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einmal in Zivil m Danzig." 3n Dieses Durchein­ander von politischen Vorstellungen und Ambitio­nen scheint uns der Attentatsversuch in Moskau äu gehören, der hoffentlich für den verdienten deutschen Diplomaten ohne dauernde Schädigung seiner Gesundheit ausgehen wird und der die deutsch-russischen Beziehungen an sich gar nicht berührt!

Schanghai

nach dem Bombardement.

Schwere Verluste an Menschenleben und Sachwerten.

London. 19. März. (CAD.) Der durch das japanische Luft- und Artilleriebvm- bardement in Groh-Schanghai angerichtete

Schaden wird von den chinesischen Behörden auf 95 Millionen Pfund geschätzt. Die Zer­störung der Commercial Preh mit bet orientalischen Bibliothek im Werte von 16 Millionen Silberdollar stelle den bedeutendsten Verlust dar. Der der Völkerbundskommission überreichte offizielle Bericht besage, dah über eine Million Menschen geschädigt und die Wohnungen von 160 000 Familien zerstört wurden. Die Verluste der Zivilbevölkerung be­trügen 60 6 0 Tote. 2000 Verwundete und 10 400 Vermißte. Chinesische Blätter erklären, die Geschäftstätigkeit sei auf ein Drit­tel zurückgegangen; die städtischen Finanzen seien durch die verminderten Steuer­einnahmen in große Schwierigkeiten geraten und viele ausländische und chinesische Firmen stünden vor dem Bankrott.

Die Deutschnalionalen zur Präsidentenwahl

Berlin. 19. März. (Täl.) Die Deutschnatio­nale Dolkspartei teilt u. a. folgendes mit:

Unser Vorschlag, zugleich mit den großen Länderwahlen eine Neuwahl des Reichs­tages vorzunehmen und im Zusammenhang mit dieser Bereinigung der innerpolitischen Anklar­heiten den zweiten Wahlgang der Reichspräsi­dentenwahl wegfallen zu lassen, ist von der Regierung und ihren Parteien aus Furcht vor der zu erwartenden Riederlage nicht aus­genommen worden.

Sammlung der Rationalen Front zum Kampfe gegen die schwarzrote Parteiherr­schaft war stets unser Ziel. Dem gab d i e Tagung von Harzburg den sichtbarsten Ausdruck. Allen Hemmungen und Widerständen zum Trotz bleibt diese Zielsetzung un­verändert. Die Sehnsucht von Millionen Deutscher, die am 13. März ihre Stimme gaben, war die Einheitskandidatur der natio­nalen Front. Eine ausgesprochene Partei- kandidatur konnte dieser Sehnsucht nicht ge­nügen. Viele sahen in ihr die Gefahr schwerer Erschütterungen. Da sie den nationalen Einheits­kandidaten nicht sahen, wählten Millionen, die

mit uns das herrschende System ablehnen, den greisen Feldmarschall.

llnfcrc Gründe gegen die Wahl Hindenburgs bestehen fort. Solange leine entscheidende Kurs­änderung in Reich und Preußen erfolgt ist, stehen wir gegen ihn. Seine Wahl aber ist durch die Zahlen des ersten Wahlganges be­reits entschieden. Ein neuer Einsatz unserer Kräfte zum zweiten Wahlgang der Reichspräsidentenwahl wäre eine zwecklose, nur den Gegnern erwünschte Schwächung un­serer Stoßkraft. Eine aktive Beteili­gung der Deutschnationalen Dolkspartei an der zweiten Reichspräsidentenwahl kommt infolge­dessen nicht in Frage.

Alle Fragen treten heute hinter die eine zu­rück: Preußen. Die DRVP. und ihre schwarz- weihroten Mitkämpfer bekennen sich erneut zu dem Ziele der Harzburger Front und erheben den Ruf zur ehrlichen Sammlung aller nationalen, christlichen und sozialen Kräfte. Es gilt Preußen zu erobern. Hier liegt jetzt d er Hebel zum Sturze des Systems. Der preußische Staat soll wieder Träger des Reichsgedankens, Kern­stück eines nationalen Deutschlands. Wächter der todbedrohten Ostmark werden."

ReichsmWer Dietrich spricht in Köln.

Köln. 19. März. (WTD.) Reichsfinanzmini- fter Dietrich führte auf einer Kundgebung der Deutschen Staatspartei zu dem ThemaDeutsch­lands Rot, ihre Arsachen und ihre Beseitigung" u. a. aus: Als am letzten Sihungstage des Reichs­tages der nationalsozialistische Abgeordnete Goebbels erklärte, dah das deutsche Volk eine Strukturwandlung durchgemacht habe, die den Sieg der Rationalsozialisten verbürge, und in den Saal schrie:Bei Philippi sehen wir uns wie­der!". hat er sich den A u s g a n g der Prä­sidentenwahl anders vorgestellt, als es kam. Die Meinung der Rationalsozialisten, der größere Teil unseres Volkes sei schon so weit, daß er leeren Phantasien und hohlen Versprechun­gen zum Opfer fallen würde, hat getrogen. Schon ist die Wirkung die, dah die verängstigten Bür­ger den Kopf wieder etwas höher tragen, und dah das Maulheldentum einen Pflock zurückge­setzt hat.

Die tiefsten Ursachen der wirtschaftlichen Rot sind in der Politikder Vorkriegs­zeit zu suchen. Diese Thesen haben die Ra- tionalsozialisten im Reichstag, als sie der Reichs­kanzler aufstellte, durch Beifall als richtig an­erkannt. Der verlorene Krieg und die un­sinnigen Bestimmungen der Frie­den sverträge waren das Ergebnis jener Vorkriegspolitik. Die Rachkriegslage wurde un­gemein dadurch erschwert, dah die Grund­lagen des Dawes - und Voungplanes unterminiert und schließlich zerstört wurden, indem man von gegnerischer Seite eine Han­delspolitik betrieb, die mehr und mehr Deutschland vom Weltmärkte ab­sperrte.

Wie kommen wir aus den Schwierigkeiten her­aus? Rachdem wir Kapital zur Fortführung un­seres Aufbaues leihweise nicht mehr bekommen, sind wir auf dieeigeneKapitalbildung angewiesen. Diese zu unterstützen, ist ein Hauptproblem. Voraussetzung, dah wir wirtschaft­lich durchhalten, ist vor allen Dingen die Auf­rechterhaltung einer geordneten Fi­

nanzwirtschaft des Reiches. Dos lau­fende Etatsjahr wird am 1. April so abschlie- 6en, dah wir den Etat durchgehalten haben, mit Ausnahme der Schuldentilgung. Wir werden auch mit brutalster Sparsamkeit denEtat fürdas nächste Jahr in Orbnung brin­gen. An eine Gehaltssenkung denken wir dabei nicht. Den Gedanken einer restlosen Autarkie muh man ablehnen, selbst wenn man einen unbedingten Schutz der deutschen Wirtschaft, auch der Landwirtschaft, wünscht. Die internationale Voraussetzung für ein Wiedervorwärtskommen istdieDereinigung der Schulden - und der Tributfrage.

Es ist unbegreiflich, daß die Rationalsozia­listen es sich leisten konnten, von jeder positiven Entscheidung im Reichstag sich zu drücken und so die Dummen im Lande zu betören. Wenn die Rechtsradikalen erst einmal zu irgendeinem Punkte Stellung nehmen würden, würden sie sofort Hun­derttausende ihrer Mitläufer verlieren. Aber sie haben nicht einmal in der Frage der Groh- Pensionäre und der Doppelverdiener Farbe bekannt, im Gegenteil, es blieb der Re­gierung Vorbehalten, durch Rotverordnungen diese Sache zu regeln. Das GeschreiEs muh anders werden!" undDas System muß ge­wechselt werden!" muß entlarvt werden als ein Schwindel, der nur für die Dummen berechnet ist. Keiner der Prediger des neuen Systems weiß überhaupt, wie dieses aussehen soll.

Das Bürgertum nmh heraus aus seiner parteipolitischen Zersplit­terung. Goethe hat gesagt:Die Deutschen der neueren Zeit haben nichts anderes für Denk- und Pressefreiheit gehalten, als daß sie einander öffentlich mißachten dürfen" Die Deutschen der heutigen Zeit sind vielfach nicht besser. Das deutsche Volk hat eine Probe des Verstandes am 13. März abgelegt, eine Teilstrecke zur Ver­nunft und zur inneren Befreiung und Besei­tigung des Mißtrauens zurückgelegt. Am 10. April ist die zweite Etappe fällig.

Werbung tut not!

Oer erste deutsche Reklame-Tag in Berlin eröffnet.

Berlin-. 20. März. (TA.) Der Deutsche Re- klcrmeverband e. D. veranstaltete am 19. und 20. März in Berlin den ersten deutschen Re­klametag. Eine große Anzahl von wirtschaftlichen Verbänden haben sich an der Abhaltung des Re­klame-Tages beteiligt, darunter die Deutsche Landwirt!chafts-Gesellschaft, der Deutsche Land­gemeindetag, die Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels, der Reichslandbund, der Reichs­verband der Deutschen Industrie, der Verein Deutscher Zeitungsverleger, der Reichsverband des deutschen Handwerks, der Reichsverband deutscher Hausfrauen-Dereine, der Verein deut­scher Ingenieure, und die zahlreichen Verbände auf dem Gebiete des Reklamewesens.

Der Vorsitzende des Ausschusses des Deutschen Reklameverbandes, Dr. Knapp, bezeichnete als Aufgabe der Tagung das Bestreben, das Wesen der Reklame als eine geistige Macht im Wirt­schaftsleben der Völker darzutun. In der Reihe der Fachvorträge sprach Prof. Brandt vom Institut für Marktforschung überWerbung und Landwirtschaft".

Der Vorsitzende der Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels und Vizepräsident der Handelskammer Berlin, Heinrich G r ü n f e l d , betonte, daß der Einzelhandel organisch werben müsse und sich die Erfahrungen der Werbewissen­schaft zunutze machen, um auch der manchmal plötzlich einsetzenden Amstellung des Verbrauchs gerecht zu werden. Es sprachen weiter Walther Hachenburg, Mitglied der Handels- und Ge­werbekammer Bremen, WerWerbung und Hand­werk", und Frau Landtaasabgeordnete Dr. Freiin von Matter überWerbung und Hauswirtschaft".

Auf einem Empfangsabend im Hotel Kaiserhof sagte Reichsminister a. D. Dr. h. c. Rudolf Kröhne in einer Ansprache, auch die Politik sei nicht ohne Werbung denkbar. Allerdings sei bisher eine starke politische Propaganda nur auf einem bestimmten Boden betrieben worden. Wo sei bisher eine macht­volle Propaganda getrieben worden für den Individualismus des Unternehmer- t u m s oder für die bürgerlichenStaats- und Gesellschaftsideale? Man müsse jetzt die Trommel rühren für die Bürgerlichkeit. Es gelte die Parole: Wer sich als Bürger fühlt, gehört auf die Wälle.

Kommerzienrat Dr. K r u m b h a a r (Liegnitz), der 2301^^6 des Vereins Deutscher Zeitungsver­leger, führte zum ThemaZeitung und Werbung" u. a. aus: Gerade eine Zeitung, die durch das 23er« antwortungsbewußtsein ihrer Leiter, durch Ernst

und Zuverlässigkeit das Vertrauen der Leserschaft erworben hat, ist auch für die geschäftliche Werbung besonders wertvoll, da sich die Anteilnahme der Leserschaft gleichermaßen auch auf den Anzeigenteil erstreckt. Wer sich auf die Stimmung der Menschen, die durch Werbung erfaßt werden sollen, sachgemäß einstellt, der hat längst erfahren, daß jede Werbung versagt, die das Publi« tum zur unr.echten Zeit oder am unre ch« t c n Ort überfällt. Ohne weiteres ergibt sich, daß die Zeitungsanzeige nicht zu den Werbungsformen gehört, die störend oder beunruhigend wirken. Im Gegenteil, die Zeitungsanzeige ist vom Leser gerne gesehen; sie wird erwartet, denn der Leser ist auf sie seelisch eingestellt, wenn er seine Zeitung zur Hand nimmt. Er weiß im voraus, daß er im Anzeigenteil vielerlei Ankündigungen findet; er ist, wenn er sich in fein Blatt vertieft, für die Werbung a u f n a h m e b e re i t, und das macht ihre große Wirkung aus. Hier sehen wir das ent­scheidende psychologische Moment jür die Heber* legenheit der Zeitungsanzeige.***

Anter dem StichwortRus der Werbung" sanden die öffentlichen Veranstaltungen des Ersten Deutschen Reklametages ihren Abschluß in einer Kundgebung im Afapalast am Zoo. Der Vorsitzende des Deutschen ReklameverbandeS, Diplomingenieur Sutter, deutete in einem Vor­trag überWerbung und Weltanschauung" daS Wesen des Reklameverbandes und als seine Aufgabe, weiteste Kreise des Volkes über Sinn und Bedeutung planvoller Werbung aufzuklären. Werbung wolle zu ihrem Anteil dazu beitragen« dah auf unserem Planeten wieder wohnlichere Zustände geschaffen und dah auf ihm die Freude wieder ein ständiger Gast werde. Frau Maria 2 e ck e r, Aachen (Mitglied des Reichswirtschafts­rates, Vorsitzende des Reichsverbandes deutscher Hausfrauen) erläuterte die Stellungnahme der Verbraucherschaft zur Werbung. Anter Betonung der volkswirtschaftlichen Bedeutung deS Haushaltes erinnerte sie daran, dah man schätze, daß 80Prozentdes Volkseinkommens durch Die Hände der Frauen veraus­gabt würden. Die Frauen aber seien als Käufe­rinnen meistens durchaus gesunde Realpolitike­rinnen. Sie bejahten die Berechtigung der Reklame, obwohl sie wissen, daß sie mit den Ankosten belastet werden. Man müsse ver­langen, dah die Werbung sich durch Klar­heit und Wahrheit auszeichne und vor ollem nicht auf die künstliche Schaffung von Bedürfnissen in schwerer Zeit ausgehe.

Deutschland feiert Goethe.

Jubiläumsfeiern, Ausstellungen, Zestaufführungen.

Goethe und Hessen.

2m Hessischen Landestheater in Darmstadt fand Sonntagabend eine Goethe-Gedenkfeier statt, bei der Staatspräsident Dr. Adelung die einlei­tende Ansprache hielt. Der Staatspräsident wies u. a. darauf hin, daß die erste Ausgabe eines Goetheschen Dramas, derGötz" in Darmstadt erschienen ist, und dah in diesen Tagen der erste Band der Welt-^oethe-Ausgabe dieMainzer Presse" verlassen wird. Intendant Gustav Har­tung las die Gedächtnisreden Schellings und Wilhelm von Humboldts auf Goethes Tod und den Lehrbrief ausWilhelm Meisters Lehrjah­ren". Solomitglieder der Oper fangen Goethe- lieder, Franziska K i n z Kurt West ermann und Kurt Hirschfeld lasen Berichte über die Beisetzung Goethes in Weimar und Zeugnisse aus Briefen von Freunden des Dichters. Die Ouver­türe zurZauberslöte" und die zumEgmont" rahmten die Feier ein.

Goethe-Ausstellung in -er Akademie der Künste.

Am Samstag wurde die Ausstellung der Sammlung Kippenberg in der Aka­demie der Künste zu Berlin durch den preuhi- schen Kultusminister Grimme eröffnet. Max Liebermann stellte es in seiner Ansprache als ein besonders Merkmal hin, daß hier Goethe

phrasenlos in Dokumenten aus seinem Leben ge­zeigt werde. Kein Wort über ihn. Rur er selbst und seine Atmosphäre. Hier wird belegt, daß dieser vor 100 2ahren Gestorbene von allen geistigen Deutschen, die gewesen sind, noch immer der allergegenwärtigste ist. Wenn einst vom Welt­krieg und von Locarno, vom Boungplan und von Abrüstungskonferenzen nur noch die Gelehrten sprechen, dann werden die Menschen in seinem Faust" und seinem Leben immer noch sich selbst lesen. Diese Ausstellung der Sammlung Kippen­bergs ist der Ausdruck der Liebe der Ration zu Goethe.

Zn Straßburg.

2n Straßburg fand eine Goethefeier statt, bei der der Rektor der Aniverfität, Dresch, die Festrede hielt. Diese Veranstaltung bildet den Auftakt zu einer Reihe von ' rinnerungSfeiern, Denen vor allem der Aufentyalt Goethes in Straßburg zugrunde liegt, und die u. a. eine zweiwöchige Goethe-Ausstellung im Städtischen Museum vorsehen, ferner Musik-Abende, bei denen Goethesche Gedichte vorgetragen werden, Vorträge französischer Germanisten, sowie einen Besuch der Ortschaft Sesenheim. Auch die in Frankreich geprägte Goethe-Gedenkmünze er­innert an den Aufenthalt Goethes in Straßburg. Außerdem werden im Straßburger Stadttheater Goethesche Dramen zur Aufführung gelangen«

Das deutsch-rumänische ZvllpräserenzMommen.

Widerstreitende Stimmungen in Bukarest.

Berlin,19. März. (CNB.) Die Reichsregierung hat der rumänischen Regierung eine Mitteilung zu- gehen lassen, daß das deutsch-rumänische Präferenzabkommen sofort in Kraft g e s e tz t werden könne. Gegenwärtig steht d i e rrimänis che Zustimmungserklärung noch aus. Die Inkraftsetzung des deutsch- ungarischen Abkommens ist noch von der Genehmigung durch das ungarische Parlament ab­hängig, das jetzt aber nicht tagt. Das deutsch-rumä­nische Abkommen sieht bekanntlich eine Senkung der deutschen Zollsätze bei der Einfuhr aus Rumänien für G e r ft e um 50 v. H. und für M a i s um 60 o. H. vor, während Ungarn eine Ermäßi­gung des Weizenzolles um 25 v. H. ein­geräumt werden soll.

2n Bukarest bestehen über die deutschen Vorschläge zwischen den maßgebenden politischen und wirtschaftlichen Kreisen tiefgehende Meinungsverschiedenheiten. D ese sind äußerlich auch dadurch zum Ausdruck gekommen, daß der Handelsminister Karsen, ein Mit­arbeiter des von jeher für das deutsch-rumänische Abkommen eingetretenen Finanzministers Ar­ge t o i a n u, sich im ..Adeverul" dahin äußert, dah Rumänien die deutschen Vorschläge anneh - men könne, ohne irgendwelche Verdächtigungen von politischer, am Tardieu-Plan interessierter Seite befürchten zu müssen. Dagegen sieht ein Teil der von französischer Seite und wahrscheinlich von Außenminister Ghika beeinflußten rumä­nischen Presse im deutschen Vorschlag eine gut­überlegte Gegenmine gegen den fran­zösischen Föderationsplan. Diese Blät­ter lassen es an besonders gehässigen Angriffen gegen Deutschland nicht fehlen. So stelltLupta" die ganze Angelegenheit in einer Form dar, als

sei Deutschland von den rumänischen Ge - on.» r, ic-Lcrun,9en abhängig. Diese HrJung um so unzutreffender, als der ru- mamsche Markt zur Zeit für die deutschen Jnduftrreerzeugnisse aus Mangel an Aargeld säst völlig verschlossen ist. 2m übrigen macht die gleiche Presse, die bis vor kurzem die Richtinkraftsehung des Vorzugszoll­abkommens als unfreundlichen Akt Deutschlands gegenüber Rumänien auslegte, jetzt dem gleichen Deutschland den Vorwurf, durch 2nkrastsehen deS Mkommms die rumänisch-französi- ?.erlehungen stören zu wollen Wurde die Richtung Ghika die Oberhand be­halten, dann würden lebenswichtige 2nteressen der rumänischen Landwirtschaft erneut zugunsten eines politischen Wahns geopfert werden.

Frankreich bohrt.

Beunruhigung in Paris über das deutsche Angebot an Rumänien.

Paris, 19. März. (TU.) Das Angebot der Reicysregierung an die rumänische Regierung be- reits am 20. März das im vergangenen Jahre getroffene Handelsabkommen in Kraft zu setzen hat in politischen Kreisen Frankreichs ziemliches Aufsehen erregt. Man befürchtet natürlich in erster Linie, daß die französischen Donaubund­bestrebungen dadurch vereitelt werden könnten und begrüßt deshalb die rumänische Absicht, nichts zu unternehmen, ohne vorher mit der französischen Regierung Fühlung genommen zu haben. Der der keinen Tag vorübergehen läßt ohne nicht die Vorteile des französischen Planes für die Donaustaaten und das selbstlose Vorgehen der

französischen Regierung hervorzuheben, fordert die Regierung auf, der Haltung Deutschlands größte Aufmerksamkeit zu schenken. Die Antwort der Reichsregierung auf die französischen Vorschläge sei als eine große Enttäuschung zu betrachten. Es sei unannehmbar, Deutschland eine So ader­st e l l u n g in diesem Teile Europas einzuräumen, die es ihm ermögliche, die Donaustaaten zu beherr­schen und sich auch die Grundlage für die Er­richtung desMitteleuropa" zu schaffen. Deutsch­land glaube durch seine geographische Lage, durch seine 2ndustrie- und Handelsmacht Sonderrechte für die wirtschaftliche Durchdringung Südosteuro­pas beanspruchen zu können, obgleich die letzten Statistiken bewiesen, dah im Warenaustausch der Donaustaaten mit Deutschland dieses zu keinerlei bevorzugter Stellung berechtige.

ÄejchssührertaßungderASDAp.

München, 19. März. (TU.) Die Pressestelle der NsDAP. verbreitet eine Mitteilung über eine R e i ch s s ü h r e r t a g u n g, die am Samstag in München in Anwesenheit Adolf Hitlers ftattfaiib. Den Vorsitz der Tagung führte der Reichs- Oryanisationsleiter Gregor Strasser. Vom Reichspropagandaleiter wurden die Anweisun­gen Hitlers für den neuen großen o p a g a n d a f e l d z u g und feine technische Durchführung bekanntgegeben. Dabei kam zum Aus­druck daß der 10. April zugleich der erste Teil des Kampfes für den folgenden 24. April fein werde. Besonders bemerkenswert war", so fährt die Mit­teilung fort,daß auch in der ausgedehnten Aus» spräche, an der sich fast alle Führer beteiligten, nicht einmal der von anderen Teilen der na.

^Position ausgesprochene h! e » e Ä^uchte, den begonnenen Kampf um ^^Präsidentenwahl abzublasen und ein« zustellen.

...Adolf Hitler führte nach dem gleichen Bericht Ä^ dle Tagung aus, daß niemand, der das innere -ffiefen der Partei kenne, auch nur eine Sekunde

| lang im Zweifel fein könne über die Fortfüh­rung des Kampfes. Die NSDAP, habe nicht den geringsten Grund, eine neue Schlacht zu scheuen. Alles könne die NSDAP, ertragen, nur eines würde sie nicht aushalten: Stillstand der Kampfaufgabe. Sie fei entschlossen, au kämpfen bis zum letzten Atemzuge. Die NSDAP, glaube an den Sieg, weil ihr unbändiger Siegeswille, ihre absolute Zähigkeit und Beharrlichkeit ihn verbürge. Es sei kein Zufall, daß er di e beste und zuversichtlichste Stimmung, die er je in den 13 Jahren seiner Arbeit erlebt habe, gerade j eh t in diesen Tagen nach dem 13. März erlebe. Die Tausende von Tele» grammen und Briefen, die er in diesen Tagen erhal­len habe, seien alle auf den gleichen Ton gestimmt: Jetzt erst recht!"

Die Christlichen Gewerkschaften im Wahlkampf.

Berlin, 19. März. (TU.) Der Gesamt- verband der Christlichen Gewerkschaf­ten Deutschlands erließ folgenden Aufruf:DaS deutsche Volk hat am 13. März in klarer Eindeutigkeit für Hindenburg ent­schieden. Diese Entscheidung war eine Treue- Kundgebung zu dem Vorbild deutscher Mann­haftigkeit und deutscher Ehre. Sie war eine ener­gische Ablehnung des zerstörenden Radikalis­mus und seiner vergiftenden Volkszersetzung. Sie war eine Verabscheuung frevelhaften Diktatur­geschreis und eine Bejahung des gradlinigen Aufstiegs des deutschen Volkes zum freien, na­tionalen und sozialen Volksstaat. Wir dürfen mit Stolz feststellen, daß die Arbeiterschaft, die am schwersten unter der Wirtschaftskrise leidet, ein Beispiel politischer Reife gegeben hat, die geradezu von geschichtlicher Bedeutung für Volk und Vaterland ist. Die christliche Arbeiterschaft wird ihre ganze Kraft einsetzen, damit der 10. April ein überwältigender Sieg für Hindenburg wird. Hindenburg bedeut« die Einheit und straft des Volles gegen «k