Otto Hauser t<
Berlin, 21. Ium. (TL.) Der Mittwoch um 11 Uhr stattfindenden Konferenz der Innenminister der Länder mit dem Reichsinnenminister legt man große Bedeutung bei. An der Besprechung zwischen dem Reichsinnenminister Freiherrn von G a y l und Hitler am Montag nahmen auch Göring, Frick und Frank II teil. Die nationalsozialistischen Führer brachten gegenüber dem Rcichsinnenminister sehr energisch ihre Forderung auf Aufhebung des Uniformverbots auch in Bayern und Baden zur Geltung und verlangten im übrigen durchgreifende Maßnahmen des Reiches gegen die kommunistische Bürgerkriegshehe. Der Reichsinnenminister hat den nationalsozialistischen Führern zugesagt, nach Möglichkeit ihren Wünschen Rechnung zu tragen.
Man ist auch in den Kreisen der Reichsregierung der Leberzeugung, daß die allgemeinen Uni* formverbote in Bayern und Baden über das, was den Ländern im Rahmen ihrer Polizeihoheit zusteht, hinausgehen und glaubt, in der Besprechung die Länder auch von dieser Tatsache überzeugen zu können. Es ist beabsichtigt, den betreffenden Ländern eine kurze F r i st für die Aufhebung der Uniformverbote zu stellen, damit sie Gelegenheit haben, eventuell nötige Uebergangs- maßnahmen zu schassen. Sollte auf dieser Grundlage ein Einverständnis mit den Ländern nicht erzielt werden können, hat man die Absicht, die Frage des Uniformtragens allgemein reichsrechtlich zu regeln und zwar durch eine Rotverordnung des Reichspräsidenten auf Grund des Artikels 48. In dieser Notverordnung würde zum Ausdruck kommen, daß allgemeine Uniformverbote nur vom Reich erlassen werden können. Für die Länder wird im Einzelnen bestimmt werden, wann und in welchem Umfange sie in einzelnen Fällen selbständig vorgehen können.
eines Urmenschen der Neandertalrasse und 1909 in einer Grotte bei Combe Capelle im gleichen Departement das Skelett eines weit jün- deren Urmenschen der Aurignacrasso. Der Mousts- rienmensch ist schätzungsweise 100 000, der Aurignacmensch etwa 35 000 Jahre alt. Die beiden Skelette
Aus aller Welt.
Ivaffentag der Kavallerie.
.Hannover, 20. Juni. (TU.) Der Zweite Waffentag der deutschen Kavallerie wurde am Samstagabend mit einer großen vaterländischen Kundgebung cingeleitet, die mit den aus allen Teilen des Reiches nach Hannover gekommenen alten Kavalleristen in den Uniformen der Vorkriegszeit Scharen Tausender aus Stadt und Land im hindenburgstadion vereinte. General a. D. P r e u ß e r, der frühere Kommandeur der Kaoallerieschule, hielt die Begrüßungsansprache. Nachdem dann Senator E l k a r t als Vertreter der Stadt Hannover gesprochen hatte, dankte Generalfeldmarschall v. M a d*e n f e n der Stadt Hannover für die dem Waffentag bereitete freundliche Aufnahme, und den alten Kameraden dafür, daß sie in dieser schweren Zeit den Mut gefunden, zum
Berlin, 21.Iuni. (TU.) Nachdem durch die beiden ersten Notverordnungen nur eine Glattstellung der von der Regierung Brüning zurück- gelassenen schwierigen Finanzlage erfolgt ist, wird das Reichskabinett nach der Rückkehr des Kanzlers und der Minister aus Lausanne wichtige positive Maßnahmen durchführen. Die entsprechenden Vorarbeiten werden bereits in den betreffenden Ministerien geleistet.
DieDerabschiedungdesReichshaus- Halts durch Notverordnung muh bis zum 30. d. M. erledigt sein. Schwierigkeiten sind dort nicht mehr zu erwarten. Der Reichshaushalt wird in wenigen Tagen bereits vom Reichsrat verabschiedet sein, so daß man unter Umständen noch für Ende dieser Woche bzw. für Anfang nächster Woche unmittelbar nach der Rückkehr Herrn von Papens die betreffende Notverordnung erwarten kann.
Als wichtigste Aufgabe kommt dann die Frage der Arbeitsbeschaffung und der Siedlung in Betracht. Die größten Schwierigkeiten macht hier die Frage der Finanzierung des Programms, da im Reichshaushalt nur unzulängliche Summen vorgesehen sind. Der Gedanke einer Prämienanleihe soll nicht wiederaufge- grifsen werden, da man sich von einer solchen Anleihe nichts verspricht.
In der Frage der Siedlung dürfte man sehr Diel weniger weitgehen, als das frühere Kabinett beabsichtigte. Die von Brüning geplante Enteignung großer Güter im Oft en wird die neue Regierung nur in erheblich geringerem Umfa n g e durchführen, weil jie auf dem Standpunkt steht, daß alle die Betriebe, die noch gerettet werden können, auch gerettet wer-
Reue plane des Reichskabiueiis.
Schwierigkeiten der Finanzierung für Arbeitsbeschaffung und Siedetvng.
Dienstwohnung zeigen ließ. Weiter wird er beschuldigt, trotz der seinerzeitigen Ausweisung aus Lothringen dorthin zurückgekehrt zu sein, also Bannbruch begangen zu haben. Schließlich beschuldigt ihn die französische Anklagebehörde, während des Krieges an feine vorgesetzten deutschen Behörden Geheimberichte über die Stimmung der Rombacher Bevölkerung gegeben zu haben. Bomhardt ist zur Zeit i m Metzer Gefängnis. Der Fall soll am Mittwoch zur Verhandlung kommen. Die deutschen Behörden haben sich des Falles bereits angenommen und entsprechende Schritte eingeleitet.
Otto Hauser, der Entdecker des Moustsrien-Men- ftQhJrnx ®rUn^lal scheu ist in Berlim 58 Jahre alt, plötzlich gestorben. '“B Unter »,nich Hauser, der zu Wädenswil im Konton Zürich ge- fe,n °en U,
boren wurde, studierte in Basel und Zürich Archäo- (Ein t-tcn
logie. Seine ersten Ausgrabungen legten das mäch- ?r r für alle tige Amphitheater bei Windisch im Aargau, das alle , a,cnn alle
Vindodossa, frei. 1908 entdeckte er in der sogenannten U)eahrö;k ciner *Ba
unteren Grotte von Le Moustier im Tal der VSzere, I :-tn ocn» (' ^'r em einem kleinen Flüßchen im Departement Dordogne ip I'» bei b!r r ^erfüa in Südfrankreich, die fast unversehrt erhaltenen Reste , I* “ikriiühJ ^rthführ eines Urmpnlrficn her 'Hpnnhortnfmür -
Die Frage der Arbeitsstreüung.
Berlin, 21. Juni. (WTB.) Das Reichs- arbeitsminifterium isd seit langem bemüht, zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit eine freiwillige Verkürzung der Arbeitszeit herbeizuführen. Neuerdings sind auch die L a n d e s- arbeitsämter in den Dienst dieser Aufgabe gestellt worden, an der sie durch ihren Aufgabenkreis besonders interessiert sind. Die Landesarbeitsämter sollen durch besondere Kurzarbeitsausschüsse auf die Arbeitsstreckung in den einzelnen Gewerbezweigen und Betrieben ihres Bezirkes hinwirken und an den Verhandlungen dieser Ausschüsse auch die Gewerbeaufsichtsbeamten und gegebenenfalls d i e Schlichtungsorgane beteiligen. Zugleich sind die Spitzenoerbände der Arbeitnehmer und Arbeitgeber aufgefordert worden, die Landesarbeitsämter durch tatkräftige Mitarbeit bei der Durchführung dieser wichtigen Aufgabe zu unterstützen.
Heute Länderkonferenz in Berlin Oie Reichsregierung entschlossen, die Aufhebung der Ltniformverbote durchzusehen.
Oie Versorgung mit Brotgetreide sichergestellt.
Berlin, 21.Juni. (WTB.) Amtlich. Auf Grund der gegenwärtigen Marktlage muß die Versorgung mit Brotgetreide bis zum Schluß des Erntejahres als gesichert gelten. Die Reichsregierung hält es deshalb nicht für erforderlich, die bis zum 30. Juni d. I. geltende Regelung für die zollverbilligte Einfuhr von Weizen zu verlängern. Auch beim Roggen ist die Verforgungslage so günstig, daß die Einfuhr weiterer zusätzlicher Roggenmengen nicht notwendig erscheint. Eine Brotverteuerung wird nach wie vor nicht eintreten. Die getroffenen Maßnahmen sind jedoch von dem entschlossenen Willen diktiert, alle Voraussetzungen zu schaffen, die im Interesse einer angemessenen Verwertung der neuen Ernte unerläßlich sind.
Auch die Mrtschastspartei geht allein in den Wahlkampf.
Berldn, 21. Iuni. (VDZ.) Der Reichsausschuß der Wirtschaftsparfei beschloß, daß die Wirtschaftspartei mit eigenen Listen in den Reichstagswahlkampf gehen soll, sobald durch geeignete Maßnahmen Sicherungen getroffen seien, daß keine Stimmen verloren gehen können. Der Ausschuß sprach sein Bedauern über das negative Ergebnis der Sammlungsbestrebungen aus und bekundete den Willen, die Sammlung des nationalen freiheitsbewußten Düvgertuins weiterhin zu betreiben.
Haisischflossen mit Ei — Tintenfisch mit Chrysanthemum indicum — Tripang mit großen getrockneten Krabben — Fischbauch mit ch nes schein Schinken und Algen — Seeohren mit Rinosleisch — Getrockneter Tintenfisch aus Canton — Chinesischer Reis.
3m Iahre 1890 gab ein Großindustrieller im Berliner Zoologischen ©arten ein
„Ueberslaalliches Festessen"
aus dessen Speisenfolge man nicht nur die ganze Sorglosigkeit der damaligen Zeit erkennen kann, sondern auch den ganzen Widersinn spürt, der aus Großtuerei und Geltungsbedürfnis herausgeboren ist. Cs gab:
Kraftbrühe von Sunda-Rind mit Büffelmark— Zebuschwanz-Suppe — Grönländische Stachelrochen mit Lamabutter— Australischer Kasuar gedämpft mit Edelpilzen - Schalentiere vom Nordkap—Iunge, türkische Schwäne—Antilorenrücken— Norwegische Walderdbeeren, Chinesische Bambus» sprößlinge—Samoa-Borne und Schwedische Meiereibutter und Käse.
Den Beschluß möge ein
Hochzeits-Essen 1536
machen. Es ist bekannt, daß im Mittelalter ge* A. wurde, wie zu römischen Zeiten. Die durften überboten sich gegenseitig an tagelangen Gasterecen, bei denen oft 100 fette Ochsen verzehrt wurden. Sie belebten die Tafel durch ungeheure Schaugerichte, die manchmal von 12 Personen getragen werden mußten. Aber sie würzten die Mahlz^ten und Speisen auch mit Scherz und tollen Einfallen.
£er »Jüchen-Zettel" bei der Vermählung des Grafen Erbach mit Elisabeth, Tochter des Pfalzgrafen Iohann von Simmern am 8. Januar 1536 lautete:
© $aift Wild- und Hirschzimmel—Gelb gesottene Koppen-Blaue Forellen mit Hecht—Große Hecht- Feuerwerk in ein Gallren verwappnet als ecbaueffen—g-aift verdämpfte Gänse—Kraut— Pasteten mit lebenden Vögeln-Gebackene Birn- Sin Storch mit Jungen und einem Strick um den Hals mit den Reimen:
»Ich wollt mit rechtem Begier daß jedem Claffer wär als mir*
Gemüse mit eingemachten Dingen — Gebratene Krammetsvogel J$aueHen: Ein Berg mit ®änfen Kalt Hirschschlägel — Mandeltorte —
Kalt: Oberrhein-Lachs — Mandue-Muräne — Lauenburger Schatt-See-Muräne (von Bismarck geliefert) — Puls-See-Muräne — Gebirgs-Forelle — Bach-Forelle — Aal und Aesche.
, Auch die Fleischgegner haben schon zu allen Zeiten große Werbe-Essen veranstaltet. Das erste, das allgemeine Beachtung fand, war das
„Vegelarier-Festeffen",
das 1884 im Zoologischen Garten zu Hannover stattfand. Es wurde gegeben:
Suppe von jungen Erbsen mit Griesklößen — Scorzoner Wurzeln mit Bratkartoffeln — Salate und Kompotte — Blumenkohl mit Eiertunke und Kartoffeln-Kroketten — Eingemachte Früchte — Creme mit Johannisbeer-Tunke — Frisches Ob ft — Nachtisch — Graham-Brot — Käse — Pumpernickel.
Den Offizieren des deutschen Kanonenbootes „Loreley" wurde 1898 ein
„Türkisches Festessen- gegeben, das den Leser in eine ganz fremde Welt versetzt. Die Speisekarte lautete:
Weiße Suppe mit gehackter Leber — Ein gebratenes Lamm mit Pistaziennüssen — Gelee — Gebratener Truthahn mit Ananassamen und geriebenen Kastanien gefüllt — Weißer Cierrahm mit gestoßenem Zimt bestreut — Gedämpftes Gemüse mit Oel begossen — Eierküse — Gebratene Fische mit saurer Sauce — Brotpudding mit Zucker bestreut — Gebratene Fische — Eingemachte Aepfel — Geröstete Gänsekeulen — Pastete von gehacktem Fleisch mit Kräutern — Gebäck mit Honig — Zusammengerollte Kohlblätter mit gekochtem Reis gefüllt — Eierspeise mit Mandeln — Gedämpftes Huhn mit Ananassamen gefüllt — Zuckerkuchen wie Diamanten geformt — Gemüse mit Knoblauch tunke — Gebackenes — Wurst von Reis und Kräutern — Kuchen — Gebackene Darben — Rindfleisch mit Oliventunke — Melonen — Gesottene Klöße — Gebackenes — Frikassee mit Kastanien — Schüssel mit gekochtem Reis und Rosenwasser mit Honig.
Man kann wohl annehmen, daß die Teilnehmer an diesem Essen gesättigt nach Haus gegangen sind, während die Teilnehmer an dem folgenden Mahl sich wohl etwas zurückhaltend benahmen. Cs war ein
„Chinesisches Festessen", das anläßlich der Fisch-Ausstellung in Berlin im Jahre 1884 vom Koch des chinesischen Gesandten bereitet war. Es gab:
sind von Hauser und Klaatsch zusammengesetzt und befinden sich im Berliner Museum für Völkerkunde. Bei Ausbruch des Krieges wurde Hauser aus Frankreich vertrieben und mußte fein Lebenswerk im StiH lassen. Verbittert lebte er seit der Zeit in Basel, seit Kriegsende meist in Deutschland, zuletzt in Berlin.
Pfeffer- und Schweinewildpret — Hasenpastete — Allerlei Gebratenes — Marzipan und Parmesankäse.
Die Leser werden bei den „Pasteten mit lebenden Vögeln" vielleicht erschrocken sein. Das waren indessen Schaugerichte, in deren Innern Vögel gefangen waren, die bann freigelassen wurden und über die Tafel flatterten. Schon in einer Speisekarte des Jahres 1445 anläßlich des Besuchs des Herzogs Rupprecht in Straßburg hieß es:
„Rach gehaltener Messe ging Bischof und Gäste zu Tisch. Man trug manch Essen und fremde Tracht auf. Unter anderem brachte man ein Gebackenes, das war ein Schloß und so groß als ein bester. Da thät der Bischof an den gebackenen Schloß ein Fensterlein auf, da flogen Vöglein heraus, darnach thät er ein Türlein auf, da ward ein Weiherlein brinn gemacht, das lief voll lebendiger Fischlein."
In weiteren 600 Jahren, im Zeitalter künstlicher Nahrung, wird man diese Feststellungen mit noch größerer Verwunderung lesen.
M. A.
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Kunst und Wissenschaft.
Berühmte Festessen.
Ein Blick in das Jteid) -er Feinschmecker.
3n der Geschichte der Kochkunst haben sich einige Speisenfolgen erhalten, die ebenso merkwürdig, wie beachtenswert sind. Aus der reichen Fülle seien ein paar Zusammenstellungen wiedergegeben, die nicht nur für die Hausfrauen Belehrung und Unterhaltung bieten, sondern die auch unter kulturgeschichtlichem Gesichtswinkel allgemeine Beachtung verdienen.
Am 6. Februar 1891 wurde anläßlich der Deutschen Kochkunst-Ausstellung in Berlin ein
„Feinschmecker-Essen"
gegeben, das vom Deutschen Gastwirt-Verband veranstaltet war und dadurch einen gewissen Weltruf erwarb, daß es mit 30 Mark für das trockene Gedeck das bis dahin teuerste öffentliche Essen der Welt war. Es gab:
Schildkrötensuppe — Austern-Vorgericht mit Kaviar — Rote Meerbarbe und Meerbrassen — Fo- gasch mit Rheinlachs gefüllt — Elennziemer auf Weidmannsart — Englischer Hammelrücken mit verschiedenen Beilagen — Lukullisches Zwischengericht — Langusten mit Scampi — Waldschnepfen — Metzer Hühner — Salat — Eingemachte Früchte — Edeldisteln auf flämische Art — Sellerie — Gemüse — Gefrorene Ananas — Gefrorene Mandarinen auf Bäumen — Bordeaux-Früchte — Eis — Gefrorenes von Erdbeeren — Englische Käsebrötchen — Nachtisch.
Aus ein ganz anderes Gebiet führt das „Reichs-Fifch-Efsen", das am 29. November 1876 im Reichstags-Gebäude Za Berlin ftattfanb und zu dem Zweck veranstaltet war, das Fischessen volkstümlich zu machen. Es wurde gegeben:
Warm: Rheinlachs mit zerlassener Butter — Weserlachs aus Hameln mit holländischer Tunke — Meerforelle mit Colberger Tunke — Karpfen in polnischer Tunke — Karpfen blau aus Lübichen — Huchen aus der Donau — Saibling aus dem Bodensee in Butter — Schleie in Dill aus Wollin — Schleie aus Lübichen in Bier — Goldorfe aus Wiesbaden in Butter — Hecht aus der Ostsee in Petersilientunke — Zander aus der Ostsee in Pilztunke — Barsch aus der Ostsee gebraten — Renka aus dem Bodensee in Butter und Felchen aus dem Bodensee in Butter.
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großen Teil von weither zu kommen, um sich wieder einmal der Pflege der Kameradschaft zu widmen. Am Sonntag vereinigte die Feftteilnehmer im Stadion von Hannover ein Festgottesdienst. Helle Begeisterung stieg auf, als die Standarten der alten hannoverschen Reiterregimenter unter klingendem Spiel in das weite Rund des Stadion einzogen. Vor dem einfachen Feldaltar, um den in einem großen Viereck eine abgesessene Reichswehrschwadron und die Abordnung der alten Kavallerieregimenter und Kriegervereine Aufstellung genommen hatten, hielt der Wehrkreispfarrer den Feldgottesdienst ab. Der Kommandeur des Wehrkreises 6, Generalleutnant Fleck, betonte in einer Ansprache die hohe Bedeutung der alten deutschen Kavallerie für die junge Reichswehr. Mit kurzen Dankesworten erwiderte Generalfeldmarschall v. Mackensen. Tausende von Zuschauern sahen in den mit Flaggen reich geschmückten Straßen Hannovers den Festzug. An der Spitze zog eine Reichswehrschwadron, voran die alten Standarten. Ihnen folgten in einer endlosen Reihe die Abordnungen der Kavallerieregimenter.
Jugendliche Erwerbslose aus dem Rhein-Main- Gebiel in Pommern und Ostpreußen.
Nach den guten Erfahrungen, welche im letzten Jahr mit der Unterbringung jugendlicher Erwerbsloser aus dem Bezirk des Landesarbeitsamts Hessen gemacht wurden, sind jetzt wieder eine Anzahl Jugendliche aus Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden bei kleinen Landwirten im Bezirk des Arbeitsamts L y ck (Ostpreußen) und im Bezirk Neustettin (Pommern) untergebracht worden. Da in der Hauptsache die am schwersten betroffenen Gebiete Rheinland und Westfalen berücksichtigt werden mußten, konnten aus dem Bezirk Hessen diesmal nur etwa hundert Jungen vermittelt werden. Sie finden dort während der Sommermonate zu la nd wirtschaftlichen Hilfsarbeiten Verwendung.
Gerüsieinsiurz in Italien.
In De s i o, der lombardischen Geburtsstadt des jetzigen Papstes, stürzte an einem Neubau das Gerüst ein und begrub zwölf Arbeiter unter den Trümmern. Als sie nach mühevoller Arbeit geborgen werden konnten, lagen vier i m S t e r b e n, während die übrigen mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus? geschafft wurden. Zehn Jahre Allgemeiner Deutscher Bcamtenbund.
Der Allgemeine Deutsche Deamtenbund veranstaltete aus Anlaß seines zehnjährigen Bestehens eine Feier im ehemaligen Herrenhaus, bei der der Vorsitzende, Ministerialrat a. D. F a I- kenberg, Vertreter der Ministerien sowie des Oberbürgermeister der Stadt Berlin und andere Organisationen begrüßen konnte. Er bedauerte das Nichterscheinen von Vertretern der Reichsregierung, gab aber der Hoffnung Ausdruck, ein gutes Verhältnis zu allen Behörden pflegen zu können. Der Bund sei nicht Gegner des Deutschen Deamtenbundes. Er verstehe aber nicht dessen Weg, der der neuen Reichsregierung folge, anstatt diese gemeinsam mit anderen Arbeiterverbänden vor Ueberspannung des Bogens zu warnen. Ministerialdirektor Brecht vom preußischen Staatsministerium betonte die Notwendigkeit des Ein stehens für die Mitglieder der Reichsregierung in Lausanne, ohne Rücksicht daraus, wie man inner- politisch zur Reichsregierung stehe. Die preußische Regierung werde sich mit allem Nachdruck bei der Reichsregierung dafür einsetzen, daß die Arbeitszeit verkürzt und die Arbeitslosen in die dadurch freiwerdenden Stellen einbezogen werden. Nach weiteren Begrüßungsansprachen führte Reichstagsabgeordneter Dr. D ö l t e r (Soz.) u. a. aus: Die Beamtenschaft müsse Partei ergreifen in dem Kampf um die Verwirklichung einer Wirt- schaftsversassung, die nicht die Anhäufung diktatorischer Wirtschaftsmacht auf der einen, Arbeitslosigkeit und Massenelend auf der anderen Seite mit sich bringt, sondern die Unterordnung der Wirtschaft unter die Interessen der Allgemeinheit. Die Fortentwicklung des Deamtenverhält- nisses. die Sicherung der Rechte und der soziale Aufstieg der Beamtenschaft seien nur möglich zusammen mit dem sozialen Aufstieg der Arbeiterschaft.
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Geheimrat L eWräfitent Dr. - Ütve des verstorbenen ' ^Hessen und später Rh ifingcr, der währen eidrskommissar für bas Laders verdienstvoll v injjtel:
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Sehr geehrte, gnäi kvebcn erbalte ich öii m Tode üprtf verehrte i’en, zugleich im Warn? cimmg, den Ausdruck
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Sic großen Verdienste t •chriger Dienstzeit, ins! aufopfernde Tätig!
Wngszeit haben den ::us ein bleibendes D wlkerung des Hessenlai s ehemals besetzten Hess Üeckcn an diesen vortri Whig bleiben. Ihm au nochmals wamsten »9 zu zollen, ist m cohat der Tod Ihres ">stn der Familie eine Z sondern sehr viele im: ms Werden sein Hinsch empsi babe die lief
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N« politisch M Scuertve k,5 Krcisamt ®je6fn . fwi|(ereien des »"'ft« rml|r,e"|i r*ÄnlrKa8'”- ich im üenn in der R r ®egner9 öle 6(|n Mrtigen J*|Lnef)rne
den müssen. Unter allen Umständen soll vermieden werden, daß eine große Zahl von Gütern durch . den Konkurs getrieben werde, weil in diesem Falle ja nicht nur die betreffenden Landwirte betroffen würden, sondern alle Gläubiger, d. h. ■ also Sparkassen, Händler, Gewerbetreibende, Handwerker erleiden große Verluste. Wenn das dazu führen würde, daß sogar Sparkassen und Genossen- «j schäften ihre Schalter schließen müßten, würde cs ZU eine unübersehbaren Notlage in den betreffenden Gebieten kommen.
In der Frage der Arbeitsbeschaffung denkt man daran, führende Männer auf diesem Gebiete zu einem Ausschuß zusammenzurufen, um auch deren Ansicht zu hören. Der von einer Berliner Zeitung bereits genannte Oberst Hier! von der NSDAP, wird sicher zu diesem Ausschuß gehören. Es sollen aber in gleicher Weise auch, Persönlichkeiten aus anderen politischen Lagern hinzugezogen werden.
Auch die Frage der organischen Umge- . ft al tu ng d e r sozialen Fürsorge wird in Angriff genommen werden. Die 2. Notverordnung p hat nur die finanzielle Grundlage für den weiteren Fortbestand überhaupt gesichert. Jetzt sollen durch D e r tv a 11 u n g s d e r e i n f a d) u n g e n weitere Ersparnisse erzielt werden. Dabei denkt man zunächst nicht daran, irgendeine Form der Versicherung oder irgendeine Art der Kassen aufzuheben, sondern man will z. B. d i.e Anzahl der verschiedenen Kassen vermindern.
2luch der Gedanke der Neugründung von S p o r t v et b ä n d e n unter R e i ch s a u'f s i ch t wird wieder aufgegriffen werden, man wird auch hier schon bald mit positiven Plänen an die Oes- fentlichkeit treten.
Man spricht auch bereits von Erwägungen über dieDerhängungdesBelagerungszu- st a n d e s. Gerüchte dieser Art sind nach unseren Informationen aber unzutreffend. Es kann indessen kein Zweifel darüber sein, daß die Reichs- regierung entsprechend ihrer Ankündigung die Absicht hat, „die mit ihrer letzten Notverordnung begonnene Politik energisch fortzuführen".
Rationalsozialiflische Forderungen
München, 21. Juni. (TU.) Zur Berliner 3n- nenministerkonferenz bringt die Nationalsozialistische Parteikorrespondenz eine längere Auslassung, in der es am Schluß heißt: „Ein Reichs- innenrninister, dem es ernst ist, mit dem Schutz der von ihm beschworenen Reichsverfassung, könne den Landesregierungen nur eine Antwort geben? „Wenn Ihr nicht imstande « und fähig seid, den verfassungsmäßigen Schutz der staatsbürg-erlichen Grund- rechte zu übernehmen, tojnn Ihr statt diese ; Grundrechte pflichtgemäß zu veMdigen, sie außer Kraft seht, dann ist das Reich gezwungen, und sogar verpflichtet, diesen Schutz feiner Staatsbürger s e l b st zu übernehmen und zu gar an- J tieren." Eine solche Antwort an die lediglich geschäftsführenden Länderregierungew die in ihren Ländern keineBolksmehrheit mehr hinter sich hätten, würde von der großen Mehrheit der Staatsbürger gerade in den Ländern nicht nur verstanden, sondern aufs Wärmste begrüßt werden. Sie würde einen unerträglichen bürgerkriegsähn- lichenZustand beendigen, den diese Länderregierungen durch ihre bisherige der Reichsverfassung widersprechende Handhabung der Po- lizeihoheit erst heraufbeschworen hätten.


