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Aus aller Welt
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Gronau in Warnemünde.
Der Weltslieger v. G r o n a u ist in Warnemünde eingetroffen. Bereits in Rostock wurde er von zwei Staffeln Land- und Seeflugzeugen begrüßt, die den Zug bis nach Warnemünde begleiteten. Auf dem Warne-münder Bahnsteig wurden Gronau zahlreiche Ehrungen zuteil. Er wurde von Ministerialrat Dr. Barfurth und von Stadtrat Wulff als Bertreter der Seestadt Rostock sowie von Direktor Becker im Ramen der Lehrer und der Belegschaft der Deutschen Berkehrsfliegerschule Warnemünde begrüßt. An den Empfang schloß sich eine interne Begrüßungsfeier an.
„Do X“ wieder in Altenrhein.
Das Flugschiff „Do X" ist in den letzten Tagen bei uer Dornierwerft in Altenrhein glatt gelandet. „Do X" hatte am 5. November 1930 von Altenrhein aus seinen Amerikaflug angetreten. Seit diesem Zeitpunkt ist das Flugschiff nicht ein einziges Mal in einer geschützten Halle gewesen. Die Dornierwerke ehrten Stapitän Christiansen un) seine Besatzung durch einen Empfang.
Ein Kind schwer verletzt aufgefunden.
Auf dem Bahnkörper der Borortbahn imRor- den Berlins wurde die 6 Jahre alte Rosemarie Boddin schwer verletzt und besinnungslos aufgefunden. Die Kleine war nur mit einem Mantel und einem Hemd bekleidet. Sie war vollständig angezogen aus der elterlichen Wohnung weggegangen und nicht wieder h.eimgekehrt. Die Polizei vermutet, daß sie das Opfer eines W ü st l i n g s geworden ist. Das Kind wurde ins Krankenhaus gebracht, wo es bisher nur für kurze Zeit zum Bewußtsein kam. Sonderbarerweise wurde in unmittelbarer Räche des Fundortes eine Türfüllung aufgefunden, die bei einem Schiuleinbruch herausgeschnitten worden ist, der in einer der letzten Rächte im Rorden Berlins verübt wurde. Ob die beiden Verbrechen im Zusammenhang miteinander stehen, ist bisher noch nicht ermittelt worden.
Brandstiftung im Kinderheim Wädenswil.
, Die Ursache des Brandes des Kinderheims in Wädenswil, bei dem 12 Zöglinge ums Leben kamen, kann nunmehr als festgestellt gelten.
liegt Brandstiftung vor. Als Täter
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| egoismus der Dienst träger und ihren politi- schen und weltanschaulichen Einseitigkeiten zu großen Spielraum lasse. 3m ganzen hat sich gezeigt, daß die Mitwirkung von Verbänden der verschiedensten Richtungen dem Freiwilligen Arbeitsdienst ganz besonders förderlich ist. Ohne sie wäre der Arbeitsdienst nicht die Volksbewegung geworden, die er heute darstellt.
Die Mitarbeit der verbände wesentlich einzu- schränken oder sie sogar ganz auszuschalten, hieße die Axt an die Wurzel des Freiwilligen Arbeitsdienstes legen. Gegen Auswüchse kann eingeschritten werden, ohne daß es nötig ist, den Arbeitsdienst von Grund auf umzugestalten. Ls ist Vorsorge getroffen, daß ungeeignete Ver- bände aus dem Freiwilligen Arbeitsdienst entfernt und unlautere Konkurrenzmanöver zwischen den Organisationen unterbunden werden.
Der Freiwillige Arbeitsdienst wird, so betonte bet Minister zum Schluß, während des Winters natürlich Einschränkungen erfahren müs- , f-J? aber da, wo die Ratur der Arbeiten es öutaßt und die Unterbringung der Arbeits- dienstwuligen den Anforderungen der Jahres- entspricht, auch im Winter durchgeführt werden, älm zugendlichen Arbeitslosen, die aus dem Freiwilligen Arbeitsdienst infolge winter- licher Unterbrechung oder Beendigung der Ar- bett Zder wegen Ablaufs der Förderungszeit aus- 6ie Möglichkeit zu geben, ihren ?ongkeltswillen an anderen Stellen einzusehen, hat der Präsident der Reichsanstalt für Arbeits- Vermittlung und Arbeitslosenversicherung soeben m.t meiner Zustimmung die Altersgrenze für die Beteiligung an beruflichen Bil- oungsmaßnahmen bis zum 2 5 Le - b€n«jabr erweitert. Durch diese organische Verbindung zwischen Arbeitsdienst und beruflichen Schulungsmaßnahmen muß und wird es gelingen, die wertvollen Kräfte unserer Jugend für eine bessere Zukunft zu erhalten.
Goethe-Bund.
Zweiter Oichterabend: Albrecht Schaeffer.
Albrecht « ch a e f f e r — dem mir neben manchem andern eine der schönsten Liebesgeschichten in deut Icher Sprache verdanken und in den „Brüdern Cha- made einen der zugleich kunstvollsten und unheimlichsten Romane unserer Zeit — las gestern abend in ber Neuen Aula aus seinen Büchern. Er begann mit Gedichten, und es erwies sich wieder einmal, wie schwierig, verantwortungsvoll und unbefriebi- «iCrL-rK5 l’*' Don schwebenden und ganz geformten (Sebilben nach einmaligem Anhören über* den unmittelbaren Eindruck hinaus ohne die bestätigende itesligung des Mit- oder Nachlesens etwas halbwegs Gültiges zu vermitteln. Schaeffer lieft seine Lyrik ganz hwgegeben an ben hymnisch flutenben Rhyth- mi15 .und die dunkle Bersmelodie: das ,Lwie- gesprach , dessen Strophen von fern an die jubi- öes „Fvusf anzuklingen lajemen das „Kinderspiel", in dem sich ein frühes unö faft unbewußtes Erlebnis zu einem schönen p ^nichlich-reifer Begegnung rundet: die
kosmische Phantasie „Seht die Erde!": die aus g ■ Nuturgefuht strömenden Strophen des „Keim-Monats .
Dann hörten wir die „Erzählung eines Mannes" aus Dem seinerzeit hier angezeigten Nooellenbande '. 9l’ferrt.,er >' dieses Prosastück, edel und sehr einfach in seiner Haltung, wurde so gesammelt und Doch säst nachdenklich gelesen, daß man stellenweise Den merkwürdigen Eindruck gewann, etwas ganz .neues, gleich'am eben erst Erlebtes und Geformtes $UuDAr?e -.e?' Erzählung eines Mannes, die, ein- gebettet zwischen kargem und fast verhaltenem Zwiegespräch, ein Geständnis und eine Lebensbeichte ist, Bencht^on der untergründigen Verknüpfung menfch- J- er ^ch'ch, e, hinuberspielend aus der alten in I bie neue Welt und — wahrhaft dichterisch — besiegelt durch die unendlich einfache und menschlich |
GegcnwakMgendesJleiMigeiiAlbeiisdienstes
Eine Unterredung mit dem Ue:chsarbeitsminister.
Kunst und Wissenschaft.
Hindenburgs Glückwunsch an Gerhart Hauptmann.
®er Herr Reichspräsident hat an Gerhart Hauptmann folgendes Glückwunschschreiben berichtet:
»ge!?r geehrter Herr Hauptmann! Zu Ihrem 70. Geburtstag spreche ich Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche aus. Anläßlich Ihres 60. Ge- burtstages ist Ihnen die höchste Auszeichnung der Adlerschild, verliehen worden, i-o bleibt mir heute nur übrig, erneut der An- m Ausdruck zu geben, die das deutsche Volk Ihnen und Ihrem dichterischen Schaffen entgegenbringt, und den Dank zu wiederholen ver Ihnen für Ihre Verdienste um die deutsche rr>unI*.«.un& nicht zuletzt für die Vertretung und Verteidigung des deutschen Gedankens in der ■ISelt tn so reichem Maße gebührt. Ich wünsche ^hnen ein weiteres langes Leben voll Gesundheit und Schaffenskraft und verbleibe mit freundlichen Grüßen Ihr sehr ergebener (gez.) von H i n den bürg."
Die preußische Staatsregierung (Kabinett Braun) hat auf Antrag des Ministers für Wissenschaft und Volksbildung Grimme beschlossen, die große Goldene Staatsmedaille Preußens für Verdienste um den Staat Gerhart §ihen.^ t m a n n zu seinem 70. Geburtstag zu ver-
Eine deutsch-italienische Kulturoereinigung.
Die Gründung der deutsch-italienischen Kultur- vereinlgung in Mailand gestaltete sich zu einem überaus festlichen Ereignis. In Anwesenheit zahl- reicher Senatoren, Abgeordneten, Vertretern der
kommt ein Anstaltsinsasse in Betracht, der 43jäh- rige geistesschwache Karl Widmer. Er ist in der ^Inglücksnacht mit seinen Sonntagskleidern und etwas Geld verschwunden. Am Vorabend hatte er mit einem anderen Anstaltsinsassen einen Streit und war von der Anstaltsleitung zurecht- gewiesen worden. Bei einer genauen Durchsuchung öe£ Zimmers, in dem er wohnte, kam in einer Kommode ein zerrissener Zettel zum Vorschein, aus dem geschlossen werden muß, daß Widmer aus Rache das Feuer anlegte.
Das Ra.nenssch.ld des Kreuzers „Emden" auf dem W-ge in die Heimat.
Das kupferne Ramensschild des deutschen Kreuzers „Emden", der am 9. Rovernber 1914 nach heldenhaftem Kampfe durch den australischen Kreuzer „Sydney" zerstört wurde, befindet sich auf dem Wege nach der Heimat. Die Platte war seinerzeit von dem Wrack genommen worden und wurde seit 1915 als Kriegstrophäe in einer besonderen Kassette im australischen Parla- rnentsgebäude aufbewahrt. Australien hat es nunmehr Deutschland zurückgegeben.
Autounglück bei Tunis. — Vier Tote.
. Etwa 40 Kilometer von Tunis entfernt wurde ein Auto bei einer Bahnüberführung von einem C i s e n b a h n z u g e r f a ß t und schlug um. Vier Personen wurden getötet, zwei verletzt.
Sieben Tote bei einem Autounglück in Algier."
Rach einer Havas-Meldung aus Algier hat sich bei ^lelat cm schweres Autobusunglück ereignet An Personentransportauto, das den Verkehr zwischen Mascara und Oran versieht, glitt auf dem aufgeweichten Boden aus und fuhr in voller Fahrt gegen einen Daum. Der Motor des Wagens wurde völlig in die Karosserie hineingedrückt Die Zahl der Toten beläuft sich auf sieben, die der Verletzten auf 22, darunter mehrere Schwerverletzte.
Zuchthaus für eine Räuberbande.
$aS Sondergericht in Königsberg verurteilte die an dem Raubüberfall auf einen Kassenboten des Warenhauses Karstadt am 3. Oktober d. I. Beteiligten, Kraftwagenführer Gell, Klempner Bouillon und Arbeiter Mett, wegen schweren Raubes zu je sechs fahren Zuchthaus, den Dreher Schulz als Anführer zu acht Jahren Zuchthaus.
Vrahms: l. Symphonie in c-Moll.
Jum bevorstehenden Eymphonielonzert des Gießener Konzertvereins.
Die Tatsache, daß Johannes Brahms, ehe er fein erstes Streichquartett der Oeffentlichkeit übergab, runb zwanzig vorher geschriebene Quar- £*rCc.Dcr-n:c^tc*: hatte, läßt einen ähnlichen Rück- aUfUu^ «cm symphonisches Schaffen zu: denn erst als Dre.undvierzigjähriger tritt er mit seiner «En Symphonie hervor. Seine Redewendung- Mit erner Symphonie ist nicht zu spaßen", gibt bag beste Zeugnis seines künstlerischen Derantwor- tungsgefuhles. Angesichts der sieghaften Tra- oitivn der Beethovenschen Symphonien war er sich Auen Wohl bewußt, daß nur das wirklich Große auf Weltgeltung erheben konnte. Viel- leicht geht man auch nicht fehl in der Annahme, oq6 03^018 Jid) alle Möglichkeiten musikalischer Ausdrucksfah'.gkeiten untertan machen wollte ehe er an das höchste Ziel, an ein Weltbild in Tönen herantrat.
Da Brahms niemals in seinen Werken sich einem Programm von realer Wirklichkeit untergeordnet, außermusikalische Momente also völlig ausgeschaltet hat, so läßt es sich unzweifelhaft vermuten, daß er erst von dem Zeitpunkt an die Symphonie zum Kündungsmittel erwählt hat nachdem er durch die Reichhaltigkeit, Fülle und Tiefgängigkeit der inneren Erfahrungen etwas Eigenes, Persönliches, älrsprüngliches zu geben vermochte: denn in feinen Aeutzerungen war Vrahms stets, wie kaum ein anderer, wahr, echt und sich selbst getreu.
Man hat in der C - M o l l - Sy m pH o n i e gaiu bestimmte persönliche Schicksalserlebnisse als Viederscblag erkennen wollen und ist sicherlich an- 9 tr t® * r Brahmsschen Schafferiseigenart dabei schigegangen: beim nicht reale Begebenheiten, son- bern die inneren Zustände seines Ich-Erlebens haben feinem Werke den Inhalt gegeben.
ODenn man versucht, wie es vielfach geschehen ist Symphonien ein Zurücktreten des Inhaltlichen vor dem formalen Moment zu erken- man dabei das Wesen der ,7nÄ<^n Symphonie, nämlich die Bändigung naffi&T"9 9Cft,gcn Erlebens, ohne durch eine Formgebung der Tiefe des Inhaltes Einschrantung zu tun. Dieses Ringen um den GU wird besonders dadurch be° ©{tuen fri! ?U ^Moll-Symphonie die ersten aSS Eni 3 8toei 3a&rae5nten zurückliegen.
R 1 -*c ^'^oll-Symphonie als eine tra- I ÄU^mif könnte namentlich in Bo°
jug auf die berdrn Ecksatze zutreffen, denn in ihnen I
kündigt sich stärkstes Schicksalserleben. Seiner Anlage nach ist das vorliegende Werk eine Finalsymphonie, d. h. der Aufbau, im ganzen gesehen, strebt einer Krönung und Lösung der inneren Pro- • ^nirC,r lVt Schlußsätze zu, der entsprechend seiner inhaltlichen Stellung fast die Länge der drei vorausgchenden Sätze mißt. Die Höhe des letzten Satzes tritt in ihrer Gipfelsteilheit um so kontrastierender hervor, als die beiden Mittelsätze im Gegensatz zu dem bitteren Ernst der Ecksätze friedlichere Regionen erschließen.
Die von innerem Gären erfüllte Einleitung des Kopflatzes wird mit ihrer starken Spannung zweier cnergiecrfuUter, einander gegenübergestellter Themen verstärkt durch Das Pochen des Orgelpunktes der Kontrabasse, des Kontrafagotts und der Pauke . leidenschaftlichen Aufwallen und erschöpf- ten Minken laßt sie die Hauptthemen des folgenden Allegras erstehen, dessen kampferfüllte Sphäre o.n elementarer Aufschrei der Holzbläser auftchließt. Mit sehnfuchtsvoller Wehmut erklingt das zweite it* DOn öer Oboe: bewundernswürdig
!'.t die Kunst des Ueberleitens zu diesem Thema Dm Jleues Ausbaumen der Kampfeskräfte, gipfelnd in Unisono-od)lägen, leitet zur Durchführung, die .'^r Gedankenaufschließung ein mar-
ArohmSichen symphonischen Stiles darstellt. Zwei Pianostellen werden hier zu Momenten innerer «chau: nach der zweiten bricht die Energiegewalt um so stärker mit drohenden, elementaren Steigerungen hervor. Nad) der Reprise mundet der Satz mit klagenden Klängen in auf- gelichtetem Dur. 1
Der langsame Mittelsatz (Andante sostenuto) 'fljeint mit feinem Eingangsthema einer Welt des Friedens zu entstammen: jedoch die Weiterführuna des Themas knüpft mit ihrer Chromatik an die Schichalsverbundenheit des vorausgegangenen Satzes an. Einem mit ergebener Zuversicht erfüllten Oboen-- gelang folgt ein sich auflichtendes zweites Thema non Holzbläsern getragen. Das Oboenthema wird $um Schluß des oafces hin klanglich verklärt durch das Horn, dem sich die Soloviolme gegenüberstellt.
Der dritte Satz (Un poco Allegretto e grazioso) steht anstelle des sonst üblichen Menuetts bzw. >vcherzos. Seine Aufgelichtetheit ist zeitweilig getrübt durch die Erinnerung an das vorausgegangene '-chichalserleben: ein quasi-Triosatz läßt Streicher und Holzbläser als geschlossene Gegnergruppen in anmutigem Spiel gegenübertreten.
Die Adagioeinleitung des Finales spiegelt das Suchen nach einem Ausweg aus den Hemmnissen Ichwerer «chichalsgebundenheit. Zwar klingt das Kopfthema des ^wuptsatzes schon hindurch, aber noch qt es öura) quälende Chromatik verschleiert. Pizzi- cato-Episoden, die ebenfalls später in die Entwicklung des Hauptsatzes eingreifen, gehen einem Aus-
Diplomatie, der Generalität, der Wirtschaft der bedeutendsten Kulturinstitute und der Presse hielt Senator T r e c c a n i, der Herausgeber der Italienischen Enzyklopädie, die Eröffnungsrede, wobei er die Gründung als einen neuen Markstein der Freundschaft und Zusammenarbeit der großen du^) soviele Bande verknüpften Rationen bS- zeichnete. Die Gründung liege auf einer Linie mit oer vor einem Jahr in Köln gegründeten Italienisch-Deutschen Kultur-Gesellschaft, deren An- reger M u f s o l i n i persönlich gewesen sei. Mqr. Galbiati, der Präfekt der Mailänder Bib]io- teca Ambrosiana, sprach über Zweck und Programm des neugeschaffenen Instituts, das der innigeren Durchdringung der beiden großen Kulturen dienen solle. Der deutsche Generalkonsul Ge- beimrat Dr. Schmidt, der die Anregung zur ^^undung der Vereinigung gab, dankte für die beifällige Aufnahme des Planes und für die über» all zutage getretene Sympathie, die für die deutsche Nation zum Ausdruck fam. Ehrenvorsitzender der Vereinigung ist das Mitglied der italicni- Ieben 21^11110, Farinelli, der Herausgeber des Reisetagebuches des Vaters von Goethe. Die Versammlung sandte Ergebenheitstelegramme an Hindenburg, den König und Mussolini.
Männerchor-Dall.ide „Die Brücke am Tah".
, ,r>- Moellendorsfs große Männer-
chor-Dallade „Die Brücke am Tay" (Dichtung von Th. Fontane), die in Westdeutschland nun schon zu den meistgesungenen Werken zählt, hatte unlängst auch bei ihrer Erstaufführung in Stettin durch den Lehrergesangverein unter Wiemann einen gewaltigen Erfolg. „Die Brücke am Tay" wird im Februar dort Zur Wiederholung gelangen.
Berlin, 14. Rov. (WTD., Der Reichs- arbeitsminister gewährte heute dem Chef- rebafteur des WTB. eine plnterredung über wichtige Geaenwartsfragen des Freiwilligen Arbeitsdienstes.
Der Minister gab zunächst seiner Befriedigung über den außerordentlichen Aufschwung Ausdruck, den der Freiwillige Arbeitsdienst auf Grund der Verordnung vom 16. Juli d. I. genommen habe und betonte dann mit Rachdruck, daß sich
die Organisation des Arbeitsdienstes durchaus bewährt
habe. Insbesondere hat sich, so fuhr der Minister fort, die Verbindung, die zwischen dem Frei- willigen Arbeitsdienst und den Einrichtungen der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung geschaffen ist, als recht zweckmäßig erwiesen.
Von einer nebenamtlichen Betreuung durch die Bezirkskommissare in dem Sinne, daß bei ihnen her Freiwillige Arbeitsdienst gegenüber ihren sonstigen Aufgaben eine untergeordnete Rolle spiele, könne, so erwiderte der Minister, gar keine Rede sein. Richt nur der Reichskommissar, sondern auch die Tezirkskommissare widmen einen großen Teil ihrer Arbeitskraft der Leitung und Durchführung des Freiwilligen Arbeitsdienstes. Ihnen stehen überall Sachbearbeiter in ausreichendem Umfange zur Seite, pleberdies darf nicht vergessen werden daß sich die Organisation des Freiwilligen Arbeitsdienstes noch im Ausbau befindet. Das gilt vor allem für die Führerausbildung.
Die richtige Lösung der Führerfrage ist von entscheidender Bedeutung für den Freiwilligen
Arbeitsdienst.
Der Reichskommissar hat eine planmäßige Füh- rerschulung schon vor einiger Zeit in die Wege geleitet. H
Ein solcher Ausbau allein, so wandte der Besucher ein, will manchen Kritikern nicht genügen. Diese bemängeln an der jetzigen Organisation vor allem auch, daß sie dem Verbands-
maUenJjeUfter Empörung voraus, Holzbläserfiguren über Lotreichertremolos werden zu verzweifelten schreien: ein hämmernder Paukenwirbel, klanglich entschwindend, weist den Weg aufwärts zur Er- lofung. In dem Piu Andante wird das Horn zum Trager des Friedensgedankens, dessen Auswirkung die Posaunen verstärken, und nun bricht das Allegro mit einem -Lfjema voll erwachter Lebensenergie durch: immer mehr erstarkt die Siegesstimmung mit Der mad/ienöen Siegesgewißheit. Der im Andante nod) mehr ahnungsvolle Friedensgesang des Hornes wird letzt zum Siegeshymnus und in der Coda werden die Posaunen zu machtvollen Kündern des Triumphes. £)r h
gültige Gebärde, die Mann und Mädck-en stumm miteinander verbindet.
Nach der Pause las Schaeffer aus dem Buche n™c!^ern<ll^t" die Erzählung Reginas: „Vom Fäßchen / vom gelöschten Namen / vom goldenen ©riffel / und den wissenden Füßen." Dies ist eine Geschichte, die bei Gottfried Keller stehen könnte, voll bunkler Beschwörung und anmutig-kindlicher Heiterkeit zugleich: in aller Schlichtheit ein „Kunst- gebild iber echten Art".
Zum Ab'scbluß hörten wir die letzte der zwölf Novellen bie-fes Bandes, „Der Apfel' vom Baume der Erkenntnis", die wohl auch unseren Lesern nicht unbekannt ist: von der persischen Königstochter Gülnare und ihrem geliebten Gemahl Jussuf: Märchen und Gleichnis, tiefsinnig und durchsichtig in Einem.
Selten hat man die Empfindung, sich einem ganz unzweideutigen und unbezweifelbaren dichteri,d)en Erlebnis und Bekenntnis gegenüber zu finden, ein- dringlicher bestätigt gefunben als an diesem Abend; und es wäre zu wünschen, daß er die Hörer, die mit herzlichem Beifall dankten, über die flüchtige Begegnung hinaus anregend, auch zu Lesern gemacht habe. —y—
Das eingemauerte Täubchen.
Die Tierliebe, die im Volk so weit verbreitet ist äußerte sich wieder einmal in rührender Form' bei einem kleinen Drama, das sich in einer Pariser Straße in der Rähe des Park Moneeau abgespielt hat. Tauben hatten hier ihr Rest in einem Loch gebaut, das zwischen den Mauerziegeln entstanden war, aber im Laufe der WochH füllten die Arbeiter, die mit der Ausbesserung bet Fassade betraut waren, den Eingang zu der kleinen Hohle mit Zement aus, während die Tau- benmutter abwesend war. Sie hatten nicht be- merft, daß sich in dem Loch ein Rest befand. Das lunge Täubchen, das auf diese Weise eingemauert toar, machte ein kleines Loch in dem weichen Zement und die Bewohner des Rachbarhauses hörten sein ängstliches Piepen und sahen, wie es die Welt von seinem Gefängnis aus beobachtete. Dem x Gesangenen wird regelmäßig Rahrung von der Mutter durch das Loch zugesteckt, so daß die Gefahr des Verhungerns ausgeschaltet ist. Aber die Alte ist nicht imstande, ihr Junges aus seiner schwierigen Lage zu befreien, und so haben die Bewohner des Rebenhauses ein Rettungsunter- nebmen ausgerüstet. Die Befreiung des eingemauerten Täubchens ist nicht leicht, da sich sein Gefängnis zwischen dem dritten und vierten Stockwerk befindet, und so mußten hohe Leitern zu- lammengesetzt werden, bis es gelang, durch Wegnahme des Zementes die Taube zu befreien.
Zustande wirtschaftlicher und seelischer Schwäche herauszukommen.
Nach dem Presseempfang begab sich der Reichskanzler nach dem Dresdener Rathaus, um den städtischen Körperschaften seinen Besuch abzustatten. Oberbürgermeister Dr. Külz hieß den Herrn Reichskanzler willkommen und sprach die Hoffnung aus, daß in dem ungeheueren Umschichtungsprozeß des Gemeinschaftslebens in Deutschland die Selbstverwaltung der Gemeinden ein sicheres Fundament bleibe. Reichskanzler von Papcn erklärte, daß sein Besuch symbolhaft sein solle für die tiefernste Ueberzeugung der Reichsregierung, daß nur in einem föderali st i schen Z u - sammenwirken von Reich, Ländern und Gemeinden die unendliche Not der Zeit gemeistert werden könne. Reich, Länder und Gemeinden, dieser Drei (lang müsse uns wieder auf« wärtsführen. „Ich verlasse Dresden mit der absoluten Zuversicht, daß die R e i ch s r e g i e r u n g , die den Auftrag des Reichsprälidenten ausführen wird, Deutschland wieder aus dem Tal ter Niederung cmporführen wird mit Ihnen, mit Sachsen, für das Reich!
Nach einem Frühstück im Hause des Ministerpräsidenten, das der politischen Aussprache im allerengsten Kreise galt, fand am Nach- mittag ein Empfang der sächsischen Regierung im •jfotel Bellevue statt, an dem zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens teilnahmen. Am Abend kehrte Reichskanzler von P a p e n nach Berlin zurück.
wirlfchast nicht durch ceidenschaften des poli- tischen Unverstandes gestört werde.
Rur vertrauensvolle Zusammenarbeit könne den Ländern chre grundgewachsenen staatlichen und kulcurellen Funktionen erhalten und dem Reiche se:M acke Kraft und Stärke wiedergeben.
AX.önf, an den Begrühungsakt im
Staatsmimsterium begaben sich der Reichskanzler
Schieck mit den Herren ihres Gefolges nach demLandtagsgebäude wo ein Presseempfang stattfand. Auch hier hielt der Reichskanzler eine kurze Ansprache. Hier betonte der Kanzler zur Frage der Reichs- or€ un^ct Anlehnung an seine vorherigen Ausführungen, daß die Reichsregierung durchaus f ö d e r a l i st i s ch eingestellt sei. Sie Lander muhten an der Reichsreform entscheidend Mitwirken. Die Regierung wolle die breiteste Mitarbeit von Volk und Parteien, die der Ausdrucksfaktor der Gesinnungsmeinungen sind. Rur der überspitzte Parlamen- tarismus, der in den letzten Jahren manches alnheil -angerichtet habe, solle ausgeschaltet werden. Die innere und äußere Lage des Reiches sei zweifellos außerordentlich ernst. Cs bestehe eine weite Gemeinsamkeit in den Zielen der auswärttgen Politik, und es könne auch eine Gemeinsamkeit hergestellt werden über die Ziele der Innenpolitik. Personenfrogen würden in diesem historischen Spiel der Kräfte keine entscheidende Rolle spielen. Rotwendig I sei die Einigkeit im Ziel und Willen, aus diesem |


