Einzelbild herunterladen

fruchtbaren Radikalismus. Mag auch die Zahl der Dachläufer des Radikalismus noch gewachsen fein, seiner Kampfkraft ist dennoch der erste schwere Stoß versetzt worden. 3c größer der Sieg Hindenburgs, desto entscheidender der -weite Schlag gegen die Abenteurerpolitik des Radi­kalismus. Kameraden! Frauen und Männer der Arbeit! Tut am 10. April noch einmal in bei- spielhasber Treue eure Pflicht. Degen Arbeiter­entrichtung, KlOssenstaat und Diktatur! Für Hin­denburg! Für Ehre und Freiheit der deutschen Arbeiterschaft! Für Ehre und Freiheit deS deut­schen Boltes! Für den nationalen und sozialen Dolksstoat!"

Aus aller Welt.

Das Urteil

im Prozeß Gchultheiß'pahenhofer.

3m Schultheiß-Pahenhoser-Pro­tz e 6 wurde SamStag mittag das .Urteil verkündet. Generaldirektor Ludwig Katzenellenbogen wurde wegen Bilanzverschleierung zudreiWo- naten Gefängnis und einer Geldstrafe von 10 000 Mark, ersatzweise einen weiteren Monat Gefängnis verurteilt. Don der Anklage der Un­treue wurde Katzenellenbogen freigesprochen. Die Geldstrafe gilt alS durch die Untersuchui^ashaft verbüßt. Generaldirektor Penzlin erhielt tpe- gen Bilanzverschleierung an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von einem Monat eine Geldstrafe von 10 000 Mark und eine weitere Geldstrafe von 10000 Mark, ersatzweise einen Monat Gefängnis. Das Dersahren wegen Prospektbetruges im Sinne des Para­graphen 88 des Dörsengesehes wurde gegen K. und P. eingestellt.

Die drei Angeklagten, Kommerzienrat Dr.So­de rn h e i m und die Direktoren K u h l m e y und Funke wurden auf Kosten der Staatskasse f r e i - gesprochen.

3n der Urteilsbegründung werden aus­führlich die der Anklage der Bilanzverschleie­rung zugrundeliegenden StützungSkäufe, der Ru- tria- und Rordhefekomplex besprochen. Eine Di- laru muß unter allen Umständen wahrheitsge­mäß sein, auch tocnn sie die 3nteressen der Ge- sellschast beeinträchtigt. Die Angeklagten ha­ben, um dem Status ihres Unternehmens den Schein größter Liquiditätzu geben, eS »ugelassen. daß die Bilanz viele Millionenoeträge alSBankguthaben auSgibt, während i n Wirklichkeit nur einfache Forderun­gen in Frage kamen. Sie haben also das im Aktienrecht so bedeutungsvolle Prinzip der Bi­lanzwahrheit außer Acht gelassen. Gradlinigkeit, Zuverlässigkeit und Offenheit waren Kennzeichen für den deutschen Kaufmann im 3n- und Ausland. Wenn es in letzter Zeit sich häu­figer ereignen konnte, daß Kaufleute von Rang und Damen unter Außerachtlassung hochgeachte­ter Grundsätze gegen Recht und Gesetz verstieße^ so muß hiergegen mit aller Schärfe des Gesetzes Front gemacht werden. Mildernde Umstände waren den Angeklagten deshalb zu versagen; aber eS ist berücksichtigt worden, daß sie nicht vorbe­straft sind.

Gras Zeppelin" nach Südamerika gestartet.

Nachdem das LuftschiffGraf Zeppelin" am Montag um 0.25 Uhr aus der Halle gezogen worden war, ist es um 0.33 Uhr unter Füh­rung von D r. Eckcncr Hu seiner ersten dies­jährigen Südamerikafahrt ausgestiegen. Biele Zu­schauer hatten sich trotz der mitternächtlichen Stunde auf dem Werftgelände eingefunden, um dem Luft­schiff, seinen Fahrgästen und Besatzungsangehörigen Abschied zu winken und eine glückliche Uebcrfahrt zu wünschen. Tonfilmoperateure suchten geschäftig noch möglichst viel Interessantes in Wort und Bild festzuhalten.

Nach einer Funkmeldung von Bord des Luft­schiffesGraf Zeppelin" befand sich das Luftschiff um 4.30 Uhr Greenwicher Zeit Über St. Marie (Rhonemündung) am M i t t e l m e e r. Es hat nach sehr guter Fahrt verhältnismäßig schnell die Mittel- meerküste erreicht.

Große Folschgeldfabrik in Stuttgart ausgehoben.

3n Stuttgart wurde eine Falschgelddruckerei ausgehobem Bisher sind schon sechs Der Haf­tung en vorgenommen worden. Hauptbeteiligter ist ein Kaufmann namens Schröder, der erst vor zwei Monaten aus Südamerika tzurückgekehrt ist. Schröder hatte sich in der Reuchlingstrahe eine Werkstätte mit vielen Maschinen ein- gerichtet. in' der zwei Lithographen Tag und Dacht mit der Herstellung von falschen 100- Mark-Banknoten beschäftigt waren. Durch einen Streit mit seinem Hauswirt, dem die ge­heimnisvolle ununterbrochene Tätigkeit in der Werkstätte nicht ganz geheuer war, wurde die Sache der Polizei gemeldet. Diese fand Falschscheine im Dennwert von 1,5 Mill. Mark. Die Scheine stellten eine verblüffend gute Dach- cchmung der echten 100-Marknoten dar. 3n8- gescrmt sollen für etwa acht Millionen Mark falsches Geld hergestellt worden sein. Es soll eine Filiale dieser Falschgeld­druckerei ausgehoben werden. Diese Filiale soll sich in Süddeutschland befindet, jedoch wird der Ort von der Polizei noch geheimgehalten.

Grausiger Doppelmord im Vogtland.

3n der kleinen Gemeiirde Zaulsdorf bei Oelsnitz beobachteten in der Dacht Einwohner, daß in den: Anwesen des Gutsbesitzers Gustav Wolf ein Brand ausgebrochcn war, der erheblichen Umfang anzunehmen drohte. Durch das rasche Eingreifen der Feuerwehr konnte der Brand auf seinen Herd beschränkt werden, so daß nur die große Scheune mit reichen Erntevorräten ein Opfer der Flammen wurde. Da das Ehepaar Wolf nicht erschien, wurde eine Leiter an das Fenster der Schlafstube gelegt, auf der der 19jährige Knecht Morgner emporstieg. Er rief den Hntenstehenden zu:Die leben nim­mer, die sind t o t." Es stellte sich heraus, da 'ßeine grauenvolle Mordtat begangen wor­den war. Der Mörder hatte mit einem Beil das Ehepaar im Schlafe erschlagen. Als des Mordes verdächtig wurde der Knecht Morgner ver­haftet. Er hat sich dadurch verdächtig gemacht, daß er, obwohl er fast völlig angezogen war und sein Fenster dem Brandherd gegenüber liegt, von dem Brande nichts gewußt haben wollte.

Aus der provimialbauvtstadt

Gießen, den 21. März 1932.

Hundert Jahre

Verlag Alfred Töpelmann in Gießen.

Gestern, am 20. März, waren eS 100 3ahre, daß der Berlag von Alfred Töpelmann und mit ihm die 3. Rickerfche Hniversi- täts-Buchhandlung bestehen.

Die Derlagsbuchhandlung Alfred Töpel­mann. 1832 alS 3. Rickerfche Buchhandlung von Josef Ricker gegründet, wurde bereits zwei 3ahre später nach dem frühen Tode des Begründers von dessen Bruder Anton übernommen, der den Berlag während 53 3ahren ständig auSbaute. 1887 ging der Berlag an F. H. Reimer über, von dem ihn der jetzige Besitzer Alfred Töpel­mann im 3ahre 1894 erwarb.

Wit dem Hebergang deS Rickerschen Berlages an Alfred Töpelmann begann die hauptsächliche Spezialisierung auf dem Gebiete der wissenschaft­lichen Theologie und deren Grenzgebieten, sowie die vornehmliche Zuwendung zur orientalischen Sprachwissenschaft. Die immer ausgedehnteren und engeren Beziehungen des 3nhabers zu den Vertretern der wisse rschaftlichen Theologie ver­anlaßten diesen, im Jahre 1905 den Damen 3. Ricker fallen zu lassen und dem Berlag seinen eigenen Damen zu geben.

3m 3ahre 1905 vollzog sich denn auch die Trennung, indem das angegliederte Sortiment und Antiquariat an Herrn Emst Legler aus Leipzig verkauft wurde. Hm so mehr konnte sich nun Herr Töpelmann dem Ausbau des Ber­lages widmen, und es gelang ihm, namhafte Wissenschaftler zu seinen Autoren zu gewinnen. Die Derlagserscheinungen der letzten Jahrzehnte, allein auf dem Gebiete der wissenschaftlichen Theologie, betragen viele Hunderte, und eine Zusammenstellung aller Autorennamen würde einen hochinteressanten Heberblick über die führenden Theologen des 20.3ahrhunderts liefern. Don den wichtigsten Derlagserscheinungen seien hier nur folgende genannt: Die seit dem Kriege erscheinende und nunmehr acht Bände umfassende Sammlung Töpelmann", eine Grundrißsamm- lung zum Studium der Theologie; die sieben Bände derReden und Aufsätze" von Adolf v. Harnack; die große Gießener Mischna-Ausgabe, von der bis jetzt 23 Traktate vorliegen; die von den berühmten Marburger Philosophen Cohen und Datorp herausgegebenen zehn Bände um­fassendenPhilosophischen Arbeiten"; die 23 Bände der Sammlung derReligionsgeschicht­lichen Versuche und Vorarbeiten"; das von Prof. Holtzmann, Gießen, bearbeitete große Kommentar­werk zum Reuen Testament ufto. Ein Derlags- unternehmen von Hoyer wissenschaftlicher Bedeu­tung ist die von dem 1929 verstorbenen Göttinger Orientalisten Mark Lidzbarski herausgegebene Ephemeris für semitische Epigraphik" (3 Bände). Von den vielen strengwissenschaftlichen Wörter­buch-Erscheinungen seien nur erwähnt: Wahr­mund, Handwörterbuch der neuarabischen und deutschen Sprache; Weigand, Deutsches Wörter­buch (2 Bände) und Preuschen-Bauer, Griechisch­deutsches Wörterbuch zum Reuen Testament, von denen alle mehrere Auflagen erlebten. Die bei­den führenden Zeitschriften auf dem Gebiete deS Alten und deS Reuen Testaments, von denen die erstere bereits 50 Bände umfaßt, erscheinen im Verlag.

Mit der Landesuniversität steht der Verlag in engster Verbindung; die Veröffentlichungen der Hniversität, wie die fast 50 Hefte umfassende Sammlung der Vorträge der theologischen Kon­ferenz zu Gießen, die Schriften der Hessischen Hochschulen und andere mehr erscheinen ebenfalls in dem Verlage.

Diese kurzen Angaben mögen genügen, um zu zeigen, welche große Bedeutung der Verlag auf seinem Spezialgebiete hat, die ihm nicht allein im Inlande, sondern auch im Auslande in wissen­schaftlichen Kreisen hohes Ansehen erwarb. Als Anerkennung für seine Verdienste um die Wissen­schaft wurde Herr Töpelmann im März 1923 von der Philofophischen Fakultät der Hniversität Gießen ehrenhalber zum Doktor der Philosophie ernannt.

Auch bas Sortiment und das Antiquariat haben unter der zielbewußten Leitung von Herrn Ernst Legler einen bedeutenden Aufschwung ge­nommen. Durch Ankauf von Bibliotheken nam­hafter Gelehrten wurde das Antiquariat wesent­lich erweitert. Zahlreiche Kataloge gingen in alle Kulturländer und brachten die Firma besonders im Auslande zu hohem Ansehen und verschafften ihr neue Kunden, so daß eine Auslandabteilung angegliedert werden mußte. Rach dem Kriege traten zur Entlastung von Herrn Legler seine beiden Söhne, Alfred und Werner, in das Ge­schäft ein. Leider war es dem Seniorchef nicht mehr vergönnt, das hundertjährige Bestehen seiner Firma erleben zu dürfen.

Der gestrige Tag wurde, den heutigen schweren Zeiten entsprechend und im Sinne der Inhaber, im engsten Kreise begangen. Die zahlreichen Glückwünsche beweisen, welche hohe Achtung die beiden Firmen sowohl im 3nlande, als auch im Auslande genießen. Wenn auch eben die Zeiten besonders für den wissenschaftlichen Buchhandel äußerst schwere sind, so darf man doch hoffen und wünschen, daß es den Inhabern beider Firmen vergönnt fein möge, noch lange dem Buche und der deutschen Wissenschaft auch weit über die deutschen Grenzen hinaus dienen zu können.

St.

Bunter Abend für die Winternothilse.

Zugunsten der Gießener Winternothilfe wurde am Samstag im Stadttheater ein Bunter Abend gegeben, der den Besuchern einige schöne Stun­den bereitete. Der Leiter unserer Militärkapelle, Obermusikmeister Krautze, leitete mit dein Dio- lincello-Dortrag von Max Bruch »Kol Ridrei", am Flügel von Walther Moehl begleitet, die Veranstaltung ein; er bot feinen Hörem eine feine, von erlesener musikalischer Kultur zeugende Leistung, die mit anhaltendem starken Beifall die verdiente dankbare Würdigung fand. An­schließend erfreute Herr Hub mit dem Gesang

der beiden Schubert-Lieder .Der Leiermann" und .Der Doppelgänger", wobei ebenfalls Herr Moehl am Flügel begleitete; auch diese künst­lerische Gabe fand verdientermahen lebhaften Beifall. Als Abschluß des ersten Teils der Vor­trags solge brachte 3ntenbant Dr. Prasch das Märchen von Andersen .Die Rachtigall" zum Dortrag, während die begleitende Musik von Hniversitäts-Musikdirektor Dr. TemeSvarh am Flügel gespielt wurde; Dr. P rasch bot bei diesem 'S ertrag eine ausgezeichnete rezitatorifche und sprechkünstlcrische Leistung, Dr. LerneS- v a r y verhalf durch feine feine und geschmack­volle musikalische Hntcmmlung dem Dortrag zur vollen Wirkung: beide Künstler belohnte mit Recht starker Beifall. Der zweite Teil des Abends wurde von dem neuen Mitglied deS StadttheaterS Frl. Eva Herms mit dem Gesang von drei Liedern (Stolz .Es kommt der Tag, wo Rosen glühn" aus .Peppina"; Lehär ,3ch bin verliebt" aus .Schön ist die Welt"; Benatzky .Mein Lie­beslied muh ein Walzer sein" aus »Weihen Röß'l") eingeleitet, wobei die Sängerin ebenfalls von Herrn Moehl am Flllgel begleitet wurde. Die hervorragende künstlerische Darbietung be­geisterte die Hörer so lebhaft, dah die Sängerin sich zu einer Zugabe verstehen muhte. Lebhafter Beifall brachte ihr den Dank der Zuhörer zum Ausdruck, der hier, wie bei den anderen Dar­bietungen, auch der feinsinnigen Begleitung deS Herrn Moehl galt. Den Abschluß deS Abends bildete die ausgezeichnete Aufführung der Paro­die von Max Reinhardt .Don Carlos auf der Schmiere", bei der ein überaus ergötzliches Spiel und Bühnenbild geboten wurde. Stürmischer Bei­fall dankte den Künstlern für die gute Leistung. Alles in allem: ein wohlgelungener Abend, mit dessen Verlauf die Mittoirk enden und daS Publi­kum in gleicher Weise zufrieden fein können. Rur der Besuch das Theater war nur etwa zur Hälfte besetzt hätte im Hinblick auf den guten Zweck des Abends besser sein müssen.

^0 Jahre

Gewerbliche Berufsschule Gießen.

In Anwesenheit zahlreicher Bertreter der Stadt, der öffentlichen Körperschaften, des Lehrkörpers, der intereffierten beruflichen Organisationen und des Gießener Gewerbes wurde am Samstagvormittag im Hause der Gewerblichen Berufsschule eine große Ausstellung eröffnet, die aus Anlaß des nunmehr zehnjährigen Bestehens der Schule einen Ueberblick über deren Arbeitsgebiet und Aufgabenkreis geben sollte. Schulrat Fischer sprach kurz über die Entwicklung des beruflichen Fortbildungs- fchulwefens, schilderte die Schwierigkeiten, unter denen üch besonders die Entwicklung des Berufs- fchulwefens für die Mädchen vollzog. Zur Zeit bestehe zwischen der Volks- und der Berufsschule keine engere Verbindung mehr, die Berufsschule sei völ­lig in sich geschlossen, das Haus, das in der Kirch- straße erstellt wurde, sei der Ausdruck der Selbstän­digkeit der Schule. Außerdem habe sich die Berufs­schule einen völlig eigenen Aufgabenkreis geschaffen, der jede Wiederholung des etwa trüber Gelernten ausschalte. Es gelte heute, den Menschen für den Beruf zu erziehen, ihm im Beruf ein Echos zu er­wecken, ihn darüber hinaus zum Staatsbürger zu erziehen. Die Steigerung der Aufgaben habe natur­gemäß eine wesentliche Steigerung des Aufwandes zur Folge gehabt; die Stadt Gießen habe stch ein Verdienst erworben um die Einrichtung der Schule, nicht zuletzt haben sich aber auch jene Firmen ver­dient gemacht, die durch Stiftungen von vielerlei Anschauungsmaterial, Maschinen, Werkzeuge, Ar- beitsmaterial, diese für die berufstätige Jugend so segensreiche Einrichtung unterstützt haben. Das 10- jährige Bestehen der Schule bedeute einen gewissen Abschluß in der Entwicklung; noch sei aber nicht alles erreicht, was zu erreichen not tue, man werde aber bemüht [ein, weiter zu arbeiten, nach wie vor als Lehrkräfte die Meister des Handwerks heran- ziehen, um der Praxis immer unmittelbar verbun­den zu bleiben und dem Nachwuchs wahrhaft dienen zu können. Mit Dankesworten an diejenigen Her­ren. die aus dem Beruf heraus ihre Arbeitszeit im Interesse der Schüler opfern, beschloß Schulrat F i sch e r seine eindrucksvollen Ausführungen. Ein Rundgang durch die Ausstellung schloß sich an, währenddem die einzelnen Fachlehrer kurz das Gebiet ihrer Tätigkeit, die Form der theo­retischen und der praktischen Arbeit erläuterten und dabei den Zuhörern einen Heberblick über den Aufgabenkreis, den sich die Berufsschule ae- sieckt hat. ermöglichten. Die Ausstellung selbst bot eine Fülle des Sehenswerten. Theoretische und praktische Arbeiten waren in sehr geschickter Form zur Schau gestellt, viel Anschauungsmate­rial förderte das Derftändnis, die Arbeiten der Schüler, hauptsächlich der graphischen Berufe, wie der Weihbinder, der Maler ufto. sanden viel Aufmerksamkeit: die Ausstellungen der technischen Berufe, 3nstallateure, Bauhandwerker, Schreiner. Mechaniker ufto. fanden in Anbetracht ihrer Viel­seitigkeit nicht weniger 3nteresse. Die Ausstel­lung erbrachte den Beweis, daß man in der Be­rufsschule mit großem Ernste arbeitet und bestrebt ist, dem jungen berufstätigen Menschen umfassende Kenntnisse mitzugeben, die ihn in den Stand sehen, den Kampf um die Behauptung seiner Existenz aufzunehmen.

Bornotizcn.

Tagest ölender für Montag: Goethe- Bund, 20 Uhr, Neue Aula, Goethe-Gedenkstunde. Verkehrs- und Verfä)önerungsoerein, 19.30 Uhr Be­sichtigung des Elektrizitätswerkes, 20.30 Uhr,Aqua­rium", Jahreshauptversammlung. Tierschutz- Derein, 20.15 Uhr, Kaufm. Dereinshaus, Haupt­versammlung. Gewerbl. Berufsschule, Kirchstr. 16, 15 bis 18 Uhr, Ausstellung von Schülerarbeiten. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Ronny".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen, Dienstag, 22. März, 20 Hhr, als 23. Vorstellung im Diens- tag-Abonncmcnt zu gewöhnlichen Preisen das KammerspielCandida" von Bernard Shaw. Gin Abend von besonderem Reiz für alle Freunde eines durchgeistigten Spiels. Spielleitung Peter Fas sott. In den Hauptrollen: Frau Maria Koch, Trägerin der Titelrolle, Peter Fassott als Morell, und Karl Druck als Marchbanks. Beginn 20 Hhr, Ende 22.30 Hhr. Mittwoch. 23. März. 19 Hhr, als 23. Vorstellung im Mittwoch-Abonne­ment zu Opernpreisen Operngastspiel des Hessi­

schen Landestheaters Darmstadt. Zur Ausführung gelangtDon 3uan von Lorenzo da Ponte mit der Musik von W. A Mozart. Musikalische Lei­tung: Dr. Hans Schmidt-Isserstedt. Inszenierung Rabenalt und Reinting. Vorzugs- und Rund- funkgutscheine haben Gültigkeit.

Don der Landesuniversität. Di« Pressestelle der Hniversität Dietzen teilt mit: De» Dorsteher der Hess. Hauptstelle für Pflanzen­schutz. Privatdozent Dr. G. O. Appel, hat eine an ihn ergangene Berufung alS Lektor für Pflan­zenkrankheiten und Gartenbau an die Hniversität Halle als Nachfolger von Pros. Dr. Hollrung abgelchnt. Das Hessische Ministerium für Ku^ tus und Bildungswesen hat Dr. Appel eine» Lehraufttag,Schutz der Rutz- und Zierpflanze^ insbesondere Bekämpfung der Pflanzenkrankhei- ten und der Hnträuter, an der im Rahmen des Landwirtschaftlichen Institut- der Lande-uni- versität neugegrünbeten Abteilung für Pflanzen­krankheiten erteilt und Dr. Appel mit dere» Leitung beauftragt

" Scharfe Bestrafung der Strahen- schmiererei anläßlich de- Wahl­kampfes hat die Stadtverwaltung in einer» Schreiben an den Oberstaatsanwalt beim Land­gericht in Gießen gefordert. In dem Schreibe» der Bürgermeisterei wird betont, dah das Be­schmieren von Straßen und öffentlichen Gebäude» mit Wahlparolen einen Umfang angenommen habe, der es notwendig mache, gegen diesen groben Unfug mit scharfen Strafen vorzugehen. Die Stadtverwaltung bittet die Staatsanwalt­schaft, zu erwägen, ob dieser Unfug nicht mit Freiheitsstrafen geahndet werden könne. Wi« erzieherisch Frecheiisstrafen gegen derartige Hand­lungen wirken, habe man bei den Bestrafungen für mutwillige Alarmierungen der Feuerwach« gesehen. Seitdem Freiheitsstrafen verhängt wur­den, seien die böswilligen Alarmierungen de» Feuerwehr um zwei Drittel zurückgegangen. 3m Hinblick auf diese guten Erfahrungen wird er­sucht, auch gegen die Straßenschmiererei mit möglichst scharfen Strafen vorzugehen.

* Besichtigung deS Elektrizitäts­werkes durch den DerkehrSverein. Es sei noch einmal daran erinnert, daß freut« von 19.30 Uhr ab für die Mitglieder des Der- kehrs- und Verschönerung-Vereins ein Besichti­gungsrundgang durch das Städtische Elektrizi­tätswerk veranstaltet wird, bei dem den Be­suchern das Werk in allen Teilen gezeigt werden soll. Die Führung beginnt pünktlich um 19 30 Hhr. Rach der Besichtigung fahren die Teil­nehmer in Straßenbahnwagen, deren Benutzung von der Werkdirektion liebenswürdigerweise kostenlos gestattet ist. zum RestaurantAqua­rium". wo die Jahres-Hauptversammlung deS Dereins stattfinden wird. (Siehe Anzeige vom vorigen Donnerstag.)

** Eine amtliche Verkaufs st eile für Postwertzeichen ist bei Frl. Frieda Joost, Bahnhofstraße 33, eingerichtet worden.

** Hnfall eines Sportflieger8. Do» der Südwest deutschen Sportfliegervereinigung Gießen wird uns mitgeteilt: Bei einem Flugtag in Schlüchtern kam gestern bei Flugvorführunaen das Flugzeug Raab - Kahenstein .Schwalbe" D 1516, Führer Moog, in das Flach trudeln. Di» Maschine trudelte ab, es gelang dem Führer je­doch, kurz über dem Erdboden die Maschine wie­der zu fangen, das Flugzeug sackte jedoch durch und wurde sehr stark beschädigt. Der Flugzeug- füfrrer erlitt Verletzungen leichterer Art am Ober­schenkel und im Gesicht.

VornVerbandEvange lisch- kirch­licher Frauenvereine. 3m Frühjahr 1929 legte die Vorsitzende des Verbandes Evangelisch» kirchlicher Frauenvereine in Hessen, Ihre Durch­laucht die Für st in zuErbach-Schonberg, ihr Amt nieder, führteiedoch die Geschäfte noch ein Jahr weiter. Seit Mai 1930 leitete als stellv. Vorsitzende Ihre Exzellenz Frau von W u s s o w (Darmstadt) die Geschäfte des Verbandes, aller­dings nur vorübergehend. In einer kürzlich ab­gehaltenen Sitzung wählte nun der Vorstand Frau Julie Heraeus (Offenbach a. M.) zur Vorsitzen­den. die noch am gleichen Tage ihr Amt über­nahm.

" Gesellschaftsreisen zu Ostern nach Berlin, Paris, Rom ufto. werden von der Ham- burg-Amerika-Linie wieder veranstaltet. DaS Hapag-Reisebureau im Seltersweg hält ferner OfterZReifelarten zum ermäßigten Preis vorrätig. Als Ostergeschenk können auch Reisegutscheine bis zu 500 Mk. ausgestellt werden. Dieser Betrag ist für Fahrkarten. Vermittlung von Hotel­zimmern, Schiffs- und Flugpassagen und Gepäck­versicherung zu verwenden. Man beachte die heutige Anzeige.

Wettervoraussage.

Durch die Atlantikstörung gelangen die britischen Inseln und Nordfrankreich mehr in den Bereich ozeanischer Lull, welche dort Temperaturanstieg bringt und mehrfach auch zu Niederschlägen führt. Obwohl sich über Deutschland noch Hochdruck aus­dehnt, dürften auch wir in den Bereich ozeanischer Luft gelangen, so daß nachts langsam Milderung zu erwarten ist. Niederschläge dürften jedoch nur in geringer Art und einzeln auftreten.

Aussichten für Dienstag: Neblig-wolkig mit Aufheiterung, nur bei Aufklaren Temperaturen nachts um den Gefrierpunkt, im ganzen milder, ver­einzelt etwas Niederschlag.

Aussichten für Mittwoch: Wenig Aen» derung der Wetterlage.

Lufttemperaturen: am 20. März mittags 6,9 Grad Celsius, abends 0,1 Grad: am 21. Marz morgens 2,4 Grad. Maximum 7,4 Grad, Minimum minus 0,1 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe: am 20. März abends 3,8 Grad; am 21. März morgens 2,2 Grad Celsius.

Nichts anderes! - Es gibt eben keine /1 andere Haut­creme, die das hautverwandte Euzerit | / enthält!

WWW

lu Mtasseu

Über 114 Millionen R M Gesamtgewinne

39. PREUSSISCH-SÜDDEUTSCHE KLASSENLOTTERIE