Das Reichskabineti berät über den Butterzoll.
Neue Maßnahmen zur Sicherung der Ernte.
Berlin, 14. Jan. (TU. Funspruch.) Wie wir erfahren, ist die nächste Sitzung des Reichskabinetts auf Freitag 16 Uhr nngesetzt. Neben den laufenden politischen Fragen, zu denen in erster Linie die Reichspräsidentenwahl und die internationalen Konferenzen gehören dürften, stehen vor allem landwirtschaftliche Fragen auf der Tagesordnung. Der Hauptpunkt ist, wie die „Landwirtschaftliche Wochenschau" mitteilt, eine Vorlage des Reichsernährungsministers auf Erhöhung des Butter Zolles. Bei Einführung des Zolles von 25 Mark je Zentner wurde seinerzeit ein Butterpreis von über 140 Mark als angemessen im Verhältnis zu den Erzeugungskosten angesehen, während der heutige Butterpreis von 97 Mark ohne Zollerhöhung noch weiter sinkende Tendenz hat, weil sich die Währungsentwicklungen und die verstärkten lieber schußzufuhren aus lieberfee noch nicht voll ausgewirkt haben und zudem im Frühjahr die saisonmäßig übliche „Milchschwemme" bevorsteht. Ein Ausgleich gegenüber dieser Entwicklung wäre etwa bei einem Zoll von 75 Mark je Zentner zu erwarten. Auch dabei wäre dafür Vorsorge zu treffen, daß bei weiterer Währungsentwertung im Ausland neue Dumpingeinfuhren selbst- tätig abgewendet werden können. Im vollen Umfange wird sich die Butterzollerhöhung wegen des an Finnland zugestandenen und im Wege der Meistbegünstigung auch anderen Einfuhrländern zugute- kommenden Kontingents von 5000 Tonnen ohnehin nicht auswirken können.
Ob auch in der gleichen Kabinettssitzung die 91 eure g e ( u ng des Düngemittelbezuges für bie Landwirtschaft erledigt werden kann, steht nach der gleichen Quelle noch nicht fest. Es handelt sich um Düngemittel im Werte von 300 Millionen Mark, widrigenfalls mit einem Ernterückgang bis zu einem Drittel zu rechnen wäre. Das gleiche gilt für die Saatgut v.ersorgung der Landwirtschaft, wenn es sich hier auch um erheblich geringere Beträge handelt. Zur Erwägung stehen bisher unter Gegenseitiger Ergänzung zwei Wege: Die Bereitstellung einer A u s f a l l b ü r g s ch a f t für einen Teil der unter öffentlicher Kontrolle jetzt noch zu liefernden und in den Boden zu bringenden Düngemittel und die Vorberechtigung der neu entstehenden D ü n g e r k r e d i t e im gleichen Verhältnis wie die der Steuerschulden. ss
Das Landvolk und Brüning.
Berlin, 14. Ian. (END.) Aus einer Der- Tamnrlung der Landvolkpartei in Peine sprach ter Reichsparteiführer des Deutschen Landvolkes (Chr.-Rat. Bauern- und Landvolkpartei) von Hauenschild-Tscheidt und nahm dabei Stellung zu den politischen Tagesfragen. Er er. klarte u. a.: Eine Einigung der Parteien auf Hindenburg wäre im Augenblick des Beginns ter Tributkonferenz eine starke Stützung der deutschen Außenpolitik auf der Konferenz in Lausanne gewesen. 3m augenblicklichen Zeitpunkt den Reichstag e i n z u b e r u f e n, nachdem es nicht gelungen war die Parteien auf eine einheitliche Linie in bezug sowohl auf die Reichspräsidentenwahl toK in bezug auf die außenpolitischen Verhandlungen zu bringen, mußte das deutsche Landvolk aus nationalem Verantwortungsgefühl ableh. nen. Der Reichskanzler hat sein Rein ge- genuber jeder weiteren Tributzahlung unmih. verständlich ausgesprochen. Seit zwei Jahren hat ter Kanzler die schweren Kampfe um die Tribut la st en geführt und dürfte sich der Tragweite dieser ausgefpro. chenen Willensäußerung zweiseNos voll bewußt sein.
Zu den aararpolitischen Fragen äußerte sich der Parteiführer insbesondere bezüglich der Fra- gen der Veredelung swi rtschast. Er betonte, daß der Schutz der bäuerlichen Verede- lungswirtschäft mit großer Beschleuni. gung und in ausreichendem Maße vorwartsgetrieben werden müßte. Er be- grüßte es, daß die Grüne Front und ter Deutsche Landwirtschaftsrat die seit langem gestellten For. derungen des deutschen Landvolkes mit Energie erneut aufgegriffen haben.
Der Abbau der pädagogischen Akademien in Preußen.
\ ® nr’Lr1!' 14. San. (TU.) In einer Erklärung des Amtlichen Preußischen Pressedienstes zu der Stillegung von neun evangelischen °..u u g o g i s ch e n Akademien wird u. a. aus- geführt daß eine zahlenmäßige Benachteiligung des evangelischen Volksteiles nicht vorliege. Von den ziraöemien, die erhalten bleiben, seien drei evange- sio- katholisch, die sechste simultan, „d. h. in Wirklichkeit zum mindestens 75 v. H. evangelisch" Die Simultanakademie werde von der evange- V chen Bevölkerung im simultanen Lande Heßen-Nassau voll anerkannt, während die k a t h o l i s ch e K i r ch e sie grundsätzlich a b l e h n e. Ferner wird unter Hinweis auf die geographische tage die Notwendigkeit, die beiden katholischen Akademien in Bonn und Beuthen zu erhalten, hervorgehoben. *
Hierzu wird aus maßgebenden evangelischen Streb &fTt9e!n ?•< a,a$'enöe Erbitterung des evan- gel.schen Volksteiles richte sich nicht gegen das Fortbestehen der beiden katholischen ^kadem.en, als vielmehr gegen das Miß- r-t-rr ° tn 5' ^2 darin bestehe, daß infolge der Stillegung von neun evangelischen Akademien nur noch die Hälfte aller Lehr erb il- fnnMfin?S 11 ont evangelisch sind, was der SS?" Zusammensetzung der Bevölkerung in keiner Weise entspreche. Der Versuch, die Simul-
0 r° dem, e in Frankfurt dem evange- gutzuschreiben, müsse an dem klaren ?°?estand scheitern: Von den in Frankfurt im ^QOre 1931 neu aufgenommenen Studierenden sei aft ein Drittel (32,5 v. H.) nicht evange- l i s ch gewesen. Die 173 Studierenden des sechsten Sommersemesters sttzten sich zusammen aus 122 k26 Facholiken, 19 Juden und sechs ^r katholischen Bewerber gegenüber dem Jahre 1930 von 35 auf 81 "höht- Die Anerkennung" der Frankfurter Akademie durch die evangelische Bevölkerung in Nassau habe chren Grund ganz wesentlich in'der geographischen Lage. Eine irgendwie aleick- wertige Bildungsstätte für Lehrer an eoange- liftjen Schulen fei die Frankfurter Akademie nicht und der Vorwurf eines imparitätifchen Verfahrens muffe m vollem Umfange aufrecherhalten bleiben
Oie Nationalsozialisten sehen den Kamps gegen Brüning fort.
Eine neue Rede Fricks.
Wo bleibt die Rücksicht auf Deutschlands außenpolitische Znie»essen?
Lindau, 14.3an. (Täl.) 3n einer national- sozialistischen Massenversammlung in Lindau am Bodensee sprach gestern abend der frühere thüringische Innenminister Dr. Frick. Er verglich die Erklärung Brünings zur Tri- b u t f r a g e und deren vorauszusehendes Ergeb- nis in Lausanne mit dem Schicksal der deutsch-österreichischen Zollunion unter Curtius und folgerte, daß Brüning aus Lausanne nur eine Riederlage mit nachHause bringenwerde. Wenn die Regierung bann noch nicht zurücktrete, sei die Reichspräsidentenwahl der äußerste Zeitpunkt für den Sturz Brünings, denn die Rationalsozialisten seien nicht geneigt, die Zentrumsdiktatur Brünings auch nur einen Tag länger zu ertragen als es unbedingt notwendig sei. Als stärkste Partei Deutschlands hätten sie den A n s p r u ch daraus, daß d e r R e i ch s - Präsident aus i h r e n R e i h e n g e w ä h l t werde. Alles das gelte aber nur unter der Voraussetzung, daß Brüning' noch weiter am Ruder bleiben wolle. Etwas anderes sei es, wenn sich diese Sachlage ändere, denn dann könnten die Rationalsozialisten ruhig abwarten. Wenn durch die Aktion Brünings die Würde und das Ansehen des Reichspräsidenten geschädigt worden seien, so hätten nicht die nationale Opposition, sondern die Gegenspieler die Schuld daran. •
Am. lich wird hierzu erklärt:
Dr. Frick hat in einer Rede in Lindau erklärt, der Reichskanzler werde in der Tributfrage in Lausanne voraussichlich das gleiche Schicksal erleiden, das Reichsaußenminister Lurtius seinerzeit in der Zollunions- frage erlitten habe. An zuständiger Reichsstelle
Der Stahlhelm und Hindenburg.
Berlin, 15. San. (ERB.) „Der Stahlhelm", das Organ des Bundes der Frontsoldaten, schreibt über die Wahl Hindenburgs:
„Selbstverständliche Voraussetzung wäre nach unserer Ansicht, außer der Zustimmung des Generalfeldmarschalls, die Ausschaltung jeglicher Parteipolitik, gleichgültig welcher Richtung, und die Durchführung des Wahlaktes in einer Form, die ter menschlichen und historischen Würde Hindenburgs entspricht. Dazu wäre nötig:
1. Die sehr rasche Vornahme der Wahl, da ja keinerlei Agitation voranzugehen braucht.
2. Die Zurückstellung jeder anderen Kandidatur, so daß der Charakter der übrigen Wahlkämpfe vermieden wird und die Volksabstimmung den Stempel einer K ü r u n g erhält.
3. Ob eine Schilderhebung des Generalfeldmar- schaUs praktisch möglich ist, und wie sie im einzelnen durchzuführen wäre, darüber ist i m Augenblick Schweigen besser alsRe- den. Es ist in der letzten Zeit mehr geredet worden, als dem deutschen Volke dienlich ist.
Der Stahlhelm wird sich in seinen Entschließungen auch künftig leiten lassen von dem Bestreben, ter historischen Würde des großen Soldaten Hindenburg gerecht zu werden, und von seinem Hochziel: Dem Wohle der Ration!"
Ein Aufruf der Deutschen Gtaatspartei.
Berlin, 14. 3an. (TU.) Die Deutsche Staatspartei erläßt einen Aufruf, in dem es heißt: Auf einen Winter größter Rot werden Wahlen folgen mit n i e dagewesener Entfesselung der politischen Leidenschaften. Unser Volk weih nicht mehr zu unterscheiden zwischen hohler Phrase und ehrlichem Wollen, zwischen Gaukelei und wirklichem Können, zwischen Auspeitschung der Leidenschaften und wahrer Begeisterung ub Treue. Eine Partei, die jahrelang Zwietracht genährt hat, darf sich als_ Träger jugendlichen Idealismus bezeichnen. Während ihr Führer seinen Anhängern Ab- schüttelung der Schuldverpflichtungen verspricht, versichert er den ausländischen Geldgebern, daß es gar nicht so gemeint sei. Aber der eigenen Regierung, die zur Rettung der Ration ihr Aeuher- stes tut, wird jede denkbare Schwierigkeit bereitet. Das alles geschieht vor dem Bürgertum, dessen noch nicht radikalisierte Rechte in zwölf politische Gruvpen gespalten sind und Gefahr laufen, ausgeschaltet zu werten. Dagegen rufen wir in letzter Stunde zu wahrer Einmütigkeit auf dem Boden echter Volksgemeinschaft auf.
Es gibt fein „System", das abgewirtschaftet hat, kein „System", das Ausstieg bringen kann, sondern auf die Menschen kommt es an, die immer wieder versagen werden, solange sie in politischen Leidenschaften ihr Heil suchen. Es gibt kein Zaubermittel, das schlagartig unsere Lage verbessern kann. Es gibt nur Aushar - ren und unermüdliches Mitarbeiten. Schon ist ein großer Teil ter Welt bereit, unsere Forderungen nach Beendigung ter Reparationen nach gleichen Rechten in Fragen der Sicherheit zu erfüllen. Wir rufen dieses, unser großes deutsches Volk auf, nicht im letzten Augenblick d i e Rerven zu verlieren und hineinzustürmen in den sicheren Untergang, sondern sich zusammenzufinden in einer breiten Bürgerfront gegen die Verzweiflung des Ra- dikalismus im Kampf für wahres Deutschtum.
Wachsende Last
ber Wohlfahriserwerbslosen.
_ Berlin, 15.Jan. (WTB. Funkspruch.) Wie der Deutsche Städtetag mitteilt, wurden Ende Dezember in der öffentlichen (Bernet nbefürorge insgesamt runb 1650000 Erwerbslose betreut. Im vergangnen Jahre haben sich die Wohlfahrtserwerbslosen nahezu ve r d o p p e (t. Unter Zugrundelegung bes gegenwärtigen Standes beträgt bie finanzielle Belastung der gemeindlichen Fürsorge
wirb hierzu unter Hinweis auf bas bekannte Interview bes Reichskanzlers erklärt, baß biefe Aeuhe- rung Fricks auf bas allerschärf sie zurück- gewiesen werben müsse. Es gehe nicht an, daß ein Führer einer großen Partei auf diese weise dem Auslände bas Stichwortgebe.essei mit einem Umfall ber Reichsregierung zu rechnen.
Bedenkliche Taktik.
Rosenberg bezweifelt des Kanzlers '-öerhandluns sfährgkelt.
München, 14. Ian. (TU.) Im „Völkischen Beobachter" schreibt der nationalsozialistische Außenpolitiker Rosenberg in einem Artikel unter der Ueberschrift „Brüning unmöglich" u. a.: Man stelle sich vor, daß Dr. Brüning noch vor wenigen Wochen ganz offiziell den Führer der deutschen Freiheitsbewegung in seiner Rundfunkrede in heftigster Weise angegriffen hatte. Und nun wurde plötzlich der Führer dieser „Weltgefahr" gebeten, unter Vorschiebung Hindenburgs die politische Lebensdauer desselben Herrn Brüning zu verlängern. Wir gehen nicht fehl in der Annahme, daß in den Tagen, die zwischen dem letzten Angriff und dem Telegramm liegen, der immer noch amtierende Reichskanzler von sehr autoritativer ausländischer Seite darauf aufmerlfam gemacht werden war, daß er nicht mehr recht verhanölungs- fähig fei ohne Adolf Hitlers Unterstützung, da ja kein Volk mehr hinter der Regierung stände. Mir wurde schon im Dezember 1931 in London von der dortigen Botschaft eines Großstaatcs bekanntgegeben, daß mit der jetzigen Reichsregierung keine dauernden Abmachungen getroffen werden könnten. — Rosenberg teilt im übrigen mit, daß die Denkschrist Hitlers an den Reichspräsidenten mit ergänzenden Ausführungen „zu gegebener Zeit" veröffentlicht werden wird.
aufs Jahr gerechnet rundlMilliarbeReichs- mark, wenn ein Aufwand von nur 625 RM. pro Partei und Jahr angenommetf wirb.
Aus aller Welt.
Der Brand bei Sarrafani.
Hans Stosch-Sarrasani, der Besitzer des Zirkus Sarrafani, der in Antwerpen von einem schweren Brandunglück heimgesucht wurde, hat sich anscheinend aus begreiflichen geschäftlichen Gründen zu einem ausführlichen Dementi bewogen gefühlt. Er sprach sich gegenüber ter Belgischen Telegraphenagentur dahin aus, daß seiner Meinung nach das Feuer im Zirkus nicht auf Brandstiftung zurückzuführen sei. Sar- rafani unterstrich weiter die freundlicheAn- teilnahme, mit ter ihn d i e Antwerpener Bevölkerung empfangen habe. Er habe in Antwerpen nur Unterstützung und Beistand bei Behörden, Presse und Bevölkerung gefunden. Sarrafani sprach dem Militär seinen D an k für d i e Hilfe aus, die ihm bei dem Unglück geleistet wurde. Wenn die Feuerwehr mit solcher Verspätung eingetroffen sei, so sei dies nur auf das Abkommen zwischen Stadt und Vororten über Hilfeleistung bei Dränten zurückzuführen. Falls es in Lüttich zu einigen Zwischenfällen gekommen sei, so seien diese bald beigelegt worden. Don den beim Brand des Zirkus verletzten' G l e f a n t e n ist nun einer infolge seiner schweren Brandwunden gestorben. Man nimmt an, daß noch ein zweiter verletzter Elefant verenden wird. Die Untersuchung der Ursachen des Schadenfeuers hat bisher zu keinerlei Ergebnissen geführt. Wie sich herausgestellt hat, war ter tote Elefant von einem Wachtposten der Befestigungswerke schwer verwundet worden. Die Vorführungen im Zirkus Sarrafani sind bis auf weiteres unterbrochen worden.
Zum lobe ber äönigin-Rlutfer von Griechenlanb.
Die in Frankfurta. M. verstorbene Köni- gin-MutterSophie von Griechenland, eine Schwester des ehemaligen deutschen Kaisers, hat an einem Magenleiden gelitten und war s-üt Mitte Rovember in Behandlung von Professor Dr. Grote in der C. von Roorden-Klinik. Es muß.e eine Operation vorgenommen werden, die aber eine Heilung des Leidens nicht brachte, weil es bereits zu weit vorgeschritten war. Die kranke Königin war nicht mehr transportfähig und mußte deshalb in Frankfurt bleiben. Seit Montag war die Königin nahezu völlig bewußtlos. Am Sterbebett weilte die griechische Königsfamilie, so König Georg II.. seine Schwester, die Prinzessin Helene von Rumänien (bie geschiedene Frau von König Carol), ferner Prinz Paul und die Prinzessinnen Irene und Katharina von Griechenland. Wie wir hören, soll die Königin in Florenz an ter Seite ihres Gatten König Konstantin beigeseht werden, der merkwürdigerweise vor neun Jahren an demselben Tage in Palermo einem Schlaganfall erlegen ist. D.r Kaiser wird sich bei der Srauerfcier durch den Prinzen Eitel-Friedrich vertreten lassen. Die Trauerfeier findet auf Schloß Friedrichshof bei Cronberg statt. 3m Anschluß an die Trauerfeier wird die Leiche ter Königin nach Florenz überführt werden.
Der älteste Kriegsfreiwillige bes Weltkriegs f.
3n Wevelinghoven (Bezirk Düsseldorf) starb der 88 Jahre alte Gustav Kott mann. Der Verstorbene war der älteste Kriegsfreiwillige des Weltkrieges. Er trat bei Beginn des Weltkrieges als 71 jäfjriger Kriegsfreiwilliger wieder in den Heeresdienst, nachdem er b e r e i t s die F e l d zü g e von 1 8 6 6 und 1 8 7 0 / 7 1 mit» gemacht hatte. Mit eil er Kompanie des Landwehrinfanterie-Regiments Rr. 39, die sein S o h n a 1 s L e u t n a n t f ü h r t e, zog er in den Weltkrieg. Er stanh lange Zeit seinem Wunsche gemäß tn vorderster Front. Rach der Einnahme von Antwerpen wurde dem „alten Korporal" von Generalfeldmarschall v. d. Goltz das Eiserne Kreuz überreicht. Etwa nach zweijähriger Front- dienstzeit wurde Kottmann, an dem die Strapazen des Krieges nicht spurlos vorübergegangen waren, aus dem Heeresdienst entlassen. Die sth- ten Jahre verbrachte Deutschlands ältester Kriegs- freiwilliger und Altveteran auf feinem Ruhesitz tn Wevelinghoven.
(Eine seltsame Versteigerung.
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In Bubapest finb 24 Kisten und Koffer, die bie wegen Ermordung Erzbergers jmd) Ungarn geflüchteten Förster-Schultze und li He ff en einem Lagerhaus in Verwahrung gegeben hatten, versteigert worden, da die Lager ren nicht bezahlt worben waren. _____ ...
Kisten war vollgestopft mit Milliardenbanknoten aus der Inflationszeit; zwei weitere waren mit Zigaretten und Tabak gefügt, andere Kisten enthielten Lebensrnittel und Hausrat. Irgendwelche aufschlußreiche Papiere wurden nicht gefunden. Der Inhalt der Kisten wurde von einem Transportunternehmen um 400 Pengö erworben. Er wird zum Teil eingestampft, zum Teil auf dem Trödelmarkt verkauft werden.
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Schweres Autounglück.
Ein schweres Autounglück ereignete sich auf ber Landstraße von Puchheim nach Fürstenfelb- druck am Hoflacher Berg. Ein schwer belabener Nürnberger Lastwagen, ber einem am Berg stehen- ben Fahrzeug ausweichen wollte, geriet in« Schleudern und stieß mit einem Bauern- fuhrwerk zusammen, das in ben Straßengraben geschleudert wurde. Der Anhänger des Lastwagen» stürzte und fiel auf das Fuhrwerk. Der Lenker de» Fuhrwerks wurde auf der Stelle getötet Von ben zwei Mitfahrerst liegt einer in Hoffnung-« losem Zustanbe im Krankenhaus Bruck, ber zweite, der Sohn des 70jährigen Getöteten, ist ebenfalls sehr schwer verletzt.
Großer Waffen- und Sprengffoffunb in Hagen I. w.
Wie das Polizeipräsidium mitteilt, wurde von Beamten des Polizeipräsidiums in der Sunderlohstraße ein verstecktes Sprengstoff- und Waffenlager aus- geh-ben. Gefunden wurden über 1 Zentner Spreng, ftoff, 770 Sprengkapseln, eine Menge Gewehre und Pistolen sowie Munition. Mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen. Die Verhafteten gehören sämtlich der KPD. an.
(Ein fetter Brocken.
Ein Berliner Blatt berichtet von einem sensationellen Fund eines Kölner Notstands- arbeitete, der bei einer Brockensammlung beschäftigt war. Der Arbeiter entdeckte nun in bem Geheimfach eines alten Sekretärs Wertpapiere von über 200000 Mark. Aus den beiliegenden Dokumenten ging hervor, daß es sich um eine Erbschaft handelt; daraus oer- suchte der Finder Kapital zu schlagen. Er wandte sich an die Erbin mit dem Vorschlag, ihr gegen eine Zahlung von 50000 Mark die Hinterlassenschaft auszufolaen. Der Versuch mißglückte; er wurde
0wolkenlos. O netter. 3 nait> Bedeckt. 9 womtg. ® oeaedti «Regt» * Schnee a Graupeln. - NeDei K <iewitter.(§)wina$iiiie.o, jet» «ichter Ost nissiger Südsüdwest, stürmischer -tordwej» i»e Pfene fliegen mit dem Winde Pie Beiden Stationen stehenden Ze> <en gehen die Temperatur an. Pie Limen VerDinden Orte mit gleichen auf Meeresmveau umgerechneten Luftdruck
Wettervoraussage.
Der Luftdruck zeigt in seiner Verteilung wenig Aenderung. lieber Island lagert weiter bas Tief welches seine Ranbstörungen bis über Deutschland entfaltet, und von Südosten her dehnt sich gleichzeitig der hohe Druck aus. Die herrschende Grenz- wetterlage hat infolgedessen keine Beständigkeit. Während in ben gestrigen Abendstunden Aufklaren und Bodennebel mit Temperaturrückgang auftrat, stellten sich in den heutigen Morgenstunden in unserem Gebiet wieder Bewölkung, Milderung sowie vereinzelt leichte Niederschläge ein. Im ^weiteren Grenzbereich zwischen hohem und tiefem Druck dauert ber gegenwärtige Witterungscharakter noch fort Wohl werden aber die Temperaturen im allgemeinen mehr zum Sinken neigen, und Niederschläge leichterer Art treten nur ganz vereinzelt auf.
Aussichten für Samstag: Morgens stellenweise dunstig, sonst wolkig mit Aufheiterung, keine oder nur vereinzelt geringe Niederschläge, Temperaturen schwankend, nachts Temperaturrück- gang bis zum Gefrierpunkt und etwas darunter, tagsüber milder, jedoch allmählich etwas kühler als seither.
Aussichten für Sonntag: Meist trocken, dunstig und bewölkt mit Aufheiterung, bei Aufklaren leichte Nachtfrostgefahr.
Lufttemperaturen am 14. Januar: mittags 8,6 Grad Eelsius^ abends 2,1 Grad; am 15. Januar, morgens 5 Grad. Maximum 8,9 Grad, Minimum 1,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14. Januar: abends 3,5 Grad; am 15. Januar: morgens 2,6 Grad Celsius. — Niederschläge 0,3 mm. — Sonnenscheinbauer 3% Stunben.
Amtliche wintersportnachrichten.
Hoherobskopf: Rebel, kein Schnee und keine Sportmöglichkeit. — Wasferkuppe: Rebel, Rull Grad, 4 Zentimeter Schnee, vereist. Sportmöglichkeit keine.
Schwarzwald: Feldberg: Rull Grad, 40 Zentimeter Schnee, verharscht, Ski und Rodel gut.
Alpen: Garmisch-Partenkirchen: Klar, — 1 Grad, 3 Zentimeter Schnee, verharscht, SportmögliOeit müßig. > j r . . . . , „ ,
deren Lage fämll eine sehr lebens! Ittien auf sehr toi dizu solche, die Ommunität von § rippen her verfl gerade während e ivgen Winters ab. (tden. Die Derhäl fugen, und dann rinden Krankheil l>18'19, der Taus rosste, die in ihr S-rippe durchgcmae her über leine ( K^uhsioffe verfügt
Alerktoürdigervx jährige Ahvlhmui Krankheitserregers Lebensvorgängen 8um Beispiel ift b Periode sehr deut! sLädling, der Ho dhnl'che Beispiele o-nführen. ist' ke^en zu lennen teht zu hoffen, do schast noch tiefer dringen und allf i:<f>!eit haben wir fragen attfyunefr E zu führen.
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