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22.6.1932 Frühausgabe
 
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Otto Hauser t<

Berlin, 21. Ium. (TL.) Der Mittwoch um 11 Uhr stattfindenden Konferenz der Innenmini­ster der Länder mit dem Reichsinnenminister legt man große Bedeutung bei. An der Besprechung zwischen dem Reichsinnenminister Freiherrn von G a y l und Hitler am Montag nahmen auch Göring, Frick und Frank II teil. Die natio­nalsozialistischen Führer brachten gegenüber dem Rcichsinnenminister sehr energisch ihre Forderung auf Aufhebung des Uniformverbots auch in Bayern und Baden zur Geltung und verlangten im übrigen durchgreifende Maß­nahmen des Reiches gegen die kommuni­stische Bürgerkriegshehe. Der Reichs­innenminister hat den nationalsozialistischen Füh­rern zugesagt, nach Möglichkeit ihren Wün­schen Rechnung zu tragen.

Man ist auch in den Kreisen der Reichsregie­rung der Leberzeugung, daß die allgemeinen Uni* formverbote in Bayern und Baden über das, was den Ländern im Rahmen ihrer Polizeihoheit zu­steht, hinausgehen und glaubt, in der Besprechung die Länder auch von dieser Tatsache überzeugen zu können. Es ist beabsichtigt, den betreffenden Ländern eine kurze F r i st für die Aufhebung der Uniformverbote zu stellen, damit sie Gelegen­heit haben, eventuell nötige Uebergangs- maßnahmen zu schassen. Sollte auf dieser Grundlage ein Einverständnis mit den Ländern nicht erzielt werden können, hat man die Ab­sicht, die Frage des Uniformtragens allgemein reichsrechtlich zu regeln und zwar durch eine Rotverordnung des Reichspräsidenten auf Grund des Artikels 48. In dieser Notverordnung würde zum Ausdruck kommen, daß allgemeine Uniformverbote nur vom Reich erlassen werden können. Für die Länder wird im Einzelnen bestimmt werden, wann und in welchem Umfange sie in einzelnen Fällen selbständig vorgehen können.

eines Urmenschen der Neandertalrasse und 1909 in einer Grotte bei Combe Capelle im gleichen Departement das Skelett eines weit jün- deren Urmenschen der Aurignacrasso. Der Mousts- rienmensch ist schätzungsweise 100 000, der Aurignac­mensch etwa 35 000 Jahre alt. Die beiden Skelette

Aus aller Welt.

Ivaffentag der Kavallerie.

.Hannover, 20. Juni. (TU.) Der Zweite Waffen­tag der deutschen Kavallerie wurde am Samstag­abend mit einer großen vaterländischen Kundgebung cingeleitet, die mit den aus allen Teilen des Reiches nach Hannover gekommenen alten Kavalleristen in den Uniformen der Vorkriegszeit Scharen Tausender aus Stadt und Land im hindenburgstadion vereinte. General a. D. P r e u ß e r, der frühere Kommandeur der Kaoallerieschule, hielt die Begrüßungsansprache. Nachdem dann Senator E l k a r t als Vertreter der Stadt Hannover gesprochen hatte, dankte General­feldmarschall v. M a d*e n f e n der Stadt Hannover für die dem Waffentag bereitete freundliche Auf­nahme, und den alten Kameraden dafür, daß sie in dieser schweren Zeit den Mut gefunden, zum

Berlin, 21.Iuni. (TU.) Nachdem durch die beiden ersten Notverordnungen nur eine Glatt­stellung der von der Regierung Brüning zurück- gelassenen schwierigen Finanzlage erfolgt ist, wird das Reichskabinett nach der Rückkehr des Kanz­lers und der Minister aus Lausanne wichtige po­sitive Maßnahmen durchführen. Die entsprechen­den Vorarbeiten werden bereits in den betreffen­den Ministerien geleistet.

DieDerabschiedungdesReichshaus- Halts durch Notverordnung muh bis zum 30. d. M. erledigt sein. Schwierigkeiten sind dort nicht mehr zu erwarten. Der Reichshaushalt wird in wenigen Tagen bereits vom Reichsrat verabschie­det sein, so daß man unter Umständen noch für Ende dieser Woche bzw. für Anfang nächster Woche unmittelbar nach der Rückkehr Herrn von Papens die betreffende Notverordnung erwarten kann.

Als wichtigste Aufgabe kommt dann die Frage der Arbeitsbeschaffung und der Sied­lung in Betracht. Die größten Schwierigkeiten macht hier die Frage der Finanzierung des Programms, da im Reichshaushalt nur unzuläng­liche Summen vorgesehen sind. Der Gedanke einer Prämienanleihe soll nicht wiederaufge- grifsen werden, da man sich von einer solchen An­leihe nichts verspricht.

In der Frage der Siedlung dürfte man sehr Diel weniger weitgehen, als das frühere Kabinett beabsichtigte. Die von Brüning geplante Enteignung großer Güter im Oft en wird die neue Regierung nur in erheblich geringerem Umfa n g e durchführen, weil jie auf dem Standpunkt steht, daß alle die Betriebe, die noch gerettet werden können, auch gerettet wer-

Reue plane des Reichskabiueiis.

Schwierigkeiten der Finanzierung für Arbeitsbeschaffung und Siedetvng.

Dienstwohnung zeigen ließ. Weiter wird er beschuldigt, trotz der seinerzeitigen Aus­weisung aus Lothringen dorthin zurückgekehrt zu sein, also Bannbruch begangen zu haben. Schließlich beschuldigt ihn die französische An­klagebehörde, während des Krieges an feine vor­gesetzten deutschen Behörden Geheimberichte über die Stimmung der Rombacher Bevölkerung gegeben zu haben. Bomhardt ist zur Zeit i m Metzer Gefängnis. Der Fall soll am Mitt­woch zur Verhandlung kommen. Die deutschen Be­hörden haben sich des Falles bereits angenommen und entsprechende Schritte eingeleitet.

Otto Hauser, der Entdecker des Moustsrien-Men- ftQhJrnx ®rUn^lal scheu ist in Berlim 58 Jahre alt, plötzlich gestorben. 'B Unter »,nich Hauser, der zu Wädenswil im Konton Zürich ge- fe,n °en U,

boren wurde, studierte in Basel und Zürich Archäo- (Ein t-tcn

logie. Seine ersten Ausgrabungen legten das mäch- ?r r für alle tige Amphitheater bei Windisch im Aargau, das alle , a,cnn alle

Vindodossa, frei. 1908 entdeckte er in der sogenannten U)eahrö;k ciner *Ba

unteren Grotte von Le Moustier im Tal der VSzere, I :-tn ocn» (' ^'r em einem kleinen Flüßchen im Departement Dordogne ip I'» bei b!r r ^erfüa in Südfrankreich, die fast unversehrt erhaltenen Reste , I*ikriiühJ ^rthführ eines Urmpnlrficn her 'Hpnnhortnfmür -

Die Frage der Arbeitsstreüung.

Berlin, 21. Juni. (WTB.) Das Reichs- arbeitsminifterium isd seit langem bemüht, zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit eine frei­willige Verkürzung der Arbeitszeit herbeizuführen. Neuerdings sind auch die L a n d e s- arbeitsämter in den Dienst dieser Aufgabe gestellt worden, an der sie durch ihren Aufgaben­kreis besonders interessiert sind. Die Landesarbeits­ämter sollen durch besondere Kurzarbeits­ausschüsse auf die Arbeitsstreckung in den ein­zelnen Gewerbezweigen und Betrieben ihres Be­zirkes hinwirken und an den Verhandlungen dieser Ausschüsse auch die Gewerbeaufsichts­beamten und gegebenenfalls d i e Schlich­tungsorgane beteiligen. Zugleich sind die Spitzenoerbände der Arbeitnehmer und Ar­beitgeber aufgefordert worden, die Landesarbeits­ämter durch tatkräftige Mitarbeit bei der Durch­führung dieser wichtigen Aufgabe zu unterstützen.

Heute Länderkonferenz in Berlin Oie Reichsregierung entschlossen, die Aufhebung der Ltniformverbote durchzusehen.

Oie Versorgung mit Brotgetreide sichergestellt.

Berlin, 21.Juni. (WTB.) Amtlich. Auf Grund der gegenwärtigen Marktlage muß die Ver­sorgung mit Brotgetreide bis zum Schluß des Erntejahres als gesichert gelten. Die Reichsregierung hält es deshalb nicht für erforderlich, die bis zum 30. Juni d. I. geltende Regelung für die zollverbilligte Einfuhr von Weizen zu verlängern. Auch beim Rog­gen ist die Verforgungslage so günstig, daß die Einfuhr weiterer zusätzlicher Roggenmengen nicht notwendig erscheint. Eine Brotverteue­rung wird nach wie vor nicht eintreten. Die ge­troffenen Maßnahmen sind jedoch von dem ent­schlossenen Willen diktiert, alle Voraussetzungen zu schaffen, die im Interesse einer angemessenen Ver­wertung der neuen Ernte unerläßlich sind.

Auch die Mrtschastspartei geht allein in den Wahlkampf.

Berldn, 21. Iuni. (VDZ.) Der Reichsaus­schuß der Wirtschaftsparfei beschloß, daß die Wirtschaftspartei mit eigenen Listen in den Reichstagswahlkampf gehen soll, sobald durch geeignete Maßnahmen Sicherungen getrof­fen seien, daß keine Stimmen verloren gehen können. Der Ausschuß sprach sein Be­dauern über das negative Ergebnis der Samm­lungsbestrebungen aus und bekundete den Willen, die Sammlung des nationalen freiheitsbewußten Düvgertuins weiterhin zu betreiben.

Haisischflossen mit Ei Tintenfisch mit Chry­santhemum indicum Tripang mit großen ge­trockneten Krabben Fischbauch mit ch nes schein Schinken und Algen Seeohren mit Rinosleisch Getrockneter Tintenfisch aus Canton Chi­nesischer Reis.

3m Iahre 1890 gab ein Großindustrieller im Berliner Zoologischen ©arten ein

Ueberslaalliches Festessen"

aus dessen Speisenfolge man nicht nur die ganze Sorglosigkeit der damaligen Zeit erkennen kann, sondern auch den ganzen Widersinn spürt, der aus Großtuerei und Geltungsbedürfnis herausgeboren ist. Cs gab:

Kraftbrühe von Sunda-Rind mit Büffelmark Zebuschwanz-Suppe Grönländische Stachel­rochen mit Lamabutter Australischer Kasuar ge­dämpft mit Edelpilzen - Schalentiere vom Nord­kapIunge, türkische SchwäneAntilorenrücken Norwegische Walderdbeeren, Chinesische Bambus» sprößlingeSamoa-Borne und Schwedische Mei­ereibutter und Käse.

Den Beschluß möge ein

Hochzeits-Essen 1536

machen. Es ist bekannt, daß im Mittelalter ge* A. wurde, wie zu römischen Zeiten. Die durften überboten sich gegenseitig an tagelangen Gasterecen, bei denen oft 100 fette Ochsen verzehrt wurden. Sie belebten die Tafel durch ungeheure Schaugerichte, die manchmal von 12 Personen ge­tragen werden mußten. Aber sie würzten die Mahlz^ten und Speisen auch mit Scherz und tollen Einfallen.

£er »Jüchen-Zettel" bei der Vermählung des Grafen Erbach mit Elisabeth, Tochter des Pfalz­grafen Iohann von Simmern am 8. Januar 1536 lautete:

© $aift Wild- und HirschzimmelGelb gesottene Koppen-Blaue Forellen mit HechtGroße Hecht- Feuerwerk in ein Gallren verwappnet als ecbaueffeng-aift verdämpfte GänseKraut Pasteten mit lebenden Vögeln-Gebackene Birn- Sin Storch mit Jungen und einem Strick um den Hals mit den Reimen:

»Ich wollt mit rechtem Begier daß jedem Claffer wär als mir*

Gemüse mit eingemachten Dingen Gebratene Krammetsvogel J$aueHen: Ein Berg mit ®änfen Kalt Hirschschlägel Mandeltorte

Kalt: Oberrhein-Lachs Mandue-Muräne Lauenburger Schatt-See-Muräne (von Bismarck geliefert) Puls-See-Muräne Gebirgs-Forelle Bach-Forelle Aal und Aesche.

, Auch die Fleischgegner haben schon zu allen Zeiten große Werbe-Essen veranstaltet. Das erste, das allgemeine Beachtung fand, war das

Vegelarier-Festeffen",

das 1884 im Zoologischen Garten zu Hannover stattfand. Es wurde gegeben:

Suppe von jungen Erbsen mit Griesklößen Scorzoner Wurzeln mit Bratkartoffeln Salate und Kompotte Blumenkohl mit Eiertunke und Kartoffeln-Kroketten Eingemachte Früchte Creme mit Johannisbeer-Tunke Frisches Ob ft Nachtisch Graham-Brot Käse Pumper­nickel.

Den Offizieren des deutschen Kanonenbootes Loreley" wurde 1898 ein

Türkisches Festessen- gegeben, das den Leser in eine ganz fremde Welt versetzt. Die Speisekarte lautete:

Weiße Suppe mit gehackter Leber Ein ge­bratenes Lamm mit Pistaziennüssen Gelee Gebratener Truthahn mit Ananassamen und geriebenen Kastanien gefüllt Weißer Cierrahm mit gestoßenem Zimt bestreut Gedämpftes Ge­müse mit Oel begossen Eierküse Gebratene Fische mit saurer Sauce Brotpudding mit Zucker bestreut Gebratene Fische Ein­gemachte Aepfel Geröstete Gänsekeulen Pastete von gehacktem Fleisch mit Kräutern Gebäck mit Honig Zusammengerollte Kohl­blätter mit gekochtem Reis gefüllt Eierspeise mit Mandeln Gedämpftes Huhn mit Ananas­samen gefüllt Zuckerkuchen wie Diamanten ge­formt Gemüse mit Knoblauch tunke Gebacke­nes Wurst von Reis und Kräutern Kuchen Gebackene Darben Rindfleisch mit Oliventunke Melonen Gesottene Klöße Gebackenes Frikassee mit Kastanien Schüssel mit gekochtem Reis und Rosenwasser mit Honig.

Man kann wohl annehmen, daß die Teilnehmer an diesem Essen gesättigt nach Haus gegangen sind, während die Teilnehmer an dem folgenden Mahl sich wohl etwas zurückhaltend benahmen. Cs war ein

Chinesisches Festessen", das anläßlich der Fisch-Ausstellung in Berlin im Jahre 1884 vom Koch des chinesischen Ge­sandten bereitet war. Es gab:

sind von Hauser und Klaatsch zusammengesetzt und befinden sich im Berliner Museum für Völkerkunde. Bei Ausbruch des Krieges wurde Hauser aus Frank­reich vertrieben und mußte fein Lebenswerk im StiH lassen. Verbittert lebte er seit der Zeit in Basel, seit Kriegsende meist in Deutschland, zuletzt in Berlin.

Pfeffer- und Schweinewildpret Hasenpastete Allerlei Gebratenes Marzipan und Parmesan­käse.

Die Leser werden bei denPasteten mit leben­den Vögeln" vielleicht erschrocken sein. Das waren indessen Schaugerichte, in deren Innern Vögel ge­fangen waren, die bann freigelassen wurden und über die Tafel flatterten. Schon in einer Speise­karte des Jahres 1445 anläßlich des Besuchs des Herzogs Rupprecht in Straßburg hieß es:

Rach gehaltener Messe ging Bischof und Gäste zu Tisch. Man trug manch Essen und fremde Tracht auf. Unter anderem brachte man ein Ge­backenes, das war ein Schloß und so groß als ein bester. Da thät der Bischof an den gebackenen Schloß ein Fensterlein auf, da flogen Vöglein her­aus, darnach thät er ein Türlein auf, da ward ein Weiherlein brinn gemacht, das lief voll le­bendiger Fischlein."

In weiteren 600 Jahren, im Zeitalter künst­licher Nahrung, wird man diese Feststellungen mit noch größerer Verwunderung lesen.

M. A.

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Kunst und Wissenschaft.

Berühmte Festessen.

Ein Blick in das Jteid) -er Feinschmecker.

3n der Geschichte der Kochkunst haben sich einige Speisenfolgen erhalten, die ebenso merkwürdig, wie beachtenswert sind. Aus der reichen Fülle seien ein paar Zusammenstellungen wiedergegeben, die nicht nur für die Hausfrauen Belehrung und Unterhal­tung bieten, sondern die auch unter kulturgeschicht­lichem Gesichtswinkel allgemeine Beachtung ver­dienen.

Am 6. Februar 1891 wurde anläßlich der Deut­schen Kochkunst-Ausstellung in Berlin ein

Feinschmecker-Essen"

gegeben, das vom Deutschen Gastwirt-Verband ver­anstaltet war und dadurch einen gewissen Weltruf erwarb, daß es mit 30 Mark für das trockene Ge­deck das bis dahin teuerste öffentliche Essen der Welt war. Es gab:

Schildkrötensuppe Austern-Vorgericht mit Ka­viar Rote Meerbarbe und Meerbrassen Fo- gasch mit Rheinlachs gefüllt Elennziemer auf Weidmannsart Englischer Hammelrücken mit ver­schiedenen Beilagen Lukullisches Zwischengericht Langusten mit Scampi Waldschnepfen Metzer Hühner Salat Eingemachte Früchte Edeldisteln auf flämische Art Sellerie Ge­müse Gefrorene Ananas Gefrorene Man­darinen auf Bäumen Bordeaux-Früchte Eis Gefrorenes von Erdbeeren Englische Käsebröt­chen Nachtisch.

Aus ein ganz anderes Gebiet führt das Reichs-Fifch-Efsen", das am 29. November 1876 im Reichstags-Gebäude Za Berlin ftattfanb und zu dem Zweck veranstaltet war, das Fischessen volkstümlich zu machen. Es wurde gegeben:

Warm: Rheinlachs mit zerlassener Butter Weserlachs aus Hameln mit holländischer Tunke Meerforelle mit Colberger Tunke Karpfen in polnischer Tunke Karpfen blau aus Lübichen Huchen aus der Donau Saibling aus dem Bo­densee in Butter Schleie in Dill aus Wollin Schleie aus Lübichen in Bier Goldorfe aus Wiesbaden in Butter Hecht aus der Ostsee in Petersilientunke Zander aus der Ostsee in Pilz­tunke Barsch aus der Ostsee gebraten Renka aus dem Bodensee in Butter und Felchen aus dem Bodensee in Butter.

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großen Teil von weither zu kommen, um sich wieder einmal der Pflege der Kameradschaft zu widmen. Am Sonntag vereinigte die Feftteilnehmer im Sta­dion von Hannover ein Festgottesdienst. Helle Be­geisterung stieg auf, als die Standarten der alten hannoverschen Reiterregimenter unter klingendem Spiel in das weite Rund des Stadion einzogen. Vor dem einfachen Feldaltar, um den in einem großen Viereck eine abgesessene Reichswehrschwadron und die Abordnung der alten Kavallerieregimenter und Kriegervereine Aufstellung genommen hatten, hielt der Wehrkreispfarrer den Feldgottesdienst ab. Der Kommandeur des Wehrkreises 6, Generalleutnant Fleck, betonte in einer Ansprache die hohe Be­deutung der alten deutschen Kavallerie für die junge Reichswehr. Mit kurzen Dankesworten erwiderte Generalfeldmarschall v. Mackensen. Tausende von Zuschauern sahen in den mit Flaggen reich ge­schmückten Straßen Hannovers den Festzug. An der Spitze zog eine Reichswehrschwadron, voran die alten Standarten. Ihnen folgten in einer endlosen Reihe die Abordnungen der Kavallerieregimenter.

Jugendliche Erwerbslose aus dem Rhein-Main- Gebiel in Pommern und Ostpreußen.

Nach den guten Erfahrungen, welche im letzten Jahr mit der Unterbringung jugendlicher Erwerbs­loser aus dem Bezirk des Landesarbeitsamts Hes­sen gemacht wurden, sind jetzt wieder eine Anzahl Jugendliche aus Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden bei kleinen Landwirten im Bezirk des Arbeitsamts L y ck (Ostpreußen) und im Bezirk Neustettin (Pommern) untergebracht worden. Da in der Hauptsache die am schwersten betroffenen Gebiete Rheinland und Westfalen be­rücksichtigt werden mußten, konnten aus dem Be­zirk Hessen diesmal nur etwa hundert Jun­gen vermittelt werden. Sie finden dort während der Sommermonate zu la nd wirtschaftlichen Hilfsarbeiten Verwendung.

Gerüsieinsiurz in Italien.

In De s i o, der lombardischen Geburtsstadt des jetzigen Papstes, stürzte an einem Neubau das Gerüst ein und begrub zwölf Arbeiter unter den Trümmern. Als sie nach mühevoller Arbeit geborgen werden konnten, lagen vier i m S t e r b e n, während die übrigen mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus? geschafft wurden. Zehn Jahre Allgemeiner Deutscher Bcamtenbund.

Der Allgemeine Deutsche Deamtenbund ver­anstaltete aus Anlaß seines zehnjährigen Be­stehens eine Feier im ehemaligen Herrenhaus, bei der der Vorsitzende, Ministerialrat a. D. F a I- kenberg, Vertreter der Ministerien sowie des Oberbürgermeister der Stadt Berlin und andere Organisationen begrüßen konnte. Er bedauerte das Nichterscheinen von Vertretern der Reichsregierung, gab aber der Hoffnung Ausdruck, ein gutes Verhältnis zu allen Behör­den pflegen zu können. Der Bund sei nicht Gegner des Deutschen Deamtenbundes. Er verstehe aber nicht dessen Weg, der der neuen Reichsregierung folge, anstatt diese gemeinsam mit anderen Ar­beiterverbänden vor Ueberspannung des Bogens zu warnen. Ministerialdirektor Brecht vom preußischen Staatsministerium betonte die Not­wendigkeit des Ein stehens für die Mit­glieder der Reichsregierung in Lau­sanne, ohne Rücksicht daraus, wie man inner- politisch zur Reichsregierung stehe. Die preußische Regierung werde sich mit allem Nachdruck bei der Reichsregierung dafür einsetzen, daß die Ar­beitszeit verkürzt und die Arbeitslosen in die dadurch freiwerdenden Stellen einbezogen werden. Nach weiteren Begrüßungsansprachen führte Reichstagsabgeordneter Dr. D ö l t e r (Soz.) u. a. aus: Die Beamtenschaft müsse Partei ergreifen in dem Kampf um die Verwirklichung einer Wirt- schaftsversassung, die nicht die Anhäufung dikta­torischer Wirtschaftsmacht auf der einen, Arbeits­losigkeit und Massenelend auf der anderen Seite mit sich bringt, sondern die Unterordnung der Wirtschaft unter die Interessen der Allgemein­heit. Die Fortentwicklung des Deamtenverhält- nisses. die Sicherung der Rechte und der soziale Aufstieg der Beamtenschaft seien nur möglich zu­sammen mit dem sozialen Aufstieg der Arbeiter­schaft.

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den müssen. Unter allen Umständen soll vermieden werden, daß eine große Zahl von Gütern durch . den Konkurs getrieben werde, weil in diesem Falle ja nicht nur die betreffenden Landwirte be­troffen würden, sondern alle Gläubiger, d. h. also Sparkassen, Händler, Gewerbetreibende, Hand­werker erleiden große Verluste. Wenn das dazu führen würde, daß sogar Sparkassen und Genossen- «j schäften ihre Schalter schließen müßten, würde cs ZU eine unübersehbaren Notlage in den betreffenden Gebieten kommen.

In der Frage der Arbeitsbeschaffung denkt man daran, führende Männer auf diesem Gebiete zu einem Ausschuß zusammenzurufen, um auch deren Ansicht zu hören. Der von einer Berliner Zeitung bereits genannte Oberst Hier! von der NSDAP, wird sicher zu diesem Ausschuß gehören. Es sollen aber in gleicher Weise auch, Persönlichkeiten aus anderen politi­schen Lagern hinzugezogen werden.

Auch die Frage der organischen Umge- . ft al tu ng d e r sozialen Fürsorge wird in Angriff genommen werden. Die 2. Notverordnung p hat nur die finanzielle Grundlage für den weiteren Fortbestand überhaupt gesichert. Jetzt sollen durch D e r tv a 11 u n g s d e r e i n f a d) u n g e n weite­re Ersparnisse erzielt werden. Dabei denkt man zunächst nicht daran, irgendeine Form der Versicherung oder irgendeine Art der Kassen aufzu­heben, sondern man will z. B. d i.e Anzahl der verschiedenen Kassen vermindern.

2luch der Gedanke der Neugründung von S p o r t v et b ä n d e n unter R e i ch s a u'f s i ch t wird wieder aufgegriffen werden, man wird auch hier schon bald mit positiven Plänen an die Oes- fentlichkeit treten.

Man spricht auch bereits von Erwägungen über dieDerhängungdesBelagerungszu- st a n d e s. Gerüchte dieser Art sind nach unseren Informationen aber unzutreffend. Es kann indessen kein Zweifel darüber sein, daß die Reichs- regierung entsprechend ihrer Ankündigung die Absicht hat,die mit ihrer letzten Notverordnung begonnene Politik energisch fortzuführen".

Rationalsozialiflische Forderungen

München, 21. Juni. (TU.) Zur Berliner 3n- nenministerkonferenz bringt die Nationalsozia­listische Parteikorrespondenz eine längere Aus­lassung, in der es am Schluß heißt:Ein Reichs- innenrninister, dem es ernst ist, mit dem Schutz der von ihm beschworenen Reichsverfassung, könne den Landesregierungen nur eine Antwort geben?Wenn Ihr nicht imstande « und fähig seid, den verfassungsmäßigen Schutz der staatsbürg-erlichen Grund- rechte zu übernehmen, tojnn Ihr statt diese ; Grundrechte pflichtgemäß zu veMdigen, sie außer Kraft seht, dann ist das Reich gezwungen, und sogar verpflichtet, diesen Schutz feiner Staats­bürger s e l b st zu übernehmen und zu gar an- J tieren." Eine solche Antwort an die lediglich geschäftsführenden Länderregierungew die in ihren Ländern keineBolksmehrheit mehr hinter sich hätten, würde von der großen Mehrheit der Staatsbürger gerade in den Ländern nicht nur verstanden, sondern aufs Wärmste begrüßt werden. Sie würde einen unerträglichen bürgerkriegsähn- lichenZustand beendigen, den diese Län­derregierungen durch ihre bisherige der Reichs­verfassung widersprechende Handhabung der Po- lizeihoheit erst heraufbeschworen hätten.