Aus aller Welt
20 ftortlefoung.
Nachdruck verboten.
'chreib
yettr bah I /olfler
Deiner Hände Werk
Jtoman von Klothilde von EtegmanmEtein.
Copyright by Martin Ferrchtwangrr, Halle (Saale)
Wie man in England über die Neutralität Belgiens dachte.
Interessantes aus den britischen Dorkriegsdokumenten.
einer Aktentasche bei sich. Plötzlich fuhr eine L.mouFne dicht an den Bürgersteig heran, dem Wagen entstieg ein maskierter Mann, der sofort auf den Boten zusprang und ihm unter Bedrohung mit einem Revolver die ^Aktentasche mit dem Geld entriß. Der Räuber sprang dann wieder in den Wagen, der darauf in schnellster Fahrt davonfuhr. Der Räuber trug eine grauschwarze Maske. Die Täter konnten bisher noch nicht ermittelt werden.
Einsturzunglück in Mannheim. — 4 Schwerverletzte.
Ein Einsturzunglück ereignete sich in Mannheim. Das Gerüst am Neubau einer Auto- mobilgarage stürzte aus noch nicht geklärter Ursache plötzlich mit den darauf befindlichen Arbeitern in die Tiefe. Vier Maurer wurden durch den Fall und durch die auf sie stürzenden Pfeiler des Gerüstes schwer verletzt.
Räuber in der Notwehr erschossen.
Ein Gsndarmeriewachtmeister in Mährisch-Ostrau überraschte nachts zwei Männer, die in ein Hotel einzudringen versuchten. Einer der beiden bedrohte den Beamten mit einem Messer. Der Angegriffene machte in der Notwehr von seinem Dienstreool- ver Gebrauch und tötete den Burschen. In dem Erschossenen wurde der gefährliche Verbrecher Joseph Janik festgestellt, ein Bruder des Räubers Leopold Janik, der kürzlich in der Slowakei ebenfalls von einem Gendarmen erschossen wurde.
Köpenlckiade in Köslin.
Der geisteskranke frühere Kriminalbeamte I e n - dresky versuchte dieser Tage den Regierungspräsidenten Cronau zu verhaften. Erließ sich in der Privatwohnung des Regierurrgsprä-
d. h. der Rentabilität und der Produktivität Rechnung tr g.ndr Arbe tsbeschaffungen in den Grenzen, bie durch die Devifenlage gezogen sind, sollen gefördert werden.
Mr die Entwicklung des Binnenmarktes ist be- deutsam eine liberale Kreditgewährung. Eine Lockerung der Devisenzwangswirtschaft kann erst erwogen werden, wenn die internationalen Schuldverflechtungen auf eine neue Basis gestellt sind und der Gold- und Devisenbestand der Reichsbank gleichzeitig eine Erhöhung erfahren hat. Bei strenger und lückenloser Devisenbewirtschaftung kann unsere Währung von innen heraus kaum bedroht werden. Wir sind aber berechtigt und nach den gegebenen Verhältnissen sogar verpflichtet, unsere Kre- ditpolitik im Innern so einzurichten, daß jede Arbeitsmöglichkeit durch Banken und No- tenbank finanziert wird. Das gegenteilige Verhalten würde unsere Lage und die Sicherheit der Währung beeinträchtigen.
Moskau berät die deutschen Kommunisten.
Die..Kr uzzeitunft" ve-ösfentlicht Terrcr länc des Politbüros.
Berlin, 19. Rov. (ERD.) Die „Kreuzzeitung" berichtet in großen Schlagzeilen über Terrorpläne der Kommunisten, die am 14. August in einer Sitzung des Moskauer Politbureaus erörtert worden sein sollen. 3n dieser Sitzung habe, so schildert das Blatt, der Vertreter der Dritten Internationale, Manu i l s k y , einen ausführlichen Vortrag über die politische Entwicklung in Deutschland gehalten, in dem er als die größte Gefahr eine Koalitionzwischen Zentrum und Rationalsozialisten unter bestimmender Führung des Zentrums bezeichnet habe. Heber die Gegenmaßnahmen der Kommuni st en habe Manuilskh lediglich gesagt, daß die Geheimagenten inner- halbderSA. befriedigend ihre Pflichi vor der Revolution täten. Die soziale Zusammensetzung der SA. erleichtere diese Arbeit, und einige ganze Abteilungen könnten schon heute für kommunistische Aktionen verwandt werden. 3m Anschluß an diesen Vortrag hat dann, der „Kreuz, zeitung" zufolge, der Vorsitzende der Revolutionären Gewerkschaftsinternationale, Losowsky, gesprochen, der gesagt habe, die KPD. müsse die Fähigkeit zeigen, die günstige Situation auszunutzen nicht nur mit Öen Methoden Torglers, sondern auch mit den Methoden Hölz' und Skoblewskhs. 3n dem Moment, wo der administrative Apparat des deutschen bourgeoisen Staates schwach werde, müsse man sofort die Verwirrung und den Zerfall durch die Organisation von Strei ks, Sabotage und der Anwendung der Methoden des Massen- und des iiw.vibuellen Terrors verstärken. Zum Schluß habe dann Stalin gesprochen, der die Aufstellung umfangreicher Blutlisten in Deutschland empfahl, in denen die Ramen aller derer stehen müßten, die a l s e r st e den Beginn der revolutionären Kämpf' spüren und zu deren erfolgreicher Durch- führi ng rech tzeitig von der Bildfläche verschwinden mühten.
Kunst und Wissenschaft.
Vontzers „Schwälmer Tanz" in Marburg.
Das Museum der Universität in Marburg hat den „Schwälmer Tanz" von Professor Carl D a n tz e r, ein Hauptwerk seiner Kunst, eine monumentale Gestaltung hessischen Volkslebens, aus Hamburger Privatbesitz angekauft. Es war eine der letzten Amtshandlungen des jetzigen Oberpräsidenten vion Hülsen als Kurator der Universität Marburg, in Gemeinschaft mit dem Rektor dieses hervorragende Stück der Universität ziu sichern. Die Reuerwerbung ist ein Ge- I winn für das ganze Hessenland. 1
hierher zurückkam, dachte ich dich vorzufinden. Was hat's denn gegeben? War Baron Ivarsen zufrieden mit dir?"
Eine glühende Röte stieg in das Gesicht des Mädchens: »Rein, Herr Degenerl"
Der Prokurist sah sie erstaunt an: „Rana, was hast du denn da angestellt? 3ch hab' dich doch neulich hier zur Aushilfe für Fräulein Klara gehabt — na, ich muß sagen, du schreibst doch sehr schnell und anständig. Warst du vielleicht unsicher oder was war los? Ra, rede doch, Mädel! 3ch hätte dich zu gern hier engagiert — gehörst doch zum Bremerwerk wie wir alle."
Erika überlegte: sie sah das gute alte Gesicht, das ihr von ihrer Kinderxeit her so vertraut war. Ja, diesem Manne, Dem Onkel Degener, wie sie ihn bis vor kurzem genannt, konnte man sich anvertrauen. Er würde dem Vater nichts erzählen.
„Ich möchte Ihnen etwas erzählen, Onkel Degener", sagte sie leise, und sie wußte gar nicht, baß sie ihn plötzlich wieder so wie in der Kinderzeit genannt hatte. „Aber ich bitte Sie, daß nie- mgnd etwas davon erfährt..
„Von mir nicht", gab der alte Degener trocken zur Antwort. „Ich habe schon mehr Geheimnisse zu hören bekommen als von einem solchen Kiekindiewelt", setzte er gutmütig hinzu. „Also wo brennt'« denn, kleine Erika?"
Doch sein Gesicht wurde sehr ernst, finster beinahe, als Erika in hastigen Worten ihm die Szene in dem Privatkontor schilderte.
„Verdammter Lump!" fluchte er und schlug mit der Faust auf bin Tisch, daß Erika zusammen- fuhr, Unb bann wurde sein wütendes Gesicht ganz ernst und gramvoll. „Das ist nun die neue Zeit auf Bremerwerk", sagte er bitter. „Wenn das der Herr erlebt hätte — ein Rachfolger, auf seinem Platz, der mit der jungen Tochter seines alten Angestellten was anfangen will — pfui Teufel! Ra, Erika, nimm dir« nicht zu Herzen: der Reue ist nun mal ein Lump, und ausgerechnet auf den fällt die hochgeborene Gnädige herein. Wenn das nur gut geht!" Ein Seufzer kam aus seiner Brust: „Ja, Kindchen, ich kann nun wirklich nichts mehr einrenken: die Karre ist verfahren. Vielleicht hättest du nicht gleich zuhauen sollen..."
„Ja, das war ein schwerer Fehler", gab Erika reuevoll zu. „Ich hab' bas gleich hinterher ein- gesehen, aber ich war so empört unb entsetzt, Onkel Degener, ich konnte wirklich nichts bafür.“
„Ha, ich mach dir doch keine Vorwürfe, Kindchen. Ich kann daS ja verstehen, wenn so ein Äetl kommt — aber an eine Stellung hier ist ja nun nicht zu denken."
„Ach Gott, da« wäre ja nicht daS Schlimmste, ich kriege schon eine Stellung. Freilich, am schönsten wäre es auf dem Bremerwerk gewesen: aber
Lin guter Jang.
Wie von der öperreihisch-tschechoslowakischen Grenzstation Gmünd gemeldet wird, hatte dort die Gattin eines Attaches der polnischen Gesandtschaft in Wien ein sehr peinliches Erlebnis. Bei einer Leibesvisitation, die sie unter Hinweis auf die Stellung ihres Gatten vergeblich abzuwehren suchte, wobei sie den Beamten ein Geschenk von 10 000 Schilling anbot, wurden gefunden: 198000 Schilling, 25000 Tschechenkronen, 2860 schweizer Franken, 680 Dollar in Roten, drei Schecks auf 60 amerikanische Dollars, 14 kanadische Dollars, 700 holländische Gulden, 200 Schwedenkronen, fünf Dänenkronen, 14 englische Pfund. Die Landjägerri in Gmünd bestätigt die Richtigkeit der Rachricht.
Hamburger Paddlerin aus Seenot gerettet.
Rach einer Meldung des „Hamburger Fremdenblatts" ist die junge Hamburger Sportlerin Müller, die vor etwa einer Woche von Calais aus den Versuch unternahm, den A e r m e I - t a n a I mit einem Klepperboot z u durchqueren, und die seit ihrer Abfahrt von Calais vermißt wurde, durch den in Dünkirchen stationierten Hamburger Schleppdampfer „Fairplay" aus schwerer Seenot gerettet und nach Dünkirchen gebracht worden.
Geschäftsbote von Autobanditen überfallen.
In Hamburg wurde wieder in der Repfold- strahe ein außerordentlich frecher Raubüberfall auf einen Geichäftsbotenausgeführt, wobei den Tätern über 10 000 Mk. in die Hände fielen, die der 50jährige Bote zur Dank bringen wollte. Er trug das Geld in
den des Augenblicks abhSngen. Angenommen. daß Frankreich die Neutralität in einem Kriege gegen Deutschland verletzt, ist es unter den gegenwärtigen Umständen zweifelhaft, ob England oder Rußland einen Finger rühren mürben, was, wenn die Neutralität Belgiens durch Deutschland verletzt würde, wahrscheinlich der Fall wäre."
Don besonderem Interesse ist, daß der belgische Kriegsminister zwei Jahre vor dem Ausbruch des Krieges der Ansicht war, daß die Gefahr einer Verletzung der Neutralität eher von Eng. land als von Deutschland oder Frankreich drohe, und eine Verteidigung für diesen Fall vorbereitete. — Bemerkenswert ist ferner, bah auch bie Stellung Hollanbs wegen seiner angeblichen Absicht, Vlifsingen zu befestigen, in Eng. lanb besondere Beunruhigung hervorrief. Die Frage der holländischen Reutralität wurde als fast ebenfo wichtig betrachtet wie die Belgiens. Alles hing von der Frage ab, wieweit der deutsche Einfluß in Holland vorgedrungen war. — Auch in der Schweiz bestand, wie die Derfasser der Dokumentensammlung behaupten, eine wesentliche Gefahr infolge der Germa- nifierung des Landes, das, wie ein britischer Agent in der Schweiz schrieb, in allem mit Ausnahme des Ramens ein Alliierter Oesterreichs unb Deutschlands sei. In einer Rotiz des Foreign Office wurde darauf hingewiesen, daß eine mächtige Partei in der Schweiz die Aufgabe bet alten Politik unb ben offenen Anschluß an Deutschland unb Oesterreich vorbereite und daß die Schweiz möglicherweise bie Stelle Italiens im Dreibund einnehmen würde.
was nicht geht, geht nicht. Wenn nur dem Vater diese Sache nicht schadet!"
„Unfinn“ Jagte Degener grob, „was du für Gedanken hast...“
Erika sah ben väterlichen Freund erstaunt an. Warum sprach denn der auf einmal so rauh? Aber Degener fuhr schon fort:
»Geh nun mal schön heim, mein Kindchen, und halt deinen Schnabel! Die Sache bleibt unter uns. Unb sieh bich unter der Hand nach einer Stellung hier in bet Stadt um — wenn du eine Empfehlung brauchst, schick bie Leute ruhig zu mir. Unb nun muh ich arbeiten. Auf Wieber- sehen!"
Er schob Erika beinahe gewaltsam zur Tür hinaus unb zwang sich zu einem unbefangenen Abschiedslächeln. Kaum aber war er allein, wurde fein Gesicht sehr ernst. Das war eine verteufelte Geschichte, unb er hatte unter seiner Grobheit, mit der er Erikas A::gst um ben Vater abgewehrt, nur seine eigenen Gebanken verbergen wollen.
Er kannte diesen Ivarsen, er kannte ihn schon aus ben ersten Tagen bet Zusammenarbeit. Dieser Mensch war böse und rachsüchtig. Wer ihm entgegentrat, über den ging er mitleidlos hinweg. Sechzehntes Kapitel.
Erika verschwieg in ihren allsonntäglichen Berichten an Kurt bas Erlebnis mit Ivarsen. Sie mochte Kurt nicht in diese häßliche Sache hinein- ^iehen: er konnte ihr auch nicht helfen unb seine Abneigung gegen ben neuen Verwandten würde sich dadurch nur gesteigert haben. So schwieg sie und berichtete ihm nur die kleinen Ereignisse ihres bescheidenen Lebens hier.
Kurts Briefe klangen ruhig unb ausgeglichen. Zwar war bet Kummer um den Tod des Vaters stark, aber er verlor das Brennende. Je mehr er in der Arbeit vorankam, um so mehr fühlte f^ch,^urt mit dem Vater im Geiste verbunden.
Diese Briefe gaben Erika immer wieder Mut und Zuversicht, wenn sie verzagen wollte. Denn es war jetzt vieles, was sie beunruhigte und ängstigte.
Zwar war feit ihrem Zusammenstoß mit Ivar- f^11 dem Vater gegenüber nichts erfolgt. Aber Stau Kommerzienrat Bremer sah, wenn sie ihr emmal in der Stadt begegnete, über ihren Höf- lubcn Gruß hinweg, als wäre Erika Luft. Unb ivarsen musterte, wenn sie auf bem Fabrikhofe fdjnell an ihm vorüber wollte, sie mit einem so unverschämten Blick, baß ihr das Blut in die Wangen flieg. Mehr unb mehr verdichtete sich in tbr der Wunsch, hier von Bremerwerk fortzu- kommen, denn auch in der Stadt war es mit einer Stellung im Augenblick nicht leicht. Die .flecht, alle Firmen schränkten das Personal ein. Außerdem wunderte sich jeder, daß Erika nicht auf dem Bremerwerk angestellt wurde — und fie konnte ja nichts tun, um dieses Erstaunen aufyittären.
Es war das erstemal, daß Erika der Gemeinheit der Menschen begegnete. Der Schleier vor ihren Augen war gerissen. Das Leben zeigte sich ihr wie es war, brutal, häßlich unb böse. Sie schauerte zusammen wie unter einem jähen Frost- gefühl. In ihreft Ohren klangen immer noch bie erniebrtgenben Worte nach, die der Rorweger über sie unb Kurt gesprochen.
Unb nun endlich fand fie Tränen: sie stürzten aus ihr heraus^ wie ein unversiegbarer Quell. Das war bas Schlimmste, was man ihr antun konnte — ihre reine, kinbliche Liebe zu dem Jugendfreunde in den Schmutz zu ziehen.
Sie weinte lautlos, in tiefem Schmerz.
Als sie sich nach langer Zeit erhob, war ein neuer Zug in dem klaren Gesicht, ein Zug der Aeise und der Festigkeit.
Run vermochte sie auch zu überlegen. Sie hatte zuerst in dem wilden Empörungsschmerz dem Vater alles sagen toollen. Aber sie kannte ihm: trotz seines Alters ging der Zorn immer noch leicht mit ihm durch. Wenn sie ihm den Austritt zwischen dem Schwiegersohn der Frau Kommerzienrat und sich schilderte, stellte der Vater vielleicht gar den Beleidiger zur Rebe, ohne Rücksicht batauf, daß er hier in Lohn unb Brot flanb. Das aber mußte vermieden werden. Vielleicht würde dieser freche Mensch, der sie angegriffen, die ganze Geschichte totschweigen — schon um seiner Braut willen.
Als Erika am nächsten Morgen die Wohnung aufräumte, sah sie das große Personenauto aus der Garage herausfahren und darauf Axel Ivar- sen, schon in Hut unb Mantel, eilig über ben Hof in das Privatkontor gehen. Bald kam er wieder etne Aktenmappe unter bem Arm. unb stieg in ben Wagen, dessen Schlag der Chauffeur ehr- erbiettg aufhielt.
Grika beendete schnell ihre häuslichen Arbeiten, dann zoa fie das gestreifte Baumwollkleidchen wm die Hausarbeiten zu verrichten pflegte, wusch sich unb kam nach kurzer Zeit ui einem einfachen, aber gefälligen blauen Woll- t*t ^Qu6*ür' Kott Sing fie in das Arbeitszimmer des Prokuristen.
Herr Degener saß an seinem Schreibtisch und hatte gerade die Angestelltenkarthotek vor sich.
gtng *bcr sein Gesicht, al« Erika nach bescheidenem Klopfen hereintrat.
U»o bist du denn gestern geblieben? AIS ich nach einet halben Stunde
sidenten melden, erflärte, er sei der Vizepräsident und drang in das Zimmer Cronaus ein. Dort erklärte er dem Regierungspräsidenten, der an, Kaffeetisch saß: „Ich habe den Auftrag. Sie zu verhaften." Er behauptete, der Regierungspräsident habe Spritschmugge men begangen. Als Iendresky merkte, daß der Regierungspräsident inzwischen einen Beamten herangerufen hatte, ergriff er plötzlich die Flucht und versuchte, über die Dächer zu entkommen. Er wurde jedoch schon auf dem Boden des Hauses sestgcnom- mcn. I. war früher Kriminalassistent in Köslin, später Beamter der Schutzpolizei in Oberschlesien unb hatte wegen Unkorrektheit aus bem Amt scheiben müssen. An ben Spritschmuggeleien ist selbstverständlich kein wahres Wort. — I. wurde in bie Provinzialheilanstalt gebracht.
Leprakranke als Bifffteöer beim rumänischen Arbeilsminister.
In der Wohnung des rumänischen Arbeitsministers erschienen drei Bittsteller. Als sie ihr Anliegen vortrugen, stellte sich heraus, daß sie aus dem Internierungslager der Leprakranken in Tichilesti kamen und selbst zu den Kranken gehörten. Die Deputation beschwerte sich darüber, daß bie Kranken infolge Mangels an Medikamenten und Lebensmitteln schweren Leiden ausgesetzt seien. Der Minister hörte die Klagen an und verständigte die Gefundhe'.tsbebörde, die die Deputation in das Internierungslager zurückbrachte. Die Wohnung des Ministers wurde einer gründlichen Desinfektion unterzogen.
Große Betrügereien in Wien.
Die Wiener Polizei ist einem grohange- legten Detrugsunternehmen auf die Spur gekommen, das nach Deutschland hinüber- spielt. Wiener Kaufleuten wurde vorgespiegelt, ihre Schulden durch einen Vermittler in „freien Reichsmark' abdecken zu können. Der Betrüger sandte reichsdeutschen Firmen fleine Beträge unb fälschte bie Postbestätigungen auf hohe Summen um. Dann ließ er sich von ben betreffenben Kaufleuten ben vollen Gegenwert der gefälschten Summen in Schillingen auszahlen. Der Schaden wird auf rund 900 000 Reichsmark geschätzt. Rachgewiesen ist bisher ein gelungener Betrug im Betrage von 6000 Schilling und ein mißlungener Detrugsfall in Höhe von 10 000 Schilling. In Zusammenhang mit dieser Angelegenheit wurde ein Wiener Kaufmann namenS Püchler verhaftet. Zwei weitere Personen, die flüchtig sind, werden verfolgt. Es besteht die begründete Dermutung, bah es sich um ein großes Konsortium von Schwindlern handelt.
Der achte Band der „Brttischen Dokumente über den Ursprung des Krieges", der heute veröffentlicht wird, wirft ein interessantes Licht auf die Art, was man vor dem Kriege von der „Heiligkeit" der belgischen Neutralität hielt, und läßt deutlich die feste Uederzeugung der Diplomaten jener Zeit erkennen, daß die Neutralität Belgiens im Falle eines Krieges von irgendeiner Macht verletzt werden würde. So heißt es in einem Schreiben des Sekretärs der britischen Gesandtschaft in Brüssel an Lord Grey vom Februar 1909: „Es scheint nicht der geringste Zweifel bei den Belgiern zu bestehen, daß im Falle eines Krieges zwischen Frankreich und Deutschland keine der beiden Mächte einen Augenblick zögern würde, die Neutralität Belgiens zu verletzen. Obgleich die Belgier keine besonders patriotische Nation sind, beabsichtigen sie, sich so tapfer wie möglich gegen eine Jnvasionsarmee zu verteidigen, nicht in der Hoffnung, fiegreid) zu sein, sondern in dem Vertrauen, daß ihre Tapferkeit durch die Mächte am Kriegsende anerkannt würde und daß sie so eine Teilung oder den Verlust ihrer nationalen Rechte am ehesten verhindern können."
Die umstände zwangen die Diplomaten, wie in dem Buch ausgeführt wird, realistisch zu sein und in sich keine falsche Vorstellung über die Heiligkeit des Vertrages vom Jahre 1839, der bie Neutralität Belgiens garantierte, aufkommen zu lassen. In einer Erklärung zu den Verpflichtungen Englands, die Neutralität Belgiens zu schützen, schrieb 1908 der ständige Unterstaatssekretär des Foreign Office: „Ob wir aufgerufen werden können, unsere Verpflichtungen zu erfüllen, muß notwendigerweise von unserer Politik in dieser Zeit und den U m st ä n -
'LSettcrvoranssaqe
Die Störungstätigkeit im Westen hat sich weiter ausgeprägt und drängt den hohen Druck südöstlich zurück. Das Jslandtief ist wesentlich stärker geworden, und der Biskayawirbel ist bis zum Kanal hin vorgerückt. Dieser wird sich zunächst bei uns aus« wirken, denn er führt neben Warmluft auch Niederschlagsfronten mit sich. Das Wetter wird also vielfach trübe sein, dabei treten zeitweise Niederschläge auf, und die Temperaturen gehen nachts nicht mehr so jtark zurück.
Aussichten für Sonntag: Meist neblig und bewöllt, im ganzen milder, vereinzelte Riederschläge.
AussichtenfürMontag: Etwas wechselhaftes Wetter, noch vereinzelte Riederschläge, Temperaturen wenig verändert.
Lufttemperaturen. Am 18. Rovember mittags 3,7 Grad Celsius: abends minus 1,7 Grad. Am 19. Rovember morgens minus 0,1 Grad. Maximum 3,8 Grad, Minimum minus 2,0 Grad. — Sonnenscheindauer 5*/2 Stunden.
Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe. Am 18. Rovember abends 1,8 Grad. Am 19. Rovember morgens 1,0 Grad.
Sie kam auch nicht zur Ruhe. Immer, wenn sie die Gestalt Axel Ivarsen« nur von ferne sah oder das hochmütige Gesicht Frau Kommenienrat Bremers, kamen diese Angst und Unruhe über sie.
Es dauerte ja nur noch ein Jahr, bis Kurt wiederkam. Aber das Jahr war lang. Sie wußte nur nicht, wie sie dem Vater begreiflich machen sollte, daß sie von hier weg wollte. Er würde es nicht verstehen können — murrte er doch schon ohnehin, daß sie sich nicht längst wegen einer Stelle an Herrn Ivarsen gewandt hatte.
Ebensowenig wie Erika hatte Axel Ivarsen die Beleidigung vergessen, die Grika ihm angetan. Aber er war ein Mensch, der seine Rache gern gründlich und kühl vorbereitet.
Hätte er dem alten Schmitt sofort gekündigt, wie Frau Melanie es gewollt, so war zu be- fürchten, daß diese kleine freche Person, diese Erika, aus der Schule plaudern würde. Es war ihm schwer genug geworden, seine Schwiegermutter von der Rotwendigkeit zu überzeugen, vorsichttg vorzugehen. Aber sie war so vollkommen unter seinem Einfluß unb im Banne seiner Liebenswürdigkeit, daß sie alles guthieß, waS er ihr vorschllm. Ja, mitunter schien es ihm, als ob Frau Melanie mehr von ihm hielte als Hiltrud, seine Braut.
Denn mit Hiltrud war seit längerer Zeit eine eigentümliche Wandlung vorgegangen. Die erste verliebte Zärtlichkeit, die er in ihr erweckt, war sehr bald einer kühlen Reserve gewichen. Richt, daß Hiltrud sich als seine Braut nicht korrekt benommen hätte — o nein. Aber sie war zu korrekt. Sie war kühl und gleichmäßig freundlich, aber nicht mehr.
Er hatte geglaubt, sie im Sturm erobern unb gefug g machen zu können, w e bisher cl.'e Frauen, um die er sich bemüht. Run mußte er erleben, daß biefeS Mädchen ihm langsam entglitt; er wußte nichts wodurch unb warum. Aber er spürte
,cine Zärtlichkeiten liehen ihre Rerven mcht erschauern: unter seiner dunkelschmcichelnden Stimme, die alle Frauen betört, erzitterte sie mcht.
Ja, sie wieS Liebkosungen freundlich, aber bestimmt ab. Zuerst hatte sie wie zufällig sich abgewandt, wenn er sie küssen wollte, so bah sein Mund nur ihre Haare streifen konnte. Unb aw er einmal leidenschaftlicher wurde, da hatte sie sich mit einer ungeahnt kräftigen Bewegung befreit
l^ber Axel", hatte sie kühl gesagt und sich übet die wirren Haare gestrichen, „ich Ueoe es nicht, wenn man sich so berangiert GefuhlSausbrüche liegen wir überhaupt nicht unb du muht schon zufrieden sein, wenn unser Verhältnis ein freundschaftlich ruhiges ist und bleibt
(Fortsetzung folgt)
Aäi ji-Sb fit jr.ri'10 ifl >*
M '• teiwil-J' eilten st 'jlafene ten en Still « tzbvÄ Die ßiel grüßen unb lal lein he> jfltgtUi IM' Id öel°. Sie M auf »i gekannt mein
Der nehmen Dankte gestand' W Se muh en schen d traurig verstehe Jollen! elftem [ aui bei
Diese Klaube Dieber bie 2id zuteil Mensch Sott is Sott g uns ftk erlebt l fam se Bieber in bem ober st jochbet leinen fflflt: De r
3tlu gew.h Leben Luther löiung ich le ihm l Kusch ben । Seel« bti'er 2Be.fe wenn« ©artne ber sei
Die immer bei ll aber s als be IS. Ja! Lchnör Engelfi langah bie Tu hunber Teiflai Trabst Form, Trani! belang bet @ Caue man e ®eige Men ist aus 'cheinb -ms be


