Ausgabe 
19.11.1932 Erstes Blatt
 
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Die Gießener Stadtverwaltung und die Industrie- und Handelskammer Gießen haben sich gestern so­fort mit Protesten an die hessische Staatsregi erung gewandt. Das Telegramm der Stadtverwaltung lautet:

Sprechstunden der Redaktion.

1130 bis 12 30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag gefchlosien

Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäfts st eile zu richten.

Landvolk und Gießener Winternothilfe.

Bei der vorjährigen Hilfsarbeit der Gießener winternothilse für die unterstützungsbedürftige« Familien in Gießen hat die Landwirtschaft im kreise in vorbildlichster weise mitgewirkt. Reiche Spenden an Kartoffeln und Gemüse wurden von dem selbst schwerringenden. aber trotzdem hilf»- bcreiten Landvolk für die Rotleidenden in Gießen gestiftet.

Die Gießener Winternothilfe weih, daß da» Landvolk in diesem Winter einen weit chwereren Existenzkampf als bisher zu bestehen hat. Dennoch richtet sie auf diesem Wege die d r i n- gende Bitte an alle Menschenfreunde auf dem Lande, durch

Spenden von Kartoffeln, Gemüse und anderen rungsmitteln

den Rolleidenden in Gießen auch jetzt wieder zu helfen. Eine große Menge Kartoffeln wurde bereits durch Kauf erworben. Vie Geldmitilel de» Winterhilfswerks sind aber außerordentlich be­schränkt, so daß der Appell an die christliche Rächstenliebe unseres im helfen und Opfern schon oft bewährten Landvolkes zur dringenden Rotwendigkeit geworden ist.

Jeder Landmann helfe!

Die Spenden können entweder direkt, oder über die Bürgermeisterei oder das Pfarramt des Wohn­orts der Stifter der Gießener winternothilse ange- meldet werden. Für die Abholung wird umgehend Vorsorge getroffen. Alle Spender können des h e r z- lichsten Dankes der winternothilse und der unterstühungsbedürfligten Familien gewiß sein.

van. Frau Elfriede Fischer hat die Begleitung am Klavier übernommen. Näheres ist auS der heutigen Anzeige ersichtlich.

Gefahr für das Hauptzollamt Gießen!

Oie Heichsfinanzverwaltung auf unverständlichem Wege.

dem Pfarrer Dr. Wilhelm Boudriot zu As» doch (Rheinprovinz) die französisch-resormierte Pfarrstelle zu Offenbach a. W-, Dekanat Offen­bach a. OH., übertragen.

* Veterinär-Personalie. Ernannt wurde der Tierarzt Dr. med. vet. Karl Uhr i g aus Worms unter Berufung in das Beamtenver­hältnis mit der AmtsbezeichnungVeterinärrat zum Amtsveterinärarzt mit Wirkung vom 1. No­vember 1932 ab.

** Familienabend im Kriegerver- ein Gießen. Man berichtet uns: Der Krieaer- verein Gießen hatte seine Mitglieder und deren An­gehörige für Donnerstagabend zu einer Familien­feier in denPostkeller' eingeladen. Der Abend wurde eingeleitet durch eine kurze Begrüßungsan­sprache des 1. Vorsitzenden, Landgerichtsrat Trüm - perl, der dem Wunsche Ausdruck gab, daß in unserem Vaterlande die gleiche Einigkeit herrschen möge, wie im Kriegerverein. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein Lichtbilderoortrag von Kamerad Oberleutnant a. D. Bonhard, der auf Grund seiner eigenen Erlebnisse im Weltkriege über das ThemaLand und Leute in Mazedonien" sprach und seine Schilderungen durch eine Reihe eigener photographischer Aufnahmen unterstützte. Die interessanten Ausführungen des Redners und die ausgezeichneten Bilder sanden reichen Beifall. In den Pausen konzertierte die Hauskapelle, die mit guter Musik aufwartete. Im Verlaufe des Abends konnten an einige Alt- und Iungschützen Auszeich­nungen verteilt werden. ______________________

Diesem Abschiednehmen setzt der christliche Glaube die Wahrheit entgegen: Es gibt ein Wiedersehen. Diese Zuversicht gründet sich auf die L ebe Gottes, die in 2:fus Christus der Welt zuteil geworden ist. Alles, was 2c>us den Menschen gebracht hat. gipfelt in dem Satz:: Gott ist unser lieber Vater im Himmel. D^.er Gott gibt uns die. die in Liebe und Treue zu uns stehen. Es -ist für den, der Gottes Liebe erlebt hat, undenkbar, daß derselbe Gott so grau­sam sein könne, ihm die L eben für alle Zett wieder zu nehmen. Paulus hat diesen Gedanken in dem Worte ausgedrückt:Darum, wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn." Und der hochbetagte Ernst Moritz Arndt hat, als er an seinen nahen Tod dachte, sich selber tröstend, ge­sagt:Die ewige Liebe spricht: Kind des Vaters zittre nicht!"

Jesus hat die, die an ihn glauben, auch gew.h gemacht, daß es ein ewiges, unzerstörbares Leben gibt, das den Tod überdauert. Martm Luther gibt das Ziel und den Erfolg der Er- lösung durch Christus in den Worten an,daß ich sein eigen sei und in seinem Deiche unter ihm lebe und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit". Die Toten haben Frie­den gefunden, som.t hat der Tod nichts, das die Seele schrecken kann, er ist der Eingang in eine bei ere jenseitige Welt. 3n unvergleichlicher We.se ' hat das Friedrich Rückert ausgedrückt, wenn er sagt:Der Apfel fällt gereift in feines Gärtners Hand, so fällt in Gott ein Geist zurück, der seine Reife fand."

Die Grabmalkunst der alten Zeit hat nicht immer der Seele Trost gegeben. Die Totentänze des Mittelalters f nd ungemein charakteristisch, aber s.e fielen den Tod. nach dem Worte Hiobs, als den König der Schrecken dar. 3m 17. und 18.Jahrhundert versah man die Grabsteine mit Schnörkeln und Arabesken, mit Blumengerank. Engelfiguren und Wappen, d.e Inschriften waren langatmig und pr'e'en in übertriebener Form die Tugenden des Verstorbenen. Das 19. Jahr» hundert hat auf diesem Gebiete weiter eine große Ve.flachung gebracht. Auf ländlichen Friedhöfen Grabsteine aus Holz oder Gußeisen in einerlei Form, auf städtischen Friedhöfen Marmor und Granit ohne Eigenart, mit immer gleichlautenden, belanglosen Inschriften. Vielleicht bahnt ftch in der Gegenwart eine Neuschöpfung an. Robert Caner hat ein Grabmal geschaffen, auf dem man eine Frau in langem Gewände sieht, die Geige gespielt hat. Sie hat das Instrument sinken lassen und schaut vor sich hin, das Lied ist aus. Ein einfaches Motiv, ohne jede bibliiche. scheinbar auch ohne jede religiöse Beziehung, doch auf dem Anges cht der Frau ist tie'er Frieden ausgeprägt. Der alle Klage verstummen läßt. Rückerts Vers und diese Grabfigur sind Um- schreibungen des Wortes aus der Offenbarung Johannis:Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben von nun an, ja der Geist spacht- dah sie ruhen von ihrer Arbeit; denn ihre VZerke folgen ihnen nach." H. B.

ImGießener Anzeiger" Nr. 267 vom Samstag, 12. November, haben wir in einem Artikel a u p t- I Zollamt Gießen" auf die Bedeutung dieses Amtes für das Gießener und das oberhessische Wirtschaftsleben hingewiesen und zugleich mitgeteilt, daß die Reichsfinanzoerwaltung, nach einer Mel­dung aus Kassel, die Absicht hegen soll, im Rahmen einer Verwaltungsreform die Zollämter Gie­ßen und Marburg zu verschmelzen. An- gesichts der größeren Bedeutung des Gießener Hauptzollamts gegenüber dem Marburger Amte haben wir aus zwingenden farblichen und Dermal- tungsmäßiaen Gründen die Forderung erhoben, daß die Reichsfinanzverwaltung bei der Durchführung ihrer Rrformmaßnohmen unter allen Um- ständen das Hauptzollamt Gießen ausrechterhalten müsse. Der Angliederung des ganzen oder eines Teiles des Marburger Amtes an die Gießener Zollverwaltung kann viel leichter das Wort geredet werden, als einer umgekehrten

Rosenkohl 20 bis 25; Feldsalat 80 bis l.OO; Zwiebeln 8 bis 10; Meerrettich 30 b.s 60; Schwarzwurzeln 25 bis 30; Kürbis 5 bis 6; Kartoffeln 3; Aepsel 15 bis 30; Birnen 10 bis 20; Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 45; junge Hähne 70 bis 90; Suppenhühner 60 bis 80; Gänse 65 bis 75; Enten 80 bis 90; Nüsse 35; Tauben Stück 50 bis 60; Eier, ausländische 12 bis 14; inländische 14; Blumenkohl 30 bis 60; Endivien 10 bis 15; Ober-Kohlrabi 5 bis 8; Lauch 5 bis 10; Rettich 8 bis 10; Sellerie 10 bis 35; Radies­chen Bund 10; Kartoffeln Zentner 2,50; Weiß­kraut 2,50; Rotkraut 5,00; Wirsing 4,00 bis 4,50; Aepsel 12,00 bis 25,00 Mk.

Vornonzcn.

Tageskalender für Samstag: VfB. 08, 20.30 Uhr, Vereinsheim, Monatsversammlung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Der blonde Traum . Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: Lord Aldini, der Schrecken der Verbrecher" undDie Sünde der Lissy Kraft".

Tageskalender für Sonntag: AMRG., 11 Uhr, 116er-Denkmal, Gefallenen-Ge° denkseier. Stadttheater, 18.30 bis 20.45 Uhr, lieber unsere Kraft". Oberhess. Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz, 11 bis 13 Uhr, Ausstel­lung. Christengemeinschaft, 20.30 Uhr, Graben­straße 11, öffentliche Feier zum Gedächtnis der Toten. 11.30 Uhr, Physiologisches Institut, Friedrichstraße 24, öffentlicher Vortrag überDie Funktionen des Nervensystems". Schutzenhaus, 16 Uhr, Militärkonzert. Lichtspielhaus, Bahnhof­straße, 11.15 Uhr,Der weihe Tod im Himalaya , ab 15 Uhr,Mata Hari".

Oeffentliche Totensonntag- Feier. Am morgigen Totensonntag veranstaltet die Bewegung für religiöse Erneuerung im Raume der Christengemeinschaft, Grabenstr. 11 (Garten­haus) um 20.30 Uhr eine öffentliche Feier zum Gedächtnis an die Toten. Lic. Robert Goebel, Marburg, spricht über das Thema: »Unser Ge­denken an die Toten". (Siehe heutige Anzeige.)

Die Gesangsschule Frau Herta Meyer veranstaltet am Donnerstag, 24. Nov., 20 Uhr im Saale der neuen Krippe einen Mo­zart-Abend. Das Kammerorchester der Volkshoch­schule hat seine Mitwirkung zugesagt. Die mu­sikalisch^ Leitung liegt in den Händen von Musik- lehrer Franz Bauer jr die künstlerische Ein. studierung bei Frau Paula Frank - Zonder-

Mittlerweile scheint man aber in Berlin, unge- achtet aller Warnungen aus dem hiesigen Wirt­schaftsbezirk, seinen eigenen Weg gegangen zu sein. Es liegen jetzt Pressemeldungen vor, nach denen die Reichsfinanzoerwaltung tatsächlich im Begriff stehen soll, das Gießener Hauptzollamt auf- zu h e b e n und es mit dem kleineren Amt in Marburg zu vereinigen. Sollte diese Absicht wirklich zur Tat werden, so könnte man nur sagen, daß die Reichsfinanzoerwaltung damit einen ganz e r - staunlichen Unverstand gegenüber den dringenden wirtschaftlichen Erfordernissen des Gie­ßener und des oberhessischen Bezirks an den Tag legen würde. Wir meinen, ehe man derartig weit- tragende Entscheidungen trifft, müßte man sich nicht vom grünen Tisch in Berlin aus mit der Lage der Dinge beschäftigen, sondern aus einer Prüfung der Verhältnisse an Ort und Stelle heraus handeln. Oder soll etwa auch hier wieder zum Ausdruck kommen, daß man in Berlin aus dem Standpunkt steht, Preußen gegen Hessen unbedingt den Vorzug zu geben, nur weil man i n Gießen noch hessisch und nicht preu­ßisch ist? Die Reichsfinanzverwaltung kann ver- sichert sein, daß sie bei einer Aufhebung des Haupt- Zollamtes Gießen eine ganz beispiellose Ungerechtig­keit und Rücksichtslosigkeit gegenüber der oberhesst- schen Bevölkerung begehen wird, die natürlich eine entsprechende Würdigung bekommt.

Die Ergänzungswahlen zur In­dustrie- und Handelskammer Gießen betrifft eine Bekanntmachung in unserem heu­tigen Anzeigenteil, auf die wir die beteiligten Kreise besonders Hinweisen.

" Rindermarkt in Gießen. Am näch­sten Dienstag findet hier Rindvieh- (Nutz­vieh-) Markt statt.

Die Besuchszeiten der Museen. Da» Oberhessische Museum im Alten Schloß, das Dölker- mufeum sowie das Kriegsmuseum und die Ge­mäldesammlung im Neuen Schloß sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet

Evangelisch-ki rcyliche Pfarrper- onalie. Durch die Kirchenregierung wurde

Staatsministerium

Darmstadt.

Nach neuester Pressemeldung Verlegung Hauptzollamt Gießen nach Marburg in Berlin scheinbar entschieden. Da Gießener Amt nach Beamten und Unterstellen doppelt so groß wie Marburg, wirtschafts» und verkehrspolitisch be­deutender, Verlegung nach Marburg ungerecht- fertigt. Bitte dringend zur Wahrung Gießener Belange fofort Einspruch zu erheben.

Oberbürgermeister."

Der telegraphische Protest der Industrie- nd Handelskammer hat folgenden Wort-

Aus her provinziasbauvtffaht

Gießen, den 19. November 1932.

Totensonntag.

3e älter der Mensch wird, um so größer wird die Schar ferner Toten. Am Totensonntag ziehen sie an feinem Auge vorüber, wie nach der ar.echichen Sage in Der Unterwelt die Schatten an dem Helden Odyf.eus vorübergleiten. Aus der fernen Kindheck tauchen Gespielen auf, die einer tückischen Kinderkrankheit zum Opfer ge- fallen find. Aus der Jugendzeit kommen Alters- acaoj.n deren hoff nu..g.volle Entwicklung durch einen frühen Tod abae.chnitten wurde. Die ent- schlafenen Eltern wachen auf und reden zu dem Kinde wie einst in den Tagen, da ihr Haus in den Stürmen des Lebens eine feste Burg war. Still reicht Der Heimgegangene Ehegatte seinem Lebensgefährten die Hand und spricht zu-ihm: Die L ebe hört nimn e. auf. Bruder und Schwester grüßen in Treue. Das entschlafene Kind kommt und lagt: Ich war dein und bleibe dein. Alt sein heißt immer einsamer werden. Kehrt der Altgewordene an eine Stätte zurück, an der er früher verweilte, fragt er Dort nach Bekannten, so bekommt er in vielen Fällen die Antwort: Sie sind tot. Unvermutet stößt er in Der Zeitung auf Todesanzeigen, Dann sagt er: Ich habe ihn gekannt, er war mein FreunD, mein Mitichüler, me n DerufägenoU mein KameraD im Heere.

Der kennt Das Leben nicht, Der vom Abschied- nehmen nichts weih. Man muß einmal auf Der Wanderung in die Fremde auf einer Bergeshohe gestanden und einem, der Dem Wegziehenden das Geleite gegeben hat, zugewinkt haben, man muß einen Eisenbahnzug, Der einen lieben Men­schen wegführte, nachgesehen haben und dann traurig und verzagt heimgegangen sein, um zu verstehen, daß Scheiden und Meiden weh tut. Vollends versteht man das, wenn man von einäm hat Abschied nehmen müssen, der im Sarge aus dem Hause getragen wurde.

laut:

Staatspräsident Dr. Adelung Darmstadt.

Nach einer Pressemeldung scheint die Ent­scheidung über die Zusammenlegung der Haupt­zollämter von Gießen und Marburg zu Gunsten von Marburg gcfalleh zu fein. Bitten dringend darum, dagegen Einspruch zu erheben und die Interessen Hessens wahrzunehmen.

Industrie- und Handelskammer Gießen: Ludw. Rinn."

Wie wir gestern abend bei einer telephonischen Rücksprache mit dem Staatspräsidenten Dr. Ade- l u n g erfuhren, hat das Hessische Staatsministerium der hessischen Vertretung in Berlin sofort die Anweisung gegeben, bei der Reichsfinanz. Verwaltung und den übrigen maßgebenden Stellen des Reiches den f ch ä r f st e n P r o t e ft H e f f e n s gegen eine Aufhebunades Hauptzoll » amtes Gießen zur Kenntnis zu bringen. Staatspräsident Dr. Adelung teilte uns weiter mit, daß die hessische Regierung alles tun und kein Mittel unversucht lassen werde, um diese Schädigung Gießens, Oderhes- s e n s u n d d e s a a n z e n H e s s e n l a n d e s a b - zuwehren. Hoffentlich wird diesen Maßnahmen der erstrebte Erfolg zuteil werden.

Hygiene der Augen.

Don Hygiene der Haut, der Zahne usw. hat man schon viel gehört. Aber mit den immer fur- zer werdenden Tagen rückt die Gesundheitspflege der Augen in den Vordergrund, denn Millionen fleißiger Menschen werden in den Wintermonaten gezwungen sein, bei künstlichem Licht zu arbeiten, viele schon körperlich ermüdet auch noch in den Nachtstunden. Und gerade sie sollten nichts außer Acht lassen, ihr Augenlicht nach Möglichkeit zu schonen. Heute wird kaum noch ein Handwerker gezwungen sein, bei Petroleumlicht oder Stearin­kerze zu arbeiten. Und er, der es im Sommer be­stimmt vermeidet, im grellen Sonnenlicht zu lesen, weil ihm die Augen schmerzen, sollte jetzt darauf achten, daß er sich nicht durch zu sparsame Be­leuchtung schädigt. Nicht zu wenig Licht und nicht zu viel! Sein Schein soll das Arbeitsfeld gut er­leuchten, die Augen selbst aber schonen. Ein dunk­ler Lampenschirm erfüllt diesen Zweck vollkommen. Beim Lesen ist die Körperhaltung von Wichtigkeit. Wenn wir vorgeneigt die Zeitung aus nächster Nahe studieren, muten wir unseren Augen eine größere Leistung zu, als wenn wir guten Abstand halten. Die Entfernung ist die richtige, die den Augen keine unnütze Belastung zumutet, die sich schnell durch Ermüdung kundtut. Das Augen stellt sich selbst auf die richtige Entfernung und den günstigsten Lesewinkel «in. Bei vielen ist es ge­radezu eine Frage der Eitelkeit, keine Brille zu tragen. Jenseits der Vierzig brauchen die meisten Menschen eine Lesebrille. Da? ist keine Schande. Die Linse im Auge beginnt ihre Elastizität zu ver­lieren, und man kann ihr die schwer werdende Ar­beit durch das richtige Glas abnehmen. Wer gern und viel liest, acht« ganz besonders darauf, was er liest. Schlechter Druck auf schlechtem Pa­pier ist ein böses Augenpulver. Bevorzugt klaren, guten Druck und nicht zu kleine Buchstaben. Be­achtet dies alles, und ihr könnt selbst das Teste dazu beitragen: Eure Sehkraft zu erhalten und zu pflegen.

Gietzcner Wochenmarktpreije.

Gießen, 19. Nov. Es kosteten auf dem heu­tigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter Pfund 1,30; Lan. butter 1,30; Kochbutter 1,00; Matte 25 bis 30; Wirsing 6 bis 8; Weißkraut 5 bis 6; Rot- traut 8 bis 10; gelbe Rüben 8 bis 10; rote Rüben 1 8 bis 10; Spinat 15; Unter-Kohlrabi 5 bis 6;

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