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Das Einsturzunglück in Warschau
0 — Erdtemperaturen in
| 15. November: abends 2,7 Grad;
; am 16. November:
morgens 2.6 Grad Celsius.
nicht ersichtlich, tote eine Gesamtlösung Zustandekommen soll. Die Regierung Hoover hofft, daß durch die Aufstellung eines überparteilichen Programms eine Regelung der Kriegsschuldenfrage herbeigeführt werden kann.
Lufttemperaturen am 15. November: mittags 2,7 «rcb Celsius abends 1,7 Grad, am 16. Nooember: morgens 0,3 Grad. Maximum 2,8 Grad, Minimum — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am
Badens Vertrag mit der Evangelischen Kirche. ^Ä£rJ8r^e' 15- Aov. (ERB.) Am Montag wurde der Vertrag des Landes Baden *7 evangelischen Kirche unter-
Vertrag enthält 10 Artikel. In xia 'S.» badische Staat der Freiheit
und der Ausübung der evan- nt1 u»CJV9J0!1- gesetzlichen Schutz zu, wäh- rend Artikel.2 di« Kirche ihre Angelegenheiten Su!» r, '^lbstandig verwalten läßt. Dor der «Uunfl b«« Kirchenpräsidenten our«tz oas zuständige kirchliche Organ wird
Die Biskaya- und Skandinavien-Störungen setzen sich langsam weiter durch und bringen das konti. nentale Hoch zum Abbau. Wenn auch im Nordwesten wieder hoher Druck herannaht, so kann er sich doch vorerst nicht auswirken, vielmehr aelanat durch seine Vorderseite feucht-milde Ozeanluft iüb- wart-, die ebenfalls zur Fortdauer des meist diesigen Wetters beitragt Niederschlage werden in stärkerem Maße wohl nicht auftreten, doch geht des öfteren le-chter Nebelregen nieder. Auch die TemperatÜreü ausgeglichen.^" 2a9 Unb *ad)t °°rerst ziemlich
2lussi chten f ü r Donnerstag: Meist die- "nd bewölkt mit Nebelnässe, Temperaturen zwi- scheu Iqq und Nacht ziemlich ausgeglichen.
f »r Freitag. Weiterhin viel- punft b 9' Q*ts Temperaturen um den Gefrier-
Wer ist der Autor?
Französische Pressepolemik um dieNrheber» schäft des Abrüstnosplanes.
Paris, 16. Nov. (WTB. Funkspruch.) lieber die Frage, ob die von den Militärs verlangten Abänderungen an dem ursprünglichen Entwürfe des raiuösifchen Sicherheits- und Abrüstungsplanes sich »urchgesetzt hätten, wie „Echo de Paris" steif und est behauptet,-ist jetzt im ganzen Blätterwalde von Paris ein erbitterter Streit entstanden. Der offi- ziose „Petit Parisien" oevsucht die Behauptung zu dementieren, -was allerdings nicht in sehr überzeugender Form geschieht. Biel wichtiger itzdoch ist eine Erklärung des ehemaligen Ministerpräsidenten T a r d i e u, die sich gegen die Behauptung des „Echo de Paris", daß der Entwurf Geist'von einem Geiste sei und nichts anderes als ein Produkt seines Vorschlages vom 5. Februar. Tardieu greift dabei auch die Autoren des Planes Herriot und Paul Boncour an. Er stellt nämlich fest:
1. habe sein Plan vom 5. Februar zwischen Deutschland und Frankreich die rechtliche wie die tatsächliche militärische Ungleichheit bestehen lassen;
2. habe er den allgemeinen Grundsätzen der französischen Militärorganisationen keinen Abbruch getan und die Frage der Milizen nicht aufgerollt;
3. habe fein Plan keinen Vorschlag zur Revision der Verträge enthalten. Einen solchen Vorschlag nennt Tardieu beispiellos in der französischen Politik; er sagt, die Umwandlung der Reparationen, in die Frankreich eingewilligt habe, hätten sich doch nur a u f Zahlen bezogen, die in den Verträgen selb st nicht aufgeführt wären.
Amerika verschnupft.
Das „abgekartete Spiel" der europäischen Schuldner.
Washington. 15. Rov. (WTB.) Don einem prominenten Mitglied des amerikanischen Schatz, amtes. das sich mit der durch die Roten Eng. lands, Frankreichs und Belgiens geschaffenen Lage federführend befasse» muß, erfährt der Der. tretet des WTD., daß bei frriben t>oliti- srhen Parteien starke Verstimmung herrsche, und zwar nicht so sehr über den allgemein erwarteten Antrag selbst, als vielmehr über den Zeitpunkt und die Form. Man ist ziemlich fassungslos über die als taktlos bezeichnete Hast mit der die Alliierten ihre Forderung vorgebracht haben, als noch nicht einmal alle Stimmen der Präsidentenwahl gezählt waren und das größte in- nert>ohtU<S><» Ereignis der letzten vier Iahre noch leben Amerikaner stark beschäftigte. Man betrachtet dieses Eindringen in die Aufregung des amerikanischen Volkes über das Wahlergebnis als einen schweren Mangel an Verständnis für die Psyche Amerikas. Man hätte Amerika wenigstens eine Woche nach dem Wahlfieber Ruhe lassen müssen und dann durch britische Erklärungen über den Pfundsturz usw. die Stimmung all.
DD,r?€t/iten sollen. So aber wird die Aktion als abgekartetes Spiel auf. n-?08 selbst den Freunden Europas eine Llnterstutzung schwer mache. Im Schatzamt nimmt man an, daß allenfalls ein Mo- ratorium gewährt werden dürfte, daß aber nur England Aussicht auf Grmätz?. gungdes Zinsfußes habe. Die Stimmung gegenüber Frankreich, das Goldvorräte auf- speichere und für Rüstungen große Summen aus- gebe, sei dagegen allgemein ablehnend. So- gar der führende republikanische Senator Feß erklärte, Amerika wolle nur Zahlungen, falls das Ausland zahlen könne, aber wenn das Ausland Geld für törichte Dinge ausgebe, so könne es sich nicht auf Zahlungsunfähigkeit berufen. In demokratischen Kreisen ist man weiterhin darüber verstimmt, daß man gerade dem sich sei- n^ Sieges freuenden Roosevelt sofort diesen .Wechselbalg" der alliierten Schulden vor die Tür gelegt habe. Die Schwierigkeit der ganzen Frage wird offenbar in den Schuldnerländern unter- schätzt. Die Partei Roosevelts lehnt jede Der- antwortung vor März ab. Deshalb ist vorläufig i
3n Warschau stürzte, wie schon gemeldet, die zwei Stock hohe FeuermauereinesBraubaus- unt” ber L°st von einigen tausend Zentner Gerste ein. Die Trümmer begruben ein da- nebenstehendes hölzernes Mlethaus. Von den Bewohnern des Hauses sind 21 getötet und mehrere schwer verletzt worden. — Unser Bild gewährt einen Blick auf die Unglücksstätte
Eupen-Malmedy im Kampf um Selbstbestimmung.
Der Bischof von Lütt'ch greift einseitig in den Wahlkampf ein.
Köln, 15. Nov. (CNB.) Im Eupener Jünglings- haus fand die erste große Wahlversammlung der Christlichen Volkspartei Eupen-Mal- medy und SanktVith statt, in der der Spitzenkandidat Dehottay ein Schreiben des Alschofs von Lüttich an die Geistlichkeit der Dekanate Eupen - Malmedy • Sankt Vith verlas. In dem Schreiben heißt es u.a.: In den Dekanaten befindet sich nur eine Liste, die katholisch genannt werden darf. Dies ist die Katholische Union. Infolgedessen ist es im Gewissen verboten, eine andere Liste, auch ch r i st- sich genannte Liste zu wählen oder diese in irgendeiner Weise zu unterstützen. Die Verlesung dieses Schreibens nahm die Versammlung mit tieft ster Empörung auf. Dehottay betonte, die Christliche Volkspartei stehe auf dem Boden der katholifchen Weltanschauung. Sie werde aber niemals von ber Forderung nachSelbstbestimmung, bie von der Katholischen Partei Belgiens verweigert und mißachtet werde, abaeben. Die Union versuche mit allen Mitteln, die Assimilierung zu erreichen. Das Gewissen eines Katholiken sei nicht belastet, wenn er die Christliche Volkspartei wähle.
Die „K o l n i f che Z e i t u n g" schreibt dazu u. a., es Jet geradezu tragisch zu nennen, daß eine Be- Dolferung, in der nach dem Zeugnis der nationalistischen „Nation Beige" sozusagen jeder Berufstätige Kacholik sei, nunmehr ihren geistigen Ober Hirten in ihrem Kampfe um Recht und Selbstbestimmung im Wege finde. Die Stand- Hastigkeit der Bevölkerung Eupens unb Malmedys werde neuerdings auf eine harte Probe gestellt. — In der „Kölnischen Volkszeitung" (Zentrum) heißt cs: In aller Ehrerbietung wird man dem Herrn Bischof von Lüttich sagen müssen, daß er eine n Fehlgriff getan hat. Wir finden keine andere Erklärung für das Schreiben des Bischofs, als daß die b e lg i; 4 . ... gierung einen starken Druck auf ihn ausgeübt hat. Es ist unerhört, wie die belgische Regierung die bischöfliche Behörde in eine solche Zwangslage versetzen kann.
dieses beim Staatsministerium sich bar*
über vergewissern, ob gegen die Per-
> fönen de» zu Bestellenden seitens der Staatsregierung irgendwelche Bedenken bestehen. Artikel 3 sichert der Landeskirche das Eigentums- und Vermögensrecht nach Maßgabe der Reichs- verfafsung zu. Artikel 4 regelt die Staatsleistungen an die Kirche. Danach wird die Staats- l e i st u n g an die evangelische Kirche a u f j ä h r- lich 240 000 Mark festgesetzt. Artikel 5 befaßt sich mit der Bestellung von Mitgliedern der Kirchenregierung, Artikel 6 mit der Benachrichtigung der zuständigen Stellen der Staatsregierung von der erfolgten Bestellung und in Artikel 7 wird die wisfenfchaftlicheAus- bildung der Geistlichen behandelt.Rach Artikel 8 besteht unter den Vertragschließenden Einverständnis darüber, daß der evangelische Unterricht an den Schulen ein ordentliches Lehrfach ist. Rach Artikel 9 sollen Meinungsverschiedenheiten auf freundschaftliche Weise beseitigt werden, während nach Artikel 10 der Vertrag möglichst bald ratifiziert und ausgetauscht werden soll.
Aus aller Welt.
Amerikanische Freundschaftsbeweise für den Kreuzer Karlsruhe".
Der gewaltige Andrang der Besucher zum Kreuzer „Karlsruhe" bauert, wie aus pleurjort berichtet wird, an. „Daily Mirror" stellt m. efn«m Leitartikel fest, der ber „Karlsruhe" bereitete Empfang beweise zur Genüge, daß zwischen dem mnerikanischen und dem deutschen Volte eine feste Grundlage freundschaftlicher Empfindungen wieder hergestellt worden sei.
_ Zeppelinhafen Sevilla.
Zwischen Dr. Hugo Eckener uib der Stadtverwaltung von Sevilla wurde nach einer Meldung des Berliner Lokalanzeigers' ein Vertrag unterzeichnet, durch den Sevilla Z w i - schenstation für die Amerikafahrten des „©raf Zeppelin" wird. Die Stadtverwaltung verpflichtet sich, einen Landemast und eine Wasserstoffgäsanlage noch vor dem Sommer 1933 3u errichten. Dr. Eckener erklärt sich bereit, jährlich mindestens 18 Landungen in Sevilla auf der Rück- faf)rt von Amerika nach Europa zu unternehmen. Auf ber Hinfahrt zu landen ist er nur verpflichtet, a>enn wenigstens vier Passagiere an Bord genommen werden müssen. Sevilla wird ferner für einige Fahrten die europäische Endstation für den „Graf Zeppelin" werden, sobald dort eine genügend große Luftschifthalle errichtet worden ist.
Berüchtigte Ein- und Ausbrecher in einer Kirche verhaftet.
Der Duisburger Polizei ist es gelungen, die seit langem gesuchten Verbrecher T h e i ß e n, P e tz o l b und Lump zu verhaften. Die Polizei hatte in Erfahrung gebracht, daß sich Thei- ßen mit seinen Komplizen in der Petrikirche in Duisburg-Hochfeld aufhie t Ein Heber, all-Kom- mandv war alsbald zur Stelle und umstellte die Kirche. Als die Räuber sich umzingelt sahen, versuchten sie zu flüchten. Theihen erhielt dabei einen Kopfschuß und mußte lebensgefährlich v e r l e tz t ins Krankenhaus geschafft werden. Seine beiden Komplizen Petzold unb Lump konnten verhaftet und dem Polizeigefängnis zu- gefuhrt werden. Die Räuber trugen Armeepistolen mit insgesamt 77 Schutz Munition bei sich.
Brillontenraub im VZug.
Ein Kaufmann aus Antwerpen ist in einem internationalen l)-Zug, der von der belgischen Grenze über Frankfurt—Würzburg nach Bayern fährt, b e - Zohlen worden. Der Geschäftsmann, ein Edelsteinhändler, wollte mit dem O-Zug nach Süd- deutschland fahren. Er hatte in feiner Tasche einen Briefumschlag, der 200 größere und klei- nere Diamanten enthielt. Die Brillanten besitzen einen Wert von etwa 17 000 Mark. Der Kaufmann legte sich in einem Abteil dritter Klasse zum schlafen nieder. Anscheinend wurde er von internationalen Gaunern schon beim Einsteigen beobachtet. In der Nacht wurde ihm der Briefumschlag a u s b e r Tasche gestohlen. Der Diebstahl muß sich zwischen Köln und Frankfurt oder Frankfurt und Würzburg ereignet haben. Als der Reisende erwachte und den Verlust fesfttellte. schlug er sofort Alarm, doch konnten die Täter nicht mehr erwischt werden. Sie haben jedenfalls auf der nächsten Station nach der Tat den Zug mit ihrer Beute verlassen.
Anglück beim Ärafttoagenrennen in Nizza. ^3tei einem Kraftwagenrennen in Rizza fuhr ein Wahrer, ber bie Gewalt über seinen Wagen ver- loren hatte, in bie Zuschauermenge. Fünf Personen würben mehr ober weniger schwer verletzt.
Heuschreckenschwärme auf Öen Kanarischen Inseln.
•S^e Kanarischen Inseln sind biefet Tage von Heuschreckenschwärmen heimgesucht worben. Der Gouverneur ist in Kenntnis gesetzt worben. bah eine Anleihe von 100 000 gkfctag beantragt werben solle, bie zur Bekämpfung ber Heu- schreckenschäben bestimmt sei.
Wettervoraussage
OieReichöbaudarlehen fürEigenheime
B e r I i n , 15. Nov. (WTB.) Im Rahmen des Ar- beitsbeschaftungsprogramms der Reichsregierung ist auch die Forderung des Eigenheimbaues vorgesehen. Die Reichsregierung will mit dieser Aktion den gesunden Zug zum Eigenheim vorwärts treiben. Durch die Bereit st ellung von Reichsbaudarlehen soll dem Bauwilligen der Spitzenbetrag zu- sieführt werden, der ihnen für die Inangriffnahme ihres Hauses vielfach fehlt; damit wird die Bau- wirtschaft belebt und zugleich den im Spar- strumpf steckenden Kapitalien eine sichere An» lagemoglichkeit geschaffen. Die näheren Be- ftunmungen über die Forderung des Eigenheimbaues sind nunmehr im Deutschen Reichsanzelaer veröffentlicht worden.
ten des Einzelhandels auf dem Gebiet des Personal- kredils eine völlig neue Lage zu schaffen vermögen.
Es ist mir bekannt, daß Sie bie schon lange in Aussicht stehenden Aenderungen der Gewerbeordnung mit Ungeduld erwarten. Ich darf Ihnen hierzu Mitteilen, daß die Jto- velle, in der eine wirksamere Bekamp- fang der Auswüchse im hansier- und Wandergewerbe vorgesehen ist, sich schon seit einiger Zeit im Reichsrat befindet. 2ch hoffe und wünsche, daß sie dort alsbald beraten und verabschiedet werden möge. Zn dieser Novelle ist in jüngster Zeit noch eine Ergänzung vorgeschlagen und von der Reichsregierung angenommen worden, die die Möglichkeit geben soll, unzuverlässige Elemente des Handels durch Entziehung der Handelserlaubnis auszuscheiden.
Durck die Notverordnung vom 9. März ist endlich die reichsrechtliche Grundlage für die Errichtung non Einigungsämtern geschaffen worden. Sie werden die Möglichkeit geben, die wertvollen Erfahrungen, welche in Ihren Kreisen gemacht werden, in der Praxis bei den Verwaltungsbehörden und den Gerichten zur Geltung zu bringen und damit über den Rahmen des vorgeschriebenen Rechts hinaus die besten Sitten und Gebräuche des Kaufmanns wirksam zu machen. Ich weiß, daß viele Wünsche des Einzelhandels noch nicht befriedigt find; ich darf Ihnen die Versicherung geben, daß das Reichswirtschaftsministerium gerne bereit sein roirb, alle diese noch offenstehenden Wünsche mit Ihnen Zu erörtern und sie eingehend zu prüfen.
Gegen grnndsätz'iche Reformen.
Das Zentrum lehnt Gayls Bor.chläge ab.
Berlin, 16. Rov. (ERB.) Die Haltung ber Zentrumspartei zu ben Derfassungs- unb Wahlreformplänen kommt in einem Artikel bes Mitteilungsblattes der Zentrumspartei zum Ausdruck, in dem es u.a. heißt: Die Reformen, die zur Behebung der Mißstände erforderlich sinb, können ohne Beeinträchtigung ber demokratischen Grundlage unserer Verfassung durchgeführt werden. Echte Autorität ist in ihrer konkreten Form keineswegs an die verschletert diktatorischen Methoden einer sog. autoritären Regierung gebunden. Aus dieser Grundhaltung heraus lehnen wir alle Plane der Regierung ab, bie auf eine Ausschaltung ober Entrechtung ber gewählte n Volksvertretung hinauslaufen. Wir können nicht ber Einrichtung eines Ober- h a uses zustimmen, das sich überwiegend aus nichtgewählten, sondern berufenen Mitgliedern zusammenseht und vermöge seiner Rechte den Reichstag praktisch ausfchalten oder lahmlegen kam». Aus gleichen Gründen wehren wir uns auch gegen die Bestellung eines Prüft d i a l r a t e s. Dagegen fordern wir eine genaue Festlegung der Rechte des Reichspräsidenten, insbesondere seiner Befugnisse aus Artikel 48. wie zugleich auch fest- bestimmte konkrete Anwendungsfälle festgelegt werden müssen. Wir lehnen jeden Versuch ab. das allgemeine, geheime und direkte Wahl- re 4 t zugunsten irgendwelcher Bevorzugungen einzelner Kre.se, z. B. durch ein Pluralwahlrecht abzulösen. Die Mängel des bestehenden Wahlrechts werden auch von uns gesehen, doch machen sie keine so umstürzende Reformen notwendig, wie die Regierung sie zu beabsichtigen scheint. Eine Verkleinerung der W a h l k r e i s e und eine Beschränkung des Listensh st ems würde den gewünschten Erfolg herbeiführen.
Ein Giedelungsplan des Lungdeutfchen Ordens. Ber l i n, 15. Rov. Der Hochmeister des Iung- Deutschen Ordens, Artur Mahraun, gab ber
OluMunft über seinen Plan zur Beseitigung der Wirtschastsnot unb ber Staatsnot. Der Iung- deuftche Orben sehe ber alten Parole „Volk ohne Raum" bte neue Parole einer ausreichen- denOrganisationbesRaumsunbber Menschen entgegen. Er will den Groß- grundbesitz abschaffen unb auf bem frei- toerbenben Land eine Million Sieblerfa- m l l ien ansehen. Daburch würben vier Millionen Menschen in Arbeit unb Rahrung gesetzt. Zele Zahl verringere sich um eine Million Men- scher^ die bisher als Anternehmer unb Arbeiter un ®rofjgrunbbcfi$ beschäftigt waren. Der verbleibende Rest von brei Millionen müsse bann um bie runb 500 000 Menschen vermehrt werben, für bie bas Anwachsen der bäuerlichen Bevölkerung De schäftigunasmöglichkeit in §7ünri?clt“nb ® cti>€r^ schaffe. 800000 junge Menschen konnten m der einjährigen Arbeitsdienst p s l i ch t Unterkommen. Mahraun kommt AU einer Gesamtzahl von 4,3 Millionen Menschen, die durch das Siedlungswerk in ber Wirtschaft mit Vorteil verwanbt werben könnten.
Um die Lösbarkeit ber Finanzierungs- r?9 e du beweisen, kapitalisiert Mahraun die vier Milliarden Mark jährlichen Aufwands für die Arbeitslosen zu einem Satz von 5 o.H. und kommt dabei auf eine Kapitalsumme von 80 Milliarden Mark. Die sechs Millionen Ar- beitslo-sen in Deutschland seien also ein totes Kapital von 80 Milliarden Mark, das lebendig werden wurde, wenn die Arbeitslosen inderLandwirt- schaft nutzbringend verwandt würden. Der Großgrundbesitz solle mit einem Gesamtbetrag Don acht Milliarden Mark festverzinslicher Staats- Papiere abgefunden werden. Zur Verzinsung dieser Abfindung seien nur 400 Millionen Mark erforber- a bk Großgrunbbesitzer aus ihrem
Landbesitz eine Rente von 5 oder gar 8 o H die ie oraktifch nie hcrauswirtschaften könnten. Die Er- tellung der Gebäude solle mit Hilfe von Baustoffen Sh Staav 3U sofern feien. Mahraun
K Ausstattung der neuen Bauernhöfe mit
- "ebskapital m Hohe von je 2000 Mark für : erforderlich ,
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