und
einem heidi gen Moränenzuge steht. Dort, auf dem weißen Elchlaufe Wipfel einer breitschirmiöen Föhre ist Bewegung, schwarzbrauner Ki Ein Auerhahn steht auf schwankendem Ast und ast Leise noch nah Nadeln. Er reckt den Hals, dreht den Kopf, öffnet Läufe zu sehen. 2 Den ©cbnabef, erfaßt ein Büschel Kiefernnadeln und hastige Bewegung
ruPft ihn ab. Zerstäubend rieseln Schneebrocken durchs Gezweig.
Weshalb der Führer des Züricher Eilzuges das Haltesignal überführ, ist noch nicht geklärt. Die Luzerner Eisenbahndirektion hat sofort uie Un« tersuchung ausgenommen.
Sinne der Regierung, aufzuheben beschlossen hat. Es muh indessen nun darauf hlngewiesen werden, dah die Beschlüsse des haurhaltsaucschusses keine bindende Kraft haben. Die Verordnung, mit der er sich beschäftigt hat, bleibtunoerandert in Kraft. Der vorgeschriebene weg ist, dah die Beschlüsse de» Haushaltsausschusses an die Vollversammlung des Reichstags gehen, der zu ihnen Stellung nehmen muh. Die Aushebung der Verordnungen ist schon deshalb praktisch nicht möglich, weil namentlich ihre wirtschaftlichen Maßnahmen inzwischen viel zu sehr in unser ganzes wirtschaftliches Dasein eingeflochten sind. So beurteilt man die Beschlüsse des Ausschusses auch mehr als Ausfluh des Agitationsbedürf- n isfer und erwartet, dah der Reichstag ein viel starkeres Gefühl für veranl- worlnng an den Tag legen wird, zumal er sich sicher darüber klar sein wird, dah die Reichsregierung die Aushebung der Notverordnungen nicht hlnnehmen könnte. Das wäre schon deshalb nicht möglich, weil es nach ihrer Ansicht vor allem jetzt darauf ankommt, alles zu vermeiden, was die wirtschaftliche Beruhigung irgendwie beeinträchtigen könnte. Unter diesen Umstanden mihl man den Beschlüssen des Haushaltsausschusses auch keine praktische Bedeutung bei.
und der Bayerischen volksparlei, wonach d i e Härten aller sozialpolitischen Rotverordnungen, insbesondere der vom 8. Dezember 1931 beseitigt werden sollen. Mit dem gleichen Stimmenverhältnis wie bei der Aushebung der Notverordnung wurde dann noch ein sozialdemokratischer Eventualantrag angenommen, der eine Dinlerbeihllfe auch für die alleinstehenden Arbeitslosen sowie die Wohlfahrtserwerbslosen vorsieht. Diese Dinterbeihil'e darf von den Jüt- sorgeoerbänden auf die ZusohunterstÜhung nicht an- gerechnct werden. — Ministerialdirektor Weigert (ReichearbeitLministerium) wies vor der Abstimmung darauf hin, dah dieser Beschluh für die Dauer des Winters eine Ausgabe von 14 0 Millionen Mark bedeuten würde.
Keine praktische Bedeutung.
Die Notverordnung bleidt i nverändert in Kraft.
Berlin, 13. Dez. (ERB.) 3n Regierungskreisen wurden die Beschlüsse des haushalts- ausschufses des Reichstags erörtert, nach denen die Notverordnung vom 14. 6. 1932 aufgehoben werden soll. Bei der Verordnung handelt es sich um die Senkung der Sozialrenten usw. Sie ist nicht zu verwechseln mit der Verordnung vom 4. 9. 1932, deren I ozialpolitischen Inhalt der Reichstag, durchaus im I
Die Arbeitsbeschaffung.
Wünsche der Landgemeinden.
Berlin, 13. Dez. (£U.) Vom Landkreistag wird mitgeteilt, daß zwischen de/n Reichskommissar für Arbeitsbeschaffung und dem Präsidenten des Landkreistages, Dr. von Stempel, eine eingehende Besprechung über die Arbeitsbeschaffung stattgefunden hat. Das Ziel, die unerträgliche finanzielle Belastung der Bezirksfürsorgeverbände durch Senkung der Wohlfahrtserwerbslosenziffer fühlbar zu vermindern, könne nur durch unmittelbare öffentliche Arbeitsbeschaffung er- reicht werden. Man sei sich darüber einig, dah schnell st es Handeln unbedingt geboten sei, wenn dieser Zweck erreicht werden solle. Durch beschleunigte Arbeitsbeschaffung auf dem Wege über Vergebung öffentlicher Aufträge werden nicht nur den Gemeinden und Kreisen Erleichterung gebracht, sondern die dadurch hrrvorgrrufeae größere Beschäftigung der Privatindu- st r i e lasse weitere fühlbare Erleichterungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt eintreten. Die Finanzierung — der wichtigste Teil des Problems sei bis in alle Einzelheiten durchgespro- chen worden. Dieser Besprechung komme deswegen große Bedeutung zu, weil am Mittwoch im Reichskabinett die Frage bereits zur Erörterung komme.
Beitragssatz etwa 9 Prozent des Lohnes erreicht. '
eine Aufhebung der Nolverord- n u n g vom 14. Juni würde für die Sozialver- sicherung eine Mehrbelastungvonrund 30 0 Millionen jährlich bringen. Die Re.chsregierung sei sich bewuhl, dah die Jloloerortnung auch auf dem Gebiet der So- zialversicherung auherordentliche här- l e n gebracht habe. Beim Lrlah der Notverord- nung habe es sich aber um Sein oder ^Nichtsein der Reichsversicherung gehandelt. Die Reichsregierung werde weiter versuchen, die harten irn Rahmen des Möglichen zu mildern.
Abg. Erfing (Z.) verlangt die Einbeziehung ver Anträge seiner Fraktion, die nur die Besei- ngung der Härten und Ungerechtigkeiten wollen, Wwie erne Gesetzesvorlage zur Vereinfachung und -verbllngung der gesamten Sozialversicherung. Mit einem Beschluß, die Verordnung ganz aufzuheben, sei niemanden gedient. 3m Gegenteilent- rteije ein ungedecktes Defizit Don 300 Millionen. Der dadurch gegebene Zusammenbruch der Sozialversicherung werde das Vertrauen noch mehr erschüttern, und alle Leistungen der Sozialversicherung würden in Frage gestellt.
— Johannes Meyer — beginnt ganz sachlich und endet ganz romantisch. Sie ist straff, fi.mgerccht und verfügt über hübsche Einfälle. Die Silhouette des Kölner Stadtbildes und der Domtürme wurde beispielsweise als rein photographisches Motiv sehr glücklich ausgenutzt. Gilgi (eigentlich Gisela Kron) ist Brigitte Helm: schlicht, natürlich und angenehm undämonisch: darstellerisch ungefähr auf der Linie ihrer „Gräfin von Monte Christo". Gustav D i e ß l: ein ebenbürtiger Partner, obwohl der Schriftstellertyp, den er zu spielen hat, heute nahezu aus- gestorben sein dürfte. Wundervoll das kleinbürgerliche Adoptivelternpaar.- Biensfeldt und Helene F e h d m e r. Unter den jungen Mädels fällt Jcsfie Dihrog durch ihr frisches Temperament sympa- thisch auf. Sonst: Ernst Busch und Hermine Sterler. Musik: Franz Grothe; Texte: Fritz Rotter. — Der Film läuft seit gestern im Lichtspielhaus. -r-
Schweres Eisenbahn - Unglück im Güisch-Tunnel bei Luzern.
Bisher sechs Tote und 15 Verletzte geborgen.
spärliche Auskünfte über das Unglück gibt erklärt, daß über die Anzahl der Toten und Ver- letzten noch keine endgültigen Angaben vorlägen, beziffert die Polizeidirektion die Zahl der Toten mit sieben.
Elf Kinder beim Schlittschuhlaufen ertrunken.
Bei Roxheim (Pfalz) brachen 6 Mädchen im Alter von 15 bis 6 Jahren auf dem Allrhein beim Schlittschuhlaufen ein. Nach etwa eiuffünbigen Rettungsarbeiten konnten alle verunglückten Kinder nur als Leichen geborgen werden. Am schwersten von dem Unglück betroffen wurde die Familie des erwerbslosen Schlossers Jakob w e i n h, die allein fünf Mädchen bei dem Unglürf verlor. Das 15jährige Mädchen der Familie Weinh hatte sich bei dem Einbruch der sechs Kinder an das Ufer retten können und versuchte nun, ben anderen Geschwistern Hilfe zu bringen. Dabei """de es aber von einem der Geschwister, das sich an die Fünfzehnjährige geklammert hatte, wieder in das wasser gezogen und ertrank. Das Ee- zicksamt Frankenthal hat den Eltern das Beileid ausgesprochen und eine Unterstützung zugesagt.
■8“ sArecklichen Llnglück werden noch fol- g^rde Einzelheiten gemeldet: Die auf so tragische Wnse ums Leben gekommenen Kinder befanden rnad^il? Heimwege von der
Schule. Etwa 50 Meter von der elterlichen Behausung begaben sie sich auf die etwa zwei bis drei Zentimeter dicke Eisdecke des Altrheins. Als die Kinder etwa 30 bis 40 Meter vom Ufer ^^!-?^en. brachen sie ein. Das älteste der Mädchen, die 15jährige Helene Weinh. rettete sein dreizahriges Schwesterchen das sich ebenfalls auf dem Eise befand, ans Ufer. Bei dem Versuch, den anderen Geschwistern zu Hilse äu kommen, wurde sie von einem der Kinder, das sich an das Mädchen geklammert hatte, ins Wasser gezogen. Die Feuerwehr nahm sofort Deraun"sa"beite vo". Wenderbelebu"gs- versu che waren je'v ir allen F.B? er ol o'.
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3n Senheim (Kreis Zell) an der Mosel brachen auf einem zugefrorenen Tümpel zehn Kinder durch die dünne Eisdecke. Auf ihre Hilferufe eilten einige Leute herbei, denen es unter größten Anstrengungen gelang, fünf Kinder lebend zu retten. Die übrigen fünf Kinder konnten nur tot geborgen werden. Es handelt sich um vier Mädchen und einen Knaben im Alter von 9 bis 14 Jahren.
Tonfilm: „E ne von unS^.
Dieser Tonfilm (nach dem Roman „Gilgi" von K e u n) behandelt das neuerdings überaus beliebte Thema des modernen, berufstätigen jungen Mädchens. Es entsteht hier eine Kreuzung aus Re- portage und Roman, eine wunderliche Mischung oon Romantik und neuer Sachlichkeit. Bedenklich, Daß der Film, wie schon der Titel anzudeuten scheint, einen typischen Fall zu schildern vorgibt, während weder der Fall typisch, noch die Heldin als „eine pon uns gelten kann, das heißt eine von den Zehn- taufenben von jungen Mädels, die heute im Bureau und hinter Schreibmaschinen sitzen. Zwar ist Gilgls Schicksal, so wie es der Film vor dem Beschauer entrollt, nicht durchaus unmöglich ober unglaub» roürbig (bas sogenannte Leben ist oft romantischer unb sogar kitschiger als bie Literatur) — aber es ift in seinen Einzelheiten Zusammenhängen unb Begleitumstänben so beschaffen, daß die Deroll- gemeinerung, die z. B. die Bauchbinde des Buches nahelegt, mindestens übertrieben anmutet. Die Regie
2lög- Dr. Schmidt - Eichwalde (dn.) forderte nochmals eine Beseitigung der sozialen Härten, vor allem eine Aufhebung der Renten- und Unter- stühungskürzungen, hält es aber für falsch, auch sämtliche anderen Maßnahmen der Zuni-Verord- nungen, zum Beispiel die Steuermaßnahmen, mit aufzuheben. Auch sei es nicht möglich ld:e Bestimmungen, die sich auf die Beiträge zur Arbeitslosenhilfe bezögen, aufzuheben, da dadurch die finanzielle Grundlage für . die Zahlung der Unterstützungen beseitigt werden würde. Er beantragte daher, den sozialdemokratischen Antrag so zu ändern, daß diese Rotver- vrdnung nur bezüglich der Unter st üt- zungskürzung außer Kraft gesetzt werde.
Abg. M o r a t h (D. Dp.) verwies auf einen vom Reichstag gefaßten Beschluß, wonach keine Beschlüsse gefaßt werden könnten, durch bie neue Ausgaben entständen, wenn nicht gleichzeitig für Deckung gesorgt werde.
Abg. Reinhardt (Rat.-Soz.) war der Auf- faffur.g. daß die Außerkraftsetzung der Rotverord- nung keineswegs zu einem Zusammenbruch der Sozialversicherung führen müsse. Es liege bei der Regierung, Gesetzentwürfe einzubringen, die die Frage neu regelten. Dis zum Wiederzusam- mentritt des Plenums habe sie noch hinreichend Zeit. Dabei könne sie ja die nationalsozialistischen Deckungsvorschläge aufgreifen.
Ministerialdirektor Krohn hielt sich für verpflichtet, auf die außerordentliche finan- zielleTragweiteeines Aufhebungs- beschlusses der Juni-Rotverordnung hinzu- weisen. Diese Aufhebung könne von der Invaliden-. Unfall- und Knappschasts-Pensionskasse nicht durchgeführt werden, da diese Versicherungen nicht über die Mittel verfügten, um die dann geschaffenen Sätze zu zahlen.
Ministerialdirigent Weigert schloß sich dieser Erklärung vom Standpunkt der Arbeitslosenhilfe in ihren drei Formen: Versicherung, Krisenfürsorge und öffentliche Fürsorge an. Oki der Aufhebung der Verordnung könnte eine geordnete Unterstützung derAr- beitslosen in diesem Winter nicht durchgesührt werden, auch könnte die Hilfesür die Gemeinden nicht mehr weitergeleistet werden. Wenn auch mit diesem Ausschußbcschluß die Aufhebung tatsächlich noch nicht als durchgesührt angesehen werden könne, so sei ein solcher Teschluß an sich schon pep.-.e1, au e o le-tiiche Unruhe in die weiten Kreise der Arbeitslosen zu bringen.
Darauf wurde mit 24 Stimmen der National- fozialiften, Sozialdemokraten und Kommunisten unter Annahme eines sozialdemokratischen und eines kommunistischen Antrags beschlossen, die Notverordnung vom 14. Juni außer Kraft zu sehen. Alle anderen Abgeordneten hatten sich an der Abstimmung nicht beteiligt Angenommen wurde ein deutfchnalionaler Antrag mit sämtlichen Stimmen bei Nichtbeteiligung des Zentrums 1
Leise noch etwas näher. „Hau, hau, hau." Wieder Bewegung. Der E.ch schiebt sich weiter. Hat er mich wahrgenommen? Nein, er steht wieder. Und nun wendet er. Das Haupt tritt hervor. Ein Schaufler. Ein Zwölfenderschausler. Aber nun ist wieder bas Blatt verdeckt. „Hau, hau, hau."
Plötzlich wenbet ber Elch ben gewaltigen Körper. Das Blatt ist frei. Ein harter Knall. Eine Flucht, noch eine, immer kürzer, noch eine, ein Stämmchen splittert, ein dumpfer Ausschlag auf den weichen Schnee.
Es ist still. Ich eile hin. Da liegt der Recke des nordischen Urwalds schwarzbraun auf seinem weißen Lager, die weißen Läufe hingestreckt. Sagrei stürzt mir entgegen, springt an mir hoch. Aus seinen Augen leuchtet Freude.
Der Tag geht zur Neige. Abenddömerung breitet sich über bas Land. Wieder ziehen bie Krähen burch bie glasige Luft, unb in der Hütte im Wald zirpt mieber das Heimchen am warmen Herd.
„Kchrt, Sagrei, wir wollen nicht stören." Zurück, und im Bogen um den alten Herrn.
Eine Fuchsspur kreuzt unseren Weg. Ein Tritt vor den andern. Nirgends eine Elchsährte. Weiter, es wird kälter. Die Wolken teilen sich. Grünblaue Flecken erscheinen zwischen dem Wolkengrau.
^ort hinten, am Rande ber Dickung scheint eine ^?°e F^rte zu stehen. „Komm, wir wollen Nachsehen. Wieber nichts. Ein Baummarder hat hier gejagt. liefe Löcher, groß und breit, hat er bei ledern Sprung in den weichen Schnee gedrückt.
Der kurze Wintertag ist weit vorgeschritten. Jetzt laisen wir das Kreilen sein und durchqueren den Espenjungwuchs. Leise schieben wir uns gegen den Wind ins verschneite Gehölz. „An die Leine, Sagrei."
Auch hier nirgends Fährten. Wir dringen weiter ein. Nichts. Plötzlich stößt Sagrei vor, zerrt an der Leine. Ich stehe unb horche. Da knackt ein Zweig.
»Los, Sagrei, unb mach deine Sache gut." In langen Sätzen stürmt er davon, daß ber Schnee stiebt. Unb jetzt setzt sein Geläute ein. In hohem Distent. Weit fort burch Jungwuchs unb Heide- Wald. Klingend schatten bie Töne burch bie schnee- reine Luft.
2ch folge langsam und horche. Und warte.
.. Ich warte auf den Augenblick, da das hohe Geläute in tief tönenden K ong umschlägt. Es währt nicht lange oiejes Mal. Don fern her bringt schnee- gebämpft ber heißersehnte Laut: „Hau, hau, bau!" Tief, kurz unb abgerissen hallen bie einzelnen Töne.
Stanblaut! Der Elch hat sich gestellt. Sagrei verbellt ihn. Er ist ein Meister in seinem Fach.
Jetzt schnell heran. Durch alten Fichtenbestanb über bas freie Moor. Immer näher bröhnen bie Töne. Jetzt in bas Stangenholz. Unb nun Vorsicht. Langsam weiter. Immer gegen ben Wind. Vorwärts Es kann nicht mehr weit fein.
Lautlos schleiche ich durch ben weichen Schnee. Stehe und horche. Prüfe den Wind. Noch einige Schritte. Ich bücke mich, spähe durch das Stangen- Holz. Vor mir zwischen den dunklen Nadelholzstammen: vier weiße Birkenstämmchen? Sie bewegen sich, verschieben sich. Die Elchläufe sind es! Die vier
Eichjagd im Winter.
Don Leon Freiherrn von Eanipenhaufen
Zögernd weicht die Dezembernacht. Vereinzelte Schneeflocken sinken sachte dem Boden zu. Ich roepe noch einen Fichtenast in bas knatternbe Herb- feuer und lösche die Kerze. Summend beginnt bas Waner zu sieden. Auf dem Kessel klappert der Deckel, und weiße Dampfwvlkchen puffen in bie rauchige Hütte. Neben dem Fenster hängen am Holzpslock Drilling unb Jagdhorn. Dor dem Herd sitzt Sagrei, die Elchbracke und verfolgt mit den Augen jede meiner Bewegungen.
»Na, mein A ter, heut gibt es was. Wir warten noch ein Stündchen. Wir lassen die Elche mal frische Fährten machen."
Heute Nacht haben sie nicht viel geäst, sie werden es jetzt in ber Dämmerung nachholen. Lang werben bis Fährten ja nicht fein, benn bei Neuschnee treten die Elche nur wenig umher.
Durch das kleine Fenster bringt matter Schein. Schneeoerschüttet stehen die Fichten. Tief hängen die verschneiten Aeste herab. Schnee, Schnee, dämmerndes Zwielicht. Nebelkrähen ziehen über den Wald ber Küste zu. Wieder und wieder in endloser Reihe. 3mmer heller wird es in ber Hütte. Das Heimchen am Herde ist verstummt.
»Jetzt gehen wir, Alter." Sagrei springt auf, stellt sich an mir hoch, hebt die Lefzen unb Feigt im Lachen sein weißes Gebiß.
Wir treten hinaus. Klirrend fällt bie Tür ins Schloß. Vom niederen Dachfirst rutscht ein Stück Schnee und plumpst zu Boden.
Quer durch den Fichtenwald gehe ich mit Sagrei. Wir schlagen zwischen Moor und Mischwald einen weiten Bogen. Wir wollen bas Espenjungholz, bas längs ber Senke sich breitet, umkreisen. Leicht atmet die Lunge bie reine Schneelust.
»Jetzt, Alter, haben wir es nicht schwer, die Fährte zu halten." Das wissen aber bie Elche eben» sogut und richten sich danach ein.
3n langen Sprüngen ist ein Eichhorn hier entlang gehupft. Ein Loch hinter dem andern im wei- ajen «chnee. Und dort Schneehasenspuren kreuz unb quer.
_5efct liegt volles Tageslicht über dem Wölb. -Ulattes, milchiges, nordisches Dezembertageslicht, I unter langsam ziehenden, grauen Wolkengebilden.
-wir nahem uns einer Kieferngruppe, die auf ।
Am Schauplatz des Unglücks.
Zu dem Unglück im Gütsch-Tunnel wird weiter gemeldet, daß der Tunnel mit Trümmerhaufen angefüllt ist. Aerzte bemühen sich um die Verletzten, die zum Teil aus den Wa- geutrümmern herausgeschnitten werden müssen. Glücklicherweise war der erste Wagen des Gottharder Zuges leer. 3n dem ersten Wagen des Züricher Eilzugs, der am schwersten betroffen Wurde, befanden sich etwa 20 Personen, die sämtlich verletzt bzW. getötet wurden. Dieser Wagen schob sich zur Hälfte in den Gepäckwagen hinein. Die Ramen der Toten konnten noch nicht restlos fest gestellt Werden, doch soll es sich durchweg um schweizerische Staatsangehörige handeln.
SWierigeAufräumungsarbeiieu
Die Ausräumungsarbeiten im Gütsch- Tunnel werden sehr erschwert, weil sich die Trümmer der Lokomollven unb W-gen bis zur Tunneldecke türmen. Die Schwei ha p parate sind «nunter- । brachen in Tätigkeit, um die i nein and« rge preßten i Ci (-enteile zu lösen. Nach dem Zusammenstoß entstand im Tunnel durch Kurzschluß ein Brand, ber aber halb gelöscht werben konnte. Unter den Toten befindet sich außer den beiden Lokomotivführern auch ein Zugführer. Wie kie Eisenbahn- .Inspektion Luzern mitteilt, konnten sämtliche Der» uiglüdten in den Krankenhäusern untergebracht werden. Um 19 Uhr bofanben sich keine Verletzten mehr unter ben Trümmern. Die Verletzten weisen Schadelbrüche, Schenkelbrüche, Ellen- bogenfrakturen und Quetschungen auf. Unter ihnen befindet sich auch eine junge Berlinerin, Fräulein Willis Stock, die aber nur eine leichte Unterschenkelquetschung erlitt. Erschütternd war es, wie die unverletzt gebliebenen Passagiere einer nach dem anderen wie aus einer Hölle entronnen aus dem Tunnel wankten. Mehrere hatten einen Nervenschock erlitten.
6od>fd>ulno<hri(f)fetL
Professor Dr. Carl v. Eicken, ber bekannte Ordinarius für Hals-, Nasen- und Ohrenleiden an ber Universität Berlin (früher in Gießen), würbe von ber Gesellschaft für Hals-, Nasen- und Ohrenkunbe in Mabrid zum Ehrenmitglied ernannt.
— Professor Dr. Wilhelm Krzywanek, ber Leipziger Veterinär-Physiologe, ist als Orbina- rius ber Physiologie an bie Tierärztliche Hochschule in Berlin berufen worben. Der Gelehrte hat ben Ruf angenommen unb wirb feine Tätigkeit in Berlin — Zugleich als Direktor bes Physiologischen I' stituts ber dortigen Tierärztlichen Hochschule — am 1. April 1933 aufnehmen.
Prof. Dr. Fr. Beckmann in Bonn hat den Ruf auf einen Lehrstuhl ber Volkswirtschaftslehre an ber Universität Berlin abgelehnt.
An ber Universität Bonn ist ber Lehrstuhl ber Mineralogte bem o. Professor Dr. P. R a m b o h r n ber Technischen Hochschule in Aachen angeboten worben.
Professor Dr. Ernst Wolf, Ordinarius für Kirchengeschichte und christliche Archäologie in der evangel sch-lheolog'.schen Fakullät der älniversität Bonn, hat einen Ruf nach Erlangen abgelehnt. Wolf wurde 1902 in Prag geboren und Dr. theol, h. c. von Rostock.
fe. „Hau, hau, hau", Sagreis - ;;u-------- Jörper fährt hin unb her.
Lesie noch naher heran. Immer find nur die Läufe zu sehen. Wo ist bas Hauvt? Jetzt plötzlich hastige Bewegungen ber langen Läuse. Das Blatt ist frei. Aber bas Haupt, bas Haupt? Ist es ein Hirsch? Ist er schi eßbar?
Bern, 13. Dez. (MTB.) 3m Güisch Tunnel bd Luzern stieß heule nachmittag der Personen- zug Luzern—Bellinzona mit dem E i t- 3 u g 3 ü r i ch—L ujern zusammen. Der Zusammenprall war außerordentlich heftig. Das schwere Unglück ereignete sich im Gütsch-Tunnel, durch den die Eisenbahnlinie aus dem Sackoahnhos Cujem hinter der Stabt herführt, im bann wenige Kilometer später Bellinzona einerseits unb nach Basel—Zürich andererseits abzuzweigen. Der Gotthard-Schnellzug 554 sticß hier mit dem Züricher Schnellzug zusammen. Bis 19 Uhr sind sechs Tote (nach anderer Meldung 8 Tote) geborgen worden. Sechs Menschen werden noch vermißt. 12 Personen wurden schwer verletzt. Die Lokomotivführer der beiden Züge befinden sich ebenfalls unter den Toten. Die Rettungsarbeiten in dem dunklen und engen Tunnel sind sehr schwierig. D'e Ursache des Zusammenstoßes liegt darin, dah der Züricher Schnellzug bei der Signalstelle Senti natt das geschlossene Einfahrtsignal überfuhr und dadurch in die auf den Gotthard- Schnellzug gestellte Ablenkung^weiche hineinfuhr. Die beiden Lokomoliven rasten bann gegeneinander. Glücklicherweise hatten sie noch nicht bas volle Tempo, sonst wäre das Unglück ein noch viel größeres geworben. Der Eisenbahnverkehr von und nach dem Bahnhof Luzern ist vollständig unterbrochen.
Der Berich! eines Augenzeugen.
Ein Verletzter, der bei dem Eisenbahnunglück einen doppelten Beinbruch davor.g:tragen hat, gibt eine Schilderung davon, wie er drei Stunden lang eingeklemmt in einer fürchterlichen Lage unter den Trümmern aus- harren mußte, bis er befreit werben konnte. Auch ein Teil ber übrigen Verletzten mußte zwei bis brei Stunden unter den Tru.nmern aus.>alten: die Rettungsmannschaft konnte nur mit äußerster Vorsicht zu Werke gehen. Weil die Wagen so geborsten Waren, dah sie jeden Augenblick völlig zufammenzubrechen drohten. DieDunkelheit machte das RettungsWerk im Tunnel noch schwieriger. Während die Eifenbahninfpektion in Luzern nur


