Aus der provinzialhauptstadi
LandwirWastlicher VorlrMMK in Mbach
die
wird
Der
ist Zu 19
lr'teJ5 sich um 7 Million Kia. ^un9 Hütten sich angesammeli
Dermal. - )tb.
"ch an amtlidier 1 °er das S(f)i(f = ^Umexptdi« ihende $rpcbif'on
™ 8 November ^ November auf 1 r.°Üen, oon wo sie iibamttifa) in 5ee chrichi von ihr, : üni Deutsche Dir: hiiWnn, Renate , eine hannovera- I n Rollen erhalten, nur unter ihrem lj Wanntjinb. den Sudlerinnen ir 'B r i n a n ijt r (Fppebition zwei
Mailand an, die ie Sitten ber Ur- i. Dos französiiche i neritanischen Äste Bon Rio be 3a* j ms fall man u?r« 'm Weqe mil ber ber ohne 6rio!g. eymbex in Porn r iux zehn Toze 'Botb.
igen verhüslel.
n sRheintanbl ber 1 nallasse verhas- der Sofie gröbere den rooren. Es soll In Der Berhdflclt fianben. Er hat, e| Geld babei uer* Bersuch, burd) Lot- r wieber herbeizu*
„kartosfeleinsäuerung im bäuerlichen Betrieb".
Er betonte, daß durch Fäulnis, Auskeimung, Derartung, Frost usw. etwa 15 bis 25 Prozent Vertust entstünMn, die durch sog. Einsäuerung in besonders hergerichteten Gruben vermieden werden könnten. Für die Herrichtung dieser Gruben gab er besondere Erläuterungen und Winke, ebenso für die Behandlung der Kartoffeln tor dar Einsäuerung. Unterstützt wurde der Vortrag durch einen hierauf laufenden Film über Kartoffel-Einsäuerung. Auch nach diesen beiden Vorträgen fand eine eingehende Aussprache statt und es wurde manche Verbesserung, die von den Landwirten im eigenen Betrieb erprobt, bekanntgegeben.
Am Freitagvormittag sprach zunächst Tierarzt Dr. Gilbert, Butzbach, über:
„Gesundheitliche Gefahren unzweckmäßiger Leislungsfütlerung".
Er schilderte in großen Fügen die landwirtschaftliche Fütterungslehre mit der genauen Bestimmung von Art und Menge der für jeden Leistungszweck erforderlichen Futtermittel, betonte, das; die Erfahrungen der letzten Jahre und die wissenschaftliche Erkenntnis der Zusammenhänge der Ledensvyrgänge bedeutende Fortschritte gemacht haben, und daß diese Erkenntnis aber auch gelehrt habe, daß mit der Leistungsfütterung gewisse Gefahren verknüpft seien. An Hand einer Tabelle wies er dann darauf hin, welche Gefahren bestehen, wenn die Fütterung zu einseitig stattfinde, um Höchstleistungen zu erzielen. Wenn einerseits Höchstleistungen vom Tier verlangt würden, dann müsse dies andererseits auch vom Besitzer desselben in bezug auf Erhaltung, Ernährung und Pflege gefordert werden, und auch ein Höchstmaß dessen, was nun einmal für die Gesunderhaltung beider Teile notwendig sei, nämlich Luft, Licht und Sonne.
Hierauf sprach Diplom-Landwirt Dr. Fabian (Gießen) über
„Die Möglichkeiten und Notwendigkeiten rentabler Geräte- und Maschinenoerwendung in heutiger
Zeit".
Er wies an Hand von Filmbildern darauf hin, daß die ^Rentabilität im bäuerlichen Betrieb nur burd), Senkung der Unkosten zu erreichen sei. Sm einzelnen zeigte er an einer großen Anzahl von Beispielen, in welcher Weise sich landwirtschaftliche Geräte verbessern und ergänzen lassen, ohne daß größere Kosten erstehen. Außerdem wies er nach, daß durch diese Verbesserungen in vielen Fällen sowohl die menschliche als auch die tie* rische Kraft geschont werden können.
Auch an diese beiden Vorträge schloß sich eine lebhafte Aussprache an. Insbesondere gab der Vortrag von Dr. Gilbert Veranlassung zu einer Reihe von Fragen, welche von den Landwirten Fr. Häuser ill. (Riederweisel), Rud. Düringer (Oberergern), Winter (Riederweisel) und verschiedenen anderen gestellt wurden. Jung- Landwirt Faber (Leihgestern) danke am Schlüsse für die belehrenden Vortragskurse und sprach die Hoffnung aus, daß sie auch weiterhin fortgesetzt würden. Dies sagte Landwirtschusts-Rat Dr. Dienst in seinem Schlußwort zu, indem er für die rege Teilnahme seinen besonderen Dank aussprach.
unter Friedrich August I. Königreich. — 1856: Schriftsteller Ferdinand Aoenarius in Berlin geb. — 1921: Der Generaloberst Hans Hartwg von Heseler in Neubabelsberg bei Potsdam g:ft.
Gr betonte, daß der Anbau zu vieler Sorten unzweckmäßig sei, und daß cs besonders auf Saatgut^rage ankomme, außerdem müsse auch Rücksicht aus den Geschmack der Verbraucher genommen werden. So sei in Deutschland die gelbfleischige Kartoffel, in der Schweiz dagegen die ^weiße Kartoffel bevorzugt. An die beiden Vorträge schloß sich eine Aussprache an, an welcher sich Detonomierat Breidenbach, sowie die Landwirte Friedrich Häuser III.-Niederweisel, A bert Brückel ° Lang Göns, Wilhelm Müller-Lang-Göns, Echrnandt - Holzheim, P h i li p p i - Tr.-Münzen- terg u. a. beteiligten.
Torgau g.st. — 1795: Der Geschichtsforscher Leopold von Ranke in Wiethe geb. — 1806: Sachsen
17-tthr-LadenschlußamHeiligenAbent)
Entsprechend den reichsgesetzlichen Bestimmungen dürfen am 2 4. Dezember offene Verkaufsstellen nur bis um 17 Uhr geöffnet fein. Eine Ausnahme besteht lediglich für Verkaufsstellen, die ausschließlich oder überwiegend Lebensmittel, Genußmittel oder Blumen verkaufen, für die Ladenschluß auf 18 Uhr festgesetzt ist. Die beim Ladenschluß schon anwesenden Kunden dürfen noch bedient werden. Die gleichen Vorschriften gelten auch für Verkaufsstellen von Konsum- unj ähnlichen Vereinen, für solche auf Eisenbahrgelände, für dos gewerbsmäßige Feilbieten außerhalb offener Verkaufsstellen, sowie für den Markt- und Mefsever- kehr. Sie gelten nicht für Apotheken. Es wird daraus hirgewiesen, daß Umgebungen des Gesetzes druck) unbefugte Warenverkäufe in Schank- und Gastwirtschaften, Friseurgeschäften usw. polizeilich entgcgeng.trctcn w,r'd.
Taten für Dienstag, 20. Dezember.
1552: Luthers Gattin, Katharina von Bora, in
Gilbert mit Gesangtexten bereichert und oon Ralph Benatzky mit Melodien aucgestattek. Spielleitung: Hub zusammen mit Kapellmeister Moehl und
Ballettmeister Bä ulke. Die Erstaufführung als Fremdenvorstellung außer Abonnement und ermäßigten Operettenpreisen. Spieldauer von bis 22 Uhr.
<l«Ol llou >i ii.
— Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Zum letztenmal heute 20 Uhr (12. Vorstellung im Dienstag-Abonnement) Grillparzers Lustspiel: „Weh dem, der lügt"; Spielleitung: Karl H e y s e r. Gewöhnliche Preise. 20 bis 2215 Uhr. — Mittwoch, 15.45 Uhr Aufführung des Weihnachtsmärchens: „Aschenbrödel" unter Karl Volcks Spielleitung. Märchenpreise. Ende 18.15 Uhr. Um 20 Uhr als 11. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement letzte Aufführung der Operette: „Peppina" von Stolz. Spielleitung: W r e d e. Operettenpreise. 2" bis 22.30 Uhr. — Freitag bleibt das Theater geschlossen. — Dem ernsteren Charakter des ersten Weihnachtsfeiertages entsprechend sieht der Spiel-
pb. Butzbach, 18. Dez. Die hiesige Landwirt- fchaftsamts-Außenstelle veranstaltete am Donners- Bag und Freitag Vortragskurse, die sich an beiden lagen eines sehr starken Besuches seitens ier Landwirte der Umgebung Butzbachs erfreuten. Der Leiter der Außenstelle, Landwirtschaftsrat Dr. Dienst, begrüßte die Erschienenen, insbesondere die Gäste, Detonomierat Breidenbach, Oberlandwirtschaftsrat Dr. Schad, Oberveterinärrat Dr. Stein, Bürgermeister Dr. Scheller u. o. a. Zunächst sprach Landwirtschafts-Assessor Dr. Schmitt über:
„Gefahren für den heimischen Kartoffelbau".
Er führte babei aus, daß der Kartoffelanbau zunächst durch die überaus niedrigen Preise gefährdet sei, die geradezu als katastrophal bezeichnet werden müssen. Dann verbreitete er sich an Hand von Lichtbildern über die in neuerer Zeil aufgetretenen Krankheiten und Schädigungen, die auf Qualität und Ertrag ungünstig wirkten. Er nannte u. a. die Schorfbildungen, den Kartoffelkrebs, die Kartosfel- ölchen oder Nematoden usw. Insbesondere wies er «der auf bü große Gefahr hin, die durch den Kartoffelkäfer drohe, der anfangs Juli 1922 bei Bordeaux in Frankreich festgestellt worden sei, der westwärts wandere, bereits eine F.äche von 250 Quadratkilometer verseucht habe und jetzt schon die deutsch-französische Grenze beinahe erreicht habe.
Anschließend hieran lief ein Film, der das Auftreten und die Belämpfung des Kartoffelkrebses zeigte.
Hierauf sprach Oberlandwirtschaftsrat Dr. Schad- Hriebberg über:
„Neuere Erfahrungen im Kartoffelbau".
len läfct, I» ®örbe j iffen ,Zurück zur «nl* umichmben jenn man bedenkt, für Mißmsiand. , [i n sich die Lynl ter diesem Namen neintreiben lassen, reifen darf 'M rfi werden. W unqen in diesem Sann, heilen i
,tzeimk-hr' uk
SW * *"*TS
menden 0fll7h' en klaren unb J
er W „noehinv ) "visionäre st doch ° W ff s*.?3
nS<rn lyrischen । IfL? unb k PS oon TW- Ä",S öjrS
SaMI«1 fchrile
Nachmiktaas sprach Direktor Thylmann- priebberg über:
„Absahfragen im Getreide- und Kartoffelhandel".
Er wies darauf hin, daß die diesjährige Kartoffel- uird Getreideernte zum erstenmal den Inlandsbedarf decke und daß sogar ein Ueberschuß verbleibe. Da die Kartoffeln unmöglich a.lein verfüttert werden könnten, müsse deren Verwertung auf andere Waise geschehen, teils müßten sie in den Brennereien zu Spiritus, in Stärkefabriken zu Stärkemehl, Kartoffelflocken usw. verarbeitet werden. Was das Getreide anbelange, so seien bereits durch die Regierung Maßnahmen durch Einlagerung desselben usw. getroffen worden, jedoch müsse auch die Teigwarenindustrie rnithelsen, indem sie lediglich deutschen Weizen verarbeite.
Am schließend hieran sprach Landwiivlschaftsrat I Dr. Dienst über das Thema:
** Eoangebische Pfarrpersonalie. Durch die Kirchenregierung wurde dem Pfarrer Gustav Hoffmann zu Ma'.nz-Mombach die evan- gel.sche Pfarrstelle des Matthäusbezirks der Christus- kirchengcmeinde zu Mainz, Dekanat Mainz, übertragen.
** C ine Achtzigjährige. Frau Marie Wagner, Ehefrau des Rentners Wilhelm Wagner, S Feinstraße 43 wohnha t, kann am morgigen Mittwoch, 21. Dezember, in körperlicher und geistiger Frische ihren 81 Geburtstag begehen.
** D i e Inventurausverkäufe. Das Kreisamt Gießen g bt im neuesten Amtsverkündigungsblatt bekannt, daß für die Durchführung der nächsten Inventurausverkäufe die Zeit vom 9. bis 2l. Januar 1933 bestimmt ist. Außerhalb dieses Zeitraumes dürfen Jnventurverläuse nichk stattsinden.
** Schützt die Zugpferde! Der Minter bedeutet für die Zugpferde eine harte Zeit. Auf oftmals vereisten Straßen haben die Tiere mit ihren Husen schlechten Halt. Es empfiehlt sich deshalb, um Tierquälereien und Unglücks, ällr zu vermeiden, die Hufeisen der Pferde genügend zu schärfen und anderseits die Magen nicht allzu schwer zu beladen. Auch sollten Pferdehalter und Kutscher darauf sehen, daß die Tiere bei strenger Kälte nicht übermäßig lange im Freien stehenbleiben müssen.
** Studenten - Weihnachtsfeier. Das evangelische Studentcnpfarromt verar.ftaüete zum ersten Male eine allg.miine Studenten-Weihnachts- feier. Der vollbesetzte große Saal des Slubenten- hciuses, der von den Schwestern mit viel Liebe geschmückt war, bewies, daß mit dieser Feier einim Bedürfnis in der Studentenschaft Rechnung getragen wurde. Nach einer uem Collegium musicum unter Leitung von Dr. Temesvary sehr fein vorgetragenen Weihnachtsmusik von Francesco Manfre- fcinii begrüßte Pfarrassistent KnelI die zahlreich erfch.enenen Gäste. (Er wies darauf hin, daß diese Feier nicht der romantischen Erwägung entsprungen fei, daß auch unter der Studentenschaft der Zauber des Weihnachtsscstss sich ausbreiten solle. Denn Weihnacht sei kein romantischer Zauber, auch ken Fest des deutschen Gemüts, sondern eine Wirklichkeit, durch die Gott in unsere Welt eingetreten ist. Von dieser Wirklichkeit sollten Lied, Musik, Spiel und Wort des Abends sprechen. Darauf erfreute ein Studentensingkreis mit zwei sehr fernen Wcihnachts- scitzen von 9. S. Bach die Hörer. Nach einem gemeinsam gesungenen Weihnachtslied ergriff Herr Professor D. Dr. (£ o r b i e r das Wort zu einer Ansprache über das Thema: „Wie die Weihnachtsbotschaft zu uns Deutschen kam." Er führte aus, wie ursprünglich von unseren Vorfahren der 25. Dezember als das Lichtest gefeiert wurde, als der Sieg des Lichtes über die Finsternis. Wie dann weiter
«M1 Pin», 30
-AL'«*
" ISI 3anuat fh*
i““ 21®' * J® te'* » i n "*,5 ^chn.ll, «rKey?bfn-1 JS.ert' di«
& Nr: 'den batten I
plan für Sonntag, 25. Dezember, eine Wiederholung der Aufführung: „Die endlose Straße" vor. Spielleitung dieses Frontftückes von Graff und Hintze hat Intendant Dr. P r a f ch. Der zweite We hnachtttag, Montag, 26. Dezember, bringt , 15 Uhr als Weihnächte Vorstellung für die Kinder Keine Aufführung des Märchens: „Aschenbrödel", | sechs Bilder mit Musik (Kapellmeister M o e h l), Gesang und Tanz (Ballettmeister Bäulke mit den G.rls und Kindern des Balletts) in völlig neuer 's Inszenierung und Ausstattung unter der Spielleitung von Karl D o l ck. Auch -für diese Vorstellung ge.ten die besonderen Preise der Märchenvorstellungen. 15 bis 17.30 Uhr. — Ein Stück, das überall mit großen Aufführungsziffern herauskam, soll unter Heinrich Hubs Spielleitung am Montag, 26. Dezember, 19 Uhr in Gießen zur Erstaufführung gelangen. In der FremdenvorfteUung am zweiten Feiertag wird das „Weiße Rößl" auch über unsere Löhne galoppieren: Die Operette von Hans Müller nach dem gleichnamigen Schwank von Blumenthal und Kadelburg frei umgearbeitet," von Robert
an die Stelle des Lichtfestes das Ehristfcsk'trat, nun nicht mehr als das Fest einer an die Natur gebundenen und in ihr begründeten Religion, sondern als das Fest einer Erlöfungsrelig on, in deren Mittelpunkt der Erlöser Jesus Christus steht. An dem We.hnachtslied des Sachsen Gottschalk und an der Weihnachtserzählung aus dem „Heliand" zeigte der Vortragende, wie tie Weihnachtsbotschaft der deutschen Seele begegnete und wie sich die deutsche Seele mit dieser Botschaft vom Kind in der Krippe aus- einandersetzte. In einer kurzen Tee pause war den Gästen Gelegenheit zu persönlichem Gedankenaustausch gegeben. Nach zwei We.hnachtsliedern des Studentensingkreises brachte das Collegium musicum
die Sinfonie aus dem Weihnachtsoratorium von Ioh. Seb. Bach mcisterhaft zu Gehör. An diese ausgesprochene Hirtenmusik schloß sich sehr sinnvoll das von einer Studentenspielschar da:gestellte Laienspiel „Die Nacht des Hirten" an. In seiner schlichten eindringlichen Art, von den Darstellern sehr gut gespielt, hinterließ es einen tiefen Eindruck. Mit ein.m gemeinsam gesungenen Weihnachtslied fand die Feier ihren Abschluß. Die allerseits frohe und doch ernsthafte Stimmung unter den Teilnehmern ließ erkennen, daß auch mit dem Programm der rechte Ton getroffen war, so daß dieser erstmalige Versuch einer allgemeinen Studentenwcihnachtsfeier als sehr wohlgelungen bezeichnet werden kann.
WeihnachWhantasie in ber Kmberzeichnim.
Spielerische GestaltungSßabe im frühen Lebensalter-
Von Dr. (5 F Hartlaub, Direktor der Städtischen Kunsthalle in Mannheim.
Eine der nicht zu unterschätzenden Entdeckungen und Erkenntnisse der letzten 20 Jahre ist die von den schöpferischen Kräften des Kindes und von den Möglichkeiten ihrer Erweckung. Gegen die Verherrlichung des „Genius im Kinde" und die großen Freiheiten, die man heute auch innerhalb des Schu Zeichenunterrichts der spielenden Entfaltung des Kindes läßt, hat sich schon etwas wie eine Reaktion gebildet. Und schon erheben sich die Stimmen der Lobredner des alten trockenen Zeichenunterrichts. In der Tat muten die Ergebnisse, mit denen moderne Zeichenlehrer in geschickt zusammengesetzten Schüleraucstellungen glänzen, bisweilen was künstlich an, und man hat allzu sehr das Ge- fichi einer Suggestion, der das Kind unterlegen ist, einer Ueberpflanzung von Ausdrucksformen vom Lehrer auf den Schüler, der die eigentlichen Voraussetzungen dafür gar nicht besitzt. Unbedingt ist zu vermeiden, daß sich der Lehrer seiner Schüler gleichsam als eigener Ausdrucksorgane bedient und daß er auf diese Art die jeweils modernsten Kunstrichtungen bis zur neuen Sachlichkeit und zum Konstrukti-vismus an den Leistungen der Schüler gleichsam erprobt.
Solcher Mißbrauch darf aber ganz und gar nicht zu einem Urteil über die neuen Errungenschaften und zu einer Preisgabe des endlich gewonnenen Geländes verführen. Es bleibt dabei, daß im un- oerbi.deten Kinde etpa vom fünften Jahre bis zur Pubertätszeit ursprüngliche Fähigkeiten und Anlagen wieder anklingen, die der Menschheit in früheren Entwicklungszeiten naiven Schöpfertums zur Verfügung gestanden haben. Es bleibt babei, daß eine geeignete Behandlung der Kinder, eine Befreiung ihrer spielenden Gestaltungskräfte zu einer wundersamen Auslösung jener latenten Fähigkeiten führen kann und muß. Die große Erkenntnis des Lehrers besteht darin, daß man die Leistungen der
einzelnen Altersstufen unserer Kinder nicht mehr mit den Maßstäben mißt, die an dem akademischen Können der Erwachsenen seit den Tagen der Renaissance gebildet sind, sondern daß man sie aus ihren eigenen Voraussetzungen heraus zu würdigen sucht, die in der Kunst der Erwachsenen höchstens Analogien bei den sogenannten prim tioen Völkern in den archaischen und mittelalterlichen Kulturen aufweisen.
Fast noch günstiger für die Entfaltung zeichnerischer 2lnlagen als die gemeinsame Arbeit in der Schulklasse unter Führuna eines Lehrers ist das häusliche Zeichnen, Modellieren und Basteln, weil es unbeeinflußt ganz allein aus dem Spieltrieb hervorgeht und den jeweiligen Stimmungen und Anlässen im Kindesleben völlig angepaßt ist. Solche Anlässe und Stimmungen bietet z. B. das Weihnachtsfest mit feinen Vorläufern in reichern Maße, und wer es versteht, den Kindern Mut zu machen und sie gleichzeitig gewähren zu lassen, wird bei solchen Gelegenheiten die schönsten Ergebnisse erzielen: nicht immer geniale, verblüffende Leistungen, aber stets Ehrliches, Unuerbud-etes, Echtes,
Durch solche spielende Betätigung, getrieben durch den aktuellen Anlaß der Feste, entwickelt bas Kind allmählich ganz von selbst seine Feriigkeiten, es übt sich, es lernt im Spielen unb schasst sich langsam immer reichere Ausbrucksmittel für die genau feinem Wesen gemäßen Absichten. Allzu starker Einfluß des Lehrers, auch wenn dieser einsichtig unb modern ist, allzu nie le Bilderbücher mit ihren angeblich kindlichen schematischen Vereinfachungen k n- nen da nur schaden; der Erwachsene beschränke sich möglichst auf eine mündliche Anregung ber Phantasietätigkeit bes Kinbes, auf -ein Wecken ber Lust und Spannung. Als sehr wir'sam erweisen sich bei solchen Gelegenheiten stets kleinere anfeuernde Wettbewerbe und ähnliche Mittel.
Neues für den Bücheriisch.
— F. W. von Oerhen: Polen an der Arbeit. Verlag Albert Langen-Gg. Müller in München. — (193.) — Der bekannte wehrpolitifche Sachverständige hat jahrelang die Völkerbunds- mafchinerie in Genf studiert und weist, mit welcher oberflächlichen und uninteressierten Routine hier Lebensfragen des deutschen Ostens zu Daga- tel.eu niedergewalzt werden. So schildert er anschaulich eine solche Ratssitzung über den Memelkonflikt. Die andern Kapitel beschäftigen sich überaus eindrucksvoll mit der raffinierten polnischen Propaganda, die von der Warschauer Zentrale aus ihre 2lrme nach allen Seiten ausstreckt, um die den Rachbarn entrissenen Gebiete zu sichern und Polens Macht weiter vorzuschieben. Das Vuch ist glänzend geschrieben, wir lernen die skrupellose Minierarbeit Polens gründlich kennen, und was könnte heute wichtiger sein als diese genaue Kenntnis unseres unversöhnlichsten und gierigsten Gegners im Osten?
— Oberst a. D. Reinhard: 1918/19, D i e Wehender Republik. Preis broschiert 2,50 Mark, im Vrunnen-Verlag, Willi Vischoff, Berlin SW 68. — (327.) — Der letzte Feldzugskommandeur des 4. Garde-Regiments zu Fuh schildert als eigenartigen Kontrast zu der folgenschweren Befragung der Regimentskommandeure im Großen Hauptquartier in Spa, die dem Thronverzicht des Kaisers und seinen äleber- tritt nach Holland vorangegangen war, die letzten Heldentaten seiner Truppe gegen vielfache Heber» zahl an der belgisch-französischen Grenze, er berichtet dann vom Rückmarsch in die Heimat, dem ersten Zusammentreffen mit Soldatenräten und Aufständischen und dem Einzug in Berlin. Bei der Säuberung der Reichshauptstadt von meuternden Matrosen und den Spartakisten Liebknechts hat Reinhard und das von ihm in Moabit aus Teilen seiner alten Truppe aufgestellte Freiwilligenregiment eine hervorragende Rolle ge- spielt.
— Mit 20 PS und Leuchtpistole. Abenteuer des Hindenburgfliegers. Von Friedrich Karl Freiherrn von Koenig - Warthausen. Mit 42 Bildern nach Originalphotos und einer Routenkarte. Kart. 3,80, Seinen 4,80 Mark. Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart und Berlin. — (447) — Der zweiundzwanzigjährige Freiherr v. Koenig- Warthausen hat mit seinem kleinen Klemm-Flug- zeug, mit einem Vermögen von nur vierzig Mark und einer Leuchtpistole in der Tasche einen Flug von Berlin über Moskau, Charkow, Rostow, Wladikawkas, Baku, Enseli nach Teheran zurückgelegt und mit dieser vorzüglichen Leistung den Hinden- burgpokal gewonnen. Der junge Weltflieger erzählt seine mannigfachen Erlebnisse und Abenteuer in Rußland, Persien, Afghanistan, Delut- taiftan und Indien, seine Begegnung mit Landsleuten in der Fremde, mit europäischen Konsulaten, mit Eingeborenen, mit Steinadlern, Flamingos, Kamelen und Haifischen.
Der vom Ersten Bunbesführer herausgegebene Stahlhelm-Abreißkalenber für bas Jahr 1933 bes „Stah.Helms" ist erschienen. — (437) — Im gewohnten Format unb gewohnter Stärke erscheinens zeigt ber Kalenber mancherlei Neuerungen, die sicher freubige Aufnahme finden werben. Die ausgezeichneten Bilber sind unter besonderer Betonung bes beutschen Ostens und des Wehrgedankens zusammengestellt. Eindrucksvolle Aufnahmen aus dem Arbeitsdienst, aus der Wehrsport- und Iungstahlhelmbewegung, Bilder vom Reichsheer unb ber Reichsmarine, neue Bilber unserer Bunbesführer, Photographien deutscher Kulturdenkmäler wechseln in wirkungsvoller Weise ab.
— Der Lehmannsche Verlag in München legt seinen neuen Abreißkalender ^Dienst am Deutschtum" 1933 vor. Der Jahrweiser um
faßt 55 Blätter und kostet 1 Mark. Franz Mehners ausdrucksvoller Bismarckkopf schmückt das Deckblatt. Der Inhalt bringt schöne Landschasts- bilber, 'Rassenbilder, Männer der deutschen Geschichte wie Stein, Arndt, Bismarck, Moltke, Hipper, Richthosen. Mackensen, Bilder von Kant, Wagner u. a.. Volkstrachten, alkgermaniscke Kunst, Bilder der Romantik, germanischer Gotik, gotischer Plastik, Blätter, die auf den Krieg, auf Versailles Bezug nehmen, Sprüche von Lagarde und Goethe, interessante Tegleittexte und Gedrak- tage. (518)
— Atlantis-Kalender 1 9 3 3. 21 Blatt mit Kalendarium und Tiefdruckvostkarten. Merkblätter für jeden Monat mit astronom.ichen Daten. Wetterregeln, Sprüchen und wirlungsvollcm Deckblatt. Als Abreißkalender eingerichtet, Preis 1.80 Mk. Allantis-Derlag, Berlin-Leipzig. — (390.) — Der Atlantis-Kalender rechtfertigt sein erstmaliges Erscheinen durch gute Ausstattung und geringen Preis. Auf 21 Kartontafeln, deren Bilder man auch als Postkarten abtrennen kann, befinden» sich das Kalendarium und herrliche, zum größten Teil unbekannte Aufnahmen Dr. Martin Hürlimanns von den Schönheiten der weiten Welt. Außerdem findet man auf 12 besonderen MonatsblcL ern zu den reizenden von Bettina Kiepenheuer g.zeichneten Vignetten astronomische Angaben, Bauernsprüche, Gedichtchen und anderes.
— Paul Hey: Deutsche Heimat. Ein Kunstkalender für 1933. — Mit 25 Bildern in Vierfarbendruck. Preis 2,50 Mark. F. A. Acker- manns Kunstverlag, München 13. — (494) — Paul Hetz versteht es meisterhaft, feine Bilder mit der schlichten Schönheit der deutschen Landschaft, mit dem Zauber der Heimat zu erfüllen. Der Abreiß-Kunstkalender 1933 enthält 25 stimmungsvolle farbige Bilder, deren drucktechnische Ausführung als vorbildlich beze'chr.et wcr- den darf. Ein prächtiger Wandschmuck und ein schönes Geschenk. Jedes Bild ist übrigens auch als Postkarte zu verwende.
— Der Tierschutz-Kalender 1 933 des Berliner Tierschuhvereins (Berlin SW 61) umfaßt 32 Druckseiten, viele Text-Strcubildar nach Ratur-Aufnahmen, Vignetten und Kopsleisten, alle klar und plast'sch in Kupfertiefdruck, zwei Farbdrucke — das ist viel für 10 Pfennige. Die Tiergeschichten sind durchweg mit viel L.ebe und Verständnis für Kindergemüt und Tierseele erzählt. — (499.)
— Das Röcklein des Iesukinbes. Eine Weihnachtserzählung von Paula G r«o g g e r. 64 Seiten Text, 8 farbige Vollbilder und viele Tert- illuftrationen von Balduin R e i n t h a l e r. Halbleinen 4,50. Verlag Jo'ef Müller, München 13. — (543) — Eine originelle Weihnachtsgeschichte von einem buckligen Schneider im Himmel, von sieben bösen Buben unb der weihnachtlichen Erbenfahrt bes Christkinds. In dem poetischen Bilde bes Weih- nachtsabenbs, an dem bis bösen Buben burd) tiefen Schnee zum Christkinb stapfen und zu braven Kindern werben, klingt die Geschichte aus.
— Uns h a t vom Christkind geträumt. Eine Weihnachtsgeschichte. Erzählt von Anneliese S. Berg^enthal, gemalt von Josef Madie- n e r. 36 Seiten mit 14 ganzseitigen farbigen Bildern. In Geschenkband 2,50 Mk. Verlag Josef Müller, München 13. — (542) — Ein Biloerbuch, wie es sich gewiß viele Mütter längst gewünscht haben: ein Buch für die Kleinen, die noch nicht lesen können, aber umso lieber schauen und betrachten. Was ein Kind vom Christkinb nur träumen kann, bat Josef Mablener auf bik Blätter gezaubert. 21. L. Bergenthals Worte aber geben in ihrer herzlichen Schönheit Erwachsenen die Fähigkeit, wieber mit Kinderaugen zu sehen.


