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Oie Vulkanausbrüche in Südamerika.

Weite Strecken Chiles und Argentiniens von Aschenregen und vulkanischen Gasen betroffen.

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Der Vulkan Misti bei Arequipa, der als erloschen galt, jetzt aber ebenfalls wieder ausgebrochen ist.

(Aus Wilh. MüllerDas schöne Südamerikas Verlag Strecker 8- Schröder, Stuttgart.)

Der Vulkanausbruch erfolgte in den mittleren Cor- dilleren, die die Grenze zwischen Chile und Argen­tinien bilden. Die Spuren des Aschenregens wurden bis Montevideo, 1300 Kilometer vom Zentrum der Katastrophe entfernt, beobachtet.

Santiago (Chile), 12. April. (241.) Das Ge­biet der Erdbeben und Vulkanausbrüche erstreckt sich über eine Strecke von über ZOO Kilo­meter. Es reicht von Santiago bis südlich von Concepcion. Ein Vulkan nach dem anderen, die fast alle für erloschen galten, hat seine Tätigkeit wieder ausgenommen. Unaufhörlich wird der Boden von starken Erdstößen erschüttert. Die gan^e Gegend ist mit A s ch e n w o l k e n bedeckt. Selbst in Montevideo, das etwa 1300 Kilo­meter von dem nächsten Vulkan entfernt ist, ist dichter Aschenregen gefallen. Diele Leute haben Schirme aufgespannt, andere haben sich Tücher vor Mund und Aase gebunden, um sich vor dem Einatmen der Asche zu schützen. Die Fernsprech- und Telegraphenleitungen nach dem Vulkangebiet sind größtenteils unterbrochen. Die chile­nische Regierung hat ein F l u g z e u g g e s ch w a - der nach dem Gefahrengebiet entsandt, das Be­obachtungen anstellen soll. Diele Städte mußten am Tage wegen der Dunkelheit infolge des Aschen­regens Licht brennen. Der Aschenregen hat stellen­weise auch große Verkehrsstörungen zur Folge gehabt. So können sich Kraftwagen und Eisenbahnzüge nur mühsam durch die am Boden liegende Asche hindurcharbeiten.

Am meisten leiden Stadt und Bezirk von Ma- largue in der Provinz Mendoza. Die Erde hat sich dort auf weite Strecken hin gespalten. Die Crdrisse ziehen sich auch unter der Stadt hindurch, so daß ernste Gefahr für die Häuser besteht.

Die südlichen Vorstädte von Santiago sind von dem Aschenregen vollkommen eingehüllt. Sämtliche Züge, die nach dem Süden fahren, sind mit Flüchtlingen überfüllt. 3m Gebiet von Talca verspürte man während der Aacht drei weitere Erdstöße. Große Flammen schlagen aus den Kratern Les Descabezado Grande und des Descabezado Chico hervor. Die Einwohner von Molina, Curico und San Fer­nando verlassen ihre Heimstätten. Der argen» tinische Astronom Hartmann vom La Plata-Obser­

vatorium versichert, daß die Aschewolken inner­halb von 48 Stunden Europa errei­chen könnten.

Der L a v a st r o m hat die etwa 100 Kilometer von dem Ausbruchsgebiet entfernt gelegene Stadt San Raffael erreicht. Das im Mittelpunkt der Stadt gelegene HotelEl Comercio" ging in Flam­men auf. Die Anden-Dörfer sind von der Umwelt abgeschnitten. Dorthin gesandte reitende Boten mel­den, daß Hunderte von Personen ernste Vergif­tungen davongetragen haben und dem Er­stickungstode nahe sind. Starke Gas­wolken verhindern die Rettungsarbeiten. Die Hilfsabteilungcn können nur schwer Vordringen. Der Vulkansiaub verdunkelt die Sonne, der Hori­zont ist in der Nähe der Ausbruchsherde blutig- rot gefärbt. Die Seismologen sagen einstimmig ein Erdbeben in Argentinien voraus.

Tie Vulkanausbrüche haben plötzlich nach­gelassen. Die Seismologen befürchten aber gerade infolge dieser plötzlichen Beruhigung ein noch stärkeres Einsehen der Vulkantätig­keit. Der Stadtverkehr in Buenos Aires liegt völlig darnieder. Das ganze Land hat infolge des Aschenregens ein winterliches Aus­sehen angenommen. Die Aerzte befürchten den Ausbruch von Epidemien unter den Flüchtlingen. Durch starke Schwefeldämpfe und dichten Rauch wurden die nach dem Erdbebengebiet entsandten Beobachtungsflugzeuge zum Rückflug gezwungen. Europa vermutiich nicht betroffen.

Leuchtende Nachttvotken "

Berlin, 12. April. (TU.) Es erhebt sich die Frage, ob es möglich ist, daß der Aschenregen bei günstigen Luftströmungen bis nach Europa g e l a n g en kann. Fest steht, daß die außergewöhn- lich feine vulkanische Asche bei großen Bulkanaus- brüchen Tausende von Kilometern zurück- lcgen kann, sobald sie höhere Luftschichten erreicht hat. Das konnte z. B. bei dem gewaltigen Ausbruch

des Krakatau im Jahre 1883 sowie bei dem Ausbruch des Vesuvs im Jahre 1906 beobachtet wer­den. Diele Monate nach dem Ausbruch des Krakataus wurden in Europa in klaren Nächten in großer Höhe leuchtende Wolken beob­achtet. Es handelte sich dabei um Aschenwolken, die noch von der Sonne beleuchtet wurden, wenn die Erde schon längst in nächtlicher Dunkelheit lag. Beobachtungen, daß vulkanische Asche nach einer Wanderung von mehreren tausend Kilometern noch als reyelrechter Aschenregen Europa erreichte, sind bisher nicht gemacht worden. Bleibt die vulkanische Asche in Luftschichten, in denen eine Wolkenbildung möglich ist, so werden die Ascheteil- chen schnell von Wassertropfen umgeben und infolge ihrer Schwere auf die Erde fal- l e n. Unter diesen Umständen ist nicht damit zu rechnen, daß Europa diesmal nach dem Ausbruch der südamerikanischen Vulkane von einem Aschen- reaen heimgesucht wird. Dagegen ist es nicht aus­geschlossen, daß sich in der nächsten Zeit wieder leuchtende Nachtwolken" über Europa zeigen.

Glückwünsche zur Wiederwahl des Reichspräsidenten.

Berlin, 12. April. (WTB. Amtlich.) Dem Herrn Reichspräsidenten sind aus Anlaß seiner Wiederwahl Glückwünsche von einer großen Anzahl von Staatsober­häuptern, von den Staats- und Ministerprä­sidenten deutscher Länder, von Provinzen Städten, von den Spitzenorganisationen und Verbänden sowie viele Tausende privater Kundgebungen zugegangen. Des onders zahlreich sind die Glückwünsche und Treue­gelöbnisse, die dem Herrn Reichspräsidenten aus Kreisen der Ausländsdeutschen zu­gegangen sind.

Der Herr Reichspräsident empfing heute die Vertreter des Arbeitsausschusses der Ver­

einigten Hindenburg - Ausschüsse, Landrat G e r e k e, Graf Westarp und Gene­ralmajor a. D. v. Winterfeld sowie Staats­sekretär z. D. Kempner, und sprach ihnen seinen Dank für die bei der Durchführung der Wahl des Reichspräsidenten für ihn geleistete große Mühewaltung aus. Ferner empfing der Herr Reichspräsident Oberbürgermeister Dr. S a h m und sprach auch ihm feinen Dank für die bei Vorbereitung der Kandidatur und der Wahl Hindenburgs geleisteten Dienste aus.

Oer Frontkämpfer AdolfHiiler

Aus unserer Leserschaft geht uns heute noch die folgende Zuschrift zu, mit deren Veröffent­lichung wir die Debatte schließen.

Die Erwiderung vom 8. 4 auf die Zuschrift vom 6. 4.Der Frontkämpfer Adolf Hitler" be­darf der Gerechtigkeit halber folgende Berich­tigung: Wessen Soldatenehre ist in der letzten Zeit aus durchsichtigen Gründen in der unwahr­sten und schamlosesten Art und Weise angegrif­fen worden, die Soldatenchre des ehrwürdigen Feldmarschalls oder die des einfachen Gefreiten des Weltkrieges Adolf Hitlers? Wenn der Ver­fasser der Erwiderung sich diese beiden Fragen vorgelegt hätte, so mußte er zu der 4leberzeu- gung kommen, daß die Zuschrift von einem Front­kameraden Adolf Hitlers und das Eintreten für ihn zur Wahl für jeden^gerecht fühlenden Men­schen verständlich war. Es ist eine Selbstver- ständlichkeit, daß jeder ehrliche deutsche Soldat und deutsche Mensch die Verpflichtung hat, die angegriffene Ehre eines braven Soldaten zu retten. Von dieser Einstellung muß auch in erster Linie die Zuschrift des Frontkameraden Adolf Hitler gewertet werden. Wenn der Verfasser dabei ein kurzes Bild von der Westfront entrollt und dem Leser dabei im Geiste an die Tatsachen der großen Geschehnisse erinnert, so dürfte dieses für manchen eine Mahnung sein, auch der Taten eines einfachen Soldaten besser zu gedenken und zu würdigen, als wie dieses manchmal heute ge­schieht. Da die Soldatenehre des Herrn Reichs­präsidenten m. W. nach von niemanden ange­griffen worden ist, wohl aber die Soldatenehre von Adolf Hitler, so ist m. E. der von dem Er- widerer gezogene Vergleich zwischen Hindenburg und Hitler völlig verfehlt und überflüssig, be­sonders auch deshalb, da der Frontsoldat mit keiner Silbe Hindenburg berührt hat. Da der Erwiderer diesen Vergleich nun einmal gezogen hat und meint, Hitler hätte bis heute noch nichts Positives -geleistet, so kann darauf nur erwidert werden, daß heute weite Kreise des deutschen Volkes, auch solche, die nicht in der nationalsozialistischen Bewegung stehen, ganz an­derer Meinung sind. Die Zukunft wird auch einst Adolf Hitler die Bedeutung beimessen, die sich Hitler im Kampf um die Gestaltung des deutschen Volkes und der Ration verdient hat.

Die englisch-irische Spannung.

London, 11. April. (WTB.) Der Staatssekretär für die Dominions, Thomas, erklärte im Unter­haus, die britische Regierung habe in ihrer abschlie­ßenden Antwortnote der irischen Regierung mitgeteilt, daß sie von der Note de Valeras nur mit tiefstem Bedauern Kenntnis ge- n o m m e n habe. Die Darlegungen der erwähnten Note de Valeras zeigten deutlich, daß die Fragen des T r e u e i d s und der Annuitäten nur einen Teilausschnitt aus einem viel ausgedehnte­ren Fragenkomplex darstellten. Es gehe um nichts mehr und nichts weniger als um die völlige A b - le h n u n g der im Jahre 1921 getroffenen Regelung der englisch-irischen Beziehungen. Die britische Re­gierung könnte sich die Errichtung eines ge­samtirischen Staates (einschließlich Nord­irland) nur dann denken, wenn sie auf der Grund­lage dauernder unveränderlicher Anhänglich- keit Irlands an die britische Krone und damit seiner Zugehörigkeit zum Commonwealth of british nations erfolgt.

20 Männer schreiben unsere Weltkriegsgeschichte.

3m Archiv des Deutschen Reiches.

Von Hans Vertun.

Die alte Militärschule in Potsdam, ein romantisches Gebäude, auf einem steil ansteigenden Berg ge­legen, und mit. ragenden Türmen und Zinnen ver­sehen, ist zu neuem Leben erwacht: Das Archiv des Deutschen Reiches hat hier sein end- gültiyes Heim gefunden und seine Schätze von uner­meßlicher historischer Bedeutung in diesem Hause zu­sammengetragen. Eine besondere, vom eigentlichen Reichsarchiv streng getrennte Abteilung dieserAr­chivburg" ist die Geschichtswerkstatt des Deutschen Reiches, in der seit Jahren in ununterbrochener Ar­beit als ein Beitrag zur Zeitgeschichte die Ge­schichte des Weltkriegs 1914 1918, so wie ihn Deutschland erlebte, geschrieben wird.

Das Deutsche Reich schreibt eine Geschichte des größten Krieges, den es je erlebt hat ... im Reichs­archiv zu Potsdam sitzen, in Ruhe und Abgeschieden­heit von dem lärmenden Gang der Ereignisse, zwanzig wissenschaftliche Arbeiter, in tiefste Arbeit versunken. In den Zimmern um sie herum häuft sich das Material bis zur Decke: ein Laie der hierher kommt, glaubt, niemand könne sich durch diesen Wust von Briefen und Schriften hindurcharbeiten.

Diese 20 Männer aber sind erste deutsche Gelehrte, die sich zum großen Teil ihr Leben lang mit Ar­beiten der Geschichtsforschung beschäftigt haben, und die auch in dieser Papierflut ein System und eine Ordnung finden. Die Reichsregierung hat ihnen eine Lebensarbeit übertragen: rein und klar soll für künf­tige Zeiten, für die Enkelkinder, das Bild des gran­diosen Kampfes entstehen den Deutschland zwischen. 1914 und 1918 durchgefochten hat.

Präsident oonHoeften.der Leiter des Reichs­archivs, ist auch der Führer dieser Gelehrtenschar. Die Zahl der Sacharbeiter übersteigt bei weitem die Zahl der hier im Reichsarchiv tätigen Persönlich­keiten. Denn das Werk über den Weltkrieg soll kein betrachtendes Resums, sondern die größte Ma­terialsammlung sein, die zu allen Zeiten über ein geschichtliches Ereignis zusammengetragen wor­den ist. Daher ziehen sich die Fäden vom Reichsarchiv in die ganze Welt. Briefe, Tagebücher, schriftliche Auskünfte von Mitkämpfern werden Tag für Tag berangeholt, eine unwahrscheinlich große Zahl von Auskünften muß mündlich gegeben werden. So wird ein gewaltiges, einzigartiges Mosaik der Geschichte gebildet, eine schöpferische Leistung der Geschichts­forschung entsteht, die durch ihre Objektivität des Materials in der ganzen Welt einzigartig ist.

Nur ungern lassen sich die Gelehrten bei der Arbeit stören. Und noch mißtrauischer werden sie, wenn der Berichterstatter bittet, den Schleier von jenen histo­rischen Schätzen zu heben, die den Grundstock des entstehenden Geschichtswerks Über den Weltkrieg bilden. Es sind jene großen Dokumente, die sich durch die Schicksalsjahre 1914 bis 1918 ziehen, es sind Notizzettel oder Aktenbogen von hoher und höchster Hand mit eiligen Schriftzügen bedeckt ...

Dunkle Vorhänge werden von den Regalen roeg.- gezoaen/ die das Tageslicht absperren. Dann taucht ein Haufen Papier auf ... Auf einem gelben Akten­zettel steht zu lesen:Ich bestimme hiermit: Das deutsche Heer und die kaiserliche Marine sind nach Maßgaben des Mobilmachungsplans für das deutsche Heer und die kaiserliche Marine kriegsfertig aunu- stellen. Der 2. August 1914 wird als erster Movil- machungstag festgesetzt. Wilhelm."

Es folgt ein anderer Aktenbogen, von einer Schreibmaschine mit winzigkleinen Typen beschrieben. Die englische Kriegserklärung. Der letzte Satz:If necessary, by force of arms (wenn notwendig mit Waffengewalt). Keine Unterschrift. Der Kaiser schreibt an Mvltke:Lieber Julius" . >. Das Bleistiftgekritzel ist mit Zellon-Lack überzogen. Längst schon wäre es durch die Zeit verwischt, der feine, durchsichtige Lack, mit dem hier alle historischen Bleistiftnotizen ein­balsamiert werden, hat es für die Ewigkeit auf« bewahrt.

Eines der Dokumente folgt dem andern. Da schreibt aus Luxemburg Oberst H e n t s ch jenen verhängnis­vollen Brief nach Berlin, in dem er die von ihm angeordnete Unterbrechung des siegreichen Vor­marsches im Westen und den Rückzug ankündigt. Auf ein abgerissenes Stück Papier sind ein paar nüchterne Sätze gekritzelt, ein Dokument, das wie ein unfaßliches Verhängnis scheint.

Man blättert viele Stunden lang. Da liegt ein Glückwunschschreiben B e t h m a n n - H o l l w e g s an den Vizeadmiral Scheer. Es trägt das Datum des 2. Juni 1916. Die Skagerrak-Schlacht ist ge­wonnen! Ein Briefbogen, mit kleinen hastigen Schriftzügen bedeckt. 2. September 1916.S. M. be- fehlen: Der Angriff auf Verdun ist einzustellen. Durch Fernsprecher weitergeben." Der 8. Januar 1917. E. E. beehre ich mich unter Bezugnahme auf mein Telegramm mitzuteilen daß nach der militärischen Lage der verschärfte O-Bvot-Krieg am 1. Februar einsetzen kann und daher auch einsetzen muß."

Hindenburgs 70. Geburtstag! Er schreibt selbst in großen markigen Schriftzügen eine Kund­gebung an das deutsche Volk:Die Muskeln gestrafft, die Nerven gespannt, die Augen geradeaus. Ein Deutschland hoch in Ehren frei und groß, Gott mit uns!" Die letzten beiden Wörter sind durchstrichen und an ihre Stelle gesetzt:wird auch weiter mit uns fein" ...

Da liegen verschmiert, durchstrichen, mit Tinten-

klecksen bedeckt, die geheimsten Akten des Großen Hauptquartiers: die Pläne zur Vorbereitung der ent­scheidenden Westoffensive, datiert vom Oktober 1917. Major Wetzell, der Chef in bek Operationsabtei­lung, hat sie ausgearbeitet. Erst gegen England, bann gegen Frankreich! Am Rande wird Ludendorffs Schrift sichtbar:Gut, alles kommt auf die richtige Initiative an".

Der 10. Dezember 1917. Ein brauner Aktenbogen, auf dem in Brest-Litowsk ein gewisser W. Uljanow, genannt Lenin, seine Vollmacht zu Friedensver­handlungen übergibt. Immer näher kommt das bittere Ende. Der Kaiser berichtet an die Kaiserin über den Mißerfolg der Offensive beiderseits Reims. Man spürt die ungeheure Erregung.

Protokoll einer Besprechung im Großen Haupt­quartier vom 14. August 1918. Zum erstenmal soll eine ungeschminkte Bilanz des Krieges gegeben wer­den.Wir glauben, daß es gelingen werde, auf französischem Boden *u bleiben." Ludendorff hat das glauben" ausgestrichen und statt dessenhoffen" geschrieben.

Die letzten Blätter kommen ... 24. Oktober 1918. Eingabe Danzigs an das Reichsamt des Innern. ... daß Danzig nimmermehr diesen Polen ange­hören darf. Es ist durch deutsche Kulturkraft ent­standen und gewachsen, Danzig ist kerndeutsch. Wir nehmen für uns das Selbstbestimmungsrecht der Völker. Wir wollen deutsch bleiben immerdar."

Und bann ber Appell beim Abschluß bes Wafsen- ftillftanbes:Aufrecht und stolz gehen wir aus bem Kampf, ben wir gegen eine Welt von Feinben ge­führt haben. Aus bem Bewußtsein, ßanb unb Ehre bis zum Acußersten verteibigt zu haben, schöpfen wir neue Kraft zum Wieberaufbau bes Reiches."

Sorgfältig werden die Dokumente wieder in den bunklen Regalen verschlossen. Der Verwalter bieser Grunblagen der fommenben Weltkriegsgeschichte er­zählt noch, baß biese Dokumente ergänzt werben burch die Schätze des Kriegsarchivs in Wien, der Comity of Imperial Defence, Historical Section in London undThe Army War College of USA., Historical Section".

So wird aus der ganzen Welt der Unterbau zum größten Denkmal unserer Zeitgeschichte zusammen- getragen.

Dom Ferkel zum Porzellan.

Die erste Kunde vom chinesischen Porzellan kam zu Anfang dcs 14. Jahrhunderts durch den Welt- reisenden Marco Polo nach Europa, und dieses Wort dürfte wohl zum erstenmal in der deutschen Sprache in der 1477 erschienenen deutschen Aus­gabe seiner Reisen auftreten, wo es heißt:3ft ein stak, genat Tinghui, do macht ma schüsseln von porcielane, die groß guts werd sehn." Wie ist nun diese köstliche Tonwave, deren Herstellung

noch so lange das Privileg der Söhne des Himmels blieb, zu ihrem Ramen gekommen? Darüber erfahren wir näheres in dem soeben im Propyläen-Verlag zu Berlin erschie­nenen WerkDas Porzellan der europäischen Manufakturen im 18. Jahrhundert". Die Chinesen selbst hatten früher die Bezeichnung »Bao", jetzt nennen sie das PorzellanT'se". Der in Europa eingebürgerte Rame leitet sich von dem lateinischenporcella Ferkelchen her. Wie ist nun das Ferkel zu der Ehre gekommen, der Tauf­pate dieser edlen Keramik zu werden? Eine schön gefärbte und gezeichnete Schneckengattung erhielt den Ramen Porzellan-Schnecke, und diese Bezeich­nung erklärt sich ohne weiteres aus der Heberein- stimmung der äußeren Erscheinung der Muscheln mit einem wohlgerundeten kleinen Schweinchen. Diese Seemuschel wiederum, die zu Marco Polos Zeiten noch in manchen Gegenden Chinas als Geld benutzt wurde, erinnert durch ihren emailartigen Glanz an die chinesische Tonware, die den Euro­päern damals noch unbekannt war, und so über­trug man den Ramen der Schnecke auf die kera­mischen Produkte und kam so mit diesem Zwischen­glied vom Ferkel zum Porzellan. Die Portugiesen haben diese Taufe nicht vollzogen, wie man öfters behauptet hat, sondern der Rame Porzellan war, wie die erste deutsche Währung zeigt, schon viel früher üblich, zu einer Zeit, als nur wenige Stücke als Geschenke orientalischer Herrscher nach dem Abendland gelangten und die Portugiesen noch nicht durch die Entdeckung des Seeweges nach Ost­indien zu den ersten Groß-3mporteuren des chine­sischen Porzellans geworden waren.

Hochschulnachrichten.

Der ao. Professor Dr. Hermann Heller von der juristischen Fakultät der Universität Berlin erhielt einen Ruf auf ben Lehrstuhl für öffentliches Recht an bie Universität Frankfurt a. M.

Der ordentliche Professor Dr. G. B e s s a u von der Universität Leipzig hat einen Ruf auf ben Lehr­stuhl ber Kinberheilkunbe an ber Universität Ber- l i n angenommen. O

Professor Dr. Erich Haenisch von der Unioer- sität L e i p z i g hat den an ihn ergangenen Ruf auf ben Lehrstuhl ber Sinologie an ber Universität Ber­lin als Nachfolger von Professor Otto Franke an­genommen.

Der Ordinarius für Musikwissenschaft unb Direktor bes Musikwissenschaftlichen Instituts unb bes Jnstru- mentenmufeums an ber Universität Leipzig Dr. Theobor Kroyer hat einen Ruf an die Universität Köln angenommen,

Professor Dr. Erich Hans Koben in Gens hat den Ruf auf ben Lehrstuhl für bürgerliches Recht an ber Universität Münster abgelehnt.

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Senf. 12. 21 Litwinow be! Ärüstungskonfer gülion für eine s zivportlvno totin bestehe, o Kitte Rüstung soll, l'e größer t Schrechend der Wägen soll 200 000 ORan bett werden, Mann keinerlei bie Herabsehunc starken sich zwi soll. Der gleiä deren Zahlen, n gen angewandt scheu Dorfd Vorschläge über Art von Rüstu PEerne zu w

Äach Litwin Rede, um dir \ punkt der De nmeritani überlegt i tun. Durch und Bedenken führen, daß es den Begriff de (Wiegen. Die ! ober der für fi unwirksam. De schiss, für dc fleben habe, Taschen-Fl leicht durch lan Staat besitze, er Wge griffen kriegskonferenze nianisierung de fierung des Fri

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