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17.8.1932 Erstes Blatt
 
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Ur. 192 Zweiter Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberhessen) Mittwoch, 17. August 1952

Aus dem Reiche -er Frau

Tägliche Erholung ist für die Hausfrau un­bedingt erforderlich. Eine halbe Stunde nach dem Essen sich hinlegen, bringt die ge­spannten Nerven zum Abschwingen. Während dieser Zeit muh allerdings wirkliche Ruhe herr­schen. Auch für die Hausfrau ist ein Wochenend nötig: der Sonntag muh möglichst von Arbeit entlastet sein. Das zweite Erfordernis ist der jährliche Urlaub. Wie jeder Berufstätige, sollte die Hausfrau einmal im Jahr ihren Urlaub ha­ben, frei von den ständigen Haushaltssorgen. Mit Unterstützung einer Verwandten, einer Freundin läht sich ost ein Haushalt über diese Zeit ver­sorgen.

rüberspringen ging nicht. Bei einem anderen Doch wieder nur ein schmaler Dalken als Ueber- gang, so dah man richtig jonglieren muhte. 2ch war immer in Sorge, wie die Doys mit ihrer Hängematte rüberkämen. Aber das ist eben ihr Element. Sie gi'.gcn ganz frei und sicher hinüber, während ich .nid) an jeden Ast anklammern muhte. Klaus sah sehr stolz in seiner Hänge­matte. ab und zu sah ich sein rotes Hütchen und sein rosiges Gesichtet austauchen. Er sah. als wäre es eine Selbstverständlichkeit, dah die schenzis ihn den bwana ndogo, den kleinen Herrn trügen.

Als wir um die Ecke von Werners bogen, sahen wir eine bexbody stehen, und schon däm­merte uns die Ahnung, als ob uns Herr Möhn abholen könnte. Tatsächlich sahen wir ihn und seine Frau, die gleich mit uns loswollten. Aber das liehen Werners nicht zu. Wir muhten erst frühstücken, und wir liehen uns auch nicht lange nötigen. Dann konnten wir gleich noch etwas Praktisches kennen lernen, nämlich Mettwurst in Holzasche zu konservieren. Unsere Wurst war stets schon nach einigen Wochen ungenießbar, weil bei der grohen Hitze alles Fett heraus- gelaufen war. so dah sic trocken und geschmacklos wurde. Herr Werner schnitt eine auf seine Me­thode aufbewahrte Wurst an und sie schmeckte so herrlich, dah wir es nachnahen wollen.

Wir haben uns neulich eine Fliegcr-Dcnzin- tonne von Wbeya mitbringen lassen, die beZommt man da ganz billig. Rudi hat sie durchgeschnitten, und nun. nachdem wir sie gründlich vom Rost reinigen liehen, haben wir einen feinen Wasch­kessel. Ich hatte immer solche Rot mit der Wäschekocherei. Run ist es ideal.

Möhn hat im gleichen Jahre wie wir ange­fangen nur drei Monate später. Aber dies Dierteljahr macht, dah er ein Zahr später Ernte hat als wir: denn er konnte nicht alles so vor- bereiten dazu war bis zum Auspflanzen der jungen Kasfeebäume die Zeit zu kurz. Auher- dem versäumte er viel Zeit, indem er Frau und Sohn abholen muhte. So kam er erst zum Pflanzen als es eigentlich schon zu spat war. Da merkt man halt doch den Unterschied. Sonst ist er uns bei allerdings größerem Geld­verbrauch in vielem voraus. So hat er schon die Ziegel für sein Steinhaus fertig, efenfo alles Holz Wellblech und alles fonstige 'Bau­material. Außerdem hat er em Rauchhaus und eine Menge südafrikanischer Edelobstbäume.

Run das ist uns zunächst nicht das wichtigste, wenn es auch schön ist. Wir werden schon im

Kindergesellschasi im Zeichen der Milch.

Don Erna Horn.

Schon die Kleinen geben gerne eine lustige Gesell­schaft. wenn die Mutter so lieb ist. es zu erlauben; wie die Alten sungen. so zwitschern die Jungen.

Natürlich wird die Einladung dann auch für Die kleinen Gäste zurecht gemacht und auf deren Fähig­keiten im Aufnehmen der vorgesetzten ---peisen be- rechnet. In erster Linie kommt dazu natürlich Milch in Betracht. Sie ist gesund, beschwert richtig genossen die kleinen Magen nicht und ist preiswert, eine Tatsache, die heute durchaus nicht zu unterschätzen ist.

Blumen, die sich selbst gießen Gier, die beim Kochen nicht platzen können kinderleichtes Schneiden von Glasentschmacklichtes" Ein- nehmen von Medizinen Milch, die nicht über­laufen kann. das alles und vieles mehr sah und lernte manm einer kurios lehrhaften Aus­stellung, die kürzlich von einem Frauenblatt in Berlin veranstaltet wurde und den selbstwirt­schaftenden Junggesellen und die Beherrscherin des Haushalts mit einer Kollektion verblüffender und dabei ganz einfacher Kniffe, mit denen sich das Leben erleichtern läßt, bekannt machte. Das Daseitt ist heute schwierig genug zu bewältigen. Warum sollte man sich da nicht sagen lassen, auf welch» Weise zum Beispiel Fliegen unter Garan­tie von der Küche femjußaltcn sind. Man gibt eine Menge Kraft her, nur weil es alle möglichen kleinen Tücken des täglichen Lebens gibt, über die man sich zu ärgern hat. Meist sind diese Tüden, wie man auf der lustig instruktiven Schau erfährt, durch Tricks, die jedes Kind handhaben kann, aus der Welt zu schaffen. Wenn wir heute schon nicht auf Rosen gebettet sind, warum sollen wir dann unsere kurzen Tage nicht dort, wo es möglich ist, und sei es nur, wie in diesem Fall, in der Küche und im Haushalt, etwas verdau­licher machen!

Was lernen wir alles in dieser Ausstellung der1000 Tricks" ? Es können nicht alle tausend geschildert werden, aber schon die folgende Aus­wahl wird die Leserin, auch den Leser, den be­wußten kleinen Tücken des täglichen Lebens ge­genüber zum routinierten Hinweg-Zauberer machen. Man sehe sich die Brille auf und lese:

Eier kommen in geplatztem Zustand auf den Tisch: der Hausherr runzelt die Stirn, die Haus­frau wäscht die Hände in Unschuld.Höhere Ge­walt", sagt sie. Sie irrt. Ein winziger Trick leistet Wunderdienste man durchsteche das Ci vor dem Kochen mit einer feinen Radel. Platzen ausgeschlossen. Was sagt die geehrte Leserin nun?

Salz wird im Streuer mit Borliebe feucht. Man kann es ihm ein für allemal austreiben. Das Mittel? Ein paar Reiskörner zwischen das Salz gemischt! Sie saugen die Feuchtigkeit in sich ein. Einer Hausse in Salzstreuern steht nun nichts mehr im Wege.

Die Dorsten der Kleiderbürste sind weich geworden. Anderes mag mit ihrer Hilfe noch zu entfernen sein, Staub nicht. Wegwerfen? Mitnichten. In eine Mischung, halb aus Wasser, halb aus Milch gelegt - und die Dürste ist wieder auf der Höhe.

Zimmerpflanzen machen schwere Sorgen, wenn wir verreisen. Zur Rachbarin tragen? 3n

wasser bieten. Eine wesentliche Erleichterung hat die Schönheitspslege der Hausfrau durch den be­quemen, auch gesundheitlich begrüßenswerten Bubikopf erfahren. Empfindliche Kopfnerven haben unter dem Druck allzu reichlichen Haares und namentlich von Haarnadeln gelitten. Die Pflege der Kopshaut und des Haares ist viel leichter und zweckmäßiger bei kurzem Haar durch­zuführen.

Auch Leibesübungen sollten von der Frau, die keinen Sport treibt, regelmäßig durch- gesührt werden, morgens oder abends. Sie er­halten jung und elastisch und wirken einer Nei­gung zur Fülle entgegen. Um schlank zu bleiben, ist freilich die geeignete Kost immer die erste un- unumgängliche Boraussehung.

Tausend Tricks für den Haushalt

Aus einer lehrreichen Ausstellung. Zur Nachahmung empfohlen.

Landpartie in Oeutsch-Ost.

Aus -en Briefen einer deutsch en Pflanzer dfrau Don Erika Lange.

Sowchira P. O. Mbozi, im Sommer 1932.

Wir sind nun unversehens in die Trodenzeit und damit in die kalte Zeit gekommen. Morgens und abends ist es oft schon empfindlich kalt, jedenfalls finden wir Sommerverwöhnten das Io. An sich sind 16 Grad Morgentemperatur ja keine fälle, aber b:r Wind ist so eisig. Morgens und aoends lassen wir uns immer em Becken mit Glut bringen.

Der Regen ist nun anscheinend endgültig aus 1350 Millimeter genügen ja auch. Aber mit einem Schlage ist alles wieder trocken. Wenn ich jetzt noch im Garten pflanzen will, muß ich sofort gießen lassen und dann wohl regelmäßig jeden zweiten Tag. Andererseits sind wir über die Trockenzeit ganz froh, es wurde zu feucht und mu tig im Haus und in den Koffern. Nun kann wieder alles schön lüften.

Am Sonntag haben wir uns endlich mal zu einem kleinen Ausflug aufgerafft. Wir be­schlossen. zu Möhns zu gehen, die eine Stunde von uns entfernt wohnen. Eigentlich ist das für unsere Verhältnisse ja kaum eine Entfernung, aber in der Regenzeit ist ein Besuch doch nicht mög­lich. Da ist das Gras derartig naß, daß man wie eine gebadete Katze ankommen würde. Das konnten und mochten wir mit dem Kleinen nicht riskieren. Deshalb warteten wir bis zur Trocken­zeit mit unterem Besuch.

Zu Möhns führt nur ein schmaler Negerpfad, mit der Kinderkarre durchzukommen ist unmog- [ ch. Ich hatte deshalb für den Kleinen eine Decke genäht und eine Art Hängematte daraus gemacht. Wir banden die Decke an zwei lange Stangen, und vorn und hinten mußte ein Boy tragen. Rudi prophezeite mir Unheil und steckte zur Dorsicht einige Bindfäden ein. Wie recht er hatte! Schon nach wenigen hundert Meter riß das erste Band und etwas später das zweite. Mir wurde schon recht ungemütlich, wenn das so weiter gehen würde! Aber es machte sich schließ­lich doch besser, als wir gedacht hatten, und wir kamen wohlbehalten bei Werners, bei denen wir vorbeimußten, an. Aber, ich kann euch sagen ein Weg! Das Gras schlug mannshoch über uns zusammen. Rudi mußte mir immer wieder den Weg bahnen. Dann ein Dach ohne Brücke! Da mußten wir erst Schuhe und Strümpfe ausziehen,

Pension geben? Unnötige Komplikationen! Un­sere Blumentöpfe gießen sich fortan selbst! Man hat nur folgendes zu tun: ein wassergefülltes Gefäß etwas erhöht aufstellen, einen Daumwoll­streifen von 4 Zentimeter Dreite und einem Diertcl Meter Länge mit dem einen Ende ins Wasser fauchen, das andere Ende in die Erde eingraben, daö Ganze dann seinem Schicksal über­lassen. Die Erde saugt das Wasser nach und nach in den Blumentopf hinunter. Man kann sich auf diese kleine botanische Selbstversorgung ruhig verlassen. Und vergnügt an die Riviera fahren.

3n Glas soll ein Loch gebohrt werden. Eine Unmöglichkeit? Durchaus nicht. Aus die betref­fend. Stelle wird ein Tropfen Terpentinöl ge­tan. Dann wird ein Stahlbohrer in die Hand genommen. Man bohrt. Und das Glas scheint in Holz verwandelt zu sein.

Erdflöhe bedrohen die Zimmerpflanzen. Was tun? Nicht verzweifeln. Man opfert ein paar Streichhölzer. Den Kopf nach unten, so werden sie in die Erde gesteckt. Kein Crdsloh wird sich fürderhin zu zeigen wagen.

Die tickende LI hr auf dem Nachttisch stört den Kranken. Man könnte sie ja wegstellen; aber dann weiß der Patient nicht, wo er sich in der Zeitrechnung befindet. Biel zweckmäßigeres Mit­tel: über die Uhr ein Glas gestülpt! Ein Wasser-, ein Einmachglas, je nach der Größe. Geniale Er­findung. nicht wahr?

Medizi neinnehmen stört den Kranken ebenfalls in der Gemütlichkeit. Rizinusöl? Eher will er... Moment mal, Herr Patient! Kauen Sie dochvorher" eine kleine Portion Apfel­sinenschalen; und dann schlucken Sie das Un- schluckbare. Run? Eine Delikatesse glauben Sie geschluckt zu haben? Ra sehen Sie!

Die M i lch . . . kurz, die Hausfrau sagt sich: gegen Milchüberkochen kämpfen Götter selbst ver­gebens. Aberglaube! Man versuche es so: innen an den Topfrand Butter gestrichen! Eine Kleinig- feit genügt. Und fortan wird Milchüberkochen zu den Unzulänglichkeiten des Mittelalters gehören.

Beim Kochen ist Eigel b übriggeblieben. Das Weiß hat sich selbständig gemacht und in Schaum aufgelöst. Höchste Gefahr für das Gelb. Es liebt einzutrocknen. Die Hausfrau macht schwere Stun­den durch. Run. sie brauchte es gar nicht! Sie gehe an die Leitung und setze das Eigelb unten Wasser. So bleibt es frisch, legt auf Eintrocknen keinen Wert mehr. Das Eigelb des Kolumbus, denken Sie, nicht wahr?

Die Spargelkonservenbüchse soll ge­öffnet werden: einer unserer Angstkomplexe. Wird der Dosenöffner die Spitzen beschädigen? Er wird!

Herbst auch Augen bekommen, um wenigstens unsere Zitronen und Pfirsiche zu veredeln. Die Bäume haben sich ja prächtig gemacht. Eben habe ich auch nochmal den Spargel gehackt. Der ha? sich auch zu meiner Zufriedenheit ent­wickelt. ebenso der Rhabarber, so daß wir übers Iahr schon wieder etwas weiter sein werden. Rudi ist. wie immer, viel draußen. Er läßt vor allein jetzt den neuen Kaffee freihacken, damit er nicht im Grase erstickt. Er ist schon gewachsen und guckt schon aus der Farnkrautüberdachung her­aus. Hofsentlich hält er die Trockenheit schön durch! Wir beneiden immer unsere Rachbarn Ackers um ihre Ochsen und den Pflug. Wenn man das nötige Geld mal dazu hätte, die An­schaffung würde sich bald lohnen-

Hier sind manche Pflanzer auf dem Standpunkt angelangt, daß sie nichts mehr für Anschaffun­gen tun. Private und Tanganhika-Gesellschafts- Gelder sind restlos verbraucht, und neues ist kaum zu erhoffen. So sehen sie, daß es gerade zum Leben reicht. Es herrscht hier also ziem­liche Hoffnungslosigkeit. Aber wenn uns mal der Mut sinken will, so sage ich: Ach was. ver­hungert ist noch niemand hier, so werden wir auch schon durchkommen.

Die Reger fangen so ganz, ganz allmählich an, zu begreifen, daß wir wirklich alle arm sind. Bisher glaubten sie es einfach nicht. Cs ist ja auch wirklich schwer, ihnen das klar zu machen. Wenn man sagt, ich bin arm. so gehen sie auf die Wäscheleine zu. wo das Kleinste schon dafür sorgt, daß täglich etwas hängt. Und da zählen sie: 15, 16 Lappen, ja. das kommt ihnen wie großer Reichtum vor. wo sie doch nur einen oder, wenn sic schon etwas kultivierter sind, zwei bis drei haben ...

Kein noch so vorsichtige- Oessnen hilft. Etwa- an­deres hingegen hilft. Seien Sie auf ein schwie­riges Experiment gefaßt: machen Eie bei Spar­gelkonserven einmal eine Ausnahme und offnen Sie sie auf der Bodenseite!

Lausmasche n laufen, nein: rasen den Sei­denstrumpf der geehrten Leserin von oben bi- unten hinunter. Da kann man nichts machen, lau­tet hier üblicherweise die Parole. O. man kann schon etwas machen! Man warte nicht, bi- die Laufmasche geboren ist. Vorher schon steppe man den Strumpf zehn Zentimeter vom oberen Rand einmal ringsherum. Viel Aerger wird ungcar- gert bleiben.

Das Brot in der Brotbüchse wird trocken. Schicksalslügung? Kein Schicksal, gegen das kein Kraut gewachsen. Das Kraut ist in diesem Fall ein Apfel. Die Hälfte ober mehrere Stücke da­von in die Büchse gelegt und das Brot quit­tiert in Form einer mehrtägigen Verlängerung der Haltbarkeit. Der innere Zusammenhang? fra­gen Sie die Wissenschaftler. Hauptsache: der ßifetL

Alles gebt! Selbst die Generaltücke im Geben des Herrn der Schöpfung die Kragenknopstücke ist zu überwinden. Wieder mal ist der Kostbare auf den Boden gefallen. Knöpfchen, wohin roll­test du? Auf allen Vieren kriecht der Besitzer durchs Zimmer. Vergebens. Was tun? Riemand wußte für diese Situation bisher ein Allheil­mittel. Die Trick.Ausstellung gibt auch darauf Antwort: Besitze - wei Kragenknöpscl!

Gleich wenn sich die kleine Schar oerfammel hat, bekommt sie einen guten, vollschmeckenden Kakao und einen leichten Sandkuchen; nicht zuviel, denn es gibt noch zum Spaß aller einen Ueberrafdjungs« pudding. Das ist ein schöner, mit Schlagratzm ver­zierter Danillepudding, in den sofort nach dem Ein- füllen in die Form allerlei kleine Geschenkchen, wie Ringe, Püppchen, Glaskugeln, Bonbons und ähn­liches, fein säuberlich in Pergamentpapier gewickelt und mit Faden umwunden, eingedrückt wurden.

Sind dann die Bäuchlein alle voll, die Gesichtchen fpielbcgieriq, dürfen sie die Eisenbahn und den Stcinbaukcisten bewundern und auch ein lustiges Pfänder- oder Wettspiel beginnen. Als Lohn gibt es selbstgemachte Karamelbonbons, dazu läßt man einen halben Liter Milch mit 300 Gramm Zucker, zwei Vanillezucker und ein Stückchen Schokolade dick und braun kochen. Während dieser Zeit, ungefähr breioiertel Stunden, muß man fleißig rühren. Wenn die Masse dicklich ist, gießt man sie sofort auf eine mit Mandelöl bestrichene Kuchenplatte und schneidet sie in kleine Würfel. Nach dem Erkalten lassen sich die Bonbons brechen.

Ehe die Kinder nach Hause gehen, bekommen sie noch eine mehr luftige als sättigende Schaumspeise, einen Schneemann aus Reis. Dazu setzt man aus schön steif gekochtem, mit Zucker und Vanille, sowie eiwas Salz abgeschmeckten, kalten Milchreis einen Schneemann auf eine große Glasplatte. Den Unter­teil formt man in einem niederen breiten Becher, der mit Wasfer erst ausgespült wurde, und stürzt ihn, daraus setzt man einen dicken Kloß und oben­auf einen kleineren als Kopf. Die Arme sind .zwei angedrückte Reiswürstchen, die eventuell mit Zahn- stochern unsichtbar gehalten werden. Als Augen, Nase, Mund und Knopfe vorne runter bekommt der Schneemann gelbe und dunkle Weinbeeren eingesetzt. Dazu steckt man aus Buntpapier noch eine spitze Mütze und als Besen ein kleines zurechtgemachtes Aeftchen auf.

Eine Tasse süßer Rahm wird steif geschlagen und ein halbes Pfund feiner süßer Quart unter ständi­gem Rühren daran gegeben. Man gibt einen Ei­dotter, Vanille, etwas Zitronensaft und nach Oe- schmack Zucker daran und zum Schluffe den steis- geschlagenen Schnee des Eies. Wer die Creme rosa liebt, kann einen Löffel Himbeersaft darunter mischen.

Natürlich braucht man in diesen schweren Zei­ten, und damit es keine verdorbenen Bäuchlein gibt nicht dies alles für eine Kinderaesellschäft vor- zusehen; die Rezepte sind nur als Anregung und kleine Auswahl gedacht, von der man beliebig Ge- brauch machen kann.

Oie Küche im Sommer.

Allerlei erprobte Rezepte.

Zitronenspeise (amerikanisches Rezept). Das Gelbe von drei bis vier Eiern wird mit 150 Gramm Zucker und dem Abgeriebenen einer Zitrone und dem Saft von zwei Zitronen sehr schaumig gerührt, mit einem Glas guten Weißwein und zehn Blatt aufgelöster weißer Gelatine vermengt und unter stetem Schlagen mit der Schneerute bis zum Auf­kochen gebracht. Dann nimmt man vom Feuer, zieht schnell den sehr steifen Schnee der Eiweiß darunter, füllt in eine kalt ausgespülte Stürzform, die auf Eis gestellt wird.

Orangenlimonade (amerikanisches Rezept). Die Schalen von acht Drangen werden abgerieben und mit vier Pfund feinem Zucker vermischt. Darauf gießt man 1J4 Liter gekochtes heißes Wasser und läßt es einen Tag zugedeckt in einem Porzellan- gefäß stehen. Den nächsten Tag lost man 35 Gramm Zitronensäure in etwas Wasser auf, gießt dies dazu, rührt um und läßt das nun drei Tage ruhig stehen (öfters umrühren). Danach durch ein feines Tuch seihen und in Flaschen füllen. Bei Bedarf mit frischem Wasser ober Sprudel verdünnen. Schmeckt herrlich.

Französischer D b st k u ch e n mit Johannis­beeren Heidelbeeren, Brombeeren oder Weintrau­ben. Man bestreicht den abnehmbaren Rand eines Kuchenbleches mit Wasser und legt dann die Kuchen- form völlig mit einem nicht zu dünn ausgerollten Butterteig aus, füllt diesen mit getrockneten Erbsen bis zum Rande, überdeckt bas Ganze mit einem buttert?eftrichenen Papier unb bäckt ihn bei guter Hitze etwa 15 Minuten. Dann werben bie Erbsen ausgeschüttet unb statt ihrer bie sauber ausgesuchten Beeren, bie man reichlich mit Zucker vermengt hat, eingofüllt bis zum Ranb. Daraus wirb ber buchen noch so lange in ben heißen Ofen gestellt, bis bie Beeren burch unb burch heiß sinb. Bei Heidelbeeren mengt man unter ben Zucker noch einen Teelöffel Zimt unb zwei bis . brei Eßlöffel Biskuit- ober Zwiebackbrösel. Dieser Beerenobstkuchen schmeckt sehr gut unb wirb auch von ben Herren gern gegessen.

Warbeit und Schönheitspflege

Auch die Hausfrau kann gut aussehen und jung bleiben.

Don Dr. W. Schweisheimer.

E- ist nicht schwer, schön zu bleiben und jung auszusehen, wenn man nichts anderes zu tun hat, als sich darum zu kümmern. Diel schwerer hat es da eine Hausfrau, die selbst tätig ist und sich den anstrengenden Verrichtungen des Haushaltes un­terzieht. Trotzdem ist zweifellos die Verbindung von anstrengender Hausfrduentätigkeit und er­folgreicher Schönheitspflege möglich. Es muß nur eine bestimmte Zeitspanne am Tag für diesen Zweck geopfert werden, und diese Zeit läßt sich bei richtiger Einteilung gewinnen.

Am wichtigsten ist immer die Körperpflege mit Wasser. Es reinigt nicht nur, sondern bringt auch die Hautgefäße in stete Bewegung, sorgt für bessere Durchblutung der Haut und verschafft der Haut damit die Elastizität und frische Farbe. Morgendliche oder abendliche Abwaschungen wer­den zweckmäßiger durch häufiges Baden oder Duschen erseht; die Wirkung ist viel erfrischen­der. Die Handpflege wird auf allzu alkali- reiche Seifen verzichten. Sie sind zu scharf, reizen die Haut und lassen sie aufspringen. Die Haut bleibt weich, wenn nach dem Waschen ein mildes Ginreibemittel benützt wird. Kurz gehaltene- gel sind für die berufstätige Frau notwendig.

Richtige Fußpflege ist für das allgemeine Wohlempfinden wie für die tatsächliche Arbeits­fähigkeit von Bedeutung. Die Senkung des Fuß­gewölbes, die in Fuß und Dein viel Schmerzen verursacht und Gehen und Stehen beeinträchtigt, kann dusch geeignete Schuheinlagen ausgeglichen werden. Im übrigen ist es gerade mit Hinblick auf diesen Punkt notwendig, daß die Hausfrau nicht unnötigerweise ihre Arbeit im Stehen ver­richtet. Die Zubereitung des Essens. Bügelns usw. kann bei geeigneter Anordnung des Arbeitsplatzes vielfach im Sitzen stattfinden.

Bei der Pflege des Gesichtes verdienen einige allgemeine Gesichtspunkte besondere Hervorhe­bung. Salzreiches, zu hartes Wasser wird nicht von jeder Gesichtshaut vertragen. Salzarmes, ab- gekochtes oder Regenwasser (weiches" Wasser) bekommt einer solchen Haut besser, auch durch Zu­satz von Soda oder Seife wird hartes Wasser ge­mildert. Das Abtrocknen muß sorgfältig ge­schehen. Pudern oder Fettzusah nach dem Waschen wird einer solchen Haut Vorteil bringen. Waschun­gen mit verdünnten Lösungen von Alkohol oder Essig erweitern die Blutgefäße in der Haut, sor­gen für größeren Dlutzustrom und können dadurch zu einer Belebung des Teints beitragen.

Zahlreiche Hautstörungen im Gesicht entspringen aus einem Gesamtleiden des Körpers, und kön­nen nur mit seiner Besserung schwinden. Fett­sucht und andere Stoffwechselleiden erfordern ent­sprechende Behandlung. Bessern sie sich, so schwin­den die Flecken und Schäden im Gesicht von selbst. Von größter Bedeutung ist richtige 'Dar rn- tätig t e i t: ein zu träger Darm ist Llrsache vie­ler Hautschädigungen. Die Wirkung von Hefe« Präparaten bei manchen Gesichtsverunreinigun­gen ist wohl von ihrem Einfluß auf den Darm aus zu erklären: ebenso die der sogenannten Blut­reinigungstees. Ein junges Aussehen bewahrt nur der, dessen Darmtätigkeit in Ordnung ist und für regelmäßige Entfernung giftig wirkender Stoffe sorgt. Geeignete Kost, die viel Zellulose enthält, also Obst, Gemüse, schwarzes Brot, auch Fe.t und Wasser, ist auch hier die Grundlage.

Richtige Mundpflege wird vor allem für Instandhaltung der Zähne sorgen. Die Zahn- bürste nicht zu hart, das Zahnwasser nicht zu scharf, am zweckmäßigsten irgendeine dünne al­koholische Lösung, wie sic die üblichen Mund­