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Nr. 18 (Erftes Blatt

182. Jahrgang

Freitag, 22. Januar 1952

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Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Örud vnb Verlag: vrLhI'fche Univerfitälr-Vuch. nnö Steindritfcrei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Seschäftrftelle: ZchulNrahe 7.

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Chefredakteur

Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für'Politik Dr. Fr. Wilh. Lange, für Feuilleton Dr fi.Ibnriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschem und für den AnzeigenteU Mar Filter, sämtlich in (Biehen.

Oie Tributdebatte in der französischen Kammer.

Don Marin bis Herriot Krönt gegen Deutschlands Zahlungseinstellung. Eine Mehrheit für das Kabinett Laval gesichert.

Pari«, 21. 3an. (WTB.) Der zweite Teil der InterpellationSdebatte in der Äammcr über die innere und äufzere Politik der Regierung begann unter flattern Zudrang der Abgeordneten und der Tribünenbesucher. Der lo-ialrepubli- kanische Abgeordnete Forgeot erklärte, wäre eS für Frankreich weise, hartnäckig Rein zu sagen? Keineswegs. Die Stunde einer mächtigen Gegenoffensive habe geschlagen. Sin einfacher, klarer franzäsifchcr Vorschlag an die gesamte Well würde Frankreichs Gegner zur Entscheidung zwingen Wenn es nun möglich wäre, eine gesunde Lösung zu finden, ohne die französische Sicherheit zu verringern, warum solle man das nicht versuchen?

Warum ivollc man A merlka heute nicht fol­genden Vorschlag machen: Frankreich ver­zichtet aus seine Reparationen, wenn ihm seine Schulden erlassen iver de n. Frankreich ist bereit, feine R ü - ftungsausgaben um 25 Prozent herabzusetzen gegen die Zusicherung, das, ber(Barantleoerfrag oon 1 9 1 9 ft r a 11 erlange, ftönnte Frankreich das annehmen?

3a.

Deutschland könne sich morgen in einer allgemeinen Erhebung auf Frank­reich werfen. Gegen eine solche Gesahr sei die beste Rettung die DerständigunA. Unter ungeheuerem Beifall des Hauses schloß «rorgeol: Rann Frankreich bei seiner negativen Politik blei­ben? Ist es sich nicht selbst schuldig, einen posi­tiven, konstruktiven Plan oorzuschlagen, um das allgemeine Unheil zu verhindern?"

Der Abgeordnete Louis Dubois (Fraktion Marin), ehemaliger Vorsitzender der Rcpko, hielt es für angebracht, sich mit den möglichen Folgen einer ablehnenden Haltung Deutschlands zu beschäf­tigen. Er zählte die im Young-Plan angeblich vor­gesehenen Sanktians Möglichkeiten auf und fragte die Regierung, welche Politik gegenüber Deutschland, die Bereinigten Staaten und England zwecks Regelung aller Finanzfragen sie zu betreiben gedächte.

Ein Zwischenfall.

Die Sitzung muhte dann wegen eines Zwischen- falles unterbrochen werden. Der '21 bg. Delsol von der Fraktion Maginot sagte, die Erklärung des Reichskanzlers bedeute nicht, Deutschland könne nicht mehr zahlen, sondern Deutschland wolle n i ch t tn e h r z a h l e n. Es sei also unnütz, die Verhandlungen fortzusetzen. Man müsse Deutschland gegenüber d i e starke Faust zei­gen und dürfe nicht nachgeben. Namentlich in der Äbrüslungssrage heiße es, fcftbleiben. Der Friede um jeden Preis bedeute den unvermeidlichen Krieg. Zum Schluß gab Delsol der Hoffnung Ausdruck, daß in der französischen Kammer nur Abgeordnete sahen, die als Vertreter Frankreichs, nicht aber als Vertreter Deutschlands zu gelten hätten. Diese Aeuherung bezogen die S o z i a l i ft e n auf sich. Sie verlangten eine Rekli sizierung. Delsol verweigerte diese. Es setzte ein P u Itdeckelkonzertein. Unter allgemeinem Lärmen zeigte der sozialistische Abg. Grumbach dem Ministerpräsidenten Laval eine Zeitung mit einer Karikatur. Hierauf entstand ungeheuere (Er­regung. Der Kammerpräsident mußte die Sitzung unterbrechen.

Aach Wiederaufnahme der Sitzung suchte Ab­geordneter Delsol unter Pfuirufen der Linken seine Ausführungen abzuschwächen.

Marin beruft sich auf die Kriegsschuldlüge.

Hieraus führte Louis Marin aus. die Ereig­nisse seien sehr ernst. Deutschland habe erklärt, daß es sich einem derHauptartikel des Versailler Vertrages entziehen werde. Hinsichtlich der übrigen Artikel werde es eines Tages die gleiche Haltung einnchmen.Wenn Deutschland nicht nachgebc, was würden die Alli­ierten dann angesichts »dieser Verletzung des Versailler Vertrages" tun? Von der äußersten Linken bis zur äußersten Rechten sei man in Frankreich der Ansicht, daß die Reparatio­nen geheiligten Charakter trügen. (Lebhafter Beifall.)

3m Namen der internationalen Moral müßten die von Deutschland in Frankreich, Belgien und Rumänien angerichteten Schäden wieder gut gemacf)! werden. Frankreich müsse feinen Anteil an den ungeschützten Reparationen bis zum Aeuhersten verteidigen. Sei es möglich, daß 2 3ahre nach Ausstellung des Qoungplanes Deutschland ihn als $ e c r i f f c n ansehen könnte? Der Abg. Grumbach selber habe erklärt, wenn Deutschland am IJoungplan rühre, würde er beim Völkerbund die Wirtschafts- und Finanzblockade Deutschlands be­antragen.

Hier warf Grumbach ein: »Ich habe hierbei an Hitler gedacht und an den Haager In­ternationalen Gerichtshof, aber an keine mili­tärische Maßnahme." Marin lehnte dann weitere Kredite an Deutschland ab und

wandte sich gegen Priorität der amerikanischen Privatgläubigervorzüge, da die .Wucherer' nicht zum Schaden der Opfer bevor­zugt werden dürsten. Auf der Abrüstungskon­ferenz müsse die Regierung angesichts der deut­schen Rüstungen festbleiben, Generosität sei nicht mehr am Platze. Deutschland stelle immer nur neue Forderungen und würde schließlich alles erhalten. Der Völkerbund sei, weil er über keine Sanktion-mittel verfüge, nicht viel wert. Gegenüber Deutschland bleibe das Bündnissystem immer noch das Beste.

Die Reparationen beruhten auf der ftriegs- schuldklausel, sie seien das Zeichen der Schuld Deutschlands am Weltkrieg und dürften schon deshalb nicht aufge­geben werden.

Der internationale Untersuchungsausschuß, der von Blum vorgcschlagen sei. sei unnütz, denn der Finanzausschuß der Kammer könne mit Leichtig­keit jederzeit die Summe feststellen, die Deutsch­land bisher gezahlt habe. Frankreich habe in Wirklichkeit bis heute nicht sieben vom Hundert dessen erhalten, waS man ihm schuldet. Amerika habe während des Weltkrieges erklärt, Frank­reich solle seine Armeen in die Waagschale wer­fen. während eS selbst mit seinem Geld zur Verfügung stehe. Damals habe man in Frank­reich noch nicht gewußt, daß dieses Geld einmal mit Zinsen zurückverlangt werde. Der Redner stellte an Hand der Außen- handelsbilanz Frankreichs und Deutschlands die Behauptung aus. daß nicht Deutschland finan­zielle Unterstützung brauche, sondern Frankreich. Weiter behauptete er. daß Deutschland in einer geradezu ungeheuren Weise ausgerüstet habe, insbesondere aus dem Gebiet der Luftfahrt, die fast diejenige Italiens in den Schatten stelle. Cs gebe kein Volk, bei dem der Revanche- g e i st so unterhalten werde, wie in Deutschland. Die Pflicht der Regierung sei eS, gegenüber diesem Deutschland nicht nachzugeben.

Auch Hernot lehnt die Endlösung ab.

Deutschland soll nach Beseitigung der Krisis w ober zahlen.

Der Führer der Radikalsozialisten H e r r i o t wies darauf hin, daß der Ausgangspunkt der Aus­sprache die Erklärung des Reichskanzlers sein müsse, in der der Wille zum Ausdruck komme, keine Reparo tionen mehr zu zahlen. Diese Auffassung sei für alle Völker unannehmbar, die in der Achtung vor den Verträgen lebten, die Gewalt der Waffen könne nur durch die Aufrichtigkeit ersetzt werden. (Beifall auf allen Bänken.) Unter dem Gelächter des Hauses verlas Herriot einige Stellen aus dem Haager Abkommen, in denen Deutschland sein Bedauern ausspricht, daß die Möglichkeitseines Willens, den Plan zu zerstören", überhaupt in Erwägung gezo­gen werde. Am 12. März 1930 habe Reichskanzler Brüning im Reichstag ebenfalls sein Bedauern über diese Unterstellung ausgedrückt. Heute gebe es in Deutschland zwar viel Elend, aber was für heute gelte, gelte noch lange nicht für b i e Zu­kunft. Man müsse Deutschland für die Zeit der Krise helfen. Aber nur unter der Be bingung, baß das Reich eines Tages ebenso weit­herzig gegenüber Frankreich sein werbe. Es sei sehr wohl möglich, baß bie Krise in Frankreich ihren Höhepunkt erst erreiche, wenn Deutsch 1 a n b jie bereits überstanden habe. Der Poung-Plan sei unter der Voraussetzung geschaffen worden, daß die ganze Welt nun von der Krise er­löst einen Aufstieg erleben werde. In Wirklich- feit sei das Gegenteil ein getreten. Den- noch dürfe aber kein Vertrag einseitig aufgehoben werden. Nach dem Bericht der Baseler Sachverstän­digen werde Deutschland in gewisser Zeit wieder hergestellt fein. Herriot bedauerte, daß die Vereinigten Staaten nicht den @arantiepaftunterfd)rieben. Das fei die Ursache des ganzen Elends. Die große Lösung würde in dem Eintritt der Vereinigten Staaten in den Völkerbund bestehen. Herriot wurde oon allen Abgeordneten mit Ausnahme der Sozialisten und Kommunisten stehend eine O o a tion bargebracht. Aber auch ein Teil ber Sozialisten sparte nicht mit Beifall. Die Weiter- beratung erfolgt Freitagnachmittag.

Oie Radikalen sekundieren dem Kabinett.

Kc.n Unterschied zwischen Herriot und Laval.

Paris, 22.3an. (CRB. Funkspruch.) In ber nächtlichen Kammerbcbatte haben nach der etwas verworrenen Rede des Abgeordneten Warin und den nicht mehr ganz neuen Reparationsvorschlä- gen Forgeots die Ausführungen Her­riot s die größte Aufmertsamkeit gesunden. Herriot hat sich in der Reparationsfrage auf den gleichen Standpunkt gestellt, wie ihn die französische Regierung bis jetzt in allen ihren Verhandlungen eingenommen hat. Es be­steht kaum ein Unterschied zwischen feiner Haltung und der eines Angehörigen einer Rechts­partei, vielleicht nur in der Tonart, in der die

Stellungnahme vorgebracht wird. So konnte es gar nicht tounbemebmen, bah Herriot am Schluß feiner Ausführungen bie einstimmige, ge- rabeju begeisterte Zustimmung ber R e- gicrungsmehrheit gefunben hat. Die Rebe Herriots bat Laval seine heutige Ausgabe, ben Stanbpunkt ber sranzösischen Regierung klarzu­legen, wesentlich erleichtert. Es kann gar keinem Zweifel unterliegen, baß die Mehr­heit. die der französischen Regierung bas Ver­trauen ausspricht, biefclbc sein wirb, bie bas gleiche Kabinett vor seiner Demission bei großen Abstimmungen gefunben hat, unb es ist auch sehr wahrscheinlich, ja. man barf es als bestimmt annehmen, baß sich bie Rabikalen ber Abstimmung enthalten, um bie Stellung ber Regierung Lavals bei ben Autünfligen inter­nationalen Verhanblungen zu stärken.

Nervosität in Paris.

TerMalin" schlägt Zwangsmaßnahmen gegen Tcukschland vor.

Paris, 22. Ian. (WTB. Funkspruch.) DerMa- tm" macht heute Vorschläge, für wirtschaftliche unb finanzielle Druckmittel, die Frank- reich anwenden müsse, wenn Deutschland bie Repa­rationszahlungen einfteUe.

1. mufie bie Bank von Frankreich sich roei- gern, den Anfang Februar fälligen 25-Mil­lionen - Dollarkredit an die Reichs­bank zu erneuern. Was gehe Frankreich fünf- lig das Schicksal der Mark an?

Rlabrib, 21. 3cm. (TU.) Arn Donnerslag brach in ftalalonlcn ein revolutionäre? Generalstreik aus, der ursprünglich für den 25.3anuar geplant war unb sich über ganz Spanien erstrecken sollte. Ge leitet wird die Bewegung oon den mit den Anarchi­sten vereinigten ftommuniffen. Das Zentrum des Aufruhrs befindet sich im Hllnengeblet von £ I o b r e g a t zwischen Manresa und Berga. Die Aufständischen haben sämtliche Drahtverbindun­gen mit Barcelona und Saragossa abgeschnitten, so­wie den Zugverkehr mit Berga gewaltsam unter­brochen. 3n drei Dörfern wurden öle Bürger­meisterämter gestürmt und die Tele­phonzentralen zerstört. 3n Sarrel plünder­ten die Aufständischen das Pulvermagazin einer rNinengesellschast und setzten sich in den Besitz von 800 Kilogramm Dpnamlf. 3n Manresa wurde ein Sturm aus den Katholischen verein versucht, der durch die Guardia Civil abgewehrt werden konnte, wobei zwei der letzteren verwundet wurden.

Die Regierung, die am Donnerstagabend ein Vertrauensvotum der Nationalver­sammlung zur rücksichtslosen Unterdrückung der kommunistischen Machenschasten erhalten hat, versucht mit aller (Energie der Lage in Katalonien

Noch keine amtlicheMitteilung.

Berlin, 21. 3an. (ERB.) Zu ben von aus- tändischer Seile gebrachten Melbungen über eine Verschiebung der Reparationskon­ferenz erfahren wir an unterrichteter Stelle, daß bei ber Reichsregierung amtlich von einer Verschiebung ber Konferenz noch nichts be­kannt ist. ES könne nur immer wieder betont werden, daß Deutschland an seinem alten Standpunkt fest halten müsse, da angesichts der Gefährdung der allgemeinen Welt- wirtschaftslagc eine Endlösung deS Re­pa r a t i o n s p r o b 1 e m s umgehend er­forderlich sei

In diesem Zusammenhang wird zu den Be­strebungen, die auf eine Verlängerung des Hoover-FeierjahreS hinauSlaufen. daraus hingewiefen. daß die Anerkennung eines zweiten Hoover-Iahres schon deshalb nicht in Frage kommen kann, weil sie die Abgabe eines ZahlungSverfprechenS darstellen würde.

Eine Entscheidung darüber, wann die Tribut- konferenz ftattfmbcn soll, wird in Berliner po- litifchen Kreisen erst gegen Ende bet Woche erwartet. Man ist in Berlin ber Ansicht, bafj bet Verzicht barauf, bie Konferenz von Lausanne am 25. Januar ftattfinben zu lassen, noch keineswegs bedeute, daß nun der Gedanke einer Konferenz überhaupt fallengdaffen fei. In den internationalen

2. müsse Frankreich sofort den deutsch-sran- zösischkn Handelsvertrag von, Jahre 1 9 2 7 kündigen Frankreich könne unb müsse gegenüber Deutschland, das sich weigere, feine Ver­träge einzuhalten, Verfahren einfchlagen, wie sie in allen Landern bie Gläubiger gegenüber bös­willigen Bankrotteuren anwenden In den geaenwartigen Zeiten könne dieses Druckmittel seine Wirkung nicht verfehlen.

Die .Dolontö" stellt fest, daß das Organ der Schwerindustrie, finanziert von dem Großindustriellen de Wendel, das .Journal des DedatS", gestern eine plumpe, gar nicht mißzuver- stehende Drohung gegen Deutschland auSgestohen bat, in dem es erklärte .Jetzt muß man a ege n D tutf ± i a n d h a n d11 » Die Aeußerungen entsprächen gewissen Zwischenrusen in ber letzten Kammersiyung. alS ber Qlbgeorbnete Leon Blum fragte, ob man im Falle ber Richt­bezahlung burch Deutschland zur Zwangs­vollstreckung unb zur Politik ber Pfänder schreiten wolle. Die Mitglieder auf ber äußersten Rechten hätten laut ..Ja, jo, gerufen. Das .Oeuvre" erklärt, auf ber Unter* grunbbabn sei ein Gebicht verkauft worben, dessen freie Uebcrsehung lautetDaS Jahr 1932 ein schreckliches Jahr. Wahlen. -Volk in dei­nen Händen liegt baS Schicksal ber Ration. Ihr Frauen, Schwestern unb Müt­ter, trocknet eure Tränen, macht euch »er- stänblich, stoßt btefen Alarmxus aus - Den jungen Rekruten fällt es nunmehr zu, un » den Ruhm wieber zu geben und Frank- | reich den Franzosen".

Herr zu werben. Bis jetzt sinb zwei Kompanie« Guarbia (Eivil aus Saragossa, zwei Gebirgsjäger- balaillone, zwei Kavallerieschwabronen unb drei Fcldbalterien In Marsch gesetzt worben. Außerbem warben mehrere Kriegsschiffe in ben Hafen oon Barcelona beordert, um Rückschlägen In ber katatonischen Hauptstadt vorzubeugen.

3m übrigen Spanien herrscht Ruhe mit Aus­nahme von La Coruna, wo es zu Zusammen- flöfjen zwischen streikenden Arbeitern unb ber Polizei kam. die oon ber Schußwasse Gebrauch machte. Ein Toter unb mehrere Schwerverletzte blieben auf bem Platze. Für bie baskischen Provinzen wurde ein außerordentlicher Generalgouverneur mit Son­dervollmachten bestellt. 3n ber Kammer erklärte Ministerpräsident A z a n a , baß bie Bewegung In der Provinz Barcelona ausgesprochen revolutio­nären Charakter habe unb alles sür eine allgemeine Erhebung in ganz Spa­nien für kommenben Montag vorbe­reitet gewesen sei. Die Regierung kenne bas Kom plott in seiner ganzen Ausdehnung. Die Direktiven kämen aas bem tluslanbe. Die Summen, bie nach Spanien flössen, um bie Unruhe zu schüren, seien bekannt, ebenso die (Empfänger.

Verhandlungen wird der Zusammentritt der Kon­ferenz sür einen etwas späteren Zeit­punkt ange strebt. Die Reichsregierung steht jedoch nach wie vor auf dem Standpunkt, daß die Tributkonferenz f o b a l d wie möglich ftatt­finben muh _ «ine Ablehnung der französischen Regierung würde alfo Frankreich mit ber Verant­wortung für baS Scheitern ber Konferenz be­lasten

Aus dem toten Punkt.

Englands Bemühungen kommen nicht voran.

L o n b o n, 21. Ian. (WTD.) Hiesige unterrich­tete Kreise vertreten die Ansicht, baß bie in ber Frage ber Abhaltung ber Konferenz von Lau­sanne geführten Besprechungen ben toten Punkt noch nicht übertounben hätten Man gibt offen zu, daß eS sich um eine sehr ernste Stockung hanbele, hegt jedoch weiter bie Hoffnung, bah im Lause ber allernächsten Tage eine Formel gefunben werbe, bie bie Ab­haltung ber Konferenz in naher Zukunft ermögliche. Man hält es für burchauS möglich, daß man sich schließlich bahin einigen wirb, bie MeinungSverschiebenheiten, bie bisher nur in ben diplomatischen Verhandlungen zutage getreten sind, in öffentlicher Konferenz ber Regierungsvertreter zu behandeln. Unter biefen Umständen könnte damit gerechnet werben, daß in naher Zukunft eine R^xnmtions- konferenz ohne vorherige Zustimmung

Revolutionärer Aufstand in Katalonien.

Kommunistischer Generalstreik im Minengebiet zwischen Saragossa unb Barcelona. - Energisches Einschreiten ber Regierung.

Auf wann ist Lausanne verschoben?

Oeutschlanb fordert nach wie vor ungesäumten Zusammentritt. Kein neues Zahlungsversprechen burch Verlängerung bes Hoovermoratoriums.