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13.9.1932 Frühausgabe
 
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andere heißt:Emil und die Betet«

(Uebersetzung von Iris Koebsell.)

blonde Käte Haack.

Ausdruck gekommen, und wenige Wochen spater hat man sich über diesen Willen des Volkes hinweg- gesetzt Als Präsident der deutschen Volksvertretung liegt es mir ob, und bin ich entschlossen, alle nur zur Verfügung stehenden Mittel auszunutzen, um die Rechte des'deutschen Volkes zu wahren.

Der Reichskanzler spricht im Rundfunk

Das Programm des Reichskabinetts. - Staatsführung und Parteien.

Die beiden Filme sieht man gegenwärtig im neuen Doppelprogramm des Lichtspielhauses. Sportlich interessierte Besucher seien außerdem auf die Wochenschau aufmerksam gemacht, in der man il a. einen Querschnitt durch die Olympia-Kämpfe von Los Angeles zu sehen bekommt.r

lich also, daß seine Phantasie, beschwingt durch das schicksalhafte Zusammentreffen vonForelle" und ihren Möglichkeiten Ungeahntes erwartete. Er hatte seiner Frau erzählt, daß er einen Frschzug auf Forellen unternehmen wollte, und nun würde ihm die Vorsehung bestimmt mit einem großen Fischzug durchForelle" beglücken.

Im ersten Rennen riskierte George ein Pfund

Der andere heißt:(Emu und Die Derer* live" und ist gedreht nach einem Buch von Erich K ä st n e r , der mit seinen Gedichten und seinem RomanFabian" sehr bekannt geworden ist. Das Besondere an diesem Kriminalfilm ist, daß die wich­tigsten Rollen von Kindern gespielt werden. Eine Horde richtiger, fixer und geweckter Berliner Jungen befindet sich auf dem großstädtischen Kriegspfad und entlarvt nach mancherlei Abenteuern und über­raschenden Zwischenfällen einen gefährlichen Bank­räuber. Das ist originell, spannend und mit Humor gekurbelt: der Regisseur Gerhard Lamprecht zeigt dabei in der Gestaltung eines Teilmotivs, der entscheidenden Szene im Eisenbahnzug, über was für phantastische Möglichkeiten die Technik des Films (und nur des Films!) heute verfügt. Wenn der­gleichen häufiger ausgenutzt würde, brauchte man nicht so geflissentlich darauf hinzuweisen. Im übrigen ist es ein Vergnügen, zu sehen, wie frisch und na­türlich die kleinen Filmstars in kurzen Hosen ihre großen Rollen spielen; die nettesten von ihnen heißen Rolf Wenkhaus, Hans Sch au fuß, Hubert Schmitz. Hans Richter und Inge Landgut als Pony Hütchen. Don den erwachsenen Dar­stellern: Fritz Rasp, guter Bekannter aus zahl- reichen Kriminalaffären, in einer Rolle, die ihm direkt auf den Leib geschrieben ist; und die niedliche

Es handelt sich hier nicht um einen Konflikt Reichstag Reichspräsident, sondern um einen Konflikt des Volkes und feiner Vertretung gegenüber einer kleinen Schicht einer gewissen Gesellschafts­klasse. Der Reichspräsident hat seinerzeit den Reichs­tag aufgelöst, um das Volk nach feinem Willen zu befragen. Der Wille des Volkes ist eindeutig zum

Ländern einer Lösung zugeführt werden. Ls sei ein Entwurf beabsichtigt, der auf Grund der Er­fahrungen der Geschichte für lange Zeit die Grundlage unseres staatlichen Lebens sichern solle. Gan; dringend fei dabei die Frage einer Neuregelung des Aufbaues des Reiches. Aus­geschlossen müsse in Zukunft ein Gegen- und Nebeneinanderregieren im Reich und in Preßen sein.

Man werde den geschichtlich gewordenen preußischen Staat nicht zerschlagen, aber notwendig sei eine organische Verbindung der preußi­schen Regierung mit d e r des Reiches. Hier läge die Möglichkeit einer durchgreifenden Der- roaltungsreform und Verwaltungsverbil­ligung. Die Regelung des Verhältnisses zwischen Reich und Preußen werde die Eigenstaatlichkeit der anderen deutschen Länder nicht antasten. Das Pro- iramm der Reichsregierung sei ein einheitlicher und olgerichtiger Plan zur Wiederherstellung von SBirte chaft und Staatsleben. Die Regierung betrachte sich dabei als Vollstrecker eines nationalen Willens, der zwar feinen Niederschlag noch nicht in manchen Par­teien gefunden haben möge, der aber der eigent­liche und wahre Dolkswille sei. Die Sicherheit für das politische und wirtschaftliche Le­ben bestehe in der unerschütterlichen Entschlossen­heit der Regierung, die im Auftrage des Reichs- Präsidenten gefaßten Pläne bis jum Er fo l g durchzuführen. Der Kanzler schloß: Ich hatte die Absicht, von der Tribüne des Reichstags d i e erwählten Vertreter des Volkes auf­zufordern, dem Lande dadurch zu dienen, daß sie der Reichsregierung die Durchführung ihres Pro- gramms ermöglichen. Die Volksvertretung hat mich daran gehindert. Sie hat es nicht ge­wollt. Deshalb rufe ich dem Lanhss in dieser Stunde zu: Mit Hindenburg und für Deutsch­land!

Oie Nationalsozialisten zur Reichstagsauflösung.

Berlin, 12. Sept. (TU.) Die national­sozialistische Parteikorrespondenz nimmt zu den heutigen Vorgängen im Reichstag tote folgt Stel­lung:

Der Reichstag hat heute der Regierung v. Po­pen ein Mißtrauen ausgesprochen, tote es vernich­tender in der Geschichte noch nicht dagetoesen ist. Mit dem gleichen Stimmenverhältnis wurde gleich­zeitig der Antrag auf Aufhebung der Rotverord­nung vom Reichstag angenommen. Das deut­sche Volk hat gesprochen und dieser Re­gierung die verdiente Quittung für ihr Verhal­ten gegeben. Der Versuch des Reichskanzlers, in die Abstimmungshandlung selbst einzugreifen und vor der vollzogenen Abstimmung ein Schreiben, das, tote man später erfuhr, das Auf- lösungsdekret enthielt, zur Kenntnis des Reichstages zu geben, wurde geschäftsordnungs- und verfassungsmäßig mit Recht vom Reichs- tagspräsidenten zurückgewiesen, der nach der vollzogenen Abstimmungshandlung erklärte, daß er dem Herrn Reichskanzler selbstverständ­lich auf seinen Wunsch nach der Abstim­mung sHandlung dos Wort jederzeit gege­ben haben würde.

Das mit der erdrückenden Mehrheit von 513 gegen 42 Stimmen ausgesprochene Mißtrauensvotum gegen die Regierung von Popen Hot mit einem Schlage bie politische Situation geklärt und vor aller Welt kundgetan und bestätigt, was wir immer behauptet haben, daß diese Regierung eine Regierung ohne Volk ist. Der Reichstags- Präsident hat nach der Abstimmung der Auffassung der überwiegenden, weitmehralszwei D r 11* teldes Reichstags umfassenden Mehrheit Aus- druck gegeben mit der Erklärung, daß vom Herrn Reichspräsidenten nach Kenntnisnahme dieses Miß­trauensvotums erwartet werden dürfe daß er das vor der Abstimmung unterzeichnete Auflösungsdekret zurückziehen werde. Wir können und wollen nicht annehmen, daß der Herr Reichspräsident noch länger einem Kabinett sein Vertrauen schenkt, das fast vom gesamten deutschen Volk in so unzweideu­tiger verfassungsmäßiger Weise im Reichstag mit schärfstem Mißtrauen abgelehnt worden ist.

Ach, ich habe bloß gejagt, daß ich glaube, Sie würden nicht an einem Mal genug haben; und daß ich wüßte, daß Sie zwei Pfund aufForelle" ver­loren hätten."

Was sollte der unglückselige George dazu sagen? Das Unglück war nicht mehr aufzuhalten. Mit seinen Angelruten und Körben, den Beweisstücken seines verruchten Doppellebens, schlich er sich ins Haus. Aber seine Gattin kam ihm mit einem süßen Lächeln entgegen.

Es tut mir so leib, mein armer George, daß du nicht viel von dem Tag gehabt hast", lispelte sie, aber laß es gut sein, Liebling, es gibt dafür auch etwas Ausgezeichnetes zum Abendessen."

George erstarrte. Spielte seine Frau Komödie, würde sie sicy dann plötzlich demaskieren? Sie ge­hörte bestimmt nicht zu der Art von Frauen, die mit ihrem Gemahl, der ein paar Pfund im» Rennen ver­loren hat, sympathisieren. Sie war eher jener Gat­tung zugehörig, die bei solchen Gelegenheiten voll tiefer seelischer Gekränktheit stets bemerken müssen, daß wenn schon das Geld zum Fenster heraus­geworfen würde das Speisezimmer dringend eine neue -Tapete brauche. Und die diese Angelegenheit zum einzigen Gesprächsthema der nächsten vierzehn Tage machen. Es lag etwas Unheimliches in der widernatürlichen Freundlichkeit von Mrs. Denshall.

Ich habe Hauptmann Hardy getroffen", fuhr sie fort,und er erzählte mir..."

Was hat er dir erzählt?" George stockte der Atem.

Ich habe ihn nicht ganz genau verstanden, Lieb­ling, aber er meinte auch nur, du hättest heute schlechten Sport gehabt und eine Forelle von zwei Pfund verloren. Armer George! Wie verstimmt du sein mußt!"

George Denshall bemerkte über diesen Punkt nichts mehr zu seiner Frau erst etwas spater, und zwar über sie selbst.Siehst du", klopfte er seinem Schwager auf die Schulter,siehst du, sie ist eine von den seltenen Frauen, mit denen man eine wahrhaft harmonische und glückliche Ehe fuhren kann!" ,

Staaten ihre moralische und juri­stische verpflichtungzurAbrtistung e i n t ö st en und ihre Stiftungen nach den Vor­schriften und Maßstäben des Vertrages von Ver­sailles herabsehten. Wir würden auch die weitestgehenden Abrüstungsvorschläge für Deutsch­land annehmen, vorausgesetzt, daß sie gleich­mäßig für alle Staaten gelten. Aber es ist für uns unerträglich, weiterhin als ein Volk zweiter Klasse behandelt zu werden und weiterhin schutzlos unter den roaffenftarrenben Staaten des europäischen Festlandes dazustehen.

Trotz Völkerbund, Locarno und Kelloggpakt ver­sucht man, sich den Verpflichtungen zur Abrüstung zu entziehen. Wir können an den weiteren Arbeiten der Konferenz nicht teilnehmen, bevor die Frage der Gleichberechtigung nicht in unserem Sinne geklärt ist. Wir wissen, daß wir in diesem Kampfe nicht allein stehen. Mit Genugtuung können wir feststellen, mit welchem Verständnis der Regierungs­chef eines uns befreundeten großen Volkes in aller Öffentlichkeit unseren Standpunkt geteilt hat.

Das große Ziel, das die Reichsregierung sich Beim Herumtoerfen des Steuers der Wirtschaft gesteckt hat und das sie ihrer festen Lleberzeugung nach erreichen wird, ist die entscheidende Verminderung der Arbeitslosig­keit. Roch liegt die furchtbarste Krise, die die Wirtschaftsgeschichte der Menschheit kennt, über der Welt und über Deutschland. Aber schon ma­chen sich allenthalben erfreuliche Zeichen einer langsamen Vesserung, zum min­desten eines bevorstehenden Stillstandes der Krise bemerkbar. Diesen Augenblick hat die Reichsregte­rung für den rechten gehalten, mit dem Ihnen ja bekannten Wirtschaftsprogramm den Angriff zu beginnen.

Es ist wichtigste Voraussetzung jeder nationalen Politik, die Selbständigkeit der deut­schen Rahrungsmittelversorgung si­cher zu stellen. Wir müssen also die Verlustquellen bei der Landwirtschaft beseitigen. Das bedeutet: Hebung der Kaufkraft der Konsumenten für land­wirtschaftliche Produkte, Fernhaltung der vom Weltmarkt ausgehenden Störungsmomente. Kon­tingentierung bestimmter Einfuhrartikel und Min­derung der Lasten durch Zins- und Steuersenkung. Selbstverständlich bekennt sich die Reichsregierung zu der christlich-sittlichen Pflicht des Staates ge­genüber den schutzbedürftigen, insbesondere den kranken, verletzten und invaliden Arbeitnehmern. Hier findet die Freiheit der Wirtschaft ihre Grenze im Gebot sozialer Gerechtigkeit.

Die Lebenshaltung der deutschen Arbeiterschaft soll gesichert und der soziale Gedanke gewahrt bleiben. Rach dieser Richtschnur will die Reichs- regierung handeln. Man f)at ihr soziales Pro­gramm mit schärfsten Worten alsreaktionär" undunsozial" abgelehnt. Wir lassen uns von niemand im deutschen Volke an sozialer Ge­sinnung übertreffen. Unsozial ist, wer unerfüll­bare Wünsche vergeblich zu erfüllen trachtet und dadurch Arbeitsmöglic^eiten zerstört. Sozial aber handelt, wer durch den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit dafür sorgt, daß das soziale Gut dem Volke dauernd erhalten bleiben kann.

Nur wenn es möglich sein wird, die Zahl der Ar­beitslosen im kommenden Winter entscheidend zu verringern, werden wir die Unter st ützungem für die Arbeitslosen, die auch wir gegen­wärtig für zu niedrig erachten, erhöhen können. Das gleiche gilt für die Erhöhung der Renten. Niemand

Zweimal Kriminalfilm.

Der eine heißtDer Schuß im Tonfilm- a t e l i e r" und überträgt ein auf der Sprechbühne oft und immer wieder mit unfehlbarem Erfolg er­probtes Motiv in die ureigensten Bezirke des F Ims: dem Zuschauer erschließt sich, ausführlich und fes elnd, die vielfarbige und vieltönige, vielgliedrig bewegte

Berlin, 12. Sept. (WTB.) Reichskanzler von Papen sprach am Montag um 19.30 ilfjr über das Programm der Reichsregterung. Er führte u. a. aus: Ich spreche heute durch den Rundfunk zum deutschen Volk, weil d er s o - eben aufgelöste Reichstag es nicht ein­mal für notwendig befunden hat, eine Erklärung der Reichsregierung über das von chr verfolgte Programm entgegenzunehmen. Der Reichs­kanzler gab eine Schilderung der heutigen Vor­gänge im Reichstag und betonte, daß nach Artikel 33 der Verfassung der Prä­sidentverpflichtet war, ihm als Vertreter der Regierung das Wortzu erteilen. Mit dem Augenblick der 1/lebergabe des Auf­lösungsdekrets, fuhr der Kanzler fort, war nach den Bestimmungen der Verfassung der Reichstag aufgelöst. Die Abstimmungen, die der Reichstagspräsident danach hat statt­finden lassen, sind verfassungswidrig und damit rechtsungültig. Aus diesem Vorgang wird das deutsche Volk ersehen, daß es der Reichsregie­rung durch verfassungswidriges Verhalten des Reichstagspräsidenten unmöglich gemacht worden ist, vor dem Volke einen Rechenschafts­bericht über die vergangenen drei Monate zu geben, und ihr Programm fürdieZu- fünft mitzuteilen. Die kommunistische aus Moskau zugereiste Abgeordnete Frau Klara Zetkin ist von dem Reichstag mit Andacht in ihren Deklamationen angehört worden. Die Erklärung einer natio­nalen Regierung aber weigert sich die deutsche Volksvertretung auch nur anju« hören. Ich stelle dieses Verhalten des Reichs­tages vor dem deutschen Volke fest. 3n dieser Stunde liegt mir daran, dem deutschen Volke nunmehr auf diesem Wege erneut Rechenschaft abzulegen über die bisherigen Handlungen der Regierung und das weitere Ziel, das sie im Interesse der Gesundung der Ration verfolgt.

Die Reichsregierung, die ein unteilbares Ganzes bildet, ist fest entschlossen, den Weg weiter zu gehen, den sie mit ihren bisherigen Handlungen beschritten hat: den Weg einer neuen unabhängigen Staatsstihrung, zu der der Herr Reichspräsident sie berufen hat, und zu deren Durchführung wir uns ohne Zögern, aber auch ohne Uebersttirzung ans Werk gemacht haben.

Die Tätigkeit der Regterung, über die ich jetzt dem deutschen Volke Rechenschaft abzulegen habe, besteht in dem Abschluß einer alten und der Er­öffnung einer neuen Epoche. Ich beginne mit den­jenigen Aufgaben, deren Erledigung wir von un­seren Vorgängern übernommen haben: Ihre erste und dringendste war die Erledigung der Reparationsfrage. Das System der Re­parationen und seine letzte Verkörperung, der Boungplan, ist tot und wird niemals wieder lebendig werden. Schon in Lausanne habe ich den Anspruch Deutschlands vor der ganzen Welt an­gemeldet, als V.olk mit gleichen Rech­ten und gleichen Pflichten in der Welt behandelt zu werden. Die Beseitigung dieser Dis­kriminationen steht auf der Tagesordnung der in­ternationalen Politik und darf nicht wieder davon verschwinden. Die Herstellung der vollen Souveränität des Reiches, seiner Freiheit und Gleichberechtigung ist das grundsätzliche Ziel unserer Außenpolitik.

Wir wollen die Abrüstung. Niemand würde es freudiger begrüßen als Deutschland, wenn alle

Felde von fünfen behaglich nach Hause traben. Aber George war keineswegs entmutigt:Forelle" würde ihm ichon ein Vermögen bringen.

Als er gerade mit [einem Ticket: Sieg Forelle, vorn Totalisator abzog, traf er seinen Nachbarn, einen Hauptmann Hardy.

Hallo!" brüllte Hardy.Hätte nie gedacht, Sie hier zu treffen! Wissen Sie was Gutes?"

Ja, Forelle! Gehen Sie rauf, mit allem was.Sie haben. Bekam den Tip aus bester Quelle."

George glaubte wirklich daran.Ich selbst habe zwei Pfund darauf."

Danke", sagte Hardy und verschwand.

NachdemForelle" ihr Rennen in einer Form beendet hatte, die ihr unbedingt ein warmes Plätz­chen im Aluminium-Bassin eines Wursthändlers sicherte, hatte George nur den einen Wunsch, Hardy nicht über den Weg zu laufen. Bis ihm plötzlich mit entsetzlicher Deutlichkeit einfiel, daß dies sehr töricht gehandelt wäre. Er kannte Hardy nicht sehr gut, und was nun, wenn Hardy zuerst nach Hause führe, zu­fällig Mrs. Denshall träfe und der erzählte, daß er ihren Gatten getroffen hätte?

Hardy mußte unbedingt gefunden und ins Ver­trauen gezogen werden. Es gibt eine Art Frei- maurertum unter allen Gatten, und Hardy würde diskret fein. Aber Hardy war nirgends zu finden und George blieb nichts anderes übrig nachdem er unter größten Schwierigkeiten feinen Wagen ge­funden und unter noch größeren Schwierigkeiten in Gang gebracht hatte als ein Schicksal und feinen häuslichen Frieden in die Hände der Vorsehung zu legen. Er war fast schon zu Hause, als er plötzlich Hardy sah. Eilig stoppte er seinen Wagen.

Halloh!" rief Hardy wesentlich geschwächter als am Nachmittag.Ich bin nach dem vierten Rennen fortgegangen. Sie und IhreForelle"! Wie ist es Ihnen denn weiter ergangen?

Danke, schlimm."

Das habe ich mir gedacht. Wie ich schon vor einer halben Stunde zu Ihrer Frau sagte.. " George unterbrach ihn mit einem schwachen Schrei: Sie haben sie gesehen!" Um Gottes Willen, was haben Sie ihr erzählt?"

Die Sache mit den Forellen.

Von Claude Smedley.

George Denshall gehörte zu jener weit verbrei­teten Art von Gatten, die fest an dem Glauben hängen, daß der Wagen ehelichen Glückes hin und wieder durch eine kleine Schwindelei geölt werden müsse. George Denshall liebte Pferderennen, von welcher Neigung er aber Mrs. Denshall aus be« § reiflichen Gründen keine Mitteilung machte. Er esaß einen kleinen Wald von Angelruten und eine respektable Sammlung niedlicher Fischkörbe. Wenn irgend wo ein Pferderennen stattfand, das in er­reichbarer Distanz für seinen reichlich antiquierten Zweisitzer lag, ging ermal einen Tag raus zum Angeln".

Ruten und Körbe blieben im Hotel ,Lum Mon­archen". Wenn Mrs. Denshall einen Rennführer gehabt hätte, wäre sie über das eigenartige Zu­sammentreffen von Renntagen und den plötzlichen Angelexkursionen ihres Gatten zum mindesten leicht verwundert gewesen. Aber sie war nicht mißtrauisch, wie es manche Frauen sein sollen, und so war sie auch keinesfalls erstaunt, als George eines Tages zwecks Verdichtung eines notwendigen Alibis einen vierpfündigen Steinbutt mit nach Hause brachte. Sie machte sich nicht die geringsten Gedanken, wie er dieses Vieh in einem kleinen Bach, dreißig Meilen von der See entfernt, gefangen haben könnte.

Eines Morgens in jener schönen Zeit, da keine Saison für Forellen ist und das Fischen entzücken- der Tierchen auch laut Gesetz schwer geahndet wird; in jener interessanten Zeit bemerkte George Denshall einmal leichthin, daß seiner Meinung nach der morgige Tag gerade geeignet sei,einen netten kleinen Korb Forellen zu holen". Da dies ein größe­rer Renntag war, kann man es nicht durchaus Lüge nennen, wenn der gute George die Absicht aus­sprach,mal einen großen Fischzug zu unter­nehmen".

Wie gewöhnlich hielt George auf dem Wege zum Rennplatz erst bei dem Hotel an, händigte sein Angelgerät dem grinsenden Portier aus und grub dann in den Zeitungsbergen des Rauchzimmers nach Rennzeitungen mit todsicheren Tips. Ein Gold­gräber!

Ein Pferd, das von allen Propheten für das zweite Rennen als todsicher ausgeschrien wurde, faszinierte sofort seine Einbildungskraft. Es hieß Forelle". George hatte weder jemals den Fisch noch das Pferd gleichen Namens gesehen. Verständ-

in der Reichsregierung denkt daran, die wohler­worbenen Rechte des öffentlich-rechtlichen Versiche­rungsschutzes zu beseitigen, den Arbeiterschutz aufzu­heben oder die begrifflichen Merkmale des Tarifver­trages zu zerstören. Das Mißtrauen, das in dieser Hinsicht der Ermächtigungsverordnung entgegenge­bracht wird, ist grundlos.

Ich möchte hier -eine sehr ernste Mahnung aus­sprechen. Alte Maßnahmen, die in den Verord­nungen vom 4. und 5. September niedergelegt sind, gelten für eine Lieb e r g a n g s ze i t von 12 Monaten. In dieser Zeit entscheidet sich die Zukunft unserer Wirtschaft und damit un­seres Staates. Rach genauester Beobachtung der Entwicklung der Weltwirtschaft sind wir zu der Entscheidung gekommen, daß jetzt der richtige Zeitpunkt da ist, Um d i e P r i v a t i n i t i a t i v e wieder zu wecken und ihr die Gelegenheit zu ge­ben, ihre gewaltigen realen und moralischen Kräfte zu entfalten.

Die Reichsregierung erwartet von den Unter­nehmern, daß sie die ihnen anvertrauten Mittel gewissenhaft zum Wohle des gan­zen Volkes verwalten. Sie wird mit eiserner Strenge gegen Elemente vorgehen, die sich als Parasiten der Wirtschaft auf kosten der Arbeit­nehmer bereichern wollen. Mißlingt der Plan der Reichsregierung, dann ist das freie Unternehmertum verloren. Dann werden jene Kräfte die Oberhand gewinnen, die den Gesamtbereich der Wirtschaft der staatlichen Regelung unterwerfen wollen. Wehe dem Unter­nehmertum, wenn es nur an eigenen Ruhen denkt und nicht an das große Ganze, wenn es nicht jetzt seine Stunde erkennt und die große Chance begreift, die ihm die Reichsregie­rung bietet, wenn es nicht wagt, sondern zurück­haltend abwartet.

Neben dem Neuaufbau der Wirtschaft wird die Hauptaufgabe der Reichsregierung der Um­bau unseres staatlichen Lebens sein. . Die Reichsregierung ist der Ansicht, daß das System der formalen Demokratie im Urteil der Geschichte und in den Augen der deutschen Ration abgewirtschaftet hat und daß es nicht mehr zu neuem Leben erweckt wer­den kann. Aus der heutigen Zersetzung unseres Sbaatslebens heraus und in gesunde, zukunfts­volle Verhältnisse kann uns allein die Her­stellung einer wahrhaft unpartei­ischen nationalen Staats führung bringen, einer Staatsführung, die sich über allen Parteiwünschen als unantastbarer Hort der Ge­rechtigkeit erhebt, die gestützt ist auf die Macht und die Autorität des vom Volke gewählten Reichspräsidenten. Wenn die Herren von der RSDAP. heute die schon etwas verstaubten Requisiten des sozialistischen Klassen­kampfes vergangener Iahre glauben hervor­holen zu müssen, wenn sie glauben, daß sie mit einem Kampf gegen diefeinen Leute", gegen die f»genanntenBarone", gegen dieHerren­schicht" neue Wahlerfolge erzielen werden, so fürchte ich, daß sie eine bittere Enttäuschung er­leben werden, denn in dieser Kampfmethode ist ihnen der Marxismus aller Schattierungen weit überlegen. Aber sie werden dabei, ui. j das ist das wesentliche, ihr Ziel verfehlen und zerschlagen ihr Ziel, die Ration um der Ra­tion willen auf einer nationalen Basis zu einen.

Der Kanzler hielt es weiter für eine selbst­verständliche Pflicht, sich vor diehistorische Persönlichkeit des Staatschefs zu stel­len. Das deutsche Volk habe ein sicheres Gefühl der Dankbarkeit für das Gottes­geschenk, das ihm den Führer im Krieg und Frie­den, den Wahrer seiner besten Traditionen an der Spitze der Ration erhalten habe. So hoch die kämpfenden Gewalten von heute von diesem Symbol der Einigkeit überschattet würden, so sicher werde jeder gute Deutsche nur mit Kopf- schutteln und Abscheu von Reden Kenntnis ge­nommen haben, die jede Ehrfurcht vor der Weis­heit des Alters und der großen Persönlichkeit vermissen ließen.

DieResormderVerfassung werde nicht übereilt und nur in liebereinffimmung mit den

Welt hinter den Kulissen (eines großen Ausnahme- Ateliers). Wie bei Pirandello im Theater fließen unversehens und verwirrend Spiel und Wirklichkeit ineinander; die Illusion des Drehbuchs verstrickt sich in die (scheinbare) Realität eines rätselhaften Sri- minalfalls; aus der gestellten Szene wird blutiger Ernst aus der vorgetäuschten Sensation eine echte. Die Idee stammt von Kurt S i o d m a k; die Regie hat Alfred Z e i s l e r, der mit kundiger und leichter Hand den Knoten schürzt und entwirrt. Aus den Massenszenen heben sich mit pointierten Lelltunaen heraus- Gerda Maurus, dieFrau im Mond ; Harry Frank, Erwin Kaiser, Stahl-Rach- und Alfred feierte.