Nr. 217 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)
Donnerstag, 15. September 1952
Zwischen Fleisch und Geist.
Kleine Bilder aus dem Leben in Sowjetrußland.
Von unserem ^..Berichterstatter.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Moskau, August 1932.
Aus dem Munde aller guten Kommunisten, aus den Spalten aller SowjetzeituiHen, in Versammlungen. in der Fabrik, beim Unterricht und zu Hause kann man es täglich hören: „Wir bauen eine neue Welt. Wir leisten Großes. Wir sind eine neue Epoche. Wir ... Wir ... Wir ...!" Don allen Wänden schreien es die Plakate, Lautsprecher verkünden es bis in die entlegensten Dauernkaten: „Wir bauen! Wir schaffen! Wir überholen Europa und Amerika!" Es wird täglich in alle Hirne einge- hämmert, es drängt sich jedem auf, die Luft ist davon erfüllt: „Neuer Beschluß der Partei ... der Regierung ... des T-Komitees: Wir bauen. Wir erfüllen, Wir holen ein!"
Der M u s ch i k — bei Wjatka im hohen Norden, wo es nur vier Monate im Jahr keine Kältegrade gibt, oder in der Krim im Süden, mit seinem sub- tropischen Klima, oder in Zentralasien, wo Tee und Baumwolle wachsen, oder im Ural, wo er aus Haus und Hof verjagt und in der Fabrik vor die komplizierten Maschinen gestellt wurde — der Muschik streicht sich den ungepflegten Bart und schüttelt verwundert seinen Kopf. Er versteht die Regierung nicht. Warum diese Eile? Es lebt sich doch auch so ganz schön. Etwa wie früher ... Da gab es nicht diese Losungey: Bauen und Einholen. Man konnte im Winter auf dem Ofen liegen, hatte Sommers seine Arbeit, fein Stück Brot. Was verlangt man denn noch? Auch einen neuen Pflug konnte man sich einmal kaufen und ein buntes Kopftuch für die Frau. Heute aber? Man würde sich mit dem Regiment von Väterchen Stalin schon abfinden ... Aber kein Brot, kein neuer Kochtops — dafür „der neue Geist", von dem man schon übersättigt ist, dieses „Einhorn und Ueberholen". So der Dauer. Einer von den 120 Millionen. Seine Bequemlichkeit
auf. Und bann tauchen ab und an neue Rezept« auf, wie zugunsten des Wohls der Massen gewirkt werden kann. — Erst kamen die Kaninchen. Ihre Zucht wurde als eine patriotische Tat hingesteUt, sie sollten den Staat retten. 3n ellenlangen Artikeln wurde ihr Fleisch als besonders schmackhaft und gut verdaulich gepriesen und bei der natürlichen Fruchtbarkeit dieses Tierchens sah man sich schon los und ledig aller Sorgen. — Aber die Sache hat einen Haken. Es geht nämlich doch nicht so schnell. Denn bei dem Fehlen aller Vorarbeiten, bei der Lässi-gkeit der Durchführung des Zuchtplanes können noch Jahre vergehen, bis die Millionen von Tieren da sein werden, die nötig sind, um auch nur eine bescheidene Rolle in der Dolksemährung zu spielen. — So ist das Kaninchen jetzt nicht mehr der Favorit. Dagegen ist man nun auf d ie Sojabohne gekommen. Das ist doch wieder was! Etwas Umwälzendes, etwas Grandioses! Flugs wurde ein „Institut der chinesischen Soja" gegründet, in der amtlichen Iswestija wird ihre Rahrhaftigkeit, die „doppelt so groß ist wie die des Brotes", gepriesen, aus ihr sollen Saucen und Würste gemacht werden, die Sojamilch soll mehr Eiweiß als die Kuhmilch enthalten — aber der „Konservativismus" der sturen Sowjetbürger wehrt sich gegen die neuen Gerichte. Und es heißt, daß man in der Ukraine Mahlzeiten aus Sojabohnen bereitet hätte, die „unter aller Kritik" sein sollen, an der Wolga habe man — Pralinen aus Sojabohnen gemacht, nach deren Genuß eine ganze Anzahl von Kindern erkrankt sein sollen, während ein findiger Kellner in Odessa den ganzen Plänen durch seine Bezeichnung eines Sojabohnengerichts als „Frühstück des Fünfjahresplanes" einen schweren Schlag in den Augen der regierten Bürger verseht hat.
u,iuc£|ianuii^eiu>«..i.. «.in Stück Fleisch oder ein Ei doch noch vor, ob also die Sojabohne der Sowjetunion die Rettung von ihren Rahrungssorgen bringen kann, ist nach wie vor fraglich geblieben.
Aber auch sonst steht es schlimm um die Versorgung des Sowjetbürgers. Man kann das heute schon aus den Leitartikeln der amtlichen Blätter selbst herauslesen. Die ..Iswestija" beginnt ihre Betrachtungen stets mit einer Lobeshymne auf die grandiosen Fortschritte, die allerdings an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt. So kann man lesen, die Textilindustrie habe unerhörte Schritte vorwärts gemacht, sie sei heute ein wichtiger Zweig der Gesamtwirtschaft... aber: der Ausschuß betrage noch immer 30 v. H. der Gesamtproduktion: oft erschienen Mäntel ohne Kragen und ganz unmöglichen Zuschnitts auf dem Markt, die Aerinel sind verschieden lang, die Knopflöcher sind größer als die Knöpse oder sie fehlen ganz, die Kontrolle funktioniert nicht, Millionen werden verpulvert usw. - Aehnliche Zustände herrschen aus dem Schuhmarkt. Die „Iswestija" erzählt auch hier einige wenig erfreuliche Dinge. So waren in der Fabrik „Pariser Kommune" etwa 50 v. H. und in der Fabrik „Eojuskoscha" (Univnsleder) sogar 88 v. H. der ganzen Erzeugung absolut untauglich und mußten vernichtet werden. — Unter diesen Umständen kann es allerdings nicht wundernehmen, wenn ein Sowjetbürger in der Krasnaja Gaseta erzählt, welche Abenteuer er mit dem Bezugsschein in der Hand auf der Iagd nach ein paar Schuhen erlebt hat. Einen Monat lang ging er jeden Tag, den der liebe Gott werden ließ, an die Quelle selbst, in die Fabrik Treugolnik — seine Schuhe hat er aber heute noch nicht. Als Kommunist ist er mit seiner Quittung bis an die Maschine vorgedrungen — was nüht's? „Es ist zum Verzweifeln!", ruft er aus. „Bauen wir so die neue Welt? Wollen wir auf diese Weise Europa und Amerika überholen? Was nützen alle guten Losungen — man will auch einmal einen kleinen materiellen Erfolg sehen!" — Ia, vom Geist allein wird der Sowjetbürger nicht satt — er will auch einmal ein Stück Fleisch haben.
träubt sich gegen die Unruhe und Unsicherheit, [ein gesunder Sinn will mit dem politischen Dabanque- piel nichts zu tun haben, er ist unempfindlich ;egen politische Strömungen, gegen Politik über- >Qupt, gegen alle Losungen und gegen jeden „neuen Geist" Er ist unkonseroativ — er will sich nur ab und zu einen neuen Pslug und einen neuen Kochtopf kaufen können. Und er will nicht den Erlös nahezu der halben Ernte für ein paar Stiefel ausgeben
I n derSkadl aber eilt der kleine graue Men ich aus seiner Fabrik und aus dem Bureau nach „Hause", nach seinem Wohnloch, das ständig unge- lüftet ist, ewig nach Katzen und dem Benzinkocher riecht und in dem er neben drei, vier oder fünf anderen Kollektiowesen haust. Er steht in endlosen Reihen vor den Haltestellen der so seltenen Straßenbahnen und hat noch längst nicht die Flrbeitsmüdig- keit überwunden, — aber die Sorgen der nächsten Stunden stürmen schon auf ihn ein. In der drängenden Fülle der Straßenbahn zieht er sein Buch hervor, denn heute abend gibt es noch Unterricht oder einen Bortrag oder eine Versammlung oder einen Aus- spracheabend ober — und so fort. Dabei gibt es morgen kein Fleisch mehr, heute läuft die Karte ab Ob ich die Nachbarin bitte, sich sür mich in die Reihe zu stellen? — Jetzt stößt der Mann da wieder mit dem Ellenbogen, die Rippen werden wund. — „Eire kraftvolle Führung der kommunistisch-leninistisch.m Partei bietet die einzige Gewähr für die Befreiung des Proletariats von dem Joch des Kapitalismus. So lautet das Thema des heutigen Vortrags. — Ob ich mir noch ein Viertelpfund Butter leiste? D'k vorige Karte ist verfallen Müßte auf dem freien Markt taufen. Dort kostet sie nur noch 26 Rubel dos Kilo Aber auf Beschluß des Einwohnerkomitees wurde eine Sonderzeichnung der „abfchließenden Anleihe des Fünfiahresplans" in Höhe von 50 v H des Gehalts verlangt — „Besucht die Ausstellung der Ausschußwaren", fordert eine große Tabelle „Sie fördert die Selbstdisziplin .. " Ob ich die Nachbarin verklage, die mir gestern in den Kochtopf gespuckt bat9 Ihr Mann ist ober Kommunist und Boi fitzender der Kooperative Es ist gefährlich. — Dabei höbe ich fast vergessen: ich soll heute noch zur Schule Zur Rechtfertigung vor dein Schülerausschuß wegen der Tracht Prügel, die Mischa gestern bezogen hat Fragt mich der Dengel, ob nicht auch wie bei seinem Freund Wanja ein „Onkel" sein wirklicher Vater wäre. Dieser habe fein „großes leninistisches Ehrenwort" gegeben, daß der Mann der Mutter gar nicht immer auch der Vater sein müsse. Ganz aus der Art gelch-agen ist der Iunoe. Ein Riesenplakat fordert zu Spenden für das Sowjetluftschiff auf Auch im Luftschiffbau müßen wir einholen und überholen — Morgen ist Brottag. Vielleicht stellt sich Milcha an, wenn er nicht gerade Schülerversammlung hat — Dieser ekelhafte Bursche, der Genosse Fomin Hat mich angelchwörtt weil ich nicht in die Partei ein- treten will'
Endlich zu Haufe . Der sreudtofe. gehetzte, geplagte gedrückte Sowjetbürger erklimmt die finiteren Stufen der Hintertreppe eines Mietshaus^, das unzählige Familien beherbergt. Seine Wohnung ist ein halbes Zimmer, ein Kreidestrich oder ein quer durch die Stube gezogener Bindfaden deutet die Grenze gegen den Rachbarn an. 2Iuf ctem Bett balgen sich Mischa und Fedja. Die Rach- barin schimpft, der Rachbar ist betrunken und lallt blöde vor lich hin. Der Mieterrat erscheint. Reuer einstimmiger" Beschluß Was tu ich nur? Ar- beiterversammlung. Schülerrat. Fleisch kaufen. Schlange stehen, Verordnungen. Beschlüsse. Einholen. Ueberholen... Dumpf läßt sich der Sowjetbürger auf seinen einzigen Stuhl fallen..
Das sowietrussischc Staatseigentum, genannt . Bürger" ist nicht mehr freies Individuum. Er ist nur noch Objekt des Kollektivismus! Die private Zeit und das fßerfügungs» recht darüber ist ihm genommen, er wird dauernd und jede Minute des Tages im neuen Geist erzogen. Der Fortgeschrittenere lehrt, der Zu- rückgebliebene lernt diesen Geist. Mit Losungen wird er gefüttert. „Deine Kraft gehört dem Staat! Du bist das Salz der neuen sozialistischen Erde! Dein ist die neue Epoche! Der neue kommunistische Geist wird sich in Dir und durch Dich tausendfältig fortpflanzen. Rur beeile Dich- Einholen und überholen!"
Aber das Paradoxe an der Lage, daß nämlich der neue Staat, der die marxistische Lehre von dem reinen Materialismus verkündet, seinen Anhängern nicht einmal ein Exi- stenzminimum an irdischem Glück garantieren kann, geht auch hier immer wieder
Sportabteilung desTurnvereinöLollar
Die 2. und 3. Fußballmannschaften von Lollar trugen am Sonntag ihre ersten Verbandsspiele aus. Die 2. Mannschaft weilte in Krofdorf und brachte einen ll:l-Sieg mit nach Hause. Die 3. Mannschaft mußte Sieg und Punkte in Steinbach lassen. Mit 5:2 wurde die Mannschaft geschlagen.
Sportverein 1928 Garbenteich.
Garbenteich I — BfR. Lich I 5:2 (3:0).
Die 1. Mannschaft des Sportvereins konnte sich am Sonntag die zwei ersten Punkte durch einen eindrucksvollen 5:2-Sieg über die 1. Mannschaft des VfR. Lich sichern. Es entwickelte sich ein harter, jedoch fairer Kampf, in dem die Platzbesitzer, die zunächst mit dem Wind im Rücken spielten, bis zur Halbzeit drei Tore vorlegten. Ein Elfmeterball wurde verschossen. Nach dem Seitenwechsel ging Lich mäch-, tig aus sich heraus und verkürzte auf 3:1 Dann rückte aber Garbenteich wieder auf und brachte das Licher Tor in ernste Gefahr. Noch zweimal konnten die Einheimischen den ausgezeichneten Torwart der Gäste überwinden, während die Gäste selbst nur noch ein weiteres Tor erzielen konnten Garbenteich siegte verdient.
Die neuaufgefteUte 2. Mannschaft trug in Klein- Linden gegen die dortige 2. Mannschaft ein Gesell» schaftsrückspiei aus, das sie, dank ihres guten Torwarts, mit 2:1 gewinnen konnte
FÄ. „Teutonia" Laubach.
Fv. Teutonia Laubach I — Ettingshausen I 2:2 (2:2).
Zum ersten fälligen Verbandsspiel trafen sich am vergangenen Sonntag auf dem hiesigen Platz die beiden 1. Mannschaften des FV. Teutonia Laubach und des FC. Ettingshausen. Das Spiel konnte im allgemeinen nicht sehr gefallen, da die beiderseitigen
Stürmer- und Läuferreihen etwas langsam waren. Dagegen zeigten die Hintermannschaften gute Leistungen. In der dritten Minute erzielte die Platzmannschaft das Führungstor, bereits eine Minute später konnte Ettingshausen ausgleichen. Bei beiderseits wechselndem Spiel gelangte Laubach in der 43. Minute zum zweiten Tor, und kurz vor dem Schlußpfiff zur Halbzeit war auch von der Gäste- mannschast der Ausgleich erzielt. Die zweite Spielhälfte verlief torlos, trotzdem Laubach etwas überlegen mit dem Wind spielte. Beide Mannschaften teilten sich die Punkte.
Handball im Gau Hessen (O.T.)
Tv. Krofdorf 1 — Tv. Großen-Linden I 4:8 (2:3).
Das Spiel litt stark unter dem heftigen Wind. Schon in der zweiten Minute gehen die Gäste in Führung. Krofdorf kam bald zum Ausgleich und konnte auch auf 2:1 erhöhen. Zwei weitere Tore der Großen-Lindener stellten den Halbzeitstand her. Rach der Pause kommen die Gäste noch zu weiteren fünf Treffern, denen die Einheimischen nur noch zwei entgegensetzen können. Vorher spielten die zweiten Mannschaften beider Vereine und trennten sich mit einem 6:3-Sieg für die besseren Krofdorfer.
Avendorf (Lahn) II — Hochelheim II 8:2 (8:0).
Am Sonntag weilte die zweite Mannschaft des Tv. Aliendors zum fälligen Rückspiel in Hochelheim. Es entwickelte sich ein lebhaftes Spiel. Beide Mannschaften spielten anfangs sehr ruhig. Der Platzbesiher hatte in der ersten Halbzeit etwas mehr vom Spiel und führte bis zur Halbzeit 8:0. Rach dem Wechsel spielten die Gäste mit dem Wind, sie wurden merklich besser und konnten innerhalb 8 Minuten 2 Tore erringen. Bei diesem Stande wurde das Spiel vom Siedsrichter abgebrochen. Allendorf spielte nur mit 10 Mann.
Bergfest öesLahn-Oünsberg-Gaues
Arn vergangenen Sonntag hielt der Lahn- Dünsbcrg-Gau auf dem Dünsberg sein diesjähriges Bergfest ab, an dem viele Turner und Turnerinnen teilnahmen. Das Fest, über das wir bereits am Montag berichteten, nahm einen sehr schönen Verlauf und brachte folgende Ergebnisse. (In Anbetracht der beschränkten Raumverhältnisse müssen wir uns auf eine entsprechend der Beteiligung prozentual gekürzte Wiedergabe der Ergebnisse beschränken.)
Turner, aktiv: 1. Hch Rühl, Beuern, 84 Punkte. 2. H. Großhaus. Lollar, 80; 3. E. Winter, Launsbach, 71; 4. P. Schlierbach, Rodheim, 70; 5. Karl Heitz, Wieseck, Otto Schardt, Hausen, Hans Pfaff, Kesselbach. 69; 6. R. Schieferstein, Launsbach, 68; 7. Ernst Hasselbach. Londorf, H. Zulauf. Kelsterbach. 67. 8. Emil Becker. Ruttershausen. 65; 9. Fritz Geier. Atzbach. Ph. Launspach. Reiskirchen. Wilhelm Frank. Lollar. 63; 10. Fr. Balser, Reiskirchen. 62, 11. W. Billasch. Friedberg-Fauerbach, Hans Schmidt. Dorlar, 60, 12. Otto Speicr. Wißmar. A. Schmidt. Waldgirmes, R. Schmidt. Rodheim. 58. 13. E Iung, Lollar. W. Schmidt. Rodheim, 57 Punkte.
T urnerjugend ° Oberstufe: 1. Ehr. Möbus. Reiskirchen. 100 Punkte; 2. Willi Will, Ruttershausen. 90; 3- Ph- Keil. Beuern. 75; 4. Sy Schmidt. Kinzenbach, 73; 5. Walter Müller, Collar R. Lanz. Watzenborn-Steinberg, Ewald Mandler. Wißmar. Ernst Fuhr. Beuern, E. Klas, Waldgirmes, je 72; 6. E. Gilbert. Lollar. W. Platt. Rodheim. 70; 7- G- Sommer. Friedberg- Fauerbach. Hans Kraft, Londorf, je 69 Punkte.
Surncrinnen-ilntcrftufe: 1. E.Bittendorf. Mainzlar, 103 Punkte; 2. E. Lernp, Mainzlar, C. Felde. Staufenberg, je 98; 3. H. Schwabe. Lollar, 96; 4. E. Hofmann, Lollar, 95, 5 E. Herzberger. Mainzlar, 92; 6. A Schlund. Hausen, 86; 7. Herta Agel. Atzbach, 84; 8. E. Moos. Staufenberg. 83 Punkte.
Iugendturner-llnterstufe: 1. Adolf Klinkel, Lollar. 113 Punkte; 2. Helm. Diehl, Lollar, 106; 3. L. Launspach. Reiskirchen, 92; 4. W.
Pfa", Kesselbach, 91; 5. H. Hill, Dorlar, 85; 6. W. Kuhlmann. Dorlar. 81; 7. Fritz Bonder- heid. Hausen. Fr. Vogel. Staufenberg, H. Iäger. Reiskirchen, je 80; 8. Fr.Tasch. Atzbach. 78; 9. Friedel Ufer, Garbenheim, 77; 10. K. Klein. Salzböden. L. Schmandt, Watzenborn. 75 Punkte.
Turner-Altersstufe (über 35 Iahre): 1. W. Gunkel, Bieber, 72 Punkte; 2. Karl Gisfel, Rodheim. 70; 3. L. Hasselbach, Rodheim, 61; 4. W. Dudenhöfer, Bieber, 59 Punkte.
Turner-Altersstufe (über 35 Iahre): 1. W. Hofmann, Alten-Buseck, 91 Punkte; 2. Ludwig Depler. 86; 3. Otto Sauer, Ruttershausen, 84; 4. Karl Agel, Lollar, 82; 5. Heinrich Römer. Wieseck. K. Buchner, Hausen, 74; 6. K. Scherer, Wieseck, 70; 7. E. Keller. Rodheim, 68 Punkte.
Turnerinnen-Ober stufe: 1. Luci Althaus. Dorlar, 95 Punkte; 2. Alma Decker. Lollar, 92; 3 W. Schleenbecker. Kinzenbach, 84; 4. Herta Kutscher, Lollar, 75 Punkte.
Reichsjugend-Wettkämpfe in Grünberg
-r Grünberg, 12. Sept. Dieser Tage wurden auf dem Turnplatz bei der Turnhalle die Reichsjugendwettkämpfe für den Bezirk Grün berg ausgetragen. Beteiligt waren die Schulen von folgenden Orten: Grünberg, Göbelnrod, Lauter. Lumda, Reinhardshain, Stangenrod und Stockhausen mit insgesamt 246 Schümm, von denen 166 die zum Siege nötige Punktzahl erringen konnten. Die Knaben turnten in zwei Stufen einen Dierkampf (75°Meter°Lauf, Weitsprung. Ballwurf und Bocksprung über 1 bzw. 2 Schüler), während die Mädchen nur einen Dreikampf bestritten (75-Meter-Lauf, Weitsprung und Ballwurf).
Rachfolgend die
Siegerliste.
Knaben-Ober stufe (7. und 8. Schuljahr), 47 Teilnehmer. 30 Sieger. 1. E. Wagner (Grün- berg) 87 Punkte; 2. A. Schultheiß (Stangenrod) 83; 3. R. Müll (Göbelnrod) 81; 4. H. Schmidt
(Grunberg) 74; 5. G. Siegfried iGrünberg) 73; 6. K. Seid und K. Dieck (Grünberg) 72; 7. H. Wagner (Stangenrod) 70; 8. R. Heß (Grünberg) 69; 9. K. Dietz (Grünberg) 68; 10. H. Heerz (Lauter) und. K. Wolf (Grünberg) 67 Punkte.
Mädchen-Oberstufe (7. und 8. Schuljahr), 32 Teilnehmerinnen. 22 Siegerinnen: 1. 01L Rinker (Lauter) 59 Punkte; 2 M. Graulich (Reinhardshain) 58; 3. E. Rock ILauter) 57; 4. I. Enders (Reinhardshain) 56; 5. E. Damm (Reinhardshain). A. Möller und A. Rühl (Grünberg) 53; 6. A. Erb (Reinhardshain) 51; 7. E. Hoffmann (Grünberg) und H. Oeser (Stangenrod) 49; 8. F. Maikranz (Lumda) und M. Stiehl (Grünberg) 48; 9. L. Lotz (Lauter). E. Reitz und E. Schenk (Grünberg) 46; 10. M. Keller (Lumda) und C. Theiß (Stangenrod) 43 Punkte.
Knaben-Unter stufe (5. und 6. Schuljahr). 100 Teilnehmer. 68 Sieger. 1. W. Iäger (Göbelnrod) 86 Punkte; 2. H. Thom (Grünberg) 83; 3. A. Krauß (Stockhausen) 81: 4. O. Dingmann (Stockhausen) und H. Lein (Grünberg) 80; 5. E. Iunker (Lauter) 79; 6. K. Weber (Göbelnrod) 78; 7. E. Römer, E. Winter (Grünberg). W. Schomber (Göbelnrod) und E. Enders (Rain- hardshain) 76; 8. H. Böcher, E. Repp (®rün- berg) und A. Kutscher (Stangenrod) 75; 9. H. Kühn, E. Stock (Grünberg) und A. Menz (Reinhardshain) 74; 10. O. ‘Büttner (Reinhardshain). W. Decker, H. Schulz (Göbelnrod) und G. Schlüter (Grünberg) 73; 11. E. Decker (Göbelnrod). W. Decker (Reinhardshain) und R. Wießner (Grünberg) 71: 12. W. Scharmann und H. Schmidt (Göbelnrod) 70; 13. K. Großhaus, F. Krumm, R. Muth (Grünberg). K. Hartmann (Stangenrod) und R. Römer (Reinhardshain) 69; 14. E. Schäfer und K. Schmidt (Lauter) 68; 15. W. Knapp (Grünberg) 67 Punkte.
Mädchen-Linker stufe (5. und 6. Schuljahr). 67 Teilnehmerinnen. 46 Siegerinnen. 1. G. Schlüter (Grünberg) 70 Punkte; 2. E. Wenzel (Reinhardshain) 68; 3. M. Hoffmann (Grünberg) 66: 4. 2. Friedrich. L. Will (Grünberg) und E. Kröll (Lauter) 61: 5. W. Stephan (Grün- berg) 60; 6. M. Klöß (Stangenrod) 59: 7. M. Där. E. Kreuder (Grünberg) und M. Schmidt (Lauter) 57: 8. E. Weiß (Grünberg) 56; 9. I. Sprenkel (Lauter) und E. Riebergall (Reinhardshain) 54; 10. E. Klöß, M. Knapp. E. Wagner (Grünberg) und H. Müller (Reinhardshain) 53 Punkte.
Rach Abschluß der Wettkämpfe führten die Mädchen der beiden oberen Klassen von Grünberg unter Leitung von Lehrer Wenzel noch einige Reigen und Volkstänze vor.
Wirtschaft.
Berlin zurückhaltend, leicht schwächer.
Der l in, 15. Sept. (WTB. Funkspruch.) Der teilweise recht schwache Schluß der gestrigen Reu- yorker Dörse und die anhaltende Linsicherheit in der inneren Politik hatten im heutigen Dormittagsverkehr stärker« Zurückhaltung ausgelöst. Die Kursgewinne der gestrigen Frankfurter Abendbörse waren wieder verloren gegangen, und teilweise eröffnete die heutige Börse noch bis zu 1,5 Prozent unter dem gestrigen Mittagsniveau. Don einem drängenden Angebot konnte aber nicht gesprochen werden, und das Geschäft an sich war recht klein. Das Publikum trat kaum als Abnehmer auf. Es zeigte auf niedriger Basis eher Kaufinteresse, aber auch das Ausland war für Spezialwerte Käufer. Einige bessere Wirtschaftsnachrichten wirkten etwas tendenzstühend. besonders der mit 97 Millionen aktive Außenhandel für August wurde günstig kommentiert, obwohl dieser vergrößerte Lieberschuß aus einem Schrumpfen der Einfuhr um 35 Millionen resultiert. Die Diskonthoffnungen, die man bereits gestern für die nächste Woche hegt«, bleiben bestehen. Mit Sonderbewegungen sind Eisenbahnverkehrsmittel plus 2.5 Prozent, und Lahmeyer plus 2,75 Proz. als fest zu nennen, während anderseits Aku 2.25 Prozent. Bemberg 3 Prozent. Dortmunder Union 2,25 Proz., Rheinstahl 2 Proz.. Ilse Genüsse 2.39 Prozent, und Chadeaktien 3,50 Mk. verloren. Iu- lius Berger wurden durch die günstigen Mitteilungen aus der gestrigen Semestralsihung kaum beeinflußt. Deutsche Anleihen und die variabel gehandelten Industrieobligationen tendierten eher freundlicher. Don den übrigen festverzinslichen Werten sind Reichsschuldbuchforderungen als unverändert zu nennen, während für Goldpfandbriefe noch keine zuverlässigen Kurse zu hören waren. Ausländer waren im allgemeinen wenig verändert, nur Bosnische Renten notierten bis zu 0,65 Prozent höher.
Im Derlaufe bröckelten die Kurse an den Aktienmärkten infolge der Geschäftsstille zunächst weiter um Bruchteile eines Prozentes ab, nur Montanwerte lagen bemerkenswert widerstandsfähig. später hörte man aber auf der bis zu 1 Prozent ermäßigten Kursbasis meist schon wieder Geldkurse. Der Geldmarkt war am heutigen Medio natürlich weiter etwas versteift, doch trat der stärkere Geldbedarf in den Sähen, die unverändert blieben, nicht in Erscheinung. Rach wie vor wird Diskontmaterial in der Hoffnung auf eine Diskontsenkung in der nächsten Woche, zurückgehalten, so daß das Geschäft am Diskontmarkt nur einen geringen Umfang an- nahm. Heute sind 30 Millionen Reichsschahanweisungen fällig, ein Teil der frei werdenden Gelder dürste dem Markte natürlich zufließen. Reichswechsel per 5- Dezember und Reichsschahanweisungen per 16. Ianuar wurden in kleinsten Posten umgesetzt.
Frankfurt ruhig und schwächer.
Frankfurt a. M.. 15. Sept. (WTB. Draht- meldung.) Linker dem Eindruck der schwachen Haltung der gestrigen Reuyorker Börse und der reich- lich unsicheren innerpolitischen Situation eröffnete die heutige Börse auf Glattstellungen der Spekulation in überwiegend schwächerer Tendenz. Dom Publikum lagen zwar auch heute kaum Derkaufs- orders vor, doch schien es, als ob auch keine niedriger limitierte Kauforders an die Börse gelangt wären. Man bekundete allgemein Zurückhaltung, wobei auch das dauernde Auf und Ab an den internationalen Warenbörsen nicht ohne Einfluß war. Gegenüber der eher etwas höheren Abendbörse ergaben sich Abschwächungen von 1 bis 1.5 Proz. und nur einige Rebenwerte wie Me- tattgesellschast, Rütgerswerke und Felten zeigten Besserungen von 0.5 bzw. 1.5 Proz. IG. verloren 1.5 Prozent und unterschritten somit wieder den ParistanL. Am Elektromarkt büßten AEG., De-


