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Stimmen aus England.

Größte Bewunderung für Deutschlandsgroßen, alten Mann^.

London, 16. Febr. (WTB. Funkspruch.) Der Entschluß Hindenburgs, von neuem für die Prä­sidentschaft zu kandidieren, findet in der eng­lischen Morgenpresse rückhaltlose Bewun­derung. Das konservativeDaily Erpreß" nennt Hindenburg den Rettungsanker des deutschen Reiches, undTimes" (konservativ) schreibt: Der alte Feldmarschall hat der Re­publik während aller Wechselfälle der sieben Jahre seiner Amtszeit so weise und so loyal gedient, daß es passender gewesen wäre, wenn ihm angesichts seines Alters das Verfahren einer Berufung auf die Bolksstimme erspart geblieben wäre. Erfreulicherweise haben Vaterlandsliebe und strenges Pflichtgefühl diesen treuen Diener seines Landes veranlaßt, auf die wohlverdiente Ruhe zu verzichten. Binnen zehn Tagen haben 21/2 Millionen Bürger den Aufruf für seine Wiederwahl unterzeichnet, ein ausreichender Be­weis für die Achtung, die dem Präsidenten in Deutschland entgegengebracht wird. 3 m Aus- lande genießt er nicht weniger Ach­tung. Sein Entschluß ist ein Glück für Deutsch­land und für Europa.

Unter ber LieberschriftDeutschlands großer, alter Mann" führt die konservativeMorning- Post" aus: Das Schauspiel, das Präsident von Hindenburg bietet, wenn er im Alter von 84 Jahren zu einer nochmaligen Uebernahme seines Amtes sich bereit zeigt, hat etwas Ehrfurchtgebietendes. Sein Amt ist keine Sinekure und das Staatsschiff steuert keineswegs durch ruhige See. 3m Gegenteil, der Augenblick ist ganz außergewöhnlich kritisch für sein Land, und das Amt bringt die schwerste Verantwortung mit sich, die einem Staatsmann zuteil werden kann. 1925 war es zweifellos der Widerschein von Tannenberg, der ihn auf den Präsidentenposten berief. Heute sind es neue Leistungen, neben denen Tannenberg nur ein schwacher, weit zurückliegender Schatten ist. Der alte Krieger der Königs- und Kaiserzeit ist

für die junge Republik beinahe so unentbehrlich geworden, wie es ein Mann auf irgendeinem Gebiete des Lebens überhaupt sein kann. Dabei steht Präsident v-Hindenburg auf seinem Platze nicht infolge Verleugnung seiner Vergangenheit, sondern weil er seine Auffassung vom Dienst an seinem Lande über alle rein persönlichen Nei­gungen stellt. Durch eine 3ronie des Schicksals wird er von denen unterstützt, die ihm bei der letzten Wahl stärkste Opposition mochten, und viele, wenn auch nicht alle seiner früheren Anhänger sind gegen ihn. Er hat ihre Unterstützung verloren, nicht weil er sein An­recht auf ihre Zuneigung verloren hat, sondern weil er sich weigert, ihre Marionette zu werden. Gegenwärtig sieht es so aus, als ob es den Rationalsozialisten und Deutschnationalen nicht gelingen wird, ihren alten Chef zu vertreiben. Was seine vormaligen Feinde auf dem Echlachtfelde betrifft, so gibt es kei­nen unter ihnen, der ihm nicht die Ach­tung zollt, die dem Charakter und der Lauter­keit eines großen Dieners seines Lan­des gebührt.

Das liberaleNews Chronicle" schreibt: 3m heutigen Deutschland gäbe es keine Gestalt, die im 3n- und Auslande solches Ver­trauen genieße wie Hindenburg. Seine Wieder­wahl würde die denkbar bestimmteste Garantie da­für fein, daß Deutschlands Haltung in der un­mittelbaren Zukunft vernünftig und klug fein wird, besonders, da gleichzeitig das Verbleiben des Reichskanzlers Brüning im Amte gesichert sei, des klügsten Staatsmannes Deutschlands seit dem Kriege. Hätte Hindenburg Dr. Brüning preis- gegeben, so hätte er seine Wiederwahl ohne Ge­genkandidaten gesichert. Als Erwiderung dieser Forderung der Hitlerianer habe Hindenburg mit seinem gewohnten hartnäckigen Mut sich mit dem Kanzler solidarisch erklärt und sein Sieg werde auch Dr. DrüningS Sieg fein.

Gr hat vor allem den Senatoren ins Gewissen geredet, daß ein Sturz der Regierung in diesem Augenblick die Abberufung Tardieus aus Genf bedeuten müßte, also eine schwere Schädigung der französischen Rüstungspolitik. Und nach den bisherigen Erfahrungen wird man auch damit rechnen können, daß Laval sich mit dieser Beweisführung durchsetzt, daß es ihm also trotz aller Schwierigkeiten gelingen wird, im Senat eine knappe Mehrheit zu gewinnen.

Die Neutralen auf -er Abrüstungskonferenz.

Der französische Vorschlag findet keinen Beifall.

Genf, 15. Febr. (WTB.) Auf der Ab- rüstungskonferenz sprach nach dem türkischen Außenminister der norwegische Delegierte Col- b a n. Er erklärte, die Beschränkung der Haus­haltsausgaben für militärische Zwecke müsse mit einer direkten Beschränkung des Per­sonals und des Materials Hand in Hand gehen. Das Verbot gewisser Waffen müsse ergänzt werden durch die Kontrolle der privaten Waffenherstellung und des Waffenhandels. Der französische Vor­schlag einer internationalen Armee sei nicht durchführbar ohne eine starke Verminderung der nationalen Rü­stungen. Man konnte beobachten, daß der französische Kriegsminister T a r d i e u den nor­wegischen Delegierten nach Beendigung seiner Rede in ein längeres Gespräch zog.

Der holländische Außenminister Belaerts van Dlookland übte scharfe Kritik an dem Konventionsentwurf. Er forderte ein unein­geschränktes Verbot der schweren Angriffswaffen und gab der Hoffnung Ausdruck, daß man zu einem Verbot der auto­matischen Treibminen kommen werde. Zu dem französischen Vorschlag einer internationalen Po­lizei bemerkte der Redner, daß solche 3deen schon früher aufgetaucht, aber an der Unmöglichkeit ihrer Verwirklichung gescheitert seien. 3eder Versuch, das Sank-

tionsshstem zu verschärfen, würde scheitern, wenn nicht gleichzeitig eine erhebliche Her­absetzung der Rüstungen erfolge. Der Redner erhielt von der Versammlung starken Beifall.

Abschluß der amerikanischen Flotten« Manöver im Pazifik.

London. 15. Febr. (WTB.) Die amerikani­schen Flottenmannöver bei H a w a i haben ihren Abschluß gefunden. Der Leitgedanke war, daß die Hawai-3nseln von einer starken feindlichen Seemächte ingenommen worden seien und die amerikanische Flotte die Rückeroberung ver­suchen sollte. Der Höhepunkt der Uebung war die Landung von 40 000 Mann auf der 3nfel Oahu, wobei 60 Kriegsschiffe, darunter eine Anzahl Zer­störer, einen künstlichen Rauchschleier auss Meer legten. Ferner schlossen die Liebungen M a s se n - manöver zwischen Flugzeugen und Bombenangriffe auf strategische Punkte der 3nsel ein. Bekanntlich hatte seinerzeit die An­kündigung dieses amerikanischen Flottenmanövers im Pazifik in 3 apan große Nervosität hervor­gerufen.

China fordert die Einberufung der Mlkerbundsver ammlutiL-

Genf, 15. Febr. (WTB.) Wie von unterrichte­ter Seite mitgeteilt wird, hat sich der chinesische Delegierte entschlossen, in der nächsten Ratssitzung am Dienstag die Einberufung der Völ- kcrbundsversammlung offiziell zu bean­tragen. Dem Antrag Chinas muh entsprochen wer­den, man rechnet mit einem Zusammentritt der Versammlung in etwa acht bis zehn Tagen. Man hat den Eindruck, die chinesische Delegation habe die Hoffnung aufgegeben, daß das Verfahren vor dem Rat zu irgendwelchen prakti­schen Ergebnissen führen könne. Ob die Bundesversammlung allerdings in einem Bericht oder, wie die Chinesen erhoffen, in einer Entschlie- ßung eine moralische Verurteilung des Vorgehens der Japaner aussprechen wird, erscheint nach dem bisherigen Verlaus der Angelegenheit noch zwei­felhaft.

Revolveranschlag auf einen hessischen Abgeordneten. Oer nationalsozialistische Landtagsabgeordnete Buttler schwer verletzt.

Darmstadt. 15. Februar. (2B53L) heule gegen 19.30 Uhr wurde der nalionalsozialiftifche Landlagsabgeordneie Josef Buttler, der am Freitag in dem Eberstädter Landfriedensbruch­prozeß als Zeuge aufgetreten war, als er sich auf dem Dege zu einer Sitzung seiner Fraktion befand, in Eberstadt von unbekannten Tätern schwer verletzt. Lr erhielt, wie die Gaupressestelle der NSDAP, mitteilt, auf offe­ner Straße in der Nähe der Alodaubrücke einen Schuß in den Rücken, der wahr­scheinlich die Niere verletzte. Das Attentat auf Butt­ler erfolgte unmittelbar vor der Dohnung eines Arzte», der dem verletzten einen Notverband anlegte, worauf die lleberführung nach dem herz- Jefu-Krankenhaus in Darmstadt erfolgte. Gleich­zeitig wurden Polizei und Staatsanwaltschaft ver­ständigt.

Abg. Buttler wurde im letzten halben Jahr nicht weniger als dreimal über­fallen und verletzt. Diesmal scheint die Ver­letzung sehr erheblicher Natur zu sein. Wie wir vom behandelnden Arzt erfahren, ist die Niere nicht angegriffen, dagegen hat die kugel anscheinend das Rückenmark verletzt. Das Landeskriminal- polizeiamt hat sofort die Nachforschungen ausge­nommen. Der Ueberfallene selbst hat weder den Täter gesehen noch hat er gehört, von wo der Schuß gekommen ist.

Aus Anlaß des Lleberfalles auf Buttler er­läßt die nationalsozialistische Land­tagsfraktion eine Kundgebung, in der eS u. a. heißt: «Die fortgesetzten Arbeitermorde müs­sen im Volk den Eindruck erwecken, als seien Nationalsozialisten vogelfrei. Die National­sozialistische Partei in Hessen, hinter der 37 v. H. des hessischen Volkes stehen, warnt die Re­gierung, zu glauben, die Nationalsozialisten würden es weiterhin dulden, daß nationalsozia­listische Arbeiter bestialisch ermordet werden. Es ist zu Ende mit unserer Geduld. Ent­weder werden exemplarische Maßnah­men gegen d ie Mörder ergriffen, oder die Nationalsozialisten greifen zu Mitteln, welche

die Mörder und ihre Genossen zur Raison brin­gen." Die Kundgebung ist unterzeichnet von dem Führer der hessischen Landtagsfraktion der NSDAP. Lenz.

Oie RSOAp. fordert Aufhebung der Redeverbote.

Berlin, 15. Febr. (SU.) Der Berliner Gau­leiter der NSDAP., Dr. Goebbels, hat a n den Reichspräsidenten von Hinden­burg ein Telegramm gerichtet, in dem es unter Hinweis auf die zahlreichen Redeverbote gegen führende Nationalsozialisten heißt: »Von 3hrem Gerechtigkeitssinn, Herr Generalfeldmar­schall, erwarten wir, daß die Reichspräsidenten­wahl durch das Volk wirklich ungehindert von verfassungswidrigen Eingriffen derart ge­führt werden kann, daß das Wahlergebnis nicht durch Redeverbote irgendwelcher Art beeinträch­tigt wird."

An den Reichsinnenminister G r t> e n e r hat Dr. Goebbels ein Telegramm ähnlichen Inhalts gerichtet, in dem es u. a. heißt, das Fortbe­stehen dieser Einschränkungen der Wahlpropa­ganda werde mit Sicherheit dazu führen, daß für eine spätere Anfechtung des Wahlergebnisses zahlreiche Möglichkeiten eröffnet würden.

Exodus der Rattonalsozialisten aus dem Thüringer Landtag.

Weimar, 15. Febr. (WTB.) Die national­sozialistische Fraktion des Thüringer Landtags erklärt, daß sie an den Beratungen des Land­tags bis auf weiteres nicht mehr teil­nehmen werde. Sie werde aber jederzeit im Landtag erscheinen, wenn es ihr am zweck­mäßigsten dünkt. Begründet wird der Auszug der Nationalsozialisten aus dem ßanbtag mit der Politik der Thüringer Rumpf­regierung nach dem Sturz des Ministers Dr. Frick. 3nsbesondere wird die Reise des Staatsministers Baum zum Reichsinn,enminister in Sachen der Einbürgerung Adolf Hit­lers und die damit verbundene Bloßstel­lung des ehemaligen3nnenministers Dr. Frick als Grund angegeben.

Sturm gegen Laval.

Revolte -es Senats. Unzufriedenheit mit der Wahlreform.

Paris, 15. Febr. (Priv.-Tel.) Lieber die Re­gierung Laval, die nun ihre Lebensdauer min­destens bis zu den Wahlen im Mai verlängert zu haben glaubte, hat sich ganz plötzlich ein schweres Gewitter zusammengezogen, das diesmal vom Senat auszugehen droht. Die politischen Verhältnisse Frankreichs sind insofern eigenartig gelagert, als in der Kammer praktisch eine Rechts Mehrheit vorhan­den ist, während im Senat theoretisch eineLinksmajoritüt zurVerfügung stände, die sich jedoch nur selten durchsetzt, weil die mangelhafte Fraktionsdisziplin immer genug Ab­splitterungen ermöglicht. Jetzt aber scheint es so, daß sich im Senat wirklich so etwas wie eine Revolte gegen die unentschlossene Poli­tik Lavals vorbereitet.

Ausgangspunkt ist dabei die Wahlreform, die von der Kammer in einer Dauersitzung durch- 9«-'peitscht wurde und zu Ergebnissen geführt hat, die weitab von den Absichten des Senats liegen. Die Kammer hat nämlich beschlossen, nicht nur d i e Stichwahlen zu beseitigen, sondern auch das Wahlrecht der Frauen und die Wahl­pflicht einzuführen: alles Programmpunkte, die im Senat wahrscheinlich nicht angenommen werden. Darüber hinaus aber macht der Senat dem Ministerpräsidenten den Vorwurf eines unterirdi­schen Zusammenspiels mit der Kammermehrheit, nur zu dem Zweck, den Senat zu verärgern.

Herr Laval hat zwar sein Alibi nachzuweisen ver­sucht und die aufgeregten Gemüter beruhigen wol­len mit der Behauptung, daß er doch schließlich für bie Beschlüsse der Kammer in der Wahlreform nicht verantwortlich sei. Indessen kann nirgends ein Zweifel barüber bestehen, bah er hinter den Ku­lissen doch sein Einverständnis mit einer solchen Wahlreform bekundet hat.

Darüber hinaus aber macht die Senatsmehr­heit der Regierung grundsätzlich den Vorwurf, daß die ganze französische Innenpolitik gegen­wärtig nur von den bevorstehenden Wahlen beherrscht werbe, baß bas Kabi­nett jeder grundsätzlichen Entscheidung aus dem Wege gehe und alles vermeide, was die Aus­sichten für die Wahlen irgendwie verschlechtern könne. Deshalb darf bas Thema der Wirt­schaftskrise auch in Frankreich öffentlich n t <b t besprochen werben, obwohl die Qlr- beltslosigkeit ihre Wirkungen bereits zu zeigen beginnt und der Etat gefährliche Löcher ausweist.

Rem innerpolitisch gesehen würbe danach die Lage der Regierung Laval sehrbedroht sein, man könnte sich unschwer eine Mehrheit von drei­ßig bis vierzig Stimmen ausrechnen, die ein S-l6trSucnSJ?otum Segen bas Kabinett annimmt, r-tet SX« Laval ist klug genug, um auhenpv- Htif$e Trümpfe ms Spiel zcu führen. Er Werst nicht nur darauf hm, was er auf repara- tionspolitischem Gebiet mindestens verhindert hat.

Aus aller Wett.

Der letzte Uebcrlebende

der Dramas von Mayerling gestorben.

3n Klein-Wolkersdorf ist der ehemalige Leib- kammerdiener und Leibjäger des Kronprin­zen Rudolf, 3ohann Loschek, 87 3ahre alt gestorben. Er war der einzige Ueberlebenbe des Dramas von Meyerling und hatte als erster die Leichen des österreichischen Thronfolgers und der Gräfin V e t f e r a entdeckt. Er war unmittel­bar nach der Tragödie zum Kaiser Franz 3oseph befohlen worden und hatte ihm geloben müssen, kein Wort über das Sterben des Thronfolgers zu sprechen. Der Sohn des Verstorbenen, der Bürgermeister von Klein-Wolkersdorf, teilte mit, daß sein Vater seine Erinnerungen über die Kronprinzentragödie zu Papier gebracht habe. Bürgermeister Lösche! beabsichtigt, im Sinne seines Vaters das Dokument vorläufig noch ge­heimzuhalten. will es aber zu einem späteren Zeitpunkt der Oeffentlichkeit übergeben und das 43 3ahre ungelöste Rätsel von Mayerling ent­schleiern. Dem verstorbenen Kammerdiener Lö­sche? waren in den letzten 3ahren von ameri­kanischen Verlegern riesige Beträge geboten wor­ben, wenn er ihnen Mitteilungen über seine Er­lebnisse in ber Schreckensnacht von Mayerling machen würde. Doch hatte der alte Mann alle Anträge abgelehnt. Das Gut in Klein- Wolkersdors, auf dem er gestorben ist, war ein Geschenk des Kaisers Franz 3oseph für das Ge­löbnis ber Verschwiegenheit bis zu seinem Tode.

Dynamilcmschlag in Schweden.

Durch einen Dynamitanschlag wurde in Göte­borg ein Wohngebäude in die Lust gesprengt, in welchem mehrere Familien wohnten. Ein 35jähriger Bauarbeiter hatte beschlossen, an seiner von ihm geschiedenen Frau Rache zu üben. Kurz vor I/23 Uhr warf er ein Paket mit Dynamit durch ein Fenster in ein Zimmer des Hauses, in dem seine Frau wohnte. Eine gewaltige Ex­plosion erfolgte, durch die der größte Teil des Hauses zerstört wurde. Die Rettungs­arbeiten gestalteten sich sehr schwierig. Aus den Trümmern wurden drei Tote und sechs zum Teil schwerverletzte Personen geborgen. Den Täter fand man heute vormittag in einem Walde in der Nähe der Stadt tot auf. Er hatte Selb ft mord begangen.

Ein seltsamer Mordprozeß.

Dn Keczkemet (Ungarn) begann ber Pro- rh gegen den Mann, ber seinerzeit denWein-

änbler Rubvlf Steinherz in einem Eisenbahncoupe mit einem Hammer erschlagcn hatte. Fischl, so heißt ber Täter, erklärt, ber Weinhändler habe ihn zur Tat gebungen unb ihm bafür eine große Belohnung versprochen. Er habe bann aus ben Zeitungen erfahren, bah Steinherz einen Ver­sicherungsbetrug begehen wollte. Fischl schilderte, wie ihm Steinherz die 3nstruktionen zur Ausführung der schrecklichen Tat gab. Er habe Steinherz mit dem Hammer die Schläfe eingeschlagen, und da kein Blut floß, wollte er bereits das Coupe verlassen, als Steinherz ben Kopf hob unb i h m mit der Hand bedeu­tete, nochmals zuzu schlagen. Er habe völlig mechanisch gehandelt unb erst später in den Zeitungen gelesen, daß er neun Hiebe geführt hätte. Das Gericht steht auf dem Standpunkt, daß Fischl alles, was er vorbringt, frei er­funden habe.

Suffragettentricks in der französischen Kammer.

3n der Kammer kam es zu einem komischen Zwischenspiel. Mitten in der Sitzung begann plötzlich eine Besucherin ber öffent­lichen Tribüne eine Ansprache zu halten, in der sie für bas Frauenstimmrecht ein­trat. Gleichzeitig warf sie von der Tribüne Flugblätter in ben Saal. Als ber Präsident Anweisungen gab, die Störerin aus dem Saale zu entfernen, entdeckten die Saaldiener zu ihrem Erstaunen, daß sich die betreffende Frau mit einer durch ein Vorhängeschloß geschlossenen Kette an ihre Dank gefesselt hatte. Es blieb ihnen nichts weiter übrig, als d i e ganze Dank abzuschrauben und aus dem Saale zu entfernen. Es handelt sich um eine genaue Kopie des Verfahrens, das englische Suf­fragetten in der Vergangenheit benutzten. Bei Feststellung der Personalien erkannte man. daß

es sich um eine Verfechterin des Frauenstimm­rechts handelt, die schon vor eytem Monat wegen einer solchen Demonstration sistiert worden war.

Landstreicher ermorden einen Hofbauer.

Hofbauer Link in Nordstetten bei Vil- lingen wurde in seinem Anwesen von zwei. Bettlern im Alter von etwa 25 3ahren er­mordet. Link überraschte die beiden, die sich von hinten in ben Hof eingeschlichen hatten, unb Zellte sie zur Rebe. Als er sie aus seinem Anwe­sen verweisen wollte, drang ber eine mit einem Knüppel auf ihn ein. Während Link mit ihm rang, versetzte ihm ber andere einen Stich in bie Herzgegend, ber innerhalb weniger Minuten seinen Tob zur Folge hatte. Gin Knecht nahm die Verfolgung ber Flüchtenden auf, konnte sie jedoch nicht mehr erreichen. Umfangreiche Fahndungsmahnahmen sind eingeleitet.

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rrZcttcrooruussage.

Das Hoch hat sich in seinem Kern mehr süd­wärts nach 3rland verlagert, so daß auch bei uns wieder Druckanstieg eingesetzt hat und die Bewölkung mehr zurückgegangen ist. Gleichzeitig zieht im Norden eine neue Störung mit sehr! warmer Luft vorüber. Lieber 3sland erreichten die heutigen Morgentemperaturen 11 Grab Wärme. Die Warmluft dürfte an der Vorderseite des Hochs von Nordwesten her nach Deutschland zugeführt werden, so daß bis Donnerstag Milde­rung und wieder mehr Bewölkung, sowie verein­zelt auch geringe Niederschläge zu erwarten sind. 3edoch wird sich in der kommenden Nacht noch mehr der Hochdruckeinfluß durchsetzen, der zu leichteren Strahlungsfrösten führt. Tagüber kommt durch geringe Bewöllung die Sonnen­strahlung mehr zur Geltung, die jetzt fortschrei­tende Erwärmung bringt.

Aussichten für Mittwoch: Nachts leich­ter Strahlungsfrost, dunstig ober bewölkt, sonst aufheiternb, trocken.

Aussichten für Donners tag: Tempe­raturen wahrscheinlich nachts bis etwas über Aull ansteigend, mehr bunstiges unb wolkiges Wetter, vereinzelt etwas Regen.

Lufttemperaturen. Am 15. Februar: mittags 4,5, abends 2,9; am 16. Februar: morgens minus 1,0 Grad Celsius. Maximum 5,1, Minimum minus 1,3 Grad. Sonnenscheindauer IX Stunden. Erdtem- pcraturen in 10 cm Tiefe. Am 15. Februar: abends minus 1,4; am 16. Februar: morgens minus (W Grad Celliusv