Einzelbild herunterladen

fick erst, als sisch-pol-

Während das Motiv soweit eine Bühnen- faslung in Frage kam bisher vorwiegend auf die Gegenüberstellung von zwei Generationen, mit besonderer Vorliebe auf eine Konfrontation von Vatern und Söhnen, beschränkt blieb, ist Prerado- vic einen Schritt weiter gegangen: er versammelt die dreiParteien" seines Stückes in einer Familie entwickelt die (nicht sehr tragfähige) Handlung im Wechselspiel von Alten, Jüngeren und Jüngsten auf g eichbleibendem Schauplatz in geschlossenem ^jei.ablaus vom Abend bis zum andern Morgen und darauf folgenden Nachmittag.

Sonderveranstaltungen, die mit den Saifon- unb Jknventurausverläufen zusammenhängen, die also in Wahrheit eine verschleierte Verlängerung des Ausverkaufs .bedeuten, sind unzulässig, z. D. Anzeigen wie-Restbestände aus dem Inventur­ausverkauf fabelhaft billig".

Keinerlei Beschränkungen unterliegen die Son­derangebote und Sonderveranstal­tungen, wenn in ihnen keine Bezugnahme auf einen Ausverkauf enthalten ist. So sind z. B. Sonderveranstaltungen zulässig, wieW eihe Woche" oderRestertage", wenn die An­kündigungen dazu keine unrichtigen Angaben oder unlautere Reklame enthalten. Ebenso sindUl­timo t a g e", die an den letzten drei Tagen des alten und dem ersten Tage des folgenden Mo­nats stattfinden und vor allem den Gehalts­empfängern Gelegenheit geben sollen, Waren zu kaufen, sowie die Messen des Einzelhandels unbeschränkt zulässige Ausnahmeveranstaltungen.

Dle Uraufführung wurde ein voller Erfolg vor gutbesetztem Hause: der Beifall, für hiesige Verhält. Nisse von bemerkenswerter Stärke und Ausdauer, galt wohl vornehmlich Frau Prasch-Greven- b e r g und rief zuletzt mit den übrigen Darstellern auch den Regisseur an die Rampe. hth.

Rumänien und die neue Ostfront

Oie Paktverhandlungen mit Rußland. Ltm die Garantie Bessarabiens.

Von unserem H. ^.-Berichterstatter.

werden. Inventurausverkäufe sind dle anläßlich der Aufnahme des Lagerbestandes zu üblichen Zeiten vorgenommenen beschleunigten Ausverkäufe. Die Inventurausverkäufe sind nichts anderes als die den Sommersaisonausverkäufen entsprechenden Wintersaisonausverkäufe.

lieblich sind solche Ausverkäufe nur für die einem Wechsel der Jahreszeiten, oder einem schnellen Modewechsel unterworfenen Waren. Die lleblichkeit bezieht sich auch nur auf ein räumlich beschränktes Gebiet. Eine Gemeinüblichkeit für ganz Deutschland kommt nach einer Reichsgerichts­entscheidung nur für solche Waren in Frage, wenn sämtliche beteiligten Geschäfte Deutschlands in Wettbewerb miteinander treten. Werden z. B. in Warenhäusern Artikel, bei denen, wie bei Möbeln, ein Saison- oder Inventurausverkauf nicht üblich ist, in einen solchen Ausverkauf mit hineingezogen, so gelten für diese Artikel die allgemeinen Vorschriften über Ausverkäufe, wie sie oben geschildert sind.

preradovic: verstehen wir uni??' Reichsdeutsche Uraufführung am Gießener Stadttheater.

Dies ist nachLiebe und Film" undMary und bereits die dritte Uraufführung, welche die rührige Theaterleitung in dieser Spielzeit heraus- gebracht hat. Ueber die persönliche Herkunft und das literarische Vorleben des Autors unterrichteten einige am Montag veröffentlichte Daten. Sein Stück heißt im UntertitelZeitschauspiel von drei Gene­rationen in,drei Akten": es- behandelt ein altes, aber immer wieder aktuell werdendes, immer wieder aufgegriffenes und in neuer Beleuchtung und Ak- zentuierung abgewandeltes Thema.

Die Zwi chengeneration wird durch Karl und Thea repräsentiert: er ist Bankdirektor,etwa fünf. S'g. sehr gut erhalten, intelligent, wohlerzogen, energisch . Thea ist nahe an vierzig,schön ein ^Emg üppig, elegant" und neigt zu hysterischer Selbstüberschätzung.

Das revolutionäre Element in der Generationen- folge vertreten überlieferungsgemäß die Jüngsten. Zunächst die Kinder des Ehepaares: Leo und Lilly Leo,sportlicher Typ, 22jährig, rücksichtslos und un= bekümmert, aber gut erzogen": Lilly ist ein hübsches frisches Mädchen vom Typ der neuen Sachlichkeit, burschikos, betont modern, gut erzogen. Sie liebt einen jungen Dichter namens Emanuel, der, von revolutionär-kommunistischer Gesinnung und von seiner Sendung überzeugt, sich für einen der Weg- bereiter der künftigen Geschlechter hält. Die Ge­schwisterwitternMumienluft, ihre Sprache ist von betonter Ironie, sie lieben die großen Worte, um die großen Worte Plötzlich lächerlich zu machen; sie bezeichnen (ähnlich wie die jungen Leute in Tho- mas Manns schöner NovelleUnordnung und frühes Leid") die Aelteren als Greise, die" denKrieg begonnen haben" undein paar Jahrhunderte von uns entfernt sind". Die Verhältnisse sind klar, Konftiktsstosf ist überreichlich angesammelt, das Spiel kann beginnen.

*

Erster Akt: schon in der leichten Unterhaltung der drei Alten am abendlichen Kartentisch deuten sich Differenzen an, die sich nicht nur auf die übrigen Familienmitglieder, sondern auch auf die Beteiligten selbst beziehen. Das junge Liebes­paar, Emanuel und Lilly,will heraus aus der Stickluft" und sinnt auf gemeinsame Flucht. (3m Hintergrund, angedeutet. Emanuels Konflikt mit seinem Vater, der eine Brotfabrik betreibt; un­überbrückbare Gegensätze von Kommunismus und Kapitalismus.) Thea, die oberflächüch-elegante Mama, rüstet sich zu einem Ball, den sie mit chrem Mann besuchen wird; es stellt sich heraus daß dieser Ballbesuch für Karl nicht nur ein gesellschaftliches Ereignis bedeutet, sondern mit der kritischen Lage seines Bankgeschäftes in Be­ziehung steht. Karl braucht Geld, er bittet seine Mutter, sie möge eine kurzfristige Hypothek auf ihr Haus aufnehmen: die alte Dame lehnt ab. gibt aber, sehr überlegen, das Geld von sich aus gegen Schuldschein und pünktliche Zahlung. Man kann nie wissen, wozu man das braucht."

3m zweiten Akt am andern Morgen wer­den die hier teils entwickelten, teils nur ange­deuteten Mißverständnisse und Konflikte im raschen Wechsel über kreuz und quer sortgespon- ncn ..." zwischen Karl und dem Obersten: Kauf« mannSwelt und Offizierswelt: zwischen Karl und o o: unb Sohn: zwischen dem Obersten und

Leo: Vergangenheit und Gegenwart, alte und neue Liebesgeschichten. Ehrbegriffe, Standesvor- Eerle. Verstehen wir uns? Ach, sie verstehen sich nicht am wenigsten die Großmutter und die lunge Lilly: die alte Dame wendet sich-gegen Willys dichtenden Liebhaber aus der Brotfabrik- sie will, daß die Enkelin ihn aufgibtFrüher haben die jungen Leute einen Beruf gehabt, heute haben sie Schicksale" aber auch diese Ls-

Innerhalb der an naturalistische Vorbilder erin- nernden, umständlich-ausführlichen Regieanweisun- gen werden Schauplatz und handelnde Personen für den Leser deutlicher als für den Zuschauer eingefuhrt und voraestellt. Das ist eigentlich mehr Romantechmk als Dramaturgie, und man hat das Gefühl, daß Preradovic sich die Charakterisierung etwas leicht gemacht und allerlei in den ungefproche- nen Text verlegt hat, was eigentlich in den Dialog gehörte oder aus ihm sich ergeben müßte.

Die alte Generation: da ist zunächst die Groh- mutter, Oberhaupt der Familie,schöne alte Dame an den Siebzig , Witwenach einem Arzt"klug, energisch, gütig und wissend". Dann ist da der Onkel Franz, Pension erter Oberst, Tnpus des Infanterie- offiziers der alten österreichischen Armee,anstän- d'S-korrekt, pfsichtgetreu, nicht überragend intelli.

schließlich, nicht zur Familie, aber auch zur alten Generation gehörend, der Doktor, Partner unb Onkel Franz am Kartentisch, ^r?niterU96r liberaler Skeptiker, Spötter,

Man sah unter Fassotts verständnisvoller Lei- tung eine sorgfältig ausgearbeitete, sehr wohltempe­rierte, auf allen Plätzen treffsicher und wirkungsvoll besetzte Premiöre, die aus dem stilistisch lockeren Buch schon rein theatralisch erstaunlich viel heraus- holte und im Ganzen der Ueberlastung des Stücks mit unausgetragenen Konflikten durch einen vorwie­gend leichten Konversationston recht geschickt die Waage zu halten bemüht war. Bühnenbildner L ö f f- ler hatte das bürgerlich-gediegene Milieu des (3e- lellschaftsspieles mit einer zwischen Tradition und neuer Sachlichkeit vermittelnden Dekoration grade getroffen.

*

Im Zentrum des Ensembles stand, vom Publikum herzlich begrüßt, Frau Auguste Prasch-Gre- v e n b e r g; sie hatte als Gast die Partie der Groß­mutter übernommen, die dankbarste Aufgabe dieses Abends, eine Rolle, die von der ersten bis zur letzten Szene wie für sie geschrieben scheint. Sie spielte so

Die Zwischengeneration hat bei Preradovic nicht viel zu bestellen; die Darsteller haben es nicht ein« fad). Den Bankdirektor gab S) eg f er: energisch und geschmeidig zugleich, kühl, diplomatisch, emp- schdlich und immer etwas gereizt; das ist wohl so die Mischung, die sich der Autor für ihn ausge- dacht hat. Maria Koch spielte die Frau Thea, die wirklich eine rechte Pute ist, leise ins Komische hinüber: ein hysterisches, weinerliches, nervöses, verkatertes, stets gekränktes und alleweil zu einer «Szene" bereites Geschöpf, hilflos zwischen den Ihren und eigentlich bedauernswert. Eine sehr tüchtige Leistung.

*

Den Allerjüngsten geht es vom Autor aus etwas besser; aber nicht viel. Die undankbarste Par- ne hat Schelcher als Leo; er holte heraus, was er konnte; er gab dem unklaren und sehr unreifen Jungen (zumal im Mittelakt) ein hitziges und über- sprudelndes Temperament und war ehrlich bemüht, zu entwickeln und auszubauen, was in der Rolle allenfalls vorbereitet ist. Walter Michel hatte den Emanuel, und es ist festzustetten, daß diese Gestalt m seiner Hand bedeutend menschlicher und sympathischer geriet als sie im Buche steht, wo sie ziemlich zerfahren und unfertig wirkt. Beatrice Doering als Lilly hat darstellerisch in ihrer Gruppe das beste Teil erwischt; sie hat wirklich zu spielen, zu differenzieren und zu steigern; sie traf den Ton und die Mischung, fand die hier sehr nötigen Uebergänge und Schattierungen: am besten und menschlich ergiebigsten im Mittelakt.

wird daher gut tun, sich die Gründe klar vor Augen zu führen: Jeder Vertrag basiert bekanntlich auf der These desDo ut des" die Frage liegt also nahe:Was hat Rumänien und was hat Rußland zu bieten? Die Antwort ist sehr einfach:Ruß­land ... alles, Rumänien ... nichts!" Warum? Rumänien ist am Ende seiner fi­nanziellen Kraft und braucht bis auf wei­teres Ruhe, Ruhe und nochmals Ruhe, wenn es nicht in das allgemeine, drohende Chaos hinemge- rissen werden will. Der Zustand seiner Armee soll dabei nicht einmal untersucht werden, es genügt die Feststellung, daß Rumänien in absehbarer Zeit selbst wenn es wollte nichts gegen Rußland unternehmen kann, was er als territorial übersät­tigter Staat auch gar nicht beabsichtigt. Auch die wirtschaftlichen Verhältnisse des Landes verbieten selbst im Rahmen irgendeiner großen, imaginären Weltaktion" jedes Anti-Sowjet-Experiment, was den Sowjets selbstverständlich genau bekannt ist. Wenn also jetzt Rumänien in Riga das ausdrückliche Versprechen abgibt,nichts gegen die Sowjets zu unternehmen", so ist das ein rein platoni­sches Vers prechen ohne irgendwelchen Wert.

Umgekehrt ... was Hat-Rußland zu btetyi? Viel! Sehr viel! Ein Nicht-Angriffsversprechen wäre für Rumänien von unschätzbarem Wert. Die Russen werden es, wenn überhaupt, nur geben, weil sie im Osten stark beschäftigt sind und-diL.Zeit, das heißt die Wirtschaftsnot, für sie besser arbeitet als die geschickteste revolutionäre Propaganda. Hat aber Rumänien erst einmal schwarz auf weiß das 23er- sprechen erhalten, in Ruhe gelassen zu werden, dann kann und wird es seine $ e-e res ausgaben nicht nur fiktiv, sondern tatsächlich herabsetzen und bekommt die für seine Wirtschaft dringend er» forderlichen Gelder frei. Denn eine Gesamtverschul­dung von 3,1 Milliarden Goldmark (20 Millionen Einwohner) reizt Auslandgelder nur sehr bedingt zu neuen Kapitalinvestitionen an, zumal, wenn diese Kapitalien durch ein ungeklärtes Verhältnis zu Ruß- land noch obendrein politisch gefährdet sind.

Darüber hinaus muß man aber nun auch noch mit der Möglichkeit rechnen daß infolge der allge­meinen Weltwirtschaftsnot diesmal in Genf doch so etwas wie eine prozentuale Herabsetzung der Rüstungen zustande kommt. Hochgerüstete Staaten wie Frankreich können sich den Luxus einer Rüstungsbeschränkung ohne jedes Risiko leisten. Nie- mals aber ein Land wie Rumänien, das heute schon nur noch mit knapper Mühe und Not seine schwa- chen Kaders erhalten, besolden und verpflegen kann. Verweigert dann Rumänien wie bisher unter Berufung auf seinengeographischen Aus- nahmezustand" eine entsprechende Herabsetzung feiner Rüstungen, so sind d i*e Aussichten für neue Anleihen, um die sich augenblicklich Herr zlrgetoianu unter Hinweis auf die russische Gefahr bemüht, sehr gering und Rumänien wurde dann unter Umständen nichts weiter übrig bleiben, als den Weg Ungarns zu gehen ..

All diese Sorgen wäre es aber mit einem Schlage los, wenn jetzt mit Rußland in Riga klare Verhältnisse geschaffen werden würden, was natürlich ausschließlich vom russischen Wohlwollen abhängt. Denn Rußland ist durchaus der gebende Teil, und es ist völlig ausgeschlossen daß es alsZu­gabe" nun auch ohne Zwang dieGarantieder bessarabischenGrenze verschenkt. Wird diese in Riga aber nicht gerantiert, dann erübrigt sich auch die Wiederaufnahme der diplomatischen Be- Ziehungen und alles bleibt beim alten! Bestimmt werden in Riga dieBerge kreißen", aber geboren wird doch nur eineridiculus mus", ein lächerliches Mauslein, vielleicht in Gestalt einer neuen ,M>m- miffion", die analog der schon bestehendenDnjester- Kommission" mit erweiterten Vollmachten alle noch" genauer: alleauch weiterhin" bestehen- den Reibungsflächen abzuschleifen haben wird, um die Gefahr eines Funkenschlages auf das denkbar geringste Maß herabzudrücken.

Mit anderen Worten also:Viel Lärm um nichts" und man könnte unbesorgt über dies Kapitel der russisch-rumänischen Beziehungen hinweggehen, wenn

der produktiven Zwecken zuzuführen. Aber bisher fehlte die Gelegenheit, entsprechende Verhandlungen mit Rußland zu beginnen sie bot " ' " '

die Nachrichten über einen französ., nisch - russischen Pakt in die Oeffentsichkeit drangen, worauf die Rumänen alle Hebel in Be- roegung setzten, um denAnschluß" an diesen Pakt nicht zu versäumen. Denn mit Rußland Verhandlun­gen auf eigene Faust zu beginnen, hätte als Schwäche ausgelegt werden können und mußte aus Prestigegründen vermieden werden, weil Bef- farabien das rumänischeNoli m e tangere" ist und jede Konzession jede Regierung ohne weiteres vom Platze gefegt hätte. Und da an­derseits auch_ für die RussenBessarabien" ein Thema war, über das in der Vergangenheit nicht gesprochen werden durste, wurde diese Frage nie­mals angeschnitten und alles blieb beim ölten.

Um Klarheit zu schaffen, wäre zum mindesten die Aufnahme diplomatischer Beziehungen nötig ge- roefen aber auch dagegen sträubte sich Rumänien. Denn Bukarest konnte immer auf das deutsche Bei- sxiel Hinweisen: kaum hatte man in Berlin den Sowjets das Tor geöffnet gehabt, klopfte Spartakus an dieses Tor und es kostete unendliche Mühe, den ungebetenen Besucher wieder los zu werden. Auch der russische Vorschlag, durch eine freie Dolksabstim- mung die Besitzverhältnisse zu klären, war indisku­tabel, weil eineVolksabstimmung" auf eineA u t o n o m i e" hinausgelaufen wäre und diese mit einerRevolutionierung" des strittigen Gebietes ge- endet hätte. De facto wäre dannmit anderen Mit- teln" die Sowjetgrenze doch wieder bis an den Vor- kriegs-Grenzfluß den Pruth, herangeschoben worden.

vvm Gesetz vvrgeschrlebene Verzeichnis ausge- nommen werden kann.

Unter Räumung ist ein beschleunigter Absatz zu verstehen, der aus dem Rahmen deS laufenden Geschäftsbetriebes heraustritt. Daher liegt eine Räumung nicht vor, wenn in einem Geschäft laufend fehlerhafte und als solche zurückgesehte Waren zu billigen Preisen verkauft werden.

Jeder Geschäftsmann, der einen Ausverkauf ankündigt, muß den Grund angeben, der ihn zu dem Ausverkauf veranlaßt hat. Es genügt nicht, daß dieser Grund nur in den Schaufenster­auslagen angegeben ist. er muß insbesondere in den Zeitungsanzeigen genannt fein. Rach einem Merkblatt der Handelskammer Berlin sind z. 2. als nicht genügende Grundangaben und da­her als unzulässige Ausverkäufe folgende Ankündigungen angesehen worden:Kehraus­tage".endgültiger Verkauf übernommener Wa­ren",Massenschnellvcrkauf",Räumungsverkauf". Verkauf von Restbeständen". Zulässig sind dagegen die Ankündigungen:Geschäftsverle­gung",Umzug",Aufgabe von Warengattun­gen",Brand- und Rauchschaden".

Die höheren Verwaltungsbehörden können nach Ankündigung der, zuständigen gesetzlichen Ge­werbe- und Handelsvertretungen füt die An­kündigung bestimmter Arten von Ausverkäufen anordnen, daß Grund und Beginn des Aus­verkaufs der Behörde anzugeben und ein Ver­zeichnis der zu verkaufenden Waren einzureichen ist. In Preußen hat der Minister für Handel und Gewerbe im Erlaß vom 14. September 1926 über den Inhalt der Ausverkaufsanordnungen nähere Bestimmungen getroffen.

Zuwiderhandlungen haben sowohl straf- als auch zivilrechtliche Folgen. Insbeson­dere ist aber auch die Polizei betätigt, un­zulässige Ausverkäufe zu verhindern. Die Strafe ist eine Geldstrafe bis. zu 150 Mk. oder Haft. Zivilrechtlich kann auf Hinterlassung und Schaden­ersatz geklagt werden. Aus ilnterlaffung kann nur ein Gewerbetreibender klagen, der Waren gleicher oder verwandter Art herstellt, ober in Öen geschäftlichen Verkehr bringt; ferner Ver­bünde zur Förderung gewerblicher Interessen.

Besonders strafbar, nämlich mit Gefängnis bis zu einem Jahr und mit Geldstrafe, ist derjenige, der im Fall der Ankündigung eines Ausver­kaufs Waren zum Verkauf stellt, die nur für Öen Zweck öes Ausverkaufs herbeigeschafft war­ben find (sog. Dorfchieben oder Aachschieben von Waren). Es handelt sich hier um den Ausver- I a u f S f to i n ö e I. Ausschlaggebend ist die Ankündigung. Ein Schwindel liegt dann vor, toenn die Ankündigung nicht mit der Sachlage übereinftimmt. Ein Vorschieben von Waren ist z. B. gegeben, wenn ein Kaufmann fein durch Brandschaden betroffenes Lager durch neue Waren ergänzt und alsdann den Ausverkauf wegen Drandschadens ankündigt; ferner wenn vor Ankündigung eines Totalausverkaufs wegen Todesfalles das Lager für den Zweck des Aus­verkaufs aufgefüllt wird.

Ein Rachschieben von Waren liegt dann vor, wenn nach der Ankündigung des Ausver­kaufs der auszuverkaufende Warenvorrat ver­größert wird, selbst bann, wenn während des Ausverkaufs einer Zweigniederlassung nachträg­lich Waren von der Hauptniederlassung herbei­geschafft werden. Auch hier ist die zivilrecht­liche Klage auf Unterlassung und Schadenersatz, sowie polizeiliches Einschreiten möglich.

Eine besondere Stellung nehmen die Saison- undJnventurausverkäuse ein. Werden diese als solche in der Ankündigung bezeichnet, und sind sie im ordentlichen Geschäftsverkehr üblich, so gelten die oben geschilderten Vorschriften nicht. Es müssen aber Zeit unb Dauer genau angetünöigt werben. Sais o n a u s v e r k ä u s e sinb Verkäufe, die in bestimmten Warengattungen nach beenbigter Hauptverkaufszeit zwecks be­schleunigten Absatzes bet Restbestände veranstaltet

anmutig und feinsinnig wie je unb umgab diese alte Dame, die dem Autor entschieden am glücklichsten ge­raten ist, mit aller Reife und lächelnden Ueberlegen- fjeit, mit der gewinnenden Liebenswürdigkeit und Natürlichkeit, die sie als Darstellerin vom Leben mit auf die Bühne bringt

Um der vom Autor gewählten Anciennität zu fol- gen: den Obersten, Onkel Franz, gab Hauer; er ließ weder den alten Offizier noch den bejahrten Verwandten zu kurz kommen und machte aus der Rolle mit leisem Humor und allerlei hübschen Char- gierungen eine überaus belebte und ausgefüllte F'gur zwischen Ernst und Heiterkeit. Kühne spielte als weißhaariger Onkel Doktor in guter Hal- tung und mit reservierter Ironie den Raisonneur und geheimen Ansager des Stückes, der an Autors Statt den Leuten zuletzt noch schnell den nachdenk- sichen Dampfer auf ihre lustspielmäßige Heiterkeit zu setzen hat.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Bukarest, Januar 1932.

Ursprünglich russisches Gebiet, wurde Bes- farabien im Jahre 1918/19 zu Rumänien geschlagen und bis zum heutigen Tage hat Ruß- land auf diese Provinz nicht Verzicht ge­leistet. Infolgedessen stehen sich die beiden Länder feit 14 Jahren am Dnjester-Grenzfluß schwer be­waffnet gegenüber, diplomatische Beziehungen be­stehen nicht, und keiner traut dem anderen über den Weg. Trotzdem empfinden beide Staaten schon feit geraumer Zeit das dringende Bedürfnis, eine Ent- fpannung dieser Lage herbeizuführen: Rußland t)aj dringende Geschäfte im Fernen Osten zu er­ledigen, und Rumänien ist am Ende seiner finan­ziellen Leistungsfähigkeit. Seit geraumer Zeit sehnt es den Tag herbei, wo es sich wenigstens eines Teiles feiner schweren klirrenden, eisernen Rüstung entledigen kann, um Die bann frei werdenden Gel-

Erst mit Beginn der russisch-polnisch-französischen Verhandlungen wurde eine ganz neue Lage geschaffen, und erklärlicherweise gingen im ersten Augenblick in Bukarest die Wogen der Begeisterung hoch: Die Optimisten sahen sich bereits im Besitz eines russischen Garantiescheines für die bessarabische Grenze, jubelten über das in greifbare Nähe ge- rückte russischeNicht-Angriffsversprechen" und machten sich lediglich über die dann wohl unaus­bleibliche Wiederaufnahme der diploma­tischen Beziehungen gewisse Sorgen. Aber auch für deren Schattenseiten hatte man ein Rezept in der Tasche: man wies auf das Beispiel der Türkei hin, die mit Rußland im besten Einver­nehmen lebt, die aber jeden offenen oder geheimen roten Agitator ohne Gnade und Barmherzigkeit a u s h ä n g t und sich über russische Lamentos wenig aufregt. Auch dieses Recht gedachte man sich in Ru­mänien vorzubehalten, ohne daß Rußland dann be­rechtigt sei, darauseinen" oberfortgesetzt un­freundliche Akte" herzuleiten.

Merkwürdigerweise hatten es nun aber die Rus­sen gar nicht besonders eilig, die Vertragsverhand- lungen in Gang zu bringen, vor allem konnte man über den Ort der Zusammenkunft nicht einigen. Es wurde Angora, Warschau, Riga und Paris genannt. Rumänien wünschte jedoch als Ort der endgültigen Unterzeichnung die gleiche Stadt, in der auch der französisch-russisch-polnische, also derGroße Pakt", unterschrieben würde. Denn Rumänien kommt sich seit einiger Zeit recht vereinsamt im Südosten vor und legt natürlich den größten Wert darauf, wieder festeren Anschluß an seine reiche französische Mutter zu gewinnen. Aeußerlich gesehen, sollte das durch eine feierliche, gemeinsame Unterzeichnungs- aktion zur Darstellung gebracht werden, denn Ru- mänien muß aus Anleihegründen in der Weltmei­nung immer die Fiktion aufrecht erhalten, daß es bas östlichste Bollwerk gegen ben Bol- schewismus unb daherpermanent an- leihewürdig" sei

Dieser erste Blütentraum ist zunächst noch nicht gereift: als Verhandlungsort wurde das neu- t r a l e R i g a gewählt unb was noch bedeut­samer ist diese am 15. Januar beginnenden Ver­handlungen werden nicht, wie ursprünglich geplant vom Außenminister, dem Fürsten G h i k a , sondern lediglich von derZweiten Garnitur", den beider­seitigen in Lettland beglaubigten russischen und ru­mänischen Gesandten geführt.

Damit aber ist die Bedeutung dieses Paktes wohlgemerkt: soweit Rußland und Rumänien in Frage kommen sehr herabgemindert und man spräche endet ergebnislos, in kalter unb feind- "cher Ablehnung auf beiden Seiten.

3m dritten Akt, gegen Abend, herrscht große Aufregung, da Lilly spurlos verschwunden ist: durchgebrannt oder entführt das ist hier die Frage, um deren vorerst vergebliche Lösung aber­mals em in verschiedenen Konstellationen und Lautstärken abgewandelter allgemeiner Familien­krach und Generationenzwist ausbricht ... bis Lilly unvermutet wieder auf der Bildfläche er­scheint und erklärt, sie fei nicht entführt worden (auch Emanuel, wußte nicht, wo sie blieb), sondern sie habe sich verlobt; d. h. in etwas ge­walttätiger Form beim Vater (mit der Brotfabrik) um Emanuelangehalten", lind die Großmutter, sehr überraschend, tritt diesmal ungeachtet des Streites am Morgen als eine prachtvolle Frau an ihre Seite unb gibt ben jungen Leuten ihren Segen. Happy end also, obwohl Preradovic durch den Mund des Doktors ein für den Zuschauer bestimmtes (und fachlich sehr motiviertes) Frage­zeichen dahinter fetzt.

Zusammenfassung: eine Fülle von Problemen, die für einen Roman gelangt hätte, in lockerster Konversation auf drei Akte verteilt, angeschnit­ten, zur Diskussion gestellt. Eine Lösung, an sich fragwürdig, war hier schon aus räumlichen Gründen kaum zu erwarten; daß die Ver­lobung keine Lösung ist, deutet Preradovic selbst schüchtern an. Es bleiben eine Menge offener Fragen ... etliche hübsche Bonmots ... und die gegen Ende immer deutlicher durchbrechende Er­kenntnis, daß das Gefühl des Autors (der selbst in der Mitte steht) es mit den Alten hält, die das Herz auf dem rechten Fleck, gefestigte An­sichten, gute Verven haben und mit dem Leben, y^rem eigenen und dem der 3üngeren und 3üng- sten, fertig werden.