Ausgabe 
15.9.1932 Erstes Blatt
 
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Bekenntnisschule verwirklichen. Das Schrei­ben verlangt ferner in Preußen dieAb- lösung einzelner für ein christliches Schulwesen nicht länger tragbarer Persönlichkeiten" in der Schulverwaltung und Schulaufsicht.

Aus aller Welt.

Zwei Motorkutter in der Nordsee verschollen.

Dvr mehreren Tagen find zwei Fischer mit je einem Motorkutter von Wilhelmshaven aus zum Krabbenfang in See gefahren. Da die Schiffe bis jetzt nicht heimgekehrt sind, nimmt man an, daß sie in Seenot geraten sind. Die sofort aufgenvmmenen Nachforschungen sind bis jetzt er­gebnislos geblieben. Beide Motorkutter hatten je zwei Mann Besatzung.

Wildwest in Lharlotlenburg.

In Charlottenburg spielte sich vor dem Rathaus ein Wildweststuck ab, bei dem den Räubern etwa 40 000 Mark in die Hände fielen. Alltäglich werden die Einnahmen der Straßenbahn und Autobusse, die in der Helmoltstraße in einem großen Bahnhof untergebracht sind, in der 9. Vor­mittagsstunde nach der Giro -- Kasse, die sich i m Charlottenburger Rathaus befindet, ab­geliefert. Während mehrere Beamten damit beschäf­tigt waren das Geld auszuladen, fuhr plötzlich ein elegantes Auto vor dem Rathaus vor, dem vier junge Burschen entsprangen. Roch ehe sich die Beamten zur Wehr setzen konnten, zogen alle vier Revolver aus den Taschen und eröffneten ein Schnellfeuer auf die Beamten, von denen vier getroffen zu Boden sanken. Dann ergriffen sie drei Kassetten, worauf sie in das bereitstehende Auto stiegen und daoonrasten. Man nimmt an, daß etwa 40000 Mark den Räubern in die Hände gefallen sind.

Berliner Polizeibeamter von einem Fahrraddieb niedergeschossen.

Der 36jährige Polizeioberwachtmeister Otto Tiegs wurde dieser Tage in Berlin-Wilmersdorf von einem Fahrraddieb, den er verfolgt hatte und feslnehmen wollte, niedergeschossen und getötet. Der Täter, dessen Personalien noch nicht feststehen, erschoß sich dann selbst in einem Vor­garten der Mansfelder Straße. lieber den Her­gang der Tat werden ergänzend folgende Einzel­heiten berichtet: Der Dieb hatte in der Nähe des Fehrbelliner Platzes ein Fahrrad gestohlen und wurde von dem Eigentümer in einer Auto­droschke verfolgt. Unterwegs verständigte der Bestohlene den Polizeibeamten, der am Fehrbelliner Platz Dienst tat, und nahm ihn in der Droschke mit. Der Fahrrraddieb wurde in der Mansfelder Straße eingeholt. Als der Beamte die Droschke verlassen hatte, zog der Dieb sofort eine Pistole und streckte den Beamten durch einen Schuß nieder, um dann zu flüchten. Don einem zweiten Polizeibeamten wurde er in einem Vorgarten in der Mansfelder Straße gestellt. Bevor der Beamte, der ebenfalls seine Dienstpistole gezogen hatte, ihn festnehmen konnte schoß sich der Täter eine Kugel in den Kopf. Die Person des Täters ist noch nicht be­kannt. Es handelt sich um einen älteren Mann.

Mil dem gestohlenen Kraftwagen gegen einen Baum. Zwei Tote.

Bei Bremen ereignete sich an der Straße Brin­kumMackenstedt ein schweres Kraftwagen­unglück, das zwei Todesopfer forderte. Zwei junae Mädchen hatten die Bekanntschaft zweier jungen Männer gemacht. Die vier st a h l e n ge­meinsam einen Kraftwagen und fuhren in Richtung Brinkum davon. Aus ungeklärter Ursache raste der Wagen in einer an sich ungefährlichen Kurve g e - gen einen Baum. Dabei wurden die beiden hinten im Wagen sitzenden Insassen herausgeschleu- Lert. Ein 17jähriges Mädchen war sofort tot, wäh­rend der etwa 23 Jahre alte Reuter aus Bremen schwer verletzt ins Krankenhaus geschafft werden mußte, wo er jetzt feinen Verletzun - gen erlegen ist. Das zweite junge Mädchen kam mit leichteren Verletzungen davon, blieb am Unfallsort und stellte sich später der Polizei. Der Fahrer, der unverletzt blieb, ist entflohen.

Ueberfaü auf einen Zug in der Mandschurei.

11 Reisende getötet, 50 verletzt.

Wie die Telegraphenagentur der Sowjetunion be­richtet, ist auf den von Chardin nach Tschangtschun unterwegs befindlichen Zug in der Nähe des Bahn­hofs Schuanjandzy von chinesischen Bandi­ten ein Ueberfall verübt worden. Elf Reisende wurden getötet, fünfzig verletzt. Die Lo­komotive und zwei Waggons wurden die Böschung hinabgestürzt. Fast 200 Fahrgäste wurden b e - raubt. Unter den Beraubten befinden sich ein russischer Generalkonsul und ein Vertreter des russi­schen Erdölsyndikats. Nach den Angaben der nach Mukden gelangten Fahrgäste soll die Bande mit den chinesischen Truppen zusammengearbeitet haben.

Nächtliche Boolskatastrophe in Sroinemünbe.

Im Swinemünder Hafen liegt zur Zeit die Segel­jachtSalamander", die dem Akademischen Verein Hütte" gehört. An Bord der Jacht befanden sich fünf junge Studenten des genannten Ver­eins. Die Segler hatten am Abend des Dienstag zwei Mädchen an Bord eingeladen. Gegen 3 Uhr wollte der Führer der Jacht, der Stu­dent Walter Wilde aus Berlin, die beiden Mädchen in einem Beiboot nachihremWohnortOster- nothafen übersetzen. Dabei ist das kleine Boot in das Kielwasser eines einsah- renden englischen Dampfers geraten und gekentert. Alle drei Insassen sind seitdem ver­schwunden. Es besteht kein Zweifel mehr, daß alle drei den Tod gesunden haben. Der er­trunkene Student ist der 24 Jahre alte Sohn des Professors Ernst Adolf Wilde aus Magdeburg. Bis zur Stunde ist noch keine Leiche geborgen.

Sprengftoffanfchlag in Schwaben.

Auf das Anwesen des Amtsanwalts beim Weißen- borner Amtsgericht (bei Augsburg), Inspektor Weber, wurde in einer der letzten Nächte gegen Vt 1 Uhr eine Sßurfmine geworfen. Die Ex­plosion richtete großen Sachschaden an, verletzt wurde jedoch glücklicherweise niemand. Die Wurfmine war 7,5 cm lang und wurde mittels einer 2 m lagen Zündschnur zur Explosion gebracht. Die Hauswand hat ein großes Loch daoongetragen. Die Erschütterung war auch in den umliegenden Straßen zu spüren. Die sofort aufgenommenen Ermittlungen haben bisher noch zu keinem Ergebnis geführt. Er­gänzend wird noch berichtet, daß die Beweggründe zu der Tat nur politischer Natur fein können, da man am Tatort einen Zettel fand, wonach der nächste Anschlag dem der Bayrischen Dolkspartei an- gehörenden ßanotagsabgeorbneten und Bürgermeister Dr.-Jng. Lenz gelten soll.

Riefenfeuer in fiolno.

In der in der Starostei Lomza gelegenen Stadt Kolno, südlich der ostpreußischen Stadt Johannis«

200 Jungen dürfen fliegen.

Der Aero-Club von Deutschland veranstaltete auf dem Flugplatz in Berlin-Staaken ein Jugendfliegen in Sportflugzeugen, an dem 200 Schüler teilnahmen, die so zum erstenmal das Erlebnis eines Fluges hatten.

Christliches Liebeswerk in Hessen.

Zahresiagung der hessischen Inneren Mission.

Die diesjährige große Tagung der Inneren Mis­sion in Hessen sand vom 11. bis 13. September in Saubad) statt. Der Festgottesdienst am Sonntag wurde unter Mitwirkung des Kirchenchors von Direktor Röhricht-Darmstadt abgehalten, der mit der Lage eines Paulus und Silas im Gefäng­nis, die um Mitternacht beteten, die gegenwärtige Lage der Inneren Mission verglich. Im F e st - kindergottesdienst stellte Stadtpfarrer Schmidt-Schlitz den etwa 150 Kindern den barmherzigen Samariterdienst lebendig vor Augen. In der N a ch o e r s a m m l u n g , die wegen sehr starken Windes nicht auf dem Ramsderg ftattfinben konnte, sprachen verschiedene Redner; so erzählte Pfarrer Wagner- Darmstadt, der Vorsitzende der Inneren Mission in Hessen, aus dem alten Laubach der 1880er Jahre und verwob damit in feiner Weise Gedanken der Inneren Missionsarbeit. Der Orts-

IUeber die Schwesternstationen, die teilweise in schwieriger Geldlage sind, aber auch spüren durften, wie der Opfersinn gewachsen ist, sprach der Leiter des Diakonievereins, Pfarrer G u y o t - Darmstadt; die Kinderschulen tarnen in dem Bericht des Vor­stehers des Diakonissenhauses, Pfarrer Hickel- Darmstadt, zur Darstellung. Wesentliche Verände­rungen gab es nicht. Der Landesjugendpfarrer Lic. von der Au - Darmstadt sprach dann von dem Gebiet der Adoptionen und der Fürsorgeerziehung. Eine längere Aussprache, sowie eine geschlossene Versammlung, schlossen sich an.

Am Nachmittag sprach Regierungsrat Dr. B u e s vom Arbeitsamt Gießen klar und überzeugend vom Freiwilligen Arbeitsdienst, der gerade in feinem Bezirk eine so große, segensreiche Ent­wicklung genommen hat. Der Landesjugendwart Grüber-Wiesbaden berichtete dann aus der

geistliche Pfarrer Kornmann grüßte im Namen der Gemeinde und legte dar, wie die Arbeit im Sinne der Inneren Mission am Orte vor mehr als 200 Jahren begann. Eindringlich sprach außerdem Pfarrer Reith-Seeheim von der praktischen Ar­beit der Inneren Mission in der Gegenwart. Stadt­missionsinspektor S ch ö p w i n k e l - Offenbach be­richtete ferner und man erkannte daraus erfreut und teilweise erschüttert welch große Arbeit in der Stille geschieht; denn

es will doch etwas bedeuten, wenn etwa 550 Trinkerfamilien Tag für Tag betreut werden.

Schlußwort und Gebet hatte der von einer anderen kirchlichen Jubelfeier noch herbeigeeilte Superinten­dent von Oberhessen, Oberkirchenrat D. Wagner- Gießen, übernommen. Die Nachversammlung wurde durch die Mitwirkung der Laubacher Musikkapelle verschönert. Die Kollekten des Tages hatten ein sehr schönes Ergebnis.

Am Montagmorgen fand die Jahresver­sammlung der Hessischen Inneren Mission statt, in der Direktor Röhricht zu­nächst den Jahresbericht gab. Man erhielt damit einen Einblick in eine weitverzweigte, sehr dankens- j werte Arbeit, die freilich hie und da von der finan- | ziellen Not der Zeit nicht unberührt bleiben konnte. >

Praxis in Hessen-Nassau und ließ mitfühlen, wie schwer, aber auch wie notwendig diese Arbeit ist. Eine längere Aussprache über die

Möglichkeiten einer Mitarbeit der Kirche schloß sich an. Am Abend berichtete in einer ge­schlossenen Versammlung Frl. Becker- Berlin, die Geschäftsführerin des deutschen Verbandes für Ge- fährdeten-Fürsorge, aus ihrer Arbeit.

Der Dienstagmorgen brachte in Fortsetzung der geschlossenen Versammlung des Vortages eine fünf­stündige Beratung der Leiter der Evangelischen Kreiswohlfahrtsdienste, wo die Winterhilfe, die Für­sorgeerziehung, die Trinkerrettung u. a. behandelt wurden.

Mit Dank gegen das gastliche Laubach, in dem sich alle Teilnehmer gut aufgehoben fühlten, schlossen alle Beratungen.

In zwei Gruppen führte im Laufe des Dienstag der Ortsgeistliche Gäste und Einheimische durch die Laubacher Einrichtungen der Inneren Mission; da­bei fanden das Krankenhaus und die Kinderschule wegen ihrer Zweckmäßigkeit und ihres sehr guten Zustandes, denen man eine verständnisvolle Leitung anmerkt, allseitige Anerkennung. Bedauert wurde, daß das Altersheim, trotz der gleichen Vorzüge und zeitgemäßer Preise, nicht besser belegt ist.

bürg, brach dieser Tage ein Feuer aus, das sich mit rasender Schnelligkeit über einen großen Teil der Stadt ausbreitete. Wassermangel und Sturm er­schwerten die Löscharbeiten, so daß die halbe Stadt niederbrannte, lieber 2000 Personen sind obdachlos.

Diefliegende Fqmilie" Hutchinson wird nach Schottland gebracht.

Daily Herald" meldet in großer Aufmachung, daß er mit der Reederei des SchiffsdampsersLord Taldot" eine Vereinbarung getroffen habe, wonach der Dampfer nach Angmagsalik zurückkehren und diefliegende Familie" und die Besatzung des Flugzeugs, insgesamt 8 Personen, abholen und sofort nach Schottland bringen soll. Der Damp­fer hatte die Geretteten an dem genannten Platz gelandet und seine Fahrt fortgesetzt. Somit hätte die Familie Hutchinson und ihre Begleiter möglicher­weise den ganzen Winter in Ostgrönland zubringen müssen. Wie noch mitgeteilt wird, hatten die Hutchinson, da sie keine Polarkleidung besaßen, sehr unter der Kälte zu leiden. Hutchinson selbst war so ermattet, daß er bei der Ankunft in Angmagsalik sofort das Bett aufsuchen mußte.

Großfeuer im Odenwald.

WSN. Wald-Michelbach, 12. Sept. In dem Anwesen des Landwirts Leonhard Jöst-Gadern brach auf bis jetzt noch ungeklärte Weise Großfeuer aus, das mit großer Geschwindigkeit um sich griff. Die Scheune, die g eja mte Getreideernte, die gesamte Heu- und Grummeternte, sämtliche land- wirtschaftliche Maschinen, darunter eine neue Dreschmaschine, und elektrische Motoren, so­wie die Stallungen und Holzschuppen fielen dem Brande restlos zum Opfer. Die Pferde konnten nur unter Lebensgefahr vor dem Er- stickungstode gerettet werden. Der Schaden be­trägt nach vorsichtiger Schätzung ungefähr 40 000 Mk. Oie Ernte dreier Familien vernichtet.

WSN. Marburg, 14. Sept. Zum drittenmal innerhalb vier Wochen brach in dem Dorf Herz­hausen (Kreis Biedenkopf) Feuer aus. Diesmal brannte eine Scheune des Landwirts Wagner ab, nachdem die ersten beiden Brände das An­wesen seines Bruders und das seiner Schwester heimgesucht hatten. Außer seiner eigenen Ernte waren die Erzeugnisse der beiden Geschwister in der Scheune untergebracht. Trotz aufopfernder Arbeit der Ortsseuerwehr wie auch der Wehr von Holzhausen gelang es nur, den Brand auf

seinen Herd zu beschränken. Die Scheune selbst ist völlig abgebrannt und damit die Ernte dreier Familien vernichtet. Lieber die Entstehungs­ursache des Feuers ist noch nichts bekannt.

Aus »er provinzialhauptstadt.

Gießen, den 15. September 1932.

Wie bewahre ich Butter und Käse im Haushalt auf?

Bei der Aufbewahrung von Butter und Käse im Haushalt werden vielfach Fehler gemacht, die ein schnelles Verderben dieser Erzeugnisse verur­sachen. Die Hausfrauen sind oft sehr überrascht, wenn ihre Butter in kurzer Zeit einen ranzigen Geruch oder gar einen talgigen Geschmack und ein weißliches Aussehen bekommt. Sie sind gar zu gerne geneigt, diese Erscheinungen in einer feh­lerhaften Herstellung der Butter zu suchen. Die Molkereien bemühen sich aber heutigen Tages außerordentlich, wie schon die Markenbutter­bestrebungen beweisen, erstklassige Erzeugnisse nicht nur von tadellosem Geschmack, sondern auch von einwandfreier Haltbarkeit zu liefern.

Die Hausfrau ihrerseits hat daher ebenfalls die Pflicht, die Milcherzeugnisse so sachgemäß auf­zubewahren, daß ihre Güte bis zum völligen Ver­brauch gewahrt bleibt. Bei der Butter sind tiefe Wärmegrade, sowie der Abschluß des Lichtes und der Luft diejenigen Bedingungen, durch deren Erfüllung ihre Haltbarkeit am längsten gewähr­leistet wird. Die Räume, in denen Butter aufbe­wahrt wird, sollen möglichst kühl gehalten sein. Da die Zersetzung des Dutterfettes durch Sauerstoffaufnahme seitens des Fettes erfolgt, also durch die Einwirkung von Licht und Lust gefördert wird, müssen die wirksamen ultravioletten Strahlen des Lichtes ausgeschaltet werden. Dies geschieht am besten durch Aufbe­wahrung der Butter in verschlossenen Gefäßen, die für Licht nicht durchlässig sind. Wer die Butter gar in der Nähe des Fensters stehen läßt, hat in kürzester Zeit, oft in einem Tage, ein vollständig verdorbenes Fett zu erwarten.

Bei der Aufbewahrung der Käse im Haushalt hat man diese hauptsächlich vor Fliegen zu schützen. Die Käsefliege ist eine kleine Fliege, die leicht durch alle Ritzen hindurchschlüpft, um am Käse ihre Eier abzulegen, aus denen sich in wenigen Tagen Maden entwickeln. Bei den Sauermilchkäsen ist diese Erscheinung weniger anzutreffen wie bei den Weichkäsen. Namentlich

die Weichkäse nach Limburger Art üben infolge ihres Geruches eine große Anziehungskraft auf die Fliegen aus. Sauermilchkäse vertragen keine längere Aufbewahrung, sie müssen bald gegessen werden. Weichkäse sollten kühl aufbewahrt wer­den, damit sie nicht überreis werden und zu lausen beginnen. Hartkäse, wie die Schweizerkäse und Tilsiterkäse, werden ab und zu mit Salz­wasser abgerieben. Auch werden größere Stücke in mit Salzwasser getränkten Tüchern aufbe­wahrt. Sind zwei Schnittflächen vorhanden, so wird die eine Fläche, um das Schimmeln zu verhüten, mit Blattzinn bedeckt.

Gießener Wochenmarktpreise.

Gießen, 15. Sept. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter 130 Pf., Landbutter 130, Kochbutter 100, Matte 25 bis 30, Wirsing 8 bis 10, Weißkraut 6 bis 8,

Rotkraut 8 bis 10, Römischkohl 8 bis 10,

gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20, Bohnen (grün und gelb) 20 bis 25, Llnterkohlrabi 5 bis 6, Tomaten 10 bis 15, Zwiebeln 8 bis 10, Kürbis 5 bis 6, Pilze 25 bis 30, Kartoffeln 3,5 (pro Zentner 3 Mark), Frühäpfel 15 bis 25, Falläpfel 5 bis 6, Birnen 10 bis 20, Dörrobst 30 bis 35, Zwetschen 10 bis 15, Mirabellen 25 bis 30, Pfirsiche 30 bis 40, Preißelbeeren 30 bis 35, Brombeeren 20 bis 25, Honig 40 bis 45, junge Hähne 70 bis 80, Suppenhühner 60 bis 80 Pfennig pro Pfund; Tauben 50 bis 60, Eier 10, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 8 bis 10, Salatgurken 10 bis 20, Endivien 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 12, Sellerie 10 b. 25, Oberkohlrabi 5 bis 8, Käse 5 bis 10 Ps. pro Stück; Radieschen 10 Pf. pro Bund.

Vornotizen.

Tageskalender für Donnerstag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Die Gräfin von Monte Christo".

* 40 9ahreHotel Hindenburg". Das in weiten Kreisen auch weit über unsere Stadt hinaus im besten Sinne bekannteHotel Hindenburg" kann am heutigen Donnerstag auf ein 40jähriges Bestehen zurüÄlicken. Der Senior­chef des Hauses, Herr Heinrich Elges, hat die beliebte Gaststätte im Lause der Jahre auf eine achtbare Höhe geführt. Als er im Jahre 1892 in Gießen die WirtschaftZum Dusche Garten" übernahm, verstand er es durch Fleiß, Geschick­lichkeit und mit der für den Gastwirt nötigen Dosis Humor, nicht zuletzt aber auch mit Hilfe feiner unermüdlichen treuen Lebensgefährtin alle Kreise der Gießener Bürgerschaft als Gast zu gewinnen. In studentischen Kreisen ist Herr El­ges senior ebenfalls über Gießens Mauern hinaus bekannt und mancher Student hat dem Seniorchef desHotels Hindenburg" vieles zu verdanken. Der Gaststätte, die heute unter der Führung von Herrn Adolf Elges sich in neuem Gewände zeigt, dürsten zum Jubiläum viele Glückwünsche zuteil werden.

** Festnahme. Seit einigen Tagen trieb sich ein Mann in den Anlagen, besonders am Goldfisch­teich herum, der in unsittlicher Weise schulpflichtigen Mädchen gegenübertrat. Gestern nachmittag konnte seine Festnahme bei frischer Tat erfolgen. Es han­delt sich um einen 41jährigen, verheirateten Schneider aus Gießen. In Schutzhaft genommen wurde der 46jährige Musiker Rudolf Scheurich aus Bern­stadt, der sich in Frauenkleidern am hiesigen Haupt­bahnhof herumtrieb und durch sein Verhalten einen Menschenauflauf verursachte.

** Arbeitszeit der Angestellten im Einzelhandel. Das Polizeiamt Gießen teilt mit: Nachdem der Verein der Einzelhändler Gießen den Tarifvertrag für die kaufmännischen Angestell­ten im Kleinhandel gekündigt hat, ist bis zum Ab­schluß eines neuen Tarifvertrages eine Beschäfti­

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gung der Angestellten nur bis zum 48 Stunden wöchentlich zulässig. Die Geschäftsinhaber werden besonders darauf aufmerksam gemacht.

**. Der Tod durch Unfall. Nach der letzten Statistik sterben in Deutschland jährlich rund 750 000 Menschen, davon 50 000 durch Unfälle aller Art. Dazu kommen 20 000 Fälle, in denen Selbstmord oder Verbrechen oorliegt. lieber 3000 Menschen sterben jährlich den Ertrinkungstod, 8000 durch Be­triebs- und 5300 durch Verkehrsunfälle. Durch Blitz­schlag sterben jährlich 140 Menschen, obwohl der Blitz 6000 bis 8000 mal im Jahre einschlägt. Etwa 100 Menschen sterben an Pilzvergiftung, ebenso viele durch Schlangenbiß, 400 durch unvorsichtiges Han­tieren mit Schußwaffen. 400 Menschen kommen durch Unfall mit Tieren ums Leben. Durch unglückliche Benützung der Badewanne sterben mehr Menschen als durch Unfall auf der Eisenbahn. Theoretisch kann man 1 Billion Kilometer mit der Straßenbahn, 600 Millionen Kilometer mit der Eisenbahn, 35 Mil­lionen Kilometer mit dem Auto und 3 Millionen Kilometer mit dem Flugzeug zurücklegen, ohne daß sich ein Unfall ereignet. Mit dem Flugzeug könnte man nach der Statistik 40mal um die Erde fliegen, ehe sich ein Unfall zuträgt.

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen.

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Wittags bewegte ein großer Fest die zu ehren, die bi ausg-gangen. Psa hielt eine Andacht, bige teilnahmen. D Da außerordentlich aus unfern Filialo ren, reichten alle S Kirche nicht aus, sitzen oder umtehrei lÄeichenbach), der eine Predigt. Er s als Freuden- und t u. a. alle Kriegsst standen hat. Der k treter Ltiftstechmi J Glückwünsche ies : wähnte, M" ien öesKi und hinsichtlich Opfert dieser TMr W- C Laht die Arast des