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Der Mmelstrett vor dem Völkerbundsrat.

Genf. 13. Febr. (WTD.) Der Völker­bund s r a t ist heute nachmittag zu einer Sit­zung zusammengetreten, um gemäß dem Antrag der deutschen Regierung zu den Verletzungen des Memel st atuts durch die litau­ische Regierung Stellung zu nehmen. Deutschland ist durch den Staatssekretär v. Bülow vertreten. Der litauische Außenmini­ster Zaunius. der sich zuerst geweigert hatte, zu den Verhandlungen zu erscheinen, ist in Genf eingetroffen und hat am Ratstisch Platz genom­men. Der Ratspräsident, ^cr Vertreter Frankreichs Paul-Voncour äßt d'e deutsche Beschwerde verlesen.

Oie deutsche Beschwerde.

systematische Verletzung der Memek- aritonomie durch Litauen.

Staatssekretär v. D ii l o w schilderte dann die Vorgänge feit der Absetzung des Präsidenten des Direktoriums, Böttcher, durch die litauische Regierung. Er wies nach, daß die Reise, die Böttcher in Begleitung zweier Mitglieder des Landtags nach Berlin unternahm, durchaus privaten Charakter getragen habe und erklärte weiter: Die Maßnahmen des Gouver­neurs stellen eine flagrante Verletzung desMemel st atuts dar. Die Spitze der auto­nomen Verwaltung, der Träger der durch inter­nationalen Vertrag garantierten Memelautono- >nie, das Direktorium, ist unter Ver­letzung des Statuts gewaltsam be­seitigt worden. Diese Verletzung ist um so ern­ster, als die litauische Regierung noch am 30. Ja­nuar durch ihren Gesandten in Berlin der deut- schen Regierung die ausdrückliche Erklä­rung hat abgeben lassen, daß Litauen die inter­national garantierte Autonomie des Memelge­bietes achten werde. Die jüngsten Vorgänge sind ein Glied in einer langen Kette von litauischen Maßnahmen, denen die me- melländischc Bevölkerung seit Jahren ausge­setzt ist.

Das Memelgebiet steht seit langen Jah­ren ohne Grund unter dem Kriegs- zustand, der rücksichtslos ange­wandt wird. Die Bevölkerung ist in der Ausübung wesentlicher Grundrechte, wie der Presse- und Versammlungsfreiheit, auf das stärkste beschränkt. Das hindert auf der anderen Seite nicht, daß die litauische Presse im Memelgebiet hemmungslos gegen das Memcldirektorium agi­tieren darf, und daß bei jeder sich bieten­den Gelegenheit chauvinistische litau­ische verbände im Memelgebiet für die Beseitigung der Autonomie de­monstrieren können. Die Memelbevölkerung leidet unter politischen Bedrohungen, wie man ste sich schlimmer kaum vorstellen kann.

Die Bevölkerung des Memelgebietes ist nach ihrer Sprache, noch ihrer Abstammung und nach ihrer Kultur deutsch. Daran ist nichts durch

die Tatsache geändert worden, daß das Memelgebiet von Deutschland abgetrennt und von den alliierten und assoziierten Mächten unter die Souveränität Litauens gestellt worden ist. Diese Uebertragung der Souveränität an Litauen ist ausdrücklich unter den Bedingungen der Memel- konvcntion und des Memel st atuts er­folgt Nachdem dieser Zustand nun einmal geschaf­fen worden ist, hat die deutsche Negierung die Pflicht und das Memelstatut gibt ihr das Recht mit allem Nachdruck darauf zu bestehen, daß das Memelstatut wenig st ens seinem Sinn und Zweck nach beobachtet wird. Es ist die Aufgabe des Völkerbundsrats, alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen, damit der - vorlle­gende Rechtsbruch wieder gutgemacht wird, und damit auch in Zukunft die dem Memel­gebiet zuerkannte Autonomie gewähr­leistet wird, die, wie es im Statut heißt, dazu dienen soll, die überlieferten Rechte und die Kultur seiner Bewohner zu sichern.

Litauische Ausflüchte.

Kow.io fühlt sich provoziert.

Der litauische Außenminister Zaunius er­klärte: Die Vorgänge im Memelgebiet beträfen an sich die deutsch-litauischen Beziehungen nur soweit, als die litauische Regierung es für an­gebracht gehalten habe, in Berlin wegen der Reise des Landespräsidenten Böttcher zu pro­testieren. Böttcher habe in Berlin nicht nur mit dem Kalisyndikat, sondern auch mit dem Auswärtigen Amt verhandelt. Die Deutsche Allgemeine Zeitung" habe zu berichten gewußt, daß sich diese Verhandlungen auf die Frage der Zulage für die Beamten im Memelgebiet bezogen haben. Zaunius sprach von einem Bestechungsversuch der deut­schen Regierung zur Llnterhölung des gegenwär­tigen Zustandes. Die deutschen Zeitungen des Memelgebietes würden mit deutschem Geld unter­stützt, und der Vizepräsident des Memellandes erhalte auf ein Konto in Tilsit Summen aus der deutschen Stiftung. Es sei für die litauische Regierung unmöglich gewesen, eine neue Pro­vokation hinzunehmen, die die gemaßregelten Persönlichkeiten im Einverständnis mit den deut­schen Stellen unternommen hätten. Es handele sich um eine Verletzung des Memel- st atuts durch Böttcher, begangen durch Amtsausübung im Ausland und Verstoß gegen die litauischen Strafgesetze. Zaunius betritt den deutschen Charakter der memel­ländischen Bevölkerung unter Hinweis auf die Erklärungen der Friedenskonferenz von 1919, ebenso die rücksichtslose Handhabung des Versammlungsverbotes, wozu er erklärte, daß nur 1 Prozent der beantragten Versammlungen aus Gründen der Sicherheit verboten würden. Auch Rachrichten über einen Aufmarsch litauischer Ver­bände erklärte er als vollkommen unbe­gründet. Litauen halte an den Verträgen fest und gebe die ausdrückliche Versicherung ab, daß es sich durch keine Provokation von seinem Wege werde abbringen taffen.

9er Hat fordert Bericht über die Rechtsfrage ein.

In einer kurzen aber gründlichen Replik wider­legte Staatssekretär v. Bülow die von dem Vertreter Litauens vorgebrachten Rechtferti­gungsversuche. Die Tatsache, daß die litauische Regierung die harmlose Reise Böttchers und zweier Mitglieder des Landtags nach Berlin zum Anlaß genommen habe, um sich des ihr unbequemen Direktors des Landes­direktoriums zu entledigen, spreche für sich. Er wolle annehmen, daß die Erklärung Zaunius' über die Ruhe im Memelgebiet eine Prophezeiung sei. Tatsächlich streifen in der Stadt Memel Militärpatrouillen um­her, was nicht gerade ein Beweis dafür ist, daß im Mcmelgebiet Ruhe herrsche. Zum Schluß seiner Ausführungen betonte der deutsche Ver­treter noch einmal mit allem Rachdruck, daß eine schwere Verletzung des Me­mel st a t u t s vorgekommen sei, daß die litau­ische Regierung nichts das geringste Recht gehabt hätte, Den Präsidenten des Direktoriums abzusehen, solange er das Vertrauen des Land­tags besah.

Der Völkerbuirdsrat beschloß darauf, den norwe­gischen Delegierten C o l b a n als ständigen Bericht­erstatter für die Memelfrage unter Hinzuziehung weiterer Juristen zu beauftragen, in kürzester Frist einen Bericht über die Frage, ob das Vorgehen der litauischen Regierung eine Verletzung der Memelkonoention darstellt, zu erstatten. Col-

Mchskonserenz der Republikanischen Verbände.

/B " lin, 14. Febr. (TU.) Im Demokratischen Elubhaus trat am Sonntagnachmittag das Kar­tell der Republikanischen Verbände Deutschlands zu einer Reichskonferenz zusam­men. Der Bundesvorsitzende des Reichsbanners Schwarzrotgold, Hätte rmann, sprach über die ,,Abwehr gegen die Staatsfeinde". Zusammen mit den freiheitlich gesinnten politischen Organisationen des Bürgertums, werde es der Eisernen Front ge­lingen, in diesem Frühjahr nicht nur Hitler zu schlagen, sondern die große Aufgabe zu lösen, aus Deutschland endlich eine wahre soziale Republik zu machen. An den Vortrag knüpfte sich eine lebhafte Aussprache, in der scharfe Kritik an dem Erlaß de s Reichswehrministeriums über die Zulassung von Nationalsozialisteii zur Reichswehr geübt wurde.

21m Schluß der Tagung wurde folgende Ent­schließung angenommen:Die Reichskonferenz des Kartells der Republikanischen Verbände Deutschlands verwirft jedes schwächliche Paktieren mit Organifationen, Bünden und Parteien, die den heutigen Staat und feine Verfaffungsgrund­lagen verneinen. Sie warnt vor einer überklugen Taktik der Konzessionen. Dem mit allen Mitteln Zur Macht strebenden Gegner der Demokratie darf die Republik nicht selbst das Tor öffnen Die Reichskonferenz fordert von den Republika- Nlschen Führern, daß sie bei der bevorstehenden Reichspräsidentenwahl und bei den Landeswahlen sich allein von dem Willen leiten lassen, den sozialen Volksstaat und ein geordnetes Staats- wesen zu sichern, Diktaturgelüste und Terror zu brechen. Der Zusammenschluß aller Republikaner

bau hat bereits am Sonntagnachmittag die ver­trauliche Ausarbeitung des Berichtes an den Völker- bundsrat über die Memelfrage begonnen. Colbcm sind beigegeben worden der Jurist der italienischen Abordnung, P i l o t i, der Jurist der französischen Abordnung, Basdzvant, sowie der Jurist der englischen Abordnung, Malkin. An den streng vertraulichen Beratungen des Ausschusses nimmt allein der Leiter der politischen Abteilung des Völ- kerbundsfekretariats, der japanische Untergeneral­sekretär Sukirnura teil. Dieser Ausschuß hat zunächst nur über d i e Rechtsfrage zu ent­scheiden, ob der litauischen Regierung nach der Me­melkonvention ein Recht auf Abberufung des Prä­sidenten des Memeler Landtags zustehl.

Von litauischer Seite wird jetzt die Frage auf­geworfen, welche Sicherungen die litauische Regierung gegen einen etwaigen Mißbrauch der Amtsgewalt des Präsidenten des Meme­ler Landtags besitzt. Diese Frage steht zunächst jedoch in keiner Weise zur Verhand­lung, da erstens ein Mißbrauch der Amtsgewalt durch den Präsidenten Böttcher inkeinerWeise vorlieat, ferner nach dem deutschen Antrag zunächst nur d i e Rechtsfrage zu entschei'- den ist, ob die litauische Regierung durch die Ab­setzung des Präsidenten Böttcher einen flagranten Bruch der Memelkonvention begangen hat.

verpflichtet die leitenden Staatsmänner, auf die Kräfte dieser schwarzrotgoldenen Front gestützt, der Rot der Zeit mit den Mitteln des sozialen. Volksstaates, wie ihn das Werk von Weimar vorfieht, zu begegnen und nach innen und außen dre deutsche Republik zu verwirklichen."

50 Millionen Reichsmark für Roistandsarbeii.

Berlin 12.Febr. (CNB.) Die Deutsche Gesell- chaft für öffentliche Arbeiten AG. wird für Not- ftanbsarbeiten im Baujahr 1932 vorläufig 30 Mil­lionen RM. bereitfteUen. Die Mittel hierfür stehen aus laufenden Einnahmen an Zins- u n d T ilgungsbeträgen aus früher gegebe­nen Darlehen zur Verfügung. Eine spätere'Er- meiteruna des Programms ist in Aussicht genommen. Zu dem genannten Betrage treten die Mittel, die von der A r b e i t s l o s e n v e r siche­rn ngsan st alt gegeben werden, so daß ins­gesamt zunächst rund 50 Millionen Mark für Notstandsarbeiten verfügbar sein wür- den. An greifbaren Arbeitsgelegenheiten sind Proiekte in ausreichendem Umfange vorhanden Es werden in erster Linie fortgeführt werden die Saidenbachtalfperre bei Chemnitz, der Rügendamm bte Elektrifizierung der Strecke AugsburgUlm- Stuttgart, die Staustufe der Rhein-Main-Donau- AG. bei Erlabrunn, die Neckarkanalisierung und die Ockertalsperre der Harzwasserwerke bei Osterode.

Die Arbeit des preiskommiffars.

Berlin, 13. Febr. (WTB.) Die Verhandlun­gen des Reichskommissars für Preisüberwachuna mrt dem Speditionsgewerbe haben zu fo» I genbem Ergebnis geführt: Die auf Grund der 1

Rotverordnung vom 8. Dezember 1931 um 10 Prozent gesenkten Tarife sind bei Rohstoffen, Kohle, Baumaterialien, Lebensmitteln um wei­tere 10 Prozent, bei Halbfabrikaten u m. weitere 5 Proz. zu senken. Sine weitere Senkung der Tarife wird nicht vorgenommen bei Fertig­fabrikaten und Genußmitteln. Die Prüfung der Düngemittel preise der Düngersyndkate hat ergaben, daß für die laufende Frühjahrssai­son eine Preissenkung nicht erfolgen kann.

Oie Fleischverbittigungsattion für Erwerbslose.

Erleichterung für die Landwirtschaft

Berlin, 13. Febr. (TU.) Die Mitte Dezember von der Reichsregierung eingeleitete Fleischverbil­ligungsaktion für Erwerbslose wirn in ihrer Be­deutung für die Landwirtschaft vielfach unterschätzt. Die Aktion führte zu einer nicht unbedeutenden Entlastung der V i e h m ä r k t e. Die praktische Auswirkung wurde allerdings durch einen Rück­gang unserer Viehausfuhr und starken Beschickung der Viehmärkte durch die Landwirte be­einträchtigt. Der Rückgang der Ausfuhr beruht auf einer neuen Abwehr Maßnahme seitens der Länder, die uns bisher große Mengen Viehes ab nahmen. Durch die Verbilligungsaktion wurden in bisher 9 Wochen 45 Millionen Pfund Frischfleisch um 30 Pf. gegenüber dem Tagespreis verbilligte. Dies entspricht einer Viehmenge von 225 000 Schweinen oder 45 000 Rindern. Diese Diehmenge wäre ohne die Fleischverbilligung nur schwer abzugeben gewesen, denn die Arbeits­losen hätten ihren Fleischverbrauch zweifellos stark eingeschränkt, wenn sie die üblichen Tagespreise für das Fleisch hätten bezahlen müssen.

Neuer Angriff auf die Wusung-Forts abgeschlagen.

Schanghai, 14. Febr. ($11.) Am Sonntag sind Truppenteile der 9. japanischen Division in der Stärke von 12 OOOOItann in Schang­hai gelandet. Die Truppen sind sehr gut aus­gerüstet und sehen sich aus verschiedenen Regi­mentern, darunter aus zwei in Tokio stationierten, zusammen. Der Truppentransport erfolgte im Hinblick auf die kommende Offensive gegen Wu- sung und Tschapei. Am (Sonntagabend) oder Montagmorgen ist die Ankunft von wei­teren 1 0 000 M an n japanischer Trup­pen angekündigt. Die Truppen werden zum größten Teil bei den Ausladeplätzen der Inter­nationalen Riederlassung an Land gesetzt wer­den.

Die Japaner unternahmen am Samstag bei schwerem Schnee sturm einen neuen Angriff auf d i e W u s u n g f o r t s, der sich bis in die Morgenstunden ausdehnte. Soweit sich aus den am Sonntag vorliegenden Berichten schließen läßt, ist der Angriff vollkommen fehl- geschlagen. Rach chinesischen Berichten haben die Japaner mindestens 2000 Mann an Toten und Gefangenen verloren. Der Angriff begann mit einem großen Bombardement der ja­panischen Schifssgeschüh-e.darauf wur­den mehrere Infanterie-Kompanien vorgeschickt, die den Wusungkanal mit Pontons überschreiten sollten, an dessen anderer Seite die chinesischen Stellungen sich befinden. Die Chinesen empfingen die übersehenden Japaner mit einem rasenden Maschinengewehrfeuer. Erst in den späten Abend­stunden gelang es etwa 1000 japanischen Sol­daten, den Kanal zu überqueren. In dem darauf folgenden Rahkampf zeigten sich jedoch die Chine- sen erneut überlegen.

Aus aller Welt.

Mißglücktes Altenlai auf einen Riviera-v-Zug.

Der V.Zug Ventimiglia Paris ist am Sonntag kurz vor 19 Uhr etwa 5 Kilometer vor der Einfahrt nach Marseille bei der Ortschaft La Pomme entgleist. An einer Ueberführung hörte man plötzlich eine Explosion. Die Lokomotive fuhr noch etwa 100 Meter weiter, während der Gepäckwagen und der Speisewagen sich ineinander­schoben. Die drei nächsten Schlafwagen sprangen aus dem Gleise und glitten die 6 bis 8 Meter tiefe Böschung hinunter. Trotz des ernsten Unfalls find nur einige Reisende unerheblich verletzt worden. Die Entgleisung des v-Zuges Ventimiglia Paris bei Marseille ist auf ein Attentat z u - rückzuführen. Die Untersuchung hat ergeben, daß der Zug in die Luft gesprengt werden sollte. Als der Zug die Unfallstelle passierte, ist ein Sprengstoffkörper explodiert. Verschiedene Augen­zeugen wollen gesehen haben, daß vor dem Unfall zwei verdächtige Personen sich an der Eisenbahn­strecke zu schaffen machten. Das Attentat wird von der Untersuchungsbehördc in Zusammenhang ge- bracht mit dem Anschlag, der am 9. Februar auf den Zug verübt wurde. Man vermutet, daß wieder dieselben Täter am Werke waren, die da­mals den Zugführer überfallen wollten, um sich der von ihm verwalteten, mehrere taufend Franken ent­haltenen Kasse zu bemächtigen.

(Ein Aula stürzt in die Elbe.

Ein aus der Richtung Herrenkrug kommender Magdeburger Wagen, der mit einer Person besetzt war, fuhr aus bisher ungeklärten Gründen auf den Perfonensteig, durchbrach das hölzerne Brückengeländer und stürzte in die alte Elbe. Der Wagen durchschlug teilweise die Eisdecke und blieb mit nach oben gekehrten Rädern im E is hängen. Die Feuerwehr barg den In­sassen, der schwere Verletzungen, anscheinend auch einen Schädelbruch erlitten hat, und sorgte für seine Ueberführung in das Krankenhaus. Mit feinem Ab­leben muß gerechnet werden. Der Wagen wurde bald gehoben.

Attentat auf einen Rechtsanwalt im Gerichtsfaal.

In Rostock hat sich bei einem Termin vor bem Arbeitsgericht im Ständehaus ein schweres Verbrechen ereignet. 2m Verlause einer Verhandlung zwischen dem Ingenieur Schwiedeps und dem Rechtsanwalt Dr. Moncke fielen von feiten des Schwiedep persönliche Beleidigungen. Die im Zuhörerraum anwesende FrauSchwie- deps gab auf Dr. Moncke aus einer Pistole plötzlich einen Schuh ab, der ihn am Racken traf. Die Verletzung soll jedoch nicht lebens­gefährlich fein.

Brandstiftung in einem Dorfe bei üoburg.

2n dem Dorfe Hntetrtoafungen brach an zwei verschiedenen Stellen zugleich Feuer aus, das zwei Wohnhäuser, vier Scheunen, vier Stallungen und mehrere Rebengebäude ein- äscherte. Zahlreiches Vieh ist in den Flammen umgekommen. Es liegt unzweifelhaft Brandstif­tung vor.

Aljechin und Jlohr

Sieger im internationalen Schachturnier.

Das soeben in London zu Ende gegangene In­ternationale Schachturnier wurde von dem Welt­meister Aljechin gewonnen. In der End­runde brachte er es gegen Sir John Thomas nur auf ein Remis. Der Tscheche Flohr wurde zweiter.

Die europäische Schönheitskönigin.

Aus den europäischen Schönheitsköniginnen, die gegenwärtig an der Edte d' Azur wellen, wurde in NizzaM l ß Europa" gewählt. Den Sieg trug M i ß Dänemark^ davon. Es handell sich um die 19jährige Aase (Haufen.

Robile Luftschifskonstrukleur für die UdSSR.

General Nobile hat mit Zustimmung Mussolinis in Moskau einen Vertrag für vier Jahre mit der russischen L u f t f a h r t b e h ö r d e abgeschlos­sen. Nobile wird im April seinen Wohnsitz von Rom nach Moskau verlegen. Er hat sich verpflichtet, im Sommer d.I. an der arktischen Expedi­tion nach Nikolaus-II.-Land (jetzt Nordland ge­nannt) teilzunehmen, die zur Zeit von dem arkti­schen Institut in Leningrad vorbereitet wird.

(Eine romantische Liebesgeschichte.

Prinz ßennart, der 22jährige Enkel des Königs Gustav von Schweden, teilte aus dem Stockholmer Königspalast Londoner Blättern telephonisch mit, daß er demnächst auf einem Londoner Standesarn t die Ehe mit Karin Rißwandt, der Tochter eines Stock­holmer Kaufmannes, eingehen werde.Wir kom­men nach London, um zu heiraten", sagte er,

»nichts kann mich daran hindern, auch nicht der Widerspruch meines Großvaters, des Königs. Karin und ich lieben einander zu sehr, um uns durch irgend etwas von unserem Vorsatz abbringen zu lassen. Wir verliebten uns fast sieben Jahre ist es her auf den ersten Blick. Seitdem sind wir unzertrennlich. Rach der Hochzeit gehen wir auf mein Schloß Mainau im Bodensee. Wenn ich Schweden übernächste Woche verlasse, kehre ich meinem Vaterland für immer den Mücken."

Zelluloid-Explosion in Altona.

Eine schwere Explosion aus bisher iwch nicht geklärter Ursache ereignete sich in einem Laden­geschäft für Kunstgeaenstände aus Zellulvid- maffe. Einer dieser Zelluloidgegenstände dürste in Brand geraten sein und die Flammen müssen sogleich auf dem ganzen ßagerbeftanb übergegriffen haben. Die Schaufenster­scheibe wurde auf die gegenüberliegende Straßen-, feite geschleudert. Der Besitzer und ein Ange­stellter des Ladens erlitten erhebliche Verlet­zungen. Während der Arbeit der Feuerwehr brach die durch die Explosion erschütterte Kel­le r d e ck e ein, so daß zwei Feuerwehrleute ver- sch ü 11 e t wurden. Beide wurden geborgen, doch ist einer von ihnen schwer verletzt.

Die Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Weiter südwärts über Deutschland ist milde Luft vorgedrungen und verursachte Frostrück­gang. Dementsprechend ändert sich auch das Tem­peraturbild und stuft sich ab. In Rorddeutschland liegen die Werte schon etwas über Rull, und in Mitteldeutschland herrscht Frost bis zu 5 bis 6 Grad, der im südlichen Teil des Reiches weiter bis zu 15 Grad zunimmt. Durch den hohen Druck über den britischen Inseln, der sich weiter ge­kräftigt hat, wird ozeanische Lust nach dem Fest­land gebracht, die sowohl durch ihre höhere Tem­peratur, als auch durch ihre Bewölkung den Rachtfrost weiter obschwächt unb tagsüber die Werte über Rull ansteigen läßt.

Aussichten für Dienstag: Milderung und nur leichter Nachtfrost, dunstig ober wolkig mit Aufheiterung, vereinzelt etwas Niederschlag.

Aussichten für Mittwoch: Nachts leichter Strahlungsfrost, meist trocken, weiterhin dunstig oder wolkig mit Aufheiterung.

Lufttemperaturen am 14. Febr.: mittags 1,7 Grad Celsius, abends minus 2,1 Grad: am 15. Februar: morgens4,4 Grad. Maximum 2,7 Grad, Minimum8 Grad. Erd temperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 14. Febr.: abends1,4 Grad, am 15. Febr.. morgens2,2 Grad Cel­sius. Sonnenscheindauer 2 Stunden.

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