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Aus Der provmzialhaupiüaDt.
® leben, den 21. Januar 1931.
Liebe und Seife.
Line Frau an die Frauen.
Reine Frau hat das Recht, sich um irgendwelche Angelegenheiten zu kümmern, solange sie die ihr xuaeöiefenen Pflichten, für die sie doch hauptsächlich geschossen wurde, nicht erfüllt hat.
Reine Frau hat da- Recht, s.ch um Politik, öffentliches Leben oder Wohltätigkeit zu lummem. bevor nicht ihr Wann gut versorgt und satt ist, -r seelisch und körperlich, bevor nicht ihr ganzer Haushalt mit viel Liebe und viel Seife behandelt ist und bevor nicht ihre Rinder mit allem versehen sind. waS sie für die De- sttrnmung oder den Zufall des Taaes brauchen.
Ist es nicht bemerken-wert, bat) da- Zeitalter gehäufter Unruhe, Unzufriedenheit, Derbrechen, Unglauben, Untreue im häuslichen und öffentlichen Leben, Scheidungen und jugendlicher Straf« fälligkeit zusammenfällt mit der sogenannten Frei- heitsbewegung der Frau?
Die Frau wurde ja eigentlich nicht geboren, um frei zu sein, sie wurde zu groben und vornehmen Pflichten geboren.
Wmn sie diese Pflichten vernachlässigt, ober bewußt verneint, stürzt sie baS Gleichgewicht alle- Leben-
Reine geistreiche Wortgaukelei unb keine bkn- benbe Zeitmeinung kann den naturgemäben Ausbau der Dinge verändern.
Die erste und natürliche Aufgabe der Frau ist, ein Heim, einen Wann unb Rinber au haben, sich Ihrer anzunehmen unb sie zu hüten mit ihrer ganzen Stärke unb ihrer ganzen Seele.
Alle- anbere kann sie bann erst tun, wenn sie diese Pflichten erfüllt hat.
Da- sind eigentlich alte Wahrheiten, die aber in der heutigen Zeit mehr verfochten werden müssen, al- je.
Es gibt doch wahrlich keine bessere Derhütung jugendlicher Gtrasfättigleit. al- eine liebevolle, treusorgende Mutter, die selbst in schwerer Rotzeit sich ihren Rindern opfert. Unb bah bie Erziehung ber Rinder mit Liebe unb Seife noch immer ber Eckpfeiler menschlicher Gesittung ist. kann wohl selbst nicht in biefem Zeitalter ber Umwandlung bestritten werben
Gewih Die Frau braucht nicht derart eln- gefpannt zu sein, dah sie — bildlich gesprochen — mit einer Hand bic Wiege schaukelt unb mit ber anbern gleichzeitig ben Pfannkuchen toenbet
Aber bic Entwicklung ber Frau in ben lebten Jahren, bie bi- zu rot gelackten Fingernägeln führte, wirb in anbete Dahnen gelenkt werden müssen, wenn da- kommende Geschlecht wieder bessere Zeiten sehen soll.
Man könnte den sogenannten Schönheit-salon al- da- Derfaille- der Frau bezeichnen.
Die Zukunft wird ausräumen müssen mit ber überspitzten Bewertung aller Aeuherlichkeiten, zu ber letzten Enbe- bie Freiheitsbewegung ber Frau führte Sie wirb aufräumen mit ben Rarrheiten der Mode und der Sucht nach Abenteuern. Sie wird aufräumen mit den ungerechtfertigten hohen Ansprüchen der Frauen von £eute und wird die Erkenntnis bringen, dah auch in ganz bescheidener Umwelt Heim und Glück gegründet werden können.
Die Frau von heute hat vielfach Sehnsucht, eine Dauerwellen-Lorelei wie Greta Garbo zu sein.
Die Frau von morgen wird notwendigerweise wieder zu ihrer Destimmung zurückkehren Mit Seife unb Liebe ein Heim für Mann unb Rinber zu schaffen Frau M. A.
(tiieftener rSochcnmar «Preise.
* ®lefien, 21. Ian. ES kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Rochbutter daS Pfund von 80 Pf an, Dutter 100-110, Matte 25-30 Pf. da- Pfund, Käse 10 Stück 50-120 Pf., Gier 11 Pf da- Stück, Wirsing 8—12, Weihkraut 7—8, Rotkraut 8—12. Gelbe Rüben 10—12, Rote Rüben 10—12, Spinat 15—20, Untcr-Äoblrabi 5—6, Grünkohl 8-10. Rosenkohl 15 20. Feldsalat 60 bi- 80. Tomaten 60 -70, Zwiebeln 12—15, Meerrettich 30—60, Schwarzwurzeln 25— 35, Rartoffeln 4, Aepfel 8—10. Dirnen 8—10. Dörrobst 30 bi- 35. Honig 40 50, Rüffc 35—40, Enten SO bi- 100, Junge Hähne 80— 90, Suppenhühner 80 biS 90. Gänse 90 100 Pf. daS Pfund. Tauben 50 - 60. Dlumenkohi 30-70. Salat 20-25, Endivien 10—15, Ober-Kohlrabi 8—10, Lauch 5—10, Rettich 10-15, Sellerie 10-40 Pf. das Stück. Äartoffcln 3.00-3,50. Weißkraut 4.00- 5.00, Wir- sing 7.00- 8.00, Rotkraut 7.00- 8,00 Mk. p. Ztr.
VornoNzen.
— TaacSkalender für Donnerstag. Gesellschaft für Erd- unb Völkerkunde, 20.15 Uhr, Reue Aula, Lichtbilder-Vortrag über ^Forschungen in der Rord-Mandschurei". — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: ..Der kleine Seitensprung". — Astoria-Lichtspielc, Scltersweg: .Die Todesfahrt im Weltrekord" unb .Der Leidensweg einer Mutter".
Die Gulaschkanone in den Schulen.
Ein hervorragendes Winterhilfswerk unserer Garnison.
Einr bedeutsame und anerkennenswerte örgän- Aung der Fürsorgearbeit der ©iehener Winternot- yllsc wird seit gestern von unserem Bataillon durchgeführt. Ls handelt sich um dieSpeifung von Rindern der hiesigen Volksschulen, bie an jedem Werktage mittag- erfolgt. Zunächst ist für diefeS HillSwerk eine Zeitdauer d o n b r e i Monaten vorgesehen. Die Rosten der Rinderspeisung werden auS
freiwilligen Spenden aller Ungehörigen der Garnison
bestritten, wobei die Of iziere. die Militärbeam- ten. Unteroffiziere unb Mannschaf.cn auf einen Teil ihrer Besoldungen zu Gunsten deS HilsSwcr- keS verzichten.
Die MittagSlpeisung umfaßt zunächst 104 Kinder, von denen 46 bie Pcstalozz.schule, 19 bie Schlllerschulc und 39 bie Goetheschulc besuchen. Tic Auswahl der Rinber wurde unter loyalen Gesichtspunkten vorgenommen wobei der Schularzt, die Schulleitungen und dc- Wohlfahrtsamt zusammenwirkten, besonders beachtet wurde dabei der allgemeine ErnährungSAustand der Ri. der unb der Rinderreichtum der betreffenden Familien. Die Essenabgabe erfolgt für bie Rinder der Pestalozzi- schule und der Schillerschule in der Schulküche der PestaloA-ischule. für bie Rinder der Goetheschulc in der dortigen Schulküche Mitglieder d?S Lehr- körper- der Prstalozzischu c bzw. Ler Eo t e'chule und bie Hau-meister der beiden Schulen find bei der Durch ührung diefeS Hihswcrkcs in anerkennenswerter 'Steife um bic Versorgung bet Rinder bemüht.
2Ln jedem Werktag — Sonntags fällt die Speisung au- — um die Mittagszeit erscheint auf den Höfen der Pestalozzischule und der Goetheschulc eine Feldküche deS Bataillon-, bic das Mittagessen fertig zum Verspeisen heranbringt.
Rund 100 Cller Essen, also noch dem derzeitigen Stande auf jede«, Kind rund 1 Liter, sind In der Gulaschkanone enthalten.
Die Portionen werden au- der Feldküche in grabe Suppenkessel gefüllt und aus diesen im Speiseraum der Schulküchen in die einzelnen Eh. gesähe verteilt! selbst diese Gesähc sind von der Reichswehr zur Verfügung gestellt, während bie Löffel vom Wohlfahrtsamt beschafft wurden. Die Rinder speisen gemeinsam an langen Tischen.
Gestern mittag gab e- ReiSsuppc mit Rindfleisch, bic den Rindern so vortrefflich
— Aus dem ©tabttfocalcrbureau wird uns geschrieben: Zum letzten Male, Freitag. 22. Januar, als 15. Freitag-Abonnementsvorstel- lung bie Wiederholung ber stürmisch begrüßten Sllvcstcrinszenicrung ber Zauberposse „Lumpaci- vagabunbus" von Johann Restroh. Musik von Adolf Müller. Spielleitung blefer durch Gesang, Tanz, Akrobatik auSgcschmücktcn heiteren Angelegenheit hat Rarl Heyser, musikalische Leitung Fritz Eujö, Tänze Ewald Bäulte. — Sonntag, 24. Januar, 18.30 Uhr. Wiederholung der erfolgreichen Uraufführung des Zeitschauspicls „Verstehen wir uns" von Peter v. Preradovic. Die Rolle ber Großmutter spielt Frau Auguste Prasch-Grevenbcrg. Ehrcnmitglieb bcs Meininger LanbcSthcatcrS. Ende 20.30 Uhr.
— Der Bund „Haus und Schule" hält am morgigen Freitag, 20 Uhr, im Iohanncssaal einen Familienabend, bei dem Medizinalrat Dr. W a I g c r einen Vortrag halten wird. Der Verein für christliche Musik hat seine Mitwirkung zugesagt. Räheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich.
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•• Sonntagsrücksahrkarten Lollar — Gießen. Die Reichsbahndircktion Frankfurt am Main hat einem Antrag des Bürgerverein S Lollar entsprochen und die Einführung von Sonntagsrückfahrkarten für bie Strecke Lollar — Gießen—Lollar beschlossen. Die Sonntagskarten sollen bereits in den nächsten Tagen ausgegsben werben. Die Maßnahme der Reichsbahndirektion wirb von ber Bevölkerung von Lollar und Umgebung sicherlich lebhaft begrüßt werden.
•• Schweinepest. Das Polizeiamt teilt mit: 3m Gehöft Marburger Straße 66, vormals Heistermann, ist bic Schweinepest feftgcftellt. Gehöftsperrc ist ungeordnet.
" „Von Hans Sachs bis Ringel- n a h." Alexander Starke, ber amüsante Plauderer und Vortragskünstler aus Rümberg. war am DienStag beim Kaufmännischen Verein unb OrtSgewerbcvcrcin in Gießen zu Gast unb unterhielt in der biS auf ben letzten Platz besetzten Reuen Aula ber Universität seine aufmerksamen und beifallsfreudigen Zuhörer zwei Stunden lang auf bas angenehmste Sein Gastspiel war zugleich ein interessanter Streifzug burch ben deutschen Humor einiger Jahrhunderte unb schon
mundete, daß eine ganze Anzahl zwei Züge vertilgte, wobei dem ersten .Kapitulanten^ rasch immer weitere folgten. D'.e leitenden Herren des Wohlsahrt-amteS. zwei Herren deS BataillonS unb die Vertreter der beiden Zeitungen wohnten dieser ersten Speisung der Kinder bei. Man konnte fich durch Beobachtung der Organisation, wie auch durch eine kleine Kostprobe baoon überzeugen, daß
für bie Kinder nach jeder Richtung hin, namentlich auch durch die hervorragende Qualität de» Esten», ausgezeichnet gesorgt wird.
Die kräftige unb sehr schmackhafte Rei-suppc mit reichlichen Fleischstücken machte der Kochkunst der Militärküche alle Ehre Zu beachten ist dabei, daß da- Essen für die Rinder nicht aus ber allgemeinen Svldatcnküche stammt, die für die Mannschaften natürlich auch eine bernorragenbe Beköstigung liefert, fonbem für sich gekocht wird.
Der Speisezettel für bic Kinder-MittagS- kost wird sehr abwechslungsreich gestaltet. Täglich erhalten die Kinder Fleisch, und Atoar etwa 150 Gramm pro Kops. Der gestrigen ReiSsuppc mit Rindfleisch folgte am heutigen Donnerstag eine gute Linsensuppe mit ein paar Würstchen pro Kind, am morgigen Freitag wer- den bie Kleinen Rinbsleisch unb Schweinefleisch Ausammcngekocht mit Schnittbohnen unb Äartoffcln verzehren können, für den Samstag sicht der Speisezettel Schweinefleisch mit Erbsen unb Kartoffeln vor. Jeweils am Ende ber Woche wirb ber bpc sczcttel für de folgcnbc Woche ausgestellt, wobei immer alS Grunblage gilt, dah
die Kinder eine tägliche Fleischportion von rund 150 Gramm pro Kops erhalten.
Die Leitung der Küche hat sich aber auch in entgegenkommender Weise bereit erklärt, etwaigen Sonderwünschen einer größeren Anzahl Kinder nach dieser oder jener Speise möglichst Rechnung zu tragen.
Unsere Garnison vollbringt mit dieser Kinderspeisung eine Tat. die alS persönliches Opser jedes einzelnen Soldaten unb als vorbildliche Aufbauarbeit an der Heranwachsenden Generation volle Anerkennung unb ben Dank aller sozial empfindenben Menschen verdient. Möchten die Spender an diesem edlen Werke zum Besten wirklich hilfsbedürftiger Rinder so viel Freude erleben, wie die Kleinen an dem täglich reich beschickten Mittagstisch.
deshalb bedeutungsvoll, weil die Zuhörer sehr eindrucksvoll auf die Unterschiede in der Form ber witzigen Schilderung hingewiesen wurden und so die Wandlungen mijcrlebten. denen das deutsche Geistesleben auch im Humorvollen ausgesetzt war. Ueber den oetben Scherz des Inhaltes hinaus waren die ersten drei Darbietungen (eine Historie aus dem Straßburger „Ulen- spiegel", „Der Bauer und der Saumagen" von Hans Sachs und die ..Geschichte von einem Edelmann und einem Maler auS Augspurg" auS dem „Rachtbüchlein"), ein feiner Genuß für die Zuhörer, der besonders im Hören der charakteristischen markanten Sprache des Mittelalter- bestand. Die Darbietungen aus dem „Philosophischen Ehzuchtbüchlein" (Johannes Fischart 1545 bis 1590) und aus den „Kanzelpredigten" von Abraham a Santa Clara (1644 bis 1709). in denen das zarte Geschlecht hart tituliert wurde, wirkten In ihrer Darstellungsweisc kaum mehr verletzend, entfesselten vielmehr starken Beifall. Einige Volkslieder zur Laute, mehr oder weniger bekannt, brachten dem Vortragenden ebenfalls viel Beifall. Aus den Zeiten deS Barocks und des Rokokos und ber nachfolgenden Zeit hörte man kleine Geschichten von Gellert, („Der grüne Esel"), von Lessing („Die eheliche Liebe"), von Hebel unb von Auerbacher und schließlich einige Schnurren von August Kopisch. in denen der Alte Fritz auftauchte und mehr oder weniger verbrieften Anekdoten die Grundlage gab. Einige Lieder aus der Biedermeierzeit atmeten den Humor des Gemütlichen. Von den Humoristen der neueren Zeit hörte man Daumbach unb Ciliencron, schließlich zwei prächtige Skizzen von Wilhelm Busch unb zwei Proben von Christian Morgensterns grotesker und doch nachdenklich spöttischer Kunst. Von Ringelnah s prägnanten Gedichten hätte man gerne einiges mehr gehört. .Der Münchner im Himmel" und das „Lied vom Schwalanscher" von Ludwig Thoma sanden uneingeschränkten Beifall. Der Rezitator, der seine Vorträge durch den mimischen Ausdruck und die mundartliche Illustration zu beleben verstand, mußte sich zu einigen Zugaben verstehen Die beiden Stunden, die der Kaufmännische und Orts- aewerbeverein seinen Mitgliedern und Gästen bot, waren dazu angetan, die Zuhörer für kurze Zeit dem Alltag zu entreißen.
— Die Altersvereinigung 1882 1932 hielt im Hotel Schütz ihre erste Hauptversamm- lung ab Rach dem Bericht des Vorsitzenden K.Dirlamm ist die Zahl der Mitglieder inzwischen wesentlich gestiegen: auch auswärtige Afterskollegcn haben ihre Beteiligung zugesagt. Bei ber Wahl der Fahnenscktton wurde Willi Rathenow al- Fahnenträger, die AfterS- tollcgcn Först er und Schäfer al- Fahnen- begleitet bestimmt. Die Ucbergabc ber Fünszigcr- fahnc durch bie AfterSvercinigung 1881 31 soll In der nächsten Hauptversammlung erfolgen. Rach Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten erfreute der Lokaldrchter L. Frech durch Vortrag eines seiner Gedichte. Auch bic AfterSkollcgcn DöngcS. Flecken st ein und Lehrmund trugen durch ernste und beitete Darbietungen zur Verschönung des Abends bei.
Große (Straffammer Gießen.
'Gießen. 19 Jan. Ein Arbeiter hatte eine ihm von der Bürgermeisterei feinet Wohnort- ausgestellte Arbeitsbescheinigung hinsichtlich bet Zeitdauer ber von ihm geleisteten Arbeit verfälscht und in dieser Form nachher bei dem Arbeitsamt zweck- Erlangung von Arbeitslosenunterstützung cingcreicht. Durch da- Schössen» gericht wat er wegen einfacher Urkundenfälschung au einer Geldstrafe verurteilt worden. Aus die Berufung der Staatsanwaltschaft wurde bas Urteil aufgehoben und bet Angeklagte, da er bic Fälschung tn der Absicht begangen hatte, sich einen Vermögensvorteil zu verschossen, wegen schwerer Urtundenfälschung zu einer Woche Gefängnis verurteilt.
Ein früherer Poftagent aus Selter- verfolgte gegen bas Urteil bcs ^twe terten Schöffengerichts, burch das er wegen Verbrechen- im Amt zu einer Zuchthaus st tafe von einem Iaht unb zwei Monaten verurteilt worden war, Berufung. Der Angeklagte hatte in zahlreichen Fällen mit cingezahlten PostanwcisungS- unb Zahlkartcnbeträgcn geschoben unb zweck- Ver- mcibung ber Entbeckung bieset Schiebungen da- zur Kontrolle bet Einnahmen bestimmte Annahmebuch. bas au- durchlaufend numerierten UcbcrwcisungSblättetn besteht, unrichtig geführt. Rach seinen Angaben fühlte er sich zum Ersah bcs ihm au- ber Postkassc angeblich gestohlenen baren Gelbe- unb ber Postwertzeichen verpflichtet. Da hierzu ihm aber eigene Mittel fehlten, entzog er auf eine gewisse Zeitspanne bie jeweils cingeliefcrtcn Zählkarten unb Postanweisungen dem ordnungsmäßigen Postverkchr unb sanbte diese erst mit den auf späteren Postanweisungen unb Zahlkarten cingezahlten Geldern an das Postamt. Bei der Revision stellte sich weiter heraus, daß ber Angeklagte auch eine größere Zahl von Drucksachen unb Zählkarten unterbrückt hatte Unter Aushebung bcS erstinstanzlichen Urteils würbe heute gegen ihn wegen Fälschung einer ihm anvertrauten Urkunde, schwerer Amtsunterschlagung unb Unterbrückung von Briefen auf eine Gefängnisstrafe von einem Jahr unb fünf Monaten erkannt.
Erweitertes
VezirkSschöffengericht Gießen.
* Gießen. 20. 3an. Um zur Meisterprüfung zugclaffcn zu werden, brauchte ein Installateur ein Zeugnis über seine Lehrzeit. AIS er ein solches, ausgestellt von einer auswärtigen Firma, vorlegtc, wurde ihm erklärt, cs sei gefälscht. Zum Beweis seiner Unschuld erstattete er Anzeige gegen s i ch selbst bei der Staatsanwaltschaft. Die Ermittelungen führten zu dem für den Anzeiger unerwünschten Ergebnis, daß er tatsächlich bie Urkunbc gefälscht hatte. Gr hatte sich deshalb heute mit einem Geschäftsmann, den er zur Beihilfe qc- wonnen hatte, vor Gericht zu verantworten. Beide Angeklagte waren geständig. Sic erhielten Strafen von einer Woche und von fünf Tagen Gefängnis.
Kirchliche Nachrichten
Israelitische Gemeinde».
Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 23. Januar. Vorabend: 5 Uhr; morgens: 9 Uhr: abends: 5.15 und 5.55 Uhr.
Israelitische Religionsgesellschask. Sabbatfeier, den 23. Januar. Freitagabend 4.40 Uhr: Samstagvormit tag 8.30; nachmittags 5.15; cabbalauegang 5.55 Uhr. — Wochengottcsdienft: morgens 7; abends 4.30 Uhr.
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Herrlich ist der Großstadt Jagen, - Lärm und Hetz wird Melodie.
„Duft“ und „Qualm“, die beiden wagen Heute sich an eine „Sie“.
Einen Tanztee zu besuchen Ist nun der Beschluß zu viert, Und nach Tanzen, Tee und Kuchen Jeden eine Ramses ziert Ein Quartett der guten Düfte Steigt vergnüglich in die Lüfte.
RAMSES O MÜ^cicarette


