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Ireie Gewerkschaften und MMaftsplan
Aus aller Welt
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3n der mandschurischen Provinz Mukden haben neue Kämpfe der Freischärler gegen die mandschurischen Truppen begonnen, die ungeheure Ausmaße anzunehmen drohen. Entlang dem Ialufluß sind insgesamt 100 000 chinesische Frei- schärler zusammengezogen. Gs kam bereits zu Zusammenstößen mit den Japanern, die ihrerseits eine neue Division Verstärkung erhalten haben.
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Prof. Dr. Alfred Fletsch an der Universität Dorpat hat einen Ruf als Ordinarius der Physiologie an die Universität Lausanne als Rachfolger von Prof. Al. Arthus angenommen.
Als Antwort der Berans Friedhos a zualeich als 5 gefanbts in u ctabtoerwaltu
worden. Die Verfolgung solcher Vergehen soll nur a u f Antrag erfolgen. Die Strafandro- Huna betrage ein Vielfaches dessen, was in der ausländischer Gesetzgebung bisher festgelegt sei.
Milderung der Verordnung für Badekle-dung.
Berlin, 18. Okt. (TU.) Im preußischen Innenministerium fand, wie die Zeitschrift „Deutsche Sion» fektion" mitteilk, am Dienstag eine Besprechung von Vertretern der interessierten Fachkreise mit den zuständigen Persönlichkeiten statt. Die Unterredung ergab, daß bezüglich der Tendenz der Verordnung volle Uebereinstimmung zwischen den
Kleine politische Nachrichten.
Die sterblichen Reste des Dölkerbundskommis- sars in Danzig, Grafen Gravina, die nach Italien ubergeführt werden, trafen auf dem Schlesischen Bahnhof in Berlin ein, wo eine kurze Trauer feier stattfand. Im Ramen der Reichsregierung wurde ein Kranz am Sarge niedergelegt.
Fachkreisen und der Regierung besteht. Luch hm- sichtlich der Durchführung der Verordnung wurde wie die „Deutsche Konfektion werter miUeül, Uebereinstimmung erzielt dahingehend, daß die Dolizeibehördenangewlesen werden sollen jede kleinliche Anwendung der D er o r d n u n g z u u n t e r l a s s e n und insbesondere nicht cinzuschreiten, wenn der Ruck en aus- schnitt der Vorschrift nicht völlig entspricht, herbei ist allerdings Voraussetzung, daß ein fester Sitz ber Vorderseite gewährleistet wird, ferner daß der Rückenausschnitt nicht den ganzen Rücken freiläßt, und der tiefste Punkt des Ruckenausschnitles keinesfalls unter der Gürtellinie liegt.
Sturm überrascht worben und gekentert. Er und 'ein Sohn hätten sich an dem kieloben treibenden Boot fcstaehaltcn. Bei dem stundenlangen verzweifelten Kampf gegen die hohen CBclIcn habe der Sohn die Kräfte verloren. In
Deutschland so übersättigt, daß ein Neubedarf auf absehbare Zeit nicht vorhanden sei. Heute käme es darauf an, ben Konsum z u pflegen. Die Gewerkschaften seien in bezug auf den Erfolg des Regierungsplanes nicht so hoffnungsfroh gestimmt, wie die Reichsregierung, jedoch feien sie bereit, dem wirtschaftlichen Teile des Regierungsplanes die Chance zuzubilligen, feine Brauchbarkeit unter Beweis zu stellen. Leidenschaftlich aber müsse protestiert werden gegen den Teil des Planes, der mit unerträglicher Härte in den Lebensstandard der Arbeiterschaft und ihre sozialen Kräfte eingreift Der Redner wendet sich schließlich noch gegen die Handelspolitik der Reichsregierung und fordert die Regierung aut, ihren Wirtschaftsplan von den offenkundigen antisozialen Fehlkonstruktionen zu bereinigen.
Es wurde dann eine Entschließung gefaßt, in der es heißt: „Tas Wirtschaftsprogramm der Reichsregierung krankt an inneren Widersprächen. Die Rechte und Lebensnotwendigkeiten der Arbeiter und Angestellten werden den Wünschen der Landwirtschaft und Großindustrie geopfert. Die Gewerkschaften fordern daher von der Reichs- regierung, die Verordnungen vom 5. September und 3. Oktober aufzuheben. Durch die krasse Ungerechtigkeit der Regierungsmahnahmen ist bereits eine tiefe Erbitterung und Entrüstung ms Volk getragen. Diese Politik schafft immer neue Unruhe und zerstört damit die Voraussetzung für eine Belebung der Wirtschaft. Die Gewerkschaften sind sich bewußt, daß der Kampf um die Rechte der Arbeiterschaft zugleich der ganzen deutschen Wirtschaft dient. Darüber hinaus fordern die Gewerkschaften die Abkehr von überlebten Wirtschaftsformen und die Einleitung einer Neuorganisation der Wirtschaft mit dem Ziele planmäßiger Wirtschaftsführung."
denlangen verzweifelten Ka Wellen habe Der Sohn die feiner Todesangst habe er den Sohn angefeilt, um ihn ja nicht zu verlieren. Der Gerettete gibt weiter an, daß der Tod gegen 3 ilfcr eingetreten sei Dann hat Haack mit dem toten Sohn auf dem gekenterten Boot in Sturm und Wellen über zwölf Stunden bis zum Mittag ausgehalten, bis endlich die Rettung durch den Dampfer nahte. Am Rachmittag lief der Bergungsdampfer mit der Flagge Halbstocks in den Swinemünder
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von ihr ersehnten „neuen Menschen" in der eigenen Brust au finden meint. — Ein Beitrag, der gleichfalls Die junge Generation angeht, ist der Aufsatz „Grenzen der Technik" von Dipl.- Ing. Otto Veit. Die ungeheure Arbeitslosigkeit in der ganzen Welt, die zum Teil durch eine Tlebersteigerung der Technik, durch Verdrängung der menschlichen Arbeitskraft durch die Maschine hervorgerufen ist, macht die Frage zu einer der dringlichsten der Gegenwart. Wir müssen wieder zu der Erkenntnis zurückfinden, daß die Ausgabe der Technik Dienst für den Menschen ist, während sie heute den Menschen zu vernichten droht.
— Der „Kunstwart" (Verlag G. D. W. Eall- weh, München» beginnt feinen 46. Iahrgang mit dem Oktoberheft unter dem neuen Trtel „Deutsche Zeitschrif t". Die „Deutsche Zeitschrift" nennt sich im Untertitel: Unabhängige Monatshefte für die politische und geiftige Gestaltung der Gegenwart, und der Inhalt des umfänglichen Oktoberheftes zeigt am besten, wie fie ihre Aufgabe politischer und geistiger Bildung auffaßt. Unter den Aufsätzen sind zu nennen: „Reichs reform und Reugestaltung des Reichs" von Hermann UHtnann; „Geist und Ration" von Paul Alverdes; „Staat und Wirtschaft" von Werner Picht: „Zeichenunterricht als Kunsterziehen" von H. Eckstein, mit 10 Bildern: „Väter und Söhne'" von Alexander Berrsche: „Die Erziehung zur Gemeinschaft" von Kurt Plachte: „Wirtichaft im Raturzustand" von H. Herngel: „Stadtrandsiedlung" von Werner Lindner u. a. m., ferner im literarischen Teil die Rovelle „Großmutter" von Hermann Stehr.
— „Philosophie und Leben", hg. von Prof. Aug. Messer. Verlag Felix Meiner, Leipzig. — Das Thema des Oktober-Heftes bildet: Das Leben. Sin Aufsatz von Hans Krüger behandelt die Bedeutung des 70jährigen Biologen Iu- lius Schultz. Ludwig v. Dertalanffy schildert die in der Biologie miteinander ringenden Grundanschauungen über das Leben. Der Herausgeber setzt sich mit der modernen sog. „Philosophie des Lebens" kritisch auseinarrder und bekämpft deren naturalistische Tendenzen. Auch die „Aussprache" dreht sicy um einzelne bedeutsame Lebensprobleme.
reuth sich einer neuerlichen Unters uchung ineinerUniversitätsklinik stellt. Diese Mitteilung wurde von der Kanzel des Regensburger Domes — Konnersreuth gehört zur Diözese Regensburg — bekannt gegeben. In dieser Predigt sprach Domprediger Rohrmüller über den Standpunkt der Kirche, wobei er die bekannten „Grundsätze über Konnersreuth" von Kardinal Faulhaber wgrunbe legte. Er erinnerte daran, was Kardinal Faulhaber schon immer gewünscht hat, daß von kirchlicher Seite eine neue Untersuchung in einer Universitätsklinik begrüßt würde. Es müsse sich ohne seelische Mißhandlung durch die medizinische Wissenschaft feststellen lassen, ob die Rahrungslosigkeit, die Wundmale, die Fernkommunionen auf natürliche Ursachen zurückgeführt werden können. Es müsse sich durch Kenner der orientalischen Sprachen feststellen lassen, ob die angeblichen aramäischen Worte, die Therese Reumann spricht, wirklich Worte aus dem Dialekte sind, den Christus gesprochen hat, oder ob diese Worte durch Suggestion beigebracht worden sind. Auch die Glaubenswissenschaft, besonders die Wissenschaft von der Mystik, würde diese Tatsachen näher zu untersuchen haben. Und dann, so sagt
„Was war darin?"
„Ich weiß es nicht mehr. Jedenfalls nicht Annemaries Schuhe. Ich fauste los, warf mich zwischen die Tanzenden und suchte Brcnkwitz, abe: ich erfuhr mit Entsetzen, er hatte sich schon davongemacht und brachte seine Dame nach Hause.
Annemarie trug das Mißgeschick mit leidlichem Humor. Wir riefen nach einer halben Stunde bei Brenkwitz an, aber er war noch nicht daheim. Er war auch nach einer vollen Stunde noch nicht da. Die Blonde muhte entsetzlich weit draußen wohnen."
„Na, und das Ende der Geschichte? Du erzählst schleppend, lieber Freund."
„Um zwei Uhr machte ich ein Ende, ja. Wir konnten schließlich nicht die ganze Nacht m unserer Ecke sitzen. Vier Flaschen Wein hatten wir schon getrunken. Da ging ich hinauf in den ersten Stock des Hauses.' Ich muß hisr einflechten, daß die Bar sich im Erdgeschoß eines Hotels befand. Kem sehr großes Hotel aber ein nettes, saubres Haus." ' „Ich möchte doch lieber gehen", sagte unerwartet Fräulein Emma, „ich glaube, Herr Brendel wird die Geschichte nicht in Damengesellschaft erzählen mögen."
Aber Brendel hielt sie fest. „Doch, doch", ver- sicherte er, „jetzt kommt eine zweite Pointe. Sie ist gerade für Damen recht interessant, handelt sie doch von der Hilfsbereitschaft des weiblichen Geschlechts untereinander. Hören Sie nur. — Ich gelangte auf den Korridor des ersten Stocks. Es war, wie gesagt, etwa zwei Uhr. Diele Schuhe und Stiefel standen vor den Türen. Ich sah fie alle an. Endlich am Ende des Ganges fand ich ein Paar schwarze Pumps, die Annemarie passen mußten. Ich hob sic auf und sah sie mit Verzückung an:
Kardinal Faulhaber in seinen Grundsätzen, kann die Kirche ein endgültiges Ur ter l .ollen. Wenn nun Therese Reumann oder dre W-tcrn, die das Hindernis bilden, nicht darauf eingeyen — denn sie können nicht gezwungen werden — so ist es selbstverständlich, daß die Kirche sich nicht weiter damit beschäftigen kann, well ihr die Möglichkeit genommen ist. sich damit zu beschäftigen.
Zum deutsch-polnischen Greazzwischensall bei Weihenberg.
In den letzten Tagen fand am Tatort deS polnischen G r e n z z w i s ch e n f a 11 c s zwischen Weißenberg und Montaucr-Weidc eine O r t s - besichtigung statt. Der polnische Starost aus Mewe hatte der Einladung des Stuhmer Landrates Dr. Zimmer Folge geleimt. In seiner Begleitung befanden sich ein Amtsrichter und die fünf Grenzsoldaten, die auf den deutschen Arbeiter Schiwelski geschaffen und ihn dann nach Polen verschleppt hatten. Don deut- scher Sette waren zugegen Landrat Dr. Zimmer aus Stuhm, der Oberstaatsanwalt aus Elbing, der Amtsrichter aus Stuhm und die deutschen Augenzeugen. Der Vorfall wurde nochmals genau rekonstruiert, wobei die polnischen Beamten natürlich nicht zugeben wollten, daß auch sic sich einer Grenzverletzung schuldig gemacht haben Die Besichtigung stellte einige Einzelheiten klar, die sich bei der Vernehmung nicht hatten klären lassen. Der Lokaltermin dauerte sechs Stunden. Es ergaben sich erhebliche Widersprüche zwischen den Aussagen der deutschen Augenzeugen und der polnischen Soldaten. Der Arbeiter Schiwelski ist nicht verwundet worden. Er befindet sich in Mewe im Gefängnis und sieht dort feiner Aburteilung wegen Grenzübertritts und Weidendiebstahls auf polnischem Boden entgegen.
Schwerer Sturm an der Rordseeküste.
Im norddeutschen Küstengebiet und über der Nordsee setzte in einer der letzten Nächte ein heftiger Südwestwind ein, der sich zu Sturm ft ärte steigerte. Borkum meldete Südsüdwest-Windstärke 9, Helgoland meldete Windstärke 8. Die Deutsche See- marte hat erneut Sturmwarnung erlassen. Infolge der aufgewühlten See waren kleinere Schiffe gezwungen, Nothäfen anzulaufcn.
Windhose über einem Dorf in Dithmarschen.
Dieser Tage zog eine Windhose über Reinsbüttel (Dithmar'chen) hinweg, die großen Schaden anrichtete. Das Dach einer riesigen Scheune wurde 500 bis 600 Meter weit fortgeschleudert und knickte dabei die Masten der Hochspannungsleitung um. Die Scheune stürzte vollkommen zusammen. Bei dem Einsturz des Hauses eines Arbeiters wurde dessen Frau verletzt: ein im Bett liegendes Kind wurde verschüttet. Erst nach längerem Suchen konnte das Kind mit zum Glück nut leichten Verletzungen geborgen werden. Eine Anzahl weiterer Personen wurde ebenfalls verletzt. Insgesamt wurden von der Windhose acht Häuser eingedrückt. Weitere Häuser wurden schwer beschädigt. An den Aufräumungsarbeiten beteiligten sich auch SA.- und SS.-Mannschaften aus der Umgebung. Ein Ausschuß zur Feststellung der Schäden und Einleitung eines Hilfswerkes ist eingeleitet worden.
Rächkllche Fischertragödie auf der Ostsee.
Der Kapitän des zum Hafenbauamt Swine- münde gehörenden Regierungsdampfers „Walter Körte" bemerkte an einem der letzten Tage in der Swinemünder Bucht etwa drei Meilen von Koserow entfernt ein kieloben treibendes Doot. An dem Doot hatte sich ein völlig erschöpfter Mann angeklammert. Rachdem der Schiffbrüchige an Bord genommen war, wurde die Leiche eines jungen Mannes entdeckt, die an dem kleinen Fahrzeug festgebunden war. Der Dampfer nahm sofort Kurs auf Swinemünde. Hier wurde der ältere Mann ins Krankenhaus eingeliefert. Es handelt sich um den 53jährigen Fischer Otto Haack aus denr Ostseebad Zinnowitz. Rachdem Haack das Bewußtsein wiedererlangt hatte, erzählte er, daß er mit seinem 25jährigen Sohn in einem kleinen Doot aus Zinnowitz in See gefahren fei. Gegen 23 Uhr feien sie von dem plötzlich aufkommenden
Das französische Militärgericht in Nancy verurteilte einen Soldaten zu sechs Monaten Gefängnis, der als Anhänger der Adventist e ns ekts den Gewissenseinwand gemacht und sich geweigert hatte, an Samstagen an den Hebungen t e i l z u n e h m e n. Der gleiche Soldat war bereits früher einmal aus dem gleichen Grunde zu einem Monat Gefängnis verurteilt worden.
Große 37. Eine Sekunde zögerte ich. Diebstahl mit morgiger Rücklieferung? Das kam nicht in Frage! Also faßte ich mir ein Herz und pochte an die Tür des Zimmers 23. Eine verschlafene Damenftimme antwortete mir. Ich sagte gedämpft: ».Gnädige Frau, hier ist der Kommissar für *>as Siedlungs- wesen, bitte kommen S;e an die Tür, ich habe Ihnen etwas zu sagen. Sie brauchen nicht zu öffnen, aber ich flehe Sie an, hören Sie mich an!
.Was sind das für dumme Witze! Machen Sie, daß Sie von der Tür wegkommen, oder ich klingle dem Hausdiener/
.Gnädige grau*, sagte ich, »Sie zwingen mich zum Diebstahl!'
.Unfug! Ich liege im Bett und zwinge Sie zu gar nichts. Aber jetzt haben Sie mich munter gemacht ... Jetzt muß ich mir dieses Karnickel von Kommissar für das Siedlungswesen einmal an« sehen!'
Ich stand mit Herzklopfen; da öffnete sich die Tür zu einem Spalt und eine junge Dame im weißblauen Nachtanzug steckte den blonden Kopf heraus! .Also, was wollen Sie eigentlich, Sie Nachtgespenst?' .Ich bin der preußische Referendar Ewald Brendel', sagte ich und verbeugte mich korrekt, ,ich habe eine Bitte an Sie, gnädige Frau., Und bann erzählte ich ihr alles. Prosit!"
„Und haben Sie die Schuhe bekommen?"
„Ja, ich erhielt die Schuhe. Sie paßten der Annemarie, und es kam zum wundervollen happy end."
„Wer war die Dame vom Zimmer 23?" fragte Lilius.
Brendel zog seine Uhr. „22 Uhr", stellte er fest, „dann muß ich aufbrechen. Nach 22 Uhr ist das Variete aus. Ich pflege nämlich an Abenden, wo Annemarie keine Zeit hat, die Dame vom Zimmer 23 abzuholen und ins Hotel zu begleiten."
„Eine Artistin?" rief Fräulein Emma.
„Ja", sagte Brendel, „sehr begabt, Drahtseilakt und Schlangendame. Auf Wiedersehen." —
Hafen ein.
Sparplan für die Stabt Reuyork.
Die kürzlich gemeldete Warnung der Reuyorker Dankiers, die die Stadt finanzieren, daß sie k e i n e weiteren Anleihen finanzieren könnten, wenn nicht weitgehende Sparmaßnahmen getroffen würden, hat sofort Erfolg gehabt. Der Revisor der Stadt Reuyork, Berry, der kürzlich die Ablehnung der vom stellvertretenden Bürgermeister M c K e c vorgeschlagenen Sparmaßnahmen veranlaßte, hat jetzt selbst einen Plan unterbreitet, durch den Ersparnifsc von 67 bis 110 Millionen Dollar erzielt werden sollen. Das Budget der Stadt Reuyork erreicht die Höhe von 615 Millionen Dollar.
Grubenexplosion im Rheinland. — (Ein Toter, elf verletzte.
Das Bergreoier Aachcn gibt amtlich bekannt: Auf ber 300 ° Meter « Sohle des Steinkohlenbergbaues „Sofia Jakoba" bei Hückelhoven hat sich eine Schlagwetterexplosion ereignet, bei der ein Bergmann zu Tobe gekommen ist unb 11 Leute verletzt wurden. Don den Verletzten wurden sechs durch die Explosion unmittelbar betroffen, während fünf Bergleute bei dem Versuch, ihren Kameraden zu helfen, durch Einatmen der Nachschwaden zu Schaden gekommen sind. Bei drei der Verletzten besteht Lebensgefahr. Die Untersuchung durch die Bergbehörde ist eingeleitet worden.
Auto fährt in eine Gruppe Bergarbeiter. — Lin Toter, zwei verletzte.
Auf der Dortmunder Straße in Gerthe bei Bochum fuhr dieser Tage ein Personenwagen älteren Systems in eine Gruppe zur Arbeit gehender Bergleute hinein. Ein Bergmann wurde sofort getötet, während zwei weitere Ver- 'lehungen erlitten. Der Führer des Kraft- Wagens ergriff die Flucht in Richtung Lütgendortmund. Am Wagen blieb wahrscheinlich ein rechter schwarzer Halbschuh hängen, da dieser dem Toten fehlt. Lebensgefahr besteht bei den Verletzten nicht.
Annemaries Schuhe.
23on Frank F. Braun.
„Ja", sagte Brendel, „das ist diese höchst merkwürdige Geschichte, die mir neulich mit der Annemarie passiert ist." Er schob sein Glas ein bißchen zurück und lehnte die Ellbogen auf. „Habe ich sie euch erzählt?" . _
Vilius beugte sich vor. „Wer ist Annemarie? wollte er wissen: aber Brendel überhörte die Frage. Er ließ sich von seiner Geschichte nicht mehr abbringen. „Die ganze Sache kam daher", hob er an, „daß sich dieses liebliche Mädchen am Mittag ein Paar Schuhe in der Größe 36 gekauft hatte, statt Nummer 37^ zu nehmen, wie ihr zukam. Am Abend, wir sahen in einer netten, kleinen Tanzbar, Ijntte sie die Schuhe an. Es waren sehr hübsche Schuhe, wirklich, mit Eidechsen- ober Schlangenhaut überzogen, und Annemarie hat ja an sich reizende Beine, so daß ..."
„Was für eine Geschichte wollen Sie eigenthd) erzählen, Herr Brendel?" fragte das ältliche Fräulein Emma, Lilius' Schwester, und machte einen spitzen Mund.
Brendel nickte ihr herzlich zu. „Eine sehr harmlose Geschichte", versprach er, „wahrhaftig, Horen Sie nur zu. — Also, Annemarie, ich, Tanzbar, so weit waren wir. 'Nun drückten diese Schuhe aber das arme Kind entsetzlich. Ich merkte es bei Jbem sanftesten Tango. Sie trat förmlich von einem Fuße auf den andern."
,Das war vielleicht der Tangoschritt, Brendel." „Unterbrich mich bitte nicht! Ich brachte Anne- jnarie wieder an unfern Tisch in der Ecke und schonte fie. Wir tranken eine Flasche Wein. Immer steigt Wein mir leicht zu Kopf. Ich weiß nicht, was ich unterm Tisch zu suchen hatte, plötzlich sah ich, stellte ich fest, daß Annemarie unter dem Schutz der Tischdecke ihre enaen Schuhe abgeftreift hatte. Sie hielt die schwarzbestrumpften Füße auf dem Teppich. Die Schuhe standen daneben. — Da faßte ich den Plan, der so gräßliche Verwicklungen mit sich bringen sollte. Ich dachte, es sei ein vorzüglicher Witz, der Annemarie die Schuhe wegzu« nehmen. Also schob ich sie mit einem Fuß beiseite, bis ich sie ergreifen konnte, nahm fie auf, ohne daß Annemarie etwas merkte unb steckte fie in meine Aktenmappe, die neben mir auf dem Ecksofa stand."
Brendel machte eine Pause. Fräulein Emma ließ einige mißbilligende Zischlaute Horen. „Wie lange versteckten Sie der Dame die Sckyihe?"
Brendel setzte sein ®l'V ab. „Iegi Tammt die Pointe", verkündete er. „Will es doch ber ZljmU,
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Berlin. 18. Ott. ($U.) Der Allgemeine Deut'che Gewerkfchaftsbund und der Allgemeine freie Angestelltenbund hatten ihre Mitglieder zu einer öffentlichen Kundgebung im Plenarsaal des vorläufigen Reichswrrt'chafts- rates zusammenaerufen. Die Versammlung wurde durch den Dundesvorsitzenden L e i p a r t eröffnet, der u. a. erklärte: Erste Pflicht jeder Regierung sei es, die aufbauwilligen Kräfte zusammenzufassen und Reibungsflächen zu vermindern. Statt dessen treibe die Reichsregierung einen Keil in das deutsche Volk. Echte Autorität könne nur durch Vertrauen entstehen. Die Ent- 'cheidungen der Gewerkschaften seien vollkommen frei von parteipolitischen Erwägungen. Die Gewerkschaften würden jede Regierung unterstützen, die die Rechte der Arbeiterschaft unangetastet ließe.
Daraus führte das Mitglied des Bundesvorftan- des, Fritz Tarnow, in einem Vortrag „Der Wirtschaftsplan ber Reichsregierung unb die Gewerkschaften" u. a. aus: Der bisherige Produk- t i o n 5 d e r l u ft durch d i e Weltkrise würde von Sachverständigen auf 250 bis 300 Milliarden Reichsmark geschätzt. Die deutsche Industrieproduktion allein sei auf über die Hälfte zusammen- geschrumpft, nämlich von 84 Milliarden im Jahre "1928 auf 32 Milliarden in diesem Jahre. Die ausreichende Versorgung aller Menschen sei heute nur eine Frage ber Organisation der Arbeit. Hier sei eine völlige Neuordnung auf sozialistischer Basis mshr als dringend. Trotzdem betrachten es die Gewerkschaften als ihre Pflicht, auch auf dem Boden des kapitalistischen Systems nach erweiterten Lebensmöglichkeiten für die Arbeiterschaft zu suchen. Für die Entfaltung einer privaten Unternehmerinitiative seien die Aussichten sehr gering. An Produktionsmitteln sei
'Zeitschriften.
— Im Oktoberheft der „Zeitwende" (E. H. Becksche Verlagsbuchhandlung) zeigt an Hand llterarischer Aeußerungen der jungen Generation, besonders des Buches von S. Günther Gründel „Die Sendung der Iungen Genevation", 'Friedrich Langenfaß auf, daß die Iugend heute unerbittlich vor die Frage nach dem Glauben gestellt ist, d. h. vor die Entscheidungsfrage: Renaissance oder Reformation? Die Zukunft wird davon abhängen, ob der Renaissancemensch noch einmal den Sieg davonträgt, ob die Iugend Den
Der Reichstagspräsident
Jagdgasl bet mecklenburgischen Regierung.
Schwerin, 17. Okt. (TU.) Wie die „Mecklen- burgische Zeitung" erfährt, hat die Mecklenburg- schwerinsche Staatsregierung dem Reichstagspräsi- benten Goring im Wildpark Friedri ch s - moor den Abschuß eines Rothirsches genehmigt. Göring hatte sich bekanntlich bereits vor einiger Zeit burch Vermittlung des preußischen Lanbtags- Präsidenten Kerrl an die preußische Regierung mit der Bitte um Abschußgenehmigüng gewandt, ber auch entsprochen wurde, jedoch genügte dem Reichstagspräsidenten die Geweihstärke der Hirsche in dem ihm zugewiesenen Revier nicht. Friedrichs- nwor ist als Revier für kapitale Hirsche bekannt. Auch der G r o ß h e r z o g von Mecklenburg-Schwe- rin hat dort häufig gejagt und mehrfach auf Iagd- ausstellungen Auszeichnungen für die in Friedrichs- moor erlegten Hirsche erhalten.
Die katholische Kirche wünscht die neuerliche Untersuchung Therese Reumanns.
Die bayerischen Bischöfe haben auf der Di- schosskonferenz in Freifing den Beschluß gefaßt, Therese Reumann und deren Eltern aufzufordern daß die Stigmatisierte von Konners-
„Sag mal, was redest du eigentlich immer so mit den Damen?" meinte Lilius, „ich finde keine Gesprächsthemen. Ganz ohne Tanz konnte ich den Abend nicht hinbringen."
„Um 23 Uhr kam der Kladderadatsch. Annemarie wollte nach Hause. Sie begann ihre Schuhe zu suchen. Schließlich bemerkte sie mein Lächeln, und ich mußte die Aktentasche öffnen. Ich wunderte mich schon, daß das Schloß so hakte; aber ich fiel fast vom Sofa, als die Tasche aufs prang." *
daß Kollege Brenkwitz von der Staatsanwaltschaft dasselbe Lokal besucht! Auch er kam direkt vom Amt unb hatte seine Aktentasche bei sich. Er setzte sich zu uns, wir tranken eine zweite Flasche Wein. Annemarie erklärte, sich den Fuß verstaucht zu haben. Sie brauchte nicht ein einziges Mal aufzustehen. Brenkwitz verzog sich bann. Er hatte im Nebensaal eine Blondine entdeckt. Wir vermißten


