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- Drahtmeldung.i Da e/chatag, hat an ag auf sofortige hstageabermaio

ineiis Laval.

I)lmelbung.)Da$fran. 15 heule zulammentrol, iflerpräfibcnlen Laval äsidenlen da» R ü <f- eilen.

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inem Schreibtisch. 6r re zu lein. Freundlich arbeitet zu und reichte itiorenkiste eine seiner rder Importen. Dann \ seinen Ltuhl zuruck

recht behalten? Asm chnt. Die W* Uten gut- Dir habe" als loir damals unser riskante Sache steckten, anseren ersten Gewinn doch in den ^g°n

gar!fXu NW SW ze bnE °>'Lgänge die heutigen . cun i Disp^mnn er I wie mD9 f; sein. Sie en, zu uns

Kn ÄachuM unh er He.r^hchterchen bc' ilul ein <iuni nie en lieb-n^K her on rt19 A1 un; >n Herrn wtlcgcn,

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nr. 10 Erster Blaff

182. Jahrgang

Mittwoch, 13. Januar 1952

GichenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Cnirf nnt üerloa: vrLHI'Iche Un«verstlülr-Vuch, und Stetnöraderei B. lange in Sieben. Sdfriftiettnng und Sefdjäftslteüe: SifinffraM 7.

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis für | mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig; für Ne- klameanjeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20, mehr.

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Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Berantroortlid) für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Tdyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Fitter, sämtlich in (Biegen.

Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle

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Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt.

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Negierungskn'sis in Frankreich.

Gesamtdemission des Kabinetts Laval. - Die Radikatfoziaten unter Herriot lehnen eine Beteiligung vorerst ab. - Briand scheidet endgültig aus.

Paris, 12. Ian. (IDIB.) TNinisterpräsident C a o a 1 Halle heule gegen abend eine einflündigc Unterredung mit dem radikalen Abg. h e r r l o l Lr Hal ihm den Eintritt in sein fiabincM als Minister für auswärtige Ange­legenheiten und eine Vertretung der Radikalen Partei innerhalb des Ka­bine t t s, entsprechend der ziffernmäßigen Stärke dieser Partei im Parlament angeboten. Die radi- talsozialistlsche fiammersraktlon, die am Spätabend unter herriot tagte, hat sämtliche Vorschläge Lavals und ihre Beixili- gung on einer fion ; entro t 1 on abge- lehnt. Laval hat darauf beschlossen, dem Präsi­denten den Gesamtrücktritt des fiabi- n t Hs zu unterbreiten. Der Präsident der Re- publik, Doumer, hat heule um 22 Uhr Minister- Präsident Laval und sämtliche Mitglieder des fiabi- netts empfangen, die ihm ihre Demission überreichten. Der Präsident der Republik hat diese Demission angenommen. Er wird morgen vormittag seine Besprechungen zur Bchk-bung der Ministerkrise beginnen.

Dem Beschluß Lavals, dem Präsidenten der Repu­blik den Rücktritt des gesamten Kabinetts anzuzei- gcn, ist am Vienstagvormittag eine längere Unter­redung zwischen Laval und Br-iand vor- ausgegan^en. wie verlautet, halte sich Briand geweigert, allein aus dem Kabinett auszuscheiden, obwohl er dem Ministerpräsi­denten vor einigen Tagen erklärt hatte, daß sein Gesundheitszustand ihm kaum gestatten werde, das Außenministerium beizubchallcn. Aus diesem Grunde ist die Form eines Gesamtrücktritts des Kabinetts Laval gewählt worden. Laval wird vor­aussichtlich zunächst den versuch machen, die Regie- rungsgrundlagc im Sinne einesKabi­netts der nationalen Einigung" zu er­weitern. Ls dürfte aber ausgeschlossen fein, daß sich die Radikatsoziatisten wenige Mo­nate vor den Neuwahlen zur Kammer an einem solchen Kabinett beteiligen, was Briand an- geht, so ist nicht o n , u n c h m e n . daß er in dem neuen Kabinett ein Ministerium wieder übernehmen wird, wie in gutuntcrrichtcten Kreisen verlautet, haben die Aerzte auf Grund einer Untersuchung Briand jede weitere politische Tätig­keit abgeraten. Briand hat daraus beschloßen, in der neuen Regierung keinen Mi­ni st erpo st en zu Übernehmen. Er hat auch das Angebot Lavals abgelehnt, Frankreich im Völ- kcrbundsrat zu vertreten. Rach Vollendung der Bit- düng des neuen Kabinetts wird sich Briand sofort auf feinen Landsitz begeben und damit dem poli­tischen Leben für einige Zeit vollkommen den Rücken kehren.

Wenn Ministerpräsident Laval für die Demis­sion seines Ministeriums keine anderen Gründe hat, als das Verhalten der radikalen Fraktion, wird sich, da er sich zweifelsohne doch bemühen wird, die Radikalen in eine Regierungskombina­tion einzubcziehen, wieder das ereignen, was sich unter Laval und unter Tardicu bei der letzten Ministerkrise ereignet hat. Die Radikalen wer­den gemäß den Beschlüssen ihrer Parteitage eine Abgrenzung nach rechts hin verlan­gen und zweifelsohne wieder erklären, daß sie mit Mitgliedern der Maringruppe kein Kabinett bilden können. Laval wird also, wenn ihn der Präsident der Republik mit der Bildung des neuen Ministeriums betraut, wie­derum auf Schwierigkeiten stoßen, die er vielleicht nur lösen kann, wenn er einige seiner a I - tcnMinisteropsert. Ob Laval selbst, nach seinem Verhalten gegenüber der Opposition bei wichtigen Beschlüssen während der letzten Paria- mentsscssion, derMann sein wird, der den Ra­dikalen genehm ist, mag auch noch fraglich er­scheinen. Für die Radikalen selbst steht natürlich bei der Beteiligung an einer Konzentrationsre­gierung angesichts der bevorstehenden 5Xammer- wahlen viel auf dem Spiel, denn sie müssen aus wahltaktischen Gründen immer auf die Haltung der Sozialisten Rücksicht nehmen.

Erste Prognosen.

Mas sagt die Presse zur Lage?

P a r i s. 13. San. (WTD. Funkspruch., Aus der Moraenpresse geht nicht klar hervor, warum das Kabinett Laval zurückgetreten ist. Die Frage, ob unter allen Llmständcn eine Konzen­tration mit Einschluß der Radikalen gebildet werden soll, findet keine klare Antwort. Matin" erklärt, gewisse radikale Führer hätien zum Ausdruck gebracht, daß sie in eine Konzen­trationsregierung nur eintreten könnten, wenn diese nicht als eine reine Fortsetzung der gegenwärtigen Regierung er­scheine, sondern wenn sie ihren Ausdruck in der Bildung einer neuen Regierung fin­den würde, an deren Spitze eine neue Persönlichkeit stehe. Angesichts der 2lbleh- nung der Radikalen glaubt derMatin", daß das neue Ministerium das gleiche sein

wird, wie das zukückgetretene. lediglich mit Reu- besehung der bisher von Briand und Maginot eingenommenen Posten. Die Herriot nahe» stehende(Sre Rouvelle" betont, daß die Ra­dikalen sich nicht an einer Mehrheit beteiligten, die fast ständig durch die Rechtebeherrscht worden sei.2a Repu- bUque" vertritt wieEre Rouvelle" die Ansicht daß der Rücktritt des Kabinetts erfolgt sei, um

Briand von seinem Posten zu entfernen. Einige Blätter, wie der sozialistische .Popu- laire" und das radikale «Oeuvre" lassen durch­blicken, daß der Präsident der Republik a n der Bildung einer auf breite rG r u n d- lage geschaffenen K o n z e n t r a t i o n s- regierung festhalten könnte, allerdings un­ter anderer Führung. .Oeuvre" nennt in diesem Zusammenhang Paul-Boncour.

Maginots Rheinlandpläne.

Neuer Einmarsch als Sanktion für die Verweigerung von Reparationen oder als Sicherheit gegen die Folgen eines Bürgerkriegs in Deutschland. Eine breite Zone der Zerstörung im Stile Ludwigs XIV. längs des Rheins.

M a i u z, 12. San. DerMainzer Anzeiger" veröffentlicht aus gut unterrichteter, mit den Arbeiten des sranzös.schcn Kriegsministeriums ver­trauter Quelle Snformationen über d i e Pläne des verstorbenen Kriegsmi- nisters Maginot bei einem möglichen Kon­flikt zwischen Frankreich und Deutschland. Die Ansicht, daß die Rheinlandfrage in der französischen Politik noch immer eine be­deutende Rolle spiele, wird durch die jetzt bekannt gewordenen Pläne Maginots bestätigt. Es heißt in der Pariser Mitteilung:

Man weiß in eingeweihten Pariser Kreisen, daß die französische Regierung ihre Haltung und ihre Maßnahmen Deutschland gegenüber auf jede Möglichkeit eingestellt hat, weiß auch, daß Maginot gerade im Hin­blick aus die Zuspitzung der Repara- ttonsfrage die Pläne einer etwaigen Reubesehung deutschen Gebietes durch den sranzöi.schen Generalstab hat ausarbeiten lassen. Ausgangspunkt dieser Pläne ist jener vielumstrittene Sanktionsartikel des Boung-Planes, der Frankreich bei einer Zerreißung dieses Planes unter bestimmten Vor­aussetzungen das Recht zu Sanktionen gibt. Die Möglichkeit einer Feststellung der Zerreißung durch Deutschland stellen sich nun gewisse fran­zösische Kreise so vor, daß die Richtbezah- lung von Reparationen bei gleich­zeitiger Rückzahlung privater Aus­landkredite einer Verweigerung der Reparationszahlungen gleichkomme. Eie knüpfen damit eng an die sehr ausgedehnten Verhand­lungen der französischen Kammer über diesen Punkt vor Annahme des Voung-Planes an:' Ministerpräsident Tardieu hatte damals aus­

drücklich eine Regierung Hugenberg-Hitler oder eine kommunistische Regierung mit der Möglich, leit einer Zerreißung des Voung-Planes in Ver­bindung gebracht.

Des weiteren schwebt jenen Kreisen die Mög- lichkeit eines deutschen Bürgerkrie» a e s im Zusammenhang mit dem Vordringen des Bolschewismus vor. Auch in diesem Falle sähe sich Frankreich in seinem Lebensinteresse vor der Not­wendigkeit, einen genügend wcitenSicher- heitsgürtel um seine Grenzen durch eine Pazifikation eines großen Tei­les Deutschlands zu legen. Eine solcheBe­friedung" würde sich aber anders vollziehen, als die Besetzung von 1918 oder 1923. Die Frage einer Annexion deutschen Gebietes scheidet heute auch für diese französischen Rechtskreise aus, nachdem Elemenceau mit seinem Einwand, daß bei einer Annexion oon 12 Millionen Deutschen im Rhein- lanb, in Westfalen und Hessen in einigen Fahr­zehnten ein deutsches Parlament in Pa- ris tagen werde, die von Maurice Barres ge­führte Annexionspolitik gedämpft hatte. Die Sicher­heit würde für die französischen Plane durch eine in größter Breite und Tiefe geführte Aktion von Fliegern und Tanks erfolgen, deren Aufgabe die Zerstörung aller öfsentlichen Ge­bäude, Bahnhöfe, Brücken usw. sein würde. Die so wehrlos gemachte Bevölkerung würde unter m i [itärifdjc Verwaltung gestellt werden. Man konnte geneigt sein, solche Pläne für Phan­tastereien zu halten, sagt das Blatt weiter, aber es liegen ganz bestimmte und vertrauens­würdige Angaben darüber vor, daß sie in «reifen von Rang und Einfluß vertreten werden. Und zu diesen hat Maginot gehört, unter dessen Amtszeit sie ausgearbeitet wurden.

Der Weg zur Dolkswahl Hindenburgs.

Der Reichskanzler berichtet über das Scheitern feiner Aktion.

Berlin, 12. 3an. (D3IB.) Der Herr Reichs­präsident empfing heute nachmittag den Herrn Reichskanzler Dr. Brüning zum Vortrag. Der Reichskanzler berichtete dem Herrn Reichsprä­sidenten über seine Fühlungnahme wegen der Möglichkeit einer parlamentarischen Verlängerung der Amtszeit des Herrn Reichspräsidenten durch den Reichstag. Auf Grund dieses Vortrags bat der Herr Reichs­präsident den Reichskanzler, oon einer wei­teren Verfolgung des Deges einer parla­mentarischen Lösung der Frage Ab st and zu nehmen.

Hitlers Antwort.

Ein Brief an den Reichskanzler und eine ausführliche Denkschrift.

Berlin. 12. San. (ERB.) Der Führer der Rationalsozialistischen Partei. Adolf Hitler, hat heute folgendes Schreiben an Reichs- kanzler Dr. Brüning gerichtet:

..Sehr geehrter Herr Reichskanzler!

Am 6. Sanuar 1932 teilte mir Reichsinnen­minister General G r o e n e r mit. es bestünde die Absicht, die Präsidentschaft des Ge­ne r a l s e 1 d m a r s ch a l l s von Hinden­burg auf parlamentarischem Wege zu verlän­gern, bzw. den Reichspräsidenten durch eine Zwei­drittelmehrheit des Reichstags neu wählen zu lassen. Reichsinnenminister Groener bat mich um Stellungnahme der Partei zu diesem Vorhaben. Sch beehre mich, Shnen, sehr geehrter Herr Reichskanzler, mitzuteilen, daß die RSDAP. bei aller Verehrung für die Person des Herrn Reichspräsidenten nicht in der Lage ist, die­sen Vorschlag zu unterstützen. Sch Ie£ne daher namens der nationalsozialistischen Bewegung un­sere Zustimmung ab. Die verfassungsrechtlichen, außen- und innenpolitischen, sowie moralischen Gründe, die uns zu dieser Stellungnahme be­wegen, werde ich Shnen, sehr geehrter Herr Reichskanzler, in einereingehendenDar-

Jegung umgehend ju ft eilen. Mit der Versicherung vorzüglicher Hochachtung bin ich. sehr geehrter Herr Reichskanzler, Shr sehr er­gebener gez. Adolf Sitte r.

Dieser Bries wurde im Auftrage Hitlers heute abend dem Herrn Reichskanzler durchHaupt- mann Gocring persönlich überreicht. Die Denkschrift Hitlers, die nur der persönlichen Snformierung des Reichspräsidenten dient, soll dem Vernehmen nach nicht veröffentlicht werden.

Die neue Initiative.

Ein überparteilicher Ausschuß für die Hindenburg-Kandidatur.

12.3an. (TU.) Die Bemühungen um bie Wiederwahl des Reichspräsidenten Hindenburg aus dem Wege der Volkswahl sind, wie die DAZ " bereits in vollem Gange. Um seine Wahl als Gemeinschaftskandidat einer Einheitsfront sichcrzuiteUen, werde voraussichtlich ein Aus- j.chuß gebildet werden, der, wie man in poli- tndjen Kreisen annimmt, unter Führung d e s ehemaligen Reichswehrmini st ers D r. Gcßle r stehen soll. Sollte eine Vereinbarung über die Gemeinichaftskandidatur Hindenburgs nur zwi­schen den Mittelgruppen Zustandekommen, so wurde es den ylugdgruppen rechts und links unbenom­men bleiben, sich entweder anzuschließen oder keine Gegenkandidaten auszustellen. Auf Veranlassung oon Graf Westarp fand eine Besprechung mit Vertretern der DVP, des Christlich-Sozialen Volksdienstes, der Bayerischen Bolkspartei, des Zentrums, des Landvolkes, der Wirtschaftspartei und der Staatspartei statt, die sich eingehend mit der Frage einer Volkswahl Hindenburgs beschäftig- tcn. Die Versammlung kam zu der Ansicht, daß die Aufstellung eines Ausschusses aus den Mittelparteien nicht zweckmäßig wäre, zumal gerade die parlamentarische Losung gescheitert sei. Die Versammlung hielt vielmehr die Bildung eines über­parteilichen Ausschusses für angebracht. Der in diesem Zusammenhang von Zeitungen für den Vorsitz eines solchen Ausschusses bereits ge­nannte ehemalige Reichswehrminister Geß 1 er stieß auch in diesem Kreise nicht auf Ablehnung.

Ein zweiter Gedanke, den man heute abend

erörtert, geht in der Richtung, daß die Wieder- aufftellung Hindenburgs durch ein Gre­mium führender Persönlichkeiten deS deutschen Volkes behandelt wird, die nicht in erster Linie und ausschließlich Po­litiker sind. Gs kämen also die Spitzen der Wissenschaft, der Wirtschaft, der verschiedenen Berufsstände usw. in Frage, um den Charakter der Dolkswahl und des Eintretens ohne Unterschied der Parteien und der Stämme be­sonders deutlich zu dokumentieren. Sn unter­richteten Kreisen rechnet man darauf, daß der Reichspräsident sich einem solchen Ruf nicht ent­ziehen würde Es ist aber nicht anzunehmen, baß die Entwicklung sich überstürzt vollzieht.

Thälmann wieder kommunistischer Präsidentschaftskandidat

Berlin, 12. San. (ERB.) Das Zentral­komitee der Kommunistischen Partei hat be­schlossen, bei den Reichspräsidentenwahlen i n jedem Falle als eigenen Kandidaten den Vorsitzenden der Partei Ernst Thälmann aufzustellen. Begründet wird dieser Entschluß damit, daß die Partei die Präsidentschafts- Wahlen nicht als parlamentarische, sondern a l s außerparlamentarische Ausgabe und als einen Bestandteil des in ihrem Programm festgelegten Klassenkampfes ansieht.

Keine Einberufung des Reichstags.

Berlin, 12. San. (VDZ.) Der Aeltestenrat des Reichstages hatte sich am Dienstag wiederum mit einem kommunistischen Antrag au, vor­zeitige Einberufung des Reichs­tages zu beschäftigen. Don deutschnationaler Seite wurde der Zusammentritt des Reichstages gleichfalls verlangt zu dem Zwecke, die außen­politischen und Reparationsfragen zu beraten. Beide Anträge wurden jedoch gegen die 229 Stimmen der Rationalsozialisten, der Deutsch- nationalen und der Kommunisten abgelehnt. Sn der Aussprache trat das Deutsche Land­volk zwar für den deutfchnationalen Antrag ein, machte aber zur Bedingung, daß alle Parteien sich vorher verpflichteten, dafür zu sor­gen, daß die Reichstagssitzung nur z u einer gemeinsamen außenpoliti­schen Kundgebung benützt würde. Dieses Versprechen war jedoch nicht von allen Frak­tionen zu. erlangen. Staatssekretär Pünder hatte noch einmal die Stellungnahme der Reichs­regierung dahin präzisiert, daß der Zusammen­tritt des Reichstages nicht vor dem 2 3. Fe­bruar erfolgen solle.

Ein neuer Notruf der Grünen Front.

Berlin, 12.San. (CNB.) Die Grüne Front veröffentlicht einen mit den Unterschriften Brandes', Graf Kalckreuths, Hermes', Fehrs versehenen Aufruf, m dem es u. a. heißt:

Die ungeheure Not des Bauernstandes ist zu einer ernsten Gefahr für unser Land geworden. Ohne Unterbrechung geht der Preissturz für Vieh, Molkereierzeugmfse und die anderen Erzeug­nisse des Bauern weiter. Nach den neuesten Fest- stellungen des Snstitutes für Konjunkturforschung betrugen die Verkausserlöse der deutschen Landwirt­schaft aus Getreide, Kartoffeln, Vieh, Molkerei- erzeugnissen, Eiern, Zucker, Wcinmost und Tabak m Sahr 1930 31 8 Milliarden RM. gegen 9 Mil haröcn RM. im Jahre 1929'30 und werden nach dem gegenwärtigen Stande der Produktionsschätzun- gen und der Preise für 1931/32 raum mit mehr als 6,6 Milliarden R M. zu veranschla­gen fein. Das bedeutet in den letzten beiden Jah­ren einen Rückgang u m 26 <i v. H Jede Maß- nähme, die, wie der Vollstreckungsschutz, eine Atempause für die Landwirtschaft darstellen soll, verliert ihren Sinn und Zweck, wenn nicht gleich­zeitig entschlossen die Grundlagen für die Rentabilität der deutschen Landwirtschaft wiederhergestellt werden.

Von der Reichsregierung muß gefordert wer­den, daß sie endlich dem deutschen Dauern sein Recht zuteil werden läßt, indem sie ihn mit allen anwendbaren Mitteln vor der ver­nichtenden LI e be r sch w e rn m u n g des deutschen Marktes mit ausländi­schen Erzeugnissen schützt, wie das die Regierungen anderer Länder als ihre selbstver­ständliche Pflicht ansehen. Die ilnterbinbung jeglicher entbehrlicher Einfuhr von Rahrungs- und Genußmitteln und von Holz ist zudem zur Verteidigung unserer bereits stark zusammen­geschmolzenen Währungsreserven uner­läßlich. Es müssen auch alle Maßnahmen des Kommissars für Preisüberwachung sich hinsichtlich der Lebensmittelpreise auf die Herabmin­derung der Handels- und Verar­beit u n g s sp a n n e beschränken und dürfen nicht dazu führen, daß ein weiterer Druck auf die Preise ausgeübt wird, die der landwirt­schaftliche Erzeuger erhält. Die Umsatzsteuer- erhöhung ist eine abermalige Beeinträch- tigung der DeredelungsProduktion, die eine Ent­lastung gerade am dringlichsten braucht. Die Zinssenkung wird ohne nennenswerte Wir­kung für die Wirtschaft bleiben, wenn nicht die Reichsbank endlich eine wesentliche Her - absetzung des ReichsbankdiskonteS vorirnrrmt.