Ausgabe 
16.2.1932
 
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Aus der prvvinzialbauvtüadt.

Drehen, den 16. Februar 1932.

Hygiene am Schreibtisch.

Der moderne Mensch hat aus hygienischem Gebiet schon viel gelernt. Er kennt Wert und Bedeutung von Zähneputzen und Händewaschen, von Wasser, Lust und Sonne, gesunder ät- nLhrung. Kleidung usw Handelt cd sich ober darum, diese Kenntnis im gegebenen Augenblick vraktisch zu verwerten, dann versagen leider recht viele Menschen, so z. D. auch bei der Tätig­keit am Schreibtisch. Da sitzt man im Bureau bei einer schwierigen Arbeit, oder da» Schulkind vor einer komplizierten Rechenaufgabe; man stützt den Kops in die Hand, und gedankenschwer oder vielmehr gedankenlos kaut man ein bihchen am Federhalter oder am Bleistift. Sin andermal soll schnell etwas notiert werden. Rasch nimmt man einen Bleistift zur Hand und leckt ihn mit der Zunge an. Beim gewöhnlichen Bleistift mag daS noch allenfalls hingehen, beim Tinten­stift dagegen beschwört man unnötig eine ®e- sundheilligesahr herauf. Der Farbstoss deS Tinten­stiftes besitzt nämlich eine ätzende Eigenschaft, und wenn die Lippe nur einen kleinen Einriß bat oder wenn von der durch daS Anlecken entstehenden Farblöfuna gröhere Mengen in den Körper gelangen, so kann eine erhebliche ®c- fundheit-störung die Folge sein. Die gleiche Bor- slcht gilt auch für da- Anfpitzen de« Tinten- stifte-, wobei Infolge unvorfichtiger Hantierung kleine Stückchen in Die Haut oder gar in- Auge gelangen können. 3n beiden Fällen säume man nicht, sofort ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Auch das Anfeuchten von Driefumschlä- gen und Briefmarken mit der Zunge ist eine Unsitte, deren gefundheitliche Gefahr zwar viel­fach überschätzt wird, die aber doch nicht ganz verleugnet werden kann. Handelt eS sich um Briefmarken, die eben von der Post getauft sind, fo sind nach neueren Untersuchungen die Gefahren einer Bakterien Übertragung nicht fo grob, wie z. 2. dann, wenn man die Brief­marken schon eine Weile in dem getoifo nicht keimfreien Geldtäschchen ausbewahrt hat. Ein kleine- Schälchen mit Wasser, ein Stück Schwamm oder sonst ein für billige- Geld käuflicher An­feuchter sollte daher auf feinem Schreibtisch fehlen. Wer längere Zeit mit Arbeiten am Schreibtisch beschäftigt ist, den beginnt gar leicht der Hunger zu plagen. Rasch wird da- mitgebrachte Früh­stück herau-gcholt, und arglos verzehrt man eS oft mit den von aller Schreibarbeit beschmutzten Fingern. Soviel Zeit mühte sich aber jeder nehmen, um sich vor dem Essen die Hände zu waschen. Zwar ist an all diesen Unterlassungs­sünden bzw. Unvorsichtigkeiten wohl noch keiner gestorben. Wissen wir da- aber wirklich so sicher? Ober wollen wir erst daraus warten? Rein, auch am Schreibtisch sollte man die Hygiene nicht vergessen, denn sie hat auch noch einen anderen Vorteil: Sie kostet nicht- oder höchstens ein wenig Ucberlegung.

Bilanz den Hausfrauen-Beraiung.

Die ® iebener Hausfrauen-Dera- t u n g hielt dieser Tage ihre diesjährige ordent­liche Mitgliederversammlung ab. Die Vorsitzende, Frau S. Koepp e, konnte der Versammlung einen Tätigkeitsbericht deS Vorstän­de- zur Kenntnis bringen, auS dem regste- Schassen im Verlause deS verflossenen Jahre- ersichtlich war. 3m zweiten Arbeit-jahre der Hau-frauen-Beratung fanden an jedem Donners­tag ArbeitSabende statt, die stet- sehr gut besucht waren. Das ArbeitSprograinm dieser Abende umfaßte küchentechnifche Aufgaben in Theorie und Praxi-, V. Zubereiten und Gar­nieren verschiedener Salate, Entsteinen von Ge­flügel, EiSbcreltung mit und ohne Maschine, Süßmostbereitung, Mayonnaisc-Wettrühren und verschiedene Exkursionen zum Kennenlernen und Sammeln von Pilzen: weiterhin Anleitung zum Schneidern und zu Handarbeiten, zur Handhabung de- Webrahmens, zur Anfertigung eines Knasten- mantelS aus einem alten Herrenmantel, zur exak­ten Ausführung der Taschen und Schlitze an einer Knabenhose, Zuschneiden und Anprobieren einer Hemdbluse und 'Veränderung der Grundform, Anleitung zur Herstellung gestrickter und gehäkel­ter Kleidungsstücke: ferner fanden Besprechungen von Fragen statt, die jede Hausfrau interessieren, auherdem wurden Heinere Vorträge verschiedener Art aus dem hau-wirtschaftlichen Arbeitsgebiet der Frauen, auS dem Gebiete der Kindererzie- hung. der So»ialverficherung der Hausangestell­ten usw. gehalten. Durch diese Arbeit im engeren Äreife deS Vereins konnte eine fruchtbringende Tätigkeit zum Ruhen der Hau-frauen entfaltet werden. 3n die breite Oeffentllchkeit trat die HauSfrauen-Deratung mit einer Reihe gröbe­rer Veranstaltungen, die mit lehrreichen Vorträgen auS den verschiedensten Gebieten deS 3nteresfeS der Frauen audgeftattet waren. Als besonders bemerkenswert ist auf den Hau-frauen« Abend im Rahmen der Reichs-Seefischwoche hin­zuweisen, der gemeinsam mit Der GaSvcreinigung und dem Gießener Fischhandel veranstaltet wurde und u. a. ein Schaukochen von Fischgerichten brachte: lxrvorzuheben sind weiterhin die im Mai vorigen wahres in Gemeinschaft mit der GaSvereinigung und der Firma 3unker & Ruh veranstalteten beiden Hausfrauenabende mit Dem Thema .Gesundes und schmackhaftes, sparsames und nahrhastes Kochen": ferner vom 3uni die beiden Hausfrauenabende in Gemeinschaft mit Der Gießener Gasvereinigung, der Firma Gebr. Roder in Darmstadt und unter Mitwirkung Der Gießener Firmen Löwer & Bechstcin. Häuser, Rau, Frau Hede Dietz > Schaukochen und Aus­stellung .Der gedeckte Tisch"): em Vortrag im Oktober über Die sachgemäße Pflege DeS Fuß- boDens (verbunden mit einer Ausstellung hiesiger Finnen) und schließlich Die große Hauswirtschaft­liche Weihnachtsausstellung unter Beteiligung von 50 Firmen. Diese Ausstellung wurde unter­nommen. um die Geldmittel zur Einrichtung einer L e h r k ü ch e und eine- eigenen Raumes für die Donnerstag-Arbeitsabende zu gewinnen. 3n diesem Raume sollen auch Servier-, Bügel- und Schneiderkurse stattfinden. An der Einrich­tung und Ausgestaltung der Räume, die sich im früheren Hotel Einhorn am Kirchenplah befinden, wird gegenwärtig gearbeitet. Seit dem 1.3uli *931 ift die Gießener HauSfrauen-Deratung dem Reichsverband Deutscher Haussrauenvereine an- geschloffen. AuS der Tätigkeit des Vereins in

i.üngftcn Zeit ist noch besonders zu erwähnen. Da Die Hausfrauen-Beratung zusammen mit einer Anzahl anderer Vereine Die Geldsammlung in Den Wohnungen zum Besten der Gießener W i n t c rn o t b i I f e übernommen hat. Diele Tätigkeit hat in Dem Sammel- und WerbenuS-

schuß der Winternothi [fe volle Anerkennung ge­funden.

Frau Kinkel und Frau G o e r e S berichteten über den Stand Der Verein-kaffe. Bei der an- schließenden DorftandSwahl wurde Frau Koeppe wieder zur 1. Vorsitzenden. Frau Wiinber zur 2. Vorsitzenden gewählt. Die Füh­rung der Kassengeschäfte wurde Frau Kinkel und Frau Goeres übertragen, der gesamte küchentechnische Teil, sowie die neu eingerichtete Lehrküche unterstehen der Leitung von Frau 3. Kalbfleisch (Friedrichstraße).

Die Hausirauen-Beratung kann mit Befriedi­gung auf ihr Schaffen im zweiten Anbei tSiahr zurückblicken und, gestutzt auf die durch erfolg­reiche- Wirken erlangte Wertschätzung in Der Bevölkerung, mit frohem Mut an Die Lösung neuer Ausgaben herantreten.

Kurztelegramme.

Eine neue billige Telegrammart läßt die Reich-, post vom 16. Febr. an versuchsweise im 3nland- v^rkchr in Form der Kurztelcgramme zu. Unter -Kurztelegramm" (KZ) versteht man ein in offener Sprache ab gefaßte- Telegramm, das mit der Adresfe und dem Dienstvermerk .KZ nicht mehr ol» acht Gebührenwörter enthält: z. D. .KZ Subito Magdeburg Eintreffe morgen Samstag 11,30 Rehländer" oder: .KZ Stephan 1176 Ärüger Berlin Angelegenheit bestens geordnet Fischer. Da- KZ-Telegramm kostet im Ort-- und Fernverkehr 50 Pfennig. Ausgeben kann man ein Kurztelegramm wie jede- andere Telegramm, also auch durch Fernsprecher. Man kann ferner vereinbarte Kurzanfchriften und die sog. Fern- fprechanschrift anwenden. Befördert wird da- neue Telegr n wie ein Brieftelegramm hinter Den vollbez ten Telegrammen. 3m Telegramm­kopf werden Wortzahl und Ausgabezeit nicht an­gegeben. Die Zustellung erfolgt durch den Brief­träger auf dem nächsten Brieszustellgang, oder es wird zu derselben Zeit zugesprochen. Erhält der Empfänger seine Post nicht durch Den Brief­träger. sondern durch Schließfach, so werden ihm auch KZ-Tclegramme auf diese Weise zugeführt. Bei ^gesprochenen KZ-Telegrammen wird Dem Empfänger die TelegrammauSsertigung nicht be­sonder- zuaesandt. Gebühren für KZ-Tclegramme werden nicht erstattet.

AuSste.lung des Al ce-Seminars.

Seit Sonntag ist in den Räumen Der städtischen Gemäldesammlung im Reuen Schloß eine inter­essante Au-stellung von Handarbel- tendesAlicefeminarSzu s.hen. 3n dieser Schau spiegelt sich da- Wollen der Schule. Der Wunsch Aur schöpferischen Gestaltung. Der durch Die Schule in Den jungen Mädchen geweckt wer­den soll, dazu das Bestreben. mit einfachsten Mitteln Wertvolles zu schaffen, deutlich wider. Die Arbeiten wollen nicht prunken, sie sind mit einfachsten Mitteln geschaffen, aber es ist viel Eigenes in ihnen zu finden. Originell find Stoff- fehen auS der Lappenllste, die so zusammenaefügt sind, daß sie die Ratur spiegeln. Solche Arbeit ist Mittel zum Zwecke, durch sie soll Material- gefühl geweckt, verständiges, feinfühliges Um­gehen mit Wolle, Seide und Baumwolle in dichtem id leichtem Gewebe vorbereitet wer­den. Da.. Empfinden für Tonwerte zu üben, sieht man gerissene Graupapiere vom hellsten zum dunkelsten Grau zu Stimmungsskizzen zu- sommengellebt. Gefühl für Stichwirkung soll durch das Sticken von Baum und Blume nach Der Vorstellung geweckt werden. Freies Gestalten Des Materials mit Den Mitteln einfacher Techniken ist Lehraufgabe. 3n dieser Rotzeit ist es be­sonders zu begrüßen, daß dauerhaftes, billiges Material von ungebleichter Baumwolle. Garn oder Linnen. Daumwollkrepp viel Verwendung gefunden hat, daß einfache, klare Schnittformen, die auf gute Trachtenstücke zurückgehen, benutzt und umgewandelt sind und Anregung geben, mit geringem technischen Können und kleinern Geld­beutel sich Die Dinge seiner täglichen Umwelt nach eigenem Geschmack zu schassen. Auf die vor­treffliche Verwendung von Altmaterial sei hier besonders hingewiesen; zerschnittene Trikotaaen- reffe sind daS Material mehrerer kleiner Teppiche, ausgediente Musterproben einfarbiger und ge­musterter leichter Gewebe ergaben Krägelchen, schmale Leinenstreifen durch Hohlnaht zufammen- gefügt Decken. So stehen Dinge vor dem Be­schauer, die Wert haben, nicht durch großen Geld­aufwand, sondern durch Ueberlegung, Arbeits­freude und Gestaltung-Willen. Solides, technisches Können beweist jede Arbeit, doch beschränken sich die angewandten Techniken auf die im bürgerlichen Haushalt erforderlichen Dinge. Lebensnähe. ®e- brauchStüchtigkeit ist Die Forderung. Die die Dinge entstehen lieh. Weder Museumsstücke, noch LuxuSgegenstände sind angestrebt. Engste Ver­bindung mit den Forderungen des täglichen Le­bens zeigen auch Die ausgestellten Prüfungsarbei­ten in Der Anfertigung von Wäsche oder Kleidung. Wie in den früheren Zähren, so kann man auch diesmal wieder Die Ausstellung nach jeder Rich­tung hin als lehrreich und wohlgelungen bezeich­nen. Der Besuch dieser Schau ist unseren Haus­frauen und Mädchen angelegentlich zu empfehlen, da sie in vielfacher Hinsicht Anregungen bietet-

Gictzcncr rSochcnmarltprcise.

' Gießen. 16. Febr. GS kosteten auf dem heutigen Wochcnmartt: Kochbutter das Pfund SO: Süßrahmbutter 1.20; CanDbutlcr 1,10: Matte 25 bis 30; Wirsing 10 bis 20; Weißkraut 8 bi 10; Rotkraut 10 bis 15; gelbe Rüben 10 bis 12; rote Rüben 10 bis 12; Spinat 25 dis 30; Anter- Kohlrabi 5 bis 6; Grünkohl 15 bis 20; Rosen­kohl 25 bis 30; Feldsalat 1,00 bis 1.20; Tomaten 60 bis 70; Zwiebeln 18 bis 20; Meerrettich 30 bis 60: Schwarzwurzeln 25 bis 30; Kartoffeln 4: Aepsel 8 bis 15; Birnen 10 biS 12; Dörrobst 25 bis 30; Honig 40 bis 50; junge Hähne 80 bis 90; Suppenhühner 80 bis 90; Rüfse 35 bis 40; Käse Stück 5 bis 10; Tauben 50 bis 60; Gier 9; Blu­menkohl 30 bis 70; Salat 25 bis 30; Endivien 15 bis 30; Ober-Kohlrabi 8 bis 10; Lauch 5 bis 10: Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 biS 40; Kar­toffeln 3,00 bis 3.50; Weißkraut 4.00 bis 5.00 Wirsing 7.00 bis 10,00; Rottraut 7,00 bis 10,00. Mark Der Zentner.

Vornotizen.

Tageskalender für Dienstag. Stadttheater Gießen: ..Die tolle Lola. 20 bis 22.15 ilbr. Aliceschule Reues Schloß. Hand- arbeits-Seminar-Ausstellung. 11 biS 13 und 15

^br ~ 3ungdeutsche Bewegung: 20.30 ilbr, Hotel Köhler. Staatsbürgerabend Tech- nif$cr Verein;Augustiner". Monatsversamm- lung. Lichtspielhaus BahnhofstraßeSalto Mortale.

AuS dem Sta d11hea terbu re au wird uns mitgeteilt: Heute, 20 il&r, Wiederholung betTollen Lola, Schwankoderette von Kadel- 1

bürg und Rebener, mit der Musik von H. Hirsch. Eine fasching-frohe, groß auSgestattete Ausfüh­rung. Die den ungeteilten Beifall des Publikum- gefunben hat Heinrich Hub. der Augleidb Die männliche Hauptrolle singt und sp eit. führt Regte. Die musikalische Leitung hat Walter Rloebl. GirlS auS der Tanzgruppe Bäulle und Solotänze wurden von Ewald Bäulke einstudiert. Die Vor­stellung geht aiS 19. Vorstellung im Dienstagabon- nement zu gewöhnlichen Operettenpreisen in Sjenc. Cm ungewöhnlich reichhaltiger und lusti­ger Abend. Ende 22 llbr. Morgen, Mittwoch, Wiederholung des erfolgreichen Berliner Zeit­stückes .Erna Sarafin von Zeiz. Ein interessante- Stück Berliner Leben-, nach einer wahren Be­gebenheit erzählt. 3n der Rolle der Mutter Sa- rahn vertritt Frau Auguste P r a s ch - Greven» berg die erkrankte Frau Agathe Walther-Lederer. 19. Vorstellung im Mittwoch-abonnement, An­fang 20 Llhr. Ende 22.15 Llhr.

Staat-wissenschaftliche Fach­schaft. Zu dem morgigen Vortrag von Prof. B e s s o n o f f können Karten nur an Mitglieder Der Alnincrfität und Angehörige abgegeben werden. (Siehe heutige Anzeige.)

" Die Kleidersammlung Der Win­ter n o t h i lf e, Die gestern Durchgeführt wurde, brachte ein überaus günstiges Ergebnis. Bevor Die Sammlung sortgefetzt wird, muß Da- jetzt vorhandene Material erst gelichtet werden, so daß die Angehörigen der Reichswehr und ihre Helfer mit Trompetensignal und Wagen erst in einigen Tagen wieder zum Zweck der Samm­lung in den noch nicht besuchten Straßen er­scheinen werden.

Städtische Brennholzversteige- rung. Bei der gestrigen Brennholzversteigerung auS den Waldungen der Stadt Gießen, die letzte in der Försterei Rödgen, wurden bei großer Rachfrage im Durchschnitt folgende Preise er­zielt: Duchenscheiter l.Kl. per Raummeter 12, Lick>enscheiter 1. Kl. 8,20 Kiefernscheiter 1. Kl. ö. Eichenscheiter 2. Kl. 5, Kiefernscheiter 2. Kl. 6.20. Buchen knüppel 9, Eichenknüppel 7, Kiefern knüppel 6.60. Eichennuhknuppel (Gartenpfosten) 9, Fichten- Derbstangen 1. Kl. per Stück 1,20, 2. Kl. 0,95, 3. Kl. 0,70 Mark.

Oeffentliche Handel-lehranstalt Gießen. 3mmet mehr bricht sich die Ucberjeu- Sung Dahn, daß durch die Entwickelung dcS mo- ernen GeschäftSlcbenS eine theoretische Dorbll- dung vor dem Eintritt In den kaufmännischen Be­ruf zur Rotwendigkeit geworden ist. Diefer Lieber­zeugung verdankt auch die am 1. April 1924 in« Leben gerufene Oefsentliche Handelslehranstalt, Deren Träger Die 3nbuftrie- und Handelskammer Gießen ist. ihre Entstehung. Die Höhere Han- delSklasse nimmt Schüler mit Obersekundareife auf, bereitet sie in einem 3ahr auf ihren prak­tischen Berus vor und gibt Denjenigen jungen Leu­ten. welche das Klassenziel mit dec Gesamtnote gut" erreicht haben, die Berechtigung, ohne Ab- Icgung der vorgeschriebenen .Prüfung für prak­tische Kaufleute' an einer Universität Handels- willenschasten zu studieren. Der Besuch der Höhe­ren Handel-klasse ist auch Abiturienten, die einen kaufmännischen oder ähnlich gelagerten Beruf er­greifen wollen, sehr zu empfehlen. Die zweijäh­rige Handelsschule nimmt 14jährige Schüler auf, einerlei, welcher Schule sie bisher angchört haben. 3n zwei vollen Schuljahren werden die Schüler für ihren prakttschen Beruf vorgebildet. 3n Den beiden Abteilungen werden folgende HandelSbe- triebSsScher gelehrt: Handelslehre mit Korrespon­denz. kaufmännische Rechtslehre (Bürgerliches Gesetzbuch) nach Auswahl, Handel-gesehbuch, Wechselordnung, Buchführung (einfache und dop­pelte Buchsührungsmethode, italienische, deutsche und amerikanische Methode und Durchschreibebuch­führung als Vorübung für moderne Dureau- organifation). Kontorunterricht, kaufmännisches Rechnen, Stenographie und Maschinenschreiben. Der sprachlichen Ausbildung mit besonderer Be­rücksichtigung kaufmännischer Verhältnisse dienen folgende Fächer: Deutsch, Englisch (in Der Höhe­ren Handelsklasse auch Französisch) mit ent­sprechender Korrespondenz. Zur allgemein-wirt­schaftlichen Fächergruppe gehören Volkswirt­schaftslehre. Wirtschaftsgeographie. Warenkunde einschließlich Technologie. Der staatsbürgerlichen Erziehung dient die Bürgerkunde. 3ntereffenten feien auf Die heutige Anzeige aufmerksam gemacht.

Dberbeffen.

Landkreis Gießen.

* K lein-Linden, 15. Febr. Der hiesige R aif fei sen verein hielt am Samstagabend feine FrühjahrS-Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende. Lokomotivführer Loh. gab einen Rückblick über das abgelaufene Geschäftsjahr, das trotz wirtschaftlichen Tiefstandes doch noch gün­stige Zahlen aufwieS. so daß auch diesmal wie­der die Auszahlung einer achtprozentigen Wa­renrückvergütung möglich wird. Der Rechnungs­bericht des DereinsrechnerS. Karl GI a u m , schloß an Aktiva und Pafsiva mit je 51 989.19 Mark ab. Die Verwaltung-kosten betrugen 1889,72 Mk. Die Umsatzbilanz zeigt in Soll und Haben je 401 216,91 Mk. Die Mitgliederzahl be­trug 195, bet 8 Zu- und 8 Abgängen. Die Rech­nung tourte genehmigt. Für zwei satzungsgemäß ausschcidende AufsichtSratSmitglieder tourten 2luguft Baumann wieder- und Ludwig Volk neu in Den AuffichtSrat gewählt. Auf Anregung des Vorstandes befchloy Die Generalversamm­lung Den Abbau der Vergütungen für Die einzel­nen Aemter und damit eine starke Herab­setzung der Verwaltung-- und Geschäftsunkosten

- - Lich, 15. Febr. Die Eheleute Dachdecker- melfter Heinrich Vater und 3ohannette geb Gcndelph. feierten das Fest der goldenen H och zeit. Bürgermeister Geil überbrachte dem 3ubelpaar die Glückwünsche Der städttschen und staatlichen Behörden. Die kirchliche Feier und Sin- segnung sand am Rach mittag durch Pfarrer D r a u b t in Anwesenheit der Vertreter des Kir- chenvorstandes statt. 3m Anschluß an die Feier überreichte der Geistliche ein Gedenkblatt deS Can- deskirchenamts und für Die evangelische Gemeinde eine Rudolf-Schäscr-Dibei. Weiter traf ein Glück- wünsch und Gedenkblatt des Reichspräsidenten von Hindenburg ein. Am Abend brachte der Posaunenchor ein Ständchen Dar.

Kreis Friedberg.

Friedberg, 15. Febr. Bei der geftri- gen Bürgermeisterwahl in Ober - Jörlen erhielt der seitherige Bürgermeister Schmidt 1161 Stimmen, während der von den Kommunisten aufgestellte Gegenkandidat G e ck eS nur auf 139 Stimmen brachte. Ungültig waren 105 Stimmen. 92 Prozent der Bevölkerung mach­ten von ihrem Stimmrecht Gebrauch. Bürger­meister Schmidt ist somit wieder auf neun Fahre flum Bürgermeister gewählt.

VezirkSschöffengencht Gießen.

Gießen. 12 Febr. Ein wegen Diebstahl- vielfach vorbestrafter Bergmann hat nacht» aus der Hofreite einer im gleichen Orte wohnenden Witwe zwei Zuchigänfe gestohlen und geschlachtet. Sie sollten in seinem Haushalt verzehrt werden. Er behauptete heute unwiderlegt, feine inzwischen in eine Anstalt gekommene Frau habe ihm so­lange zugcsetzt. biS er mit ihrer Hilse den Dieb­stahl begangen habe. Mit Rücksicht auf Die Vor» Grasen wurde wegen Diebstahls im wiederholten Rückfälle auf eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten erkannt.

3n weiteren Drei Strafsachen, Die heute an- standen, handelte es sich um Urkundenfäl­schungen.

«in Viehhändler hat zwei Wechsel gefälscht und der Spar- und Darlehenskasse, Die ihn zur St­ählung einer Schuld drängte, in Zahlung ge­geben. Gegen die beiden Landwirte, deren Hamen er mißbrauchte, standen ihm Forderungen zu, die aber gestundet waren. Seiner Behauptung, er habe fein Vorgehen deshalb nicht für strafbar gehalten, wurde kein Glauben geschenkt; auch schützt Unkenntnis nicht vor Strafe. Sr wurde ju einem Monat Gefängnis und zu einer Geldstrafe von 130 Mk. verurteilt. Strafmildernd kam in Betracht feine Unbescholtenheit und der Umstand, daß tatsächlich kein Schaden ent­standen ist.

Um sich einen höheren Vorschuß auf den Arbeitslohn ihre- Mannes zu verschaffen, al- ihr von Der Bürgermeisterei zugebilligt war, fälschte eine Frau eine Anweisung und hob den Betrag ab. Sine andere Frau legte eine von ihr ge- fälschte Quittung Der Bezirksfürsorgestelle vor und ließ sich Den angeblich für Ihr uneheliches Kind vorgelegten Betrag ersetzen. 3n beiDen Fällen würbe auf Die gesetzliche Mlndeststrase von einer Woche Gefängnis erkannt.

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Evangelische Gemeinden.

Mittwoch. Den 17. Februar.

Stadtkirche. 18 Uhr: 2. PassionSandacht. Pf» Becker.

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5. Klasse 38. Preußisch-Lüdbeussche (264. Preuß.) Staals-Lotterle

Ohne Gewähr Nachdruck vcrdote»

Aus jede gezogene Nvmwer sind »lrei gleich hohe (Bc.'.inne gefallen, und zwar je einer ans die Lose gleicher Nummer in den deiden

Avtellungen I und II

5. Ziehungstag 13. Februar 1932

ön der heutigen Donnittaaszlebung wurden Gewinne über 4U0 M. gezogen

2«Pinn, x 1OOOO W. 374684

14 h 6000 M. 36170 70868 200662

212086 218030 238994 257317

6 »retnee iu 3000 QJL 34240 106400 383454

44 ®<irinne in 2000 M. 26088 38365 40440 106158 106644 108427 100224 112862 119743 126088

165308 189631 189737 190364 198957 248330

264699 278660 304011 342783 375493 379279

116 »telnne » 1000 <m. 6224 10864 32325 36616 37738 40164 43901 62360 64466 70433 75432 89389 96276 101394 114614 139001 142896 145567 145716 162707 165377 175447 178198 184804

186147 189854 207236 207767 223004 227620

229996 230645 234612 243262 249502 271231

277421 287771 293312 299934 307799 318382

320982 322257 326747 326830 335790 330238

348039 358237 366843 374236 378319 386672

388828 391008 304899 306472

166 I ftr.rn. 600 (L'U 1678 6547 7476 11569 37443 38562 41523 44667 46519 48220 60220 60234 62111 78496 80336 92G98 95734 95830 95861 106092 106405 114943 118168 120234 120579 132830

140287 154046 159340 162301 173815 175360

175773 183780 189550 191293 192167 199368

20.231 215255 217052 219832 221466 233356

235858 235946 241162 244727 246030 246135

260727 254603 259053 263816 264053 273207

273458 276409 278260 279784 285053 2935 .6

294407 300622 302473 316774 328364 337400

346791 348959 350133 350589 352417 364117

367392 369597 370665 379006 379287 379931

382672 388025 397929

3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 2JL gezogen

6 ®*»üme iw 10000 «DL 3736 193623 332770

8 a.-emn« ,o 6000 M. 38386 49340 81122 81859

22 ®«elrn. i« 3000 -71T. 6476 38320 145362

156149 191676 198893 234685 238590 300688 322380 387164

62 e-tolrnf |U 2000 CB. 29218 31810 32752 35362 37853 45174 99123 111763 139902 149134 169186 171801 169156 193629 198816 236948 238323

238835 247613 258613 261798 282332 286441

319209 385091 395797

94 Oeelnnt iu 1000 CT. 2000 8572 11726 23851 27240 30546 48972 55730 57934 63838 68652 78156 81638 95363 93192 107351 117446 125020 127646 130581 175757 176634 184883 194775 196852

199487 206335 209437 243844 252925 259723

279710 285691 292554 294485 299292 300887

316920 322859 328068 330651 351024 373314

373433 386429 393451 396006

120539

171799 209637 237091

253236

289880

328146

359294 371934

399318

95801

127569

180284 212051

242082

269662

305093

335845

362399

379175

101631

153908 192811

220282 249947

279705 313815

339054 367621

386354

111576

163529

203302

230020

253533

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123631 175957 210800 2404.08 261503 300970 328242 361415 378761

104672 163194 201688 226® 5 250881

264098 317644 34 6 6 2 0 368768 386459

176 ®etrmn« iu 500 M. 2160 2965 5723 9088 9416 13843 13996 17700 20450 21547 25161 27788 28606 32323 37077 42843 4446 47522 49748 53519 65489 67644 70828 75668 77396 80301 81796 86644 93385

3m Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 5LOOOO, 2 Gewinne zu |e 500000, 2 zu je 800000, 2 zu je 200000, 4 zu je 100000, 6 zu je 75000, 10 zu je 50000, 24 zu je 25000, 154 zu je 10000, 416 zu je 5000, 81k zu je 8000, 2452 zu je 2000, 4970 zu je 1000, 8168 zu je 600, 24516 zu je 400 M.

Die elektrische Waschmaschine, Die noch vor 10 bis 20 Jahren das Privileg begüterter Kreise war, ist heute in weitem Matze Bestandteil vieler klein­bürgerlicher und Arbeiter-Haushaltungen. Die Mielewerke bringen in elektrischen Waschmaschinen Modelle auf den Markt, Deren Preis es gestattet, daß in jedem Haushall elektrisch gewaschen werden kann. Eine Miele-Elektro-Waschmaschrne nimmt Dem Waschtag feine Schrecken und verbilligt die Kosten für Das Waschen Der Wäsche um einen ganz erheblichen Prozentsatz. Miele - Elektro - Wasch - maschinen werden von Den einschlägigen Geschäften geführt und Interessenten bereitwilligst gezeigt.

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Die Ziehung der Eisenacher Geldlotterie zum Pesten des Thüringer Museums zu Eisenach findet am 29. Februar statt. Die Lotterie bietet eine aus­sichtsreiche Gelegenheit, für eine kleine Ausgabe einen Geldgewinn zu erreichen. Lose sind in den Verkaufsstellen zu haben. Die in Der Annonce an­gegeben sind. Alle Gewinne werden bar ohne jeden Abzug ousgezahlt. 1261V