Wirtschaft.
Starker Rückgang des deutschen Außenhandels im Januar.
WTB. Berlin, 15. Febr. 3m Monat Januar betrug die tatsächliche Einfuhr (alle Ziffern in Millionen Mk.) 425,0. Sie ist gegenüber dem Bormonat um 65,0 zurückgegan- g e n, was sich zunächst durch das weitere Ab- sinken der Preise erklärt. Die Ausfuhr hat sich von 708,0 im Dezember (ausgewiesen 738,0, d. h. einschließlich 30,0 nachträgliche Sammel-An- schreibungen) auf 5 4 2,0 im Januar vermindert. Davon betrogen Reparationssachlieferungen 12,0 (26,0). Für die Gesamtausfuhr ergibt sich demnach ein Ausfuhrrückgang um 16 6,0, woran die Fertigwaren mit 143,0 beteiligt sinh. Dem Werte nach beträgt die Abnahme der Ausfuhr 23 v. H Der mengenmäßige Rückgang ist etwas geringer, er ist durch die hemmenden wirtschaftspolitischen Maßnahmen im internationalen Warenaustausch bedingt. Die Handelsbilanz zeigt im 3anuar einen tatsächlichen Ausfuhrüberschuß von 105,0; einschließlich der Reparationssachliefcrungen ist die Handelsbilanz mit 117,0 tatsächlich aktiv (gegenüber 218,0 im Dezember bei Absetzung Der damaligen Sammelanschreibungen).
Preußisches Handelsministerium für Börseneröffnung.
Berlin, 16. Febr. (WTD. Funkspruch.) Der preußische Minister für Handel und Gewerbe hat den Börsenvorständen mitgeteilt, daß er mit der Abhaltung von Bersarnrnlungen der Wertpapierbörse nunmehr einverstanden fei. Dabei soll jedoch zunächst von amtlichen Kursfeststellungen abgesehen werden. Weiter erscheint es notwendig, daß dec Wertpapierverlehr sich nach der langen Dauer der Schließung in der nächsten Zeit unbeeinflußt von Pfandexekutionen von Wertpapieren (Lombardeffeklen) abspielt. Es sollen daher vor der Wiederaufnahme der Börsenversammlungen Beschlüsse der Berufsvereinigungen des Dankgewerbes veranlaßt werden, nach denen sie sich für ihre Mitglieder verpflichten. Pfandexekutionen im Börsenverkehr vorläufig nicht vorzunehmen.
Gegen apitaiflucht durch Warenkäufe
Berlin, 15. Febr. (WTB.) Es hat sich her- ausgestellt, daß in einzelnen Fällen Waren- käufe im Ausland zum Zwecke der Kapitalflucht vorgenommen werden, und zwar in der Weise, daß Einzel- oder allgemeine Genehmigungen zur Bezahlung der Wareneinfubr erwirkt wurden, die gekaufte Ware aber im Ausland belassen und dort unter Verletzung der Devisenbestimmungen später wieder verkauft wurde, wobei der Erlös im Ausland stehen blieb. Die Devisenbewirtschaftungsstellen werden daher künftig bei der Erteilung von Genehmigungen von Wareneinfuhren die Derpflichtungsertlärung verlangen, daß der Bezieher die Ware spätestens innerhalb eines Monats nach Leistung der Zahlung tatsächlich ins Inland verbringt. Auch die Inhaber von allgemeinen Genehmigungen werden zu einer entsprechenden Erklärung gegenüber den Devisenbewirtschaftungsstellen veranlaßt werden.
Holzversteigerungs - Termine.
Mittwoch, 17. Februar.
Bürgermeisterei. Gießen: Zusammenkunft an der Licher Straße, 10. Schneise. 9.30 älhr.
* Lochanstal tvorm. MeguininDuh- bach. Man teilt uns mit: Infolge starken 11m- satzrückganges ist die Lochanstalt vorm. Meguin in Butzbach zahlungsunfähig geworden und hat
am 2. Februar ihre Zahlungen eingestellt. Ueber- schuldung liegt nicht vor. Gleichzeitig wurde Antrag beim Amtsgericht Butzbach auf gerichtliches Vergleichsverfahren gestellt. Eine zahlreich besuchte Gläubigerversannnlung hat am 10. d. M. einen fünsköpsigen Gläubigeraus.'chuh gewählt, der beauftragt wurde, zusammen mit dem als gerichtliche Vertrauensperson vorgesehenen Dr. jur. K. E. Ruckelshausen, Volkswirt RDV. in Gießen die Frage der Durchführung des Der- aleichsversahrens und der Weiterarbeit zu prüfen. Diese Rachprüfung ist positiv ausgefallen, so daß mit der Erhaltung des Unternehmens nunmehr zu rechnen ist.
• Hanomag stellt Arbeiter ein. Die gute Entwicklung des Hanomag-Verkaufsgeschäf- tes ermöglicht die Reueinstellung von 275 Arbeitern, um durch diese die Vorarbeiten für die Ausnahme der vollen Frühjahrsproduktion zu treffen. Bei weiterhin günstiger Haltung des Umsatzes in Hanomag-Automobilen und -Schleppern ist mit neuen Arbeiter-Einstellungen bald zu rechnen.
Frankfurt weiter fest.
Frankfurt a. M., 15. Febr. Die weitere Haussestimmung an der Reuyorker Börse bewirkte auch im hiesigen Telephonverkehr zu Beginn der neuen Woche eine weiterhin sehr feste Tendenz, zumal auch die Wiederkandidatur Hindenburgs als Reichspräsident eine merkliche Beruhigung in die Reihen der Börsenkreise brachte. DaS Geschäft hielt sich aber in sehr engen Grenzen, da sowohl Verkäufer als auch Käufer starke Zurückhaltung bekundeten und die weitere Gestaltung der Dörsenlage abwarten wollen. Kleine Publikumsorder führten bei der Enge des Marktes schon Kurserhöhungen von 2—4 Prozent herbei. Im Vordergründe des Interesses standen wiederum Clektroaktien, von denen besonders Siemens, Gessürel, Licht & Kraft und Schuckcrt mehr beachtet waren. Auch I.-G.«Farben und am Montanmarkt Rhein. Braunkohlen fanden reges Interesse. Einen sehr starken Kursgewinn verzeichneten von Auslandswerten Chadeaktien, die 10 Mark anzogen. An den übrigen Aktienmärkten waren keine größeren Veränderungen zu bemerken.
Am Markt der festverzinslichenWerte war die Erundstimmung freundlich, doch hielt sich die Ilmsatztätigkeit in engsten Grenzen, weil sich das Hauptinteresse auf den Aktienmarkt konzentrierte. Es ergaben sich auf fast allen Gebieten etwa 0,5prozentige Besserungen. die jedoch spä er meist nicht immer behauptet blieben, größere Kursgewinne verzeichneten von Schahanweisunacn Kölner und Frankfurter, die bis zu 2 Proz. höher notierten. Von Industrie-Obligationen zogen IG.- Farben und Reichsbahn-Dorzugsaltien je 1 Prozent an. Auf der Basis vom vergangenen Samstag waren einige Vorkriegs-Obligationen gesucht.
Berlin abgeschwächi.
Berlin, 16. Febr. (WTB. Funkspruch.) Der heutige telephonische Freiverkehr stand unter dem Eindruck der matten gestrigen Reuyorker Börse. Die Spekulation war unsicher geworden und neigte zu Glattstellungen, zumal es an neuen Anregungen fch.te. S-lbst die Kandidaturannahme Hindenburgs wurde durch die ungünstigen Auhenhandelsziffern in der Wirkung wieder aufgehoben, so daß die Kundschaft heute ebenfalls wenig im Markt war, anscheinend, weil sie durch das ewige Auf und Ab der Kurse gleichfalls nervös gemacht wird. Je nachdem die Währungsoptimisten oder die Währungspessimisten den Markt beherrschen, schaukelt nämlich die Tendenz hin und her. Heute scheinen wieder die Optimisten die Oberhand bekommen zu haben. Jedenfalls ging das Kursniveau, das schon
Bon Seid Md Me.
Roman von Grete von Saß.
Copyright by Martin Feuchtwonger, Hall«
13 Fortsetzung Nachdruck verboten.
»Papa geht seiner Wege und läßt mich — unbekümmert darum, wie ich mich dabei fühle — in diesem großen, langweiligen Hause zurück."
»Das ist schlimm", gab Hans-Achim zu. „Aber Ihr Herr Vater hat nun mal sein Geschäft, das ihn stark beansprucht."
„3a, das geht vor. Selbstverständlich! Für mich ist das aber sehr traurig. Solange wir in der Großbeerenstraße lebten, empfand ich meine Verlassenheit nicht so. Da hatte ich Eva in der Rähe. Ich ging zu ihr oder sie kam zu mir. Seit wir hier wohnen, ist sie noch nicht ein einzigesmal bei mir gewesen."
„Eva hat viel au tun“, versuchte er seiner Schwester Fernbleiben zu entschuldigen.
Rose zuckte mit den Schultern.
„Sie macht sich das Leben viel zu schwer. Vor Tagen erhielt ich einen Brief von thr. Sie schrieb mir, daß sie den Töchtern von Doktor Fahrenkrug Sprachunterricht gibt. Wozu plagt sie sich damit?"
Sie sah Hans-Achim forschend an.
„Weil sie Geld verdienen muß."
..Ach, ilnsinn. Es geht gewiß auch so. Sie soll nur zu mir kommen! Alles andere findet sich schon.
3hre Taktlosigkeit machte ihn verlegen. Er leitete das Gespräch auf ein anderes Thema über, sprach von seiner Arbeit in der Bank, die ihn sehr interessiere.
Roses Augen leuchteten.
„Das freut mich! Sie sollen mal sehen, das wird noch besser, wenn Sie erst Einblick in die Börsengeschäfte haben werden! Ich versichere Sie, das ist das Interessanteste und zugleich Aufregendste, was es gibt. Das ist ungefähr so wie Glücksspiel. Spielen Sie?"
„Ich habe es einmal getan", gestand er. „Rie wieder werde ich es tun.“
„Warum nie wieder? Haben Sie Pech gehabt?" „Unverschämtes Pech sogar!"
„Ach!"
Roses schwarze Augen bekamen einen bohrenden Blick.
„3etzt schon?" fragte sie ihn aus drängender Reugier heraus.
Er schüttelte mit dem Kopfe. Lieberlegte. — Ob ich ihr gestehe, daß dies Pech die Ursache meines Besuches ist?
Ehe er noch zu einem Entschluß kam, forschte sie weiter:
„Verzeihung, daß id> frage: hängt das mit der wichtigen Angelegenheit zusammen?"
Hans-Achim nickte.
Rose lehnte sich in ihren Sessel zurück, sah sekundenlang mit nachdenklichem Blick ins Unbestimmte und danach ihn an, während sie fest und bestimmt sagte:
„Papa muh Ihnen helfen. Er wird es bestimmt tun. Ich werde dafür sorgen."
Hans-Achim dankte ihr.
Rose sagte:
„Run müssen Sie mich einweihen."
Es tat ihm Wohl, sich einmal zu einem Menschen aussprechen zu können — ohne Rückhalt. Rose schien volles Verständnis für seine Lage zu haben.
„Ihre Lage ist eben peinlich; das begreife ich gut. Aber sie ist nicht hoffnungslos. Lassen Sie mich nur machen. Rur Zeit muß ich haben. Gehen Sie zu Gisevius und bitten Sie ihn, daß er den Termin verlängert. Wenn Sie wollen, mache ich das auch. Ich kenne Gisevius. Sein Geschäft befindet sich in der Königgrätzer Straße — zwei Häuser von Doktor Fahrenkrugs Haus entfernt.“
„Jawohl!"
„Run also! — Soll ich zu ihm gehen?"
„Rein, das will ich lieber selbst besorgen."
„Wie Sie wollen. Bitten Sie ihn, daß er den Termin bis zum ersten Juli verlängert. Zeit — Zeit ist alles, was wir brauchen."
So hatte auch Fahrenkrug gesagt. Aber auf Roses Versprechen gab er mehr.
Er verabschiedete sich von ihr. Sie begleitete ihn nun hinaus.
2Iuf dem Wege zu Gisevius, den er sofort aufsuchte, dachte Hans-Achim daran, daß er unterlassen hatte, Rose zu bitten, über die Angelegenheit zu niemand, außer zu ihrem Vater, darüber zu sprechen. Es beunruhigte ihn für einen Moment, dann sagte er sich: Es ist ja selbstverständlich, daß sie es nicht tun wird.
Hans-Achim traf Gisevius in seinem Geschäft an.
„Ich weih bereits, was Sie zu mir führt, Herr Tönnies!" Damit empfing ihn Gisevius.
„Fräulein Münchmeyer hat mich soeben telephonisch davon verständigt. Ich sehe es Ihrem Gesicht an: es berührt Sie peinlich, aber Sie haben von mir aus nichts zu besiirchten. Ich bin diskret! Finde es großartig von Fräulein Münch- meher, dah sie Ihre Sache so energisch in die Hund nimmt. — Äa ja, schließlich ist es ja auch selbstverständlich."
Mit einem verständnisinnigen Lächeln in den Augen und Mundwinkeln, sagte er es.
Hans-Achim dachte: Wie unvorsichtig das von Rose war! Er fühlte deutlich, dah Gisevius etwas vermutete, was nicht zutreffend war. — llebcr- legte, ob es nicht seine Pflicht wäre, Gisevius' Vermutung zu zerstören?
unter Realisationen litt, heute weiter zurück. Die Abschwächungen hielten sich jedoch im allgemeinen in Grenzen von 1 bis 2 Prozent. Rur Schiffahrtsaktien lagen weiter ausgesprochen schwach. Auch die gestern noch favorisierten Elektrowerte mußten sich mehrprozentige Abschläge gefallen lassen, ebenso waren Reichsbankanteile auffällig gedrückt. Die sonstigen Spezialitäten (Charlottenburger Wasser, Deutsche Erdöl, Julius Berger, Schubert & Salzer usw.) büßten ebenfalls im Durchschnitt 2 Prozent ein. Bemerkenswert widerstandsfähig lagen nur alle Kohlenwerte und Contigummi, die ihren Paristand behaupten konnten. Gut gehalten waren auch die Auslandwerte, Chadeaktien konnten sogar noch 1 Mark anziehen, auch Arbed-Bonds waren V» Prozent höher gesucht. Der Anlagemarkt hatte uneinheitliche Tendenz. Deutsche Anleihen und Reichsschuldbücher neigten zur Schwäche, dagegen waren Goldpfandbriefe und Schahanweisungen, Kommunalobligationen und Stadtanleihen auf gestriger Basis eher gesucht und bis 7» Prozent höher. 3m Verlaufe bröckelten die Kurse an den Aktienmärkten bei mangelnden Umsätzen weiter ab, die Rückgänge betrugen jedoch nur Bruchteile eines Prozentes.
Rindermarkt in Gießen
Auf dem heutigen Rinder°(Ruhvieh)Markt in Gießen standen 488 Stück Großvieh, 54 Fresser und 102 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe erster Qualität 320 bis 400 Mark, zweiter Qualität 200 bis 280 Mark, dritter Qualität 100 bis 180 Mark; Schlachtkühe 50 bis 250 Mark. Rinder 1/2- bis 3/1jäßrig 60 bis 120 Mark, bis 2iährig 80 bis 180 Mark, tragend 150 bis 300 Mark. Kälber das Pfund Lebendgewicht 20 bis 25 Pfennig; ausgesuchte Tiere über Rotiz. Marktverlauf: Wegen allgemeiner Seuchengefahr im Reich Auftrieb geringer; Kauflust zurückhaltend.
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt cl 2H.
15. Jebruar
16. Februar
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
Geld | Brie
(Ffl 1
Brie
Helsingsor» .
6.524
6,536
6,593
6,607
Wien
49.95
50,05
49.95
50.05
Prag
12,465
12,485
12,465
12.485
Budapett .
56,94
57,06
56,94
57,06
Sofia . .
3,057
3,063
3,057
3,063
Hollanv
169,93
170,27
170,33
170,67
O«lo
78,82
78,98
78,82
78,98
Kopenhagen.
79,82
79,98
79,82
79,98
©torfholm
81,07
81,23
81,07
81,23
Conbon
14.49
14,53
14,49
14,53
Buenos ülrei
1,028
1,032
1,028
1,032
Ncunorl
4,209
4,217
4,209
4,217
Brüssel
58,64
58,76
58,69
58,81
Italien
21,84
21,88
21,84
21,88
Paris . .
16,50
16,63
16,59
16,63
Schweiz
82,14
82,30
82,14
82,30
Spanien
33,27
33,33
33,17
33,23
Danzig
81.97
82,13
81.97
82,13
Japan
1.484
1.486
1,484
1,486
Kto be Ian..
0,250
0,252
0,250
0,252
Jugoslawien. Cthabon
7.463
7,477
7,463
7,477
13,19
13,21
13,19
13,21
Banknoten
•
Berlin, l5.Februar
Meld
Bries
'Amerikanische Noten . . .
4,20
4,22
Belgische Noten . . .
5 ,48
. r8,72
Dänische Noten ....
79,64
79,96
Englische Noten.....
14,45
14,51
französische Note« ....
Hollänoijche Noten . . .
16.55
16,61
169.56
170,24
Italienische Noten . . .
21.82
21,90
Norwegische Noten . . .
78.64
78,96
Deutsch-Oesterreich, * 100 Schilling
Mumänijche Noten ....
2.49
2.51
Schwedische Noten ....
f 0,89
81,21
Schweizer Noten.....
81,96
82,28
Spanische Noten.....
33,13
33,27
Ungarische Noten ...
Briefkasten der Redaktion.
(Nechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)
H. L. 1. Der Mitwirkung eines Beamten in einer solchen Versammlung stehen feine Bedenken entgegen. 2. Einem dekretmähig angestellten Beamten kann vom Staate nicht gekündigt werden.
Da sprach Gisevius schon weiter:'
„Also, Herr Tönnies, die bewußte Angelegenheit hat Zeit. Sagen wir — vorerst bis zum ersten 3uli. Diesen Termin nannte mir 3hr Fräulein — Verzeihung, Fräulein Münchmeyer."
Wieder zuckte das verständnisinnige Lächeln in seinen Mundwinkeln. Es war Hans-Achim unangenehm. Aber er kämpfte das peinliche Gefühl nieder.
„Also bis zum ersten 3uli, Herr Gisevius. 3ch danke 3hnen."
Er reichte ihm die Hand, die fest gedrückt wurde.
„Ich freue mich, daß ich Ihnen gefällig fein faniL — Stehe Ihnen auch außerdem jederzeit zur Verfügung."
„Danke sehr! Sehr freundlich!"
Rachmittags um halb fünf Uhr erschien Rose in der Bank. Hans-Achim war gerade im Haupt- bureau, wo er sich wegen einer Berechnung, die er nicht klar zu lösen vermochte, bei dem Buchhalter Rat holte.
Der Buchhalter und die übrigen Herren erhoben sich plötzlich, dadurch wurde er auf Roses Erscheinen ausmerksam gemacht.
Rose tänzelte geradeswegs auf ihn zu, für die Grüße der Herren mit einem Lächeln quittierend.
Hans-Achim ging ihr ein paar Schritte entgegen, neigte sich über ihre Hand, sie respektvoll mit den Lippen berührend.
„Was sagen Sie dazu, daß ich gekommen bin?" fragte sie, mit einem Lächeln zu ihm aufsehend. „Sie sind entsetzt — ich sehe es Ihnen an. Machen Sie nicht so ein bedeppertes Gesicht! Das sieht ja aus, als ärgerte Sie mein Besuch. Und ich will doch, daß man Sie um die Freundschaft mit mir beneiden soll."
„Das haben Sie bestimmt erreicht", sagte Hans- Achim. Sein Gesicht blieb jedoch finster. Heber ihrem Arm lag nachlässig eine kostbare Weißfuchsstola, die in Gefahr war, ihr zu entgleiten. Er faßte nach diesem Stück und hielt es fest.
„Was machen wir nun?" fragte Hans-Achim. „Es ist eben erst halb fünf Uhr. Ich muh noch eine halbe Stunde arbeiten."
„Lächerlich! — Wir gehen natürlich!"
„Run gut. Wollen Sie mich, bitte, hier erwarten? Ich komme sofort."
Rose ließ sich in einen der großen Ledersessel nieder. Hans-Achim ging in sein Zimmer. Der Diener eilte herbei, um ihm den Mantel zu halten und den Hut zu reichen. Reidvolle Blicke folgten ihm, als er mit Rose die Bank verließ.
„Der hat beneidenswerten Dusel", flüsterte der Buchhalter seinen Kollegen zu. „Ra und ob! Dabei sah er nicht einmal sehr erfreut aus, als sie erschien."
Von nun an kam Rose fast täglich, um Hans- Achim abzuholen. Sie machten dann gemeinsam
Die zwangsweise Entfernung aus dem Amte ift nur möglich im Wege des sog. Disziplinarverfahrens, wenn sich der Betreffende durch fein Verhalten innerhalb oder außerhalb des Dienstes derart des Vertrauens unwürdig gezeigt hat, daß diese strengste Strafe geboten ist.
E. D. G. 1. Kostenlose Auskunft in Forde- rungsangelegcnheiten (Zahlungsbefehlen usw.) erhalten Sie auf der Geschäftsstelle eines jeden Amtsgerichts. 2. Rur derjenige hat einen Anspruch aus Bewilligung des Armenrechts, der außerstande ist, ohne Beeinträchtigung des für ihn und seine Familie notwendigen Unterhalts die Kosten des Prozesses zu bestreiten, wenn die beabsichtigte Rechtsverfolgung nicht mutwillig und nicht aussichtslos ist. Rur insoweit als das Gericht den Beistand durch einen Anwalt oder anderen Rechtskundigen für geboten hält, kann dem Rachsuchenden zur vorläufig unentgeltlichen Wahrnehmung seiner Rechte ein Rechtsanwalt beigeordnet werden.
Letzte Nachrichten.
Tumultszenen im Hessischen Landtag.
3 a r m f( a b f, 16. Febr. (111.) heute trat der hessische Landtag zu seiner ersten Sitzung zusammen. Der Fraktionsvorsihende der RSDAP^Abgeordnc- ter Lenverlas eine Erklärung feiner^Fraktion zu dem Anschlag auf den nationalsozialistischen Abgeordneten Buttler in Eberstadt. Als hierauf Staatspräsident Adelung das IDort ergriff, um dem Bedauern der Regierung über die Verrohung der Silken im politischen Kampf Ausdruck zu geben, wurde er fortgesetzt von den Ratio- nalsozialisken durch Zwischenrufe unterbrochen, so dah seine Rede zum gröhten Teil unverständlich blieb. Der Tumult im Hause steigerte sich schließlich derart, dah Staatspräsident Adelung es vorzog, seine Rede abzubrechen und das Rednerpult zu verlassen. Die Verhandlungen nahmen dann ihren Fortgang, ohne dah die Unruhe im Hause wesentlich nachlieh.
Oesterreich fordert Erweiterung seines wirtschaftlichen Raumes.
Dien, 16. Febr. (DTV. Funkspruch.) Bundeskanzler Dr. Buresch hat heute die Gesandten Deutschlands, Englands, Frankreichs und Italiens und anschließend daran die diplomatischen Vertreter der übrigen Staaten empfangen und ihnen in einer längeren ^Regierungserklärung mitgeleilt, dah Oesterreich unbedingt einer Erweiterung des wirtschaftlichen Arbelts- raumes bedarf. Die österreick/sche Regierung erklärt deshalb, daß sie mit allen Rachbar- fl a a t e n und mit allen Staaten, die dazu bereit sind, in Verhandlungen über eine wirtschaftliche Annäherung einzutreten wünsche. Der Bundeskanzler ersuchte die Gesandten, ihren Regierungen davon Kenntnis zu geben und sie zu bitten, die Besprechungen der österreichischen Bundesregierung weitestgehend zu fördern.
Das Urteil im Groß-Gerauer Prozeß.
D a r m ft a b t, 16. Febr. (WTB. Funkspruch.) Am Dicnstagoormittag wurde das Urteil in dem Groß- Gerauer Prozeß gegen den Nationalsozialisten Stier gefällt. Es lautet wegen fahrlässiger Körperverletzung und Vergehens gegen das Gesetz gegen politische Ausschreitungen auf 8 Monate G e - fängnis, wovon 6!^ Monate auf die Untersuchungshaft angerechnet werden. Gleichzeitig wurde Stier zur Tragung der Kosten verurteilt. Wegen der beiden Schüsse, die den Tod der zwei Groß- Gerauer Kommunisten zur Folge hatten, wurde Stier, da es sich um Rotwehr gehandelt hat, freigesprochen.
einen Spaziergang durch den Tiergarten oder einen kleinen Bummel durch die Stadt.
Eines Abends entschied Rose:
„Ich komme heute mit zu Ihnen, um Ihre Frau Mutter und Eva zu sehen."
Hans-Achim wagte den Einwand:
„Sie sind heute genug gegangen. Ich darf es nicht zulassen, daß Sie sich überanstrengen. Es ist auch ziemlich spät. Schieben wir den Besuch bis morgen auf.“
„I wo! Ich bin gar nicht müde, und eben verspüre ich Sehnsucht nach den Ihrigen. Wir nehmen eine Taxe und sind in zehn Minuten in der Großbeerenstraße."
Hans-Achim mußte sich fügen. Voll Beklommenheit dachte er: Wenn wir nur nicht Helene begegnen. Es war halb acht Uhr. Jetzt befand sich Helene auf dem Wege nach Hause.
Zehn Minuten später hielt das Auto vor dem Hause. Er half Rose beim Aussteigen, lohnte den Chauffeur ab. Rose schob ihre Hand unter seinen Arm — so schritten sie auf das Haus zu, das im selben Augenblick Helene Schadow betrat
•
Ganz unerwartet kehrte Münchmeyer eines Tages heim, worüber Rose nicht gerade erfreut war.
„Du hättest mir deine Ankunft telegraphisch mitteilen sollen, damit ich mich darauf vorbereitete", sagte sie verdrießlich.
Groh unb' breit stand der Vater vor ihr, sah lächelnd zu ihr nieder.
„Was ist daraus vorzubereiten? Ich bin da — nun freue dich!"
Sie zuckte mit ihren schmalen Schultern.
Ihr Vater sagte:
„Die Braun soll für ein gutes Frühstück sorgen. Es muß aber schnell gehen! Habe nur eine Stunde Zeit. Üm zwölf älhr muh ich in der Dank fein.“
Rose ging selbst zu der Braun in die Küche.
Als Rose ins Wohnzimmer zurückkam, hatte der Vater es sich bereits auf dem Sofa bequem gemacht. In halb liegender Stellung rauchte ec seine Zigarre.
„Setz' dich zu mir, Rose, und erzähl', was du wahrend meiner Abwesenheit getrieben hast?"
„Was soll ich getrieben haben! Gemopst hab' ich mich."
Sie lieh sich in einen Sessel nieder, der neben dem Tisch stand, zündete sich eine Zigarette an und sagte dann:
„Du hast mir gar nicht auf meinen letzten Brief geantwortet. Was ist? Wirst du Tönnies die zwanzigtausend Mark geben?"
„Ich weiß nicht, Rose. Zwanzigtausend Mark sind in heutiger Zeit viel Geld — auch für einen Bankier. Wenn man die so hergeben soll auf ein Richts hin...“ Er zog die Achseln hoch, sah Rose dann mit einem nachdenklichen Blick an,
(Fortsetzung folgt.)
fltJO fr s*“ . Die 31
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Mnisterpraside iverde Mscllos batte über diese, iverden konnte. I Distujficn u Die Regierung i Handlungen ganze Autorität gierten würden auswärtigen De punkt zu präzific Verhandlungstag Bei der namentl Antrag Laval n gelehnt.
Darauf erklär bin bereit, den
sehen als vor Diskussion der ' angeführten Gr denn viellei
auswärtige fchläge unfe fische Delegation handelt sich hl während es sich innenpolitifche ' an das Gewiffe bei den Radika Senatoren auf, in diesem ernfi Um zu beweise pell an bas ho trauensjra
Diese Erstarr Aufregung im : neues ist, nach einen Antrag zu flimmung zu kor Bei der namet gierung mit 23 •leit. Der Antr •34 Stimmen a damit gesturzI Das Kabinett im Senat feine Bäumet hat die anö seine Berat genommen, d.h. der Senats und
T" Hinw e JRatiS, 16 ^erhlresvr Heilung des Al Mlation Eenl Miflten Radi
Diskus tfe wollte ’h^lQ9e in vvnGense hoffte e Euff'vN zu Der ^henpolj Kienes Liebsi ln »em letzten SWi *"Nd)
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