Zentrum und ASÄAP. im Stellungskamps
dern die Uebergabe der
Wechsel in der Reichspressestelle
in
Major Marcks.
Amerika besteht aus der Kriegsschutdenzahtung
mit
Dementis der NSDAP.
zumVerantwortlich für Politik: I. V.: Ernst Blumschein.
der
Be-
gierungsgewalt in gefordert.
Neunzehn Jahre später ließ Napoleon den General Pichegru zur Nachtzeit ins Gefängnis werfen.
Dr. von Kaufmann.
Der neue Reichspreffechef.
Major Erich M a r ck s ist am 6. Juni 1891
Schöneberg, Kreis Teltow, geboren. Vor feinem Eintritt in das Feldartillerie-Regiment Nr. 76 in Freiburg (Breisgau) als Einjährig-Freiwilliger am 1. Oktober 1910 hat er zwei Jahre an der Universität Freiburg im Breisgau studiert. 1914 und 1915 war er beim Reserve-Feldartillerie-Regiment 17 als Abteilungs- und Regimentsadjutant. 1915 wunde er Oberleutnant und 1916 zum Generalstab kommandiert. Zum Major wurde er am 1. Dezember 1929
Washington, 16.Aug. (TLl.) Hohe Beamte des Schatzamtes erklärten, die Regierung der Bereinigten Staaten erwarte, daß die Schuldnerlänb'er die am 15. Dezember d. 3. fälligen Kriegsschuldenraten an Amerika bezahlen. Die Regierung der Bereinigten Staaten sei nicht in der Stimmung, weitere Anträge auf Zahlungsaufschub zu berücksichtigen. Sie erwarte daher, daß keine derartigen Anträge gestellt würden. Das Schatzamt lasse sich durch die große Stimmungsmache für eine Kriegsschulden- streichung nicht beeinflussen. Die amerikanische Regierung sei davon unterrichtet, daß f a st alle Schuldnerländer die nächste Jahreszahlung lei st en können. Sollte jedoch trotzdem eine Schuldnernation Zahlungs- erleichtervng beantragen, so würde der Antrag individuell geprüft werden. Durch eine solche Politik würde selbsttätig einer Einheitsfront von europäischen Schuldnern ein Hindernis entgegengesetzt.
Die hohen Beamten betonten, daß die arneri-
habe aus dem Munde des Reichskanzlers bereits erfahren, daß seine Bedingungen von vornherein schon durch den Reichspräsidenten abgelehnt wären. Damit habe für ihn um so weniger ein Anlaß zu diesem Besuch bestanden, als er sich ja nicht den Herren in Berlin irgendwie aufzudrängen versucht habe. Daß er dennoch zumReichspräsidenten kam, sei nur der dem Minister Frick seitens des Staatssekretärs der Reichskanzlei neuerdings übermittelten telephonischen Erklärung zuzuschreiben, daß ein solcher Beschluß des Reichspräsidenten noch nicht gefaßt sei. Weiter bejahte Hitler die Frage, daß er darauf verzichtet hätte, Hindenburg gegenüber seinen Standpunkt zu vertreten, den er dem verantwortlichen politischen Leiter bereits vorgetragen hätte.
preußischer Landtag am 25. August?
Berlin, 16. Aug. (CNB.) Wie wir von unterrichteter Seite hören, sind Bestrebungen im Gange, den Preußischen Landtag für Donnerstag, den 25. August, zusammenzuberufen. Landtagspräsident K e r r l soll auch bereits seine Zustimmung gegeben haben.
neuen Koalitionsbemühungen keine besonders günstige Prognose stellen. Was aber steht sonst noch im Hintergründe? Der Berliner SA.-Führer Graf H e l l d o r f sagt in einem Appell an seine Leute, daß in wenigen Wochen die Voraussetzungen zur Llebernahme der Macht gegeben sein würden. Es ist wohl nicht anzunehmen, baß diese Behauptung im Zusammenhang Koalitionserwägungen steht.
Hitler über feinen Besuch bei Hindenburg.
Essen, 16. Aug. (ERD.) 3n dem auszugsweise bereits wiedergegebenen 3 n t e r v i e w Hitleps für die „Rheinisch-Westfälische Zeitung" hatte zu Beginn der Unterredung ber Berichterstatter die Frage aufgeworfen: „3st es richtig, daß Sie auf Grund der Unterredung mit Reichskanzler v. Papen nicht zum Reichspräsidenten gehen wollten? Warum ließen Sie sich dann doch bewegen, der Bitte Hindenburgs nachzukommen?"
Auf diese Frage erklärte Hitler u. a., er
den sind. Für Kriegsanleihestücke im Gesamtbetrag von lediglich 48 Mill. Pfund (2,3 v. H.) ist um Bar- vergütuna bis zum 1. Dezember ds. Js. nachgesucht worden, für die übrigen 9,1 v. S). waren bis zum'
Eine jugendliche Polarforscherin.
Eine Russin, 3rina Rusinowa, die mit ihren 30 3ahren bereits ein „Veteran" in der Arktis ist, will als einzige Frau unter 65 Männern an einer gefährlichen Polarexpedition teilnehmen, um eine nördliche Fahrstraße von Archangel nach Wladiwostok zu suchen. Die Expedition, die demnächst Archangelsk an Bord des russischen Eisbrechers „Sibiriakow" mit 35 Mann Bemannung und 30 Gelehrten verläßt, hofft, eine Rord-Ost- Passage vom Atlantischen zum Stillen Ozean zu finden. Dieser Weg ist schon dreimal zurückgelegt worden — hat aber jedesmal 2 bis 3 3ahre in Anspruch genommen. Run soll er in einem 3ahre bewältigt werden. 3rina Rusinowa ist übrigens die erste Frau, die drahtlos geheiratet hat. Mit 21 3ahren war sie als einziges weibliches Wesen unter den neun Männern auf der Polar-Station von Rova Semlja. Mitten im arktischen Winter verlobte sie sich mit einem der Gelehrten Alexander Zakharevsky. Auf einer 3n- sel, Hunderte von Meilen entfernt von jedem Standesamt, sollten sie nun nach dem Sowjet- geseh verheiratet werden. Sie setzten sich in Verbindung mit der Radiostation in Archangelsk, damit die Ehezeremonie vom dortigen „Heiratsbüro" vorgenommen würde. Die nötigen Fragen wurden also gefunkt — und auf demselben Wege wurde dem Paare mitgeteilt, daß die Che gültig vollzogen war. Leider hat diese Heirat wenige 3ahre später mit einer Scheidung geendet. 3hre erste Erfahrung in der Erforschung der Arktis hat 3rina Rusinowa schon mit 20 3ahren gemacht. Sie lebte damals ganz allein auf Rovaja Scmlja, um metereologische Beobachtungen aufzunehmen. Es kam oft vor, daß sie ihre Hütte uur auf allen Bieren kriechend verlassen konnte. Aber wie furchtbar die Stürme auch wüteten, sre hat ihre meterologischen Beobachtungen in bestimmten Zeiträumen niemals versäumt. „Oftmals bin ich," erzählt sie nach ihrer Rückkehr, „stundenlang wie blind um meine Hütte umher- aetappt, ohne sie erreichen zu können: oder ich lag stundenlang im Schnee, um das Rachlassen des Sturmes abzuwarten. Meine Beobachtungen muhte ich auf Holzbrettern verzeichnen, denn Papier wäre mir vom Sturm aus der Hand gerissen worden. Gesicht und Hände waren mir erfroren."
Kadettdonapar le will hoch hinaus
Don Peter Peppermint.
„Da ist er ja!"
„Wo denn nur?"
„Voilä — unter dem Ballon! Jetzt legt er die Hand an die Gondel!"
„Ihr Kadetten dürft nicht so drängen! Wir lassen euch ja doch vortreten, denn wir können über euch hinwegfehen."
„Pardon, Monsieur — aber uns interessiert Fran- xois Blancharb besonders!"
„Ah — jetzt kommt der Engländer! Der Passagier, der mitfliegen will!"
„Oh lala, Kadett, treten Sie wieder von meinem Fuß herunter! Mein Hühnerauge möchte aus was sehen!"
„Vive Blanchard!"
Und Tausende schrien am 26. Juli 1785 mit, weil sie stolz auf ihren Landsmann Blanchard waren, der seinen verbesserten Luftballon bei Paris oor- sühren wollte.
Ein ganzes Dutzend Kadetten der Kriegsschule hatte sich bis an die Absperrung vorgedrängt.
„Die Bürschchen nehmen keine Rücksicht —"
„Sprechen Sie nicht von Bürschchen, Monsieur. Die jungen Herren haben die Pflicht, sich um die Luftschiffahrt zu kümmern — man kann nicht wissen, wozu das gut ist und was daraus mal werden wird!"
„Sie find Fortschrittler, Monsieur?"
„Das will nichts sagen — aber sehen Sie dort diesen schmächtigen, blassen Jungen unter den Kadetten?"
„Seine Augen hängen an der gelben Kugel — sie glänzen fieberhaft —"
„Ein solcher Jüngling ist vielleicht zum Offizier zu schwächlich. Er wird im Krieg versagen."
Der, über den man sprach, wurde von seinen Kameraden gehänselt.
„Du siehst gerade aus, Bonaparte, als wolltest du mit der Gondel in den Himmel fliegen!"
„Kamerad Napoleon hält nicht ruhig in der Gondel — der fällt bald über Bord!"
„Laßt mich, Kameraden! Gäb was darum mitfliegen zu können!"
„Sag's doch Monsieur Blanchard, Napoleon'"
„Nutzt nichts. Kostet Geld. Der Engländer hat zweihundert Livres zahlen müssen, um mitfliegen zu dürfen."
sprechen nicht gehalten, ist unwahr. Ebenso unwahr ist die bereits wiederholt zurückgewiesene Behauptung, der Führer der NSDAP, habe bei den Regierungsverhandlungen in Berlin nicht nur die Führung der Reichsregierung, son- gesamten Re- vollem Umfange
„Haha, das Geld hast du allerdings nicht."
Ein Weiterer hinter ihm hatte zugehört. „Sie hätten Mut? Wie alt find Sie, wenn ich fragen darf?"
M wurde geboren, als mein Vaterland starb, Monsieur. Tränen der Verzweiflung, Wehklagen der Unterdrückten umgaben meine Wiege in der Stunde meiner Geburt!"
„Aha, ein junger Patriot!"
Wieder schrien tausend Kehlen: „Vive Blanchard!“
Die Kadetten lärmten am lautesten.
Der junge Napoleon Bonaparte aber schwieg. Erst nach langer Pause sagte er zum Nachbar: „Pierre, ich habe nur. sieben Livres in der Tasche. Wollte, ich hätte 200!"
„Um den Rotkopf von Engländer auszustechen? Laß dich doch als Ballast mitnehmen!"
„Dazu ist er zu leicht!"
„Hört auf mit eurem Geschwätz, Kameraden! Ich will nun einmal gern mit nach da oben fahren!"
„Er will überall höher hinaus!"
Das Gesumme der Menge verstummte fast plötzlich. Denn der Engländer, der neben Blanchard stand, deutete auf die Wolken, die langsam aufgezogen waren.
„Was gibt es? Was ist?"
„Dh lala, er will nicht! Er hat Angst! Er hat gedacht, Fahrten in den Himmel finden stets bei Sonnenschein statt!"
Blanchard hatte dem Engländer inzwischen versichert, daß man durch die Wolken durchstoßen werde.
„Ich mache das nicht mit. Ich will die 200 Livres zurück."
„Sind bezahlt, Sir. Laut Abmachung werden sie nicht Aurüderftattet."
„All right — aber wenn sich ein anderer findet, der mitfahren will?"
Blanchard beauftragte einen seiner Leute, diese Möglichkeit zu erkunden. Durch einen großen Trichter schallte es über den Platz:
„Sir Chesterton stellt seinen Platz im Korb zur Verfügung. Wer will mitfahren?"
„Ich!"
Der kleine schmächtige Kadett aus Korsika hatte das gerufen. Da kam er auch schon über den Platz und sprang in die Gondel.
Staunen und Gelächter ging durch die Menge.
„Ich sehe, Sie sind Eleve an der Kriegsschule " „Zu Befehl, Str Chesterton!"
31. Juli noch keine Konvertierungsgesuche clngelou« fen. Da feit dem 31. Juli noch weitere Konvertierungen durchgeführt werden und außerdem noch verzögerte Gesuche aus dem Auslande ausstehen, wird mit einem Gesamterfolg der Konvertierung von über 90 v. H. gerechnet. Die jährliche Ersparnis für den englischen Haushalt beläuft sich auf rund 22 Milionen Pfund.
Die englische Presse betont den überwältigenden und unerwarteten Erfolg der Konvertierungsrnaßnahmen Neville Chamberlains, der selbst die Finanzierungssachverständi- gen der Londoner City überrascht habe. Der englische Schatzkanzler hat von Ottawa aus eine Erklärung über den Erfolg der Konvertierung abgegeben, in der es u. a. heißt: Das Ergebnis übertrifft alle Erwartungen. Es rechtfertigt mehr als genug das Vertrauen in den gefunden Menschenverstand und die Vaterlandsliebe des englischen Volkes. Ein weiterer Schritt zur Neubelebung des Unternehmungsgeistes und der Wohlfahrt ist getan, und ein derartig mitreißender Erfolg wird die ganze Welt ermutigen.
München, 16. Aug. (TU.) Die Pressestelle Reichsleitung der NSDAP, teilt mit: „Die hauptung, Adolf Hitler habe ein Versprechen abgegeben, die Regierung von Papen nach den Wahlen zu tolerieren und nun dieses Ver-
kanische Regierung sich schadlos halten würde, falls irgendein Schuldner seine Verpflichtungen nicht erfüllen sollte. Zum Schluß ihrer Ausführungen wiesen sie erneut auf die Haltung im Kongreß hinsichtlich der Schuldenfrage und auf die Tatsache hin, daß ein AusfaU der Schuldenraten den Haushalt der Vereinigten Staaten über den Haufen werfen würde.
88/6 v. H. der englischen Kriegsanleihe bereits konvertiert.
London, 16. Aug. (TU.) In einer amtlichen Verlautbarung teilt das englische Schatzamt mit, daß von insgesamt 2080 Mill. Pfund an ausstehender 8prozentiger Kriegsanleihe bis zum 31. Juli 1850 Mill. Pfund (88,6 v. H.) in 3jprozentige Anleihe konvertiert wor-
befördert. Bis Ende des Krieges war er mit nur wenigen Unterbrechungen im Generalstab tätig. Er ist zweimal schwer verwundet worden, einmal im Jahre 1914 durch ein Jnfanteriegeschoß im Gesicht und einmal 1916 (Gasvergiftung) in der Somme- Schlacht. Nach dem Kriege wurde er 1920 ins Reichswehrministerium versetzt, ist dann von 1925 bis 1929 zuerst als Generalstabsoffizier bei der 3. Division und bann als Batteriechef beim Artillerieregiment 3 in Sprottau tätig gewesen. Seit dem l.Juli 1929 war er wieder im Reichswehrministerium Leiter der Pressestelle.
Aus aller Welt.
Deutscher Obstbautag 1932.
Der Reichsverband des deutschen Gartenbaues e. D., Berlin, die Landwirtschaftskammer für die Rheinprovinz und der Verband der Obst- und Gartenbauvereine im Bezirk der Landwirtfchafts- kammer für die Rheinprovinz, Bonn, hält den alle zwei 3ahre stattfindenden Obstbautag am 4. September d. 3. in Bad Reuenahr ab. Reben der Behandlung der wichtigsten wirtschaftspolitischen Fragen des Obstbaues kommen fachliche Fragen zur Erörterung, die für jeden Obstzüchter von Wert find. Landwirtschaftskammerrat Wagner, Bonn, wird in seinem Vortrage „Der rheinische Obstbau am Scheidewege" Fragen erörtern, die über das Rheinland hinaus den deutschen Obstbau entscheidend beeinflussen. Auch der Vortrag des Leiters der Abteilung für technische Betriebsmittel beim Reichsverband des deutschen Gartenbaues, Dipl.- Gartenbauinspektor Demnig, über „die wirtschaftliche Bedeutung der Obsteinlageruna unter Berücksichtigung billiger Bauweisen" hat im Sinne der Maßnahmen zur erfolgreichen Abwehr der ausländischen Konkurrenz und zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit der Obstbaubetriebe erhöhte Bedeutung für jeden Obstzüchter. Die Tagung wird eingeleitet durch einen Begrüßungs- abend im Kurhaus und abgeschlossen mit einer Besichtigungsfahrt durch rheinische Obstbaugebiete und die Eifel.
Gewaltsamer Grenzüberlritt von Schmugglern vereitelt.
3n der vergangenen Rächt versperrten ander deutsch-belgischen Grenze Zollbeamte 100 Schmugglern den Weg zum deutschen Reichsgebiet. Um gewaltsame Liebertritte dieser Gruppen zu verhindern, wurden verschiedene Schreckschüsse abgegeben. Da aber die Schmuggler durch ein Signal zum Vormarsch aufforderten, mußte scharf geschossen werden, wodurch zwei Schmuggler verwundet worden sind. Die Situation für die Zollbeamten wurde immer bedrohlicher, so daß ein Lleberfallkommando herbeigerufen werden mußte, mit dessen Hilfe die Banden zum Teil unter Zurücklassung des Schmuggelgutes zurückgedrängt wurden.
Glanzleistung eines Flugzeugführers.
Auf dem Zentralflughafen Tempelhof bei Berlin landete dieser Tage das Flugzeug „C. H. 166" einer schweizerischen Firma, das kurz nach dem Start in Leipzig das rechte Rad verlor en hatte. Der Vorfall war vom Flugplatz Halle-Leipzig aus bemerkt und nach Berlin berichtet worden. Durch Funkspruch wurde dem Flugzeugführer, dem schweizerischen Flugkapitän Ackermann, von dem Verlust des Rades Mitteilung gemacht. Mit großer Besorgnis beobachtete man in Tempelhof das Landungsmanöver. Mit feiner glatten Landung vollbrachte aber der Pilot eine f li e g e r i s che Gkanzle i st u n g. Er setzte die Maschine leicht nach links geneigt so glücklich auf, daß sie völlig unversehrt blieb. An Bord befanden sich insgesamt neun Personen.
Don unserer Berliner Redaktion.
Daß die Machtfrage im Reich und in Preußen durch die Vorgänge des letzten Samstag endgültig entschieden worden sei, wäre eine voreilige Behauptung. Fraglos hat das Zentrum nach dieser Entwicklung der Dinge seine frühere Schlüsselstellung in erheblichem Ausmaß zu- rückgewonnen. Daß cs seine Position auszuweiten und nach Möglichkeit auszunutzen bestrebt ist. Zeigt sich in einem Vorstoß eines süddeutschen Zentrumsblattes, dem wegen seiner besonderen Beziehungen erhöhte Bedeutung beigemessen werden muh. Der Vorstoß geht aus von dem „Deutschen Volksblatt" in Stuttgart und dürfte nicht ohne Fühlungnahme mit dem württem bergischen Ministerpräsidenten Dr. Bolz erfolgt fein. Herr B o l z ist nicht nur vom Zentrum mit den jüngsten wichtigen Verhandlungen beim Reichskanzler beauftragt gewesen, er ist auch schon verschiedentlich als ber" aussichtsreichste Anwärter für die Stellung des Partei Vorsitzenden genannt worden. Den Auffassungen des ihm nahestehenden Blattes wird man also unter diesen Umständen geradezu parteiamtlichen Charakter beimessen müssen. Der Gedanke der Koalitionsbildung ist demnach noch keineswegs aufgegeben. Im Gegenteil: er soll mit verstärkter Energie verfolgt werben. Im Hinblick auf bie geplanten Verhandlungen in Preußen wirb gesagt: „Man sollte alles aufbieten, um diese Verhandlungen positiv zu gestalten." Die Schwierigkeiten auf dem Wege zu einer Einigung mit den Nationalsozialisten werden zwar in ihrem ganzen Gewicht gewürdigt. Aber auf ber andern Seite will bas Zentrum bie Gefahr schwerster Verwicklungen für ben Fall erblicken, daß eine Koalition nicht zustanbe gebracht werden kann.
Der taktische Weg zu dem hier gewiesenen Ziel ist natürlich in ber Richtung über Preußen gewiesen. Hier muß ber Ministerpräsibent vom Parlament gewählt werben. Man wird aber aerobe in Preußen nicht übersehen bürfen, daß ber Regierungschef gegenüber seinen Ministerkollegen viel stärker ist, als ber Kanzler bes Reiches. Er kann die Ressortchefs nach seinem Willen ernennen und entlassen, während der Kanzler gegenüber dem Reichspräsidenten nur ein Vorschlagsrecht hat. Kann man sich aber eine Einigung mit ben Nationalsozialisten vorstellen, bei benen diese auf ben Posten bes Ministerpräsibenten verzichten würden? Die Forderungen, die Herr Hitler dem Reichskanzler gegenüber ausgesprochen hat, machen es deutlich, daß ber n a t i o n a l s o z i a l i st i s ch e Führer an eine Teilung ber Macht nicht denkt.
Das Problem hat aber noch eine andere Seite. Cs ist allseits begrüßt worden, daß durch die Ereignisse des 20. 3uli dem Dualismus zwischen dem Reich und Preußen ein Ende bereitet wurde. Eine Koalitionsregierung inPreuhen neben einer Präsidial- Regierung im Reich würde die früheren Reibungsflächen wieder her st eilen. Run ist ja allerdings eine Einigung in Preußen als der erste Schritt auf dem Wege zu einer g l e i ch g e a r t e t e n parlamentarischen Regierung im Reich gedacht. Von der parlamentarischen Grundlage aus ist aber eine dauernde Beseitigung des Zwitterzustandes nicht zu erwarten, der schon 13 3ahre lang die Regierungspolitik entscheidend gelähmt hat. 3edes Parlament kommt sich ja selbst besonders wichtig vor und verfolgt seine eigenen 3nterefsen.
Wenn man all diese Schwierigkeiten in ihrer Gesamtheit ins Auge faßt, so kann man den
„All right — Sie sollen für bie Hälfte bes Preises fahren. Zahlen Sie 100 Livres!"
Der Kabett wurde blaß unb bescheiben.
„Ich habe nur sieben Livres."
„O no, bas geht nicht."
„Wir legen zusammen", riefen bie drei Kadetten, bie hinter Napoleon hergerannt waren.
Man sammelte. Auch ber eine ober anbere Erwachsene steuerte eine Kleinigkeit zu. 52 Livres tarnen zusammen.
„I see — Sie wollen durchaus fliegen?" fragte ber Englänber.
„Es ift meine größte Sehnsucht, an ben Himmel heranzufliegen."
„All right — fahren Sie für bas Gelb, was oor- hanben ist!"
Blancharb war einoerftanben. Er gab einigen Trompetern einen Wink. Eine Fanfare schmetterte über ben Platz.
„Halten Sie ein! Was ist bas?"
Die Trompeten brachen ab. Vier Offiziere gingen auf bie Gondel zu.
„Das ist ein Skanbal", sagte ber Oberst. „Kabett Bonaparte, steigen Sie aus ber Gonbel! Sie haben sich gegen bas Kriegsgesetz vergangen —"
Bonaparte folgte dem Befehl.
„Sie nehmen hier in Uniform an einer Zirkusvorstellung teil. Schämen Sie sich nicht? — Der Kabett Bonaparte geht drei Tage in Arrest!"
„Zu Befehl, Oberst Pichegru!"
Der Englänber trat dazwischen. „Ich verliere mein Gelb, Oberst!"
„Das interessiert uns nicht."
„Sir Chesterton!" rief Blanchard. „Steigen Sie ein! Die Wolken ziehen nach Norden. Ich garantiere Ihnen doch eine einwandfreie Fahrt laut Abmachung."
„well — bann werbe ich bas tun." Unb Chesterton bestieg bie Gonbel.
Zwei Minuten später gab Blancharb bas Kommando: „En haut! Los!"
Der Ballon schwebte über einer tausendköpfigen Menge.
„Mister Blanchard, das war ein fixer Junge!"
„Ein Korse von Geburt unb Charakter, Monsieur Chesterton, — er wirb es weit bringen, wenn bie Umftänbe ihm günstig finb! — Schauen Sie aber lieber herunter auf bas herrliche Paris!"
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Wie die Landes! morgen mitteilt, ist marfung von Obe Hafer angezu nimmt, geschah die tjven (es handelt vor einigen Wochen kommunistischer Sei folgte. D. Red.), wird im Laufe des l Hund die Suche nach
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