Meistbegünstigung im deutsch-schweizerischen Warenverkehr
Berlin, 12. 3an. (WTB.) Nachdem die schweizerische Regierung den deutsch-schweizerischen Handelsvertrag gekündigt hat, fallen ab 4. Februar neben den übrigen 'Bestimmungen des Handelsvertrages insbesondere die mit der Schweiz vereinbarten Zollherabsetzungen und Zollbindungen fort. 3n Besprechungen zwischen der deutschen und der schweizerischen Regierung ist jedoch festgestellt worden, daß beide Teile sich für die Zeit nach dem 4. Februar meistbegünstigt behandeln wollen. Hiernach würden im beiderseitigen Warenverkehr die dritten Staaten gegenüber herabgesetzten oder gebundenen Zölle zur Anwendung gelangen.
Große Waffenfunde in Wien.
Wien, 12. Ian. (ERB.) Bei einer Durchsuchung des sozialdemokratischen Arbeiterheims im Bezirk Ottakring wurden in einem vermauerten Versteck 750 Mannlicher-Gewehre, 6 Maschinengewehre, ferner Maschinengewehrbestandteile, über 10 000 Schuh Munition und andere Kriegsgeräte, darunter Handgranaten und Ballons mit Säuren gefunden. Die Waffen wurden beschlagnahmt. Die Kunde von der Beschlagnahme der Waffen verbreitete sich in Ottakring, einem ausgesprochenen Arbeiterviertel, mit Blitzesschnelle. Dor dem Arbeiterheim, das von einem Polizeikordon abgesperrt war, sammelten sich im Laufe des Abends gegen 2000 Arbeiter an, zumeist Kommu- n i st e n, die die Aktion der Polizei mit Zurufen begleiteten. An einzelnen Stellen kam es zu Zwischenfällen, wobei einige Verhaftungen vorgenommen wurden.
Rußland gegen Anerkennung des Status quo in Bessarabien.
Paris, 13. Jan. (WTB. Funkspruch.) Wie eine Nachrichtenagentur aus Bukarest meldet, ist die Regierung i m Besitze der Antwort, die die Sowjetdelegation den rumänischen Unterhändlern in Riga zur Frage der territorialen Klausel erteilt hat, die in den ru » mänisch-russischen Nichtangriffspakt ausgenommen werden soll. Die Sowjets lehnen, nach der erwähnten Quelle, die. Aufnahme einer Formel ab, die für Rußland die Anerkennung des Status quo in Bessarabien bedeuten würde.
Aus aller Welt.
Das Vierpfennigstück in Sicht.
Das Reichsfinanzministerium hat den Auftrag zur Herstellung der neuen Vierpfennigstücke in einem Betrage von 2 Millionen Mark an die sechs staatlichen Münzen Berlin, München, Hamburg, Karlsruhe, Stuttgart und Muldenhütte (Sachsen) bereits erteilt. Von dem Gesamtauftrag (50 Millionen Stück) entfällt mehr als die Hälfte, nämlich 54 Prozent, auf die Berliner Münze, die auch schon mit den Vorbereitungen begonnen und eine Probeschmelze vorgenommen hat. Zur Herstellung der erforderlichen Münzplatten werden auch Privat- firmen herangezogen. Die neue Münze, die Dmaus- sichtlich bereits Anfang Februar in den Verkehr kommen wird und deren Entwurf von dem Graphiker Tobias Schwarz stammt, wird aus einer Legierung von 95 Teilen Kupfer, 4 Teilen Zinn und 1 Teil Zink bestehen; sie erhält einen Durchmesser von 24 Millimeter und ein Gewicht von 5 Gramm.
Bergsturz am Vierwaldstättersee.
Am Axenberg zwischen Sisikon und Flüelen am Vierwaldstättersee ereignete sich ein großer Bergsturz, der trotz der Stühmauerungen, die seinerzeit die Bundesbahn ausgeführt hatte, d i e G o t t- hardlinie und die Axenstrahe zum Teil schwer beschädigte. Während die Gotthard-Linie bald wieder freigemacht werden konnte, bleibt die Axen-Straße bis auf weiteres gesperrt. Die Gotthard-Linie führt an der Absturzstelle über eine etwa 4 Meter hohe eiserne Drücke, so daß sich das Felsgeröll zum Teil unter der Brücke hindurch einen Weg in den See bahnte. Die Wiederinstandsetzung der Axen-Straße wird längere Zeit in Anspruch nehmen. Felsblöcke und umgeknickte Baumstämme liegen in wirrem Durcheinander auf der Straße und geben ein eindrucksvolles Bild von der Gewalt des Bergsturzes. Es ist nicht ausgeschlossen, daß imRophaien-Wald, wo sich die Felsmassen loslösten, S p rengungen vorgenommen werden müssen, da weitere Felsstürze zu befürchten sind. Der Wald, durch den die Felsmassen abstürzten, ist auf eine Breite von etwa 200 Meter völlig durchschlagen. Wann die Axen-Straße wieder frei wird, ist ungewiß.
Schwere Anfälle bei den deutschen Viererbobmeisterschaften in Schreiberhau.
Dei den deutschen Diererbobmeisterschaften in Schreiberhau auf der Zackelfall-Bobbahn ereignete sich ein schweres il n g l ü d: Nachdem bereits am Dormittag bei den Dorläufen der Deutsch- Böhme Schwarzbach mit seinem Bob zu Fall gekommen war und mit einem schwerenSchä- d e l b r u ch und einer Llnterleibsverletzung ins Schreiberhauer Krankenhaus eingeliefert werden mußte, fuhr beim ersten offiziellen Lauf der Bob Portz vom Schreiberhauer Bobklub in der ersten S-Kurve infolge zu hoher Geschwindigkeit über die Kurve und die Bretter hinaus ins Publikum hinein und zerschellte an den Fichten. Während die Fahrer selbst nur schwere Fleischwunden erlitten, wurde eine größere AnzahlvonZuschauernerheblich verletzt. Eine etwa 30jährige Frau Major v. Berger wurde s o f o r t g e t ö t e t, die 54jährige Frau Amtsgerichtsrat Theißinger aus Breslau so schwer verletzt, daß sie kaum noch mit dem Leben davonkommen dürfte. Weitere fünf Zuschauer liegen mit schweren Derlehungen in dem Schrciberhauer Krankenhaus.
Verhaftung von Wilderern.
In der Nähe von Fürstenwald bei Kassel war in der letzten Zeit öfters beobachtet worden, daß Wilddiebe mit schein- werferartigen Blendlaternen das Wild aus seinen Lagern aufstörten, es dann blendeten und in aller Ruhe a b s ch o s s e n. Kürzlich wurde in aller Frühe von 6 Landjägern der Umgegend bei verschiedenen verdächtigen Personen eine Haussuchung abgehalten, die reichliches Material zutage förderte. Bei einem Arbeiter wurden mehrere Rehkeulen, die in den Rauch gehängt waren, sowie Reh- und Hasenfelle beschlagnahmt. Bei einem anderen Ar-
Kein Raum für neue „Znvestigaüonen".
Kein deutscher Staatsmann kann sich noch einmal mit einer neuen Llnter- suchung des deutschen MstungSstandeS abfinden.
Berlin, 12. 3an. (ERB.) Unter der Heber- fchrift „3nvestigation" nimmt Oberpräsident N o s k e, der ehemalige Reichswehrministcr. in der „B. Z. am Montag" zu bcr von einem frar.zö ischen chauvinistischen Journalisten in Genf fälschlich verbreiteten Meldung Stellung, daß in französischen Kreisen die-Absicht bestehe, auf der kommenden Abrüstungskonferenz den Antrag auf Untersuchung des tatsächlichen Standes der deutschenRü st ungen vor- aulegen. Eine solche Investigation, führt Ober- Präsident Noske u. a. aus, wäre der.Ausbruch von Wahnsinn mit tödlicher Wirkung. Tödlich in erster Reihe für den Dölkerbund, der noch gar nicht recht zum Leben gelangt sei. Unter Hinweis darauf, daß Frankreich, Polen, die Tschechoslowakei und andere Staaten der deutschen militärischen Macht gewaltig an Rüstung zu Lande, zu Wasser und in der Luft überlegen sind, stellt Noske fest: „Ueber die deutschen Rüstungen gibt es keine Fe st st e l - lungenmehrzutreffe n.“ Deutschland habe nicht einmal das militärisch ausgenützt, was ihm nach dem Dersailler Diktat zu tun möglich war. Es sollte innerhalb des deutschen Volkes keinen Streit darüber geben, daß auszuschöpfen sei, was Deutschland nach Versailles an Rüstungsmöglichkeiten blieb, so lange die Abrüstung der Nachbarn nicht erfdlge.
Eine Untersuchung des deutschen Rüstungsstandes auf Grund eines Beschlusses des Völkerbundes werde nicht erfolgen. Die französische Regierung habe bereits erklärt, daß sie nicht beabsichtige, einen solchen Antrag zu stellen. „Trotz des Artikels 213 des Versailler Diktats", erklärt Oberpräsident Noske, „würde ein derartiger Beschluß auch in Zukunft nicht ausführbar sein, es sei denn, daß der Völkerbund d i e militärische Besetzung Deutschlands beschließt. Denn mit Zustimmung einer deutschen Regierung, ganz gleich, wie sie zusammengesetzt wäre, käme eine fremde militärische Untersuchungskommission nicht einmal a u f deutschen Boden." Mit Recht erschlagen wie ein räudiger Hund würde der deutsche Staatsmann, der sich mit einer neuen Untersuchung der. deutschen Rü stungen abfinden wollte. Es gebe nichts zu untersuchen.
Der Artikel schließt: Wer von der Untersuchung des tatsächlichen Standes der deutschen Rüstungen spricht.... will die Feststellung vor aller Welt verhüt en , daß die Siegerstaaten bisher ihre im Versailler Vertrag und im Artikel 8 der Völkerbundssahu.ng übernommene Verpflichtung zur eigenen Abrüstung nicht gehalten haben.
Krankreich und der Kredit -er BIZ.
pariser Politik der Nadelstiche. — Oer Kredit für die Reichsbank bis über Lausanne hinaus geregelt.
Paris, 12. Jan. (ERB.) Die gesamte Morgen- presse beschäftigt sich mit den Verhandlungen des Verwallungsrates der BIZ. Allgemein wird zum Ausdruck gebracht, daß ein Veto des französischen Delegierten, des Gouverneurs der Bank von Frankreich. Moret, vorgelegen habe, das, falls er darauf bestehe, zur Folge haben könne, daß auch die BIZ. ihren Anteil an dem der Reichsbank gewährten Kredit nur vorübergehend, und zwar auf einen Monat, verlängern werde. Es handele sich also hier um 50 Millionen Dollars, während die andere Hälfte des Kredits nicht in Frage stehe. Die Stellungnahme des französischen Delegierten wird von den Blättern als eine er sie Warnung an Deutschland bezeichnet, doch betont der „Excelsior", daß es sich um einen Aufschub, nicht aber um eine Verweigerung der Erneuerung handele. Bis zum 4. Mär; könne eine weitere Verlängerung in Kraft treten, falls die Lausanner Konferenz bessere Ergebnisse haben werde, als die Erklärungen des Reichskanzlers erwarten ließen. 3m entgegengesetzten Falle würde man nicht begreifen, daß die Bank von Frankreich einer den französischen Interessen abträglichen Erneuerung zustimmen würde.
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Zu diesen Pariser Ausführungen erfahren wir, daß der Beschluß der D3Z. diesmal wörtlich der gleiche gewesen ist, wie bei der vorigenDerhandlung über die Verlängerung des Reichsbankkredites. Der Beschluß lautet dahin, daß der Kredit wiederum für drei Monate verlängert wird, unter dem Vorbehalt, daß die an-diesem Kredit beteiligten Notenbanken ebenfalls um drei Monate verlängern. Außerhalb dieser Verhandlungen wurde jedoch von Moret als Gouverneur der Bank von Frankreich mitgeteilt, daß angesichts der politischen Lage sein 3nstitut nur eine Verlängerung um «inen Monat für vertretbar halten würde.
as Verhalten der Dank von Frankreich, auf das in den Pariser Meldungen Bezug genommen wird, bleibt nunmehr abzuwarten. Zu einem offiziellen Vorgehen irgendwelcher Art von deutscher Seite liegt kein Anlaß vor, weil die Beschlüsse der D3Z. normal verlaufen sind. Sollte indes die Bank von Frankreich eine nur einmonatige Verlängerung beschließen, so ist der Sachverhalt jedenfalls biszum4. März, also über die Lausanner Konferenz hinaus ge
regelt; dort und nicht auf dem Nebengebiet dieser einzelnen Finanztransaktion werden die entscheidenden Fragen zur Klärung gebracht. Es ist jedenfalls festzuhalten, daß Moret weder ein Veto eingelegt hat, noch daß irgendein Antrag des Reichsbankpräsidenten in Basel abgelehnt worden ist.
3n Berlin wird ausdrücklich betont, daß der Betrag von 200 Millionen Reichsmark (der Anteil der B3Z. selbst und der französische Anteil), dessen kreditmähige Verlängerung äußerstenfalls nicht zugdslanden werden würde, nicht geeignet fein könnte, den vom Reichskanzler dargelegten deutschen Standpunkt in der Tributfrage zu erschüttern, zumal der deutsche Standpunkt, wie dies nach einer „Times'-Meldung von dem englischen Kabinett durchaus richtig erkannt worden ist, lediglich eine Feststellung von Tatsachen, nicht aber eine Drohung bedeutete. Sollte man aber in Frankreich daraus beharren, Deutschland durch derart kleinliche Maßnahmen auf die Knie zwingen zu wollen, so würde dies nur ein Beweis dafür fein, w i e hilflos man in Paris der ITlarfH der Tatsachen gegen- übersteht.
Eine amerikanische Glimme.
Paris, 12.3an. (END.) Der Staatssekretär im früheren Kabinett Wilson Newton D. B a k e r, der häufig als demokratischer Präsidentschaftskandidat genannt wird, bemerkte zu der Erklärung des Reichskanzlers, Deutschland werde nicht länger Reparationszahlungen leisten können, er sei hierüber nicht überrascht. Seine einzige Heberraschung sei, daß Deutschland überhaupt gezahlt habe. Auch die Reparationsfrage könne allerhand zur Folge haben, und er sehe die Kriegsgefahr heute größer als 1914. Vor einem 3ahre würde eine Aktion, wie sie Dr. Brüning jetzt unternommen habe, die fran- rwsische Armee veranlaßt haben, das linke Rheinufer zu besehen und die deutschen Häfen zur Beschlagnahmung der deutschen Zölle zu besehen. Später würden dann auch die Eisenbahnen beschlagnahmt worden sein. Glücklicherweise habe Deutschland die Ankündigung nicht vor einem 3ahre gemacht, und Frankreich habe inzwischen etwas gelernt, aber noch nicht sehr viel.
beiter wurde eine moderne Büchse mit automatischer Ladevorrichtung unter dem Kopfkissen seiner krank zu Bett liegenden Frau hervorgeholt. Die andern Personen, bei denen Haussuchung abgehalten wurde, waren gewarnt worden und hatten alles belastende Material beiseite geschafft. Die beiden Arbeiter wurden nach Kassel in Untersuchungshaft gebracht.
Aus einem brennenden Eisenbahnwagen gesprungen.
Ein aufregender Vorfall ereignete sich auf der Eisenbahnstrecke zwischen den Bahnhöfen Beußel- straße und Iungfernheide in Derlin-Moa- b i t. In dem letzten Wagen eines Güterzuges, in dem zwei Pferde des Artillerie-Regiments 6 befördert wurden, fiel eine Petroleumlampe um. Es entstand sofort ein Brand. Der begleitende Reichswehrsoldat versuchte, das Feuer zu ersticken, was jedoch mißlang, da der Brand an dem im Wagen befindlichen Stroh reiche Nahrung fand. Der Soldat öffnete schließlich die Wagentür und sprang aus dem fahrenden Zug. Eines der Pferde folgte ihm, während das andere im Wagen verbrannte. Der Soldat, der eine leichte Gehirnerschütterung davongetragen hat, hielt einen Stadtbahnzug an und fuhr zum nächsten Bahnhof zurück, wo er d i e Feuerwehr alarmierte. Beim Ein- war der Güterwagen jedoch schon völlig ausgebrannt. Das aus dem Zug gesprungene Pferd hat eine Halsverlehung öaöongetragen.
Bootsunglück auf dem Rhein.
Sils bei Camp das Proviantboot des Fährmannes August Erker an einen Radschlepper fuhr, um dort Lebensrnittel abzusetzen, setzte plötzlich der Motor des Proviantbootes aus, so daß das Boot gegen den dritten Anhänger des Radschleppers getrieben wurde. Bei dem Anprall wurde das Boot derart beschädlgt, daß es sofort sank. Erker sprang geiftesgegenroärtig sofort ins Wasser und
rettete s i ch schwimmend an das Camper Ufer. Um dieses zu erreichen, mußte er mehrere Anhänger des Radschleppers umschwimmen, und nur mit dem Aufgebot der letzten Kraft landete er in völlig erschöpftem Zustand bei einer Gärtnerei in Bornhofen.
Vater und Sohn ertrunken.
Am Dienstagnachmittag brach in Kallies (Pommern) der sechs Jahre alte Sohn des Musikers Hollatz mit seinem Rodelschlitten auf dem Eise des Mühlenteiches ein. Der Bater wollte den verunglückten Knaben retten und ließ sich eine Seine um den Körper binden. Die Leine löste sich aber und Vater und Sohn e r - tranken.
Die Rettungsarbeiten auf Grube Karsten-Zentrum.
3n kürzester Zeit muh es nach menschlichem Ermessen gelingen, zu den 7 noch verschütteten Bergleuten auf der Karsten-Zentrum- grube bei Beuchen vortzudringen. Je näher die Rettungsmannschaften dem Ort kommen, an dem man sie vermutet, desto vorsichtiger muß natürlich gearbeitet werden. Wenn all die glücklichen Hmstände, die es den am Sonntag Geretteten ermöglichten, fast über eine Woche lang ihr Leben in verschüttetem Stollen zu fristen, auch für diese Gruppe der Bergleute zutreffen würde, so erscheint es doch fraglich, ob alle Eingeschlossenen die lange Zeit ohne Nahrungszufuhr überstanden haben. Die Rettungsmannschaften, deren Tätigkeit immer wieder höchstes Lob gezollt werden muß, leisten fast Hebermenschliches. Leider ist die Anwendung der technischen Hilfsmittel, wie Rammen, Bohrmaschinen usw. beschränkt, da sie die Gefahr für die Eingeschlossenen und Netter nur erhöhen würden. Störungen durch Gebirgsbewegungen sind .in letzter Zeit nicht mehr eingetreten. Trotzdem war ein schnelleres Vorwärtskommen nicht möglich, da zuviel Gestein durch die Gebirgseinschläge der Vergangenen Woche zu Bruch gegangen ist. Selbst er
fahrene Bergleute, die schon mancherlei Grubenunfälle miterlebt haben, können sich auf Streckeneinbrüche von solchem Ausmaß nicht entsinnen. Die Angehörigen der Verunglückten werden über den Fortgang der Bergungsarbeiten ständig auf dem laufenden gehalten.
Neuer Brandherd im Allen Schloß ;n Stuttgart.
Am Dienstagvormittag machte sich amNord- a ft türm des Alten Schlosses zu Stuttgart das Aufflackern eines Brandherdes bemerkbar. Das Feuer konnte aber bereits mittag- wieder gelöscht werden. Vorsichtshalber wurde noch eine Brandwache an der Brandstelle zurückgelassen. Das Feuer faß im Decken- g e b ä l k, wo es seither weiterglimmte und jetzt nach den letzten trockenen Tagen zum Durchbruch kam. Im übrigen hat sich an der Brandstelle nichts geändert.
Elly Beinhorn am Himalaja.
Die Fliegerin Elly Beinhorn st ar tet e in Kalkutta nach dem 500 Kilometer nördlich von Kalkutta am Fuß des Himalaja gelegenen S i l i g u r i. Sie will nunmehr versuchen, b i s a n die Bergkuppen des Mount Everest zu gelangen, um in diesen großen Höhen Photoaufnahmen zu machen. Nach Durchführung dieser Flüge wird Elly Beinhorn Rabiüdranath T a g o r e besuchen.
Todesslurz zweier Kinder beim Auto-Anhängen.
Die 10 und 12 Jahre alten Brüder Helmuth und Herbert Reich in Bottrop wollten ihrem Vater, der in Gladbeck beschäftigt ist, das Essen bringen. Beide Jungen kletterten unterwegs auf die Zugstange eines Last- k r a f t z u g e s. Einer der Jungen hat wohl das Hebergewicht verloren und beim Sturz seinen Bruder m i t g e r i s s e n. Beide Kinder kamen unter den Lastzug und wurden gräßlich verstümmelt. Der eine starb auf dem Wege zum Krankenhaus, der andere gegen Abend an den Folgen seiner schweren Verletzungen.
LleberfiMung der philologischen Laufbahn in Hessen.
Vom Hessischen Philologen-Verein werden wir um folgende Mitteilung gebeten: Trotz jährlich wiederholter ernstester Warnung vor der überfüllten und völlig aussichtslosen Laufbahn der Philologen hat der Zustrom 8 um philologischen Be ruf in Hess »n nicht nachgelassen, ist den letzten Jahren sich sogar stark vermehrt. Die Lage hat zu einem Zustand geführt, der die schlimmsten Gefahren für die durch ihn betroffenen Menschen, für das hessische höhere Schulwesen und für den Staat in sich birgt. Nach dem Stand am 1. Dezember 1931 entfallen auf 773 akademische Stellen an den höheren Schulen Hessens nicht weniger als 381 Anwärter (Assessoren und Referendare). Das heißt, daß die Zahl der zur Zeit schon vorhandenen Anwärter ausreicht, um den Dedarf für ungefähr 20 Jahre zu decken, wobei angenommen ist, daß die Zahl der eben vorhandenen Stellen ungeschmälert erhalten bleibt. Hinter diesen 381 Anwärtern stehen aber schon tvieder 7 4 0 hessische Studieren de der Hochschulen in Gießen und Darmstadt, die den Studienrat als ihr Berufsziel an* geben. Diese Zahl vermehrt sich noch um diejenigen hessischen Studierenden der Philologie, die zur Zeit noch ihrem Studium auf einer außerhessischen Hochschule obliegen. Angesichts d.r Hnhaltbarkeit dieser katastrophalen Lage ist wohl in allernächster Zeit mit einschneidenden Maßnahmen des hessischen Kultusministeriums zu rechnen.
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■eicnter Ost massiger Südsüdwest % stürmischer Nordwesl Oie Pfeile fliegen mit dem Winde. Die beiden Stationen stenenden Zonen geben die Temperatur an. Die Limen verbinden Orte mit gleichem auf neeresmveau umgerechneten Luftdruck
Wettervoraussage.
Der Hochdruckeinfluß hat sich bis in unser Gebiet dslrchgesetzt und teilweise nächtlichen Temperatur- rückgang bis etwas unter den Gefrierpunkt hervor- aerufen. Durch das rasche Vordringen der neuen Atlantikstörung schwindet sein weiterer Einfluß auf unsere Wetterlage. Neue Warmluft setzt sich auf dem Festlande durch, die auch das Regenaebiet des Tiefs, das zur $eit über England, dem Kanal und dem Küstengebiet Frankreichs liegt, zum Vorschub bringt. Somit tritt wieder regnerisches Wetter ein, die Temperaturen steigen vorerst an.
Aussichten für Donnerstag: Mild, wolkig und bedeckt mit zeitweisen Niederschlägen, dann wechselnd wolkig, lebhafte südwestliche Winde.
Aussichten für Freitag: Wechselnd wol- kig, dabei kurz aufklarend, für die Jahreszeit noch mild, weiterhin zeitweise Niederschläge.
L u s 11 e m p e r a t u r e n. Am 12. Januar mittags 3,6 Grad Celsius, abends 2,9 Grad. Am 13. Januar morgens 2,l Grad. Maximum 3,8 Grad. Minimum 1,2 Grad. Niederschläge 0,1 Millimeter. Eoimenscheindauer 1 Stunde.


