Einzelbild herunterladen

0

e

e

d

->

^Saa l

VH 'VyHi ÄchHnd hen,Ä; ^^fäfeuixi

Stadttheater

Gießen 3 05 0

20 bis nach 23 Uhr 27. Vorstellung im Frcitag-Aboml, Overettenvrelid! WB MW Lchlageroverelte w LBildemlnacheni. alten DienerPE' von Hans Wer. Musik von Ralph Venabko.__

Sporthemd "nd«raWatte em Stoff ! nen Farben.

daß es

-M Str.

, 024*

zttniner ttHbaum, _

. Büfett, QlP

S Georg Koos

^-Uj'ernr. 3904 nachmittägsH^ cörven", ]feuen' ie ^gen Barjfltjlnng; jimmerfeppidj, 1 Mh. Badewanne, 1 fle|ie|. Mene Stosse (fflei. )- ' 3126D

finbct bestimmt statt.

tinel

r k.A. in Tiegen.

I 31110

j .Sonntag, d. 24. April, MW-W

\n\ talutinV

Gemeinsamer Ab­marsch 3 Uhr, vom ^u'tizaebäude.

B22.4,!0llhrBR, ÄWlirBinU , 24.4., 11 Uhr: Stritt. it«D

109A

toe^i 4*5

HM

--SS?

:Z

1116*

llr.94 Elfter Blatt

182. Jahrgang

Zreitag, 22. April 1952

Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Schalle

Monat, Bezugspreis:

Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. -.25 Auch bei Nichterscheinen van einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt.

Zernfprechanschlüfle unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger tiefte».

Postscheckkonto: Krankfurt am Main 11686.

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,' für Re- Klameauzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr.

Chefredakteur:

Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange,- für Feuilleton Nr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen.

GießenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

t>ne an» Verla,: »rihl'lche Uaiv«rßtütr-Vach. aaö Skhtöraderei R. taugt ht (Heften. Sdjrfffltttang aa» Seschäftrftelle: Schalltrallt 7.

Frankreich in Genf isoliert.

Erbitierier Kampf um den englischen Antrag auf Abschaffung der schweren Angriffswaffen.

Paul-Soncours Rettungsmanöver

Krankreich will den Völkerbund bewaffnen

Genf. 21. April. (XU.) 3m HauptauSschuß der Abrüstungskonferenz wurde die durch den neuen Vorschlag der englischen Regierung ein­geleitete große Aussprache über die qualitative Abrüstung fortgesetzt. Die Vertreter von Ka­nada und Norwegen sprachen sich unein­geschränkt fiit die Vorschläge der englischen Ne­gierung aus. Unter großer Aufmerksamkeit setzte sodann Paul-Voncour den Standpunkt der französischen Negierung zu dem englischen Vor­schlag auseinander, ohne hierbei wesentlich Neues zu sagen. Gr lehnte, wie zu erwarten war, den englischen Vorschlag ab. Das Hauptargument, das Paul-Boncour immer wieder vorbrachte, be- stand in dem Hinweis, daß die Abschaffung der großen Angrislswasfen die Mächte daran hin­dere, ihre Nüstungen dem Völkerbund für ein internationales Vorgehen ge­gen den Angreiferzur Verfügung zu stellen. Mit großem Pathos erklärte Paul- Voncour. es sei außerordentlich gefährlich, wenn die Abrüstungskonferenz jetzt dem Völker­bund die wichtig ste Waffe entziehe, die er eines Tages im Interesse der in­ternationalen Sicherheit dringend ge­brauchen könne. Wenn die schweren Angriffs­waffen abgeschafft würden, fo sei damit eine einzigartige Gelegenheit vorübcrgelassen worden, dem Völkerbund die notwendigen Machtmittel zu geben. Die französische Negierung sei nicht in der Lage, den englischen Antrag in der vor­liegenden Fassung anzunehmen. Sie stehe viel­mehr uneingeschränkt aus dem Boden des ,Ab- kommensentwurfes des Völkerbundes, der die alleinige beste Grundlage der Lösung der Qfb- rüstungsfrage bilde.

Brüning und Macdonald erscheinen.

Amerika unterstützt den Antrag Englands.

Kurz nach 11 Uhr erschien der deutsche Reichs­kanzler Dr. Brüning und nahm den Platz des ersten Delegierten ein. Er wurde von inehrer"n Delegierten und besonders herzlich von Sir John Simon begrüßt. Unmittelbar darauf folgte der englische Premierminister M a c t) o n a l b, der eben­falls von einzelnen Delegierten herzlich empfangen wurde. Man bemerkte, daß Macdonald und Brüning, die sich hier in (9cnf* zum erstenmale seit ihrem letzten Zusammentreffen in Berlin sehen, herzliche Worte der Begrüßung austauschten.

Der amerikanische Botschafter Gibson erklärte dann, daß er den Antrag des englischen Außen­ministers auf Abschaffung der schweren Angriffs- Waffen im Namen seiner Regierung w ä r m st e n s u n t e r st ü tz e. Sinn und Ziel des englischen An­trages stimme voll mit dem amerikanischen Vor­schlag überein, durch Abschaffung der Angriffs- waffen die Verteidigungsmöglichkeiten zu erhöhen und damit die allgemeine Sicherheit zu stärken. Die Tatsache, daß die Vereinigten Staa­ten über diejenigen schweren Angrisfswassen oer- fugten, deren Abschaffung sie jetzt verlangten, sei dje beste Garantie für die Möglichkeit dieser Bestimmungen.

Unterstützung von allen Seiten

Der englische Antrag auf Abschaffung der schwe­ren Angriffswaffen sand unerwartet starke Unterstützung von allen Seiten. Von dreizehn Rednern des heutigen Vormittags erklärten sich alle bis auf Paul-Boncour uneinge­schränkt für den englischen Antrag, darunter die englischen Dominions, Australien, Kanada, Neusee­land, Irland und Südafrika. Der Vertreter von Süd­afrika erklärte mit großem Flachdruck, daß der eng- lische Antrag der erste Hoffnungsstrahl sei und der Welt beweisen könne, daß die 64 Staaten in Genf nicht müßig ihre Zeit verlören. Warme Unter­stützung sand der englische Vorschlag durch die Außenminister von Holand, Belaerta van Blockland, und Schweden, Baron Ramel. Nur der japanische Botschafter Sato nahm mit gewisser Vorsicht und dem Vorbehalt der Berücksichtigung der besonderen Lage seines Landes den englischen Vorschlag an.

Krankreich isoliert,

rilulesku macht einen Entlastungsvorstoß.

Die Aussprache hat den Eindruck verstärkt, daß die Stimmung in verstärktem Maße zugunsten des mglisch - amerikanisch - italienischen Vorschlages wachst, und daß die französische Negie­rung damit in eine außerordentlich schwierige Lage geraten ist, da die Iso­lierung Frankreichs und der mit Frankreich ver­bundenen Staaten deutlich zutagetritt. Zum Schluß schickte die französische Gruppe einen ihrer rhetorisch geschicktesten Vertreter, den rumänischen Delegierten Titulescu, vor, der unter Berufung auf 14 Delegationen einen um­fangreichen Entschließungsentwurf vorlegtc, der weniger eine Willenskundgebung des Ausschusses cis eine mit vielen Vorbehalten umgebene A u f» leTtung der verschiedenen in der Kommission hervvrgetretenen T e n -

denzen enthielt und vor allem den Versuch machte, den Begriff der Sicherheit auch in diese Frage einzuführcn.

Der Präsident Henderson war nicht in der Lage, wie ursprünglich vorgesehen, die Verhandlun­gen mit der Einsetzung eines Redaktionsausschusses abzuschließen und erklärte, daß durch den Vorschlag der 14 Mächte eine völlig neue Lage g e schaffen sei, die eine Wiederaufnahmeder Aussprache am Freitag notwendig mache.

Der Vorstoß der französischen Staatengruppe wird deutscherseits in Uebereinftiinmung mit den meisten Abordnungen als ein grobes Manöver aufgefaßt, um die ersten Ansätze praktischer Arbeiten auf der Ab­rüstungskonferenz zu verhindern. Es ergibt sich.

daß außer Frankreich,Polen und der K l e i, nen Entente lediglich eine Reihe solcher Staaten die Entschließung unterstützt Haden, die zu Beginn der Abrüstungskonferenz betonten, daß ihre bewaff­neten Kräfte nicht einmal zur Aufrecht­erhaltung der inneren Ordnung aus­reichten. Damit gewinnt die von Titulescu vorgenom­mene Stimmensammlung den Charakter einer sehr bezeichnenden Vorab st immung, denn deutlicher als durch das Angewiesensein auf die Unterstützung von Kuba, Guatemala, Uruguay, Per­sien und andere notorisch schwache und einflußlose Staaten konnte die Isolierung der französischen Gruppe in der Frage der qualitativen Abrüstung nicht bargetan werden.

Oer amerikanische Abrüstungsplan.

Stimson stellt die deutsche Entwaffnung als Muster für die allgemeine Herabsetzung der Rüstungen hin.

Genf, 21.April. (TU.) Von der amerikanischen Abordnung werden Mitteilungen gemacht über eine Erklärung, die Staatssekretär S t i m f o n in einer Unterredung mit Macdonald und Tardieu abgegeben hat, Staatssekretär Stimson legte Tardieu und Macdonald den neuen amerikanischen Abrüstungsplan dar, der auf dem Verfahren der qualitativen Herabsetzung der- st u n g e n aufgebaut ist und in dem Deutsch land als Mu st er für die Herabsetzung der st ungen hingestellt wird. Der amerika­nische Vorschlag geht davon aus, daß in Zukunft die Staaten nur über Armeen verfügen dürfen, die ent­sprechend dem deutschen Beispiel der Verteidi­gung der Grenzen und der O r d n u n g im Innern dienen. Noch den amerikanischen Plänen würde Frankreich über eine Armee von ungefähr 380 000 Mann verfügen dürfen. Sämtliche Möchte sollen auf der Abrüstungskonferenz den Stand ihrer gegenwärtigen Rüstungen begründen. Jedoch dürf­ten künftig die Sicherheitsloge eines jeden Londes und die geographischen Bedingungen lediglich unter dem Gesichtspunkt der Vertei­digung und der Aufrechterhaltung der inneren Ordnung für den Rüftungsstond maßgebend fein. Stimson hot dann weiter ange­deutet, daß die amerikanische Regierung für den Fall greifbarer Ergebnisse der Ab­

rüstungskonferenz es nicht ablehnen würde, am Schluß der Konferenz eine Erklärung obzugeben, nach der sie für den Fall eines europäischen Krie­ges dem angreifenden Staate weder direkt noch indirekt in irgendeiner Weise Hilfe l e i ft e n würde.

Diese Erklärung bedeutet, daß Stimson sich auf keinerlei Bindungen in der von Frankreich immer vorgeschobenen Sicherheitsfrage einlassen wolle. Stimson erklärte, daß Amerika kein Hindernis für eine regionale Organisierung der Sicherheit auf dem europäischen Kontinent sein wolle, daß aber die traditionelle Politik Amerikas keine Ein- Mischung in die Angelegenheiten eines anderen Kontinentes zulasse. Wenn die Genfer Verhandlungen zu keinem positiven Ergebnis führten, so werde das in der amerikoni- schen Oesfenllichkeik einen ka ta skrvp h o l e n E i n. druck machen; es werde dann sehr schwer sein, Amerika von der Ehrlichkeit und dem guten Willen der europäischen Staatsmänner zu überzeugen.

Diese offene Sprache Stimsons und vor allem die Publizität, die man ihr in amerikanischen Stei­fen gibt, scheint darauf hinzudeuten, daß Amerika für den Fall eines Mißerfolges der Konferenz keine Zweifel darüber kaffen wolle, wo die Verant­wortlichkeit zu suchen sei.

Verstimmung in Paris.

angelsächsischdeutschitaliemschen ^ViererbündniS" unter Druck gesetzt.

Dom

Paris, 22. April. (WTB. Funkspruch.) Die Morgenpresse gibt zu, daß die Lage, in der sich Frankreich seit Einbringung des Antrages Gib- sons befindet, einer gewissen Isolierung gleich kommt. »Petit Parisien" will wissen, daß die Amerikaner einen Plan zur Regelung der Effektiv st reitkräftc zu Lande vorbereiten wollen, den das Blatt alsviel gefährlicher" bezeichnet, als den Plan der qualitativen Abrüstung. Man behaupte sogar, daß Stimson bei feinen Unterredungen mit Brüning sich den Grundsatz der Nechts-Gleich- beit, den Deutschland fordere. zu eigen gemacht habe. Die radikaleNepublique" schreibt, man könne sich fragen, ob Amerika aus einer gewissen Herrschlust heraus, die als Im­perialismus bezeichnet werden könne, seine Gläubigeransprüche ausmünzen wolle, um eine Abrüstung nach seinen Wünschen herbeizuführen. Man glaube zu erraten, daß nicht nur die beiden angelsächsischen Mächte einig seien, sondern das in Genf sich eine Art Dierer-

bündnis gebildet habe und Frankreich wiedereinmal isoliert erscheine. -- Auch die nationalistische ZeitungL'Ordre" meint, die Vereinigten Staaten seien gegenwärtig im Be­sitz eines ausgezeichneten Druck­mitte l s. das auf gewisse große Nationen wirke. Sie erklärten nämlich dem Sinne nach: wir wer­den niemals die Schulden streichen! fügen aber gleich hinzu es sei denn, daß Europa abrüste. ..Echo de Paris" berichtet.' Man habe den Eindruck, daß England. Amerika. Deutsch­land und Italien hinsichtlich der Neparationen und vielleicht auch hinsichtlich des Donauproblems um von der Abrüstung nicht mehr zu sprechen dazu gelangt sind, sich z u gewissen ge­meinsamen Gedankenzu bekennen. Frank­reich besitze jedoch in der Möglichkeit, sich zu weigern, dem amerikanischen Wunsche nach Beitritt Frankreichs zu dem Londoner Flottenabkommen nachzu­kommen, ein Druckmittel, das nicht zu ver­achten sei.

3m Endstadium des Wahlkampfs.

Hitler in Marburg.

Marburg, 21. April. Die gestrige Massenver­sammlung der NSDAP., in der Hitler als Redner auftrat, gestaltete sich für Marburg zu einem Ver­kehrstag erster Ordnung. Die durch ein großes Land­jägeraufgebot verstärkte Polizei hatte olle Hönde voll zu tun. Gegen 19 Uhr trafen mehrere Sonder- Züge ein, so daß das große auf der Bürgerwiese errichtete Riesenzelt bereits um 20 Uhr überfüllt war. Diele konnten keinen Einlaß mehr finden. Da Hitler erst gegen 22 Uhr von Kassel eintraf, sprach zunächst der sächsische Landtagsabgeordnete Studenkowskn. Brausende Heilrufe erfchollen, als Hitler das Zelt betrat. Schwölmer und Hef tentracht-Mödchen übereichten ihm aus Anlaß sei nes 43. Geburtstages Blumengebinde. In seinen etwa halbstündigen Ausführungen betonte Hitler u a., daß die heutigen Machthaber durch ihre materiellen Versprechungen van der Wirklichkeit selbst aufs äußerste enttäuscht worden seien. Der Redner wies Angriffe auf seine Person und Partei zurück und betonte weiter, auf das Verbot der SA. eingehend, daß es nicht möglich fei, Menschen von­einander zu lösen, die mit den Herzen aneinanderge- schweißt, sind. Die aufgelösten 400000 SA.-Leute

würden wieder auserstehen. Preußen habe die Aus­gabe, Bannerträger der deutschen Einheit zu sein. Hugenberg im Sportpalast.

Berlin, 21. April. (TU.) Am Donnerstagabend sprach H u g en b e r g im Berliner Sportpalast, der mit Bildern Friedrichs des Großen geschmückt war. Eine Kapelle in friderizianischer Uniform spielte alte preußische Militärmärsche. Unter den Anwesenden sah man u. a. Prinz Oskar von Preußen Hugenberg führte u. a. folgendes aus: Die Preußenwahl muß eine Mehrheit aus Deutschnationalen und National­sozialisten bringen. Aber in dieser Mehrheit müsse die DNVP. in ausschlaggebender Stärke vertreten sein. Sie steht a n< w e i t e st e n rechts. Sie ist die eigentliche Flügelpartei. Die Nationalsozialisten wer­den sich einem neuen Harzburg der ge­rne infamen praktischen Arbeit gar nicht entziehen können. Wenn wir von Fehlern und Unvollkommenheiten der Nationalsozialisten sprechen, so ist diese Absetzung notwendig, damit wir selb st nicht mit ihnen in einen Topf geworfen werden; denn das könnte zuk Folge haben, daß viele aus Angst vor solchen Fehlern von der nationalen Opposition ferngehalten werden. Wir haben zu gewährleisten, daß innerhalb einer gemein­

samen künftigen Preuhenrcgierung jene Fehler und Unvollkonimenheiten ebenso überwunden werden, wie es heute in kleineren rechtsregierten Ländern schon geschieht. Wir hoben keine Zeit zu Experimenten. Die Jugend verlangt von uns Weiteren, daß wir sie mit Vernunft und mit der Tat emporreißen.

Wahlkundgebung der Volkspariei in Frankfurt.

Frankfurt a. M., 21. April. (WEN.) Die Deutsche Volkspartei veranstaltete int Volks- bildungsheim eine Wahlkundgcbung, bei der der Spitzenkandidat der DVP. des Wahlkreises 19, Landtagsabg. Schwarzhaupt erklärte, von Preußen her sei das alte Neich errichtet worden, von Preußen her müsse auch das neue Neich gestaltet werden. Als Voraussetzung dafür be­zeichnete der Nedner die Wiederaufrich­tung der Dürgerlichkeit. denn nur natio­nal-bürgerliche Kräfte mit Bürgerwürde und Bürgerstolz könnten einen besseren Staat schaffen, den Staat des ganzen Volkes und nicht den Staat einer Partei. Das Preußen von heute sei nicht dieser Staat. Der Nedner kritisierte dann die heutigen Verhältnisse in Preußen, und kam auch besonders eingehend auf das Partei­buchbeamtentum zu sprechen, das unter allen Um ft ä nt) en beseitigt werden müsse Unb mit ihm die Politik, die den Staat nicht zum Volke und das Volk nicht zum Staate kommen lasse. An der so stark angeschwollenen nationalsozialistischen Bewegung dürfe man nichl vorübergehen Es wäre zu begrüßen, wenn diese Bewegung zur verantwortlichen Mit­arbeit herangezogen werde, damit man bald klar sehe, ob hinter den Worten auch die Tat stehe. Frau Brökelschen-Kemper ging auf die Ideen des Nationalsozialismus ein und warnte vor dem Rückschlag. der einmal kommen müsse, wenn der wie ein Messias ver­ehrte Adolf Hitler die Enttäuschung seinen An­hängern bereiten müsse, die nicht ausbleiben könne. Zweck und Ziel der Wahl müsse fein eine starke Mitte zu schaffen, die ein Boll- werk gegen den Radikalismus von rechts und links bedeute, damit ein Staat geschaffen werde, würdig des deutschen Menschen

Oer Wahlkampf in Bayern.

München, 22. April. (TU) Hier bildete den Höhepunkt des Landtagswahlkampfes in Bauer» eine große Kundgebung der Bayerischen Volkspartei, in der Ministerpräsident Dr. Held sprach. Er wandte sich scharf gegen die Nationalsozialisten und wies darauf hin, daß Hiller im Jahre 1923 unter Bruch feines Ehren- chortes den dümmsten Putsch inszeniert habe, den je die Welt erblickte. Dieser Putsch habe Bayern in schweren Mißkredit gebrach«. Es habe langjähriger Arbeit bedurft, utn das verlorene An sehen Bayerns wieder zurückzugewinnen. Trotzdem sich die Nationalsozialisten damals beinahe als die Vernichter Bayerns erwiesen hätten, möchten sie sich heute wieder als die kommenden Retter auflpielcn. Das Geschrei vom Staat der Partei buchbe amten könne Bayern nicht treffen, denn es habe keine Parteibuchbeamten. So wenig wie das Partei Militär Hitlers habe geduldet werden können, fo wenig könne ein Staat künftig noch Beamte dulden, die sich von diesem Staat onsteUen und bezahlen ließen, und zugleich einer Bewegung angehörten, die diesen Staat umbringen wolle.

Oer Znngstahlhelm beschwert sich über Severing.

Berlin, 21. April. (TU.) Der Bundesrat des Iungstahlhelms veröffentlicht einen an den Reichsinnenminifter gerichteten offenen Brief, in dem er u.a. ausführt: Im Herbst v I. hatte sich eine größere Anzahl deutscher Iugendverbönde bereits unter dem Namen GVA. (Geländekport- Verbände-Arbeitsgemeinschaft) zu einer Ar­beit s g e m ei n s ch a s t zufammengefunden. Die Teilnehmer, die den festen Willen gehabt hätten, Uch bei ihrer geländefportlichen Arbeit unbedingt innerhalb der durch die Gesetze ge­zogenen Grenzen zu halten, hätten sich vor endgültiger Ausarbeitung ihrer Nichtlinien mit dem Neichsinnenminifterium in Verbindung ge­setzt um die Gewißheit über die einwandsreic Gesetzlichkeit ihrer Betätigung zu erlangen. Ver­treter des Neichsinnenminifteriums hätten mehr fach Gelegenheit gehabt, sich persönlich von dem gesetzlichen Eharaktcr der im Zeichen bei DBA ausgeübten Schulungstätigkeit zu über zeugen. Es müsse deshalb außerordentlich be­fremden. daß der preußische Innenminister Se­vering vor einigen Wochen an den Leiter der GVA.. Herrn Generalmajor a. S). Vogt, eine schriftliche Verfügung gerichtet ' habe worin er bis auf weiteres der GVA. jeglichß Betätigung untersagt, da gegen Me GVA. der Verdacht militärischer Be­tätigung vorliege.