Ausgabe 
19.7.1932 Frühausgabe
 
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Nach geendigtem fret)fingen fingen erstlich die ge- fampte Meister ein Lied, so daß einer vorsinget und die anderen folglich mit einstimmen!"

Solche Meistersingergesellschaften bestanden etwa seit dem 14. Jahrhundert, viele von ihnen sind wäh­rend der Wirren des Dreißigjährigen Krieges ein­gegangen, einige aber haben sich bis in das 19. Jahr­hundert hinüberretten können, sind also als direkte Vorläufer der ersten deutschen Männergesangoer- eine anzusprechen. Am deutlichsten ist diese Entwick­lung zu beobachten bei der Ulmer Meistersinger- zunft, die zuletzt nur noch aus vier Mitgliedern be­stand und sich daher am 21. Oktober 1839 freiwillig auflöste. Ihre Fahne, die Kleinodien, Liederbücher und anderes Zunfteigentum wurden dem Ulmer Liederkranz als anerkanntem Nachfolger der Zunft übereignet.

Großen Einfluß auf die Entwicklung des Volks- Kunstgesanges hat selbstverständlich auch der Kir­

chengesang gehabt, der ja ebenfalls in Deutsch­land so eifrig wie sonst nirgends gepflegt wurde. Hier Parallelen zu ziehen und die ersten kirchlichen Chorschulen und Singakademien in Zusammenhang zu bringen mit den heutigen Gesangvereinen, würde zu weit führen. Sicher aber ist, daß der deutsche Volksgesang, der Jahrhunderte überdauert hat, auch weiterhin leben und gedeihen wird. Auch der Außen­stehende kann unbedenklich in den Wunsch weiterer Entwicklung und weiteren Wachsens für den Deut­schen Sängerbund einstimmen, denn:

Gerade der Männergesang bildet eine gangbare Brücke vom Künstlertum zu einem gesunden Dilettantismus!" Schon dieses, von Heinrich Zöll­ner ausgesprochene Wort dürfte zur Genüge die Lebensberechtigung der deutschen Gesangvereine er­weisen, ganz abgesehen von den bereits eingangs erwähnten und gewürdigten großen Zielen und Auf­gaben der Bünde.

SJ.-fpor/

Große Siege der GRG. in Offenbach.

Der erste Tag der 14. Offenbacher Regatta, die am 16. und 17. 3uli wieder von der Offenbacher RG. älndine auf der 2000-Meter-Strecke vor Rumpenheim veranstaltet wurde, brachte wieder­holt spannende und scharfe Kämpfe wenn auch einzelne Felder durch mehrfache Abmeldungen kleiner wurden. Infolge Absage der Berliner Dierer-Marmschast war das Interesse für das Viererohne" Rennen, in welchem der Offen­bacher Ruderverein seine Stärke zeigen sollte, geschmälert. Offenbach mußte sich gegen den an­stürmenden Senior-Vierer des Frankfurter RV. energisch wehren, nur mit einer Drittel-Länge Vorsprung gelang den Offenbachern der Sieg. Die Frankfurter Mannschaften hielten sich besser, als man erwartet hatte, sie belegten durch Germa­nia-Frankfurt und Oberrad zwei erste und einige zweite Plätze. Vorzügliche Leistungen zeigten wie­der die beiden Saarbrückener Vereine.

Am Samstag stellten ferner die Gießener Ru­derer der GRG. durch zwei erste Siege ihre der­zeit gute Form unter Beweis. So vermochte I ö d t im zweiten Einer wieder einen 1. Sieg zu erringen. Er schlug den Mamcheimer Frisch vom RV. Baden mit großem Vorsprung. Iödt bewältigte die Strecke in 6:05,2 vor seinem Geg­ner, der 6:13,6 benötigte. Sechs Boote lagen im Rennen. Im Zweiten Achter konnten sich die Gie­ßener ebenfalls einen 1. Sieg sichern. Die GRGer ließen den Achter von RG. Worms in beträcht­lichem Abstand hinter sich. Die Hiesigen wurden Sieger in der Zeit von 5:10,4, vor RG. Worms mit 5:13,2.

Dem Raffelet Achter nur mit 1ko Sekunden unterlegen.

Auch am zweiten Tage war die auf der neuen Strecke bei Rumpenheim ausgefahrene Offenbacher Regatta wieder gut besucht. Obwohl bei einigen Konkurrenzen Gegenwind herrschte, waren die Wasserverhältnisse einwandfrei. Sportlich wur­den allgemein sehr gute Leistungen geboten. Die Leistungen des Vortages wurden übertroffen.

Eine Sensation gab es im Großen Achter, den der Favorit Kastel mit nur 2/io Sekunden älnterschied vor Gießen 1877 gewinnen konnte. Die Gießener fuhren hier ein ganz ausgezeich­netes Rennen und forderten damit die Mainz- Kasteler zu einer erheblichen Anstrengung her­aus. Das Rennen gestaltete sich zur spannendsten Begegnung der Regatta. Die Gießener Ruderer wurden viel beachtet und gefeiert. Das Rennen selbst verlief außerordentlich spannend und es entwickelte sich um den Sieg ein prachtvoller Kampf. Die Zeiten: 1. Mainz-Kasteler RG. 5:15,6; 2. Gießener RG. 77 5:15,8.

Die Gießener Rudergesellschaft darf auf den Erfolg ihrer Mannschaft mit Recht stolz sein. Die Gießener rücken damit ein in die beste süd­deutsche Klasse, sofern man sie ihr nicht längst zugehörig erachtete. Auf den bevorstehenden Kampf in Mainz am kommenden Samstag und Sonntag darf man gespannt fein. Die Gießener werden im Kampf um die Meisterschaft unter den gegenwärtigen Umständen ein Wort mitzu­reden haben.

Die Mannschaft fuhr in der Aufstellung: Wei- dig, Hartmann, Timpe, Georgi, Kohler, Strauch, Reuroth, Götz; St.: Loh. Am kommenden Sonn­tag werden die Gießener abermals mit dem Achter der Mainz-Kasteler RG. Zusammentreffen und zwar während der Großen Regatta in Mainz, die stattfindet. Die Gießener 2tuberer werden sich außerdem am

Kampf um die Meisterschaft, die in Passau am 30. und 31. Juli ausgetragen wird, betei­ligen. Wir kommen darauf noch zurück.

Oie ersten Segelflüge der

Am ersten Tag des diesjährigen Rhönsegel­flugwettbewerbs herrschte dichter Rebel, so daß den ganzen Tag über irgendwelche Flugwett­bewerbe nicht durchgeführt werden konnten. Diese Pause benutzten die Segelflieger dazu, Ujren Segelfluggeräten den letzten Schliff zu geben. Die endgültige Teilnahme von 65 Flugzeugen, die den älebungs- und Lei­stungswettbewerb bestreiten, übertrifft bei wei­tem die Meldungsergebnisse der letzten drei Jahre und muß als ein erfreuliches Zeichen für die gesunde Weiterentwicklung der deutschen Segelflugbewegung, gerade in dieser schweren Zeit, gewertet werden. Das erstklassige Führer- material und die wiederum vereinheitlichten und vervollkommneten Segelfluggeräte lassen einen interessanten Verlauf der diesjährigen13. Rhön" Voraussagen. Gegen Mittag des Montags (zwei­ter Wettbewerbstag) wurde die Kuppe frei und schnell war der Westhang mit den Fliegern bevölkert.

Insgesamt wurden von den einzelnen Gruppen mit nur drei Metersekunden schwachen West­winden nicht weniger als 60 Wettbewerbsflüge um die ausgesetzten Tagesprämien für den längsten Dauerflug ausgeführt. Besondere Er­wähnung verdienen die Flüge der Schlesier­gruppe des Deutschen Luftfahrtverbandes Bres­lau aufGrunau-Senator" unter Wolf Hirth und der Pommergruppe des Deutschen Luft­fahrtverbandes Stettin aufD Qeba unter dem alten Flieger v. Draun, der mit 46 Jahren der älteste Wettbewerbsteilnehmer ist, die der Polen und die Flüge unseres weniger geübten Rachwuchses, der, wie immer eifrig, nicht rasch genug in sein Element geschnellt werden konnte. Der Montag brachte den Aus­fall zweier Leistungsflugzeuge, und zwar der Stanova" aus Breslau und derLeichtwind­segler" der Württemberger. Beide Maschinen dürften in acht Tagen wieder ganz intakt sein. Die beiden Flieger kamen hier mit nur leichten Verletzungen davon.

Ankunst der deutschen Mannschaft in Neuyork.

Die Ugberfafjrt unserer Olympia-Mannschaft auf derEuropa" nach Neuyork hatte am vorletzten Tag der Ankunft unter einem Witterungsumschwung zu leiden. Nachdem die Fahrt bisher sehr ruhig ver­laufen war, gab es am Freitag einen kurzen aber sehr starken Sturm. Einige deutsche Olympiafahrer wurden denn auch leicht seekrank, erholten sich aber am Samstagmorgen sehr bald wieder. DieEuropa" konnte ihren bei dem Sturm erlittenen Zeitverlust fast ganz wieder gut machen, und so traf man nur mit geringer Verspätung am Samstagvormittag in Neuyork ein. Auf dem Promenadendeck fanden dann eine Reihe von Begrüßungen statt, besonders bewill- tommnete der deutsche Konsul Dr. Paul Schwarz die deutsche Mannschaft in Amerika. Als die Deut­schen in ihrer kleidsamen Olympiauniform das Schiff verließen, wurden sie von einer riesigen Menschen­menge begeistert begrüßt.

7. Etappe derTour de Frances

Eine der leichtesten Etappen der 26. französi­schen Radrundfahrt war die siebente, die nach einem Ruhetag in Perpignan am Samstag über nur 168 Kilometer nach Montpellier führte. Die Fahrt verlief denn auch sehr ruhig und das Feld kam ziemlich geschlossen am Ziel an. Im Endspurt holte sich der Belgier Bonduel

in einer Fahrzeit > von 5:33,18 Stunden den Sieg. Zweiter wurde der im Gesamtklassement führende Franzose Leducq. Die übrigen 63 Fahrer wurden zusammen auf den siebten Platz gesetzt. In der Gesamt- und der Länderwertung ergaben sich keine besonderen Veränderungen. Stöpel hält nach wie vor den zweiten Platz.

8. Etappe: Die Italiener stoßen vor.

Die Fahrt wurde dann am Sonntag mit der achten Etappe von Montpellier nach dem 206 Kilometer entferntenMarseille fortgesetzt. Das Merkmal dieser Etappe war ein Vorstoß der Italiener, der auch eine Sprengung des Feldes herbeiführte. Orecchia und der Tourist Butafocchi zogen kurz hinter Gardanne davon, gefolgt von dem Deutschen Sieronski und dem Franzosen Bidot. Diese beiden fielen aber später in- olge von Defekten wieder zurück, so daß die beiden Italiener mit \Vi Minuten Vorsprung in einer Fahr­zeit von 6:31,10 auf der Bahn in Marseille eintra- en. Die 6:32,50 Stunden benötigende Hauptgruppe wurde von Leducq, Ronsse, Stöpel, Morelli, Wou­ters, Schepers und Thierbach angeführt. Ein großer Teil der Fahrer der Hauptgruppe wurde auf den 20. Platz gesetzt, darunter auch die Deutschen Bulla, Sieronski und Altenburger. Die übrigen Deutschen hatten durch Defekte und Stürze erhebliche Zeitver- lüfte.

Im G esamt klassemen t führt nach wie vor der Franzose Leducq vor dem Deutschen Stöpel, Pesenti (Italien) und Camusso (Italien). Im Länder­klassement liegt Deutschland an vierter Stelle hinter Frankreich, Italien und Belgien. Mit weitem Abstand folgt die Schweizer Mannschaft.

9. Etappe: Marseille(Sannes.

Die neunte Etappe der französischen Radrundfahrt führte am Montag von Marseille über 191 Kilo­meter nach Cannes. Die Fahrt verlies ziemlich ruhig, einige Vorstöße wurden nicht mit dem nötigen Nach­druck durchgefübrt, um bleibenden Erfolg zu haben. Erst kurz vor dem Ziel gingen vom übrigen Feld fast unbemerkt der Italiener bi Pacco und der Bel­gier Ronsse davon und konnten einige hundert Me­ter Vorsprung herausfahren. Im Endspurt schlug dann bi Pacco Ronsse ganz knapp mit einer halben Länge. Seine Fahrzeit betrug 6:29,31 Stunden. Eine halbe Minute später traf auch die aus 27 Mann bestehende Haudlgruppe ein, geführt von dem Schweizer Antenen, Leducq, Stöpel und Diarengo. 20 weiter? Fahrer, darunter die Deutschen Geyer, Sieronski, Thierbach und Risch wurden auf den neunten Platz gesetzt. In der Reihenfolge der Län- der- und Einzelwertung hat sich nichts geändert.

Kirche und Schule.

Missionsfeft in Lang-GönS.

-Lang-Göns, 18.Juli. Für das kirchliche Leben in unserer evangelischen Gemeinde ist das Missionsfest, das alle zwei Jahre gefeiert wird, immer ein Höhepunkt. Auch das Fest am Sonntag, begünstigt durch gutes Wetter, nahm einen harmonischen Verlauf und hinterließ bei allen Teil­nehmern einen tiefen Eindruck. Es fand auf dem

großen Kirchplatz, der von Linden Ahorn und Eichen beschattet ist, statt. Aus den Nachbarorten, besonder» aus Holzheim, waren sehr viele Gäste erschienen Man schätzte die Zahl der Besucher auf über tausend. Ein Uebelftanb zeigte sich während der Veranstal» tung: neben dem Kirchplatz läuft nämlich die Haupt­verkehrsstraße FrankfurtKassel und durch die vor- beifahrenden Autos und Motorräder wurden di« Reden ziemlich stark gestört.

Im Morgengottesdienst predigte Pfarrer Kalb - Henn (Kirch-Göns). Seiner Predigt lag der Mist sionstext vom Kämmerer aus dem Mohrenlande zu­grunde. Das eigentliche Missionsfest begann am Nachmittag und wurde eingeleitet mit einem Musikvortrag des hiesigen Posaunenchors, der von Weißbindermeister Boller dirigiert wurde. Ein gemeinsam gelungener Choral folgte, sowie ein Lied des Gemischen Chors, ebenfalls unter Leitung von Weißbindermeister Boller. Sodann sprach Pfarrer V ö m e l (Rodheim an der Bieber). Im Anschluß an den zweiten Brief an die Korinth« (Denn Gott, der da hieß das Licht aus der Finsternis hervor­leuchten, der hat einen Hellen Schein in unsere Herzen gegeben...") sprach er zunächst von dem größten christlichen Missionar, von Paulus, wie er «inst den Heiden das Evangelium predigte. Weiter verglich er die evangelische Heilsbotschaft mit einem Leuchtturm, der weit draußen im Meere steht, den Schiffen aber ein Licht zeigt und sie vor Schaden bewahrt. So auch sollten wir trotz der Not, bie in Deutschland herrscht, diese armen Hei­den nicht vergessen und dafür sorgen, daß ihnen Licht und Leben gegeben werben kann. Anschließend erzählte Missionar Welsch von der Rheinischen Mrssionsgesellschaft, z. Zt. in Ehringshausen bei Wetzlar, von seiner Tätigkeit in Neu-Guinea, wo er über 18 Jahre bei den Papuas wirkte. Er wies besonders auf die Schwierigkeiten hin, die mit der Missionsarbeit verbunden sind und bat um die Hilfe der Heimat.

Nach einer kurzen Kaffeepause, in der die aus­wärtigen Besucher Gäste der hiesigen Einwohner waren, sprach Missionar Welsch weiter über feine Tätigkeit in Neu-Guinea, schilderte die seelische Not der dortigen Eingeborenen, ihre Zwangsvorstellungen, Angst vor dem Zauber usw. Er wies ferner auf den ungeheuren Einfluß des Christentums hin, das dort nach kleinen Anfängen Eingang gefunden hat und den Menschen den Weg zur inneren Ruhe gebracht habe. Pfarrer L 9L Simsa - Bad-Nauheim, der jahrzehntelang in der inneren Mission tätig war, hielt sodann eine kurze Ansprache und gab seiner besonderen Freude darüber Ausdruck, daß unter den zahlreichen Zu­hörerinnen noch bie alte schöne Hüttenberger Tracht das Festbiw verschönte. Vorträge bes Posaunen­chores und bes gemischten Chores folgten.

Das Schlußwort sprach der Ortsgeistliche, Pfar­rer Wahl. Er bantte ben Rebnern und allen Be^ suchem, begrüßte besonders die Gäste aus ben" Nachbardorfern und bat, auch weiterhin die Nach­barschaft zu pflegen. Für bie Zwecke ber Heiden- Mission wurde eine Kollekte veranstaltet. Außer­dem hatten die Schulkinder vorher im Dorf« Schriften über bie Missionsarbeit verkauft. S.

Wirtschaft.

Anspannung des UeichsbankstatuS.

Berlin, 18. Juli. (WTB. Funkspruch.) Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 15. Juli bat sich in der zweiten Iuliwoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wech­seln und Schecks, Lombards und Effekten um 124,8 Millionen auf 3 497,8 Millionen RM. verringert. Jrn einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und -schecks um 169,7 Millionen auf 2 982,3 Millio­nen RM. abgenommen, die Bestände an Reichsschatz­wechseln um 3,1 Millionen auf 4,6 Millionen RM. und die Lombardbestände um 41,9 Millionen auf 145,7 Millionen RM. zugenommen.

An Reichsbanknoten und Rentenbank­scheinen zusammen sind 78 Millionen RM. in die Kassen der Reichsbank zurückgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 80,3 Millionen auf 3796,3 Millionen RM. verringert, derjenige an Rentenbankscheinen um 2,3 Millionen auf 405,0 Millionen RM. erhöht. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Renten­bankscheinen auf 22,6 Mill. RM. ermäßigt. Die fremden Gelder zeigen mit 338,6 Millionen RM. eine Abnahme um 63,1 Millionen RM.

Die Bestände an Gold und deckungs- fähigen Devisen haben sich um 53,3 Millionen auf 891,7 Millionen RM. vermindert. Im einzelnen haben die Goldbestände um 52,0 Millionen auf 754,1 Millionen RM. und die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 1,3 Millionen auf 137,5 Millionen RM. abgenommen. Die Abnahme an Deckungsmitteln ist in fast voller Höhe auf die Bereitstellung von De-

vifen für die bereits bekannte Teilrückzahkung auf den Ueberbrückungskredit des Reiches (Lee Higgin- fon & Co.) zurückzuführen.

Die Deckung der Noten durch Gold und deckungsfähige Devisen beträgt 23,5 v. H-, gegen 24,4 v. H. in der Vorwoche.

Frankfurter Abendbörse still.

Frankfurt a. M., 18. Juli. Der Beschluß der Reichsregierung, das allgemeine Ve­rnon st rationsverbot w'.ederherzustellen. machte an der Abendbörse einen beruhigen­den Eindruck, wenngleich im Hinblick auf dis sonst unsichere innerpolitische Lage die Zu­rückhaltung be stehen blieb. Dom Pu­blikum fehlten nach wie vor jegliche Aufträge, so daß sich das geringe Geschäft nur innerhalb der Spekulation abwickelte. Gegen den Berliner Schluß lagen die Kurse im allgemeinen behauptet, nur Deutsche Erdöl bröckelten leicht ab. Im Verlaufe blieb es weiterhin still; die fest» Tendenz der Reuhorker Börse blieb ohne nen­nenswerten Einfluß.

/Deutsche Anleihen lagen bei sehr stillem Ge­schäft behauptet, und auch im übrigen waren keine Veränderungen von Belang festzu­stellen. Reubesihanleihe 5,13, Altbesitzanleihg 41,25, Reichsbcmk 123, Buderus 25,50, Gelsen­kirchen 31,25, Salzdetfurth 154, Rheinstahl 44,25, Stahlverein 13 bis 13,25, AGG. 23, Deutsche Erdöl 68, IG.-Farben 86,63 bis 86,75, Holzmann 31,25, Siemens 119, Südd. Zucker 105, Reichsbahn-VA. 74,50, Hapag 11,25, Rordd. Llohd 12,63.

Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 5 v. H, Lombardzinsfuß 6 v. H.

Frank,ut! u. 2)1.

Berlin

Franksurl a.M.

Berlin

Schluß- kurS

Schlußk. Abend- dürfe

Schluß« kurS

Schlußk. Mittag« börse

Schluß- kurS

Schluß!. Abend­börse

Schluß- kurS

Schlußk. Mlttag- börse

Datum

16 7.

18.7.

16.7.

18.7.

Datum

167.

18.7

16.7

187.

6% Deutsche Reichsameihe v. 192 ,

-

65

65

Hamvurg-Amertla Pale, . .

Hamburg-Südam. Dampfschiff

. b

12

11,25

11,75

11,5

7% Deutsche Reichsanlethe 6.1929

66

65

65.25

65,13

. 0

5'/e% Doung-Anleihe von 1930 .

63

63.5

63,5

63.9

Hansa Dampfschiff ....

. 0

Deutsche Anl.-Ablöl^Schuld mit

Norddeutscher Llohd ....

. 6

13

12,65

12,75

12,75

Auslos.-Rechten.......

42.4

41,25

5.13

42

41,13

5.05

QL®, für Verkehrswesen Alt.

27

26

25,5

Desgl. ohne Auslos.°Rechte . . .

5.4

5,4

Berliner Handelsgesellschaft .

8

90

89

90

90

8% Hess. Bolksstaat von 1929 (rückzahlb. 102%)......

Commerz, und Prtvat-Bank.

7

16

16

49,5

49,5

50

Darmstädter und Nationalban

8

18.5

18,5

18,5

18,5

Oberhessen Provinz-Anleihe mit

Deutsche Bank und

Auslos.-Rechten.....*.

40

40

-

DtSconto-Kesellschast. . .

6

30,25

30

Deutsche Komm. Sammelabl.

Dresdner Bank......

6

18 5

18,5

18,5

Anleihe Serie 1.....

38,5

39

38,6

38,25

Reichsbcmk........

12

124,25

123

124,4

123

8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse

15 unkündbar bis 1935 ....

63

69

A.E.®...........

. 7

23.25

23

23,13

23,25

7% Franks. Hyp^Bank Goldpse. unkündbar bis 1936 Serie 16 .

67,75

Bergmann........

Elektr. Lieferungsgesellschaft.

. 9 10

59

57,5

20.75

57.25

s'/r% Franks. Hyp^Bank Ltqu.»

Licht und KrasI......

10

71

68

67,75

Pfandbriefe.......

77,75

78

Felten & Guilleaume.... Gesellschaft für Elektrische

«'/-

36,75

*y.% Rheinische Hhp^Bank-Liau.

Goldpse...........

79,5

79,75

Unternehmungen ....

Rheinische Elektrizllät . . .

9

54,5

54

54,25

54.4

8% Pr. LandeSPsandbriesansialt,

. 9

62

-

62 5

Pfandbriefe R. 19......

es

63,5

68,5

es

Schustert & Co..... .

11

60,5

59,5

59,5

7% Pr. Landespsandbriefanstall,

Siemens & Halske .

14

119,25

119

120,5

119,4

Pfandbriefe R. 10 ... -

T*

Lahmeher L Co..

12

77

76

76

76,5

4% Oesterretchtsche Goldrente . .

10

Buderus.........

. 4

26

25,5

25,25

4,20% Oesterreichtsche Silberrente

1.05

Deutsche Erdöl......

66,25

68

b6,75

68,5

4% Ungarische Goldrente . . . .

5,75

5,75

5,7

Gelsenkirchener......

. 8

32

31,25

31,65

31,5

4% Ungarische Staalsrente 6.1910

6.75

6,75

6.6

Harvener.........

Hoesch Eisen........

Ilse Bergbau.......

Ilse Bergbau Genüsse . . .

. 1 >

49

48

48,5

48,25

4%% desgl. von 1913 . . .

5% abgcsi. Goldmexikaner von 99

5,25

5,75

24

23,75

4.75

4,75

4,55

10

4% Türkische Zollanleihe von 191]

3 25

3,5

3,13

34

-

91,5

4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe

Klockncrwerte.......

. 6

23

22

Serie l . .

3,2

3,3

3,13

3,3

Mannesmann-Röhren . . .

. 6

35,5

36,5

36.4

4% desgl. Serie II.......

3,2

3.3

3,4

Manefelder Bergbau ....

. 0

10,5

11

11

6% Rumän. vereinh. Rente v. 190!

4.75

4,1

Oberjchles. Kokswerke . . .

. 8

29,5

28

4^»%Rumän.verelnh.RenIev.l91g

7

7 25

7,5

7,4

Phönix Bergbau......

Rheinische Braunkohle». . .

414

15

14,25

*

14,65

4% Rumänische vereinh. Rente

3,5

3.65

3.55

3,5

10

169

166

166

e&% l. Anatolier ......

16

15,75

16,1

16

6

45,5

44,25

44,75

43,3

Jrannun <l2».

Berlin

Devisenmarkt Berlin Frankfurt <l 2N.

Schluß- kurS

Schlußk. Abmd« börse

Schluß- kurS

Schlußk. Mittag« dürfe

16.3uH

18.3n1l

Amtliche Dotierung

Geld | »riet

Amtliche Notierung

Geld | Aries

Datum

167.

18.7.

16.7.

18.7.

Helstngfor» . Wien. . . . Prag . . . Budapest . . Sofia . . . Holland . . Oslo. . . . Kopenhagen. Stockholm . London. . . Buenos Aires Neuyork . . Brüssel. . . Italien. . - Paris . . . Schweiß . . Spanien . . Danzig. . . Japan . . . Rio de Ian.. Jugoslawien. Lissabon . .

6,354 51,95

12,465

3,057 169,83

74,08 80,82

76,67 14,925

0,923 4,209

58,34 21,51

16,49 81,92

33,77 82,02

1,169 0,325 6,693

13,59

6,366

52,05

12,485

3,063

170,17

74,22 80,98

76,83

14,965 0,927

4,217

58,46

21,55

16,53

82,08

33,83

82,18

1,171

0,327 6,707

13,61

Banknoten

6,354 51,95

12,465

3,057 169,73

74,13 80,82 76,52

14,925 0,923 4,209 58,30 21,51

16.485 81,89 33,77 81,97 1,169 0,325 6.693

13,59

6,366 52,05

12,485

3,063 170,07

74,27 80,98

76,68

14.965 0,927 4,217 68,42 21,55

16,525 82,05 33,83 82,13 1,171 0,327

6,707

13,61

Riebest Montan......7,2

Bereinigte Stahlwerke .... 4

Otavi Minen......16'/,

Kaliwerke Aschersleben ... 10

Kaliwerke Westeregeln ... 10

Kaliwerke Salzdetfurth . . . 16

I. ®. Farben-Industrte... 12

Verein, chem. Industrie Frank-

13,75 9,9

87,5

96,5

156

87,9

132

17 31

24,5

31

36,25

t 4,13

34

29

28,25

20

10.75

305

47

172,5

1 17,5

j 1«

13,25

154

86,75

131

17

25

31.25

36

4,13

33,25

10,5

30

44^5

49

105

13,5

10,13

87 ,5

17,25 3»

33,75

28

87

10,75

46,65

7,25 172,75

| ,8d

13

10 25

86

96

153,75

86,5

16,65 30

25

31,25

52,25

33,25

28,5

27,9

20

80,25

10,75

30

21,25

45

176

18

105

Scheideanstält.......10

Goldschmidt...... . 0

Rütgerswerke ........ 5

Metallgesellschaft.......6

Philipp Holzmann ...... 8

Zementwerk Heidelberg. ... 7

Cementwerk Karlstadt. .... 7

Wayß & Freytag ...... 0

Schultheis Patzenhofer ... 15

Aku «Allgemeine Kunstseide) 0

Bcmberg......... 0

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Geld

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Noten.......

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80,64

14,885 16,445 169,36

21,48

73,95

2,49

76,35 81,71

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