Nr. 89 Drittes Blatt
Schafft Arbeit!
Allenthalben bemüht man sich jetzt um Wittel und Wege, die mindestens zu einer raschen Milderung der Wirtschaftskrise sich- ren sollen. Die Reichsregierung ist mit der Beratung eines umfangreichen Arbeitsbeschaffungs- Programms beschäftigt, in Arbeitgeber- und in Arbeitnchmerverbänden besaht man sich gleichfalls lebhaft mit dieser dringlichsten Aufgabe unserer Innenpolitik, und in mancherlei anderen Verbänden, Körperschaften und in Kreisen der Kommunal- und Sozialpolitiker wird mit ehrlichem Streben um die Erreichung dieses Zieles gerungen. Ein erfreulicher Fortschritt gegenüber früheren Jahren ist jetzt, insbesondere auch in ö«r Provinz Oberhessen, durch die immer stärkere Ausbreitung des Gedankens der freiwilligen Arbeitsdienstpflicht erzielt worden. Auf dieseni Gebiete hat sich der Leiter des Giehener Arbeitsamtes, Regierungsrat Dr. D u e s. schon seit Monaten, von Beginn dieser Arbeitsbeschaffungsmöglichkeit an, in hervorragender Weise betätigt. Seinem unermüdlichen Werben für diesen Gedanken durch Borträge vor Gemeindekörperschaften. Bürgermeistervereinigungen, De- konatskonferenzen und in Dürgervcrsammlungen in allen Teilen unserer Provinz ist das starke Anwachsen des freiwilligen Arbeitsdienstes in Oberhessen in besonderem Mähe zuzuschreiben. Erfreulicherweise sind in zahlreichen Orten unserer engeren Heimat aber auch andere Perfonen- kreise nut der Förderung dieser gemeinnützigen Aufgabe beschäftigt, der man nur wünschen kann, daß sie in immer gröherem AuSmah baldigst überall zur Tat werde, damit auf diesem Wege vielen erwerbslosen Mitbürgern in Stadt und Land wieder Arbeitsmöglichkeit unb "Verdienst gegeben werden kann.
Neben der Arbeitserschliehung durch die Allgemeinheit im Rahmen der gegenwärtigen Finanzkraft kann aber auch der einzelne Mitbürger sehr wesentlich zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und damit zur Milderung der Wirtschaftskrise beitragen. Es ist verkehrt, immer nur auf den Anstoh durch die Gemeinde, den Kreis oder den Staat zu warten und bei diesem Harren die Kraft der eigenen Initiative ungenutzt zu lassen. Richtig ist vielmehr die ungesäumte Einschaltung der eigenen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Bürger in die Bestrebungen, zunächst auf dem lokalen Böhen in möglichst reichem Ausmahe Arbeit zu schaffen. Wenn auch nicht übersehen werden kann, dah zahlreiche Mitbürger die wirtschaftliche Kraft zu Arbeitsaufträgen an das Handwerk und Gewerbe leider nicht mehr besitzen, so steht aber wohl doch fest, dah diese Kraft bei vielen Personen immer noch vorhanden ist. Es wird bei der Auftragserteilung von Einzelpersonen auch nicht erforderlich fein, erst noch langwierige Verhandlungen zu führen, sondern die Auftraggeber und der einzelne Handwerker bzw. Gewerbetreibende werden sich sehr rasch einigen können, so dah der sofortigen Inangriffnahme der Arbeit nichts im Wege stehen dürfte. Zunächst ist es erforderlich, dah alle wirtschaftlich noch leistungsfähigen Bürger, die bisher mit Anschaffungen für den Haushalt, oder mit Reparaturarbeiten an ihrem Hausbesih zurückgehalten haben, nun aus dieser Reserve heraustreten und Aufträge erteilen. Auf diese Weise kann weiten Kreisen des Einzelhandels und des Handwerks aller Branchen Arbeit erschlossen werden, die nicht nur dem Geschäftsinhaber selbst Beschäftigung und Verdienst bietet, sondern es auch ermöglichen wird, wieder Arbeits- kräfte einzustellen und damit die Erwerbslosigkeit einzudämmen. Unsere Hausfrauen werden auf diesem Gebiete der Wirtschaftsbelebung ein gewichtiges Wort mitzufprechen haben. Unzweifelhaft ist in vielen Familien im Verlaufe der letzten Monate mit mancherlei Anschaffungen zurückgehalten worden, die an sich als notwendig angesehen werden, die man ober aus Besorgnis um die eigene Finanzkraft angesichts der unklaren politischen Verhältnisse unterlassen hat. Vom Standpunkte des Gemeinwohls aus ist dieser Verzicht auf Anschaffungen nicht gutzuheihen. denn durch ihn wurden nur die Produktion und der Waren- absoh noch mehr gehemmt, die Erwerbslosenzahl gesteigert und die Rentabilität der Unternehmungen so gemindert, dah auch von dieser Seite her die gesamtwirtschaftliche Situation wiederum ungünstig beeinflußt wurde. Mehr Kauf- freudigkeit aller wirtschaftlich noch leistungsfähigen Personen kann auf diesem Gebiete eine erhebliche Wendung zum Besseren herbeiführen. Die Erfüllung dieses dringlichen Gebots unserer Zeit gilt für alle Konsumentenfchichten, ganz besonders auch für die Angehörigen der festbefoldeten Ein« wohnerschicht, also die Beamtenschaft, deren Gehaltsbezüge doch nur dann auf die Dauer als gesichert angesehen werden können, wenn durch die Wiederbelebung der Wirtschaft auf dem Wege der Eindämmung der Arbeitslosigkeit die öffentlichen Finanzen bei besseren Steuereingängen mehr als bisher gestärkt und gesichert werden. Die Frage der Arbeitsbeschaffung ist, unter diesem Gesichtspunkt gesehen, nicht nur eine Angelegenheit der im freien wirtschaftlichen Leben schaffenden Stände, sondern auch eine zwingende Voraussetzung für die Existenzsicherung der Beamtenschaft, die zweifellos von niemand verkannt werden wird. Für den Hausbesih, dessen wirtschaftliche Lage allerdings in vielen Fällen trostlos ist, gilt vis zu gewissen Grenzen die gleiche Marschroute, wie für die Konsumentenschaft des Warenmarktes. Wer von den Hausbesitzern nur irgendwie noch die Möglichkeit besitzt, durch die Ausführung von Reparaturarbeiten dem Bauhandwerk neue Arbeits- möglichkeiten zu bieten, sollte mit Rücksicht auf das Gesamtintereffe an der Wiederbelebung der Wirtschaft, aber auch im wohlverstandenen eigenen wirtschaftlichen Interesse nicht zögern, diese Arbeiten an seinem Besitztum in Auftrag zu geben. Wird das Baugewerbe, das bekanntlich eine bedeutsame Schlüsselstellung in der Wirtschaft einnimmt, wieder belebt, so wird in gleichem Schritt und Tritt auch das übrige Wirtschaftsleben wieder vorankommen. Wir wissen sehr wohl, dah die Steuerpolitik im Reich. Staat und Gemeinden diesem Erfordernis früher nicht in dem erwünschten Ausmaße helfend entgegengekommen ist. Anderseits kann aber nicht übersehen werden, dah durch die von der Reichsregierung angeordnete Real
GießenerAnzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)
Samstag, 16. April 1932
steuersperre doch wenigstens das Moment der bisherigen ungehemmten Heraufsetzung der Realsteuerlast hinweggeräumt und damit dem Hausbesih eine wesentliche Sicherung vor weiteren uferlosen steuerlichen Mehrbelastungen gegeben wurde. Wenn jetzt von den Hausbesitzern, soweit deren Wirtschaftskrast noch einigermaßen intakt ist, durch Auftragserteilung an das Baugewerbe der Wiederbelebung der Wirtschaft vorgearbeitet wird, so ist eine neue Drücke zu einer besseren Gestaltung der Steuereinnahmen der öffentlichen Hand geschlagen, die es ermöglichen dürfte, dah allmählich auch Staat und Kommune durch weitere Steuererleichterungen und durch Auftragserteilung fördernd in den Wirt- schaftsprozeh eingreifen können. Wer über den Tag hinausblickt, wird zugeben müssen, dah die Wirtschaftsbelebung nicht allein von oben her, sondern zu einem erheblichen Teile auch von unten herauf geschaffen werden muh, und er wird bei dieser Erkenntnis für jeden wirtschaftlich leistungsfähigen Bürger die Verpflichtung herleiten müssen, nach Maß- aabe seiner Kraft durch Warenbeschaffung und Auftragserteilung an der Ueberwindung der Wirtschaftskrise mitzuhelfen.
Daneben wird es aber trotz der Rotlage der öffentlichen Haushalte auch eine zwingende Verpflichtung des Staates und der Kommunen sein, cm ihrem Teile sich der gleichen Aufgabe zu widmen. Es ist nicht gutzuheihen, wenn die Tätigkeit der Behörden nur auf die soziale Fürsorge und die reine Derwaltungsarbeit eingestellt wird. Rotwendig ist vielmehr, die Arbeitsbeschaffung auch von der öffentlichen Hand her mit aller Energie zu erstreben. Wenn unter den derzeitigen Finanzverhältnisfen auch keine großen Projekte in Angriff genommen werden können, so gibt es doch eine ganze Anzahl von Arbeiten, die man sogar im Rahmen der eng gezogenen finanziellen Grenzen durchführen lassen kann. Alle diese im Einzelfalle wenig in Erscheinung tretenden Arbeiten werden in ihrer Gesamtheit doch ein Viel bedeuten und für die Wiederbelebung des Wirtschaftslebens ansehnlich ins Gewicht fallen. Ramentlich auf dem Gebiete der Erneuerungsarbeiten an städtischem Hausbesih würde mancher begrüßenswerte Auftrag für
das Baugewerbe herauskommen können. Ebenso dürfte die Inangriffnahme mancher neuer Arbeiten auch jetzt nicht zu den unmöglichen Dingen gehören. Das Giehener Wirtschaftsleben wäre zweifellos von der Seite der Stadt her in ansehnlicher Weise zu beleben, wenn der von uns im Rümmer 61 des »Giehener Anzeigers" vom 12. März vorgeschlagene Strahenbahn -Erweiterungsbau nach Wieseck in diesem Sommer noch zur Durchführung kommen würde. Wie wir in unserem Artikel in Rr. 61 bereits anbeuteten, ist bie Finanzierungsmöglichkeit für bie- fen Dau auch unter den gegenwärtigen Verhältnissen nicht von der Hand zu weisen. Es wird sich nut darum handeln, dah die maßgebenden Stellen unseres Gemeinwesens die erforderliche Entschlußkraft aufbringen. Zu begrüßen wäre es fernerhin, wenn die Stadtverwaltung und der Stadtrat im Rahmen des neuen Voranschlages es ermöglichten, nun endlich auch den SchulhauS- b a u in den Eichgärten zu beenden. Wir wissen natürlich, bah es sich bet dieser 'Sauarbeit noch um einen ansehnlichen Betrag handeln wird, aber vielleicht lassen sich Mittel unb Wege finden, auch auf diese Weise produktiv auf unser heimisches Wirtschaftsleben einzuwirken, die Kraft der handwerklichen unb gewerblichen Steuerzahler wieder zu erwecken und zu stärken und gleichzeitig den Etat des Wohlfahrtsamtes zu entlasten.
Schon allzulange haben wir alle miteinander auf ein Wunder gewartet, durch das der Wieder- belebungsprozeh für unsere Wirtschaft in Gang gefetzt werden sollte. Diese Passivität hat zu einem guten Teil die Wirtschaftsnot nur verschärft und das Elend der Arbeitslosigkeit zu seinem heutigen Umfange gesteigert. Raffen wir uns auf aus der Lethargie, der Einzelne und die Gesamtheit, fassen wir alle einen starken Entschluß und sorgen wir jeder an seiner Stelle dafür, dah durch Kauffreudigkeit und verantwortungs- bewuhte Auftragserteilung nach Maßgabe der vorhandenen Kräfte wieder Arbeit erschlossen wird. Dann werden wir allmählich auch wieder zu einem aufwärtsführenden Wege kommen, auf dem unserem Volke und dem Einzelnen wieder mehr Freude und Sonne im Wirken des Alltags be» schieben fein werden.
SJ.-fporl
Geräte-Wetturnen OT.
Nächsten Sonntag kommt das als Abschluß der Ausbildungsarbeit in den Vereinen planmäßige Winter-Gerätewettumen des Gaues Hessen im Rahmen des 2. Bezirks (Giehen-Wehlar-Grün- berg) in der Turnhalle des Tv. Heuchelheim bei Gießen zur Durchführung. Die turnerische Leitung der Wettkämpfe liegt in den Händen den Bezirkstumwarte Paul Schüler, Wetzlar, und Karl Reuter, Gießen, die ein Meldeergebnis von bis jetzt 180 Turnern zu verzeichnen haben: 37 in der Turnerstufe (über 18 Jahre), 32 Jugend-Oberstufe (17 und 18 Jahre), 28 Jugend- Unterstufe (15 unb 16 Jahre) unb 83 Schüler (12 bis 14 Jahre). In allen Stufen werden entsprechend abgewandelte Pflichtübungen an Reck, Barren und Pferd gefordert mit Kürübungen und einer Freiübung. Rachmittags schließt sich der Frühjahrs-Geländelauf unter Leitung des Bezirkswarts für das Dolksturnen. Albert Weigel, Klein-Linden, an. Der Langstreckenlauf zerfällt in drei Klassen: 5000 Meter (Jahrgang 1914 und früher), 3000 Meter (Jahrgang 1915 16), 2000 Meter (Jahrgang 1917 unb später) und wird als Einzel- wie auch als Mannschaftskampf (vier Läufer) ausgetragen. Mit einem Schau- und Werbeturnen von der Bühne der Turnhalle schließen die geübteren Turner des Bezirks die arbeitsreiche Veranstaltung ab. die mit bewährter Umsicht von dem Tv. Heuchelheim betreut wird. Handball im Männerturnverein (O.T).
Lokaltressen Mio. — 1900.
Am morgigen Sonntag wird aus dem Sportplatz des Mtv. ein Handball-Lokaltreffen zwischen der I. des Mtv. unb 1900 I. stottsinden. Das Vorspiel wurde schon vor sehr langer Zeit aus- getragen. Inzwischen haben beide Mannschaften an Spielstarke und Erfahrung gewonnen. Da die Männerturner mit Ersatz antreten, wird wohl ein ausgeglichenes Spiel zu sehen sein. Die Rotweißen dürsten als Platzverein einen kleinen Vorteil haben. Vor dem Spiel der 1. Mannschaft stehen sich die Iugendmannschaften beider Vereine gegenüber.
Handball im Gau Hessen (O.T.)
Am kommenden Sonntag ist die erste Mannschaft des Tv. Großen-Lindcn bei der ersten Mannschaft des Tv. Alsfeld zu Gast. Beide Mannschaften standen sich im vergangenen Jahre in Großen-Linden gegenüber, wo es den Alsfeldern gelang, nach ausgezeichnetem Spiel einen knappen 5: 4-Sieg zu erringen. Auch diesmal werden die Grohen-Lindener eine Niederlage einstecken müfsen, da die Gastgeber sich in guter Form befinden.
Aus Anlaß des ant morgigen Sonntag in Heuchelheim stattsinbenden Bezirksgeräte- wetturnens tragen die 1. Mannschaft und die 1. Jugend des Plahvcreins Handbatt-Werbespiele gegen die 1. und 2. Mannschaft des Turnvereins 1846 Gießen aus. Die Verpflichtung der leistungsfähigen Gießener Mannschaften dürfte die Gewähr für einen interessanten Verlauf der Spiele geben.
Da der VfL. Wetzlar feiner Teilnahme am Waldlauf in Aßlar wegen in letzter Minute absagte, muhten die für den letzten Sonntag vorgesehenen Spiele des Tv. Heuchelheim ausfallen. Die als Ersatz hierfür ousgetragenen Spiele gegen die 1. und 2. Mannschaft des Turnvereins Krofdorf wurden beide von den Einheimischen gewonnen. Ebenso konnte die 2. Jugend des Iu- gendmannfchast des Tv. A l l e n d o r f (Lahn) mit 3:4 Toren das Nachsehen geben.
Arn Sonntag hat der Tv. Klein - Linden die 1. und 2. Handballrnannfchaft des Tv. Hau - s e n zu Gast. Das Ergebnis der beiden Freundschaftsspiele ist nicht vorauszusagen.
Tum- und Sportgemeinde RoSheim.
Am morgigen Sonntag hoben die beiden Mannschaften der Turn- unb Sportgemeinde Bieber die 1. und 2. Mannschaft des DHL. Gießen zu Gast. Die Gäste stellen für die Rodheimer schwer
zu nehmende Gegner dar, denn der DHL. verfügt über sehr gute Kräfte. Wenn den Rodheimern auch der Sieg nicht möglich fein sollte, so werden sie sich doch sehr bemühen, dem Gegner eine gleichwertige Partie zu liefern.
VfB.-Gießen.
Auf dem Waldsportplatz treffen sich morgen nachmittag die Ligareseroen des VfB. und der Spielvereinigung 1900. Man erwartet auch bei diesem Lokaltreffen einen spannenden Kampf, do beide Mannschaften sehr spielstark sind unb außerdem in ihren Leistungen sich ungefähr die Waage halten dürsten.
Am Vormittag empfangen die Alten Herren eine Mannschaft des To. Lollar. Man erwartet ein unterhaltsames Spiel.
Jugendspiele.
Die 1. Jugend des VfB. empfängt auf eigenem Platz die sehr spielstarke 1. Jugend des Sportvereins Wetzlar. Der Ausgang des Kampfes ist offen. Die 1. Schuler treten zum Pflichtspiel in Leihgestern gegen die Schüler des Platzvereins an.
Spielvereinigung 1900 Gießen.
Neben dem Lokaltreffen, das am morgigen Sonntag stattfindet, hat die Spielvereinigung 1900 auch noch einige andere Spiele auf dem Programm. Die Ligareserve bestreitet ebenfalls ein Spiel gegen den Lokalgegner, die Ligareserve des VfB. und zwar auf dem Waldsportplatz. Die 3. Mannschaft empfängt am Vormittag auf dem Platz an der Liebigs- höhe die 1. Mannschaft von Waldgirmes und sollte sich gegen diesen Gegner einen Sieg sichern. Die 4. spielte ebenfalls auf eigenem Platz gegen die 1. von Büblingshausen, die 5. gegen die 2. des gleichen Vereins. Die Gäste aus dem .Kreis Wetzlar sind nicht zu unterschätzen.
Jugendspiele.
1900 1. Jugend hat BfN. Butzbach 1. Jugend zum Gegner. Die bisherigen Kämpfe endeten stets mit knappen Resultaten, so daß auch jetzt ein hartes Ringen um den Sieg stattfinden wird. 1900 2. Jugend empfängt Leihgestern 1. Jugend. Dos Vorspiel gewannen die 1900er infolge ihres besseren Zusammenspiels und werden dadurch wohl auch das Rückspiel für sich entscheiden. Tie 3. Jugend spielt gegen Klein-Linden 1. Jugend. Gegen den kräftigeren Gegner haben die Blauweißen auf dem kleinen Platz in Klein- Linden wenig Chancen. 1900 Schüler treten gegen Butzbachs Schüler an.
FC. „Teutonia^Wahenborn-Sieinberg
Am morgigen Sonntag empfangen die 1. und die 2. Mannschaft von Watzenborn-Steinberg die gleichen des Sp.°D. ..Viktoria" Nidda zu Freundschaftsspielen. Im Vorspiel in Nidda mußte die 1. Mannschaft nach spannendem Kampfe eine 4:5-Niederlage hinnehmen. Nidda gehört der A- Klasfe des Süddeutschen Spielverbandes an. Die 1. Mannschaft befindet sich in bester Verfassung und verfügt über vorzügliche Einzelkräfte, die guten Fußbatt spielten. Ob Steinbergs 1. Elf einen Sieg erringen kann, ist fraglich. Die 2. Mannschaft, die in Nidda ihr bestes Spiel lieferte und 3:0 gewann, sollte auch auf heimischem Boden in der Lage sein, sich zu behaupten. Die Schüler haben die Schüler des Sportvereins Wetzlar zu Gast und werden sich auch diesmal den Sisg nicht nehmen lassen.
Sportverein 1928 Garbenteich.
Drei Mannschaften des Sportvereins 1928 Garbenteich fahren am kommenden Sonntag nach Wetzlar und treten dort geigen die Ligareserve, die 1. Jugend und die 1. Schülermannschaft des Sportvereins Metzlar an. Die 1. Mannschaft trifft auf die Ligareseroe des Gastgebers, weilt zum ersten Male auf dem heißen Wetzlarer Boden, sollte aber dem Gegner einen gleichwertigen Kampf liefern. Die Jugendmannfchost Garbenteichs konnte das Doripiel mit 2:1 für sich entscheiden. Für das Rückspiel wird man sich sehr anstrengen müssen, wenn man ehrenvoll bestehen will. Die Schülermannschoft
wird in Wetzlar kaum gewinnen können, wenn fW auch das Borspiel mit 0:0 untentschieden halten konnte.
Vom Gießener Flughafen.
Auf dem Flugplatz Gießen wurde das Flugzeug D 1638 der Fliegergruppe Friedberg „Polytechni- fum", Type Klemm, mit Motor BMW. (60 Pb) noch der Generalüberholung wieder in den Dienst gestellt. Es findet Verwendung für die Fliegerschulung der Mitglieder der genannten Gruppe. — Die Südwest. deutsche Fliegervereinigung in Gießen veranstaltete am vergangenen Sonntag einen gut besuchten Flugtag in E11elbruck (Luxemburg).
Leichtathletik der Sp.-Dg. 1900.
Kommenden Sonntag bestreiten die 1900er die ersten Bahnwettkämpse dieser Saison, und zwar wird bei einer Paarlaus-Veranstaltung des Postsportvereins Frankfurt a. M. im Frankfurter Stadion gestartet Es kommen ein Halb- sowie ein Viertelstunden-Paarlaufen zum Austrag. Außerdem sind noch 1500 Meter sür Jugendliche ausgeschrieben Die führenden Langstreckler deS Mainbezirks werden sich einfinden. 1900'8 Vertretung lautet: für die halbe Stunde Gerhardt-Schaaf. für die Viertelstunde Reitz- Peters, für den 1500 • Meter - Iugendlauf Baumstieger und Berghöfe r. Man nimmt an. daß sich die Gießener gut aus der Affäre ziehen werden.
Tisch-Tennis der Sp.-Vg. 1900.
Zu einem Turnier von großem Ausmaß gehaftet die Spielvercinigung 1900 am kommenden Sonntag den Kampf gegen den Wetzlarer Sportverein. Cs kommen nicht weniger als 16 Einzel- und 8 Doppelspiele, höchstwahrscheinlich auch, und zwar erstmalig für die Spielvereinigungsleute, drei gemischte (Damen- und Herren-)Doppelspiele zum Austrag. Die Wetzlarer Mannschaft ist als äußerst spielstark zu betrachten. Die Einheimifchen werden einen schweren Stand haben. Man wird mit einem knappen Ausgang des Kampfe- rechnen müssen.
Rodheim - Kinzenbach - LaunSbach.
(Ein Geräte-TNonnschaflskampf.
Am Sonntag findet im Dereinslokal des Turnvereins Launsbach ein Mannschaftskampf der Turnvereine Rodheim- Kinzenbach—Launsbach statt. Die beiden vorhergehenden Kämpfe konnte Launsbach knapp gewinnen, den letzten nur durch Glück, da Rodheim nur mit 7 Turnern antrat. Im bevorstehenden Wettkampf dürste wiederum in der Mannschaft von Rodheim oder Launsbach der Sieger zu suchen sein. ES wird geturnt an Pferd, Darren und Reck je eine Kürübung, von 2 Turnern jeder Mannschaft außerdem je eine Äürfreiübung.
Waldlaufmeisterschast des AOT
Nach langer Zeit findet in unserem engeren Heimatgebiet, im Lahn-Dünsberg-Gau, wieder einmal eine Bundesoeranstaltung statt. Der Allgemeine Deutsche Turnerbund veranstaltet am kommenden Sonntag in Wißmar die diesjährigen Waldlauf- Meisterschaften des Bundes. Gleichzeitig finden die Waldlaufmeisterschaften des Südwestdcutschen Turnverbandes statt. Die Meisterschaft des Bundes sieht eine Strecke von 7500 Meter, für den Mannschaftswettbewerb eine Strecke von 1500 Meter vor. Die Meisterschaft des Südwestdeutschen Turnverbondes sieht die Läufer ebenfalls auf einer 7500 Meier langen Strecke Den Auftakt zur Veranstaltung bildet eine Zusammenkunft am Vorabend, bei dem die Gauriege des Lahn-Dünsberg-Goues, der Turnverein Wißmar, sowie ein einheimischer Gesangverein Mitwirken werden.
Arbeiter-Turn- und Sporibund.
Bezirkswaldlauf in Launsbach.
Am kommenden Sonntag besteht anläßlich deS Bezirkswaldlaufes Spielverbot für den gesamten Bezirk. Der Frühjahrswaldlauf findet in Launsbach statt und ist als Trainings- und Propagandalauf für sämtliche Sparten in verschiedenen Klassen gedacht. Den Abschluß der Veranstaltung bildet ein FußbalKDerbespiel zwischen dem Kreismeister Naunheim I gegen eine zusammengestellte Bezirksmannschaft. Da sich die Bezirkself aus den besten Spielern der übrigen Vereine zusammen- seht, dürfte ein interessanter Kampf zu erwarten fein.
Oberheffen.
Butzbach-Licher Eisenbahn.
X Butzbach, 15. April. Die Kommission für die Aufstellung des neuen Fahrplans der Butzbach-Licher Eisenbahn tagte hier im „Hessischen Hof". Man einigte sich dahin, daß der jetzt bestehende Fahrplan im ganzen weiterbestehen soll. Da der Abendzug von Butzbach etwas später gelegt wird, soll sitr die 01 tv beiterschast eine Autofahrt bis Gambach eingelegt werden, die kurz nach Fabrikschluß in Butzbach beginnt. Der Autoverkehr, der an Stelle ausgefallener Züge eingerichtet worden war, Hot sich sehr verschlechtert. Es muhten monatlich große Zuschüsse aufgebracht werden, die sich in der Höhe von 500 bis 900 Mk. nn Monat bewegten Durchschnittlich mußten über 600 Mk. zugesetzt werden. Da der jetzige Vertrag mit dem 14. Mai abläuft, konnte ein neuer Vertrag mit einem anderen Kraftwagenunternehmen abgeschlossen werden, das die Fahrten zu wesentlich niedrigeren Kilometersähen aus- führt. Hierdurch ist es möglich, den Autofahrplan im seitherigen Umfang vorläufig aufrechtzuerhalten Es muß aber erwartet werden, daß doS Publikum diese Verkehrsgelegenheit auch benutzt. Daß es hierbei Schwierigkeiten angesichts der schlechten Lage der ländlichen Bevölkerung gibt, deren Einkünfte so gering geworden find, möge ein Beispiel zeigen Da eben auf dem Lande 4 Pfennig für ein Ei bezahlt werden, kostet eine Fahrt von 18 Kilometer (9 Kilometer Hin- und 9 Kilometer Rückfahrt) 4 5 Eier. Daß da viele Leute den Weg zu Fuß zurücklegen, ist begreiflich. Dadurch wird aber auch das Dahn- unternehmen immer mehr unrentabel.
Lanorrets Gietzerr.
* Mainzlar, 16. April. Am heutigen Samstag kann Direktor Töppler, der Leiter be> Mainzlarer Werkes der Firma Scheidhauer & © i e b i n g AG. Bonn, auf eine 2 5jährige Tätigkeit bei dieser Firma zurückblicken. Im Jahre 1907 leitete er den Aufbau des Main-larsi


