Methoden, die ebenso wie die formulierten Dor. schlage Frankreichs den Stempel der Heuchelei und älnwahrhaftigkeit an der Stirn trugen, haben weite Kreise des deutschen Volles in der großen Genfer Rede des Reichskanzlers Dr. Brüning vermißt. Es ist dem Kanzler vielleicht auch nicht leicht geworden, — unter Verzicht auf billige in. nerpolitische Lorbeeren, die in seiner Situation einem Schwächeren besonders verlockend erschie. nen wären — sich in seiner Rede vor der Genier Abrüstungskonferenz eine so starke Zurückhaltung aufzuerlegen, statt dem Wortführer der franzö. fischen Delegation mit gleicher Münze heimzuzah. len. Er hat in klugem Abwägen der stärkeren psychologischen Wirkungen im Auslande die Auseinandersetzung mit den Thesen des französischen Memorandums Frankreichs ehemaligen Verbün. beten überlassen, Und zweifellos mußte es eine ganz andere Wirkung haben, wenn die Väter des Versailler Vertrage s und die Der. fasser des Völkerbundspaktes selber in so scharfen und unwiderleglichen Worten wie sie z. D. Grandi gefunden hat, Frankreich als den Mitunterzeichner und Hauptnutzn'.eher der Der. träge an seine Unterschrift unter die bindende Verpflichtung erinnerten, den im Weltkrieg unterlegenen Staaten in der ihnen aufgezwungenen Herabsetzung und Degren. zung der Rüstungen zu folgen, als wenn diese Er- innerung von dem Vertreter einer dieser bereits entwaffneten Völker gekommen wäre. Den Kanzler haben seine eingehenden Vorbesprechungen mit den Außenministern Italiens und Englands in seinem Entschluß bestärkt, seine erste Rede vor dem ihm neuen Genfer Forum unter Verzicht auf polemische Auseinandersetzungen und Eingehen auf Einzel, fragen ganz auf das älmreihen der großen ethi. schen Aufgabe der Abrüstungskonferenz abzu. stellen, Und der unbestreitbar außergewöhnlich große Eindruck, den seine Rede und die hinter ihr stehende Persönlichkeit des Kanzlers in Genf wie in der Weltöffentlichkeit gemacht haben, ist wohl der beste Beweis, daß Brüning das Richtige ge. troffen hatte.
Dem hohen sittlichen Ernst, der unbedingten Ehrlichkeit der Gesinnung, die die Persönlichkeit Des Kanzlers in hohem Maße ausmachen und ihm auch die Achtung innerpolitischer Gegner ein. getragen haben, der sachlichen Eindringlichkeit feiner Darlegungen und der klaren Festigkeit seiner Sprache konnte sich auch die Genfer Versammlung nicht entziehen. Der Kanzler stellte vor die Völker die starke ethische Grundlage der Abrüstungs. Verpflichtung, die namentlich die lebende Ration der Frontkämpfer des Weltkrieges unter dem un» verwischten Eindruck des furchtbaren Geschehens empfinde, aber auch die große Besorgnis um die Zukunft des Abrüstungsideals, wenn das Ge- schlecht der Frontkämpfer an seiner Verwirk- lichung einmal gescheitert fei. Scharf geißelte der Kanzler die Bemühungen, „den bestehenden, unseligen Zustand des bewaffneten, auf ungleichen Rechten ausgebauten Friedens aufrechtzuerhalten" und erhob unter Ablehnung des lückenhaften und unzureichenden Konventionsentwurfs die deutsche Forderung an die Konferenz, das Problem der allgemeinen Abrüstung, auf die Deutschland nach Der eigenen Entwaffnung einen rechtlichen unö moralischen Anspruch habe, „auf dem Boden der Gleichberechtigung und auf der Grundlage gleicher Sicherheit für alle Völker" einer brauchbaren Lösung entgegenzuführen. Hier liegt der Kern für die Gesinnung, in der Deutschland den Kampf in. Genf führen wird. „Völlig gleiche Rechte und Pflichten, das Wort durchzieht wie ein roter Faden die Ausführungen Brünings. Wer ins einzelne gehende konkrete Vorschläge erwartet hatte, sieht sich enttäuscht. Brüning als einziger in Genf anwesender Regierungschef sah seine Auf. gäbe anders, er durfte aus dem Rahmen der Generaldebatte herausfallen und er mußte es auch, um den Eindruck zu vermeiden, als ob die Ab. rüstung eine Angelegenheit fei, die im Wesent. lichen nur zwischen Frankreich und Deutschland unter mehr oder weniger wohlwollender Assistenz der andern Völker zum Austrag komme. Hätte der Kanzler sich in eine Kritik des französischen Memorandums, das er nur in einer kurzen scharfen Bemerkung beiseiteschob, festgebissen, wäre das Wasser auf Tardieus Mühle gewesen, dem nichts hätte gelegener kommen können, als durch einen scharfen Zusammenstoß mit dem Kanzler, den er selber mit seiner Rede geradezu provoziert hatte, schon zu Beginn der Konferenz die Beratungen in das von den Franzosen gewünschte Fahrwasser unsachlicher Debatten abzuleiten. Auch deutsche Gegenvorschläge hätten in diesem Augenblick der gleichen Verschleppungstaktik Vorschub geleistet, abgesehen davon, daß sie in der Menge der vor- gebrachten Programme kaum sehr wirkungsvoll zur Geltung gekommen wären. Es mußte für die deutsche Politik in Genf weit günstiger sein, wenn mit detaillierten Vorschlägen hochgerüstete Groh- Mächte wie Amerika und Italien voran, gingen. Wenn nun die deutsche Delegation ihrer, seits ein Abrüstungsprogramm für die bevor- stehende Ausschutzberatung ankündigt, so kann sie mit der ungeteilten Aufmerksamkeit der Konferenz und der Weltöffentlichkeit rechnen.
Die Generaldebatte in Genf hat schon klar die Fronten gezeigt, in denen sich die Mächte zur Abrüstungsfrage stellen. Aber diese Frontbildung ist darüber hinaus ein ziemlich klares Spiegel- bild der weltpolitischen Konstellation, wie sie der chrnesisch-japenische Konflikt im Fernen Osten zum erstenmal wieder deutlicher herausgearbeitet hat. Hier wie dort ein Aneinanderrücken Frankreichs und Iapans, die beide jeder Abrüstung widerstreben und sich hinter die von den geographischen Besonderheiten ihrer Länder bedingten besonderen Sicherheitsbedürfnisse verschanzen. An Frankreichs Seite selbstverständlich und unbedingt Polen und die Tschechoslowakei, die in der Aufrechterhaltung ihrer mit französischen Franken bezahlten Rüstungen und der Riederhaltung Deutschlands und Lln- garns die einzige Sicherung ihres Besitzstandes sehen. Richt viel anders lautet die Rechnung Rumäniens und Südslawiens, die ge- gen Rußland, Ungarn und Italien Schutz bei Frankreich gefunden haben. In einigem Abstand folgt Belgien, das nicht mehr in allen Dingen die Pariser Politik für das einzig Wahre hält. Auf der anderen Seite Sowjetrutz- l a n d als radikalster Befürworter der allgemei- nen Abrüstung. Sein Außenkommissar Litwinow hat eben erst wieder in Genf von der Bedrohung gesprochen, der sich Rußland ausgesetzt fühlt trotz der neuen Richtangriffsderträge mit Frank, reich, Polen und den Randstaaten. An Rußland haben die Türkei und Persien Anlehnung gefunden. Die Regierung Kemal Pa'chaS und das Kabinett Denifelos in Griechenland bilden von dieser politischen Gruppe die Brücke zu Italien, das mit einem Fuß in Albanien jenseits der Adria steht und in Bulgarien
und Ungarn (offenbar auch noch nach dem Rücktritt Bethlens) seine Freunde hat. Italien hat in Genf mit einer offenherzigen Rede seines Außenministers Grandi und geschickt formulierten radikalen Vorschlägen mutig den Angriff gegen Frankreich eröffnet. Es findet an seiner Seite neben der russischen Gruppe und seinen kleinen Freunden vor allem Deutschland und die Vereinigten Staaten, wenn auch die amerikanischen Forderungen in der Flottenfrage nicht so weit gehen und wenn auch Amerika anscheinend im Gegensatz zu Deutschland in dem Konventionsentwurf ein brauchbares Derhand- lungsinstrument sehen möchte. Darin berührt es sich mit E n g l a n d , das in der Abrüstungsfrage vorerst noch ebenso zögernd z w i s ch e n den Fronten steht wie in dem Ostasienkonflikt. Sir Iohn Simon schlängelte sich in Genf mit großer Ge
schicklichkeit zwischen dem deutschen und französischen Standpunkt hindurch, wie ja auch die englische Politik in der Reparationsfrage ein vorzeitiges Festlegen vermeiden möchte und sich auch in der Schanghaiaffäre nicht recht ent- schließen kann, die alte Bundesgenossenschaft mit Iapan zu vergessen und rückhaltlos an Amerikas Seite einzuschwenken. Wir werden diese Konstellation der Mächte im Auge behalten müssen und jede Verschiebung auf dem weltpolitischen Schachbrett scharf beobachten, um uns in Genf sowohl wie auf der nun für den Frühsommer in Aussicht genommenen Tributkonferenz vor un- angenehmen Ueberrafchungen zu schützen. Ein neues Spiel um hohe Einsätze scheint begonnen, welche Karten werden wir uns dabei sichern können?
DeiiW-ilalienische Zu'aimnenarbeil in Gens.
Grandi reist zur Berichterstattung nach
Genf, 12.Febr. (TU.) Der italienische Außenminister Grandi reist am Samstag für einige Tage nach Rom, um dem Regierungschef Mussolini Bericht über die bisherigen Ergebnisse der Abrüstungskonferenz zu erstatten. Diese Ergebnisse werden auf italienischer Seite in Bezug auf die Klarstellung der Haltung der europäischen Großmächte als so bedeutend angesehen, daß eine Stellungnahme der Regierung zu den weiteren Der- Handlungen als unbedingt notwendig erscheint.
Man betont insbesondere die große praktische Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Italien auf der Abrüstungskonferenz und hebt hervor,daß sich bereits in der erstenlvoche der Abrüstungskonferenz eine erfreuliche und erfolgreiche Uebereinstimmung zwischen den beiden Abordnungen ergeben habe, die auf einer gleichen Livslellung in den gruudsählichen Fragen des Abrüstungsproblems beruhe. Man vertritt ferner die Auffassung, daß sich im Laufe der unvermeid
lichen schweren Kämpfe der nächsten Zelt ein gemeinsames vorgehen der beiden Mächte als immer dringender notwendig erweisen werde und daß in allen Fragen der Abrüstungskonferenz heute bereits völlige Heber- einftimmung zwischen der deutschen und der italienischen Regierung bestehe.
Die warme Aufnahme der Rede Grandis in der deutschen Presse ist auf italienischer Seite allgemein begrüßt worden. Man nimmt an, daß die Meinungsverschiedenheiten, die während der Verhandlung des deulsch-öslerreichischen Zollunion-planes zwischen Deutschland und Italien zutage traten, nunmehr in dem gemeinsamen Kampf für die Ab- rüstung überwunden werden, von großer praktischer Bedeutung wird ferner die deutsch-italienische Zusammenarbeit bei den hier in einigen Wochen zu erwartenden Reparationsbesprechun- gen fein, zu denen Reichskanzler Brüning, der englische Ministerpräsident Macdonald, Grandi und Laval erwartet werden.
Sie Lausanner Konferenz für Juni einbemfen.
Berlin, 13.Febr. (MTB. Funkspruch.) Amt- lich. Die Regierungen Belgien», Frankreichs, Deutschland», Italiens, Japans und des vereinigten Königsrelches von Großbritannien haben von dem Baseler Sachverständigenbericht Kenntnis genommen und sind dahin über- eingetommen, den übrigen beteiligten Regierungen die Vertagung der Konferenz auf den Monat Juni zu empfehlen. Aufgabe der Konferenz wird es fein, sich über eine dauerhafte Regelung der In dem Bericht der Baseler Sach- verständigen aufgeworfenen Frage und über die Methode zu verständigen, um die anderen wirtschaftlichen und finanziellen Schwierigkeiten zu lösen, welche die gegenwärtige wellkrlsis verursacht haben und sie verlängern könnten. Zu dieser Ent
scheidung sind die oben erwähnten Regierungen in der Hoffnung gekommen, daß hierdurch die internationale Lage erleichtert wird.
Von unterrichteter Seite hört das WTB. zu obiger Erklärung: Die Reichsregierung hat mit dieser Vereinbarung ihr Ziel der Einberufung der Lausanner Konferenz erreicht. Die Reichsreglerung hätte allerdings, ent- sprechend dem Baseler Sachverständigenbericht, den Zusammentritt der Konferenz früher und nicht erst im Laufe des Juni gewünscht. Sie hakte daher ihrerseits einen früheren Zusammentritt angeregt und die dahin gehenden Bemühungen der englischen Regierung von Anfang an auf das wärmste begrüßt und unter- stützt.
Hessens Finanz-
Eine Auskunft des ZinanzministerS Fehlbetrag
Darmstadt, 11. Febr. Aus eine Große Anfrage der Nationalsozialisten erklärte der hessische Finanzminister u. a.:
Der Staatsooranschlag für 1931 war bekanntlich mit einem Ausgleich der Einnahmen und Ausgaben zum Abschluß gebracht worden. Der Verlauf des Voranschlagsjahres hat den damaligen Erwartungen nicht entsprochen. Nach der bisherigen Entwicklung wird man annehmen müssen, daß bei den forstlichen Einnahmen sowie bei den Betriebsüberschüssen vonBad-Nauheim und den Weinbaudomänen mit einem Mindererträg- nis von 0,9 Millionen zu rechnen sein wird.
Die Reichs st euer- Ueberweisungen lassen einen Ausfall von rund 8,5 Millionen ermatten.
Bei den hessischen Staats steuern wird ein Ausfall von 4,0 Millionen entstehen und bei S t e m- peln und indirekten Auflagen mit einem Minderertrag von rund 2,0 Millionen.
3m ganzen werden also an Deckungsmitteln 15,4 Millionen gegen den Voranschlag fehlen.
Demgegenüber lassen die verschiedenen Notverordnungen für die Staatskasse an Erleichterung gen eintreten:
und Kassenlage.
Kirnberger. - 6,2 Millionen Mark für 1931.
Durch die Besoldungskürzung eine Minderausgabe von 3,3 Millionen.
Durch die hessische Notverordnung vom 21. September 1931 in Verbindung mit der neuesten Reichsnotoerordnung eine Ersparnis von 2,4 Mill.
Durch eine Drosselung der sachlichen Ausgaben, auch durch die Herabsetzung der Preise und Löhne eine Minderausgabe von vielleicht 3,5 Millionen.
Das sind im aanzen Rechnungsjahr 9,2 Millionen Mark Ersparnisse gegenüber dem Voranschlag. Danach mürbe sicheinFehlbetragim Rechnungsjahr 193t von 6,2 Millionen Mark ergeben. Alle diese Zahlen können selbstverständlich nur schätzungsweise angegeben werden. Daß diese ungünstige Entwicklung der Etatslage für d i e Kasse Schwierigkeiten bringen muß, ist selbstverständlich. Der Unterschied zwischen größeren Ausgaben und geringeren Deckungsmitteln mußte auf dem Wege des Kredits herbeigeschafft werden. Die Regierung war hierzu auf Grund des Finanzgesetzes zum Staatsvoranschlag 1931 berechtigt.
S
Lederaufnahme des Kampfes an der Tschapei-Front.
Schanahai, 12. Febr. (WTB.) Das Ersuchen der Chinesen um eine Verlängerung des Aoffenstillstandes in Tschapei, damit mehr Ziollpersonen die Stadt verlassen könnten, ist von den Japanern mit der Begründung abge- lehnt worden, daß die Chinesen heute früh das Feuer eröffnet und so den Waffenstillstand gebrochen hätten. Den ganzen Abend hörte man an der Grenze des amerikanischen und des englischen Viertels der internationalen Konzession heftiges Geschütz feuer. Damit sind an der Tschapeifront die Feindseligkeiten wieder eröffnet worden. Die Japaner setzten ihre Angriffsvorbereitungen in aller Stille fort. Zwei Frachtdampfer haben gestern nachmittag Munition für Gewehre, Maschinengewehre, Geschütze und Bombenflugzeuge herangeführt. Außerdem ist südlich von Wusung ein großes Truppenkontingent gelandet worden. Die chi- nesische Front erstreckt sich jetzt 23 Kilometer lang von Tschapei bis Wusung. Die drei Divisionen von Kanton stehen in vorderster Front. Die Kantonführer verfügen über 35 000 bis 40 000 Ne japanischen Truppen haben nach längerer schwerer Artillerie- und Maschinengewehr- besc^eßung mit Unterstützung der Kriegsschiffe und Luftstrettkrafte den Sturm auf d i e Forts begonnen. Bisher ist es den Japanern nicht gelungen, irgendwelche Fortschritte zu machen.
In den Wusung-Forls während desWaffenstillstands
Bcsrrüj im chinesischen Haup:q artter
Schanghai, 12. Febr. (WTB.) Der Waffen- ftJIftanb an der Wusung-Front ermöglichte dem deutschen Lehrkörper der Tschungschl-Uni- v e r s i t ä t die Fortschaffung eines kleines Teiles von persönlichem Eigentum, von Lebensrnitteln und Manuskripten, model jedoch der Abtransport derwertoollenBüchereiender Professoren Stuebel und Othmer unmöglich war. Pros. Othmer vermißt u.a. eine kürzlich fertiggestellte chinesische Uebersetzung von Hindenburgs „Mein Leben". Der Korrespondent des WTB. begleitete die Expedition, die Wusung nach weiten Umwegen erreichte und überall von den Chinesen gefördert wurde Der Korrespondent stellte fest, daß entgegen den japanischen Meldungen die Universität weder von chinesischen Truppen besetzt, noch zum Stutzpunkt ausgebaut ist. Der Uni- oersitatskompler ist völlig verlassen und durch die japanische Beschießung schwer beschädigt. Das Elektrolaborator i.um ist völlig zer- st ö r t, desgleichen das unlängst erbaute Physiologische Institut mit wertvollen Apparaten und der Bücherei. Während der Besichtigung kreiste ein japanisches Flugzeug über der Universität.
Auf dem Rückwege besuchte der Korrespondent das Stabsquartier der Wusung verteidigenden Brigade und interviewte den kommandierenden General Wong, der in Europa ausgebildet worden ist. Wong und die Stabsoffiziere betonten ihren Entschluß, Wusung bis zum äußer st en zu verteidigen. Sie erklärten, daß die chinesischen Soldaten der japanischen Infanterie überlegen seien, daß aber die japanische schwere Artillerie und die Luftwaffe den Gegnern ein großes Aebergewicht verliehen. Wong dementierte die von japanischer Seite ausgestreuten Gerüchte, daß deutsche Berater in den Wusung-Forts tätig seien. Der Rückweg führte durch das Wusung vorgelagerte flache, Flandern ähnliche, von zahlreichen Gräben durchzogene Gelände, wo die Chinesen vier Srabenlinien vorbereiten und sich augenscheinlich auf einen langwierigen Verteidigungskrieg einrichten.
Kleine politische Nachrichten.
Das Preußische Kabinett verabschiedete am Freitag den preußischen Haushalt, der sich in ben Einnahmen und Ausgaben deckt. Der Haushalt wird in der kommenden Woche dem Staatsrat zugehen und in übernächsten Woche den Landtag beschäftigen.
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Der Parteivorstand der Deutschnationalen Volkspartei ist von Dr. Hugenberg auf Mittwoch, 17. Februar, nach Berlin einberusen worden. Aus der Tagesordnung stehen die Reichspräsidentenwahl und die kommenden Parlamentswahlen.
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Wie von deut'chnationaler Seite mitgeteilt wird, hat der frühere Reich tagsab eordnete Oberst a. D. v. G i l s a, der vor einiger Zeit aus der DVP. ausgetreten war, feinen Hebertritt zur DRVP. erklärt.
In der französischen Kammer wurde, nachdem Radikale und Sozialisten unter Protest die Sitzung verlassen hatten, eine Wahlrechtsreformvorlage angenommen, die den Frauen das Wahlrecht gibt, aber auch den zweitenWahl- gang abschafft, wenn ein Kandidat mindestens 25 Prozent der wahlberechtigten Stimmen erhalten hat. Die Linke fürchtet von dieser Maßnahme die Vernichtung der Mittelparteien.
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Freunde des Premierministers Macdonald sind bemüht, ihn nach seiner Augenoperation zu einer Erholungsreise nach dem Mittelmeer oder Indien zu bewegen. Macdonald hegt den Wunsch, auf der Abrüstungskonferenz eine große Rede zu halten. Er ist vorläufig noch nicht in der Lage, zu lesen und wird die Klinik voraussichtlich nicht vor zehn Tagen verlassen können.
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Aus aller Welt.
Die Feier des 10. krönungslages des Papstes in Rom.
Von jubelndem Beifall einer nach Tausenden zählenden Menge begrüßt, hielt Pap st Pius XL Einzug in d i e Peterskirche, um an der Messe teilzunehmen, die Kardinal L o c a t e ll i, der erste von Papst Pius XI. kreierte Kardinal anläßlich des heutigen Krönungstages des Papstes zelebrierte. Nachdem der Papst die heiligen Paramente und seine kostbare Tiara in der Kapelle des Heiligen Sebastian angelegt hatte und den Tragsessel bestiegen hatte, erschien der päpstliche Zug in der Basilika. Im selben Augenblick stimmten die silbernen Trompeten die Papsthymne an und die Menge brach in ein tausendfaches „Evviva" aus. Vor dec Chorkapelle machte der Zug einen Augenblick Halt. Der Papst begab sich zur Verehrung des heiligen Sakramentes in die Chorkapelle. Der Papst ließ sich dann durch das Spalier der päpstlichen Truppen zum Altar der Catedra tragen, wo er von einem Thron aus der Messe beiwohnte. Nach der Messe begab sich der Papst wieder in feierlichem Zuge bis hinter den Konfessionsaltar. Dort forderte er umgeben von seinen Kardinälen die Gläubigen aller Welt auf, sich mit den Gebeten zu vereinigen, die er an den Allmächtigen Herrn richten wollte im Hinblick auf die Gefahren und Mühen, von denen alle Nationen und die ganze Menschheit jetzt betroffen sei, Gebete für den allgemeinen Frieden. Dann sprach der Papst einige liturgische Gebete und erteilte zum Schluffe den päpstlichen Segen. Von neuem Beifall begleitet, kehrte der Papst sodann in feine Gemächer zurück.
Schwere Raubüberfälle im Rheinland.
In den Kassenraum der Rhein. Energie-AG. (Rhenag) in Köln- Deutz drangen drei maskierte Räuber im Alter von etwa 20 Iahren ein. die mit Pistolen bewaffnet waren. Sie überwältigten den Kassierer und zwangen ihn unter Drohungen, den Geldschrank zu öffnen, dem sie etwa 15 000 Mark entnahmen. Sodann fesselten und knebelten sie den Kassiere r und entkamen unerkannt mit ihrer Deute. — Auf den Kassensekretär Engstenberg, der im Auftrage der Stadthauptkasse Opladen in der Verwaltungsnebenstelle in Lützenkirchen die Auszahlung der wöchentlichen Unterstützungen an die Unterstützungsempfänger vornehmen wollte, wurde auf dem Wege zur Auszahlungsstelle ein Raubüberfall verübt, wobei den Tätern 2000 Mark in die Hände fielen. Engstenberg wurde von den Tätern vom Rade gerissen und niedergeschlagen. Die Räuber sind unerkannt entkommen.
Treibstoff aus Holz.
Die Aot der deutschen Forstwirtschaft macht einen verstärkten Absatz inländischen Holzes zum zwingenden Gebot. Der Reichsstädtebund hat deshalb für die notleidenden kleineren und mittleren Städte mit Wald- besitz in einer Eingabe an die zuständigen Ministerien die Forderung ausgestellt, bei der geplanten Festsetzung eines Einheitstreibstoffes einen Deimi s ch ungszwang für aus Holz gewonnenen Alkohol in Höhe von mindestens 5 v. H. auszusprechen. Mit dieser Forderung wird eine von Prof. Dergius gegebene Anregung unterstützt, die geeignet ist, den deutschen Holrabsatz erheblich zu fördern. Selbst wenn der aus Holz gewonnene Aethylalkohol in dem neuen Sinheits treib st off nur mit 5 v. H. enthalten sein wird, besteht nach den Berechnungen von Prof.Dergius die Möglichkeit, jährlich mindestens 800000 Fe stmeter beut- schenHolzesfür diesen Zweck zu verwenden. Besonders beachtlich ist, daß gerade minder- wertiges Holz verwendet werden kann. Die Beimischung von Aethylalkohol aus Holz würde ferner die Möglichkeit geben, den Bei-
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Wohl kaum eine Ze Sorge hervorgerufen, t Möglichkeiten sind besc überall eingenistet, bas beschleicht ben einen c sonders, wenn torperli tritt oft der betrübend gibt, die sich lagen: 1 Was verschafft mir £ nicht überflüssig? Un trüben Erwägungen ZU dem verzweifelten ous dem Leben zu s
Es gibt jedoch aui richt lange her, da la ein junger Mann m wohner einer kleinen
- vor wenigen 2 Mlb her gleichen eng Wer Fall. Beide Ä, Menschen aus dem Leb wirtschaftliche Not, dur N Familienoerhältni Sollte das nicht alle: gebern der Jugend zu Wn irredenkenden ji Wn die Berechtiaunc fe Ä0aben 'hrer Me hatten die Ober! Die Menschen, die 5 nicht mehr prüfen. Sonst mürb M n'cht genügen! !®9 Leben auf euch » *" Glauben a N'UM euch dort ! x l-ü auf falschem ^dacht. ihr mürdi 2 l^en sh nicht Seelen finden'
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Neu lässig und dur im täglich.


