Ausgabe 
13.7.1932 Erstes Blatt
 
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Mittwoch, 13. Juli 1932

Mr. 162 Erstes Blatt

182. Jahrgang

vnick und Verlag: vrühl'sche Univerfiläls-Vllch' und Sieinörutferei K Lange in Lietzen. Schristlettung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7.

Jas innerpMWe Ringen um die Macht

das brachte ihm die Anerkenntnis der Prager Re­

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ln-Deuh, ausge- rn Geschältsjah! jmens, die Sivi- i, aus. Es teil' l von MraK> nto 2 Millivna der Aeingetein -n 277353 M. »es Gewinnvoo

zendem Organisationstalent geht er an die Her­stellung einer Massenproduktion von Schuhen, wo­

mit seinem Plane einer Z e n t r a l d e p o t k a s s e heraus, deren Gelder an eine nicht näher zu be­zeichnende Stelle abgeführt werden sollten. Mit Recht rochen die Saarländer die Lunte. Die saar­ländischen Spargroschen sollten ebenso wie ihre Steuergroschen in Frankreich thesauriert und sie selbst damit in die stärkste finanzielle Ab­hängigkeit zum französischen Danklapital gebracht werden. Die Gegenwehr der Bevölkerung hatte Erfolg. 3m Saargebiet ist jetzt eine Zweig- stelle derDeutschenGirozentralemit der schweren Herzens gegebenen Einwilligung der Saarregicrung eingerichtet worden. Wenigstens in diesem Falle ist der Politik der wirtschaftlichen Durchdringung ein Riegel vorgeschoben worden.

Es erweist sich auch hier wieder, daß gerade der Presse des Reiches die Aufgabe zufällt, immer wieder den Verhältnissen im Saargebiet die größte Aufmerksamkeit zuzuwenden. Das Saargebiet ist deutsch und wir müssen seine Bevölkerung auf das tatkräftigste in ihren Bemühungen, aus diesem deutschen Land keine französische Dunkelkammer machen zu lassen, unterstützen.

Ein KpO.-Zührer tot aufgefunden.

Altona, 13. Juli. (WTB. Funkspruch.) Der seit Montag vermißte Ztommunistenführer Bauer aus Marne ist unweit der Chaussee von MarneRöst- Husen tot aufgefunden worden. Die Leiche lag in einem Graben und war mit Schlamm bedeckt. Ob ein Verbrechen vorliegt, muß die Untersuchung er­geben.

In der Nacht zum Mittwoch kam es in Elm­schenhagen bei Riet im Anschluß an einen Deut­schen Tag der Nationalsozialisten zwischen heim- kchrenden SA.-Leuten und Reichsbannerangehöri­gen zu einem Zusammenstoß, bei dem etwa dreißig Schüsse fielen. Drei Angehörige des Reichsbanners wurden verletzt, zwei von ihnen so schwer, daß sie in ein Krankenhaus gebracht werden mußten. Das Kieler Ueberfallkommando nahm 51 Personen fest.

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher.

Preis für 1 mm HSHe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re­klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20 \ mehr.

Chefredakteur.

Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen.

letzten Zeit gelang, die Warenflut des inzwischen reichlich exzentrisch gewordenen Schuhkönigs er liebte es beispielsweise, in einem Fesselballon, der über seinem Werke stand, feine Arbeiten zu er­ledigen abzustoppen. 3n dem Abwehrkampfe gegen das Eindringen des Schuhkönigs von Zlin haben die deutschen Schuhfabriken den Sieg da- vongetragen. Sie lieferten trotz höherer deutscher Löhne bessere Schuhe als Data zu einem nicht wesentlich höheren Preise. Als dieser schließlich dazu überging, sich in Deutschland selbst Ver- koussgesellschasten anzugliedern und sogar in Oberschlesien Grundstücke zum Dau einer neuen großen Schuhfabrik aufkaufte, war die Data-Ge- sahr für Deutschland eigentlich schon überwun- , den. Sein Prestige war gebrochen und er hat

trotz der Hartnäckigkeit, mit der er gerade in Deutschland sein Ziel verfolgte, keine nennens­werten Erfolge auf dem deutschen Markt erriw- gen können.

Vielleicht beruhte sein Welterfolg hauptsächlich auf der Vereinigung modernestr amerikanischer Produktionsgrundsätze mit der Verwendung bil­ligster Arbeitskräfte, die sich ihm in der kul­turell zurückgebliebenen Slovakei boten. Gegen die Lohnverhältnisse in seinen Fabriken sind mehr­fach scharfe öffentliche Angriffe gerichtet wor­den, die zweifellos ein unbefriedigendes soziales Dild von seinem Zliner Reiche enthüllten, älm die Auswirkungen der Wirtschaftskrise kam auch ein Data nicht herum, der sich im Verlauf von knapp 20 Zähren vom bescheidenen Schuhmacher zum großen Kronenmillionär heraufgearbeitet hatte. Für uns Deutsche wird das Dild dieses Mannes nicht schöner durch die Tatsache, daß er aus seinen Gewinnen nicht unerhebliche Mit­tel für die Bekämpfung der^ Sudetendeutschen in der Tschechoslowakei der Sokolbewegung zur Ver­fügung stellte.

Rachdem man an den zuständigen französischen Stellen im Laufe der Jahre hatte einsehen müssen, daß alle Versuche, die Bewohner des Saargebietes für Frankreich zu gewinnen, scheitern mußten, stellten sich die Franzosen um. Sie begannen nun zielbewuht die schon in ihren Kolonien bis zur Meisterschaft ausgebildete Po­litik derwirtschaftlichen Durchdrin­gung" eines widerstrebenden Gebietsstriches, die sie seit der Besetzung des Saargebietes im Jahre 1918 nur sporadisch angewandt hatten, zu ver­folgen. Jedes Mittel war ihnen recht, um in wirtschaftlicher Beziehung immer neue Ver­bindungsgräben zwischen Frank­reich und dem Saargebiet zu ziehen, Fäden zwischen saarländischen und innerfranzö»

KeinReichskommissarsürpreußen

Berlin, 12. Juli. (ERB.) Die bisherigen Be­sprechungen im Reichskabinell haben irgendwelche Beschlüsse nicht gebracht. Rur über eins b c - st e h t Klarheit und zwar wird das auch nach dem Besuch des deutschnationaten Abgeordneten v. Winterfeld betont, daß d i e Einsetzung eines Reichko m m i s s ars für Preußen nicht in Frage kommt. Der Preußische Land­tag hat sich bis nach den Reichstagswahlen vertagt, ohne daß vorher der ernsthafte Versuch gemacht worden wäre, eine parlamentarische Regierung zu- standezubringen. Das allein spricht nach Auffassung unterrichteter Kreise schon gegen die Einsetzung eines Reichskommissars und macht sie im Augenblick sogar vollkommen unmöglich.

Severing mahnt zurvesonnenheit

Berlin, 13. Juli. (WTB. Funkspruch.) Der preußische Minister des Innern, Severing, hat heute einen Aufruf an d i e Bevölkerung erlassen, in dem es heißt:Bon Tag zu Tag wer­den die politischen Leidenschaften aufgeregt. Gewalt­same Zusammenstöße mehren sich in erschütternder Zahl. An Stelle geistiger Auseinander­setzung tritt der Kampf mit Messer und Revolver. Die politischen Parteien überfluten die Behörden mit Klagen über mangelhaften Schutz und mit Beschwerden über den Terror der anderen. Unsere Polizei tut mehr als ihre Pflicht. Man spricht von Selbstschutz, aber der w i r k s a m st e S e l b st - schütz ist diO«elbstz u ch t. Jeder andere vermeint­liche Selbstschutz kann schließlich zum brutalsten Ausdruck kommen. Ich richte darum an alle, die dringende Bitte, der ruhig en Besonnenheit wieder Eingangim politischen Ringen zu verschaffen. Wenn die Führer aller poli­tischen Parteien und Verbände mithelfen, indem sie gewaltsame Auseinandersetzungen unterbinden und brandmarken, dann wird dem Morden Einhalt geboten."

OerVölkische Beobachter" fordert den Ausnahmezustand.

München, 13. 3uli. (ERB. Funkspruch.) Unter der NiederschriftDas Reich ist reif für den Ausnahmezustand" schreibt der

Neuesten Nachrichten" hören, liner Börsenzeitung" mit der Berichterstattung über rischen Ministerpräsidenten Strafanzeige erstattet.

gegen dieB e r im Zusammenhang die Rede des baye- in Pirmasens

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mit reinen Händen vor Amerika zu treten. Er könne versichert sein, daß England auch somit reinen Händen vor Amerika trete. Wenn England an Amerika herantrete, werde die­ses erklären:Ihr habt getan, was wir von euch verlangten, ihr habt euch in Europa geeinigt, ihr habt eine endgültige Regelung getroffen. Wir stim­men eurem Vorgehen zu. Aber wir glauben im­mer noch, daß wir von euch etwas mehr verlangen müssen als ihr bekommt." 3n einem solchen Fall müsse sich England überlegen, was zu tun sei. Aber es sei unvernünftig, zu verlangen, daß England sämtliche Schulden seiner europäischen Allierten streiche, b e v o r es an Amerika herantrete.

Als Chamberlain Lloyd Georges Äußerungen über das sogenannte Gentleman-Abkommen zurück­wies, forderte Lloyd George erneut b i e Veröffentlichung der betreffenden Papiere. Das wäre die beste Antwort.Es gibt", so erklärte Lloyd George,ein Schriftstück zwischen England und Italien und ein anderes Schriftstück zwischen England und Frankreich. Will die Regierung diese Papiere veröffentlichen, damit wir selbst beurteilen können, was vor sich gegangen ist?" Chamberlain antwortet:Ich habe nicht den geringsten Einwand gegen eine Veröffentlichung die- ser Papiere, falls die anderen Regierungen ihre Zustimmung geben.

Es ist keinerlei Geheimnis, die Lage Englands ist vollkommen einfach. Wenn eine allgemeine Streichung durchgeführt werden kann, dann streichen wir; wenn

gegriffenen Industrien ein; insbesondere Deutschland, wo es denn auch im Verlaufe der

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Randnoten.

Des tschechischen Schuhkönigs Bata Leben ist ein einziger folgerichtiger Aufstieg gewesen. Von der höchsten Höhe ist er in des Wortes doppelter Be­deutung abgestürzt: ein Versagen der Flugmaschine, die Bata mit Vorliebe für seine geschäftlichen Rei­sen benutzte, brachte ihn ums Leben. Es wird ge­sagt, diese Reise, die seine letzte geworden ist, hätte nach Deutschland führen sollen, wo wichtige Ver­handlungen für den tschechischen Schuhkönig bevor­standen. Die so dringlich gewünschte Steigerung der Produktion in Zlin und vor allen Dingen ihr Ab­satz waren in der letzten Zeit der Hauptantrieb zu allen Bata'schen Arbeiten geworden. Denn über bas eigentlich in kurzer Zeit Erreichte hinaus ver­mochte sich der tschechische Schuhkönig nicht mehr zu steigern. So märchenhaft schnell sein Aufstieg vor sich ging, so abrupt ist das Ende dieses Man­nes, der als ein echter Selfmademan über die Grenzen seiner Heimat hinaus in der ganzen Welt bekannt geworden ist und im Grunde genommen als der hervorragendste Industrielle der Tschecho­slowakei galt.

Der Sohn eines einfachen Dorfschuhmachers lernte früh mit Hellen Augen die besonderen Be­dürfnisse der Stadt kennen und spürte heraus, auf welchen neuen Wegen der Kaufmann das Porte­monnaie des Käufers lockern könnte. Ebenso schnell wird dem jungen Menschen die Bedeutung der Maschine für eine verbilligend wirkende Massen­produktion klar, und als er die ersten rationell arbeitenden automatischen Schuhmaschinen in Deutschland kennenlernt und in Amerika ihre An­wendung erprobt, ist für ihn der Weg zum Auf­stieg. feine Lebensarbeit klar. Roch im alten Oesterreich gründete er seine erste Schuhfabrik, für die er Aufträge von allen Seiten herbeizuholen suchte, ohne daß das je so glänzend gelang. Aber im Kriege bringt er vom k. u. k. österreichischen Aerar die Heereslieferungen in Massen nach Zlin. einem kleinen Oertchen in der heu­tigen Tschechoslowakei, in dem er aus einer be­scheidenen Fabrik eine ganze Fabrikstadt macht.

Rach dem Friedensschluß mit seinen weitreichen­den territorialen Veränderungen ist Bata m i t Leib und Seele Tscheche geworden, ünb

GießenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

Völkische Beobachter" u. a., von allen theoreti­schen aufbauwilligen Ankündigungen der Reichs- rcgierung Papen-Gayl sei nichts geblieben als eine außenpolitische älnterwer- f u n g und der durch die Straßen der deutschen Städte sich ungehemmt austobende R o t m o r d. Das ganze Reich sei schon längst für den Ausnahmezustand reif. Wolle die Reichsregierung nicht zum Gespött der Welt wer­den, wolle sie nicht eines Tages als Gefangene des noch in Preußen amtierenden Marxismus er­wachen, wolle sie die Ration vor einem blutigen Untergang bewahren, dann müsse sie den Aus­nahmezustand verkünden. Jedes Zö­gern sei unverantwortlich. Könne die Reichsregie­rung sich dazu nicht entschließen, dann müsse man erklären: Fort mit diesen Män­nern! Fort mit ihnen, lieber heute als morgen!

Strafantrag

des Ministerpräsidenten Or. Held.

München, 13. Juli. (CNB. Funkspruch.) Mi­nisterpräsident Dr. Held hat, wie dieMünchener

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bei ihm der niedrige Lohnstandard in der Tsche­choslowakei zugutekommt. Rach kurzer Zeit schon gelingt ihm der Angriff auf die Schuhindustrien in anderen Ländern, lieber Deutschland hinaus bringen seine ganz auf Billigkeit kalkulierten Schuhe bis nach Amerika vor, und es kommt Data dabei nicht darauf an, sich zur Durch­führung dieses Angriffs mit einem Bargewinn von einer Krone (gleich 12,5 Pfennig) zu begnügen. Damit gelingt es ihm, die Riefenproduktion von Zlin abzusehen.

Um so energischer setzt die Abwehr der an­

zischen Produzentenkreisen zu knüpfen, um end­gültig das Schwergewicht des saarländischen Wirt­schaftslebens nach Westen zu verlegen. Bei der Verfolgung dieser Politik kam ihnen der über­ragende Einfluß, den sie in der sogenannten neu­tralen völkerbundlichen R e g i e r u n g s kom­mt s s i o n haben, zugute. Ganz im Sinne dieser Politik lag die Einführung des französischen Franken als amtliche Währung, lag die Einbe­ziehung des Saargebietes in den französischen Zollkordon, lag die Erlaubnis zum Abbau saar­ländischer Kohlenflöze durch französische Derg- werksgesellschaften von französischem Terri­torium aus. Man muh es den Franzosen lassen, daß ihre Initiative keinen Augenblick erlahmte und daß einer ihrer klügsten Vertreter tm Saar­gebiet, der Minister M o r i z e , geschickt selbst die unscheinbarsten Begebenheiten und Tatsachen im Sinne dieser Politik auszunuhen verstand.

Selbstverständlich ist von der Saarbevölkerung alles getan worden, um einige dieser sauberen Plänchen zu durchkreuzen. Herr Morize, der viel­beschäftigte. ist schon seit langem den saarländi-

Das Gläubiger-Abkommen von Lausanne wird veröffentlicht

Der Erfolg einer Attacke Lloyd Georges.

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schon Kommunen nicht mehr hold, weil sich ge­rade in den G e m e i n d e p a r l a m e n t en der Wider st and gegen bie französi­schen äleberfremdungsmethoben am erfolgreichsten geäußert hat. Man versteht, daß die deutschen Gemeinden keineswegs großes Ver­trauen zu einer Regierung haben können, die die Steuergroschen einer deutschen Bevölkerung, un­ter der sich auch noch nicht einmal ein halbes Prozent Franzosen befinden, auf französischen Danken anlegt. Als im vergangenen Jahre nun die Landesbank der DHeinprovinz als Girozen­trale für die saarländischen Kommunen und Spar­kassen ausschied, glaubte Herr Morize seine Stunde gekommen, endlich auch hier derwirt­schaftlichen Durchdringung" nachhelsen zu können. Als sich in den Tresors der saarländischen Spar­kassen größere Deträge ansammelten, die der An­legung harrten, als die deutschen Parteien bei Saargebietes den Antrag an die Regierung stell­ten in Verbindung mit einem deutschen einschlä­gigen Institut eine saarländische Giro­zentrale zu gründen, rückte der Fincrnzmimster

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lediglich an die

eine Streichung nicht möglich ist, dann müssen wir warten und sehen, was für vorfchläge uns Amerika machen kann.

Das sogenannte Gentleman-Abkommen ist lediglich ein Abkommen über etwas, was zwischen den Gläu­bigernationen stattgefunden hat. Wenn Amerika an den Lausanner Erörterungen teilgenommen hätte, wäre das Gentleman-Abkommen unnötig gewesen, weil dann an Ort und Stelle ein endgültiges Ergeb­nis hätte abgeschlossen werden können."

Churchill fragte darauf die Regierung, ob die Feststellung Chamberlains bedeute, daß die von Lloyd George erwähnten Schriftstücke in nächster Zeit veröffentlicht würden. Der Ministerprä­sident Macdonald antwortete:Wir haben keine Einwendungen dagegen".

Der Außenminister Sir John Simon erklärte, Lloyd Georges Annahme, daß die Abmachungen mit den Alliierten hinter Deutschlands Rücken vor Unterzeichnung des Lausanner Abkommens durchgcführt worden seien, sei vollkommen falsch. Gerade diese Frage sei zwischen den deutschen und englischen Ver­tretern aufgeworfen worden. Die englischen Vertreter hätten der deutschen Abordnung ihre Vorschläge mitgeteilt und die deutschen Ver­treter hätten nicht nur keinerlei Ein­wendungen oorgebracht, sondern sie hätten die Abmachungen auch als völlig verständlich angesehen.

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Lloyd George erklärte in der gestrigen Sitzung des englischen Hinterhauses: Die englische Abord­nung wisse es am besten, ob es in Lausanne möglich gewesen wäre, die völlige Repa­rationsstreichung durchzusehen. Er, Lloyd George, glaube, daß sie es hätte hin können, wenn s i e es gewollt hätte. Sie würde darin von Italien und, soweit er unterrichtet sei, auch von Delgien unterstützt worden sein. Er glaube nicht, daß Frankreich eine isolierte Stel­lung hätte einnehmen können. Seiner Ansicht nach könne sich selbst ein mächtiger Staat wie Frank­reich dieses nicht leisten, wenn es sich lediglich um rund 150 Millionen Pfund handele, die noch dazu unter alle älnterzeichner des Versailler Ver­trages verteilt würden.

Mit einem Exemplar des jetzt über das Lau­sanner Abkommen veröffentlichten Weißbuches in der Hand rief Lloyd George!ilnb dies i st nicht alles, was sich auf der Lausanner Kon­ferenz ereignet hat. Das wichtigste, was sich dort zugetragen hat, steht nicht in diesem Dokument ! Das Dokument, von dem das Le­ben des Landes abhängig ist, ist nicht hierin ent­halten. Ich hätte gedacht, daß das Parlament dazu berechtigt wäre, jedes Dokument zu ken­nen. Wir haben bisher nur das Vorwort für das neue Duch erhalten und soweit ich sehen kann, hat der neue Zeitabschnitt überhaupt noch nicht begonnen.

Lloyd George zog bann Bemerkungen des Watin" über bas Gentleman-Abkom­men heran, benen zufolge biefes als ein notwenbiges Binbeglieb bezeichnet worben war.Dieses Gentleman-Abkommen", so sagte Lloyb George,erscheint nicht in ben veröffentlichten Briefen unb bie Briefe, burch bie Deutschland von bem Abkommen unter­richtet würbe, können nur bann als veröffent­licht betrachtet werben, wenn sie bem Parlament vorgelegt werben." warum ist biefes nicht ge­schehen? Wußte ber beutsche Reichs­kanzler, als er ben Lausanner Vertrag unterzeichnete, baß nocheinanbererver- trag eingegangen worben sei, bet bie ganze Sache wirkungslos machen könne? Würben bie Bebingungen biefes zweiten Vertrages bem beutschen Reichskanzler mit- geteitt? Ulan habe sich lediglich mit bem Lausan­ner Abkpmmen zufrieden gegeben mit der Be­gründung, daß irgendetwas, das wie das letzte Wort der Reparationen aussähe, zwischen Frank­reich und Deutschland unterzeichnet worden sei.

Ls sei jedoch nicht das letzte Wort.

Das Gentleman-Abkommen sei Deutschland am 9. Juli vorenthalten worben. Am 10. Juli habe Frankreich es gewußt. England habe es schließlich nur durch Frankreich und Amerika erfahren. Es wäre schließlich nicht vor Erledigung der Konferenz herausgekommen, wenn nicht der französische Mi­nisterpräsident die Katze aus dem Sack gelassen und diese zufällig auf die Tauben gehetzt hätte. Dis Tat­sache, daß England nach Amerika ohne eine reine Schiefertafel gehe, bedeute, daß man nicht die Streichung der Schulden, sondern nur die Möglichkeit der Herabsetzung der Schulden bespre­chen werde. Lloyd George fragte, welche Abreden mit Italien und Frankreich getroffen worden seien. Das englische Parlament habe ein Recht zu wissen, was lebenswichtig für England fei und er müsse auf eine Antwort bringen.

Chamberlains Antwort.

Schahkanzler Reville Chamberlain übt an der Rede Lloyd Georges schärfste Kritik. Die Rede habe ein vollkommen falsches Dild von den Lausanner XSreigniffcn ergeben. Auf die Vorwürfe Lloyd Georges, daß England sehr wohl eine völlige Reparationsstreichung in Lausanne hätte durchsetzen können, wenn es bei der Stange geblieben wäre, erklärte Chamberlain:Hätten wir einer allgemeinen Streichung zustimmen sollen, ohne daran zu denken, waszwischen Amerika und uns nachher vor sich gehen kann? Lloyd George schlage vor, Eng­land solle zuerst alle Schulden streichen, um dann

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