Ur. 59 6rftes Blati
182. Jahrgang
Dienstag, (h. Sebruar 1952
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Prutf unö Verla-: vrühl'jchc UniverNtütr-vach- «,d Stemöruderei R. Lange in Sietzen. Sdfriftleitnng und Gejchäflrftelle: ZchnlNratze
Annahme von Aazet-en für die laacsnummer dis zum Nachmittag vorher.
Preis für l mm HSHe für Anzeigen von 27 mm Breite örüich 8, auswärts 10 Neichspsenmg; für Ne. klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Rtichspfemug, Platzvorschrift 20*. mehr.
Chefredaltteur
Dr. Fnedr. Wilk. Lange Verantwortlich für Politik Dr. Ar. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.IKynol: für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil War Filter, sämtlich in Gießen
Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätler Heimat tm Bild • Die Scholle ®onets:Beingsprels:
Wil 4 Beilagen RM.I.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt.
Zerssprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahlnach- richten: Anzeiger tiefte«.
Poßschecklonto:
Srenffurl am Ulain 11686.
Hindenburgs Mräsidentschastskandidaiur.
Das Echo der Botschaft des Feldmarschalls.
0er Kyffhäuserbund tritt hinter den Feldmarschall. Tao Treuebekenntnis der alten Loldatcn.
Berlin, 15. 5cbr. lWTB ) Reichspräsi - benlt». Hindenburg empling heute den Präsidenten des Reichskriegerbundes .Sri)ff häufet". General der Artillerie a. D. v. Horn, der ihm erneut das Vertrauen und d i e Treue der im Khfshäufer-Bund vereinigten alten col- doten zum AuSdrucl brachte S'ic Pressestelle bei Kysshäuscr-Bundes verösfentlicht über die Führer- tagung deS Bundes und über den Gmpsang des Bundespräsidenten General a D v. Horn beim Reichspräsidenten eine Mitteilung, die mit folgender Kundgebung deS ersten Bundespräsidenten schließt:
..Kameraden! Der Herr Feldmars chall hat beule ble Kandidatur angenommen. Die Volkswahl steht bevor. Nicht die Parteien sollen sprechen, sondern jeder einzelne nach besten Wissen und Gewissen. Ihr werdet mir zu gestehen, dasz ich seit Jahren mit allen Kräften bc- fkebt bin, die Parieipolitik aus unserem großen Kameradenkreise fernzuhallen. Auch heule rufe ich euch zu. Laßt d i e Parteibindung beiseite und handelt im reinen Ki)ffhäusergeist. Denkt euch übet die Partei, prüft und erkennt, die grofjen deutschen Notwendigkeiten. Durchdenkt die bevorstehenden Wahlkämpse bis zum letzten und macht euch bie Folgen klar, die eintreten können. Wer soll unser zerrissenes Polt In seiner licfflen N o t und G e - saht Zusammenhalten und nach außen ver treten? wer hat den willen und die Kraft, die ungeheueren inneren Spannungen, bie zur Entladung drängen, jum Segen des Volkes auvlaufen zu lassen? Da ich als verantwortungsbewußter Führer und auf Wunsch der Organisation Stellung nehmen muh, so soll sie — erhaben über alles parteipolitische Getriebe und unabhängig von jeder Partei und jedem Ausschuß lediglich geleitet von dem Streben für das Wohl des Vaterlandes — lauten: Bewahren mir alten Soldaten unseren verehrten Ehrenpräsidenten bas vertrauen, das er verdient und bie Treue, bie er uns gehalten Hal. verlassen wir unseren Hindenburg nicht."
Oie Voltsparter
für die Wiederwahl Hindenburgs.
Berlin, 15. Febr. (TU.) Der Pressedienst der Deutschen Volkspartei teilt mit: ..Der Parte i v o r sl a n b der DVP. trat am Montag zur Erörterung der politischen Lage zusammen. Der Parleivorstanb beschloß, alle Kräfte einzusetzen, damit Hindenburg mit überwältigender Mehrheit gewählt wird. Bei der Besprechung ber Stellung der Partei zur Reichsregie, rung bestand völlige Einmütigkeit in der Fort- sührung einer eindeutigen, klaren und zielbewußten O ppos itio n."
Auch die Bayerische Volkspartei für Hindenburg.
Münch e n. 15 Febf (TU.) Die Bayerische Volksparlei-Korrespondenz schreibt mit der Heber- schrill „Oluf an bie R a tion". der Entschluß Hindenburgs, wieder für btc Reichspräsidentfchast Au kandidieren, werde wohl der schwerste seines Lebens gewesen sein Hindenburg habe d i e Forderung der Stunde richtig ersaßt und sich auch alS politischer Führer in einer schweren Stunde der Nation bewährt Für die geschichtliche Wertung ber Persönlichkeit Hindenburg bedeutet eS eine Mehrung ihres Ansehens, uah fid) Hindenburg entschließen mußte, den politischen Kamps um bic Reichs- präsidentschast auszunehmen. Der mannhafte Entschluß Hindenburgs, sich trotz der bestehenden Opposition der Wiederwahl zur Verfügung zu stellen, hatte nunmehr klare Fronten für den 13. März. Der Genius bes deutschen Volkes, der sich in der Person Hindenburg verkörpere, sei einberufen Dieser GeniuS werde sich durchsetzen
0er Reichstag
zum 23. Februar einberufen.
Bestimmung
Termins der '.lictchspräf identen wähl.
■Berlin, 15. 5ebr. lDdZ.) Der Reichstag icIYlnJne^r endgüllig für den 23. Februar, '5 Uhr, einberufen worden. Aus der Tagesordnung steht lediglich .Beschlußfassung über den Wahltag für die Wahl des Reichs- Präsidenten". Als Grundlage der Beratung für den Reichstag dient das Schreiben des Reichs- Innenministers Groener, worin dieser namens der Reichsregierung für den ersten Wahlgang £ C n«J 13 untL -weiten Wahlgang ben 10. April vorschlägt. Em Beschluß über den zweiten Wahlgang ist zwar erst erforderlich, wenn
öie Notwendigkeit des zweiten Wahlgangs feft- ftebt. Minister Groener empfiehlt jedoch dem Reichstag, vorsorglich schon jetzt einen Eventualbeschluß über den zweiten Wahlgang zu fassen, wie dies auch bei der Reichspräsidentenwahl 1925 gc- Idxben sei. Der Aeltestenratdes Reichstages ilt für Montag, ben 22. Februar, avendS cinbc- rufen worden, um darüber Beschluß zu fassen, welche Gegenstände außer dem Termin für bic Reichsvräsidentenwahl vom Reichstag noch vor bem Beginn bes Wahlkampses erledigt werben müssen.
Gegen die Politisierung der wahtunmündigen Fugend, teilt Appell btroencre an die Parteien.
'B er l i n, 13. Febr. (WTB.) Ncichsinnenministcr Groener hat an bic Vorsitzenden aller im Reichs- tag vertretenen Parteien ein Schreiben gerichtet, in bem er nach einem Hinweis auf die parteipolitische Gegensätzlichkeit, die sich bei der Jugend immer mehr als Nährboden >ug endfremden Haß aeiftes und schwerer Untaten erweise, die Führer der politischen Parteien dringend auffordert, fie möchten angesichts der auf dem Spiel stehenden Vebensnotmenbigleiten des deutschen Volkes erwägen, ob nicht ganz allgemein bic parteipolitische Bearbeitung und Betätigung der Jugend, die das Wahlalter noch nicht erreicht hat, e i n g e st e l l t werden könnte.
lls ist mir klar, heißt es in dem Schreiben weiter, daß angesichts der gesamten Verhältnisse der von
0ie NG0AP.
„Hindenburg auf der Seite der Gegner der nationalen Krönt."
München, 15. Febr. (WB.) Die Pressestelle der Reichsleitung der NSDAP. schreibt zur Kandidatur Hindenburgs u. a.: Ls ist der feste Wille der nationalsozialistischen Bewegung, das System des 9. November 1918, dessen letzter Träger das Kabinett Brüning ist, und mit bem für immer der heutige Niebcrgang der deutschen Nation verbunden fein wird, zu beseitigen und an feine Stell? ein neues Regiment zu fetzen, das berufen ist. endlich dem Zusammenbruch Einhalt zu tun und das deutsche Volk den Weg des Wiederaufstieges in eine neue Zukunft zu führen.
Die nationalsozialistische Freiheitsbewegung wäre bereit gewesen, mit Hindenburg, den sie vor sieben Jahren im vertrauen auf den Generalfeldmarschall der deutschen Heere im Weltkriege auf den Reichspräsidentenschild erhoben Hal, zu marschieren, wenn er den willen bekundet hälfe, in llcbereinflimmung mit der überwältigenden Mehrheit des deutschen Volkes dem System des Zusammenbruches nunmehr ein Ende zu machen und mit seinen Trägern z u brechen. Ader hmdenburg hat sich heute auf die Seite der Gegner der Nationalen Front, die ihn vor sieben Jahren zum Reichspräsidenten wählte, geschlagen, und eine neue Kandidatur gegen seine früheren Wähler aus den Händen von Leuten entgegengenommen, hinter denen feine Gegner und Beschimpfer von einst stehen.
Man mag die Dinge drehen und wenden, wie man will, als Träger der heutigen Kandidatur Hindenburgs bleiben nur die schwarzroten Parteien bes Zusammenbruchs und ihr Anhang. Welch tragisches Geschick für den Träger des Namens einer stolzen Vergangenheit, heute der Kandi - bat des Marxismus zu fein, der Kandidat eines Noske und eines Erifpien, der kein Vaterland kennt, das Deutschland heißt. Die nationalsozialistische Bewegung hat nichts unversucht gelassen, dem schlecht beratenen Generalseldmarfchatt diesen Schrill, dessen verhängnisvolle folgen für ihn schon heute klar auf der Hand liegen, in ersparen. Vergebens? Nun mögen diejenigen die Verantwortung tragen, die ihn dazu getrieben hoben. Der Sieg wird nicht bei ihnen fein. Wie ein Sturmwind wird es gehen durch das deutsche Land, roenn das Signal z u m Angriff gegeben wird, um freie Bahn zu schaffen dem jungen Deutschland, das feinem Führer folgt, gegen wen auch immer sein Rus ergeht.
Die Vaterländischen Verbände.
Lchärfsie Kampfansage bem „Lchützcr dcs Systems".
■Berlin, 15. Febr. (211.) Die Bereinigten Vaterländischen Verbände Deutschlands teilen mit:
.Unter Kampf gilt dem Weimarer System als dem Hindernis jeden deutschen Wieder- aufstiegs. Wir stellen mit Bedauern fest, daß der H^rr^R eichspräsident allen Warnungen 3um Trotz sieben 2 ahre lang im Sinne
mir angeregte Verzicht ber 'Parteien mancherlei Ein roänben begegnen wird. Die rasche und schwere Verschlimmerung ber Verhältnisse läßt aber nur von einem radikalen Eingreifen eine Wendung ; u m Besseren erhoffen. Auch vom außenpolitischen Standpunkt erscheint es bringend empteblenemert, bem parteipolitischen Wesen unb Treiben ber mablunmunbigcn Jugend, bas nur ein zwieträchtiges, s i ch in inneren Kämpfen verzehrendes Deutschland der Zukunft erwarten läßt, ein Ende zu machen. Der Neichsminister ersucht bie Parteiführer, ihm ihre grundsätzliche Stellungnahme zu dem Appell sobald wie möglich mitzuteilen.
Das Ergebnis der Sahm-Attion.
Vorläufig 2,8 Millionen teintragungcn.
Berlin. 15. Febr. (WTB.) Wie der Hindenburg-Ausschuß mitteilt, wird sich Oberbürgermeister Dr. Lahm morgen um 11.30 Uhr mit einer Abordnung des Hindenburg-Ausschusses zum Reichspräsidenten v. Hindenburg begeben, um ihm über das Ergeb- n i S der Einzeichnungsaktion für den Wahlvorschlag Hindenburgs zu berichten und ihn um sein Einverständnis zu bitten, daß sein Harne auf den Wahlvorschlag gesetzt wird. Am Abend des Montag belief sich die Zahl der bisher dem Hindenburg»Ausschuß gemeldeten Eintragungen auf 2 800 000. Auch jetzt noch fehlen aus mehreren Orten, vor allem aus zahlreichen Landgemeinden, abschließende Meldungen.
dieses Systems regiert hat. Gr unterschrieb den Boungplan, die Quelle unseres Elends, unserer Ohnmacht und inneren Uneinigkeit. Es kann uns somit nicht jugtrnutet werden, daß wir noch e inmal unsereStimme dem Schützer dieses Systems geben. Wir werden den Kampf um die Präsidentenwahl den Harzburger Beschlüssen gemäß gegen das 6t) ft cm und seinen Kandidaten führen, für des Reiches innere und äußere Erhebung
Vereinigte Vaterländische Verbände Deutschlands.
Gez.: Graf von der G o l tz."
0ie 0euischnaiionaten.
Kampf um eine grundsätzliche Kursänderung
‘Berlin, 15. Febr. (ERB.) Die Dcutschnatio- nalc Dolkspartei teilt mit
Die Kandidatur des Fe ldm a rsch a l l s v- Hindenburg ist Tatsache geworden. Seitens der Regierung Brüning wurden in der firagc der Rcichspräfidentc wähl schwere Scaler begangen. Mit verdächtiger Geschäftigkeit hat die LinkSdemolratie Die Hindenburg- Kandidatur betrieben. Beides hat nicht nur dem Hamen des Feldmarschalls. sondern auch dem Ansehen Deutschlands schweren Schaden zugefügt. B5ir bedauern diese Entwicklung Sie ist ein neuer Beweis für die Unfähigkeit des heutigen Systems, die Geschicke Deutschlands zu meistern. Der Kampf gegen dieses System ist das oberste Gebot wirklicher nationaler Politik. Hinter dies Gebot müssen auch alle ® c - fühle der Ehrerbietung zurück- t r c t c n, bic wir vor dem Sieger von Tannenberg empfinden. Das Weimarer System veikörvert durch die schwarz-roten Parteien, versucht dauernd, die historische Gestalt des Feldmarschalls D. Hindenburg als Schutzschild ihrer zusammenbrechenden Macht auszunutzen. Aus ihrer Hand nimmt er nunmehr eine neue Kandidatur als Reichspräsident entgegen. Diese Lage der Singe macht cs uns jetzt unmöglich, untere Stimmen wiederum wie 1925 für den Reichspräli- benten von Hindenburg abzugcben. Die Deutsch- nationale Vollspartei wird vielmehr den Kampf um bie Reichspräsibentenwahl im Sinne der Beschlüsse von Harzburg und mit dem Willen führen, eine grundsätz» siche Kursänderung herbeizuführen. Der Partcivorstanb ist aut übermorgen, Mittwoch, 17. Februar, einberufen.
0er Stahlhelm.
„(Veie Hand", da dieBoraussctzung für eine Unterstützung Hindenburgs nicht erfüllt.
Derlin, 15. Febr. lERB.) Die Presseabteilung des Bundesamtes des Stahlhelms B. d. F. teilt mit; Am Sonntag waren die Landes- führet des Stahlhelms in Berlin zur Besprechung ber Frage ber Reichsvräsidentenwahl versammelt. Die Au-sprache ergab in voller Einmütigkeit, daß der gesamte Stahlhelm wie im 3ahre 1925 zum Einsatz füt den Generalfeldmarschall v. Hindenburg bete i t ft c h t, wenn eine ausreichende, sichtbare Voraussetzung für einen Kurswechsel geschaffen wird. Dem Herrn Reichs- Präsidenten ist dieses Ergebnis zur Kenntnis gebracht worden. Wie die Telegraphen-Union er
fährt. haben heute vormittag Vertreter des Stahlhelms dem Staatssekretär beim Reichspräsidenten Dr Meißner, eine mündliche Erklärung im Sinne der Stahlhelmentschließung zur Hindenburgwahl abgegeben Staatssekretär Meißner hat die Erklärung entgegengenoinmen, jede Verhandlung darüber aber abgelt h n t. Die Presseabteilung de» Bundesamts de» Stahlhelm teilt daraufhin mit. „Die Voraussetzungen, unter denen der Stahlhelm bereit war, für bic Präsidentschaft de» Gencralseld- marschalls von Hindenburg einzutreten, find nicht erfüllt Nunmehr bat der Stahlhelm freie Han d."
0ie Meinung der Presse.
berliner Blätter zur Kandidatur Hindcnburgo
Berlin, 15. Febr. (Hl.) Da bie Entscheidung de» Reichspräsidenten v. Hindenburg, sich für eine etwaige Wiederwahl zur Verfügung zu stellen, erst kurz vor Redaktionslchluß bei Berliner Abendblätter bekannt wurde, konnte bisher nur cm Teil ber Abendzeitungen Stellung nehmen
Die ..Deutsche Zeitung" (dcutschnatl ) spricht von einer politischen Entscheidung Hindenburgs. der sich gegen bic g c ft c 111 habe, bic ihn vor sieben Jahren auf den Schild gehoben hätten. Die Rationale Opposition habe diese Front st ellung nicht gewollt. Da fie ihr nun ausgezwungen sei. werde sie den Kamps führen mit der Achtung, die dem geschicht- lichen Rainen des von den Gegnern zur Wahl gestellten Feldmarschalls zukomme Aber auch mit der Entschlossenheit, bic die Verantwortung für die Zukunft des Vaterlandes erfordere. - De» .,T a g" lHugenberg) spricht von einem „tra- gischen Geschick". Es sei festzustellen, daß Hindenburg von der Weimarer Koalition ausgestellt worden sei. Schuld ber nationalen Front fei es mit gewesen, wenn in ber schwersten Zeit deutscher Geschichte an der Spitze des Staates woh'. ein ruhender Pol in ber Erscheinungen Flucht, aber fein Kämpfer ber nationalen Opposition gestanden habe Die politischen Kräfte aber, bic jetzt Hinbcnburg in den Wahlkamps tragen, hätten eine größere Schuld aus sich geloben. Denn sie täten es. inbem sic nach wie vor ben Begriff „Hindenburg" verleugneten, indem sie zum parteitaktischen Schachzug herab- würdigen, was Begriff fei.
Pie „B örsen zeitung" (fonfero.) spricht von einer Lage, die im höchsten Maße u n c r treulich sei. Einer Gruppe von Politikern sei es gelungen, den Namen Hindenburg in ben Kamps ber Tagesmeinungen und der Parteien zu ziehen Man habe es fertiggebracht, die Entwicklung dahin 311 treiben, daß wegen der Kandidatur Hinden burgs ein R i ß durch bic n i d) t m a r jr i ft i fd)c Front gehe. — Die „Deutsche Tages Zeitung" (Landvolk) schreibt, auf der Nechten liegt jetzt bie ungeheuere Verantwortung, ob ein Hinbcnburg zum Kanbibaten ber Linken gestempelt werben soll Möge sie diesen Umstand bei ihren weiteren Erivagungen wohl im Auge behalten! — Pie „Deutsche Allgemeine Zeitung" glaubt, daß nun nicht nur bic Slanbibatenfragc, fonbern auch bie Wahl entschieben sei. Der nächste Neichspräsibent werbe ro i c b c r f) i n b c n bürg heißen Das Verantwortunasgesühl bes Ge neralselbmarschalls fei grandios. Was Hinbcnburg erstrebt habe, nämlich Geschlossenheit der Nation unb Beruhigung der innerpolitischen Kamose, dos werde nicht eintreten. Man gehe im Gegenteil einer Verschärfung der Auseinandersetzungen im Innern entgegen. Für bie Deutschnationalen unb den Stahlhelm bestehe jetzt bie Gefahr, zwischen Hitler unb Hinbcnburg ausgerieben zu werben.
Die .Germania" (Zentr ) schreibt unter der Ueberschrist .Front des Volkes'. die Entscho- bung Hindenburgs und die gegen ihn gerichtete Kampfansage der radikalen Rechten haben d i e Fronten des Kampfes endgültig g c- klärt. Er muß und wird mit allen Mitteln bis zu einer klaren Entscheidung durchgefochten werden. .Der Deutsche" (Zentr ) bringt 'charfe Ausführungen gegen die Harzburger £ront. Alle Versuche, die Präsidentenwahl zum Chirac Brünings auszunutzen, seien mißglückt Die Fronten seien jetzt klar Das Volk gegen die Harzburger Front, vor allem gegen die Harzburger Drahtzieher, an deren Spitze Hugenberg flehe Damit sei auch die Parole für den Kampf gegeben. — Der .Börsen-Courier- fbem.i sieht in dem .aufopfernden Entschluß" eine Vereinfachung der Lage, in der einzig angemessenen IScife sich für oder gegen Hindenburg, für oder gegen die außenpolitische Einheitsfront, gegen oder für eine neue, überflüssige, in ihren Wir- hingen unabmeßbare Krise zu erklären
Der .Vorwärts" bezeichnet die gegenwärtige Situation als vielleicht auch für bic Sozialdemokratie nicht einfach, für ihre schlimmsten Gegner aber fei sie höchst peinlich. und schreibt bann: Wir sehen unsere (Gegner in Verwirrung. Wie wir diese Verwirrung ausnuhen sollen, um ihre Rieberlage so sicher unb so schwer wie möglich zu machen bas ist die Frage des TageS.
Me Harzbniger Opposition gegen Hindenburg.


