Ausgabe 
22.6.1932 Frühausgabe
 
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ttlin, Ser Gießener Saushalisvoranschlag snr 1932.

^erbofe Starke Rückgänge auf der Einnahmeseite. - Erhebliche Abstriche an den

Ausgaben. Ständig steigende Wohlfahrtölasten.

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Die Stadtverwaltung hat gestern den Mit- federn des Sladtrats und der Presse eine B e rachtung zürn Haushaltsvoranschlag Itr Stadt Sieben für dos R j. 1932 zu- «hcn lassen, in der sie folgendes oussahrt:

Der Voranschlag der Stadt Gießen für M. 1932 schließt in der Betriebsrechnung nit 5 981 762 RM., gegenüber 6 456 914 RM. im Horjahre ab. Der neue Voranschlag ist vor allem «kennzeichnet durch den

beträchtlichen Rückgang der Einnahmen.

yie Ueberschuhablieferungen der städtischen »jerke gehen um 168 000 RM zurück, wobei

I Merdings 75 000 RM. auf die oorgenornrnenen Preissenkungen entfallen. Besonders erheblich ist der tinnahmeausfall auf dem Gebiete der Steuern. Dabei ist der Ausfall bei den Ueberweisungen aus ter Einkommen, und Körperschaft,- teuer mit 186614 RM. am größten. Aber auch Ki anderen Steuern gehen die Ertragnisse zurück. ?er Einnahmeausfall von 78100 RM. bei den «teal steuern beruht auf einer Maßnahme des »essischkn Staates, der die den Gemeinden durch die Senkung der Realsteuern entstehenden Ausfälle ih zukunsl nicht mehr erstattet. Ein beträchtlicher Ein- rahmerückgang ergibt sich bei der Sonder- lebäubefteuer zufolge der durch Reichsvor- jhrisl angeordneten 20-o. H.-Senkung. Die Gesamt- tzmme der Einnahmerückgänge bei den Steuern päre noch größer, wenn nicht die im vorigen Herbst ti rigetretene Erhöhung der Bürgersteuer, die m gegenwärtigen Voranschlag in der zu erwarten- kn Höhe eingesetzt ist, die Einnahmeseite um 80 000 ßeichsmark verbessern würde. Die durch Reichsoor- phrift verfügte Senkung der Mieten ver- x-sacht einen Einnahmeausfall von 30 574 RM.

Die Deckung der beträchtlichen Linnahmeausfälle ist zum leit gelungen durch schwerwiegende Ein­griffe. die auf der Ausgabeseite oorgenommen worden sind.

teils.

SitMtmg.

Jurd) sparsame Wirtschaft des Stadtrats und der Verwaltung, die rechtzeitig erkannten, daß die durch fcn verlorenen Kriea geschaffene Lage nur produk toe und notwendige Ausgabe gestattet, sind die Aus­gaben bereits früher fo gestaltet worden, daß sie gkradezu das Existenzminimum darstcllen. Ja, es

sind angesichts der finanziellen Rot bei einzelnen Ausgabeposten die Ansätze so tnapp bemessen, daß hier in den nächsten Jahren eine Erhöhung unver­meidlich sein wird, wenn nicht Substanzgefahrdung eintrelen soll. Die durch die Notverordnungen an­geordnete Kürzung der Löhne und Gehälter sowie die Senkung derZinsen brachten die stärkste Ausgabenverringerung. Zwangsläufige Mehraus­gaben entstehen dadurch, daß zufolge staatlicher An­ordnung 8 o. H. des Aufkommens an Sonder- gebäudesteucr zur Ablieferung an einen Umschul» dunassonds für Zwecke der Umschuldung der Gemeinden neu in Ausgabe zu stellen sind! ferner dadurch, daß der Staat die von den Gemeinden zu leistenden Beiträge für die Volksschulen erhöht hat. Die weitaus größte Ausgabe verursacht nach wie vor die Wohlfahrtspflege, die 1 301 439 RM. erfordert.

Die Ausgaben für die Wohlfahrtspflege steigen dauernd, insbesondere deshalb, weil die Zahl der Dohlsahrtserwerbsloen forlgefehl zunimml (feil Beginn 1932 Zunahme von 100).

Wenn in dem gegenwärtigen Voranschlag der städti­sche Zuschuß zur Wohlfahrtspflege etwas geringer erscheint als im vorjährigen Voranschlag, so ist dies nur scheinbar und beruht daraus, daß ein Reichs- Zuschuß von 100 000 RM. zu dcr städtischen Wohl- sahrtslast vorgesehen ist. Die gewaltigen Wohlfahrts­lasten find es, welche die Finanzen der deutschen Städte vollkommen zerrüttet haben, und die Ursache der beträchtlichen, von Jahr zu Jahr wachsenden Fehlbeträge in den städtischen Haushaltsplänen bil­den. Lin Zusammenbruch der Finanzen der Städte kann nur abgewendet werden durch eine sofortige und ausgiebige Rcichshilfe, wie dies die kom- munalen Spitzenoerbände feit Jahr und Tag von dcr Reichsregierung fordern. Oertlich. mit den beschränk­ten, immer schwächer werdenden Kräften der Ge­meinden kann die deutsche Wirtschaftskrise nicht be­wältigt werden. Das ist eine Reichsausgabe, der die Reichsregierung sich nicht länger entziehen kann.

Bei Abschluß des Voranschlags ergibt sich ein

Fehlbetrag von 489 035 RM., der vorläufig aus Vermögensmitteln zu decken ist.

Die durch ein Wunder ist, abgesehen von einem verbogenen Kotflügel, fein Schaden entstanden. Die Polizei in Schotten wurde von dem Vorkommnis fofort benachrichtigt. Kur, vorder hakte der Autobus des Zweckvcrbandcs NiddaUlfa auf dem Dege nach Lreungcsham die Stelle pafjiert. in der Zwischenzeit muß der Droht erst befestigt worden sein.

diesiger Wafferrobröruch in Mainz.

Mainz, 21. Juni. (TU.» Heule abend er­eignete sich in der Hauptverkehrsstraße von Mainz, der Ludwigstrahe, ein Wasser- rohrbruch von ungewöhnlicher Aus­wirkung 3m Olu glich die ganze Straße einem reißenden Strom. Die Wassermaslen traten mit solcher Gewalt au» dem Boden heraus, daß daS Straßenpf1aster überall ausgeris - s e n und an den Ausbruchs stellen sogar in die Lust geschleudert wurde. Auch die Schienen der Straßenbahn wurden auS ihrer Detondeckung geschleudert und ragen wie verbogene Eisenstäbe in die Lust. Der Derkehr mußte gesperrt werden, da eS lebensgefährlich war, die völlig unter» spülte Hauptverkehrsstraße zu betreten. Die Ur­sache deS WasserrohrbruchS ist noch nicht ermit­telt. Der Schaden ist sehr beträchtlich.

Aus aller Welt.

Verbrecherjagd In Kassel.

Ein Ginbrechertrio war gewaltsam in die Wohnung einer Dentistin in der Mur- hardstraße eingebrungen, um zu rauben. AIS die erwachte Wohnungsinhaberin sich plötzlich den Eindringlingen gegenübersah. ries sie um Hille und sprang aus der im Erdgeschoß gelegenen Woh­nung. wobei sie Derlehungen davontrug. Die Ein­brecher flüchteten unter Mitnahme einer Geldbörse mit etwa 40 Mark. Sie wurden jedoch von einer Schupo st reise beobachtet, worauf sie in einem Hause der Luisenstraße ver­schwanden. DaS tierbeigerufene Ueberfalltom- mando umstellte daS HauS unb stellte Nachforschungen nach dem Derbleib der Danditen

an. M- diese sich entdeckt sahen, sprangen sie aul einem Fenster de - zweiten Stockwerk- auf den Hof. Der eine der Täter hatte sich beim Zertrümmern einer Fenster­scheibe starke Schnittwunden zugezvgen, ein Zwei­ter brach bei dem Sprung auS dem Fenster beide Hänbe und zog sich auch eine Deinverietzung zu. Bevor bi« Verbrecher gestellt werden konnten, hat­ten sie ihre Flucht über verschiedeneZäune und Höse nach der Kaiserstraße fortgesetzt, im­mer verfolgt von den Polizei beamten. Die Den­tistin mußte dem Krankenbau- zugesührt werden, da sie sich bei dem Sprung auS dem Fenster eine Gehirnerschütterung zage zogen hatte.

Schwerer Autounfall eine» Kasseler Rechtsanwalt».

Aus der Landstraße dicht vor Cölbe ereignete sich ein schwere- Autounglück. Der ÄaOelcr Rechtsanwalt Dr PauImann befand sich in Begleitung deS Oberleutnant# a. 5». 3 u n g in seinem Auto auf dem Wege von Mar- bur g n a ch K a s s e l, al- in einer scharfen Kurv« der Rechtsanwalt die Gewalt über den Wagen verlor, so daß da- Fahrzeug mit großer Wucht gegen eine steinerne Drückeneinfas­sung fuhr. Die Drückeneinfassung wurde etwa 30 Zentimeter eingedrückt und auch zum Teil i n die Lahn geschleudert. Die Insassen er­litten schwere Verletzungen und mußten nach Marburg in die Klinik gebracht werden. Dr. Paulmann trug u. a. einen komplizierten Druch de- rechten Arme- davon, sein "Begleiter erlitt ebenfalls Knochenbrüche. Da- Auto wurde vollständig demoliert.

Mussolini eröffnet die Internationale Bäckerei- lagung.

Mussolini eröffnete am Dienstag auf dem Capi­tol die Internationale Bäckereitagung. Der Kor­porationsminister erklärte In einer Rede, daß die Tagung nicht nur wegen der Zahl ihrer Teilneh­mer, au» den verschiedensten Staaten bedeutsam sei, sondern auch wegen der umfa||enbcn Borträge und Denkschriften, die alle Seiten der Brotherstellung be­handeln. Deutschland ist durch Mitglieder der zuständigen Spitzenverbande, durch bekannte Ge­lehrte und durch zahlreiche Fachleute vertreten.

Sonnen- und Lustbaden.

Gutes Gesundheitsmittel aber nicht übertreiben! Don Dr. med. W. Schweisheimer.

en soll ütrmitbn! on Gütern bürg i - weil in diel«1 en Landwirte de-1 laubiger, di.l treibende, hanb' Wenn do; dajr I en und Genossen. I Wen, würde «I i den betreffend« I

sbefchassun-I inner auf bicfcttl zusoirmcnzurusn, I n. Der von eine le Oberst hier" I diesem Au^'chij I

Her Weise augi >eren pohtbl »erden.

scheu Umge- f »sorge wird hl 2.')loiuiotbnun|l für den weitem I

Letzt sollen burt> ungen meilfj erben. Dabei btit 1 ndeine Form tt:; der Kassen aulgi | ie Anzahl der i e'rminbern. rünbung vo«! leichraussich! _ i, man wirb audi iänen an die Oes-

- Haseupastete - m und Pamela»

asteten mit leben- sein. Das toars Innern Dögcl * issen wurden uni i in einer Speist- ! des Gesuchs W g hieb .. Dschol und Da» ssen und fre^ ichte man cm ib so grob "IS c« n den 5'^^ ogenDöglcnher- »in auf, da vaZ das lies voll le- i Zeitalter künb Feststellungen-nil

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tiue der proDinvafbauptflaöt

Gießen, den 22. 3uni 1932.

Geheimerat Dr. Usinger f.

Staatspräsident Dr. Adelung hat an die D.twe deS verstorbenen ProvinzlaldirektorS von tb rhessen und später Rheinhessen, ®e';cimerat'5>r. Usinger. der während der DesahungSzeit als LandeSkornmissar für das besetzte hessische Gebiet ßesonders verdienstvoll wirkte. folgcnöeS Schreiben gerichtet:

Darmstadt, 20. 3uni 1932.

Sehr geehrte, gnädige Frau!

Soeben erhalte ich die erschütternde Rachricht tzom Tode Ihres verehrten Gatten. Ach übermittle DH en, zugleich im Ramrn der Hessischen Staats- r^.erung, den Ausdruck herzlichster und apfrich- ii'lier Teilnahme.

Die großen Derdienste des Derstorbenen in über Cjüfniget Dienstzeit, insbesondere seine nie ermü- itnuc. aufopfernde Tätigkeit in schwerer Rot- und Eesahungszeit haben dem Toten über dns Grab hinaus ein bleibendes Denkmal gesetzt. Del der Tebolferung des Hessenlandes, vor allem aber der diS ehemals besetzten hessischen Gebiets, wird daS Andenken an diesen vortrefflichen Beamten immer lebendig bleiben. Ihm aus Anlaß seine- Hinschei- drns nochmals wärmsten Dank und hohe Aner­kennung zu zollen, ist mir eine Ehrenpflicht.

Lo hat der Tod Ihres Gatten nicht nur in den Kreisen der Familie eine unersetzliche Lücke gcrif- : srn. sondern sehr viele im Hessenlande und darüber hinaus werden sein Hinscheiden als einen schweren Herlust schmerzlichst empfinden.

Ich selbst habe die liebenswürdige, kluge und aufrechte Persönlichkeit des Derstorbenen stets hoch zu schätzen gewußt und fühle mich ihm in langjäh­riger gemeinsamer Arbeit eng verbunden. Die Er­innerung an ihn wird mir immer besonders wert­voll sein.

Indem ich Sie bitte, den Ausdruck wärmster Teilnahme auch den übrigen Leidtragenden, ins­besondere der sehr schwer geprüften Mutter Ihres alten, übermitteln zu wollen, bin ich mit erge­bensten Grüßen Ihr Adelung.

Keine poetischen Abzeichen bei Zeuerwebrübungen

.Das Kreisamt Gießen veröffentlicht im neuesten Äintsverkündigungsblatt folgende Verfügung an die Bürgermeistereien des Kreises:

In letzter Zeit wurde die Wahrnehmung yemacht, daß vielfach Feuerwehrleute bei Feuerwehrübungen zolilijche Abzeichen tragen. Dies erscheint durchaus inerroiinfd)t, denn in der Regel werden jeder Feuer­vehr Mitglieder verschiedener und gegensätzlicher Parteien angehören, die dann an den Parteiabzeichen der Gegner Anstoß nehmen. Hierdurch ist bei der gegenwärtigen politschen Spannung die Gefahr ge- f.'ben, daß Gegensätze in die Wehr getragen werden, vodurch deren Schlagfertigkeit erheblich beeintröch- tgt wird. Oberster Grundsatz muß bleiben, daß jedes Mitglied Kamerad und nicht Gegner ist: Politik in u ß unter allen Umständen aus der Dehr ferngehalten werden. Der alte Grundsatz Einer für alle, alle für einen" laßt sich rur durchführen, wenn alle Aeußerlichkeiten, die auf Zugehörigkeit zu einer Partei schließen lassen, im I l'icnft wegbleiben. Wir empfehlen, Ihren Befehls­habern von unserer Verfügung Kenntnis zu geben inö sie bei deren Durchführung auf das tatkräftigste <p unterstützen."

** Ehrungen des Hessischen länger» tundes. Der Hessische Sängerbund ehrte in diesen Sagen wieder eine Anzahl von bewährten langjähri­gen Mitgliedern, u. a. auch einige Sänger unserer engeren Heimat. Für 50jährige aktive Sangertatig- fit wurden Johann D p p e r V. (Konkordia Ettings­hausen) und August Jäger (MGV. Hirzenhain) nut der Goldenen Ehrennadel des Hessischen «anger. Kundes und mit dem Ehrenbrief des Deutschen Sän­gerbundes ausgezeichnet. Die silberne Ehrennadel i des Hessischen Sängerbundes für 40jährige Sanges- titigteil erhielten Heinrich Walter Srais-Münzenberg), Heinrich Lotz (Cäcilia Lich),

Karl Rohrbach (Sängervereinigung Lollar), Hch. Pfeiffer (Germania Großen-Bufeck), Heinrich Vogel (MGV. Staufenberg) und Karl Hof- mann II. (Eintracht Ober-Widdersheim)

Georg-Hans-Fink-Gedächtnis- preis. Reichsbahn-Betriebsasfistent W. Fink in Gießen hat zum Andenken an seinen vor einigen Wochen in der Lahn verunglückten Sohn Georg Hans, der der Schülerabteilung des hiesigen M ä n- | ner-Turnvereins seit einigen Fahren angc» hörte und zu ihren eifrigsten Mitgliedern zählte, ; einen Gedächtnispreis in Gestalt einer sehr hübschen Statue gestiftet. Dieser Preis soll innerhalb tu 9 Vereins ausgetragen werden und geht in den Besitz derjenigen Abteilung über, die ihn in drei aufein» anbei forgenben Jahren gewinnt.

Silberne Hochzeit. Die Eheleute Däckermeister Georg Schwan. Kaiserallee 19, begehen morgen das Fest der Silbernen Hochzeit.

D i e Krankenkassenbeiträge für Arbeitslose. Die Neufestsetzung der Unter­stützungssätze in der Arbeitslosenversicherung und der Krisensürsorge macht eine Anpassung und eine veränderte Berechnung der Beiträge zur Krankenversicherung für die Arbeitslosen erfor­derlich. Diese Regelung ist in Dorbereitung. Für die älebergangszeit hat der Reichsarbeitsminister angeordnet, daß für die Berechnung der Beiträge der doppelte Betrag der Llnterstützung als Grund- lohn anzusehen ist. Falls hiernach ein geringerer Betrag als der um 5 Prozent gekürzte Iuni- beitrag sich errechnen würde, können die Kran­kenkassen die Zahlung dieses gekürzten Iunibei- irages verlangen. D.e Hebetgangäregelung gilt bis zum 1. November 1932.

Der Mandolinen- und Gitarren­vereinNeapolita" Gießen nahm am vorigen Sonntag unter Leitung seines Dirigenten Hans Sonntag an einem Nationalen Manko- linen-Wettstreit teil und konnte unter 18 Vereinen einen 1. Klassenpreis und einen Ehrenpreis mit 153 Punkten erringen. Der Wettstreit fand in Epperts­hausen (Kreis Dieburg) statt.

* Sonderzüge anläßlich der Mar­burger Festspiele. Wie man uns mitteilt, verkehren am Sonntag, 26. Juni, und am Sonn­tag, 3. Juli, zwei Sonderzüge auf der Strecke Frank­furt a. MMarburg anläßlich der Marburger Fest­spiele. Der Zug verläßt Gießen 1002 Uhr und kommt in Marburg 10.32 Uhr an. Abfahrt in Marburg 20.30 Uhr, Ankunft in Gießen 21 00 Uhr. In Marburg ist Gelegenheit gegeben Aum Besuch bcsTill Eulenspiegel , einem Stück, bas bei sei­ner Erstaufführung großen Anklang gesunden hat. Den Teilnehmern des Sonderzuges kommt ine Fest- fpielleitung insofern entgegen, als beim Dorzeigen der Fahrkarte an OTr Kasse ein erheblicher Rabatt eingeräumt wird.

Einbruch. In der Nacht zum Dienstag wurde in dem Zigarrengeschäft des Kaufmanns Unverzagt, Ecke Steinstraße-Schillerstraße, em Einbruch verübt. Die Täter drangen durch bas Oberlichtfenster an ber Ladentür in den Verkaufs- raum ein und stahlen dort eine größere Menge Zigarren, Zigaretten und Tabak, sowie eine Flasche Kognak. Durch ein Fenster, bas sie öffneten, haben sie den Schauplatz ihrer nächtlichen Tätigkeit wie­der verlassen. Die polizeilichen Nachforschungen sind im Gange.

Anschlag gegen einen Autobus.

* Nidda, 21. Juni. DerNiddaer Anzeiger" berichtet über einen Anschlag gege n e i n en Autobus folgendes: Als der Chauffeur Schmidt aus Nidda auf dem Wege von Busenborn nach Schotten mit dem mit etwa 35 Person en besetzten Bechthodfchen Auto m der Nacht zum Sonntag gegen 543 Uhr mit einer Geschwindig- teil von zirka 35 Kilometer die l ch ai r f c K u r o e am Steinbruch vor dem Lehrerhenn PaTierte, blieb der Wagen plötzlich mit einem Ruck stehen. Die sofortige Untersuchung ergab, daß ein starkes Drahtseil in Höhe von etwa 1 Meter über bie Strafe gefpannt war. Das Draht- feil hatte zur Abgrenzung des Steinbrud)5 gegen b.e Straße gedient, war von dem Pfosten losgemacht und beiderseits ber Straße mehrfach festumzweiBäumegeschlungen worden.

zusammengefaßt.

und anhaltendes seien noch einmal

die

bie Leitsätze

deren Befolgung allein einen

des Sonnenbades verheißt: Nicht

schon vorher! Allmähllche Steigerung der Sonnen» babbauer, kein brüskesDurchhastenwollen" be- stimmter Zeiwbschnitte! Es nicht zur Bildung von Blasen burd) bie Besonnung kommen lassen! Kör- perberoegung im Luftbad! Kopfbedeckung im Son» nenbab! Wo es möglich ist, Wasser-, Luft- und Son­nenbad miteinander verbinden!

günstigen Einfluß , ...

zu lang! Aufhören ober unterbrechen, wenn sich erste Zeichen von Unbehagen, Herzkwpfen, glim­mern vor ben Augen usw. zeigen, womöglich aber

gungen des Körpers hintanzuhasten. Aber bie Be­tonung derartiger Fehler ist besonders wichtig, denn in ungerechter Verallgemeinerung werden Schädigungen, wie sie beim Lust- und Sonnenbad zur Beobachtung gelangen, dem Prinzip zur Last gelegt und nicht ben zu entfernenden Auswüchsen. Ein reines Sonnenliegebad ist eine anstrengende Kur, die keineswegs jeder verträgt. Uebermaß hat schlechten Schlaf, Abmagerung und hochgradige Nervosität in raschem Gefolge. Was aber lieber- maß ist, das sagt keine Regel, das sagt nur das persönliche Befinden Wohlgefühl muß nach der Besonnung eintrelen, sonst war sie zulange durchgeführt. Von keiner Medizin, und wenn sie noch so heilsam ist, darf man mehr nehmen, als zuträglich ist. Wer sich vor Schaden behüten will, darf auch von der Sonne im Bade nicht mehr ge­nießen, als er vertragen kann, als ihm wirkliches Wohlgefühl oerfchafft. Darum

Darum und wo nimmt man Sonnenbäder?

Eine der größten medizinischen Errungenschaften der neuesten Zeit ist die Entdeckung (Wiederent­deckung) der Heilkraft der Sonne. Die Sonne, die große Wärme- und Lebensspenderin, ihre hei- lungsanregcnbcn Strahlen, ihre keimtötende- higkeit es ist für die Wirkung gleichgültig, ob insbesondere die ultravioletten Strahlen dabei aus­schlaggebend sind bildet heute wieder ein schwer zu missendes Bestandteil der ärztlichen Heilhinweise. Dem Gesunden zur Bewahrung, dem Kranken zur Heilung wird heute Sonne verordnet. Für Kinder zumal ist Licht und Luft tausendmal wichtiger und sorderlicher als alle Lebertran und andere die Ent­wicklung begünstigende Mittel.

Die schönsten Erfolge der Sonnenbehandlung werden aus den Hochalpen berichtet. Hier unter­stützt die dünnere Luft die Einwirkung bcs Son­nenlichtes. Den meisten Menschen fehlen aber Zeit und Mittel, um diese Orte aufzusuchen. Das ist auch nicht nötig. Jede Stabt bietet die Möglichkeit, nach Wunsch Luft- und Sonnenbäder zu nehmen. Es gibt überall private Sonnenbäder, sie verdienen Unterstützung. Aufgabe der Stadtverwaltungen ist es, wie Volksschwimmbäder, so auch Volks-Luft- und Sonnenbäder einzurichten. Ohne großen Auf­wand können sie angelegt werden. An zahlreichen Orten ist das schon geschehen.

Aber wer daraus bedacht ist, findet auch im Mittelpunkt der Stadt Plätze, wo er die Sonne aus sich wirken lassen kann, wenn auch in bekleidetem Zustand. Bänke in den Anlagen, an den Südseiten ruhig gelegener Gebäude, gewähren die Möglich­keit, inmitten der Häuser den goldenen Strahl aus- zunehmen, wie es der Wanderer im Hochgebirge kann. Die Mutter kann den Säugling im Wagen auf ben besonnten Balkon stellen, oder an bas of­fene Fenster, durch das die Sonne scheint. Die kleinen Kinder sollen am Spielplätze der nächsten Anlage sich beschäftigen. Der Kranke, der Genesende (affe soweit ärztliche Anordnung damit einver­standen ist feinen Stuhl ans Fenster schieben, um den heilspendenden Strahl zu nützen.^

ULe nimmt man Sonnen- und Cuftbäbet?

Die eigentlichen Sonnenbäder werden in unbe­kleidetem b;w. wenig bekleidetem Zustande genom­men. Die Einwirkung ber Sonnenstrahlen auf die Haut ist sehr stark. Der unbekleidete Körper darf der Sonne nicht zulange ausgesetzt werden, lang­same Gewöhnung ist nötig. Hier werden Fehler begangen. Ein Körper, der monatelang nicht der freien Sonne ausgesetzt war, kann nicht plötzlich eine Stunde besonnt werden, ohne Schädigung zu erfahren. Eine bestimmte Zeitdauer des Son­nenbades kann nicht vorgeschrieben werden. Das hängt von ber einzelnen Persönlichkeit ab, vor allem aber an ber Gewöhnung. 10 bis 15 Minuten im windstillen Sonnenbad sind anfangs vollkom- men hinreichend Allmähliche Steigerung ist mög­lich. Sobald die ersten Zeichen von Unbehagen, namentlich Herzklopfen, Flimmern vor den Augen, Schwindelgefühl auftreten, ist das ein Zeichen, daß die zuträgliche Grenze überschritten ist. Nicht nach der Uhr muß man sich richten, sondern nach diesen Zeichen. Man muß sich immer wohl und behaglich fühlen. Es darf keine Gewaltkur sein.

Wechseln ber Lage ist empfehlenswert, damit gleichmäßige Besonnung aller Körperstellen ein­tritt. Die Pigmentbildung in der Haut, die Bräu­nung, ist ein Schutzmittel gegen zu starke Wirkung der Bestrahlung, -sie tritt bei vielen Menschen langsam und wenig stark auf, bei anderen in kur- ;cr Zeit auffallend stark. Ein Anzeichen für große- ren oder geringeren Grad von Gesundheit, wie man oft mutmaßen hört, bildet diese Erscheinung nicht. Allzu lange Besonnung einer Hautstelle kann Verbrennungen Hervorrufen, die sich erst in Rötung, später in Blasenbildung mit heftigen Schmerzen äußert (Gletscherbrand). Es kommt vor, daß bet Nichlgewöhnten ein allzu langes Sonnenbad zu­nächst gar keine weiteren Beschwerden macht, und erst am Nachmittag oder am nächsten Tag treten bie Verbrennungserscheinungen, verbunden mit Fieber, auf Ralche ^Heilung tritt meist bei Trockenhastung der Haulstellen, Einpubern (Salicylpuder), Salben- behandlung ein. Heftigere Grade erfordern ärzt­liche Behandlung.

Unmittelbare Einwirkung ber Sonnenstrahlen durch die Schädeldecke hindurch auf das Gehirn

muh vermieden werben. -Ein Sonnenstich, d. h eine Blutüberfüllung des Gehirns, mit schweren Folgen, Ohnmacht usw., kann sonst eintreten. Im Sonnen­bad ist darum der Kopf zu bedecken, sei es durch ein Tuch, einen Hut, oder was sonst. Wenn man im Sonnenbade lieft, muß die Buchjeite im Schat­ten sein. Das grelle Licht der besonnten Seite scha- bet ben Augen unb ruft Enizündungserscheinungen und Augenschmerzen hervor.

Im Luft bade fällt die Sonncnroirtung fort Es wird zur Anregung der Hauttätigkeit, zur Ab- Härtung, auch an fonnenfreien Tagen, auch im Schatten genommen. Hier sind Bewegungen die wichtige Ergänzung bcs Babes: Lausen, tur­nen, Spielen, Reiben ber Haut. Kältegefühl ober Schauer barf nicht auftreten, sonst müssen energische Bewegungen durchgeführt, ober bas Luftbad ab­gebrochen werden. Ein Lust-Sonnen Bad, oerbun- den mit Bewegungen, ist beim Gesunden dem rei­nen Liegesonnenbad im allgemeinen bei weitem oorzuziehen.

Rolle des wasser» beim Sonnenbad.

Am günstigsten ist eine Derbindung oon.Wasier- unb Sonnenbab. Die Vorteile zweier gcsunbheits- förbernber Elemente vereinigen sich hier. Der Wechsel von Wasser unb Sonne kann bei allmäh­licher Trainierung mehrmals burchgesührt werben, ohne baß eine Schäbigung auftritt. Auch hier zeigt bas Blutgefäßsystcm am feinsten bie körperliche Belastung an. Schädliche Uebertreibung offenbart sich meist zuerst durch Herzklopfen. Daraus muh man horchen und darf nicht aus Vergnügen am Spiel, oder ausGrundsätzen", wie es zuweilen geschieht, noch lange nach Verspüren unangeneh­mer Empfindungen weitermachen. Weiteren Perso­nen schadet natürlich manches, was ein junger Mensch ungestraft wagen kann: die Gefäße sind im Alter nicht mehr so elastisch, wie in der Jugend. Darauf muh Rücksicht genommen werden.

An vielen Sonnenbädern sind Duschen oder an- bere Vorrichtungen zur Wasserentnahme ange­bracht. Der Körper fühlt sich viel wohler, wenn zwischen bie Besonnung ein anderer Körperreiz durch zeitweilige Einwirkung kästen Wassers ein* geschaltet wird. Am günstigsten und allem an­deren vorzuziehen ist die Vereinigung von Schwimm-, Lust- und Sonnenbad. Sie stellt das nicht immer erreichbare Ideal dar. Hier findet auch ber Abwechslungstrieb bes Men­schen seine Besriebigung.

was muh man als schädlich beim Sonnenbad vermeiden?

Wer bisher verstanden hat, um was es sich han­delt, weiß eigentlich schon von selbst, welche Dinge beim Sonnenbad zu vermeiden sind, um Schädi»