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noten-
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3,057 169-78
73.23 77.87 75.07 14,62 0,878 4.209 58,39 21,58 16,495 82,00 33.87 81,7 1,01? 0.32J 6,693 13,31
Tjranff*^_t5-
3,063 170.12 73,37 78,03 75.23 |4,66 0,382 4,217 58,
21.6? 16,535 82,16 33,93 62,1
1,021 0,326
6,707 13,36
SM
52,05 12,485
Ur. 194 Erster Blatt
182. Jahrgang
Sreitag, 19. August 1952
Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild ■ Die Scholle
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Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
vnttk vnd Verlag: vrühl'sche Univer^lülL-vuch. und Stemöruderei K Lange in Stehen. Schriftleitung und Gefchäftrftelle: SchuMahe 7.
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Konjunkiurumfchwung?
Die internationalen Rohstoffmärkte signalisieren eine Preissteigerung, die tatsächlich mit statisti- schen Hilfsmitteln als nicht unbedeutend gemessen werden kann. Bei der internationalen Verflechtung der Wirtschaft sind die Vorgänge auf den Rohstoffmärkten für den Aufstieg und Abstieg der Konjunktur in gewisser Hinsicht entscheidend. Auf die kürzeste Formel gebracht, wird diese Entwicklung so dargestellt, daß bei «guten Rohstosfpreisen die Rohstoffländer 3n- dustrieerxeugnisse kaufen können, daß also bei einem Absinken der Rohstoffpreise die Kaufkraft der Rohstoffländer nachlassen must. So einleuchtend diese Formel an sich ist, so erschöpft sie doch nicht das Wesen der internationalen Wirtschaftskrise. denn zu dem Tiefensturz der Wirtschaft haben noch andere Ursachen entscheidend bei- getragen, die in ihrer Auswirkung den Sturz der Rohstosfpreise nicht als Ursache, sondern nur als Wirkung gelten lassen. Cs war einer der vielen Irrtümer Brünings, als er im Frühjahr 1930 auseinandersehte, die deutsche Wirtschaft hätte unbegrenzte Aufstiegmöglichkeiten vor sich, wenn sie es fertig brächte, ihre Produktionskosten den gesunkenen Rohstosspreisen anzupassen. Hätte er weiter gedacht, so hätte er darauf kommen müssen, dah das Absinken der Rohstoffpreise die Folge der absinkenden Rachfrage. war, so dah also ein Umschwung eintreten mühte, sobald die Rachfrage auf den Rohstoffmärkten wieder steigen würde.
Die Preise für alle Rohstoffe waren aber im Frühjahr 1930 noch verhältnismähig hoch, im Vergleich zu hem Tiefstand, den sie im Frühjahr 1932 erreichten. Das Anziehen der Preise ist nun allgemein festzustellen, wobei aber noch nicht klar zu ersehen ist, ob dieses Anziehen auf eine Steigerung derRachfrage zurückzuführen ist, oder auf die Kreditausweitung in der Union, die ja in der Hauptsache zu dem Zweck besorgt wurde, den Rohstoffpreisen einen Auftrieb zu geben. Erst wenn feststeht, dah die Steigerung der Rohstoffpreise nur die Folge der Rachfrage sein kann, läßt das allein den Schluß zu, dah auch die Unternehmungslust, sowie der Verbrauch wieder steigen. Wenn aber ein Wiederaufstieg der Wirtschaft eintzreten soll, also ein steigender Warenaustausch, dann wird dies durch die Vorgänge auf den Rohstoffmärkten allein nicht zu erreichen sein. Hierzu gehört vielmehr, dah die Zollmauern und die Einfuhrbeschränkungen abgebaut werden, wozu sich bisher an keiner Stelle wirkliche Reigung gezeigt hat. Präsident Hoover hat zwar vor wenigen Tagen wieder an Europa die Mahnung gerichtet, die Zollmauern abzubauen, aber die Union selbst denkt offenbar nicht daran, mit gutem Beispiel voranzugehen. Dah die hohen Zollmauern dazu beigetragen haben, die internationale Wirtschaftskrise zu verschärfen, wird auch dadurch bestätigt, dah es die beiden HochschuhzoNänder sind, nämlich die Union und Frankreich, die bei sich die größten Goldvorräte angesammelt haben. 3m normalen Ablauf der Dinge sind gegenseitige Verpflichtungen der Länder durch Waren abzugleichen, aber weder die Union, noch Frankreich lassen Waren herein, so dah die Verpflichtungen in Gold oder Devisen geleistet werden müssen, was zur Ausplünderung der Schuldnerländer. sowie zur Einschrumpfung ihrer Wirtschaft infolge mangelnden Betriebskapitals führen muh. Die Internationale Wirtschaftstagung, die berufen ist, den Ausweg aus der Krise zu finden, soll ja nun erst im Herbst oder Winter zusammentreten, um dann vielleicht unter dem Druck der Arbeitslosigkeit zu übereilten Beschlüssen zu kommen. Wir dürfen aber inzwischen die Hände nicht in den Schoh legen, sondern müssen unter Einsatz aller Energien mit unserer eigenen Krise fertig zu werden versuchen.
Trotz des Anziehens der Rohstoffpreise bieten sich sonst wenig erfreuliche Aussichten für die wachsende Einsicht und Vernunft bei den Staatsmännern In Ott aw a haben die Verhandlungen über das Zollbündnis Englands mit seinen Dominions einen Abschluß gefunden, der wirklich nicht so unbefriedigend für England ist, wie uns das bisher einAureben versucht wird. Offenbar hat die englische Regierung für Berichte gesorgt, um die internationale öffentliche Meinung irrezuführen, denn das. was tatsächlich in Ottawa erreicht worden ist, ist nicht gar so harmlos. England hat inzwischen seine Zollmauern so hoch geführt, dah es für andere Länder schwer ist. ohne gegenseitige Zugeständnisse über sie Hinwegzukommen. England hat in Ottawa den Dominions, die auf den Markt des Mutterlandes mehr oder weniger stark angewiesen sind, immerhin Zugeständnisse gemacht, die einer Gegenleistung wert sind. Aber was entscheidend ist, England hat auch durchgesetzt, oder scheint es durchzusetzen. dah die Dominions ihre Unabhängigkeit nicht soweit ausüben dürfen, um das System der Vorzugszölle im allbritischen Reich nicht durch Sonderverträge mit anderen Ländern zu durchbrechen. Hier kommt für Deutschland der Handelsvertrag mit der Südafrikanischen Union in Frage, der auf der Meistbegünstigung aufgebaut ist, was beiden Ländern bisher ganz gut bekommen ist. Dringt England mit der Absicht durch, das System der Vorzugszölle lückenlos zu erhalten, so wird die Südafrikanische Union den Vertrag mit Deutschland kündigen müssen, so dah unter Umständen auch in unserem Verhältnis zu Südafrika der Zustand eintritt, der visher schon im Verhältnis zu Kanada und Australien besteht.
Hitler spricht zu Amerika.
Eine Llnterredung Hitlers mit dem Vertreter der Associated preß.
Neuyork, 19. Aug. (CNB. Funkspruch.) Die Blätter bringen eine Unterredung des Berliner Chef-Korrespondenten der Associated Preß, Loch- n e r, mit Hitler, die in den bayerischen Bergen stattgefunden hat. Hitler hat sich bei dieser Unterredung zunächst über die Frage der Teilnahme an der Regierung ausgesprochen. Zur lieber- nähme der Macht in einer Demokratie gehörten 51 Prozent, lieber diese verfüge er zwar nicht, aber er verfüge über 37 Prozent. Das wären ungefähr 75 Prozent jener 51 Prozent, die zur Regierungs- Übernahme erforderlich feien.
Ohne die Nationalsozialisten wäre eine legale Regierung in Deutschland nicht länger möglich. Er könne von einer sicheren Position aus die weitere Entwicklung abwarlen.
Auf die Bemerkung des Vertreters der Associated Preß, daß die Regierung von Popen von ihm behauptete, er habe für sich die ganze Macht verlangt, wie Mussolini sie ausübe, und daß er versprochen habe, die gegenwärtige Regierung gerade nach den Reichstagswahlen zu unter st ützen, antwortete Hitler, der Hinweis auf Mussolini sei niemals in diesem Z u - sarnrnenhang gefallen und sei vollkommen falsch wiedergegeben worden. Daß die Nationalsozialisten die ganze Macht niemals verlangt hätten, gehe aus der Tatsache hervor, daß sie das Reichswehrmini st erium niemals gefordert hätten. Dies ließe gewiß einen großen Machtfaktor in den Händen der Exekutive.
Was die Tolerierung der gegenwärtigen Regierung anbetreffe, so habe er lediglich versprochen, die Regierung so lange zu unterstützen, als die Rationalsoziaisten deren innere und äußere Politik billigen könnten.
Wenn zum Beispiel in Lausanne die Regierung ein klares Nein ausgesprochen hätte, selbst auf die Gefahr hin, die Konferenz zu sprengen, so hätte unsere Haltung eine andere sein können. Eine !ßer» ftänbigung mit Frankreich sei un< möglich, solange Frankreich Deutschland behandele, wie cs jetzt geschehe. Hitler wies mit einem ungeduldigen Lächeln und einer verneinenden Geste die Idee des Marsches aus Berlin von sich ab. „Warum soll ich auf Berlin marschieren. Ich bin ja schon dort. Die Frage ist nicht, wer auf Berlin marschieren wird, sondern vielmehr
wer aus Berlin heraus zu marschieren haben wird.
Meine Sturmtruppen sind die denkbar bestdisziplinierten Truppen, die es gibt, und sie werden nicht einen illegalen Marsch versuchen."
Gewerkschaftsvertreter beim Reichsarbeitsminister?
Berlin, 19. Aug. (CNB.) Der Re ich so r- b e i ts m i n i ft e r hat, wie die „Boss. Ztg." berichtet, die Vertreter der Spitzengewerkschaften zu einer Besprechung am Freitag in das Reichsarbeitsministerium geladen. Das Blatt nimmt an, daß diese Besprechung einem Meinungsaustausch über die Pläne für eine Auflockerung des Tarif- und Schlichtungswesens dienen soll.
Im Gegensatz zu der Meldung der „Bossischen Zeitung" weiß der „D o r w ä r t s" zu berichten, daß der Reichsarbeitsminister die Besprechung mit den Vertretern der Spitzengewerkschaften plötzlich wieder abgesagt habe. Die Besprechung findet vielleicht in der k o^m mendenWoche statt. Was wird aus dem Reichstag?
Der neugewählte Reichstag wird am 30. August zu feiner ersten Sitzung zusammentreten. Wenn man sich seine Zusammensetzung ansieht und dazu hält.
daß so gut wie alle Parteien gegen die derzeitige Reichsregierung Front gemacht haben, dann steht eigentlich schon von vornherein fest, daß dieser Reichstag aller Voraussicht nach auf dem Gebiete der Arbeitsunfähigkeit in einen Wettbewerb mit dem Preußischen L a n d- t a g wird eintreten können. Die Reichsregierung will aber einen Versuch machen, sie will dem deutschen Volke gegenüber den Nachweis liefern, daß sie von sich aus zu einer Zusammenarbeit die Hand gereicht und sogar noch ein recht umfangreiches Programm zum wirtschaftlichen Wiederaufbau vorgelegt hat. Lehnen die Parteien dieses Programm ab, bestehen sie auf Aufhebung sämtlicher Notverordnungen, sprechen sie dem Kabinett ihr Mißtrauen aus, dann wird der n e u g e •
wählte Reichstag rasch wieder in der Versenkung verschwinden. Darüber kann cs jedenfalls keinen Zweifel geben, daß die Reichs- regierung nicht zurückweichen wird. Sie wird vielmehr den Reichstag auslösen, sobald sich einwandfrei ergeben hat, daß bei ihm die Interessen des deutschen Volkes schlecht aufgehoben sind. Vielleicht kommt es aber zu sachlichen Beratungen überhaupt nicht, vielleicht wird schon die erste Sitzung den Todeskcim für den Reichstag in sich bergen, weil die Kommunisten bisher darauf beharren daß Klara Zetkin als Alterspräsi- dentin auftritt, während die Nationalsozia- l i ft e n eine derartige Regelung glatt a b l e f) • n e n.
Koalition in Preußen?
Hitler für den Reichkanzlerposten bereit. — Hindenburg will Papen halten. — Zur Reichstagsauflösung entschlossen.
Don unserer Berliner Redaktion.
Die Ueberschrift dieses Berichts ist dem „A n - g r i f f", dem Berliner Organ der Nationalsozialisten, entnommen. Dr. Göbbels, der Heraus- geber des „Angriff", war trotz feiner Herkunft aus einer Zentrumsfamilie bisher einer der radikalsten Gegner einer Koalition zwischen Zen- trum und Nationalsozialisten. Wenn er also jetzt eine solche Koalition begrüßt und sie als erstrebenswertes Ziel hinstellt, so kommt diesem mehr eine taktische als eine grundsätzliche Bedeutung zu. In gewissen Teilen des Zentrums, wie auch in der Führung der Hitlerpartei herrscht augenblicklich eine gewisse Rachestimmung gegen Reichskanzler von Papen. Ihm mißt man alle Schuld an den gescheiterten Verhandlungen zu und
feinen Stur; sieht man als Voraussetzung für weitere Verhandlungen an.
Daß die Nationalsozialisten die Fäden zur Reichsregierung nicht haben abreißen lassen, geht aus einer Meldung hervor, wonach zwischen dem Reichswehrminister von Schleicher und dem obersten SA.-Führer Röhm inzwischen erneute Verhandlungen stattgefunden haben. Diese 23er- Handlungen bezweckten, wie aus Regierungskreisen mitgeteilt wird, eine ritterlicheOppositions- füijrung der Nationalsozialisten zu sichern. Die NSDAP, hat also noch durchaus ihre beiden Eisen i m Feuer.
Man darf das Koalitionsgerede in Preußen vorläufig nicht allzu ernst nehmen. Cs ist in erster Linie dazu bestimmt, auf die Reichsregierung einen Druck auszuüben, doch noch sich mit einer Kanzlerschaft Hitlers abzufinden.
Der „Angriff" schreibt, daß nach wie vor Hitler als Reichskanzler bereit wäre, nicht nationalsozialistische Mitglieder in die Regierung aufzunehmen.
All diese Angebote dürften jedoch zu spät kommen. Der Reichspräsident hat aus seiner persönlichen Verstimmung über Hitler keinen Hehl gemacht, und er wird auf jeden Fall an Papen sesthalten. Selbst wenn in Preußen eine Scheinkoalition zwischen Zentrum und Rationalsozialisten zustande kommen sollte, wird die Regierung sich von der bisherigen Auffassung der Loge nicht abbringen lassen. Sie scheint eher entschlossen zu sein, von sich aus den Preußischen Landtag aufzulosen, auch wenn sich für eine solche Maßnahme keine direkten verfassungsmäßigen Grundlagen finden.
Ls steht jetzt schon fest, daß die Reichsregierung es im Reichstag nicht erst zu einer Annahme des Mißtrauensvotums kommen läßt, sondern dah sie schon vorher den Reichstag auslöst.
Es bestätigt sich die alte geschichtliche Erfahrung, dah eine Regierung nicht mehr zurück kann, wenn sie einmal einen Weg beschritten hat, der nur mit einem vollen Sieg oder der eigenen Vernichtung enden kann. In parlamentarischen Kreisen hat man jedoch offensichtlich noch nicht begriffen, daß die Regierung kein Zurück mehr kennen darf, soll sie nicht tatsächlich wieder den Reichstag xum alleinigen Träger der Regierungsgewalt machen.
Der Ohlauer Aufruhrprozeß.
Br ieg, 18. Aug. (ERB.) Für den heutigen Derhandlungstag im Ohlauer Prozeß waren 40 weitere Zeugen und drei medizinische Sachverständige geladen. Zunächst wurden einige Entlastungszeugen gehört. Im übrigen drehte sich die Beweisaufnahme wieder um die Schießerei an der Ohle-Brücke und um die Rolle, die Stadtrat Manche bei dieser Gelegenheit spielte. Reuen Beweisanträgen, die heute fr-h von der Verteidigung gestellt wurden, entsproß das Gericht, lehnte dagegen Haftentlassungsanträge für fünf Angeklagte ab, obgleich die Staatsanwaltschaft zum Teil mit der Haftentlassung einverstanden war.
Die Aussagen der drei medizinischen Sachverständigen
bildeten den Höhepunkt der heutigen Verhandlung. Bei den meisten Verletzungen hat es sich nach den Bekundungen der drei Sachverständigen um Stich - und vchlagwunden gehandelt. Die Schlagwunden rührten von stumpfen Schlag- Werkzeugen her. Fast sämtliche Cingelieserten waren am Kopfe verwundet, einige von ihnen wiesen auch Schußverlehungen auf. Am schwersten war der SA-Mann Marx verwundet. Er hatte vier bis fünf Stiche in die Lunge erhalten und mußte einer Operation unterzogen werden, die auf Leben und Tod ging. Professor Straß- m a n n von der Chirurgischen Universitätsklinik Breslau hat auch die Leichen der beiden Todesopfer seziert. Er erklärte, dah der SA-Mann K o n i e h k i von seinen Gegnern an der Ohle- Drücke regelrecht niedergeschlagen worden sei und mittels stumpfer Schlagwerkzeuge einen Schädelbruch und mehrere Armbrüche zugefügt erhalten habe. Er fei dann bewußtlos, aber noch lebend in bie Ohle geworfen worden, sein Tod sei durch Er-
Beide Dominions haben mit Deutschland keinen Vertrag, sondern behandeln die deutsche Einfuhr nach den Höchstsätzen des Generaltariss. während umgekehrt die viel größere Ausfuhr dieser Dominions nach Deutschland Vorteile aus der unzulänglichen deutschen Zollrüstung zieht. Auch Deutschland wird dazu übergehen müssen, seine Einfuhr mengenmäßig auszu. teilen, um die Länder zu bevorzugen, die Deutschland Vorteile gewähren, so daß die allgemeine Meistbegünstigung als Grundlage der Handelspolitik wohl ihr Ende erreicht haben wird.
Hindenburg und LlngarnS Wehrmacht.
Stuhlweißenburg, 18. Aug. (WTB.) Bei dem Regimentstag des Königlich-Ungarischen Honved-Infanterieregiments Rr. 5 St. Stephan wurde hier das vorn Regimentsinhaber Generalfeldmarschall von Hindenburg dem Regiment gewidmete Porträt im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung enthüllt. Zur Feier hatte sich auch der Kommandant der zugehörigen gemischten Brigade M o d l h cin- gefunden. Der auf Urlaub befindliche deutsche Gesandte in Budapest Freiherr von Schoen war durch den Gesandtschaftsrat Dr. S ch l i m - pert vertreten. Oberst Otto Bekeh-Koos begrüßte die Gäste und würdigte die Bedeutung des Regimentstages. Feldmarschalleutnant M o d l h gab dann das Zeichen für die Enthüllung. Als die Hülle fiel» wurde das aus
gezeichnete lebensgroße Porträt des Generalfeldmarschalls in ungarischer Oberst- uniform sichtbar. Das Gemälde ist ein Werk des Berliner Malers K 0 s s u t h. Das Porträt wird im Großen Saale des Offizierkasinos neben den Bildern des Königs Stephans des Heiligen und des Reichsverwesers von H o r k h y untergebracht werden.
Admiral Zenker -f.
Osterode (Harz). 19. Aug. (WTB. Funk- spruch.) Admiral a. D. Zenker ist gestern nachmittag nach einmonatigem Krankenlager in einer Göttinger Klinik, wo er sich einer schweren Operation unterziehen michte, im Alter von 62 Jahren gestorben.
Admiral Zenker wurde am 10. August 1870 in Dielitz <Riederösterreich) geboren und trat am 13. April 1889 in die kaiseruche Marine ein. Er durchlief die Laufbahn des Seeoffiziers und wurde dabei sowohl im Reichsmarineamt, wie auch im Admirolstab verwendet. Während des Krieges war er zunächst beim Chef des Admiralstabes im Großen Hauptquartier tätig. Später befehligte er den Schlachtkreuzer »Von der Tann", den er auch während der Schlacht am Skagerrak in dem von englischer Uebermocht schwer bedrängten Kreuzergeschwader des Admirals von Hipper führte. Rach dem Krieg nahm er als Mitarbeiter des Admirals von Behnke in der Marine
leitung an dem Ausbau einer neuen deutschen Morine teil. Im Oktober 1923 wurde er zum Oberbefehlshaber der Seestreitkräfte ernannt und im September 1924 als Rachfolger Behnkes zum Chef der Marineleitung.
Kommunistische Aktion in Hann.-Münden? SÄÄ
Hann. -Münden, 18. Aug. »Mündenschen Rachrichten" ft em ein Kommissar der Hannover in Hann.-Münde chen Polizei zusammenarbeitet, m un i st i s ch e n A k t i o n aus diL^. men. Bisher seien fünf Persoillfl .O tet worden. Rach der Meldung »Q der Landeskriminalkommissar seine Göttingen fort.
Nur noch die Landesfarben.
Berlin, 19. Aug. (CNB.) Wie der „Voss. Ztg.* aus Schwerin gemeldet wird, hat die Regierung van Mecklenburg-Schwerin in einer Verordnung vom 11. August bestimmt, daß st a a 11 i ch e Gebäude nur noch auf Anordnung des Ministeriums und in den Landesfarben flaggen dürfen. Das gilt auch für Dienstwohnungen von Be amten, soweit sie sich in staatlichen Gebäuden befinden. Eine ähnliche Verordnung wurde kürzlich in Anhalt erlassen.


