Aähe der Küste, aber man muh doch äußerst vorsichtig sein. Ich hatte also die peinliche Aufgabe, nach Haien Ausschau zu halten, wenn Alice badete. Bekanntlich schwimmen diese Bischer bei gutem Wetter stets derart an der Oberfläche, daß die dreieckige Rückenflosse aus dem Wasser ragt. Sie zeichnet sich dunkel von der Umgebung ab und ist mit dem Glas gut zu erkennen.
Alice kannte die Gefahr wohl, achtete ihrer aber nicht sehr, zumal sie sich nur eine ganz kurze Strecke ins Meer hinausbegab. Häufig schon hatten wir diese Badefahrten gemacht, es war nie etwas Passiert, kein Hai zeigte sich, und Alices Zuversicht in meine Betreuung war zu einer heiteren Unbekümmertheit ausgewachsen. Ich ließ jedoch das Glas nicht vom Auge, wenn auch darüber gescherzt wurde.
Eines Tages ist Alice wieder im Wasser. Die See schläft, kaum ein Wellchen rührt sich. Alice crawlt hin und her, unweit des Elfers; meine Stimme kann sie jederzeit erreichen, wir können uns deutlich sehen, lachen und Winken uns zu.
Da gewahre ich. etwa 150 Meter von Alice entfernt, eine dreieckige Rückenflosse.
Wenn der Hai die Schwimmerin noch nicht bemerkt hat, wird er sie im nächsten Augenblick bemerken. Cs geht ums Leben.
Alice kann sich auf den Strand retten. Aber sie muß sofort, in größter Eile, heranschwimmen.
Ich überlege blitzschnell: Wenn ich jetzt schreie „ein Hai!" oder wenn ich ihr sonst irgendwie die Gefahr zu erkennen gebe, wird sie vielleicht verwirrt werden, der Schreck kann sie lähmen, es ist um sie geschehen.
Rufe ich aber: „Alice, wir müssen fahren, rasch, es kommt ein Gewitter", dann wird sie totsicher antworten: „Blödsinn!". Es geht ihr wider den Strich, in den kleinen Dingen wunschgemäß zu reagieren, sie muß immer nein sagen, was anderes tun. Das hat sie zum Sport ausgebildet.
Die Rückenflosse kreuzt. Mir scheint, daß sie näherkommt. Iede Sekunde ist ein Leben wert. Wieviele Sekunden sind schon vergangen?
Ich liebe Alice, und Alice liebt mich. Ia, gewiß, sie liebt mich. Wenn ich in Gefahr wäre, würde sie alles, alles aufbieten, um mir zu helfen, bei mir zu sein.
Dieser Gedanke saust durch den Kopf. Lind schon schmeiß' ich mich auf die Knie, schreie mordsmäßig meine Hand greift ans Herz, die unartikulierten Laute werden zu Worten, ich schreie wie ein Irrer: „Hilfe! Hilfe! Ich sterbe!"
Meine Augen starren nach der Rückenflosse,
Aff^J-Mioebbels fordert: Macht an Hitler.
g srja'r lin, 15. Aug. (ERD.) Reichstagsabge- s^-Z'eter Dr. Ios. Goebbels sagt im „An- »griff“ in einem Artikel „Die Macht an - Hitler" u. a.: Die nationalsozialistische Bewegung und ihre Führer verfochten nur ihr gutes Recht, wenn sie bei der Belastung mit einer ungeheueren geschichtlichen Verantwortung, die sie für die kommende deutsche Politik zu übernehmen hatten, nun auch die Forderung aufstellten, daß man ihnen in eindeutiger Weise die Führung der Regierungsgeschäfte anvertraue und ihnen dadurch die -Möglichkeit gäbe, innere Reformen durchzuführen, die sie für die Wiedergeburt der Ration und für die Reinigung des öffentlichen Lebens in Deutschland für unerläßlich notwendig hielten. Man hat unserer Bewegung in der Vergangenheit oft den Borwurf gemacht, sie treibe eine Desperadopolitik, und wenn man sie vor die Verantwortung stelle, dann drücke sie sich scheu beiseite.
hier war zum erstenmal die Gelegenheit geboten, der nationalsozialistischen Bewegung die Chance der Opposition zu nehmen und sie mit der ganzen Würde und Last der Verantwortung zu beladen. Selbstverständliche Voraussetzung dafür aber muhte sein, daß man ihren Führer und seinen Mitarbeitern freie Hand gab, da ohne dies eine Uebernahme der Verantwortung vollkommen widersinnig war.
Was haben die hohen Herren in der Wilhelm- straße sich eigentlich dabei gedacht, als sie Adolf Hitler aufsorderten, im Kabinett Papen die Vizek^rnzlerschaft zu übernehmen? Glaubte
man dort in der Tat, daß die nationalsozialistische Bewegung sich eine beleidigende und kränkende Behandlung gefallen ließe, die man in der Vergangenheit nicht einmal der Sozialdemokratie zumutcte? Darüber aber soll kein Zweifel bestehen. Im Zwielicht bleiben wir nicht. Entweder gibt man uns die Macht, dann tragen wir die Verantwortung, oder man verweigert uns die Macht, dann stehen wir in der Opposition und fechten Es wird dann so sein, daß
jene Regierung, die sich bei ihrem Beginn etwas voreilig mit dem schmückenden Beiwort der „nationalen Konzentration" ausstattete auf den erbitterten Widerstand des gesamten nationalen Deutschlands, dos heute unter unserer Führung stehl, stößt.
Lieber den Ausgang dieses Kampfes braucht uns nicht bange zu sein. Was man uns heute verweigert, das wird man uns morgen geben müssen. In ruhiger und sicherer Entschlossenheit tritt die Bewegung an. Ihr Ziel ist unverändert wie immer: Die Macht an Hitler!
Vertagung der Parlamentariertagung der NSDAP.
Berlin, 15. Aug. (TU.) Die für Dienstag und Mittwoch in Aussicht genommene natio- nalsozialistische Pari am entart er t a - gung, an der alle nationalsozialistischen Reichstaasabgeordneten und alle nationalsozialistischen Abgeordneten der deutschen Länderparlamente teilnehmen sollten, ist. wie wir von nationalsozialistischer Seite hören, vorläufig abgesagt worden. Ein neuer Termin für die Tagung ist noch nicht bestimmt worden. Man nimmt jedoch an, daß sie noch im Laufe dieser Woche stattfinden wird.
Opposition oder Koalition?
Von unserer Berliner Redaktion.
Die einzige Frage, die nach dem negativen Verlauf der Unterredung des Reichspräsidenten v. Hindenburg mit Adolf Hitler erörtert wird, ist die, was Hitler jetzt tun wird. Rachdem die Durchführung seiner Maximalforderungen nicht gelungen ist. gibt es für ihn nur ein Entweder-Oder. Entweder er entschließt sich, mit seiner durch 230 Köpfe im Reichstag vertretenen Partei in der Opposition zu bleiben in der Hoffnung, daß dadurch das Kabinett v. Papen gestürzt werden könnte, oder er streicht von dem Maximum seiner Forderungen soviel ab, daß zwischen den Parteien Koalitionsverhandlungen geführt werden können. Der dritte Weg. der Versuch einer gewaltsamen Erzwingung eines Kurswechsels im Sinne der Rationalsozialisten kommt nicht in Frage. Hitler und die Leitung der Partei legen selbst großen Wert daraus, etwaige Putschgerüchte gar nicht erst auffommen zu lassen. Daraus läßt die Anordnung schließen, die am Samstag nach einer Führerbesprechung in Berlin getroffen wurde und nach der die SA. auf acht Tage beurlaubt wird. In Regierungskreifen knüpft man daran die Hoffnung, daß Hitler den Kampf gegen Papen entsprechend der Mahnung des Reichspräsidenten sachlich und ritterlich zu führen beabsichtigt.
Die einzige Gefahr für die Präsidial- Regierung von Papen wird von ihr in der Möglichkeit erblickt, daß sich Rationalso- z i a l i st e n und Zentrum über ihre und der Deutschnationalen Köpfe hinweg zu einer parlamentarischen Mehrheit, zu einem Aktionsprogramm und zur personellen Einigung in der Frage der Re- gierungszusammensehung finden könnten. Herr von Papen scheint diese Gefahr nicht besonders ernst zu nehmen. Im Gegensatz zu seinen Hoffnungen stehen aber ziemlich scharf um- riffene Gerüchte, nach denen schon seit einiger Zeit in zwischenparteilichen Besprechungen die K o a l i- tionsidee der praktischen Verwirklichung nähergeführt worden sei, als man
bisher annahm. Es wird davon gesprochen — und diese Mitteilungen stammen von sehr seriöser Seite —, daß das Zentrum denRational- sozialisten weitgehende Zugeständnisse für den Fall machen wolle, daß die RSDAP. ihrerseits geneigt wäre, in eine parlamentarische Regierung mit dem Zentrum zu gehen. Es sind sogar schon Einzelheiten aus diesen angeblichen und vorerst auf ihren Wahrheitsgehalt schwer nachprüfbaren Vereinbarungen mitgeteilt worden. Danach soll an eine Führung der Regierung durch Schleicher im Reich und durch Bracht in Preußen gedacht fein, während die übrigen Ministersitze im Verhältnis von 2zu 1 auf Rationalsozialisten und Zentrum aufzuteilen wären. Man muß solchen Gerüchten zunächst mit Vorsicht gegenübertreten.
„Revolution von oben."
Die Stellungnahme der Deutschnationalen.
Berlin, 15. Aug. (TLI.) Im „Tag" nimmt der deutschnationale Landtagsabgeordnete D o r ck zu der durch die Absage der RSDAP. geschaffenen Lage unter der Überschrift „Klärung?" in einem Artikel Stellung, der in einer Vorbemerkung als die Stellungnahme der DRVP. bezeichnet wird. Es heißt darin u. a.: „Die Regierung Papen wird sich jetzt klar werden müssen, daß es für sie keine Stützung auf parlamentarischem Gebiete mehr gibt. Von allen Fraktionen des Reichstages fände sie nur noch bei der Deutschnationalen Volkspartei Unterstützung, wenn sie wirklich gewillt ist, alle Konseqeunzen aus der Lage zu ziehen.
Weder dieser Reichstag noch ein neuer, weder der preußische Landtag noch ein neuer bringen ihr Mehrheiten. Rachdem die größte nationale Partei sich der positiven Mitarbeit an der Befreiung vom Parlamentarismus versagt hat, muß die Regierung, gestützt auf ihre eigene
Kritischer Augenblick.
Von Victor Klages.
Wir hatten eine halbe Rächt geplaudert. Rottebohm war aus Indien zurückgekommen. Aber wir sprachen längst nicht mehr über Indien. Wir waren bei den Frauen angelangt, und allerlei Weisheiten flatterten um die Tischlampe, die ein mildes Licht gab.
„Frauen, die immer nein sagen", bemerkte Rottebohm, der Arzt, „müssen sehr geliebt werden, sonst kann es ihnen bös ergehen im Leben."
Er stieß eine neue Zigarette auf dem Handrücken auf. machte dabei ein Gesicht, als sei er Plötzlich nicht mehr hier, unter seinen Freunden, sondern wieder in Indien. Quer durch die Kognakflasche ging sein ferner Blick.
„Run erzähl' schon", sagte einer. Lind setzte vorsichtig hinzu: „Wenn es nicht deine eigene Frau betrifft."
„Es betrifft sie", entgegnete Rottebohm. ..Aber ich werde euch doch erzählen. "Alice ist ein prächtiger Mensch. Rur hat sie eben die Eigenschaft. immer andersherum zu wollen. Rein, nicht immer. Ost. Man kann nie wissen,. Wenn Liebe und ein ruhiges Temperament dem gegen* überstehen, ist das nicht so schlimm. Wir haben alle unsere kuriosen Fehler. Man muß geistesgegenwärtig sein und das richtige tun im richtigen Augenblick. Tut man es nicht, ist das Bein ab."
„Was ist ab?" fragte Lorenz und zögerte mit dem Kognakglas auf halbem Weg zum Munde.
„Das Bein", wiederholte Rottebohm. „Hört zu."
Lind er erzählte:
„Alice ist eine glänzende Schwimmerin, es macht ihr einen Heidenspaß, im Wasser zu plantschen, und ich hab' weiß Gott nichts dagegen ein- zuwenden, obwohl ich selbst kein Verständnis für diese Beschäftigung aufbringe. Ich liebe die Badewanne, aber Flüsse oder gar das Meer genieße ich gern vom Bord eines Schiffes, ich habe nie das Verlangen gehabt, darin unterzutauchen. Daher kann ich auch nicht schwimmen. Das mußte^wohl zunächst einmal gesagt werden.
Wir hatten am Meeresstrand, unweit von PondicherryXein^ hübsche einsame Stelle ausfindig gemaayfr, Dahin fuhren wir öfter mit dem 2luto. Alice badete, ich blieb im Sande sitzen. Das war nun kein reines Vergnügen. Im ben- galischen Meerbusen fühlen sich leider die Haie sehr wobl. fle kommen allerdings selten in die
Verantwortung, auch vor der Revolution von oben nicht zurückschrecken.
Dazu wird es aber notwendig sein, daß jetzt alle hemmenden Kräfte, die noch in den Regierungsstellen vorhanden sind, rücksichtslos ausgezeichnet werden. Es ist unmöglich, daß alle die Halben und Lauen jetzt herandrängen, weil „Objektivität" der Grundsatz einer überparteilichen Regierung sei. Rur rücksichtsloses Zupacken und Tatmenschen passen in diese Zeit. Formalien dürfen keine Hindernisgründe sein, um Deutschland zu retten. Der Kanzler, der heute eine so große Macht hat, wird, wenn er zeigt, daß er sie allen zum Trotz halten will, die Menschen, denen Partei nichts, Deutschland aber alles ist, hinter sich haben. Will die Reichsregierung so handeln, dann ist eine Klärung erfolgt.
Nationalsozialistische Kampfansage an Hugenberg.
Berlin, 15. Aug. (ERB.) Der „Angriff" zitiert die Bemerkung eines rechtsstehenden Berliner Blattes, es gelte jetzt, daß jeder in seinem Kreise und nach seinen Kräften dazu beitrage, zu verhüten, daß jetzt ein Kampf innerhalb des nationalen Lagers beginne und erklärt: „Die Herrschaften hätten sich das früher überlegen sollen." Im übrigen werde der Kampf innerhalb des nationalen Deutschlands nicht be
ginnen. Denn dieses nationale Deutschland fei in der RSDAP. geeint. Llmso rücksichtsloser dagegen werde und müsse der Kampf geführt werden gegen die Clique, die sich im H u g e n * berg-Lager zusammengefunden und die Machtergreifung Adolf Hitlers und die deutsche Freiheitssrhebung noch einmal hinausgeschoben habe. Die Wiedergeburt Deutschlands sei nur möglich, wenn mit den „reaktionären Dolchstößlern" restlos aufgeräumt werde. Sie seien im Augenblick gefährlicher als selbst der Marxismus und müßten ebenso wie dieser in die Knie gezwungen werden. Englische Stimmen über Hindenburg.
London, 15. Aug. (WTB.) Die offiziöse Darstellung der Unterredung zwischen Hindenburg und Hitler, insbesondere Hitlers Ambitionen, der Mussolini Deutschlands zu werden, wird von der Abendpresse zum Teil in großer Aufmachung gebracht. „Eoening Standard" bezeichnet den Präsidenten als den „Mann von Granit", der durch sein Nein an Hitler sein Prestige ungeheuer vergrößert habe. Das Blatt schreibt, daß Hindenburgs Haltung streng verfassungsmäßig gewesen sei. Der Reichspräsident sei die einzige Institution in Deutschland, die sich einer verfassungsmäßigen Mehrheit erfreue. „Der Präsident weiß, was er will. Hitler weiß es nicht." Heute lerne die große Masse der deutschen Bevölkerung den Unterschied schätzen.
Aus alter Welt.
Absturz in den Bergen. — Zwei Tote.
Am Wilden Kaiser bei Kufstein stürzten zwei Bergsteiger ab, von denen einer, ein kaufmännischer Angestellter aus München, später t o t aufgefunden wurde. Sein Begleiter, Graf L u x b u r g, ist auf dem Transport ins Krankenhaus geworben.
Drei Touristen im Glocknergebiet abgestürzt.
Im Glocknergebiet sind dieser Tage drei Touristen von der Glocknerscharte in die Pallavicini-Rinne a b g e st ü r z t. Da die Wand etwa 800 Meter abfällt. muß mit dem Tode der Verunglückten gerechnet werden. Die Damen der Touristen sind noch nicht bekannt. Eine Rettungsexpedition ist an die Unglücksstelle abgegangen.
Schweres Autounglück in Ostpreußen.
Dieser Tage verunglückte auf der Koppelner Chaussee nahe bei Preußisch-Holland (Reg.-Bezirk Königsberg) in einer Kurve der praktische Arzt Dr. Götz aus Heilbronn mit seinem Kraftwagen, der gegen einen Baum prallte. In dem Auto des bei seinen Schwiegereltern zu Besuch weilenden Arztes befanden sich die Schwiegereltern, der Polizeiinspektor i. R. Jänisch und Frau, deren 18iährige Enkelin und Frau Dr. Götz. Alle Insassen wurden verletzt. Man brachte alle Verunglückten nach einer Klinik, wo die 78jährige Schwiegermutter des Arztes bald darauf v e r - starb. Das Befinden Dr. Götz' ist besorgniserregend, da er außer Schädelverletzungen schwere Quetschungen erlitten hat. Der Schwiegervater und Frau Dr. Götz wurden leichter verletzt. Das 18- jährige Mädchen erlitt einen schweren Schenkelbruch.
Schwere Verkehrsunfälle im Korridorgebiet. — Sechs Tote.
Aus Gdingen wird gemeldet: Auf dem Wege von Karwen nach Putzig wurde ein mit Aus* flüglern besetzter Autobus an einem ungeschützten Bahnübergang vom' Zuge erfaßt. Der Führer des Autobus, fein Mitfahrer auf dem Führersitz sowie drei Fahrgäste wurden getötet. — Zwischen Gdingen und Adlershorst stieß ein Auto in voller Fahrt gegen einen Daum. Bon den beiden Fahrgästen wurde der eine, ein Polizeibeamter, getötet, der zweite Fahrgast blieb unverletzt. Der Chauffeur erlitt lebensgefährliche Verletzungen.
Schwere Verkehrsunfälle in Schlesien. — vier Todesopfer.
Bei Sagan ereignete sich ein schwerer Verkehrsunfall. Ein Personenauto aus Sagan
die kreuzend näher kommt. Ein Glas ist nicht nötig. Ich sehe sie scharf und klar. Lind schreie, schreie...
Alice fährt wie ein Teufel aus dem Wasser, ich höre das Entsetzen kreischen: „Alfred! Alfred!" Alice ratolt mit aller Kraft zum Llfer. Ietzt ist die Rückenflosse nur noch fünfzig Meter von ihr entfernt. Ich werfe mich in den Sand, stelle mich tot. Ein letzter Blick gilt dem Hai. Er biegt ab. Alice watet bereits. Sie stürzt über mich.
Es hat eine kleine Weile gedauert, bis ich den Finger ausstrecken konnte und aufs Meer weisen. Alice begriff zunächst nichts. Als sie den Toten sehr lebendig sah, machte sie sogar ein böses Gesicht. Dann aber begriff sie. Riemals, seit wir uns kennen, haben wir uns so fest umarmt.“
Lorenz trank einen Kognak. „Schade", brummte er, „daß all den Damen, die immer nein sagen, diese Haigeschichte nicht in jedem Augenblick gegenwärtig ist."
„Meinst du, es würde nützen?" fragte Rottebohm lächelnd.
Der Absatz in der Siraßenbahnschiene.
Es kursieren zahllose Geschichten, die von einem Absatz handeln, der irgendwo steckengeblieben ist, während sich eine errötende junge Dame noch in dem Schuh befand, zu dem der Absatz gehört. Meistens verläßt die Dame in solchen Fällen den festgetretenen Schuh für einen Augenblick und übt sich in der Ruhestellung der Flamingos, bis hilfreiche Passanten die Störung beseitigen. Gottlob passiert es noch äußerst selten, daß nicht nur der Schuh, sondern auch der Fuß der Dame leidet, denn das Reichsgericht hat entschieden, daß bei solchen Unfällen die Trägerin des Schuhs für alle Schäden selbst verantwortlich ist. Schäden? Es gibt auch Damen, die Vorteile daraus zu ziehen wissen. Im Westen Berlins hat ein Verkehrsschuhmann eine merkwürdige Beobachtung gemacht: eines Abends überquerte eine junge hübsche Dame den Fahrdamm und bleibt mit ihrem Absatz in der Strahenbahnschiene haften. Sie macht vergebliche Anstrengungen, Fuß und Schuh frei zu bekommen. Es gelingt ihr auch nicht, als eine Elektrische naht und der Führer schon energisch und wütend auf den Glockenknopf tritt. Im letzten Augenblick springt ein Herr hinzu, befreit die Dame — und fährt mit ihr im Auto davon. Am nächsten Abend passiert derselbe Unfall mit demselben glücklichen Ausgang. Am dritten wieder. Am vierten auch und so zwölf Abende lang. Immer war
stieß mit einem Motorrad zusammen. Das Auto wurde über den Straßengraben geschleudert und überschlug sich mehrmals. Der Chauffeur erlitt einen Bruch der Wirbelsäule und ft a r b bei der Ueberführung ins Krankenhaus. Die beiden Insassen kamen mit leichteren Verletzungen davon. Der Motorradfahrer erlitt einen Schädelbruch und st a r b nach kurzer Zeit. — In Sprottau verunglückte bei einem Motorradzusammenstoß der Reichswehrsoldat Kurt Lehmann aus Sprottau tödlich. — In Breslau wurde der Musiklehrer Klose von einer Motorradfahrer überfahren und tödlich verletzt.
Autounglück am Gotthard-Paß. — Cin Toter, mehrere Schwerverletzte.
Am Gotthard-Paß ereignete sich ein schweres Autounglück. Ein mit sechs Personen besetzter Wagen stürzte 30 Meter in dieTief e. Eine Person war sofort tot, die anderen mußten mit mehr oder weniger schweren Verletzungen ins Krankenhaus emgetiefert werden. Der Führer des Wagens liegt hoffnungslos darnieder.
Flugzeugabsturz in der Tschechoslowakei. — vier Tote.
Im Elbetal bei Lobositz ist während eines Ver- gnügungsfluges ein Flugzeug der Masarik-Flug- linie in einen Luftwirbel geraten und a b g e - stürzt. Vier Personen waren sofort tot, während der Pilot so schwer verletzt wurde, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird.
Autounglück in Wales. — vier Tote.
Das heiße Wetter hat während des Wochenendes zu einer starken Belebung des Autoverkehrs und damit auch zu einer Steigerung der Zahl der Autounfälle geführt. Bei dem Ausflugsort Morgan (Südwales) wurden bei einem Autobus- Unfall vier Personen getötet, vier lebensgefährlich und drei leicht verletzt.
Brandkatastrophe in Manila.
In der malerischen, noch von ihrer Mauer umgebenen Altstadt von Manila sind drei ganze Häuserblocks durch einen gewaltigen Brand zerstört worden. U. a. find zwei katholische Hochschulen sowie das Ateneo-Museum in Flammen aufgegangen. Alle Gebäude stammten noch aus der Zeit der ersten spanischen Kolonisation auf den Philippinen. Der Brandschaden wird auf 5M i l- Honen Dollars geschäht.
Verantwortlich für Politik: I. V.: Ernst Blumschein.
es dieselbe Geschichte und merkwürdigerweise immer dieselbe Dame, nur immer ein anderer Herr. Am dreizehnten Abend hatte die Dame wirklich Unglück, denn da verhinderte der Schuhmann, daß ihr mit ihrem Absatz wieder ein Malheur geschah.
Zeitschriften.
— Im Augustheft vom „K u n st w a r t“ (Verlag G. D. W. Callweh, München) findet man u. a. einen aktuellen, sehr ausführlichen Leit- aufsah „Der Mensch in der Gottlosigkeit" von Ioseph Dernhart: ferner eine Auswahl von Goethe-Briefen aus verschiedenen Lebensjahren und an verschiedene Empfänger: dann einen Artikel über sränzosische Kunst in London anläßlich der großen Ausstellung in der Königlichen Akademie, dazu eine Anzahl wenig bekannter Werke altfranzösischer Malerei in guten Reproduktionen: lesenswert erscheinen uns schließlich die Zeitungsausschnitte und die ziemlich bitteren Anekdoten au£ Sowjetrußland.
— Das deutsche Volk steht noch unter dem erschütternden Eindruck der Rachricht vom Untergang der „Äiobe". Das Schiff und ein Großteil der Besatzung ruhen in der Tiefe. Wie wird man diese Opfer dem Meere entreißen können? Die Bergungsarbeiten sind im Gange. In welcher Weise sich ein solcher Kampf um die Opfer der See vollzieht, beschreibt in Text und Bild ein 'Beitrag von Karl Storch in der Reuen Rümmer der Leipziger „I l lu ft r i r t e rt Zeitung". Außerdem enthält das Heft u. a. einen Bildbericht von Elli Beinhorns Australienflug, eine Reportage „Hinter den Kulissen des Feuerwerks", einen äktuellen Aufsatz über „Weltwirtschaft mit oder ohne Gold", sowie zahlreiche Bilder zur Tagesgeschichte.
Hochschulnachrichten.
Der bekannte Berliner Staatsrechtler Professor Carl Schmitt, der an der Handels-Hoch- schule lehrt, hat einen Ruf auf den Lehrstuhl für öffentliches Recht an der Universität Köln als Rachfolger des verstorbenen Professort Stier-Somlo erhalten.
Der durch den Tod des jungverstorbenen Professors Helmut Rühl an der Universität Göttingen erledigte Lehrstuhl für bürgerliches Necht ist Professor Leo Raape in Hamburg angeboten worden.
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Hygiene der aw« Dom i Mrz M als Geschäftsführer Gesellschaft für Zu- Dozent an der Sier tätig, Sodann Wir! I.März Ml als der Landwirtschas und als Dozent ar Stuttgart bis zu Sommersemester iS für Tierzucht und Oberer Hardthof i desuniversität an. Ausland, so z. D- gelehnt. Während und Stuttgart war bundes Württemb wirkte er in der fj kommandos in Stutt Vorsitzender des Dc crnährung.
Pros. Kraemer liche rege und umsa tigkeit. Er hat nicht seine theoretische un Hochschullehrer beft< Leben mitgegeben, f liche Anzahl bedeuts durch vielfache Mit sein jahrelanges W Tierzucht in den , Landwirtschastsgesel eine geradezu ers tragstätigkeit sehr v Landwirtschaft feig


