Ausgabe 
22.6.1932 Frühausgabe
 
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m.m Srühaussabe

182. Jahrgang

Mittwoch, 22. Juni 1952

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GiehenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Thefredaltteur

Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Voliiili Dr Fr. Wilh Lange; für Feuilleton Dr 5.1hi)not; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in (Sieben.

Hernois Tribuisorderungen.

Frankreich will vorerst noch keine Endregelung. Nach mehrjähriger Pause soll eine Abschlußzahlung geleistet werden.

Lausanne, 21. Suhl (TU.) Die Tributsrage ist nach Mitteilungen von deutscher Seite nun­mehr in das Stadium unmittelbarer Verhand- lungen getreten. Der englische Ministerpräsident Macdonald hat als Konferenzleiter in seiner ?strigen Unterredung mit den deutschenMinistern i c Wünsche anderer Abordnungen »um Ausdruck gebracht. Diese Wünsche bewegen sich in der Richtung, daß im Falle einer End- ng'ung der Reparationssrage eine Abschluß- zahlung Deutschlands ersolgt. Hierbei werden verschiedene Pläne bereits genannt, die jedoch offiziell der deutschen Abordnung bisher nicht bekannt sind. Die deutsche Delegation ist unterrichtet, daß sie mit dem Vorschlag der Ab- schluhzahlung zu rechnen habe.

Die Einstellung dec deutschen Regie­rung zu diesen Plänen ergibt sich eindeutig aus den Erklärungen des Reichskanzlers in der Voll­sitzung der Konferenz am vorigen Freitag. Zu dem Vorschlag der Verpfändung deutscher Eisenbahn- und Jndustriebonds wird aus deutscher Seile ausdrücklich daraus hingewiesen, die Aussassung sei irrtümlich, wenn aus anderer Seite angenommen werde, daß irgend ein Teil der deutschen wirtschast herausgenommen werden könne und für besondere Zahlungen an bas Ausland verwendet würde. Ls handele sich ledigltch um die Frage, ob die gesamte deutsche wirtschast in Zukunst überhaupt noch zu irgendwelchen T r i b u t; a h l u n g e n fä­hig sein werde, nicht aber um die Frage, ob ir­gend ein einzelnes deutsches Unternehmen mit Gewinn arbeite.

Die jetzt begonnenen Besprechungen über die Tri­butfrage würden vorläufig mit Macdonald in den nächsten Tagen fortgesetzt werden, obwohl sich die Gegensätze gegenwärtig noch weiter per- Icharflen, liege auf deutscher Seite nicht der gering­ste Anlaß zu irgendwelcher Nervosität vor.

Vie Iributoorschläge, die der französische Mi- visterpräsident herriot in seinen heutigen bei- den mehrstündigen Unterredungen TNacdonald mit- geteilt hat, sehen, wie von unterrichteter sranzösi- fchcr Seite mitgeteilt wird, zwei Perioden vor. 3n der ersten Periode, die einen Zeit­raum oon zwei bis fünf Jahren umfassen soll, soll ein vollständiger Zahlungsaus- fchub für sämtliche Tribut! ei st ungen Veutschlands erfolgen. In der , w e i l e n sristmähig vorläufig nicht zu bestimmenden Periode soll un­ter Berück sichtigung einer Gesundung der deutschen Wirtschaftslage eine Teilzahlung Deutschlands erfolgen. Vie vollständige Erfüllung des youngplanes wird von der französischen Regierung nicht mehr gesordert. Jedoch verlangt sie, daß nach Ueberwin- bung der deutschen Wirtschaftskrise eine neue Prüfung der deutschen Zahlungs­fähigkeit und Festfehung einer Abschluß- Zahlung Deutschlands erfolgt.

In der Unterredung mit Macdonald hat Herriot ausdrücklich erklärt, daß von einem v o l l ft ä n d i - gen Verzicht Frankreichs auf die Tributzahlun- gen nicht die Rede fein könne und daß die französische Regierung in diesem Punkt u n t e r gar keinen Umständen nachgeben könne. Die französische Regierung sei zweifellos im gesamteuro­päischen Interesse an einem deutschen Wohlergehen interessiert, könne aber nicht zulasten, daß die In­teressen der übrigen europäischen Länder dem In­teresse Deutschlands 3 um Opfer gebracht würden.

Frankreich isoliert.

Werden in Paris die Gefahren der neuen Lage erkannt'?

P a r i s , 21. Juni. (TU.) DerPari s m i d i" bringt einen Artikel seines Lausanner Sonder­berichterstatters, in dem die Isolierung tfrant- reichs auf der Konferenz deutlich hervorgehoben wird. Der Verfasser erklärt u. a.. Herriot findet weder bei E-ngland, noch Italien, noch bet der Mehrzahl der anderen Mächte Unterstützung. Die französische Abordnung be st ehe auf 0em Recht der Vergangenheit, wahrend dte Geigenspieler sich auf die europäische x 111 c und die dringende Rotwcndt gleit einer Lösung beriefen. Als Herriot sich tn der Rächt auf den 17. Juni unter dem Druck der Verhältnisse entschlossen habe, an der Er­klärung der fünf Mächte mitzuwirken, fei Die Lage berei ts sehr ernst gewesen. Hcr- riot habe vor der Alternative gestanden, zu unterschreiben oder in völliger Isolierung den Abbruch der Konferenz heraufzubeschworen. Die französische Abordnung mit Herriot an der Spitze tue ihr Aeuherstes, um den f r a n 5 o - sischen Rechts standpunkt ^ufrecht- z u e-r h a l t e n. Die Lage sei jedoch so ernft. oay die Engländer sich unter Umständen entschließen könnten, Lausanne einfach zu verlassen,

Ein nationalsozialistisches Vorschlag vom Zentrum gebilligt.

Die Wahl des Preußischen »flervräffoenlen bis nach der Äeichsiagswahl »erlagt.

Berlin, 21.Juni. (TU.) Die Zentrums- fraktion des Preußischen Landtages trat am Dienstagnachmittag in Anwesenheit der Zentrums­mitglieder des Preußischen Staalsrats, Mitgliedern des Reichsrates und der Reichsparteileitung zu einer Sitzung zusammen, in der der stellvertretende Bor­sitzende, Abgeordneter Sieger, davon Mitteilung machte, daß ihm der nationalsozialistische Abgeord- nete und Landtagspräsident Äerrl Den Wunsch geäußert habe, die Wahl des Ministerpra- sidenten von der Tagesordnung am Mittwoch abzusehen und bis nach der Re ich stags wähl zu vertagen. Der Ab­geordnete Serri habe ausdrücklich betont, daß er im Auftrage der Parteileitung der Nationalsozialistischen Partei und des Vorstandes der preußischen Land- lagssraktion der Nationalsozialisten handele. Land- taqspräfiDent Serri habe dabei der Hoffnung Aus- druck gegeben, daß d a s Z e n t r u m s i ch d . e s e m Wunsche anschließen werde.

Nach eingehender Aussprache beschlag die Zen- trumssraktion des Landtages, an den Präsidenten Serri folgendes Schreiben zu richten:

Die Zentrumsfraktion Des preußischen Land­tages hat oon Ihrer im Auftrage der national- fozialistifchen Parteileitung und Des Vorstandes Der nationalsozialistischen preußischen CanDtags- fraktlon Ihrem Vorstand geäußerte Anregung.

die Wahl Des 2TlinifterpräfiDenten bis nach Der Reichstagswahl hinaus,uschi e- b e n, Kenntnis genommen unD erklärt sich Damit e i n 0 e r ft a n D e n."

Weiter beschäftigte sich die Zentrumsfraktion mit der Wahl des Landtagspräfidenten. Es wurde jedoch in dieser Frage ein Beschluß nicht gefaßt, sondern die letzten Entschlüsse dcr_ Fraktion wurden auf Mittwoch zurückgestellt. Die Stimmung der Fraktion, die ursprünglich für die endgül­tige Wahl des Präsidenten Serri war, soll im Lause Der Verhandlungen umgeschlagen sein und zwar hauptsächlich wegen der scharfen An­griffe, die der nationalsozialistische Führer im Preußischen Landtag Abg. Sube kürzlich gegen das Zentrum gerichtet hatte.

Seine Einigung über das Landtagspräsidium.

Ein kommunistischer Vorstoß zur Aus» schaltung der Rechten.

Berlin, 21. Juni. (TU.) Die kommunistische Fraktion im Preußischen Landtag teilt mit: Ent­sprechend der in der .Roten Fahne" vom 21. Juni veröffentlichten Kundgebung des Zentralkomitees der KPD. hat die kommunistische Landtagsfrak-

woraus man dann Frankreich f ü r den wirtschaftlichen Zusammenbruch Eu­ropas verantwortlich machen werde. Wenn Frankreich durch seine Haltung Den Zu­sammenbruch der Konferenz Hervorrufe, könne die Lag« sich folgendermaßen gestalten:

1. Deutschland erklärt von sich au- ein Moratorium und stellt alle Zahlungen ein.

2. England fordert von Frankreich die Zah­lung der Kriegsschulden.

3. Auch Amerika meldet am 1. Juli seine Ansprüche an Frankreich an.

Ein überraschender Besuch.

Oer Amerikaner Gibson spricht mit Macdonald in Lausanne.

Lausanne, 21. Juni. (TU.) Der Führer der amerikanischen Abordnung aus Der Abrüstungs­konferenz, Gibson, traf Dienstagnachmittag zu­sammen mit Dem bekannten amerikanischen Finanz­sachverständigen Rorman Davis überraschend im Kraftwagen in Lausanne ein. Beide be­gaben sich sosort in das Hotel Beau Rivage, wo sie eine eineinhalb stündige Unter« redung mit Macdonald und dem eng­lischen Außenminister Simon hatten. Simon war DienStagvvrmittag von Macdonald aus Genf nach Lausanne zurückberusen worden.

Das völlig unerwartete Eintreffen Dibsons in Lausanne hat in allen Konserenzkreisen größte Lleberraschung hervorgerusen, da Die Ame­rikaner sich bisehr nachdrücklich weigerten, aus innenpolittischen Gründen irgendwelche Gespräche in Lausanne zu führen. Gibsons Erscheinen wird auf einen ausdrücklichen Wunsch des Weißen Hauses zurückgeführt und in Zusam­menhang mit der nächtlichen Unter- redungmitHerriot inM 0 rges gebracht. In Der Besprechung mit Macdonald soll Gibson von neuem gegenüber den englischen Mini­stern den dringenden Wunsch der amerikanischen Regierung nach praktischen Ergebnissen

in der Abrüstungssrage vorgebracht und mit größtem Rachdruck eine Wiederauf­nahme der Abrüstungsverhandlungen gesordert haben.

Um 17.30 Uhr traf Herriot im Hotel Beau Rivage ein. Er verhehlte keineswegs seine Ueber- raschung, als ihm mitgeteilt wurde, daß Gibson bei Macdonald sei. Herriot mußte eine zeit- lang in der Hotelhalle bis zum Ende der Unter­redung zwischen Macdonald und Gibson warten. Gibson verließ dann das Hotel und begab sich nach Gens zurück. Anschließend fand eine längere Un­terredung zwischen Macdonald und Herriot statt.

Gibson erklärte nach der Unterredung mit Mac­donald der internationalen Presse, er lege großen Wert auf die Feststellung, daß in Der Unterredung ausschließlich Abrüstungsfragen bc' sprachen worden seien. Die Reparationsfrage fei mit keinem einzigen Wort in Der Besprechung er­wähnt worden. Es besteht jetzt kein Zweifel mehr, daß Die amerikanische und Die englische Regierung auf Die französische Regierung Den ft är Uten Druck ausüben, Damit sie in Den Abrüstungs­frage ihren bisherigen Stanbpunkt aufgibt unD Durch ZugeftänDniffe eine Einigung ermöglicht.

Neue Verlegenheiisvorschläge.

Zwei Ausschüsse sollen bis zum Oktober eineEndlösung" ausarbeiten.

Die Deutsche 9tcaierung roirD, wie Die Telegraphen-Union" erfährt, Dem PräsiDenten Der Konferenz, MacDonalD, eine schriftliche Aus­zeichnung überreichen, in Der Der StanDpunkt Der Deutschen Regierung in Der Tributfrage in allen Einzelheiten Dargelegt und Der Nachweis Der uoIlftänDigen Unmöglichkeit weiterer Tributzahlungen für DeutschlanD geführt roirD. Diese Aufzeichnung kann als eine vertiefte Darstellung Derjenigen Gesichtspunkte angesehen wer- Den, Die Der Reichskanzler 0. Papen in seiner ersten großen ReDe vor Der Vollsitzung Der Repa­rationskonferenz am Freitag gehalten hat. Die Ueberreichung Der Auszeichnung an MacDonalD erfolgt im Hinblick auf Die Vermittlerrolle, Die Die englische Regierung in Den gegenwärtigen VerhanDlungen in Lausanne übernommen hat. Die Ueberreichung roirD Mittwoch vormittag Durch Den Reichsaußenminister v. Neurath erfolgen.

Die belgische unD französische Regie­rung haben ebenfalls angekünDigt, Daß sie am Mittwoch MacDonalD Aufzeichnungen ihrer beiDen Regierungen in Der Tributfrage überreichen werben. Der wesentliche Inhalt Dieser Vorschläge ist bereits bekannt. MacDonalD roirD somit im Laufe Des Mitt­woch aleidneitig im Besitz Der französischen und bei-

gischen Iributpläne als auch Der deutschen Stellung­nahme in schriftlicher Form sein. In allen Konferenz kreisen wurden jedoch am Dienstagabend dieAussichten der Konferenz außerordentlichpessi- m i st i sch beurteilt.

Die Erklärung Herriots, daß die französische Re- gierung unter keine Umständen einen vollständigen Verzicht auf Die Tributzahlungen aussprechen könne, roirD Dahin bewertet, Daß eine praktischeEnd- l 0 f u n g im Sinne Der englischen, italienischen und deutschen Wünsche nicht zu erreichen fein roirD. Es roirD Daher jetzt Der Plan erwogen. Die ßaufanner Konferenz bis zum Oktober in Permanenz z u erklären unD in Der Zwi­schenzeit einen wirtschaftlichen unD einen finanziel­len Au s s ch u ß einzusetzen, Die für Die EnDkonferenz im Herbst eine (EnDregelung Vorschlägen sollen. Viel bemerkt rourDc, Daß infolge Des neuen Schrittes Der amerikanischen Regierung England jetzt die amerikanischen Wünsche vertritt und eine enge Verbindung zwischen Den englischen und amerikanischen Interessen auf der Konferenz zu erwarten ist. Man erwartet, daß Die jetzt zutagegetretene FrontendilDung inner halb Der Großmächte bestimmend für die internatio­nale Lage Der nächsten Zeit fein roirD.

tion den Fraktionen der Sozialdemokra­tischen Partei und dem Zentrum ihre Bereitwilligkeit erklärt, für ein LandtagS- präsidium aus Vertretern der SPD. und des Zentrums unter Ausschal­tung der Nationalsozialisten und Deutschnationalen zu stimmen. Die kom­munistische LandtagSsraktion macht ihren Verzicht auf die Ausstellung eigener Kandidaten bei Der Wahl des Präsidiums von der Annahme und Durchsührung von zwei antifaschistischen M 1 n - dcstsorderungen durch die Sozialdemokratie und das Zentrum abhängig. Diese Forderungen lauten:

1. Herstellung der D e r f a m m I u n g s, Df- monftrations- und Pressefreiheit unD Freigabe Des Rundfunks für die revolu­tionäre Arbeiterschaft in Preußen.

2. Nichtdurchführung der beiden faschisti­schen Notverordnungen derPapen-Re- g i c r u n g in Preußen.

Die kommunistische Landtagssraktion hat die Frak­tion Der SozialDemokratischcn Partei unD Des Zen­trums um sofortige Stellungnahme zu Den ForDerungen ersucht. In Der SunDgebung Des Zen­tralkomitees Der KPD roirD Die Arbeiterschaft aus- gcforDert, Den Kamps für ein LanDtagspräsiDium ohne Nationalsozialisten unD Deutschnationale zu unterstützen unD politische Massenstrei s gegen Die Papen-Regierung zu organi­sieren.

In Parlamentarischen Kreisen wird erklärt, daß der kommunistische Vorschlag wenig Aus­sicht aus Verwirklichung habe wegen der von der KPD. ausgestellten Forderungen. Wenn die Kommunisten ihre Stimmabgabe für ein Mitglied der sozialdemokratischen oder der Zentrumsfraktion als Landtagspräsidenten von der Zustimmung zu ihren Anträgen flogen die Durchführung der Papen-Rotverordnungen in Preußen abhängig machen wollten und eine entsprechende Erklärung verlange die KPD in ihren Schreiben. so würde das nach Meinung maßgebender parlamentarischer Kreise die Mög­lichkeit Der Beste 11 ung eines Reichs- kommissarS sür Preußen sein.

Ob die Kommunisten auch bei Ableh­nung ihrer Bedingungen vielleicht aus tak­tischer Erwägung die Wahl eines Land- tagspräsidenten der SPD. oder des Zentrums ermöglichen würden, ist zur Zeit noch eine offene Frag«.

Verhandlungen zwischen den in Frage kom­menden Parteien über die Wahl dos Mimster- präsidenten haben immer noch nicht statt- gefunden. AuS ZentrumSkreisen verlautet, daß ohm« solche Verhandlungen daS Zentrum nicht für einen nationalsozialistischen Kandidaten, aber auch nicht für den Kandidaten einer anderen Partei stimmen wolle. Es würde bann vermut­lich Stimmenthaltung üben, womit die Ministerpräsidentenwahl scheitern würde.

Hohe Steuern auch in derSchweiz

Bundcdral Mnsy

über die schweizerische Finanzpolitik.

Bern, 21. Juni. (WTB.) Im Schweizerischen Nationalrat gab Bundesrat Mus»), der Ches Des Sinan,^Departements, eine ausführliche Darlegung Der schweizerischen Finanzpolitik. Er erklärte, er erwarte einen Rückgang Des Zinsfußes f ü r Anleihen auf 354 Prozent, unD be­merkte, Daß Ersparnisse in Den Verwal­tungen erwünscht seien. Zur Zeit roerDc Die Mög­lichkeit einer Erhöhung Des MaIzzo11es geprüft. Aus Tabak und Alkohol konnten neue Steuereinnahmen geschaffen werden. Die Einführung neuer direkter Steuern lehnte Bundesrat Mufy für Den Augenblick c.h unD führte aus, in keinem LanDe der Welt würden so viele Steuern bezahlt wie in der Schweiz. Ein Vermögen von 50 000 bis 100 000 Franken werde in Stabten wie Zürich, Bern usw. stärker belastet als in irgendeiner an- deren Stadt der Welt. Seit 1913 hätten die Schweizer 12 Milliarden Franken an Steuern gezahlt. Die Währung der Schweiz sei fest wie seit Jahren. Der Franken habe nie ge­schwankt. Musy betonte, daß jede Jnslations« Politik abgelehnt werde. Im Stände- rat teilte der Ches Des TlilitärDepartements Dünger mit, daß Der Bericht Der Sparkommission balD erscheinen roerDc. Die Gasschutzorgani­sationen für Die Zivilbevölkerung unD für Die Armee seien in Vorbereitung.

Ein deutscher Beamter in Lothringen verhafitet.

Lächerliche Vorwände.

R e u st a d t a. H.. 21. Juni. (ERB) Der Ober- sorstmeister v. Bomhardt wurde, als er in Rombach in Lothringen zu Besuch weilte, von der französischen Polizei verhaltet. Von französischer Seite wird ihm vorgewvrfen, Hausfriedensbruch begangen zu haben, weil er sich in Abwesenheit seines französischen Amtsnachfolgers von dessen Dienstmädchen den Garten der früher innegehabten