Nr. 3 8 Erster Via«
IHoniag, 15. Zebruar 1932
182. Jahrgang
Drurf vnb Verlag: vrühl'sche U«iverßlül^v»ch- und Stetnöniderci R. Lang« in Rieften. Schnftieitnng und Seschästritelle: $*nntra*ie 7.
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des Vertrauen- und der Liebe vollzogen wird. Ein ähnlich lautendes Telegramm haben die Professoren
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und Dozenten der Universität HaIle Wit - t e n b c r g an den Reichspräsidenten gerichtet. Keine soziaidemolealische Zähikandidatnr.
‘Berlin. 14. ^ebt. (LAB.) Der ..Vorwärts" schreibt zur Reichspräsidcntcnwahl: Die Sozialdemokratie wird nicht den kommunistischen Unsinn mit 2 multiplizieren: Die wird sich nicht ohne sorgfältige Prüfung der Risiken zu einer sozialdemokratischen Kandidatur entschlichen. Für eine bloße Zählkandidatur ist sie sich zu gut. Die Sozialdemokratie kann keinen Kandidaten aufstellen. ohne wirklich um den Tieg zu kämpsen. Die Lozialdemokratie muh im Interesse der Arbeiterklasse alles tun, um wenigstens dem Faschismus den Tieg zu entreißen. Mit anderen IDortcn: sie muß auf einen eigenen Äan- didatcnvcrz ichten. wenn sie einen anderen sieht, durch dessen AufsteUen ein Keil in die Reihen der Gegner getrieben und eine Riederlage der Harzbarger Front herdeigesührt werden kann.
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Hindenburgs jenseits aller Parteig zen als ein großer einmütiger Akt des Dl
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politischen Erörterung. Wir bitten den Herrn Reichspräsidenten, sich in diesem Jahre schwerster Entscheidungen erneut ohne Rück- sicht aus Parteien und Gruppen dem deutschen Volk als unabhängigen Treuhänder zur Verfügung zu stellen.
Oie Hochschulen Braunschweig und Halle-Wittenberg für die Wiederwahl Hindenburgs.
Berlin. 13. Febr. (WTB.) Der Rektor der Technischen Hochschule Braunschweig hat dem Reichspräsidenten eine vom gesamten Lehrkörper unterzeichnete Entschlie hung überreicht, die im Anschluß an den Aufruf der Marburger Hochschullehrer gefaßt worden ist. und in der gefordert wird, daß die Lolkswahl
worden Das Staatsministerium wird gefragt, ob es die Einleitung des Disziplinarverfahren« veranlassen und H bis zur Entscheidung Disziplinargerichts von jeder unterrichtlichen
Berlin. 14. Febr. tWTB.) Reichskanzler Dr. Brüning hat der National Broadcasting Company folgendes Interview für den amerikanischen Rundfunk gegeben:
Auf die Frage, in welchem Umfang Deutschland a b g e r üst e t ist, erwiderte der Reichskanzler.
Deutschland hat die durchgreifenden und sehr inS einzelne gehenden Bestimmungen des Teiles V deS Versailler Vertrages über seine Entwaffnung durchgeführt; seine Armee ist aus 1 00 000 Mann beschränkt, die entschei- dendsten Waffen moderner Kriegführung, die andere Staaten als selbstverständlichen Teil ihrer Rüstungen betrachten, wie schwere Artillerie, Tanks und jede militärische Luftrüstung sind Deutschland verboten. Alle Befestigungen an der deutschen West- grenze sind zerstört. Jegliche Mobilmachungsvorbereitungen militärischer oder sonstiger Art sind Deutschland verboten. Die Bewaffnung seines HeereS ist ihm bis ins einzelne vorgeschrieben. Die Auslieferung und Zerstörung des vor und während des Weltkrieges entstandenen Mate rialS an Flugzeugen, Geschützen, Maschinengewehren, Handfeuerwaffen usw. ist in Zehn - tausenden von Kontrollbesuchen in allen Teilen deS Landes auch auf« schärfste durchgeführt worden. Deutschland ist entwaffnet. darüber kann gar kein Zweifel bestehen. Wenn hin und wieder in der Presse gegenteilige Meldungen austauchen, so kommen sie von interessierter Seite, u. a. von der Rüstungsindustrie des Auslandes, die mit Meldungen über angebliche deutsche Geheimrüstungen Stimmung gegen d i e Durchführung der allgemeinen Abrüstung zu machen sucht.
wie die Dinge heute liegen, verholten sich die militärischen strafte beispielsweise Deutschlands und Frankreichs für den Kriegsfall etwa wie 1:50. von einer militärifchen Sicherheit Deutschlands gegenüber anderen Staaten kann heute keine Rebe mehr sein. Die militärischen sträsle Deutschlands bilden nicht einmal mehr einen ausreichenden Grenzschutz gegen den Angriff eines ober mehrerer feiner hochgerüsteten Nachbarn. Deutsch- lanbs Wehrlosigkeit ist besonders offenbar im Luftraum. Zu feiner Verteidigung besitzt Deutschland überhaupt kein Mittel. Nicht nur die Jlugroaffe ist ihm verboten, sondern auch jegliche Flugabwehr von der Erde aus. 3m striegssalle wurden die Städte Deutschlands ohne jeden Schuh den Gas-, Branb- und Lxplafivbomben der gegnerischen Jlugieugc ausgesetzt fein. Sie werden mir zugeben. baß bas eine unhaltbare Situation ist. bie bas deutsche Volk mit größter Besorgnis hinsichtlich feiner Sicherheit erfüllen muß. Die Jorberung auf gleiche Sicherheit mit den anderen Völkern ist deshalb eine ganz selb st verständliche Folgerung aus den tatsächlich bestehenden verhüt tnisien.
Zu der Frage, was Deutschland genau unter dem Worte .Gleichheit" bei keinen Forderungen auf Abrüstung verstehe, führte Dr. Brüning auS:
Wenn wir auf der Abrüstungskonferenz den Anspruch auf Gleichberechtigung und gleiche Sicherheit erheben, so verstehen wir darunter, daß der Zustand einseitiger deutscher Entwaffnung und damit deutscher Unsicherheit aufhören soll. Wenn mir einem einzelnen Lande eine so
Deutschlands Forderungen an die Abrüstungskonferenz.
Eine ^undfunkanfprache des Reichskanzlers Dr. Brüning an das amerikanische Volk.
Kreuzer „Leipzig" in ostpreußischen Gewässern.
Königsberg, 13. Febr. (ERB.) Die Reich»- marinedienstftelle Königsberg teilt mit, daß der Kreuzer .Leipzig" am 14. Februar vormittags i n Pi11 au eintrifft, um. wie alle Neubauten bet Reichsmarine vor Reukrug Meilensahrten und Erprobungen zu machen. Während der Aufenthalts in ostpreußischen Gewässern wird das Schiff auf der Reede von Pillau an fern und Samstag und Srnntag, wenn btc E sverhältnikse es gestatten, in den Hafen von Pillau einlaufcn.
GichenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
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Dr. Friede. Wich. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wich. Lange: für Feuilleton Dr H.Tdynot; für den übrigen leil Ernst Blumschein unb für den Anzeigenteil ‘Dlaf Filter, sämtlich in Gießen.
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Als„Iugenderzieher" geduldet
(iin Beitrag zur Uulturpolitik in Preußen.
Berlin, 13. Febr. iTU.) 3n einer großen Anfrage macht die Fraktion der Deutschen Dolkspartei im Preußischen Landtag darauf aufmerksam, daß der Studienassessor Herbert in Kassel in der Zeitschrift .Das andere Deutschland" Artikel veröffentlicht, die die im K r i t qc gefa (lenen Soldaten und Heerführer aus das S ch 11 m m ft e beschimpfen. So heiße es, wie in der Anfrage ausgeführt wird, in einem Artikel, für den Herbert verantwortlich «zeichnet, u. a : -Das Sterben besorgt der Mann Dorrn Feind". »Die Schlacht» hofdnektorcn mit der Schlächtermütze «Stahl- helm,. unb dem Schlächtermcsser <Degens pslegen hoch in die Jahre zu kommen. 3d) belege Hindendurg ist geboren am 3. Oktober 1847." Weiter werben Hindenburg unb anderen Heer- sührern der Vorwurf gemacht, baß sie sich bem Helbcnt ob entzogen hätten, im hohen Akter aber ganze Staaten regieren und von Parade zu Parade zu ziehen vermöchten. Trotzdem bleibt dieser Zugenderzieher im Amt und der Oberpräsident von Hellen-Rassau habe es bisher nicht für notwendig gehalten, das Disziplinarverfahren gegen ihn zu zu eröffnen. H. sei lediglich von Kassel nach Frankfurt a. M. .strafversetzt"
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Hindenburgs Entscheidung.
Oer Feldmarschall stellt sich für die Wiederwahl zum Reichspräsidenten zur Verfügung.
R i ch t k o m b a 1 t a n t e n ist unb eine inhumane Verrohung der Kampfmittel bedeutet, müssen in weitgehendem Maße zurückgedrängt dzw. beseitigt werden. Diese gesährltchen und kostspieligen Waffen dem Völkerbund zur Verfügung zu stellen, scheint mir weder praktisch rich - t i a, noch den idealen Friedensrielen des 'Völkerbundes zu entsprechen. Ob die Waffen den einzelnen Staaten oder formell oder tatsächlich bem Völkerbund gehören, ist für das Rüstungs- Niveau unb für die Last der Steuerzahler so ziemlich dasselbe.
In seiner letzten Frage kam der Fragesteller auf die innerpolitischen Streitigkei- ten unb die damit verbundenen Schwierigkeiten für Kapitalanlagen in Deutschland zu sprechen. Er fragte: Welches sind die Aussichten für politisch unb wirtschaftlich stabile Verhältnisse in Deutschland?
Auch auf diese Frage, erklärte Dr. Brüning, will ich Ihnen mit voller Offenheit antworten.
Die innrrpolilifdxn Kämpfe in Deutschland sind in ihren äußeren Formen zwar fehr scharf. Dir fr Schärfe darf aber nicht übersehen taffen, baß trotz vielem Irrnnmben auch u n b e fl teilbare Gemeinsamkeiten bestehen. 3n ben beiden entscheidenden außenpolitischen Fragen der Gegenwart, der Abrüstungsfragr und der Reparalionsfrage, herrschen im deutschen Volk einheitliche Auffassungen. Die Forderung brr Gleichberechtigung unb der gleichen Sicherheit wird vom ganzen deutschen Volke geteilt. Jede deutsche Regierung wird diese Forderungen vertreten müssen. Daß der Streit bet Parteien über bie Wege, bie unsere Politik zu gehen hat, heute in Deutschland vielleicht schär fee ist als in manchen anderen Ländern, ist eine Folge der schweren Rat, die aus Deutschland laste« unb bie Volkspsyche aufs tiefste aufwühlt. Diese seelische Depression unb bie sich aus ihr ergebenden Wirkungen werden in dem Augenblick verschwunden fein, wenn die verantwortlichen Staatsmänner in der Abrüstungsfrage und in den Fragen der Wirtschaftskrise zu schnellen undganzen Entschlüssen kommen. Diesem Wunsch habe ich auf der Tribüne des Völkerbundes Ausdruck gegeben, und diesen Wunsch will ich hier wiederholen, wo ich die Ehre habe, zu dem mächtigen und für große Ideen stets aufnahme- bereiten a m e titanischen Volke zu sprechen.
Dienst und Pflichterfüllung.
„Fm Bcwußtfcin meiner Verantwortung für das Lch itsat unseres Vaterlandes." Berlin. 15. Febr. (WTB. Drahtmeldung.) Der Reichspräsident gibt auf die in den letzten lagen gerichteten Aufforderungen und Anfragen öffentlich folgende Antwort: Rach ernster Prüfung habe ich mich im Bewußtsein meiner Verantwortung für das Schicksal unseres Vaterlandes Entschlossen, mich für eine evtl. Wiederwahl zur Verfügung zu st eilen. Der Umstand, daß die Aufforderung hierzu an mich nicht von einer Partei, sondern aus breiten Volksschichten ergangen ist, läßt mich in meiner Betellerflärunq eine Pflicht erblicken. Sollte ich gewählt werden, fo werde ich a u ch w e i - lerhin mit al l c n Kräften dem Daler- lanbe treu und gewissenhaft dienen, um ihm nach außen h i n Freiheit und Gleichberechtigung unb nach innen zu Einigung unb A u f st i e g z u verhelfen, werde ich nicht gewählt, so bleibt mir wenigstens der Vorwurf erspart, meinen Posten in schwerer Zeil eigenmächtig verlassen zu haben. Für mich gibt es nur ein wahrhaft nationales Ziel: „Zusammenschluß des Volkes in feinem Existenzkampf, volle Hingabe jedes Deutschen in dem harten Ringen um die Erhaltung der Ration."
AmH3.Märzprasidentenwahl
Ter Fnnenmtuistcr ersucht um den Beschluß des Reichstags.
Berlin, 13. Febr. (WTB.) Der Reichsminister des Innern hat den Reichslagspräsidenlcn gebeten, einen Beschluß des Reichstags über den Wahltag für die Reichspräfidenten- wahI herbeizuführen. Als Wahltag hat er namens der Reichsregierung Sonntag, den 13. März, für einen etwa erforderlich werdenden zweiten Wahlgang Sonntag, den 10. April, oor- gefchtagen. Der Reichsminister des Innern hat die Landesregierungen dahin ocrffänbigl, daß er dem Reichstag als Wahltag für die Reichspräsi- dentenwahl Sonntag, den 13. März, vorgeschlagen Hal. In- der Voraussetzung, daß der Reichstag diesem Vorschlag entsprechend beschließen wird, hat der Reichsinnenminisler die Landesregierungen gebeten. die Gemeindebehörden anzuweisen, mit bet Anlegung der Stimmliften unb Nachprüfung der Stimmlarteien sofort z u beginnen.
Oie Deutsche Volkspartei für Hindenburg.
Berlin, 13. Febr. (VDZ.) Die Reichstagssrak- tion der DVP. hat in ihrer Sitzung am Samstag folgende Entschließung gefaßt: Die Deutsche Volks' Partei setzt sich mit aller ftraft für die Wahl Hindenburgs zum 'Reichs Präsidenten ein. Der Teneralfeldmarschall v. Hinden bürg, sein Name und seine Persönlichkeit sind d i e ft ä r f ft c Bürgschaft zu r Sicherung des inneren Friedens und der erfolgreichen Durchführung der nationalen Freiheitsziele des Vaterland es. Ange sichts her vedaucrlichen Entwicklung, die die ftanbi batur Hindenburgs in der öffentlichen Erörterung genommen hat, richtet die DVP. an alle oerant wörtlichen politischen Persönlichkeiten die Aufforderung, unter Verzicht auf macht- und parteipolitische Ansprüche die Wahl Hindenburgs zu einer Gcmeinschaftssache des deutschen Volkes zu machen.
Der Stahlhelm bedingt für Hindenburg.
Girl tbarc Garantie für einen Kurswechsel verlangt.
Berlin, 15.Febr. (TU. Drahtmeldung.s Am Sonntag waren bie verbanbsführer des Stahlhelm in Berlin zur Besprechung der Frage der Reichspräsidentenwahl versammelt. Die Aussprache ergab In voller Einmütigkeit, daß der gesamte Stahlhelm wie im Iahte 1925 zum Einsatz f ü t den Genetalseldmat- schall von Hindenburg bereit stehe, wenn eine ausreichende, sichtbare Garantie für einen Kurswechsel geschahen werde.
Oie DollSkonservative Vereinigung an den Reichspräsidenten.
Berlin. 14. Febr. (6003.) Die aus dem Reich in Berlin versammelten Vertreter der Dolkskonservativcn Vereinigung haben an den Reichspräsidenten ein Teleg ra mm gerichtet. in dem cs heißt: Die geschichtliche Pcrion- lichkeit des Generalfeldmarschalls von Hindenburg steht für uns außerhalb jeder partei-
weitgehende Abrüstung auserlegt wird, wie die. die Deutschland vollzogen hat. so wird dies Land in einen Zu st and entehrender Disqualifizierung verletzt. Dos deutsche Volk, besonders die deutsche Jugend, fühlt diesen Zustand der Disqualisizierung sehr tief, und ein Teil der politischen Unruhe in Deutschland hat in ihr ihren Ursprung
Das deutsche Volk unb insbefonbere bie beutsche Jugenb versieht es nicht, baß in Deutschland vieles von dem. was in den Deutschland umgebenden Ländern heute noch als h ö.ch st e Erfüllung nationaler pflicht angesehen wird, bem beutfchen Volk verboten ist. Dieses Messen mit zweierlei Maß wirb in Deutschlanb als empörenb, als höchst ungerecht empfunben. Es gibt gegen diese Empfindung schlechterdings nur ein Mittel: die Aufhebung der Disqualifizierung, in die Deutschland durch seine einseitige Entwaffnung versetzt worden ist. Das meinen wir. wenn wir von Gleichberechtigung sprechen.
Wir wollen diese Gleichberechtigung aber nicht dadurch erreichen, daß wir dem Rüstungswettlauf anderer Staaten folgen, sondern dadurH, daß die Rüstungsbeschränkungen, die wir auf uns genommen haben, auch bei ihnen sinngemäß zur Anwendung kommen Wir glauben, daß der Friede und der Fortschritt in der Welt am besten durch allgemeine Abrüstung, etwa auf unseren Stand, gesichert werden können. Die Vereinigten Staaten, die trotz der Größe ihres Territoriums und der hohen Ziffer ihrer Bevölkerung ein rclatio kleines Landheer besitzen, geben nach dieser Richtung anderen Staaten ein eindrucksvolles Beispiel. Wenn man die durch die einseitige deutsche Entwaffnung herbeigeführte Diskriminierung Deutschlands aufrecht erhalten wollte, würde man die Frage seiner Gleichberechtigung im Völkerbund ausrollen. Wir könnten kein Olbrüstungsabkommen unterschreiben, das dem Anspruch auf Gleichberechtigung auch hinsichtlich der Methoden der Rüstungsbeschränkung nicht Rechnung tragen würde. Wir haben keineswegs die Absicht, durch übertriebene Forderungen einen positiven Ausgang der Konferenz in Frage zu stellen. Eines muß ich aber noch einmal mit aller Deutlichkeit sest- ftellcn:
Wir wollen bie Gleichberechtigung Deutfchlanbs unb bie Beseitigung seiner Disqualifizierung baburd), baß bie anderen grundsätzlich d i e gleichen Verpflichtungen übernehmen wie sie auf uns ruhen, d. b. durch einschneidende Abrüstungsmaßnahmen der noch nicht abgerüsteten Staaten.
Aus die weitere Frage, wie sich Deutschland zur Frage der Internationalisierung der Rüstungen stelle, erklärte der Reichskanzler:
Ich weiß nicht, wie ich dazu überhaupt Stellung nehmen soll, so lange nicht die grundlegende Vorfrage, die wesentliche Verminderung des allgemeinen Rüftungsniveaus und die Beseitigung der heute bestehenden Llngleichhclt gesichert ist. Das Ziel der Ab- rüftungskonferenz ist die Herabsetzung der Rüstungen. nicht deren Internationolisieruntz. die an sich ja keine Verminderung bedeuten wurde. Die hochgerüsteten Staaten haben zunächst die Aufgabe und Pflicht, ihre Rüstungen einschneidend zu nerminbern. Die Angriff swatf en, besonders die ßufttoaffen, deren fortschreitende Destruk- titrierung eineungeheureGefahrsärdie
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