Aus dem Hessischen Landtag.
Dr. bei
wird, bevor sie das ihr vorschwebende Endziel erreicht hat. in ganz Deutschland die absolute Majorität zu erringen. Jede praktische Politik hat bisher .ihre Agitation nur gelähmt. Lind aus diesem Grunde bin ich überzeugt, das; die NSDAP, es auch in Hessen vorziehen wird, die bisherige Regierung zu dulden und aus der Opposition heraus eine Fülle von Anträgen zu stellen, die zum grössten Teil nie - mal-j verwir. licht ve d .n lö n n, mi denen s.e aber hofft, weitere Wählermassen für sich zu> gewinnen.
Die Fortführung der Geschäfte durch das gegenwärtige Ministerium ist ein denkbar unerfreulicher Zu st and, der sich nicht lange aufrechterhalten lassen wird, weil d i e beiden radikalen Parteien, die Nationalsozialisten und die Kommunisten, zusammen im Landtag eine Mehrheit bilden, mit der sie jede Regierungsmaßnahme unmöglich machen können. Die Forderung der NSDAP., die hessische Regierung solle künftig nur noch aus einem Mini st er bestehen, ist sehr populär und das Zentrum würde sich ihr nicht entgegengestellt haben, wenn es auch mancherlei Bedenken gegen eine solche radikale Vereinfachung hat. Voraussetzung wäre allerdings gewesen, daß dieser Minister im Falle einer Koalition keiner der beiden Regierungsparteien angehört hätte.
Die bisher eingebrachten Anträge der NSDAP. — ich erinnere nur an die Anträge über die Einsetzung eines Untersuchungsaus- schu sses, an die demagogischen Anträge bezüglich der Winterhilfe — beweisen, wie schwierig eine Zusammenarbeit mit dieser Partei für das Zentrum geworden wäre. Aber das Zentrum hatte geglaubt, im Interesse des Landes einen Versuch nicht ablehnen zu sollen. Die Weiterentwickelung der politischen Situation in Hessen hängt nicht vom Zentrum ab, sondern in erster Linie von der NSDAP. Es ist ein Antrag auf Auflösung desHessischenLandtages gestellt. Es wird sich zeigen, welchen Weg die NSDAP, dann geht."
Der volksparteiliche Landtagsabgeordnete N i e p o t h hat den Antrag eingebracht, die Berechnung der Normal- und Mehrst eilen in den Volksschulen im Vorjahre zugrunde gelegte Meßzahl von 4 5 wird beide ha l te n. Die notwendigen Lehrkräfte sind, falls es die finanzielle Lage des Staates dringend erfordert, durch Auflösung der Sonderklassen und Einschränkung des Fortbildungsschulunterrichts frei zu
Zentrum und Nationalsozialisten in Hessen.
Der Zentrumsfrakiionsführer Abg. Hoffmann über den Ausgang der Koalitionsverhandlungen und die künftige Entwicklung der politischen Lage.
den. Die japanischen Bewohner haben zu einer Massenversammlung aufgerufen, um weitere Beschlüsse zu fassen. Das japanische Konsulat hat gegen das Vorgehen der Schutzpolizei der internationalen Niederlassungen protestiert mit der Beschuldigung, daß diese zuerst auf die Menge gefeuert habe. Von Tokio aus sind mehrere Flugzeuge, ein Kreuzer, vier Zerstörer und eine Abteilung Marineschützen nach Schanghai kommandiert worden, da sich der japanischen Kolonie eine wachsende Beunruhigung bemächtigt hat.
Paris, 20. Jan. (CRB.) Mit einer Regelmäßigkeit, die die Zweckhastigkeit solcher Kampagnen in durchsichtiger Weise enthüllt, tauchen immer dann, to:nn dieReparations- oder Abrüstungsirage erneut ernsthaft zur Lis- kussion stehen, in der franzöiischen Presse oder in den Parlamentsausschüssen D e - richte über angebliche deutsche Ge» heim rüst ungen und Verstöße gegen die Abrüstungsbestimmungen des Versailler Vertrages auf. 3m Kammerausschuß für auswärtige Angelegenheiten suchte General Bourgeois nachzu- we:sen, daß Deutschland entgegen den Bestimmungen des Versailler Vertrages eine gewaltige Armee vorbereite, und zwar durch die jährliche Ausbildung einer großen Zahl von Unteroffizieren, die aus der Reichswehr, sobald sie ausgebildet feien, ausschieden, um neuen Rekruten Platz zu machen, sowie durch Heranbildung von Offizieren sowohl in der Reichswehr wie in besonderen Schulen, die durch den Vertrag verboten seien. Deutschland könne im Konfliktsfall eine erste Stoßarmee von beträchtlicher Stärke aufstellen, die körperlich glänzend durchgebildet sei und deren militärischer Geist in häufigen Zusammenkünften der neuen Einheiten mit den alten Kaders der aufgelösten Regimenter gepflegt werde.
Diese Ausführungen des französischen Generals sind nichts als eine Wiederholung der seit der Schaffung der Reichswehr in böswilliger Absicht frei erfundenen Behauptungen. Dasselbe gilt von den weiteren Ausführungen des Generals Bourgeois über die angebliche Fähigkeit der deutschen Industrie, im gegebenen Fall die technische
Eine Denkschrift Wagemanns für Geld- und Krediireform.
Oei- Aoi-schlag einer verschiedenartigen Deckung für große und «eine Danknoten Umwandlung der kurzfristigen Kredite der öffentlichen Hand in Anleihen zur Deckung des dem Konsumbedarf dienenden „Kleingeldes".
Ammemarchen von deutschen Geheimrustungen Bewußte Tendenzlügen französischer Senatoren als Ablenkung von den eigenen Lüftungen Frankreichs.
den k leinerenDanknoten undMünzen macht. Weiter wird darauf hingewiesen, daß diese 3dee eine Vermehrung des Rotenum- l a u f e s und eine verschieden hoheDek- k n n g für die beiden Geldkategorien des Planes zur Folge haben würde, wobei nur die erstgenannte Gruppe eine volle Deckung im bisheri- gen Sinne, die zweite eine geringwertigere Dek- kung erfahren würde. Gegenüber der 2lbsicht, mit diesem Plan das Auftauen eingefrore-
* Kredite herbeizusühren, verhält sich die öffentliche Meinung ziemlich skeptisch, zumal das vorgeschlagene Verfahren einen vollständigen Strukturwandel, sowohl der Reichs- bank, wie der Großbanken voraussetzen würde. Diese letzteren nämlich sollen gezwungen werden bestimmte unverzinslicheGuthabenbei
Aeichsbank für diejenigen Teile ihrer Aktiven zu unterhalten, die künftighin für Girozwecke liquide bleiben mühten Konkursfalle gegen jeden Zugriff ge- chutzt bleiben sollten. Die Aeichsbank ihrerseits sollte im gewissen Umfange auch mit Hilfe des "an Wertpapieren neben dem Mittel der Diskontpolitik den Kapitalmarkt regu- heren. Das Projekt, mit dem man sich in Regierungskreisen noch nicht befaßt hat, das aber als rem private Arbeit bezeichnet wird, dürfte noch .y?Lr^n Gegenstand von Erörterungen und Kritik bilden.
Aus aller Welt.
Ein bolschewistischer Entführungsversuch in Bukarest.
Großes Aufseheii erregt ein politischer Ent- führungsversuch. Sowjetrussische Emissäre hatten den Auftrag erhalten, sich des in Rumänien lebenden Diplomaten Atschebekoff zu bemächtigen und nach Rußland zu bringen. Dieser war im 3ahre 1921 diplomatischer Vertreter der Sowjetunion in Bern. Später organisierte Ahchebekoff als Privatsekretär Stalins die GPU. Dann wurde er nach Konstantinopel entsandt, wo er in den Verdacht geriet, m i t Trotzki in Verbindung zu stehen. Er wurde daraufhin sofort zurückberufen, weigerte sich aber, nach Moskau zurück» zu kehren. Seitdem galt er als ein erbitterter Gegner der Sowjets. Es heißt, daß die sowjet- russische Regierung eine Million Dollar aus- geseht hatte, um seiner habhaft zu werden. Der Kapitän eines in Konstanza liegenden griechischen Dampfers hatte sich bereiterklärt, Atsche- bekoff nach Odessa zu bringen. Der Kapitän ist verhaftet worden. 3n Bukarester Kreisen glaubt man, daß dieselben Leute an dem Ent- suhrungsversuch beteiligt sind, die in Paris die Entführung des Generals Kutiepoff durchgeführt hatten.
Beim Gottesdienst ausgeplündert.
In Kirdjali (Südbulgarien) überfielen fünf maskierte und schwer bewaffnete Banditen eine Moschee während des Gottesdienstes Etwa 30 türkische Beter mußten die Hände hochhalten, während die Räuber ihre Opfer durchsuchten und das erbeutete Geld [oroie die Wertsachen in einem Gebetsteppich sammelten. Ein Türke, der kein Geld bei sich hatte, wurde ausgezoqen und verprügelt. Dann forderten die Räuber daß die Andächtigen für das glückliche Entkommen der Räuber beten sollten. Danach mußten sich alle Anwesenden mit dem Gesicht auf den Boden legen worauf die Banditen die Moscheetüren abschlossen und fluchteten. Die Eingeschlossenen wurden erst nach zwei Stunden befreit.
Die Nalriumexplosiou in Norwegen.
Die gemeldete Natrium-Explosion in der elektrotechnischen Fabrik von Vad- 0 e l m bei Bergen konnte nach längeren Bemühungen e r stickt werden. Das Feuer hat zwei La- gergebaude mit etwa 60 Tonnen Natrium völ° li,g zerstört, ferner eine Anzahl kleinerer Hauser uni) einen Teil der Fabrikanlagen ver- mchtet. Mehrere Personen, die sich an den Rettungsarbeiten beteiligten, erlitten durch den mit Gas vermischten Rauch starkeVerbrennun- g e n . Dieser Rauch trieb in dichten Schwaden bis zu der 2 Kilometer von der LlnglÜcksstelle entfernten Stadt Vadheim selbst. Die Verbindung mit der Brandstelle ist dadurch besonders er- schwert, daß die Telephonleitungendurcb e t nen Erdrutsch zerstört worden sind, der f1"6. FHe der durch das milde Wetter verur- sachten S ch n e e s ch m e l z e in den Bergen ist.
Raubmord auf der Straße.
, ?n-Ajudenburg wurde unter einer Eisen- bghmiberfuhrung gegen 20 Uhr der Werkstudent ^ter Miosga von einem Unbekannten durch
<^Schuff.e getötet. Miosga brachte mit , Tochter eines Fleischermeisters Geld in ^^^^^""lappe vom Geschäft nach der Wohnung. Unter der Gisenbahnübe^
machen. Bei Heraufsetzen der Klassenstärke würden in vielen Schulen geradezu katastrophale Zustände eintreten, nicht zuletzt weil die Klassenstärke errech. net wurde auf Grund der Schülerzahl vom 10. Mai 1931, während durch Abgang eines schwachen Kriegsjahrganbes und Zugang eines normalen Jahrganges die wirkliche Schülerzahl den angenommenen Stand erheblich übersteigt. Da es im Interesse der Gesamtbeoölkerung liegt, die normale Volksschule als Fundament der Aüdung in Takt zu halten, erscheint es richtig, eine Einschränkung — wenn sie die finanzielle Lage des Staates dringend erfordert — bei d e n Einrichtungen vorzunehmen, die man in den letzten Jahren ohne Rücksicht auf die Kosten groß- zugig ausgebaut hat.
Der Abg. Äiepoth beantragt weiter, im Reichsrat die Bemühungen der Württemberqischen Regierung, eine K o n ze ss i o n s p f lich t der Warenhäuser und Einheitspreisgeschäfte durchzusetzen, zu unterstützen, da das Vordringen der Warenhäuser und Einheitspreisgeschäfte auch in mittleren Städten eine weitere Beeinträchtigung der Existenzmöglichkeiten des Mittelstandes bedeutet.
^SN. Darmstadt, 21. 3an. Das Darmstädter Tagblatt veröffentlicht eine Unterredung mit dem Fraktionsführer des hessischen Zentrums, Ministerialrat Hoffmann. 3n der Unterredung erklärte der Zentrumsführer u. a.:
Der Nationalsozialismus hat ohne Zweifel einen außerordentlich großen Wahlerfolg errungen, aber d i e S ch l ü s s e , die die NSDAP, daraus zieht, s i n d f a l s ch. Es ist nicht so, daß das hessische Volk in seiner Mehrheit wünscht, daß nunmehr nationalsozialistische Politik in Hessen gemacht werden soll. Den 37 Prozent nationalsozialistischen Stimmen stehen 63 Prozent entgegen, die die NSDAP, ablehnen. Die Anhänger des Zentrums sind ganz fest geblieben und haben bei der Wahl zu erkennen gegeben, daß das Zentrum in der hessischen Politik auch künftig das Bollwerk bilden soll gegen den Radikalismus von rechts und links. So sehen die Ereignisse in Wirklichkeit aus, und die NSDAP, muß allmählich sich anschicken, die Lage nüchtern zu betrachten.
Das Zentrum war gewillt, aus der veränderten politischen Lage die Folgerungen zu ziehen, und einer Regierungsbildung durch die NSDAP, keine Schwierigkeiten zu bereiten. Das Zentrum war auch grundsätzlich bereit, über die gestellten Forderungen mit sich reden zu lassen. Daß das selbstverständliche Verlangen der Zentrumspartei, über die Angelegenheit zu verhandeln, Yon der NSDÄP. als eine Ablehnung betrachtet wurde, beweist, daß der Wille der NSDAP., mit dem Zentrum eine Koalition einzugehen, nicht ernst gemeint war. Die NSDAP, ist stark geworden, weil sie es sich in der Opposition leisten konnte, immer nur grundsätzliche Forderungen aufzustellen. ihre Werbekraft lag gerade in ihrem Radikalismus. Sobald praktische Arbeit geleistet werden muß, muß die NSDAP. 90 v. H. ihrer Forderungen a u f g e6 en und ebenfalls wie alle Parteien, die in der Regierung sind, mit Wasser kochen.
3ch glaube nicht, daß die NSDAP, sich in I eine praktische Politik einlassen I
20.3an. Der Präsident des Statisti- schen Rerchsamls, Prof. Wagemann, hat einen Reformplan zur Geld- und Kredit- r e f o r m ausgearbeitet und zwar in Zusammenarbeit mit einem Kreis von Kennern der Wäh- nmgs-, Kredit- und Dankverhältnisse. Die Untersuchungen der Denkschrift erstrecken sich in der Hauptsache auf folgende Punkte: a) Neuordnung Reichsbank (Aenderung der Deckungsbestimmungen und Valutapolitik), b) Umschuldung der fur3friftigen Verschuldung der öffentlichen Hand, c) Reform der Giralverfassung und in Verbindung damit Umbildung des Banksystems, d) ordnungs- mäfjlge Abwicklung der eingetretenen Kapitalverluste
Für die Deckungsbestimmungen der ? V. ^JV1n t wird vorgeschlagen, daß in Zukunft zwischen „großen Noten" und „Heingeftüdel- ten Noten' unterschieden werden soll. Die Summe dec umlaufenden großen Noten, der Re- servedepositen der Kreditinstitute und die Giroguthaben bei der Reichsbank (mit Ausnahme der
•f°£u , Reiches) sollen a) mit 40 v. H. mit Gold und deckungsfähigen Devi- 'C ,mit dem Rest durch gute Handels- wechse l gedeckt werden. Die Summe der kl ei n- x 4" ?oten und der Giroguthaben des Reiches bei der Reichsbank sollen a) bis zum betrage von drei Milliarden Mark durch eine öffentliche Schuld ge- ?«nfr-Ltoc1&n,r5.b) darüber hinaus gegen festver- zlnsliche Schuldverschreibungen und durch Lorn- c) darüber hinaus sollen fieinge- stuckelte Noten ohne jede Beschränkung gegen
r Devisen und gute Handels- ? H arru geben werden. Der neue Zu- 12 allmählich bis zum 3ahre 1936 herbei- gesuhrt werden.
Valutapolitik der Reichsbank wird dabei vorgeschlagen daß eine Zentralisierung b a I u t an scher Zahlungen bei der Reichsbank auch für die Zukunft beibehalten werden soll.
^ung der kleingestückelten Noten er- % ^"ld in Höhe von drei Milliarden * ?m zweckmäßigsten dadurch geschaffen d - kurzfristigen K r e d it e
der öffentlichen Hand in Anleihen umgetoanöelt werden. Hierdurch soll eine Umschuldung der kurzfristigen toerben 6Unfl vssenllichen Hand herbeigeführt . D^eform der Giralverf assungsoll ^urch erzielt werden, daß die Einrichtung von ?^llonlen künftig k o n z e s s i o n i e r t wird und ehre Deckung für die Giralkonten verlangt □ Neuordnung des Dank» und tikr1 soll die volle gesetzliche
lür die großen Reichsbank- ^^lder und für die großen Roten festgelegt d^ kleinen Noten ähnlich wie nu? Vnc beschränkte Zahlungs- - ^erhalten sollen, insofern, als bei Zahlungen kT ^^vu^verkehc der Annahmezwang aus fünf-
* 9«€.febn.<& beschränkt wird. Nur Unr die Giralabteilungen der Kredit- banken müssen sie unbegrenzt in Zahlung nehmen.
3? 2er %Iiner Presse wird der Vorschlag den Präsident des Statisti- lchen ?eichsamtes, mit verschiedenen Mitarbeitern üotlegt. lebhaft erörtert. Dabei steht im Vorder- grunb die währungspolitische Zielsetzung, die CÄü t% r n b v o ? c nn uxn 9 »wischen dem der Guterproduktion und dem Großhandel dienenden Teil des Geldes, also den großen $X x!» Cr und dem giralen Geld
und den für den Konsumbedarf zirkulieren
Ausrüstung des Heeres in kürzester Frist zu schaffen.
General Bourgeois behauptet weiter, daß die Vorbereitung auf den Krieg in Deutschland von einer sehr aktiven Propaganda zugunsten der Revanche begleitet werde, daß die Kinder in den Schulen in diesem Sinne unterrichtet würden und daß gewisse Schulbücher sogar zu diesem Zweck abgefaßt seien. — Wenn General Bourgeois erklären zu können glaubt, daß eine derartige Propaganda für den Krieg getrieben werde, darf wohl gefragt werden, auf welche Anzeichen eigent- Nch Herr Bourgeois diese Behauptung stützen will. Die Parteien des deutschen Volkes, die zu der gegenwärtigen Reichsregierung in Opposition stehen, fino nicht minder friedensgewillt als die Mehrheit des deutschen Volkes, die die friedliche Außenpolitik des Kabinetts Brüning stützt.
Senator E c c a r d hat im Ausschuß behauptet, daß die Militärausgaben im deutschen Budget verstreut und verschleiert und in Wirklichkeit höher seien, als zugegeben werde. Insbesondere sei mehr als die Hälfte des Polizeibudgets für rein militärische Ausgaben bestimmt, und das Pensionsbudget diene tatsächlich großenteils zur Besoldung der mit militärischen Arbeiten beschäftigten Reserveoffi- ziere. — Demgegenüber ist mit aller Deutlichkeit festzustellen, daß die Behauptungen übev Verschleierung der eigentlichen Ausgaben für die Reichswehr durch Verschiebung der Etatstitel einer jeden Grundlage entbehren und eine bewußte Irreführung der französischen öffentlichen Meinung sind.
Auflösung des japanischen Parlaments.
Tokio, 21. 3an. (WTB. Funkspruch.) Das Parlament trat heute nach der Neujahrspause wieder zusammen. Es erfolgte jedoch bereits heute nachmittag seine Auflösung, um der Ncglerungspartei, die gegenwärtig von 466 Kam- mersihen nur 171 Stimmen hat, die Möglichkeit zu geben d u r ch Neuwahlen eine ar- «2$ fa&igc Mehrheit in der Kammer |u erlangen. Die Neuwahlen dürften am 20. Februar staltfmden.
Schwere Unruhen in Schanghai, «luhfle Stratzenkimpfe zwischen Chinesen und Japanern.
Rtäan9^' 20 3an. (TU.) 3n Schanghai suchen am Mittwochfruh große Unruhen aus.
C b tLn Shanern stürmten durch Al. Straßen und griffen die chinesische Urn»0 u u • um sich wegen eines am Samstag erfolgten chinesischen Angriffes auf fünf lapamfche Mönche zu rächen. Die 3apaner bewarfen die Straßenbahnwagen mit Steinen, zertrümmerten Hunderte von Schaufenstern und s e tz - Lc" bre‘ chinesische Fabriken in LranJ‘x?n verschiedenen Stellen kam es zu Senergefechten zwischen der chinesischen Polizei rfüLiiZ «?^^^ranten. Dabei wurden zwei chinesische Polizeioffizlere und ein 3apaner g e - tötet. Spater drang die Menge gegen die internationalen Niederlassungen vor. Aus beiden ^urde scharf geschossen und eine große Anzahl von Personen wurde schwer verwundet ba^unter ein englischer Polizeioffizier.
r„„le Behörden der internationalen Nieder- lassungen mobilisierten sofort sämtliche Polizei- Jft J1/,™ liegenden japanisch^en 9 lch.isfe wurden in Gefechtsbereitschaft 9c*e6t und lapamsche Matrosen patrouillierten vün^'^Stadt- Der Oberbefehlshaber des ja" panischen Geschwaders hat nach Tokio um V e r - uugen telegraphiert. Sämtliche hn?,8 hr?e r.u ö,cn ^«nationalen Niederlassungen finb von starken Polizeiabtellungcn besetz und verbarrikadiert worden. Am Nachmittag konnte die Ruhe einigermaßen wieder hergestellt wer-
führung kam in gebückter Haltung ein Mann herbei, der zunächst den Eindruck eines Betrunkenen machte. Auf wenige Schritte Entfernung gab er auf Miosga zwei Schüsse ab, und es kam zwischen den beiden Männern zu eine. »Handgemenge, während dem Miosga die Artentasche entrissen wurde. Als die Begleiterin, die auf die Schüsse hin die Flucht ergriff, sich wieder den beiden näherte, gab der Täter auch auf sie einen Schuß ab, der aber sein Ziel verfehlte. Dann flüchtete der Räuber. Miosga ist seinen Verletzungen erlegen.
Der Konflikt an der Universität Halle.
Wie in Universitätskreisen erklärt wird, hat sich in der Dozentenschaft die Stimmung in den letzten Tagen zu Ungunsten Prof. Dehns ent- wickelt. Seine Schrift „Kirche und Völkerversöh- nung, Dokumente zum Halleschen Konflikt" stoße allgemein auf scharfe Ablehnung. Wie verlautet, haben sich Rektor, Senat und Theologische Fakultät bereits an den preußischen Kul- tu sm i nister gewandt, da er es allein in der Hand habe, den Frieden in Halle wiederherzustellen. Ob diese jüngste Entwicklung, wie behauptet wird, die Gefahr einer Schließung der Uni- ocr fi tat tatsächlich akut werden lasse, könne im Augenblick noch nicht übersehen werden.
Geheimrat Duisberg feiert sein Goldenes Doktorjubiläum.
Von der Preußischen Akademie der Wissenschaften nra Geheimrat Duisberg, Vorstandsmitglied der
-Farben, zur Erinnerung an seine vor 50 Iah- ren (21. Januar 1882) in Jena erfolgte Promotion zum Dr. phiL ein Diplom überreicht.
Großfeuer zerstört ein Hotel.
Durch ein Großfeuer wurde ein Hotel i n Cornwall (England) vollkommen zerstört. Die Hotelgäste, die sich in Nachtkleidung aus dem Hotel flüchten mußten, verloren zum großen Aeil ihre vollständige Reiseausrüstung. Anter den Gästen befand sich auch der O6er- kommissar für Südafrika.
Wettervoraussage.
r^9Crt das Hochdruckgebiet im Sudosten mit seinem Kern über den Donau- dessen Einfluß sich weiterhin Über Deutschland erstreckt. Dabei bewegen sich auch heute in den bodennahen Luftschichten infolge Ausstrahlung und kontinentaler Kaltluft' die K^raturen unter bem Gefrierpunkt, während die Berge tm Bereich warmer Luft immer narb «ÄT 2 bis 6 ®tai> über Aull «usweiU Obtooljl durch die neue Störung über 3sland Warmluft südwärts vordringt, wirkt bei uns sich vorerst noch der Hochdruckeinfluh aus.
Aussichten für S r e i t a a ■ 'TRoiforRiir trocken*^' und dunstig mit Aufheiterung, Sufttemperaturen am 20. Januar: mittags 28 ®raö Celsius, abends minus 2,4 Grad; am 21 Januar: morgens minus 1,2 Grad Marimnm' 3 n Grad, Minimum 3,7 Grad. - Erdtemv/rm.^n in 10 cm Tiefe am 20. Januar: abends 1,0 Grad- am 21. panuar: morgens 1,0 Grad Celsius. - Sonnet schemdauer 5| Stunden. 0 n n
Amtliche Wintersportnachrichtev.
mö®Weü ^ntim-ie?DHnee?de?h°^cht. Sp°Ä Alpen: Garmisch - P a r t e n ki r ck» - n-
3t 2 Zentimeter Schnee verharscht, Sportmogllchkeit stellenweise.


