner von den dreißig Neugierigen aber traf Anstalten, das um sein Leben zappelnde Moppelchen aus den eisigen Fluten des Wallgrabens zu retten.
„Das überleb ich nicht", jammerte Moppeichens Herrin, „zwö.f Jahre ist mein Moppelchen schon alt. Er wollte eine Ratte haschen. Und dabei tann er nicht mehr gut schwimmen." Das hörte Siver- sen und machte die unglücklichsten Augen der Welt, betrachtete das arme Hundeoieh, das wohl zehn Meter von der steilen Böschung entfernt im Absacken begriffen war, und beugte sich etwas zu weit über die Böschung nieder. Da aber gab Moppchens unsichtbarer Schutzengel Herrn Sioersen einen gelinden Puff, so daß ihm der Christbaum entglitt und die steile Böschung hinunter und ins Wallgrabenwasser fiel. Und siehe da: der Christbaum trieb, von der eiskalten 5Lut gefaßt, ein ganz kleines Stückchen dem erschöpften Hündchen entgegen, und das Hündchen bekam den Christbaum zu fassen, krabbelte auf den Christbaum hinauf, und im Handumdrehen hatte Sioersen seinen Christbaum und das Moppelchen unten an der Böschung wieder erwischt, und zwei beherzte Schulbuben hielten Herrn Sioersen bei den Rockschößen fest, daß er nicht das Gleichgewicht verlor. Und das Rettungswerk war getan.
„Bravo!", riefen da die anderen, und es waren inzwischen an die fünfzig Neugierige geworden. „j)ier. Sie Tapferer", sprach fast ohnmächtig Mop- pelchens Herrin, ihren nassen Liebling an sich pressend, und drückte dem Hundelebensretter wider Willen ein Fünfkronenschein in die bebende Linke, während er mit der Rechten seinen triefnassen Christbaum schulterte. Und als zehn Minuten später Peter Sioersen in feinem Mansardenstübchen vor seinem noch wasserbianken Christbaum Kasse machte, war er sehr zufrieden bei der Feststellung, daß sechzehn Kronen und fünf Kronen einundzwanzig Kronen macht ... „Und außerdem habe ich ge- miffermaßen den Christbaum gratis bekommen, wenn man nicht eine gottgefällige Tat mit sechs Kronen und fünfzig Dere bewerten will." — Das aber wollte der unsichtbare Schutzengel der kleinen Hunde gern ... Peter Sioersen aber merkte immer noch nichts. Und die Feftmahlzeit zu einer Krone und fünfzig Dere ist er sich darum auch noch schuldig geblieben. Er war, wie gesagt, aus Jütland, wo die meisten Menschen sparsam und vorsichtig sind ...
sollen alle jene Männer erfaßt werden, die ihr eigenes Leben eingesetzt haben, um jenseits der Meere neue Wege und neue Gebiete zu erschließen, und die so die Grundlagen für das afrikanische Kolonialreich gelegt haben. Der erste Band schildert das abenteuerliche Leben und Sterben Emin Paschas, deisrn Ermordung durch die Araber sich gerade jetzt zum vierzigsten Male jährt. Ein ungewöhnliches Leben ist es in der Tat gewesen. Was die Meister kühner Abenteuer- Erzählungen ersonnen haben, das hat Emin Pascha gelebt. Als Student der Medizim aus Reiße zieht er hinaus. Wit Geist und Schwert unterwirst er sich die Provinz Aequatorien, beherrscht sie als ägyptiicher Pascha und verläßt sie auch nicht, als Aegypten selbst unter der Wucht des Mahdi-Aufstandes den ganzen Sudan räumt. Erst 1889 führt er mit Stanley einen Teil seiner Truppe an die Küste, trifft Wißmann und baut nun mit an dem deutschen Kolonialreich. Unter schwarzweißroter Flagge zieht er durch die unerforschten Gebiete Ostafrikas, sein kühner Plan ist, an die Westküste vorzudringen nach Kamerun. 3m Kongo erliegt er den Mord- streichen verräterischer Araber. Hinreißend ist dieses von Tatendrang erfüllte Leben, ein packendes Vorbild für die deutsche 3ugenö von heute. Eine große Anzahl Bilder beleben den Text, Eine Kartenskizze gibt genauen Ausschluß über die kühnen Züge Emin Paschas.
— Heilige Stätten. Von Prof. H. Rust. 135 Seiten mit Abbildungen. (Sammlung „Wissenschaft und Bildung".) Geb. 1,80 RM. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — (483) — Den großen Weltheiligtümern in Rom, Jerusalem, Peking, Benares, Lhassa, Mekka, Medina und Moskau ist das vorliegende Buch gewidmet. Es ist eine Welt der Wunder und des Glaubens, in die wir eingeführt werden. Ein namhafter Religionsforscher vermittelt ein interessantes Bild der heiligen Städte, ihrer Heiligtümer und Kulte. Auch wer Rom, Jerusalem oder Moskau kennt, wird sich gern in die klare Darstellung dieser uns am nächsten liegenden Religionszentren versenken.
— Der Deutsche Handwerks-Kalender, Jahrgang 1933. Herausgeber: Reichsverband des deutschen Handwerks, Hannover, Verleger: Konkordia-Verlag, Leipzig, ist erschienen. Das Vorwort bezeichnet als Zweck des Kalenders die Werbung für bas Handwerk in breitester Deffentt’dfeit; er zeigt uns, wie das Handwerk arbeitet und was es kann. Wir sehen die oersch'edensten Meister an ihren Werkstücken. So vermittett uns der Kalender ein anschauliches Bild über die Tätigkeit im Handwerk. Bilder mit handwerklichen Erzeugnissen geben uns Aufschluß über die große Bedeutung des Berufsstandes. Dem Handwerk selbst zeigt Ser Kalender die Verbundenheit aller seiner Gruppen. Anzuerkennen ist auch die drucktechnische Wiedergabe der hübschen Aufnahmen. Der Preis beträgt 2 Mk.
Kopenhagen, im Dezember.
Daß auch die kleinen Hunde ihren Schutzengel haben, ist nichts Neues. Bekannt ist auch, daß dieser Schugengel in mancherlei Gestalt auftritt. Diesmal hatte er sich den abgebauten Bürogehilfen Peter Sioersen ausgesucht. Zum zwölften Male waren ihm seine 17 Kronen und 50 Dere als Wochenunterstützung ausgehändigt worden. Aus dem Heimweg nach einer Gott sei Dank für drei Monate im voraus bezahlten kleinen Mansarde — er war nämlich aus Jütland, wo alle Menschen sehr sparsam und vorsichtig sind — faßte er plötzlich den verschwenderischen Entschluß, sich dennoch dieses sehr verzwickten Daseins zu freuen. Das heißt, sich ob seines Zwölfwochen-Jubiläums ein kleines Geschenk zu machen. Und bewilligte sich eine Krone und fünfzig Dere. Was kann man dafür bekommen? Eine Festmahlzeit mit Bier und 20 Dere Trinkgeld zum Beispiel. Diesen Vorschlag verwarf er. Denn er stand gerade vor einem Marktwagen mit Christbäumen.
„Kaufen Sie heute, kaufen Sie billig", mahnte unaufgefordert der Weihnachtsbaumhändler. „Von drei Kronen an die schönsten Christbäume!" — Ausgeschlossen, dachte Silversen, und laut sagte er: „Und was kann man für eine Krone kriegen? — „Einen netten kleinen Tannenzweig mit zwei echten Tannenzapfen. Bitte, mein Herr." — Es war ein armseliger Zweig, und die beiden Tannenzapfen waren lose angeheftet. Da aber mischte sich unsichtbar der vorbemeldete Schutzengel der kleinen


