Oie innerpolitische Spannung
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Aus aller Welt
möge.vielleicht tenjniten Willen haben. Es fehle ihm jedoch der Mutzur Tat. Es komme die
Lied
Sn Steeden bei Limburg (Lahn) wurde der Nationalsozialist Grasmäher von dem Steinbrecher Freitag nach einem vorausgegangenen
Leipzig. 12. 3uli. (ERB.) Oberbürgermeister Dr. Goerdeler sprach in der Aula der Uniber- fitöt Leipzig über die „Arbeitsdienstpflicht". Das Wes«n der praktischen Arbeitsdienstpflicht kennzeichnete der Redner durch folgende sechs Grundsätze:
1. Der Arbeitsdienst wird da wertvolle Wirkung leisten, wo er sich aus der Freiwilligkeitentwickelt. 3« umfassender, desto wohltätiger. Eine Möglichkeit zur Befreiung vom Dienste am Volke, etwa vom 18. bis 3 0. Lebensjahr, dürfe nur körperliche Unfähigkeit darstellen. Eine Form des Loskaufes dürfe es nicht geben. Umfaht mühten werden alle Jugendlichen, nicht nur die Arbeitslosen im technischen Sinne. 3n der öffentlichen Verwaltung erhalte nur der «inen Arbeitsplatz, der am Arbeitsdienst einmal teilgenvmmen habe.
2. Der Dienst dürfe sich nicht beschränken auf körperliche Arbeit, «ingeordnet müsse sein die geistige Erziehung. Dazu trete disziplinierte körperliche Dewe - 4 u n g , alles bei einfachster Lebenshaltung.
3. Die Führer der einzelnen Arbeitslager
Die schweren politischen Zusammenstöße i n O h l a u haben zur Fe st nähme von sieben Reichsbannerangehörigen geführt, die ins Untersuchungsgefängnis eingeliefert worden sind.
In E l b e r f e l d kam es zwischen Angehörigen verschiedener Parteien zu schweren Auseinander
Der Redner schloh mit einer Betrachtung der finanziellen Seite und teilte mit, dah b i s zum Ende dieses Jahres noch 2 00 000 Mann beschäftigt würden, von den dazu nötigen 60 Millionen Mark Mitteln lägen 40 Millionen Mark bereit.
Das Lied des Blinden und der Königsschah.
Ein blinder alter Mann, der ein uraltes
mühten aus dem Arbeitsdienst selbst hervorgehen.
Die Gruppen, deren Erfassung bei Kreisen und Aemtern geschehe, dürften nicht mehr als 20 bis 40 Mann umfassen. Die Verwaltung müsse möglichst dezentralisiert sein.
Unter den drei technischen Formen, den geschlossenen, offenen und örtlichen Lagern, stelle die erstere eine kleine Schicksalsgemeinschaft dar.
Schliehlich sei eine zweckmähige technische Leitung nötig. Der Zweck aller Arbeit müsse irgendwie der Volkswirtschaft als Ganzem zugute kommen. Ausgeschlossen seien alle Arbeiten, die auf dem normalen Arbeitsmarkt ausgeführt werden konnten.
Grundsätze der Arbeitsdienstpflicht
Forderungen Goerdelers für die Ausgestaltung der Arbeitsdienstpflicht.
fetzungen. Ein Nationalsozialist feuerte >echs Schüsse ab, durch die fünf Personen, darunter eine Frau, verletzt wurden. Der Täter flüchtete, konnte aber von Polizeibeamten auf dem Dach eines Hauses festgenommen werden. Er gibt an, in Notwehr gehandelt zu haben, da er von Kommuni st en und Reichsbannerleuten bedroht worden sei.
München, 12. Juli. (TU.) Unter der Ueber- schrift: „N u n i st e s a b er genug" beschäftigt sich der „Völkische Beobachter" mit den brütigen Ereignissen des letzten Sonntags und schreibt u. a.: Noch nie habe die rote Bestie mehr Freiheit zu brutalstem Terror gehabt, als heute. Der Staat solle sich der Gefahr, in der er schwebe, bewußt fein, wenn er es dahin treiben lasse, daß erbasßeben einer Volksgenossen nicht mehr zu chützenimstande sei. Es könne eine Macht auf« tehen, die die Pflicht zu der ihren mache. Gayl
Bundestag Deutscher Jugendbereine.
Die Bundestagung des Bundes Deutscher 3u- gendvereine findet vom 4. bis 7. August-1932 i n Weimar statt. Der Bund hofft für seine erwerbslosen. Tagungsteilnehmer Erleichterungen und Unterstützungen zu erreichen, die vielen erwerbslosen Jugendlichen die Teilnahme an der Bundestagung ermöglichen. Die Dundestagung steht unter der Losung: „Woll'n predigen und sprechen vom heil'gen Deutschen Reich". Den Hauptvortrag zu diesem Thema wird der Bundesleiter, Prof. Dr. Wilhelm S t ä h l i n, Münster in Westfalen, halten. 3m übrigen sieht das Programm ein Geländespiel der 3ungen, besondere Arbeitsgemeinschaften für 3ungen, für Mädchen und für Aeitere, sportliche Wettkämpfe, einen Vortrag über Weimar und Goethe, den Festgottesdienst, Festwiese, Festspiel und Bundesfeuer vor.
Dampferzusammenstoß auf der Schelde.
In der Nähe der holländischen Hafenstadt Termeu« len stieß auf der Schelde das deutsche Tankschiff „Hanseat" mit dem englischen Kanaldampfer „Ma- lines" zusammen. Die „Malines" mußte auf eine Sandbank geschleppt werden,' um vor dem Sinken bewahrt zu werden. Die auf dem Schiff befindlichen 100 Passagiere wurden von einem zur Hilfe herbeigeeilten Dampfer übernommen und nach Antwerpen gebracht. Bei dem Zusammenstoß wurden mehrere Personen der Besatzung der „Malines" verletzt. Auch das deutsche Tankschiff wurde erheblich beschädigt und mußte auf der Schelde auf Grund g e - setzt werden.
Der hypnotisierte Kater.
Oder: die total verrückte Champagner-Wette.
Von Peter Purzelbaum.
Grad vor 250 3ahren wurde in Frankreich von einem tüchtigen Mönchlein der schäumende Champagnerwein erfunden, und während nun diesem braven Manne zu Ehren in der Champagnerstadt Rheims Bürger und Fremdlinge „für nah" auf »satt Sekt" von der bekannten Witwe Cliquot oder den Herren Deutz und Geldermann eingeladen werden, sitzt unsereiner hinter einer Pulle sauer gewordenen Weißbieres und gedenkt verklungener Zeiten, da noch eine Flasche „Schum", wenn auch nicht zu den Alltäglichkeiten, so doch hin und wieder zu den Annehmlichkeiten dieses irdischen 3ammertales gehörte.
Gewöhnlich pflegen mit so einer Flasche „Knallkümmel" heitere Erinnerungen verbunden zu sein — während ich also das Filmband mit den fröhlichen Augenblicken vor meinem Geiste abrollen lieh, fiel mir ein Erlebnis ein, das unglaublich komisch und mehr als verrückt gewesen. Herzlich lachte ich auf — ja, um auch andere an diesem Späh teilnehmen zu lassen, habe ich versucht, die Geschichte niederzuschreiben, wobei ich allerdings foä .'-Dort „versucht" betonen muh, denn wahre Komik läßt sich nur erleben, schlecht erzählen und kaum in Druckzeilen schildern. Darum werden die Leser auch gebeten, der Situation mit ihrer Phantasie ein wenig nachzuhelfen und sich alle Gestalten, zumal den hypnotisierten Kater, recht bildhaft vorzustellen. —
Da ein Vollmond auf ihn hernieder schien, wurde der Ferench, der so wie so leicht einem elegischen Sparren bekam, romantisch angehaucht und er erzählte die Geschichte vom Geistermord auf Schloh Markocz, dessen dunkle Umrisse sich auf der Höhe grad uns gegenüber vom stern- reichen Rachthimmel abhoberu
Als er mit einem Seufzer geendet, meinte der Karoly, der sich immer was auf seine Bildung zugute tat: „Uuunbedingt gibt es holt auf Aer- den zwischen dem Himmel Dingär..." worauf der Dandibasci dröhnend in die Rächt hinaus lachte und alles für Teufelsspuk erklärte.
Das war das Stichwort für den verdrehten Kerl, meinen Freund Eduard Schramm, der bis dahin lächelnd zugehört und mit seiner Zigarette ge- spielt hatte. Er verkündete mit der entsprechenden Handbewegung:
„Der Ferench hat recht und der Karoly hat recht und der Onkel Dandy hat natürlich auch
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eine Küchenschürze bringen lassen, die er zur Schonung seines Smokings umband, dann setzte er sich feierlich auf seinen Stuhl zurecht und stellte die uneröffnete Flasche Törley vor sich auf die Erde.
Der fauchende Kater wurde ihm von kräftigen Händen zugereicht, er nahm ihn wie ein Wickelkind in den Arm, hielt ihn aber mit eisernem Griff fest. Darauf begann Freund Schramm mit seinem freien rechten Arm allerlei hypnotischen Hokuspokus zu vollführen, strich mit gespreizten Fingern dem Katzentier über di« Augen, blickte es durchdringend an — kurzum, er ahmte alle jene merkwürdigen Fisematenten eines Hypnotiseurs nach.
Zweifelnd, ungläubig, aber ernst sahen die Lln- garn diesen Vorbereitungen zu. 3ch selbst, der das Gebaren bisher für einen Berliner Stammtisch-Alk gehalten hatte, wurde nun doch bedenklich. als das wilde Tier zusehends ruhiger wurde, die Augen schloß und in den Armen seines Herrn und Meisters einzuschlummern schien.
Don Sekunde zu Sekunde wuchs unsere Spannung. 3m Geiste malten wir uns aus: der hypnotisierte Kater — die schwere und glatte Flasche — wie wird er sie anfassen? — reicht seine aufgereckte Größe überhaupt bis zur Tischkante? — oder muß er erst auf einen Stuhl steigen... ?
Da! Plötzlich! Bevor wir begreifen, was gespielt wird — packt Schramm den dösenden Kater am Schwanz —, läßt den Körper des Tieres herunterbaumeln —, das Tier, aus seiner Ruhe jäh erschreckt, zappelt mit wilden Bewegungen hin und her —, faßt nach irgend einem Gegenstand, um sich an ihn zu Kammern und sich dadurch aus der scheußlichen Lage befreien zu können — gerade vor seiner Rase steht die Sekt- pulle —, in Todesängsten krallt der Kater beide Pfoten in Korken und Drahtgeflecht —, jetzt hebt Eduard am Schwanz« den Kater, an dem die Sektflasche baumelt, langsam in die Höhe — bis die Pulle auf den Tisch zu stehen kommt —, wirst in hohem Dogen den Kater über das Geländer der Terrasse in ein Gebüsch — und lacht uns — die wir mit offenen Mäulern dasihen — einfach aus.
Als Anparteiischem blieb mir nichts anderes übrig, als unter dem brüllenden Gelächter der Korona die Wette dahin zu entscheiden, dah Freund Schramm sie gewonnen hätte — heutigen Tages entsinne ich mich aber nicht mehr genau, ob 'wir im Lause jener Rächt den gewonnenen Korb Törley allein ausgetrunken haben. Als der Morgen graute» war er jedenfalls leer.
politischen Wortwechsel erstochen. Der Sohn des Freitag kam in angetrunkenem Zustand von der Kirmes in ein Lokal, wo er Rationalsozialisten sitzen sah. Er machte abfällige Bemerkungen über die Hitlerbewegung. Der Wirt versuchte den Freitag zu beschwichtigen. Als das nichts half, wollte er ihn vor die Tür setzen. Dem setzte der Angetrunkene starken Widerstand entgegen, so daß die jungen Leute dem Wirt zu Hilfe kamen und den Anruhestifter aus dem Lokal beförderten. Rach kurzer Zeit erschien der Vater des Freitag im Lokal und stach blindlings mit einem Messer in die Gruppe der Rationalsozialisten. Dabei wurde Grasmäher in die Halsschlagader getroffen, so daß er tot niedersank. Ortspolizei verhaftete den Täter.
in seinem verblassenden Gedächtnis bewahrt hat, ist der Mittelpunkt einer romantischen Schahgeschichte, die sich gegenwärtig in 3ugoslawien abspielt. Vor einem 3ahr etwa erklärte ein blinder alter Serbe aus Prizren, Stanko Dimitsch, dah er das Geheimnis der Stelle kenne, an dem Krone und Schatz des berühmtesten mittelalterlichen Serbenherrschers, des Z a r e n D u s ch a n, verborgen seien. Die Behörden vernahmen diese Erzählung mit viel Anteilnahme, legten sie schriftlich nieder und verwahrten das Dokument in den Archiven, in denen es vergessen wurde. Run aber hat ein 3nspektor das Protokoll zufällig wiedergefunden und sich bei dem jetzt 90jährigen Stanko nach näheren Einzelheiten erkundigt. Wie Belgrader Blätter berichten, gab Stanko an, das Geheimnis von dem Schah deS Zaren Duschan sei in seiner Familie durch Jahrhunderte als heiliges Vermächtnis immer auf den ältesten Sohn vererbt worden: sein Vater habe ihm auf seinem Totenbette das alte Lied vorgesungen, in dem dieses Geheimnis beschlossen liegt, und er habe es treu im Gedächtnis bewahrt. 3n diesen Versen finden sich zahlreiche Angaben und Zeichen, die zur Auffindung des Verstecks dienen sollen. Er selbst hat niemals den Versuch gemacht, die Wahrheit der alten Kunde nachzuprüfen. Während des Krieges wurden alle seine vier Söhne getötet; er habe feinen, dem er das Familiengeheimnis vererben könne; so wolle er es also König Alexander, dem wahren Erben der Reichtümer Duschans, mitteilen. Der 3nspektor' schrieb sich die Verse der alten Ballade genau auf, und auf Grund dieser Angaben drang er durch eine wilde und verlassene Gegend bis zu einer hohen Klippe vor, in der sich viele fast unzugängliche Hohlen befinden. Anter den Zeichen wurde auch die Stelle eines alten Kloster- erwähnt, aber niemand in der Amgegend hatte davon feit vielen 3ahrzehnten etwas gehört. Bei weiterem Rachsuchen stieß man auf einen großen Erdhügel, in dem sich die Ruinen eines mittelalterlichen Klosters vorfanden. Der 3n- spektor ist daher zu der Aeberzeugung gekommen, daß an der Geschichte des blinden Alten etwa- Wahres sein muß und hat sich nun an die oberste Behörde in Belgrad mit der Aufforderung gewendet, die weiteren Forschungen nach der Krone König Duschans zu übernehmen.
Besprechungen
-er Reichsregierung.
Auch Freiherr vonGahl fährt nach Neudeck.
Berlin, 12. 3uli. (TA.) Amtlich wird mit- geteilt: „Der Reichsminister des 3n- nern empfing am Dienstagnachmittag auf ihren Antrag die Vorstandsmitglieder der SPD., die Abgeordneten Wels und Dr. Drei t sch ei d, die dem Minister das von der Partei gesammelte Material über die p o - liti schen Zusammenstöße der letzten Zeit überreichten. Die Herren machten weiter darauf aufmerksam, dah sie die Lage in Deutschland im Augenblick als besonders ernst ansähen und forderten Maßnahmen zur Wiederher st ellung derRuhe undSi- cherhei-t. 3nsbesondere stellten sie die Wiedereinführung des Aniformverbots als notwendig hin. Der Minister erklärte, daß er Provokationen, von welcher Seite sie auch kämen, mißbillige und es auf das Aeußerste bedauere, daß es infolge solcher Provokationen zu blutigen Zusammenstößen gekommen sei. Die Aufrechterhaltung der Ruhe uirb Ordnung sei jedoch zunächst Sache der Landesbehörden. Das Reichskabinett werde, nachdem nunmehr der Reichskanzler zurückgekehrt sei, zu der innerpolitischen Lage alsbald Stellung nehmen. Die Wiedereinführung des Aniformverbots lehnte der Mini st er a b."
Außer der Besprechung der sozialdemokratischen Führer beim Reichsinnenminister hat am Dienstag auch eine Aussprache zwischen dem deutsch- nationalen Fraktionsführer im Preußen-Landtag, Dr. von Winterfeld und dem Reichskanzler v o n P a p e n stattgefunden. Dr. v. Winterfeld hat im Hinblick auf die blutigen Vorgänge in Preußen dem Reichskanzler gegenüber die RotWendigkeit eines scharfen Eingreifens desReiches inPreußen betont. Alle diese innerpolitischen Fragen werden auch Gegenstand der für Donnerstag vorgesehenen Aussprache be i m R e i ch sp rä si d en ten sein. Zu diesem Zweck begibt sich Reichsinnenminister Freiherr VonGahl am Mittwoch gemeinsam mit dem Reichskanzler nachReudeck.
Keine antisemitische Stellungnahme der Reichsregierung.
Berlin, 12. 3uli. (ERB.) 3n Aeuherun- gen der 3üdischen Telegraphenagentur über die Lage des 3udenturns in Deutschland waren Befürchtungen zum Ausdruck gekommen, dah unter der gegenwärtigen Reichsregierung die rechtliche Stellung des 3udentums in Deutschland gefährdet sei. Der Staatssekretär derAeichskanzlei hat unter Bezugnahme auf diese Aeuherungen in einem Schreiben an Professor Sobernheim mit oller Entschiedenheit zum Ausdruck gebracht, dah derartige Befürchtungen selbstverständlich völlig grundlos seien und daß keinerlei Benachteiligung der 3uben beabsichtigt sei. Der Staatssekretär hat Professor So- bemheim ausdrücklich «ermächtigt, von seiner Aeußerung Gebrauch zu machen.
Oie Nationalsozialisten an den Reichsinnenminister.
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recht — und trotzdem seid ihr alle miteinander Quatschköppe — denn ihr stellt da Behauptungen ohne Beweise auf — na denn prost!"
Eduard ergriff sein Glas, in dem Törley, ungarischer Champagnerwein, perlte und kippte «s mit Grazie hinter die Binde.
Die Madharen gerieten in Eifer. Ob er denn, ber Berliner mit ber großen Klappe, so etwas Aebersinnliches beweisen könne? Das fei doch nun einmal ganz unmöglich! Wie wolle er überhaupt die Existenz überirdifcher Kräfte aufzeigen... ?"
„Wetten, daß ich das kann?!" rief Schramm, den Wortschwall ber Madyaren unterbrechen!). „Sofort und hier auf der Terrasse des Kaffeehauses?!"
„DittL sähr — l" lächelten die anderen.
„Ra also! Gewiß habt ihr alle schon davon gehört", erklärte Schramm und rückte seinen Stuhl in den Kreis, „daß man Tiere hypnotisieren kann — Hühner, die von einem Kreidestrich gebannt werden und andere solche Experimente sind natürlich olle Kamellen, die mit unirdischen Kräften nichts zu tun haben — ich dagegen werde hier vor euren Augen eine Katze — es kann natürlich auch ein Kater fein — hypnotisieren und ihm in ber Hypnose eine ganz schwierige, ja unmögliche Ausgabe erteilen unb ausführen lassen — so soll das Vieh — also meinetwegen diese Flasche Törley, die der Kellner eben bringt — lassen Sie die Flasche bitte zu, Ober —, vom Fußboden, auf den ich sie setze, auf die Tischplatte hier stellen..."
Ein 3ndianergeheul war ein beethovensches Pianissimo gegen das Madyarengeschrei, das sich am Tisch auf den Vorschlag meines Freundes Schramm erhob.
„Die Katze soll die Flasche Sekt vom Fußboden auf den Lisch stellen — joi joi joi —, die Wette halten wir um einen Korb Sekt, daß das nicht gelingt!“
Die Kette der Hände schlug ich nach Wettgebrauch durch und bestellte dann beim Ober:
„Einmal lebendige, recht große Katze!"
Der Wann hielt mich für vollkommen plemplem, und es blieb uns nichts anderes übrig, als in dem Slowakennest selbst auf Katzenjagd zu gehen. Es dauerte auch gar nicht lange, da hatten wir einen riesigen, gelb und weiß gefleckten Kater, der auf nächtlichen Liebespfaden wandelte, am Wickel und schleppten nun bas fau- chenbe Biest im Triumph zur Kaffeehausterrasse zurück.
3nzwischen hatte sich Schramm vom Kellner
Interessante Statistik.
In Berlin stehen nicht weniger als 3200 Plakatsäulen; täglich werden in Berlin durchschnittlich neun Autos gestohlen; der durchschnittliche Fleischverbrauch in Berlin beträgt im Jahr rund 71 Kg. pro Kopf. — An der Universität München wurden während des Studienjahres 1930-31 ins- gesamt 310 Kandidaten zu Doktoren promoviert.— Im Mittelalter war die Insel Helgoland 1 330 Quadratkilometer groß; nach der berühmten „Marzellusflut" umfaßte sie nur noch 10 Quadratkilometer; alles andere Land war im Meer versunken; heute ist der Flächeninhalt der Insel ein halber Quadratkilometer. — Die Milchstraße, die wir so oft des nachts am Firmament deutlich beobachten können, besteht aus etwa 3 0 Milliarden Sternen. — Das erste Preisrätsel in einer Zeitung erschien 1803 in einem Pariser Journal; es erregte allgemeines Aufsehen und der Redaktion ginaen 8773 Lösungen zu. — Der Ausdruck Amtsschimmel hat mit dem Schimmel aus der Tierwelt nichts zu tun; Schimmel bedeutet in diesem Zusammenhang vielmehr den Schimmelpilz, der sich auf den schon lange Zeit lagernden Akten bildet. — Die wertvollsten Diamanten liefert heute fast immer noch Afrika; Rubine stammen vorab aus Birma; Scha- ragde und Amethyste findet man vorzugsweife in Vorderindien: Mondsteine haben ihre Heimat huf Ceylon; Türkise sind in Aegypten zu Hause; Opale und Topase kommen aus Australien. — Zu Luthers Zeiten wies Deutschland 2 645 000 Mönche und 200 000 Nonnen auf. T
Stunde, da kein Recht und Gesetz es verweigern könne, wenn der Angegriffene zur Waffe greife und sich wehre. Am Schluß des Artikels heißt es: In Hagenow haben SA. und SS. von der Notwehr Gebrauch gemacht und in wenigen Minuten war der Haufe von Hell- und Dunkelrot verflogen. Das gelte Herrn v. Gayl unb feinen Helfern noch einmal zur Warnung und das möge allen denen zur Lehre fein, die sich über die Ruhe und die schier umfaßbare Geschlossenheit unserer Armee leichtsinnigen Trugschlüssen hingeben. Wir haben unsere Pflicht mehr als erfüllt, wir haben gewarnt, haben mit praktischem Rat nicht gespart, haben uns zur Verantwortung gestellt. Mehr können wir nicht tun. Noch einmal fordern wir ein Ende von Mord und Terror.
Erneute Schließung der Berliner llniversität.
Berlin, 12. Juli. (TU.) Am D e n k m a l d e r gefallenen Studenten an der Universität find oon fünf der am Sonntag aus Anlaß der Langemarck-Gedächtnisfeier dort niedergelegten Kränzen, und zwar des Rektors und Senats der Universität, des deutschen Offiziersbundes, des nationalsozialistischen Studentenbundes und zweier anderer Vereinigungen von unbekannten TäterndieSchleisen abgerissen morden. Am Denkmal versammelte sich Dienstag vormittag die deutschnationale und national- sozialistische Studentenschaft unb faßte eine Entschließung, bie vom Rektor der Universität scharfe Maßnahmen verlangt. Daraus würbe bas Deutschlandlieb gesungen. Der Republika- nische Stubentenverbanb, ber selbst am Sonntag einen Kranz nieberlegen will, verurteilt bas Vorkommnis aufs Schärfste.
In einer vom Rektor der Universität über die heutigen Vorkommnisse ausgegebenen Mitteilung wirb festgestellt, daß es dem persönlichen Eingreifen des Rektors gelang, ernstere Zwischenfälle Zu vermeiden. Aus seine Aufforderung hin räumte ‘bie Stubentenschaft die Universität, ohne daß es innerhalb der Universität zu Unruhen gekommen wäre. Die Studenten derjenigen Verbände, deren ^Kranzschleifen entfernt worden waren, haben am Gefallenendenkmal einen Ehrenwacht dien st eingerichtet. Das Universi- tätshauptgebäube bleibt nm Mittwoch ge- schlossen. Die vorgesehenen Prüfungen finden statt.
politische Zusammenstöße.
In Nürnberg wurden fünf Nationalsozialisten, bie an ber Ecke Roland- unb Pi- lotystraße Anschluß an einen Propagandazug ber NSDAP, zu erreichen suchten, oon etwa 20 Kommunisten überfallen. Einer ter Nationalsozialisten wurde mit einer Zaunlatte zu Boden geschlagen unb hat einen schweren Schädelbruch erlitten. Er wurde ins Krankenhaus gebracht. 2m weiteren Verlauf des Zuges kam es neuerlich zu Reibereien, wobei ein Kommunist eine Kopfverletzung erlitt. Zwei Täter wurden festgenommen. Bei einem Zusammenstoß mit politischen Gegnern am Meianchthonplatz erhielt ein Nationalsozialist einen Schuh in bie link e Schulter. In einem anderen Stadtteil suchten einige Nationalsozialisten bei einer Wache um polizeilichen Schutz nach, da sie sich von Kommunisten bedroht fühlten. Ecke Herold- unb Gärtnerstraße würben bie b e - gleitenden Polizeibeamten mit einer Anzahl von Schüssen empfangen, die von den Beamten erwidert wurden. Einige Zeit später wurde eine Polizeistreife in ber Heroldstraße erneut beschossen. Auch hier wurde das Feuer erwidert. Ein weiterer Zusammenstoß hat sich zwischen politischen Gegnern — Reichsbanner und Nationalsozialisten — Ecke Frauentorgraben unb Lessingstraße ereignet, wobei e i n Reichsbannermann burch Schläge auf ben Kopf verletzt wurde.
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