Ausgabe 
15.9.1932 Frühausgabe
 
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Kinder

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Oie Gräfin von Monte Christo".

Die Gesamtzahl der seit dem 1. Januar d. I. in Berlin zur Meldung gelangten Fälle von Kin­derlähmung beträgt nach einer Mitteilung des Städtischen Bachrichtenamtes zur Zeit 5 7. 3m Einvernehmen mit dem Polizeipräsidenten hat der Oberbürgermeister angeordnet, daß mit Rücksicht auf die Kinderlähmungsfälle die Herbsttermine für die 3mpsung gegen Pocken aufgehoben werden, um Massenansammlungen von Kleinkindern zu verhüten.

fassung, daß dieser neue Geseheserlaß des Reichs­präsidenten mit den Militärklauseln des Versailler Vertrages nicht in Einklang gebracht werden könne.

28. August bis 3. September mit. Danach beträgt die -Zahl der Erkrankungen 228, die Zahl der Sterbefälle 1 6, während in der Vorwoche (21. bis 27. August) 162 Erkrankungen und 1 7 Todesfälle gemeldet worden sind. Dies be­deutet ein weiteres bemerkenswertes A n w a ch - s e n der Erkrankungen an spinaler Kinderlähmung. 3n diesem 3ahr sind bis zum 20. August ein­schließlich insgesamt 867 Erkrankungen und 7 5 Sterbefälle dieser Krankheit zu verzeichnen. Eine Llebersicht der Woche vom 21. bis 27. August ergibt, daß der Regierungsbezirk Stettin beson­ders zahlreich von Krankheitsfällen betroffen ist. während West- und Süddeutschland in dieser Zeit im Vergleich mit anderen Bezirken nicht in gleichgroßem Umfange solche Erkrankungen aufwiesen.

sehen Sie, ich wollte die Platte erst heute mal meiner Tochter Vorspielen vielleicht tauschen wir sie noch um!"

Aus aller Welt.

Zunahme der Erkrankungen an spinaler Kinderlähmung.

Das Reichsgesundheitsamt teilt jetzt die Zahl der aus dem gesamten Reich gemeldeten Erkrankungen und Sterbefälle der spinalen

3n einer der letzten Rächte entstand in der etwa 1000 Einwohner zählenden Gemeinde Villa Rendena bei Trient aus bisher unbekannter -Ursache ein ungeheures Schadenfeuer, dem 85 Häuser zum Opfer fielen. Don dem ganzen Dorfe sind nur vier Häuser stehenge- blieben. Die Bevölkerung ist in den umliegen­den Orten vorläufig behelfsmäßig untergebracht worden.

Keine Einstellung des verfahrens gegen Max Sklarek.

Wie die Justizpressestelle mitteilt, hat das Kam- mergericht als Beschwerdeinstanz den Antrag des Max Sklarek, das gegen ihn schwebende Straf­verfahren wegen dauernder Verhand­lungsunfähigkeit vorläufig einzustellen, z u- rückgewiesen.

Professor Heilborn f.

3n Breslau ist der Professor der Staats­und Rechtswissenschaft Paul H e i l b o r n, 71 Jahre alt, plötzlich gestorben. Heilborns For­schungen galten in erster Linie dem Staats - undVölkerrecht. Zahlreiche völkerrechtliche Arbeiten Heilborns haben weit über die deutschen Grenzen Beachtung und Anerkennung gefunden. Er galt als deutscher Völkerrechtslehrer, der im Ausland bestens bekannt und sehr geschätzt war.

3n Eberswalde (Mark) sind sämtliche Schulen bis zum 12. Oktober geschlossen worden, um einer weiteren Verbreitung der spi­nalen Kinderlähmung vorzubeugen. Dieser Tage war bereits das erste Todesopfer dieser tückischen Krankheit zu beklagen.

wieder zwei Dörfer eingeäscheri.

Wie aus Straßburg gemeldet wird, brach in Hütten.heim nachts in dem Anwesen des Land­wirts 3aeg, vermutlich infolge eines schad­haften Kamins, Feuer aus, das sich mit rasen­der Schnelligkeit ausbreitete und sechs große Bauernhöfe in Schutt und Asche legte. Sämtliche Erntevorräte wurden ein Raub der Flammen. Der Schaden beziffert sich aus rund 700 000 Franks. Rieder gebrannt sind das Wohnhaus des 3aeg sowie der Dachstuhl eines zweiten Wohnhauses, sechs Scheunen, zehn Stallungen, zehn Schuppen und acht Tabaksarren. Der Schaden ist nur zum Teil durch Versicherung gedeckt.

Aus dem Gesehgebungsausschuß des Hessischen Landtags.

WHP. D a r m st a d t. 14. Sept. 3m Gesetzge. bungsausschuß des Hessischen Landtags wurde der Zentrumsantrag auf Maßnahmen zur Bekämp­fung von Dienenkrankheiten ein ft im*

Hochschulnachnchten.

Professor Dr.-3ng. Karl Vorrnfelde an der Landwirtschaftlichen Hochschule Bonn

Osdorf hat einen Ruf an die Land wirtschaftliche Hochschule in Berlin als Rach folger von Professor G. Fischer abgelehnt.

mang in der Woche vom

Dieser Film wird vermutlich einen ähnlichen Er­folg haben wie seinerzeitDie Privatsekretärin", denn er ist, wie uns scheint, auf ähnlichen psycho­logischen Voraussetzungen aufgebaut. Er hat eine hübsche Idee, ein apartes musikalisches Leitmotiv und eine ausgesuchte Besetzung. Die Fabel: eine junge Filmstatistin, die nichts hat und nichts ist, geht auf der Außenprobe mit einem Pelzmantel und einem Auto, die ihr nicht gehören, durch und fährt mit einer völlig überrumpelten, befreundeten Kollegin im Achtzigkilometertempo ins Blaue hin­ein, davon. Wie das Abenteuer sich entwickelt, stei­gert und ausgeht, muß sich natürlich jeder selber "-sehen. Es ist die Romantik von 1932, die sich hier ftut: der Zufall spielt dabei eine Rolle, die er sonst eigentlich nur im Märchen spielen darf ober in ichlechten Romanen; aber auf eine so freundliche und sogar verblüffende Weise, daß man nicht böse sein kann. Dabei geht alles noch gut aus, nicht mit einem gewiifermaßen knüppeldicken happy end fon- öcrn sozusagen mit einem blauen Auge. Regie: er hat Sinn für Phantastik und Realistlk seines Drehbuchs, für Spannung, Tempo und kultivierte Aufnahmen. Die Gräfin ist Brigitte wr Lm"r t. an9te, nicht mehr begegnet, freundliches Wiedersehen; sehr charmant in dieser Stegreifrolle. Dann Rudolf Forster, den man immer mit Ver­gnügen hehl, er ist ein Herr schlechthin, und man erinnert hier wieder an seinen Großfürsten in 21 na ne . Gründgens macht einen Hochstapler von bezaubernder Frechheit. Wiemann: ein sym- patl),scher junger Kollege; außerdem in größeren Aufgaben: Lucy Englisch und Oskar Sima.

Tongo-LiedNiemand fragt uns" stammt von a 9 und wird bestimmt seinen Weg machen. Der Film erschien gestern zum ersten Mal im Lichtspielhaus.r

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stimmungsrecht der Beteiligten, in der Sozial­politik Abbaumahnahmen durchführen zu können. Sie fordert Maßnahmen gegen die noch immer weit verbreitete Mehrarbeit und gegen das Doppelverdienerunwesen. Auflocke­rung der Kartelle, Syndikate und Trusts.-UmbaudesRechtsderAktien- gesellschaften und G. m. b. H, Wiederher­stellung eines versicherungsrechtlichen Anspruchs für die Beiträge in der Arbeitslosenver­sicherung.

Oer GdA. an bett Reichskanzler.

Der Gau Hessen im Gewerkschaftsbund der Angestellten hat in einem offenen Brief an den Reichskanzler gefordert, daß sofort Verhandlun­gen mit den Gewerkschaften ausgenommen werden, um weiteren Gehalts- und Lohnab­bau und damit verbundene weitere Zerschlagung der Kaufkraft zu verhindern. Das Anrecht der vielfachen Belastung für die Arbeitslosenhilse muß beseitigt und ter alte Rechtszustand in der Arbeitslosenversicherung wieder hergestellt wer. den. 3m besonderen ist darauf hingewiesen wor­den, daß durch die Einführung der Hilfsbedürf­tigkeitsprüfung in der Arbeitslosenversicherung Hunterttausende von deutschen Volksgenossen vom Hungertode bedroht werden und daß es Pflicht der Regierung ist, den hier entstandenen Gefah­ren mit durchgreifenden und energischen Maß­nahmen zu begegnen.

Vermehrung der Arbeitsgelegenheit.

Berlin, 14. Sept. (WTD. Amtlich.) Der Reichsarbeitsminister hat zur Durchfüh­rung und Ergänzung der Verordnung zur Ver­mehrung und Erhaltung derArbeits- gelegenheit vom 5. September 1932 Vor­schriften vorbereitet, die voraussichtlich am 15. September bekanntgegeben werden. Da diese Vorschriften für die Berechnung der Arbeitnehmerzahl und der Höhe der zulässigen Anterschreitungen der Tariflöhne von wesent­licher Bedeutung sind, wird es notwendig sein, daß die Betriebe vor weiteren Schrit­ten den Erlaß der Durchführungs- Vorschriften abwarten.

Michaelis und derpapstfrieden

Eine Ehrenerklärung für den ehemaligen

Reichskanzler.

Berlin, 14. Sept. (ERB.) Der Streit um die Rolle des früheren Reichskanzlers Dr. M i - chaeUis bei dem Friedensangebot des Papstes Benedikt XV. ist jetzt durch eine Erklärung aus Zentrumskreisen be­endet worden. Auf einer kleinen Feier, die zu Ehren des 75. Geburtstages des früheren Reichs­kanzlers Michaelis veranstaltet wurde, hat der Generalpräses des Rheinisch-Westfälischen Schüt- zenverbandes vom Heiligen Sebastianus, Pfarrer Dr. L o u i s, zugleich im Auftrag des frü­heren Reichskanzlers Dr. Marx er­klärt: Die Friedensbemühungen des Papstes Benedikt XV. im August 1917 waren von Cng- land und Frankreich schon einen Mo­nat vorher abgelehnt, als der Friedens- Vorschlag von der deutschen Regierung als un­durchführbar erkannt wurde. Zur Ehre der histo­rischen Wahrheit glaubte Pfarrer Dr. Louis diese auf dein Katholikentag gemachten Feststellungen tes Reichskanzlers Marx gestern offiziell tem Jubilar mitteilen zu sollen.

Sichtlich bewegt dankte Dr. M i ch a e l i s. Er habe zehn 3ahre lang unter dem Vorwurf ge­litten, seinem Volk den Frieden vorenthalten zu haben. Riemand, ter ihn kannte, habe glauben können, daß er ein solches Verbrechen au 3 Ab­neigung gegen den Heiligen Vater begehen könne. Riemols habe er, der evangelische Pastorensohn aus konfessioneller Engstirnigkeit ein solches An­gebot vereiteln können.

Llmsturz in Chile.

Santiago de Chile, 14. Sept. (TU.) 3n Santiago de Chile hat eine neue unblutige Re­volution ftattgefunten, deren Ergebnis die Ab­dankung des PräsidentenDavila und die Ernennung des General Bartholome D l a n c o zum vorläufigen Präsidenten war. Da­vila hat in der amerikanischen Botschaft Zuflucht genommen. Führer ter Revolution waren der Oberbefehlshaber ter chilenischen Luftstreitkräfte M e r i n o und Admiral 3 o u a n n e , die sich auf die Garnison von Santiago und die Luftstreit­kräfte stützten. Am Dienstagnachmittag erschienen 30 Kriegsflugzeuge über der Stadt, die in Flug­blättern die Bombardierung des Re- gierungspalastes androhten, falls Davila nicht zurücktrete. Der Präsident sah sich schließ­lich gezwungen, das Ultimatum anzu­nehmen und teilte seinen Rücktritt mit. Er wird beschuldigt, seine Stellung als vorläufiger Prä­sident mißbraucht zu haben, um seine Wahl zum verfassungsmäßigen Präsidenten sicherzustellen. Merino erklärte in einem Aufruf, Davila sei von Pfaden des wahren Sozialismus abgewichen. Rach einer späteren Meldung ist Oberst M e r i n o, der nach tem Rücktritt des Präsidenten Davila eine provisorische Regierung gebildet hatte, g e - fluchtet uwd hat sich auf dem Flugplatz El- bosque verbarrikadiert. 3n aller Eile hat sich eine 3unta >aud Führern ter Armee gebil­det, um für Ruhe und Ordnung zu forgen, da es den Anschein hat, als ob Da Vila versuchen könnte, die Macht wieder an sich zu reihen. Der provisorische Präsident, General Blanco, ist z u - rüdgetreten.

Eisenbahnkatastrophe inAlgerien Französischer Militärzug in einen Abprund gestürzt -120 Tote, 150 Verletzte.

Paris, 14. Sept. (TU. Funkspruch.) Wie aus Oran (Algerien) gedrahtet wird, ist ein Pcrso- n e n z u g, der 510 Fremdenlegionäre Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften von Del Abbes nach Uschda beförderte, in der Rühe von Tlemcen in einen Abgrund g e st ü r z t., Man nimmt an, daß das Unglück auf die Unterspülung des Eisenbahndammes infolge starker Nie­derschläge zurückzuführen ist. Die Zahl der Todesopfer des Unglücks wird auf 12 0 ge­schäht, die der Verletzten, unter denen sich sehr viele Schwerverletzte befinden, auf 15 0. Da die wagen quer und untereinander festgeklemmt in der Schlucht liegen, ist die Bergung der Opfer sehr schwierig. Außerdem sind die Verkehrsmöglich­keiten zur Unfallsfelle ungünstig.

Bavaria*

Wie? Schon wieder Ihre Schallplatte?! Das ist ja eine unerhööööör"

Norden"

Die neueste Tauberplatte hat meine Frau be­stellt? Schicken Se se mal schnell her, das ist ja wunderbar! Verreisen? Nee, meine Muttel verreist nicht, wir haben doch unsere schöne Laube in Pankow"

Baerwald"

Leitung besetzt!"

Zentrum"

"Die neueste Tauberplatte?! Denken Sie, Fräu­lein, eben spielen wir diese Platte, warten Sie einen Augenblick! Hören Sie?! Ja, es gibt Gedankenüber­tragungen, die wir uns kaum zu erklären vermögen, dotieren Sie unsere Adresse und besuchen Sie unsere okkultistischen AbendeIm Zauberbann" allabendlich von neun bis zwölf, Eintritt frei"

Steglitz"

Sie müssen falsch verbunden sein! In meinem Hause wird keine weltliche Musik geduldet"

Fraulein Müller mit schwankenden Knien- Icmnowitz"

."Meine Frau? Nein, Fräulein! Meine Frau hat eben einem munteren, gesunden Knaben das Leben geschenkt. Hurraaaa!"

Huuuuuu bitte Pankow, Fräulein!" Hier bei Friseur Schmidt"

. "^ch wollte nur fragen, ob nicht zufällig, es wäre ja möglich"

(£s roirb heftig an ber Zellentür geklopft. f '?rauJeitl Müller broht zusammenzubrechen, mit letzter Kraft öffnet sie bie Tür.

Cine grau Schmibt möchte Sie sprechen", flüstert ihr die jüngste Verkäuferin zu.

Frau Schmibt?????"

^r,fin Müller geht nach vorn in ben Laben, wo untersetzte, resolute Frau neben bem hin sro -rr unö. !^r freundlich entgegenlächelt:Fräu- komme zufällig hier vorüber unb mochte mir die bestellte Platte"

Augenblick, bitte!" Fräulein Müller d?e Luft N-N ' würde sie plötzlich so leicht, daß iihPrrpMrb s arVb,e Decke hebt. Im Handumdrehen auffeuhpnh 6 ÖQS d.oket unb kann sich nicht enthalten, ^lseufzend mit einem Blick auf ben Chef fi?lt können von Glück sagen, gnäbige 5rau, eben soÜte ber Bote zu Ihnen abfah?en!" ^rÄinAJ$ÜmnL^är1e ias i° «"ch nicht gewesen, mein Wann -u^rau Schmidt seelenruhig, mein Mann hat erst übermorgen Geburtstag, aber

Eine halbe Stunde Angst.

Von Hans Werner Ludwig.

Ort ber Hanblung: Ein Grammophongeschäft bes V Westens. Zeit: Samstagnachmittag.

Vier Grammophone spielen, brei Kunben sitzen mit ungebulbiger Miene abseits unb warten auf Be­dienung. Die Verkäuferinnen jagen hin unb her beruhigen, ziehen bie Kurbeln ber Apparate auf legen neue Platten ein, preisen an, (oben steigen Die Leitern an ben Regalen hoch Wo'chenenb- betrieb.

Das Telephon läutet. Die Verkäuferinnen hören es nicht. Das Telephon läutet roieber. Die Verkäufe­rinnen hören es, aber ffe hören es boch roieber nicht. Dar Telephon läutet zum brittenmaL Fräulein Muller springt in bie Zelle.

«Hier ist bie Grammophon G. m. b. Hmelbet sie sich.

So! Hier ist Frau Schmibt mitbt", Lubwigs- burger Straße 37, vierte Etage, rechts. Fräulein, dos ist ja eine schöne Bedienung, wie lange soll ich denn hier"

Wie bitte? Ich kann Sie nicht"

Eine schöne Bedienung ist das! Ich warte hier eme halbe Stunde, jawohl, ich habe die Uhr neben mir liegen"

Wie bitte?" Ich kann Sie leider nicht oerstehenl" Was? Sie können mich nicht verstehen?! Wer sind Sie denn eigentlich? Wie heißen Sie denn?"

Müller."

So, Müller! Na also, Fräulein Müller, ich sage Ihnen, wenn die Sachen nicht pünktlich"

Welche Sachen, bitte?"

Aber lassen Sie mich doch ausreden! Ich brauche ' sofort denn ich verreise die neueste Tauber­platte, bis drei Uhr muß sie in meinem Hause fein, haben Sie verstanden?"

Jawohl! Die Tauberplatte können Sie sofort haben!"

Aber wenn ich mich nicht darauf verlassen kann"

Sie können sich darauf verlassen!"

Sonst muß ich Sie Ihrer Direktion melden!"

Nein, Sie können sich ganz bestimmt darauf ver­lassen, gnädige Frau!"

Ich brauche die Platte bis drei Uhr, sonst"

Gewiß, gnädige Frau"

Also, ich verlasse mich darauf. Guten lag!" Guten Tag gnädige Frau!"

mig für erledigt erklärt, da inzwischen auf die 3nL» tiative tes Reichsinnenministeriums ein Gesetzent­wurf zur Bekämpfung der Faulbrut fertiggestellt wurde und zur Zeit dem Biologischen Reichsinsti­tut zur Begutachtung vorliegt. Der nationalsozia­listische Antrag, der ein S ch ä ch t v e r b o t for­dert, wurde bei Stimmengleichheit abgelehnt. Die in der gleichen Frage vorliegenden Eingaben des Landesverbandes gesetzestreuer Synagogen- gemeinden und des Hessischen Tierschuhvereins wurden dadurch für erledigt erklärt.

Einstimmige Annahme fand ein Zentrumsan­trag, der Vorstellungen bei der Reichsregierung fordert, die in Artikel 165 RV. vorgesehene be­rufsständische Vertretung der Ar­beiter- und Angestelltenschaft alsbald einzurichten. Auf den sozialdemokratischen Antrag zur Förderung der Dompfaffenzucht in den vberhessischenGebirgsgebie- ten machte der Regierungsvertreter erläuternde Ausführungen, wonach auf die dortigen Verhält­nisse im Rahmen des Tierschutz- und Raturschutz- gesehes Rücksicht genommen werden soll. Der An­trag wurde daraufhin für erledigt erklärt. Der Ausschuß stimmte noch einer Reihe von Eingaben entsprechend den Vorschlägen der Regierung zu und nahm die Aenderung der Landesgebüh­renordnung für Rechtsanwälte in ge­wissen Zwangsversteigerungssachen zur Kenntnis. Der Ausschuß setzt seine Beratungen am Dvnners- tag der kommenden Woche fort.

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Reise anlreien, h0It findet chr (fieflt ihr zurua brachtet- Der f benlmgbe'Mgen Dir VMN, ° nicht, wer ihnen Dir wissen au serer Heimat Begleitung ve Rudud ist 14° sich bie juuaer schwalbe hält die Slate, bie Vögel, denken i lassen. 3m Fi die neuen L Schnee und C Sind es Na bctanlassen, ih und den ferner zum mindesten im Herbst ist i. die Angst vor es gibt sehr v mit uns über st haben. Zudem sehr gut genäl Prüfungen fest so schwer tote;

Der will bi ger befällt, tot Vögel, die in erregt unb slc es vielleicht t Zeiten, die un land zu Verb im Blute?

Es find nod Sie Dicke d Tagen nach der hören, wenn sie zu/trcöen, wenn Scschret am Wandernde D ein arvhes M erfüllt von D den Tieren gh fenber Höhe ü weit in ferne,

Fraulein Müller läßt ben Hörer in bie Gabel fallen. Die neueste Tauberplatte, benkt sie, bis brei Ar ZU Frau Schmibt mitbt", wie war boch bie Adresse? Ja, wie war bloß bie Abesse? Um Gottes W'llen! Die Abresse? - Bleich verläßt Fräulein Muller bie Telephonzelle. Sie fürchtet bie Melbuna an bie Geschastsleitung, einen heillosen Krach . brohenbe Entlassung nicht auszubenken!

Der Aufsichtsherr ist eben vom Mittagessen ae- kommen.Was fuhren Sie benn für lange Privat- gesprache, Fraulein Müller?"

Es war kein Privatgespräch, es war eine__"

gerufen'^ Augenblick wirb ber Aufsichtsherr ab«

Fräulein Müller, vor Schreck schon ganz rot be= finnt sich nicht lange unb stürzt in bie Telep'hon- Z^^uruck Vielleicht?! - Ein Blick auf bie Arm- Danpunr lagt sie erbleichen: noch eine halbe Stunbe' Sie schlagt bas Telephonbuch auf. Als sie ben Buch­stabenSch gefunben, blättert sie neun Seiten, neun ganae, Doüe Seiten Schmibt mitbt"! Das tanzt vor ihren Augen. Trotzbern ergreift sie ben Hörer:

tfraulem, bitte Westenb"

Hier ist Schmibt"

M, Verzeihung, Ihre Frau Gemahlin hat oor- hln hier angerufen unb eine Grammophonplatte__"

Nee, Fräulein bas muß ein Irrtum ein, meine Frau ist schwerhörig"

Entschuldigen Sie"

Fräulein, bitte, Merkur*

Frau Schmibt!"

Gnäbige Frau, Sie hatten vorhin eine Grammo­phonplatte bestellt

Wat, Sie finb wohl janz verrückt!"

Bavaria"

Verzeihen Sie, Ihre Frau Gemahlin hatte" Wie? Meine Frau hat schon wieber eine Platte bestellt? Fräulein, ich bezahle bie Platte nicht! Ich komme überhaupt nicht für Einkäufe auf, bie meine Frau ohne mein Wissen"

Bitte Kupfergraben"

Hier ist Schmibt, jawohl, Räucherwaren en gros wie? Aber ich bin ja gar nicht verheiratet! Aber warten Sie boch, Fräuleinchen, beshalb können wir uns boch ein bißchen unterhalten"

Bismarck"

Geheimer Justizrat Schmibt ist am Apparat wie? Meine Frau? Nein! Das dürfte schwerlich zu­treffen, da meine Frau seit drei Wochen bei meinem Schwiegersohn im Anhaltischen weilt und ihren Auf­enthalt auch kaum vor weiteren zwei Wochen be­enden dürfte. Nein, es war keine Störung!"

Die Frage der Diskonlsenkung.

Die Reichsbank verlangt Beseitigung der mternationalen B ndungen.

Berlin, 14. Sept. (TU.) wie ber DHD. von maßgebender Seife Höri, ist gemäß einem Antrag der Reichsbank in bie Tagesordnung der am kom­menden Montag stattfindenden Sitzung bes ver- roaltungsrates der V3Z. die Beseitigung der internationalen Bindungen des Bank- g e f e h e s ausgenommen worden. Paragraph 29 bes Gesches besagt bekanntlich, bah der Diskont­satz minöeftens 5 v. h. zu betragen hätte, so lange bie Deckung während einer Bankausweis- wochc ober länger ununterirochen unter 40 v. h. liege. Rach ben letzten Ausweisen bewegte sich bie Deckung um 25 v. h. An sich ist burch das Lausan­ner Abkommen neben den Reparationen auch die genannte Bindung in Fortfall gekommen. Das Lausanner Abkommen ist jedoH noch nicht ratifiziert, das Gesetz daher noch in Kraft. Eine Fühlungnahme des Reichsbankpräsidenten Dr. Luther mit der BIZ. im Juli d. I. in dieser Frage hatte ein ungünstiges Echo. Auf Grund des inzwischen fortgesetzten Meinungsaus­tausches nimmt man jedoch jetzt an, daß man am Montag zu einer Lockerung des Paragraph 29 I kommen wird. wie weit danach die Reichsbank I von der Möglichkeit einer Disfontfentung Gebrauch machen wird, steht heute noch nicht fest. Das hängt von der politischen Lage und der Lage am Geld­markt ab. Es ist jedoch anzunehmen, daß eine Herabsetzung um 1 v. h. auf 4 v. h. erfolgen wird. WirWastspMjscheForderungen

der Bauernvereine.

Berlin, 14.Sept. (CRB.) Dom 12. bis 14-Sep­tember tagten ter Vorstand und verschiedene Ausschüsse ter Vereinigung ter Deutschen Christlich » n Bauernvereine, äleberein- stimmend kam zum Ausdruck, daß zwar die Regierungsmahnahmen das ernste Be­streben erkennen lassen, die zur Wiederbelebung unserer Wirtschaft erforderlichen Maßnahmen durchzuführen aber doch im wesentlichen auf die Bedürfnisse der Großindustrie eingestellt sind. Die Dauernvereinsmitglieder wiederholten daher mit Rachdruck die seit langem vertretene For­derung, daß der ^leberschüttung unserer Märkte mit ausländischen landwirtschaftlichen Erzeug­nissen durch das Wittel der Einfuhrkontin­gentierung Einhalt getan wird und daß ferner auf dem Gebiete der Steuerpolitik und der Zins- und Lastensenkung die­jenigen Maßnahmen ergriffen werten, die er­forderlich sind zur Erhaltung der Produktions­grundlagen ter Landwirtschaft. Diese Forderun­gen fanden ihren Riederschlag in einer einstim- mig angenommenen Entschließung.

Oer Deutsche Gewerkschastsbund zur Notverordnung.

Der Deutsche Gewe.kschaftsbund, Landesverband für Hessen, legt in einer Entschließung gegen bie neue Rotverordnung der Reichsregierung den a l l e r s ch ä r f st e n P r o t e st ein. Bon den einzelnen Maßnahmen der Rotverordnung, die einen starken sozialen Rückschritt darstellen, müssen insbesondere abgelehnt werden d i e Steuergutscheine, soweit sie Geschenke auf Kosten ber Arbeitnehmer sind, die L o h n - und Gehaltssenkungen in jeder o v r m. Schon die jetzigen Löhne und Gehälter reichen zum Leben nicht mehr aus. Reue Kür- zungen führen zu einer grenzenlosen Verelen­dung ber Arbeitnehmer unb zur weiteren Zer­störung ber Gesamtwirtschaft, anstatt sie zu be- leben. Die christlich-nationale Arbeitnehmerschaft wendet sich mit aller Schärfe gegen die Ermächti­gung der Reichsregierung, ohne jedes Mitbe-