Ausgabe 
14.7.1932 Erstes Blatt
 
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Hill (Dalsheim) erzählte sodann von den Anfängen des Rettungshauses in Jugenheim. Die Anstalt dort wurde 1852 vor allem aus Anregung des früher katholischen Pfarrers Helfrich vom Rhcinhessi- schen Missionsoerein geändert, mußte aber aus Man. gel an Belegung vor drei Jahren geschloffen werden. Nun haben die Nieder-Ramstädter Anstalten das An­wesen übernommen, um dort ein Blödenheim etn- zurichten.

Den Beschluß machte der Direktor des Landesver- cins für .Innere Mission, Pfarrer Röhricht (Darmstadt), mit einem herzlichen Appell an die Ge- meindcn, der Nieder-Ramstädter Arbeit auch in Zu­kunft die Treue zu bewahren.

Wegen Zechprellerei verhaftet.

ss Grebenau, 13. Juli. Hier wurde von der Gendarmerie ein junger Mann aus Wernges f e ft - genommen, der sich durch Zechprellereien unangenehm bemerkbar machte. Nachdem er ver- schiedenemal auch in Alsfeld Gastwirte geprellt hatte, erreichte ihn jetzt hier in Grebenau der Arm der Gerechtigkeit und er wurde sofort dem Amtsgerichtsgefängnis Alsfeld zu- geführt. Wie es sich sofort herausstellte, wurde der junge Mann auch schon von der Gendarmerie Alsfeld gesucht.

SJL-tfpott

Oie Favoriten des Nürburgrings.

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Bild links: Nuvolari, der erfolgreiche italienische Fahrer. Bild rechts: Carracciola (links) und Hans von Stuck, die auf Alfa Romeo und Mercedes-Benz um den Sieg kämpfen.

6.WanderpreiskegelninGroßen-Linden

Am Sonntag fand in Großen-Linden das sechste Wanderpreiskegeln des Keglerbundes LahnDuseckertal statt. 3n Anbetracht der wirtschaftlichen Verhältnisse hatte der Bund von einer Festlichkeit abgesehen. Vlm den Wan­derpreis bewarben sich die 15 Vundesvereine. Verteidiger des Bundeswanderpreises war der KegelklubDahnfrei" Lollar. Die beste Leistung am Sonntag bot der KegelklubAlle Neun" Gro- hen-Linden mit 313 Kegel, der damit in den Be­sitz des Wanderpreises gelangte. Die Ergebnisse, die die einzelnen Vereine mit je 6 Keglern (je 10 Kugel) erzielten, sind folgende: 1. Kegelkluh Alle Neun" Grvhen-Linden 313 Kegel: 2.Gut Holz" Krofdorf 304; 3.Gut Holz" Lollar 298; 4.Alle Neun" Wißmar 297; 5.Alle Neun" Trohe 295; 6.Alle Neun" Alten-Buseck 293; 7.Vorwärts" Wieseck 289; 8.Gut Holz" Wie- seck 286 ; 9.Gut Holz" Beuern 285; 10.Gut Holz" Äeinbach 282; 1{.Dahnfrei" Lollar 281;

12.Alle Neun" Wieseck 277; 13.Gut Holz" Reiskirchen 270; 14.Dahnfrei" Wißmar 264; 15.Gut Holz" Alten-Buseck 250.

Kurze Sportnoiizen.

Süddeutschland trägt in der kommenden Saison u. a. drei Fußball-Repräsentativspiele ge­gen Südwestfrankreich, Lombardei und Zentral- älngarn auf deutschem Boden aus.

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Unsere Amateur - Boxer tragen nach ihrer Rückkehr von den Olympischen Spielen im Laufe dieses Jahres noch drei Länderkämpfe aus, und zwar gegen Polen, Italien und Dänemark.

Bei der Meisterschafts-Revanche am 20. Juli auf der Frankfurter Stadionbahn wer­den die sechs besten deutschen Steher an den Start gehen. Gleichzeitig kommen die Gaumeisterschaften der Amateure über ein und zehn Kilometer zum Austrag.

Wirtschaft.

Berlin zurückhaltend.

Berlin, 14. Juli. (WTB. Funkspruch.) Obwohl für die heutige Börse keine besonderen Anregungen Vorlagen, es sei denn, daß man das feste Neuyork oder die Einigung im Stickstoffkartell als Hausse- Moment werten will, zeigten die ersten Kurse über­wiegend kleine Erholungen. Diese waren in der Hauptsache eine Folge der anhaltenden Deckungsneigung der Kulisse, während das Interesse der außerhalb der Börse stehenden Kreise nach wie vor klein bleibt. Dies ist bei der politischen Unsicher­heit und unter dem Eindruck des von Tag zu Tag schärfere Formen annehmenden Wahlkampfes nicht verwunderlich. Mit Ausnahme von einigen Spezial­werten, wie Linoleumaktien, Salzdetfurth, Elektro Schlesien usw., gingen die Besserungen aber nur selten über 1 v. H. hinaus. Verschiedentlich waren auch Abschwächungen in diesem Ausmaß zu beob­achten. Besonders Feldmühle lagen mit minus 2,25 o. H. ausgesprochen schwach.

Auch am Rentenmarkt schien es zunächst so, als ob heute eine Beruhigung eingetreten wäre, und das Angebot im Vergleich zu den letzten Tagen nach­gelassen hätte. Reichsschuldbuchforderungen und Neu­besitzanleihe waren ebenso wie Jndustrieobligationen wieder etwas gebessert, Reichsbahnvorzugsaktien lagen dagegen zu Beginn recht schlapp. Ebenso büßte die Altbesitzanleihe schon beim ersten Kurs 0,75 v. H. ein. Auch für Goldpfandbriefe werden überwiegend niedrigere Kurse taxiert. Die Hoffnungen, daß der internationale Diskontabbau einen Druck auf die Reichsbank zu einer Diskontermäßitzung ausgeübt hätte, scheinen sich auch nicht zu erfüllen, denn die Bank von England nahm keine Ermäßigung ihres Satzes vor.

Im Verlaufe bröckelten die Kurse an den Aktien- Märkten infolge der herrschenden Geschäfts­losigkeit allgemein um Bruchteile eines Prozents ab. Nur die Aktien konnten anscheinend aus Arbi­tragekäufe erneut etwa 2 bis 3 v. H. gewinnen. Am Geldmarkt war Tagesgeld zu 5,25 v. H. erhältlich,

Frankfurt schwankend.

Frankfurt a. M., 14.Juli. (WTB. Draht­meldung.) Zu Beginn des heutigen Börsenver­kehrs machte sich nach den Rückgängen der letzten Tage eine leichte Erholung geltend, die mit rein technischen Gründen erklärt wurde. Bei klei­ner Hmsahtätigkeit traten Besserungen von durch­schnittlich 0,5 bis 1 Proz. ein. Nach den ersten Kursen wurde die Haltung jedoch wieder überwiegend schwächer, wobei die Gründe der letzten Tage die gleichen geblieben sind. Als etwas verstimmender Faktor kam die außenpolitische Lage hinzu, die durch das Vertrauensabkommen zwischenEng- land und Frankreich für Deutschland ungünstig ausgelegt wurde. Daneben machte sich vor allem der anhaltende Auftrags­mangel des Publikums geschäftslähmend fühlbar. Anfangs erzielte Besserungen gingen daher in den meisten Fällen wieder verloren, und die Börse verfiel in Lethargie. Mit Besserungen bis zu ein Prozent eröffneten u. a. IG., Reichsbank, Sie­mens und Deutsche Erdöle. Kali-Salzdetfurth lagen mit plus 2 Prozent etwas stärker erholt. Der Montanmarkt blieb bei geringsten Umsätzen etwas behauptet, ebenso traten am Elektromarkt keine wesentlichen Veränderungen ein. Die übrigen Marktgebiete lagen vernachlässigt.

Am Rentenmarkt war die Kursbildung zu­nächst unregelmäßig. Während Altbesihan- leihe 1 Proz. einbühten und Reichsbahnvorzugs­aktien weitere 0,5 Proz. verloren, lagen Neubesitz und Reichsschuldbuchforderungen 0,25 bis 0,50

Prozent freundlicher. Von Jndustrieanleihen zo­gen Stahlvereinbonds etwa 1 Prozent an.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 14. Juli. Auftrieb: 102 Rin- der, 840 Kälber, 44 Schafe, 850 Schweine. Es wur­den notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 36 bis 39 Mark, mittlere Mast- und Saugkälber 31 bis 35, geringe Kälber 25 bis 30; Schafe: Mast­lämmer und jüngere Masthämmel, Weidemast 26 bis 30, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 18 bis 25, fleischiges Schafvieh 12 bis 16; S ch w e i n e: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 43 bis 45, von etwa 200 bis 240 Pfund 42 bis 44, von etwa 160 bis 200 Pfund 40 bis 44, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 36 bis 41 Mark. Markt- verlauf: Kälber, Schafe und Schweine ausverkauft.

Gießener Wochenmarktpreise.

Gießen, 14. Juli. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter 120 Pf.. Landbutter 120, Kochbutter 100, Matte 25 bis 30, Wirsing 8 bis 10, Weißkraut 8 bis 10, Spinat 15, Römischkohl 12 bis 15, Zwiebeln 15, Dohnen (grüne) 25, (gelbe) 30, Erbsen 15 bis 18, Tomaten 25 bis 30, Rhabarber 8 bis 10, Pilze 45, Aepfel (ausländische) 50 bis 60, Kartoffeln (neue) 6 bis 7 (pro Ztr. 5 bis 5,50 Mk ). Dörrobst 30 bis 35, Kirschen 35 bis 50, aeidelbeeren 20 bis 25, Stachelbeeren 25 bis 30, ohannisbeeren 20, Erdbeeren 35 bis 50, Pfirsiche 50 bis 60, Himbeeren 35 bis 40, Honig 40 bis 45, Suppenhühner 70 bis 80, junge Hähne 80 bis 90 Pfennig pro Pfund; Tauben 60 bis 70, Eier 8, Käse 5 bis 10, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 5 bis 10, Salatgurken 20 bis 30, Einmochgurken 5 bis 8, Oberkohlrabi 8 bis 10, Rettich 10 bis 12 Pf.proStck.; gelbe Rüben 8 bis 10, Radieschen 8 bis 10 Pf« pro Bund.

Rundfunkprogramm.

Samstag, 16. Juli.

7.05: Frühkonzert. 12.00: Schallplattenkonzert. 13.00 bis 14.30: Unterhaltungskonzert des Rund­funk-Orchesters. 15.30: Stunde der Jugend. 17.00: Nachmittagskonzert des Rundfunk-Orchesters. 18.30:Stärkung des Binnenmarktes", Vortrag von Paul Alt. 19.00: Wiener Lieder. Gesungen von Hans Hanus. 19.30: Bayerischer Humor. 20.00: Volksmusik und Wanderlieder. Ein Funk­potpourri, zusammengestellt von Martin Lang und Gustav Görlich. 21.00: Parken verboten I Ein bun­ter Abend um das Auto. 22.45 bis 0.30: Von Berlin: Nachtmusik.

Kirchliche Nachrichten.

Israelitische Gemeinden.

Gottesdienst der 3fr. Religionsgesellschaft. Sabbat- feier den 16. Juli. Freitag abend 7.45, Samstag vor­mittag 8.00, nachmittag 4.00, Sabbatausgang 9.30. Wochengottesdienst: morgens 6.30, abends 7.15 Uhr.

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Der von dem Gemeinderat durchbera­tene Voranschlag der Gemeinde Saasen mit Bollnbach, Deitsberg und Wirberg für das Jahr 1932 liegt vom 15. Juli ab eine Woche lang zur Einsicht auf der Bürger- meisterei offen. Es wird eine Umlage er­hoben, zu der auch die Ausmärker beizu­tragen haben. 5229D

Saasen, den 14. Juli 1932.

Hessische Bürgermeisterei Saasen.

I. E. Schmitt.

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