Ausgabe 
16.8.1932 Frühausgabe
 
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ohne

Ver-

Lebens

Kurz die am werden müssen

Bel.

ZUM mit

Gültigkeitstermin für die Rückfahrt bleibt für die Zeit vom 28. August bis 10. September bestehen. Die Dorverkäufe der ermäßigten Fahrkarten durch die Dahnschalter und die MER.-Düros beginnen schon am Montag, 22. August.

** Allgemeine Fahrpreis errnäßi- gung für Inlanbbesucher der Leip­ziger Herbstmesse. Wie WTB. hört, hat die Reichsbahnhauptverwaltung den Erwecke- rungsantrag des Leipziger Mehancks wegen der Gültigkeitsdauer der all| ~

sagt Werk) nicht führen, das als das aufschcn« erregendste Buch des 20. Jahrhunderts bezeichnet wird."

letristik, der andere lediglich Kommentare Reichsversichcrungsgesetz, während der dritte

Oer Tag eines Buchhändlers.

DasWunschgärtlein der Musen". - Oer junge Mann, der sichein Buch" kaufen will. - Lind andere merkwürdige Kunden.

Son Ernst Leonard.

UllV u ; - n t

Kriegsfreiwillige 1914.

Oie Feuerprobe. Artilleriefeuer und Orgelklang. Zn den Karpathen.

ije in Manila.

ch von ihrer Mauer um« Manila sind drei ganze gewaltigen Drandzer- zwei katholische W luseum in Flammen aus- > stammten noch aus der m Kolonisation auf -n schaden wird aus SMi l chA_____

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Steindrucken handelt.

Als Pendant erscheinen drei Bubiköpfe.

Also ... wir möchten gern ein Buch zum schenken. Wie meinen Sie? Natürlich für einen Herrn, der sehr viel liest. Etwas Modernes, aber nicht so verrückt modern, sondern

Gültigkeitsdauer der allgemeinen Fahrpreisermä­ßigung für Orte, die 150 Kilometer und mehr von Leipzig entfernt liegen, genehmigt, so daß die Hinfahrt nach Leipzig mit den um 33Vz Pro­zent ermäßigten Fahrkarten bereits in der Zeit vom 23. August bis 1. September, nicht erst vom 25. August vis 1. September, erfolgen kann. Der

Llmklarnmerung bewahrte. Diesem furor teutom- cus konnten die asiatischen Horden nicht Stand halten. Den Teilnehmern dieses alles nieder- reißenden Angriffs wird der 3. Dezember 1914 trotz schwerster Verluste in unauslöschlicher, stol­zer Erinnerung bleiben. Don den vielen Helden­taten dieses glorreichen Tages nur das eine: cs mußte zu unserer Artillerie eine Meldung ge­bracht werden, daß sie das vor uns liegende Dors Mala Mierczonska unter Feuer nehmen und sturm­reif machen sollte.

Ls meldete sich Otto Schmidt (seht Stockhausen), um die Meldung durch das wahnsinnige In­fanterie- und Artilleriefeuer nach hinken zu bringen.

Er war verwundet, hatte einen Lungenschuß, wurde unterwegs nochmals am Arm verwundet und brachte die Meldung an Ort und Stelle. Eine fabelhafte Leistung. So war der Geist, der in unserer Truppe herrschte.

Was dann unser Regiment von Icmuar bis Mai 1915 in den verschneiten und vereisten Kar­pathen, bei 25 Grad Kälte, mangelhafter Ernäh­rung und Kleidung in dem nervenaufreibenden Kleinkrieg mit den Russen leistete, das zu schil­dern, geht über menschliches Können. Ob je- mals ein Dichter ersteht, der die Karpathenkämpfer im Heldengesang verewigt? Dort oben in dem wildromantischen, zerklüfteten Waldgebirge liegt der Rest der Freiwilligen unseres Regiments be­graben, von denen kaum noch gesprochen wird, obwohl es in der Hauptsache deutsche Regimenter waren, die den Ansturm der Russen auf die Karpathen unb auf die ungarische Tiefebene zum Zusammenbruch brachten und damit Ungarn und Oesterreich vor der russischen Ueberflutung ret­teten.

So waren unsere Freiwilligen, es waren nicht die weichlichen, sentimentalen Gestalten, wie sie von gewisser Seite geschildert und Largestellt werden. Das deutsche Dolk, die deutschen Eltern haben ihre Besten hingegeben. Wenn heute die

richtig moder n."

Ich bin geduldig und empfehle dies und jenes. Unter anderen Gorki.

Nein, es kommen nur lebende Schriftsteller in Frage " Armer Gorki!

Mit einem Reisebuch ziehen sie schließlich ab.

Ein Buch liegt im Schaufenster, auf dessen Ein­band eine dürftig bekleidete Dame tanzt. Da kommt heute ein junger Bursche, Typus Mittelstürmer.

Sie, was kostet denn das Buch draußen mit dem komischen Mädel drauf?"

12,50 Mark."

Das i st mir b i e nicht wer t."

Zwischendurch wird umgetauscht. Das besorgt die Volontärin: denn wer umtauscht, hat auch Inter­esse für Literatur.

Ein Kandidat der Philosophie prüft zwei volle Stunden Neuerscheinungen, entdeckt Interessantes im Antiquariat, notiert sich Titel ... und schleppt schließlich ein umfangreiches Paket eigenhändig nach Hause. Ich bin überzeugt, daß er selten warm ißt, nur um die Bücher kaufen zu können. Ich schenke ihm manchmal ein paar literarische Zeit­schriften

Ein Aesthet, Typus bibliophiler Golfcrack, tritt auf.

Sagen Sie mal, da ist doch vor etwa 15 Jah­ren im Insel-Verlag ein Buch erschienen, oder war es bei Hans von Weber? Ich glaube, es war Lyrik, so was ä la Beardslcy. Ich habe den Namen ver­gessen. Der Titel fällt mir momentan nicht ein. Es ist übrigens möglich, daß ich das Buch in meiner Bibliothek in Paris habe. Das Buch wurde damals imPan" eingehend besprochen. Helfen Sie mir doch, den Namen ... Nein? Aber Sie als Buch­händler werden sich doch entsinnen. In zartblaues englisches Leinen gebunden mit weißer Vignette, vermutlich nach Vogeler-Worpswede."

Ich lasse ihn ausreden und verkaufe ihm bann alles, was ich an ästhetischen Aufmachungen zwi­schen 1896 unb 1914 habe.Aufschreiben? Be- baure." Na, bann wolle er sich bie Bücher mor­gen abholen.

Herr Wulke, stellen Sie bie Sachen roieber ans

Punkt halb neun Uhr stolpere ich täglich über ben Eimer, ben bie Putzfrau immer roieber unter bie Tür stellt. Herr Wulke, ber Gehilfe, staubt be­reits bie Neuerscheinungen ab. Die Volontärin schmökert ehrgeizig benn erstens steht sie mit Herrn Wulke auf Kriegsfuß unb zwei'ens hat fic ein hal­bes Dutzenb Lieblingskunden, mit denen sie stunden­lang über eine neue Literatur zu diskutieren liebt. Dann erscheint der erste Kunde.

Ein kleiner Stadtreisender mit schwerer Wachs­tuchtasche unb zwei Aktenmappen.

Bebaure, Kommissionsbücher sühren wir nicht."

Der Friseur von nebenan läßt fragen, ob wir zwanzig Mark wechseln können. Wir können.

Wieber ein Reisenber. Draußen wartet ber Dienstmann mit zwei Musterkästen. Er ersteht einen Stadtplan, der aber keineswegs feinen Wünschen entspricht. Er sei zu unübersichtlich. Aber leider liegt das an unserer historischen Entwicklung, was ich ihm nicht zu sagen wage.

Halb zehn. Eine ältere Frau, gramvolle, ver- quollene Züge. Sie versucht umständlich, die Tür hinter sich zu schließen, als wolle sie Zeit gewinnen. Dann legt sie ein großes, mehrfach verschnürtes Paket auf den Tisch. Sie erzählt eine lange Ge­schichte von dem Buch, das sie gerne verkaufen möchte; daß es ein wertvolles Werk sei und oben­drein ein Andenken. Wieviel solcher Bücher habe ich mir schon ansehen müssen! Zentnerschwere Prachtwerke in rotem Kaliko, Goldschnitt rings­herum Auf dem Deckel sprangen Turnier- ritter, Knappen, Wasserweib ch e n i n Gold geprägt zwischen goldenen Blättern, Früchten und Fabeltieren. Soll ich dieser vergräm­ten Frau einen Vortrag halten, warum dieses Buch heute keinen Menschen mehr etwas angeht, obwohl es so unberührt und neu aussieht, als sei es eben aus meinem Laden gekommen, in dem sich Ein­bände mit Photomontagen türmen? Dreißig Jahre hat das Prachtwerk in der guten Stube auf der Plüschdecke gelegen neben dem Photo- graphiealbum unb ber Meißener Obstschale. Die Frau ist ein Mensch jener entfernten Zeit . . unb boch lebt sie wie wir in ben Nöten unb Kämpfen bes Heute, bas sie nicht mehr versteht.

Was ich Ihnen bafür geben könnte, ist für mich zu viel unb für Sie zu wenig." Ich ekele mich schon selbst vor bieser Phrase. Enttäuscht unb nicht min­der liebevoll- packt sie das Prachtwerk wieder ein. Zum wievielten Male?

Die älteren Frauen beherrschen den Vormittag. Da kommt eine, streitbar, mit einer herausfordern­den Stimme und einem Kneifer. Sie verlangt nach der Gedichtsammlung einer Autorin der achtziger Jahre, von der nicht einmal feststeht, daß mehr als hundert ihrer Zeitgenossen den Namen gekannt haben.Wunschgärtlein der Musen". Ich gestehe, daß ich mir darunter nicht viel vorstellen kann. Der Gehilfe sucht im Antiquariat, ich wälze Kataloge. Die Volontärin macht ihr ironischstes Ge- sichtchen. Wir finden nichts.

Ich wundere mich sehr, daß Sie als Buchhänd­ler das Werk nicht kennen." Das sitzt. Vermutlich ist sie die Autorin höchstselbst. Ich verspreche, im Buchhändlerblatt danach zu fahnden, aber sie braucht es sofort.Es gibt ja noch mehr Buchhand­lungen." Das stimmt. Leider hat meine ßabentur eine pneumatische Vorrichtung, die das Zuschmet­tern verhindert. Schade, die Zwickerdame hätte es gerne getan.

Eine Kundin debattiert zwei Stunden lang mit der Volontärin über die Bedeutung Rimbauds für die deutsche Lyrik und bittet schließlich, ein Insel- bändchen zur Ansicht mitnehmen zu dürfen.

Ein Stöpsel (Jahrgang 1925) schnorrt Retlame- marken und Abziehbilder. Ein ratloser junger Mann stellt die erschütternde Frage, ob er bei uns ein Buch kaufen könne. Es stellt sich heraus, daß er heute Nacht nach Königsberg fährt. Es soll etwas Gutes sein, aber nicht zu langweilig. Ich lege ihm Romane vor, er verläßt sich auf mich und wählt schließlich nach der Seitenzahl. Mein Gott, Königsberg ist weit.

Inzwischen schwadroniert ein alter Herr mit Wulke aus Wesermünde. Schreit nach dem Chef. Kaum habe ich den ratlosen Jüngling nach Königs­berg erpebie'rt, so stürzt er sich auf mich Er sei der Verfasser vonWeltseele und eugenische Körper­kultur".

Ich wundere mich sehr, daß Sie mein Werk (er

W - tin lolet, 'ttvnlehle.

Mele sich ein schweres l sechs Personen beseh- keler indieTiese. Df, bic anderen muhten Deren Verlegungen sert werden. Der Füh- snungslvs darnieder.

Tschechoslowakei. - lole.

ist während eines Der- zeug der Masarik-Flug- I geraten und a b g e naren sofort tot, wäh­ne r letzt wurde, doh an feit wirö.

'S. Hier Tote.

tjrenb bes ffiodjenenbee des Autoverkehrs utf gerung btr W M dem Ausflugsort en bei einem Autobus- iet, vier lebensgefährlich

(Schluß aus Rr. 189.)

3n der Rächt vom 3. zum 4. Rovember kam unsere Kompanie zum erstenmal ins Feuer. Linser Regiment mußte das Schwesterregiment 224 in den Erdlöchern von Schützengräben konnte man in dem morastischen Boden nicht reden vor La Boutillerie südwestlich von Lille ablösen. Tief­schwarze Rächt umgab uns. als wir unter Wah- rung größter Dorsicht und Ruhe in unsere Stel­lung einrüdten. Man ging noch in der Rächt an den Ausbau der Gräben, da trat plötzlich um 1 ilfjr nachts ein mächtiger Feuerüberfall der Engländer ein, die etwa 400 bis 450 Meter ent­fernt von uns liegen sollten. Die Luft war er­füllt vom Zischen, Brausen und Krachen der feind- liehen Geschosse, alles eilte an die vorher be­stimmten Plätze und wartete auf die Dinge, die da kommen sollten. Lind schon bei dieser ersten Feuerprobe zeigte es sich, welch herrlicher Geist in der jungen Truppe herrschte. Kein Anzeichen von Linruhe war z ubemerken, dagegen aber leuch­tete ernste Entschlossenheit aus jedem Auge, einen etwaigen Angriff der Engländer mit aller Kraft abzuwehren. Eine eiserne Feuerdisziplin wurde ge­wahrt. 3fl sogar der Humor trat in dieser ern­sten Stunde in sein Recht. Als das Feuer immer mehr zunohm und der Geschohhagel immer dich­ter über unsere Köpfe dahinrauschte, da rief einer mit durchdringender Stimme über den Graben­rand den Engländern zu:El hert doch uff mit der Schießerei, seht ihr denn nit, daß hier Leut stehn?"

Lebensfreude, Sangesfreude, Sinn für Humor und tiefernste Auffassung des soldatischen Berufs, das waren die belebenden Elemente, die unseren Freiwilligen innere Kraft gaben, auch in den ern­stesten Stunden ihren Mann zu stehen.

Lind welch tiefer religiöser Sinn, frei von allen konfessionellen Schattierungen, belebte die Truppe! Als ich eines Morgens von Beaucamp nach Da- dinghem wanderte, das von den Engländern zum größten Teil in Trümmer geschossen war, da tönten aus der Kirche, von der nur noch der Turm und der anschließende Teil des Chors stand, mächtige Orgelklänge.

3d) kletterte über den Trümmerhaufen in das Innere und fand dort oben an der wenig beschädigten Orgel einen Freiwilligen sitzen, der mit Hilfe einer Leiter zum Orgelffanö geklettert war und ein feierliches Tedeum spielte

zu Ehren des Sonntags, der heute begangen wurde. Da kam der alte weißhaarige Geistliche des Ortes, kletterte auch durch den Trümmer­haufen in seine Kirche und lauschte erschüttert den wundervollen Klängen, die unser Kamerad dem Instrument entlockte. 3a,Les Allemands sont Boches sagte ich dem alten Herrn, der in Tränen ausgebrochen war.

Als wir nach drei schweren Wochen auf einen Tag aus dem Graben in Ruhestellung nach Four- nes verlegt wurden, da sand am Abend auf Wunsch unserer Leute in der ebenfalls von den Engländern in Trümmer geschossenen Kirche ein Gottesdienst statt, der wohl allen in seiner Eigen­art und eindrucksvollen Schlichtheit in dauern-

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Zug- und Gruppenführer-Prü­fung bei der Sanitätskolonne. 3m Laufe des gestrigen Tages unterzogen sich 20 Mit­glieder der Freiwilligen Sanitätskolonnen vom Roten Kreuz aus den Ortsgruppen Alsfeld, Homberg a. d. Ohm, Friedberg, Dad-Rauheim, Butzbach und Gießen einer Zua- bzw. Gruppen­führerprüfung. Acht Sanitäter legten die Prüfun­gen als Zugführer, zwölf als Gruppenführer ab und konnten sämtlich bestehen. Der Dorsihende der Prüfungskommission, Hauptmann ä la suite Lotheisen. Darmstadt, sprach sich sehr lobend Über die bei der Prüfung gezeigten Leistungen aus.

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vorragenden Wirken tn die Weite seine großen wissenschaftlichen Derdienste wurden u. a. im Fe­bruar 1929 von der amerikanischen Gesellschaft für Dererbungswissenschaft durch die Ernennung zum Mitglied der Gesellschaft anerkannt hat Prof. K r a e m e r aber niemals die Förderung der Landwirtschaft in der engeren Heimat vernach­lässigt. Sein reiches Wissen und seine großen praktischen Erfahrungen hat er als Sachverständi­ger bei der Hessischen Landwirtschaftskammer in Darmstadt zum Besten der hessischen Landwirte zur Beifügung gestellt. Daneben hat er sich durch Dorträge, Beratungen und Anregungen in un­mittelbarem Zusammenwirken von Wissenschaft und Praxis um die Schaflung besserer Existenz­grundlagen für unsere heimische Landwirtschaft be­müht. Seine besondere Fürsorge galt dabei allen Fragen der Zucht des Dogelsberger Rindes, die ihm für feine guten Ratschläge besonders viel zu danken hat. Gerne machte er Interessenten mit den Arbeiten und Ergebnissen in feinerfi Institut bekannt, um auch auf diesem Wege Aur Beleh­rung und zur Auswärtsentwickelung unserer Land­wirtschaft beizutragen.

So ausgezeichnet und vorbildlich das Wirken des Gelehrten Kraemer ist, in gleicher Weise her­vorragend ist das Walten des Menschen Krae­mer. Ausgestattet mit ungemein hohen Geistes­gaben, großer und fesselnder Beredsamkeit, tiefer Menschenliebe und reicher Güte des Herzens, freundlich und gefällig gegen jedermann, dabei von lauterstem Charakter und aufrechter nationaler Gesinnung, hat er sich in weiten Bevölkerungs­kreisen von Gießen, Oberhessen und weit darüber hinaus allgemeine Sympathie und hohe Wert­schätzung erworben. Möchten dem um unsere Land­wirtschaft und damit auch um unser Dolk ver­dienten Manne noch viele Iahre erfolgreichen Schaffens in Frische und Gesundheit beschieden sein.

Buntes Allerlei.

Das Motorrad in der Stierkampsarena

In London lebte Mister Parkinson. Besitzer eines Motorrades und von dem Ehrgeiz beseelt, einmal Sieger auf der Rennbahn in Wembley zu sein. Mit dem Lorbeerkranz über der Schul­ter von Tausenden umjubelt zu toerben, das war der Traum seines Lebens, der aber leider nie­mals in Erfüllung gehen wollte. Schweren Her­zens verzichtete er auf die Laufbahn eines Renn­fahrers und suchte ein neues Betätigungsfeld für sich und sein Stahlroß. Da las er in der Zeitung einen Artikel über die furchtbare Tierquälerei bei spanischen Stierkämpfen, er las voll Abscheu, wie

Masse herrscht, so liegt die Llrsache in der Haupt­sache darin, daß wir unseren edelsten Rachwuchs, der später unserem Dolke Dorbild und Führer gewesen wäre, im Kriege verloren haben.

Unsere Jugend ist im Felde auf Grund des Geistes, der in unserem alten Heere lebte, und der ihr eingeimpft wurde, zum Manne geworden.

Unb wenn sie selbst nicht mehr unter uns weilen, so muß aber der Geist dieser Tapferen wieder in uns und unserer heutigen Iugend wach werden, das kann aber nur geschehen, wenn wir wieder ein Heer haben, das diesen Geist pflegt und das für unser Dolk Lebensbedingung ist. Rur so kön­nen wir wieder von der Masse zum Menschen, vom Knecht zum Herrn werden.

Der Gott, der Eisen wachsen ließ,

Der wollte keine Knechte,

Drum gab er Säbel, Schwert unb Spieß Dem Maron in seine Rechte.

Drum gab er ihm ben kühnen Mut Ten Zorn ber freien Rede, Daß er bestünde bis aufs Blut Tis in ben Tob bie Fehde.

L. G.

Aus der provinzialhaupistadl.

Gießen, ben 16. August 1932.

Prof. Or. Herm. Kraemer 60 Jahre alt.

Der Direktor bes Tierzuchtinstituts unserer Llni- versität, Prof Dr. Hermann Kraemer. kann am morgigen 17. August in blühenber Gesund- beit und vollster Schaffenskraft seinen 6 0. Ge­burtstag begehen. In Zürich als Sohn des aus Berleburg lWittgenstein) stammenden, an der Technischen Hochschule Zürich wirkenden Prof. Dr. Adolf Kraemer geboren, ist der (Jubilar doch stets Deutscher geblieben.

Hermann Kraemer bestand im Iahre 1890 nach dem Besuch des humanistischen Gymnasiums in Zürich baS Maturitätsexamen. Rach kurzem Dienst in Mainz durch einen Sturz für bie Offi­zierslaufbahn untauglich geworden, studierte er in Zürich zwei Semester Iura. Dann widmete er sich während drei Semester dem Studium der Lolkswirtschast und der Raturwissenschaften, als Grundlage des landwirtschaftlichen Studiums, in Gießen. Seiner Tätigkeit in der landwirtschaft­lichen Praxis in der Schweiz und in Deutschland folgte vom Herbst 1895 an das Studium der Landwirtschaft an ber Technischen Hochschule in Zürich, im Herbst 1898 schloß sich bie Diplom­prüfung an. im Herbst 1899 folgte bic Promo­tion zum Dr. phil. an ber Llniversität Zürich. Hierauf war er als Landwirtschaftslehrer in Hagen (Westfalen) tätig. 1901 habilitierte er sich in Bonn-Poppelsdorf, anschließend folgte am 1. März 1901 seine Berufung nach Bern (Schweiz) als Ordinarius für Tierzucht, Deurteilungslehre. Hygiene der Tiere und allgemeine Biologie. Dom l .März 1908 bis 1. Oktober 1909 war er als Geschäftsführer der neugegründeten Deutschen Gesellschaft für Züchtungskunde unb zugleich als Dozent an ber Tierärztlichen Hochschule in Berlin tätig. Sodann wirkte er vom 1. Oktober 1909 bis 1. März 1921 als Ordinarius für Tierzucht an der Landwirtschaftlichen Hochschule Hohenheim und als Dozent an der Tierärztlichen Hochschule Stuttgart bis zu deren Aushebung. Seit dem Sommersemester 1921 gehört er als Ordinarius für Tierzucht und Direktor des Tierzuchtinstituts Oberer Hardthof dem Lehrkörper unserer Lan- desuniversität an. Mehrere Berufungen ins Ausland, so z. B. nach Montevideo, hat er ab­gelebt. Während seiner Tätigkeit in Hohenheim und Stuttgart war er Dorsihender des Kepler­bundes Württemberg; in den Kriegsjahren wirkte er in der Presseobteilung des General­kommandos in Stuttgart, zugleich war er Landes- Vorsitzender des Deutschen Dereins für Dolks- ernährung.

Prof. Kraemer entfaltete eine außerordent­liche rege und umfangreiche wissenschaftliche Tä­tigkeit. Er hat nicht nur den Studierenden durch seine theoretische und praktische Lehrtätigkeit als Hochschullehrer bestes geistiges Rüstzeug für ihr Leben mitgegeben, sondern auch durch eine statt­liche Anzahl bedeutsamer wissenschaftlicher Bücher, durch vielfache Mitarbeit in Fachblättern, durch fein jahrelanges Wirken als Berichterstatter für Tierzucht in denMitteilungen der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft" in Berlin und durch eine geradezu erstaunlich umfangreiche Dor- tragStätigfcit sehr viel zur Hebung der deutschen Landwirtschaft beigetragen. Reben seinem her-

ßager!"

Auch Klassiker werden verkauft. Als Ge­burtstagsgeschenke. Natürlich bevorzugt das Publi­kum aus wirtschaftlichen Gründen die Frühoerstor- benen SU ei ft, Hauff, Novalis. Die Haupt- fache ist, daß es sämtliche und nicht ausgeroählte Werke sind. Auch Nichtleser legen Wert aus philo­logische Gründlichkeit. Aber die Standard-Werke sind die Memoiren und wirtschaftspolitischen Schriften der Diplomaten, Industriesürsten und Revolutionäre. Wie einst die gesammelten, pardon sämtlichen Werke von Goethe, Lessing, Hauff, jo bilden heute die Bücher von Bismarck, Ford, Lenin und zahllosen anderen Größen des öffentlichen die eiserne Ration des Bücherschrankes, vor Ladenschluß kommen immer die Leute, längsten aussuchen. Die 200 Bände Lyrik sich noch etwas gedulden müssen, denn erst noch Bestellungen ausgeschrieben werden. Der letzte Kunde verläßt triumphierend mit einem Reclarn-Hestchen um 7.40 Uhr die Buchhandlung. Beim Zahlen sogt er:Na, seh'n Sie, jetzt haben Sie noch ein Geschäft gemacht."

ber Erinnerung bleiben wirb. Divisionspfarrer Haupt wußte in ber ihm eigenen kraftvollen Weise die Gemüter zu packen und jeden inn rlich zu erheben. Mit einigen Stearinkerzen war die Kirche beleuchtet, durch das zertrümmerte Dach leuchteten bie Sterne hinein unb 3 Kilometer von uns entfernt, tobte das Artilleriefeuer und pras­selten Infanterie- unb Maschinengewehre. Linser lieber Kamerad Eberle, der am Ostry in den Karpathen den Heldentod starb, entlodbe der be­schädigten Orgel bie Begleitung zu ben Kirchen­liedern.

Lind trotz Strapazen unb Mühsalen, trotz Hun­ger unb Entbehrungen, trotz seelischer Spannun­gen unb schlafloser Rächte lebte in unseren Leu­ten ber Drang, nach Weiterbilbung. Sobalb nur eine ruhigere Stunde eintrat, konnte man feststel­len, daß theologische oder philosophische oder na­turwissenschaftliche Bücher aus den Tornistern ge­holt wurden, um keine Minute unbenutzt verstrei­chen au lassen. Besonders stark vertreten war auch GoethesZaust" als Schühengrabenliteratur.

Erhebend war es, wenn am Abend die Pa­trouillengänge für die Rächt eingeteilt wurden. Da wollte immer die ganze Kompanie mit hin­aus. An Freiwilligen" für diese gefährlichen Gänge hat es niemals gefehlt. Als ich einmal selbst in der Rächt auf Patrouille ging, um die Stellung eines englischen Maschinengewehrs fest­zustellen, das uns nachts den Aufenthalt in einem Teilstück unseres Grabens fast unmöglich machte, da war der Andrang zu diesem Gang so stark, daß nur ein Machtwort bie Entscheidung treffen konnte.

Man mußte die strengsten Befehle ergehen lassen, um die Leute von allzu tollkühnen Streichen abzuhaiten.

Trotzdem lag eines schönen Morgens eine Rolle englischen Stacheldrahts vor meinem ilnterftanb, bic eine Rachtpatrouille von brübenbesorgt" hatte, weil wir damals noch keinen hatten.

Man könnte buhende solcher Streiche berichten. Eines Sonntags stand auf dem dreibeinigen Tisch des Offizierkasinos" (ein etwas größeres nach oben "offenes Erdloch) ein Blumenstrauß, ben einige Leute trotz Derbots aus den hinter uns liegenden Gärten im englischen Feuer geholt hat­ten.um ihren Vorgesetzten eine Freude zu be­reiten.

Mit der Fortdauer des Krieges wuchsen Stra­pazen, Entbehrungen und Aufregungen. Gegen Ende Rovember ging es aus ben Gräben Frank­reichs nach Rußland, wo unsere Division m bie schweren Kämpfe um Lobz eingreifen mußte. Der Bewegungskrieg begann.

Wenn man bie Freiwilligcnrcgimenter erwähnt, bie bei Langemark mitDeutschland. Deutschland über alles" gegen die feindlichen Stellungen stürmten dann sollte man auch derer nicht ver- aessen die am 3. Dezember ebenfalls mit diesem Schlachtgesang die russische Stellung bei Mala- und Duza Mierczonska aus den Angeln hob, unb bie wie sich später herausstcllte, durch die Er­oberung der russischen Artilleriestellung, die in schwerer Bedrängnis befindliche 5. Brigade vor ber

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Ich freue mich insgeheim, daß das 20. Jahrhun­dert noch nicht zu Ende ist. Nach einer halbstün­digen Unterredung halte ich einen Bestellzet - t e l für 10Weltseelen" in der Hand, aber eine Anzahlung lehne ich standhaft ab.

Wieder einer für den Chef persönlich. Gr will aus seiner Bibliothek 200 Bände Lyrik ver­kaufen. Gerade jetzt, wo der Laden proppenvoll ist, und die Stapel der jungen Kriegsbücher zu kleinen Häufchen zusammenschrumpfen. Ich verspreche ihm, nach Ladenschluß die Lyrik zu besichtigen.

Drei Verlagsreisende harren in einer Ecke Konkurrenzneid, denn der eine führt moderne